Für
die
Zukunft.
HOPIUM
Texte
zu
Zeitenwende,
Technokratie
und
Korporatismus
III
regenauer.press
|
Anthologie
2024
Tom-Oliver
Regenauer
©
2025
regenauer.press
|
Swiss
Caldera
Media
c/o
mgmt
International
Management
GmbH
Ra
Cara
8,
CH-6926
Montagnola
E-Mail:
info@regenauer.press
Redaktionell
verantwortlich:
Tom-Oliver
Regenauer
Lektorat:
Eliane
Pichon
Satz:
Robert
Schumann
(Buchgut,
Berlin)
Collagen:
Sebastian
Herrling
(Berlin)
Illustration:
Tina
Ovalle
(tinaovalle.com)
Umschlaggestaltung:
Tom-Oliver
Regenauer
Portrait:
Ines
Kieferle
(Bildwerk7)
Druck
und
Distribution
im
Auftrag
des
Autors:
tredition
GmbH,
Heinz-Beusen-Stieg
5,
22926
Ahrensburg,
Germany
ISBN:
9783384479631
Bibliografische
Information
der
Deutschen
Nationalbibliothek:
Die
Deutsche
Nationalbibliothek
verzeichnet
diese
Publikation
in
der
Deutschen
Nationalbibliografie.
Detaillierte
bibliografische
Daten
sind
im
Internet
über
www.dnb.de
abrufbar.
SWISS
CALDERA
MEDIA
Gegen
Tyrannei.
Inhaltsverzeichnis
Präludium
Korrelation,
Kausalität
&
Kapitalverbrechen
Leuchtturm
der
Autonomie
Die
sechste
Dimension
Sie
wollen
Krieg
Observationsökonomie
Arenen
der
Arroganz
Monopole,
Macht
und
Mord
(Teil
1)
Monopole,
Macht
und
Mord
(Teil
2)
Regressive
Revolution
Migration
als
Waffe
Gestatten,
Peter
Thiel
Der
letzte
Raubzug
Propositum
2040
Schlachtfeld
Gehirn
Biofeudalismus
Stiefelfarben
Smarter
Exodus
Trump
Reloaded
Die
glorreichen
Sieben
Regieren
ist
organisierte
Kriminalität
Zerebrale
Zermürbung
Die
Konstante
Veränderung
Der
Weg
ist
das
Ziel
Der
unsichtbare
Dritte
Blind
(Songtext)
2009
(Songtext)
Über
den
Autor
11
23
32
41
59
62
75
82
99
120
147
153
172
184
193
196
212
236
251
272
292
312
328
353
354
366
369
371
»Die
Hoffnung
—
in
Wahrheit
das
übelste
der
Übel,
weil
sie
die
Qual
der
Menschen
verlängert.«
(Friedrich
Nietzsche)
Präludium
Intensiv!
Das
trifft
es
wohl
am
besten.
Denn
müsste
ich
das
Jahr
2024
mit
einem
einzigen
Wort
charakterisieren,
beschriebe
kein
anderes
es
besser.
Atemlos,
anstrengend,
aufreibend,
überra-
schend,
lehrreich,
unterhaltsam,
erhebend
und
beglückend
wären
Adjektive,
die
in
der
Retrospektive
ebenfalls
Erwähnung
finden
könnten.
Zum
Glück.
Gibt
es
doch
kaum
etwas
Frustrierenderes
als
Eintönigkeit.
Als
stupide
Routinen.
So
viel
Sicherheit
diese
im
wochentäglichen
Trott
versprechen,
so
viel
Leere
generieren
sie,
betrachtet
man
das
Hamsterrad
des
Alltags
über
den
Wo-
chenhorizont
hinaus.
Dementsprechend
heiter
stimmt
es
mich,
dass
die
vergangenen
zwölf
Monate
das
absolute
Gegenteil
von
Routine
waren
und
ich
nun
im
Rückblick
dartun
darf,
manch
ein
Husarenstück
vollbracht
zu
haben.
»Damit
das
Mögliche
entsteht,
muss
immer
wieder
das
Unmögliche
versucht
werden«,
hielt
Hermann
Hesse
dereinst
fest.
Diesem
Gedanken
folgend
eröffnete
ich
das
neue
Jahr
damit,
ein
ganzes
Haus
nahezu
im
Alleingang
zu
renovieren.
Baustelle.
Drei
Monate
lang.
Oft
bis
zu
18
Stunden
am
Tag.
Staub,
Lärm,
Farbe,
Spachtel,
Litzen,
zerschundene
Hände,
schmerzende
Glieder
und
verschlis-
sene
Kleidung.
Von
der
Silikonfuge
im
hintersten
Eck
des
Kellers
bis
zur
Montagearbeit
unter
dem
Dachbalken.
Ob
Steckdosen,
Sockelleisten
oder
Fensterrahmen,
Verkabelung,
Inneneinrichtung
oder
Fassadenfarbe
—
ich
hatte
mir
vorgenommen,
dem
viele
hundert
Jahre
alten
Gemäuer
eine
Generalüberholung
angedeihen
zu
lassen.
Als
ich
Anfang
April
unser
farbenfroh-freiheitliches
11
12
Hauswappen
neben
dem
Eingang
montierte
und
unserer
neuen
Unterkunft
damit
ihren
Namen
gab
—
»Casa
Libre«
—,
war
das
ein
großartiges
Gefühl.
Denn
meinen
mehr
als
ambitionierten
Zeitplan
hielt
selbst
ich
im
Januar
noch
für
relativ
utopisch.
Parallel
dazu
habe
ich
im
Januar
meine
»Truman
Show«
fertig-
gestellt,
das
Cover
überarbeitet
und
kurzfristig
den
Vertrieb
gewechselt,
weil
es
beim
bisherigen
Anbieter
scheinbar
nicht
gern
gesehen
war,
dass
ich
mich
in
besagtem
Buch
mit
den
dunklen
Machenschaften
von
Menschenhändlern
und
Kinder-
schändern
befasse.
Als
die
Anthologie
im
Februar
erschien,
musste
diese
natürlich
auch
medial
beworben
werden
—
während
gleichzeitig
die
Vor-
arbeiten
für
die
Printpublikation
GEGENDRUCK
Fahrt
aufnahmen.
Ab
April
sollten
nach
wochenlanger
Abstinenz
endlich
auch
wieder
neue
Texte
auf
meinem
Blog
erscheinen.
Mich
juckte
es
bereits
in
den
Fingern.
Unterdes
wollte
jedoch
auch
das
Leben
in
der
vorherigen
Bleibe
abgebaut,
verpackt
und
transportiert
werden,
damit
es
ab
April
in
den
frisch
gestrichenen
vier
Wänden
des
neuen
Zuhauses
wieder
ausgepackt,
aufgebaut
und
in
Betrieb
genommen
werden
konnte.
Gut
sortierte
Bücher-
und
Platten-
sammlungen
machen
das
ob
ihres
schieren
Gewichts
zu
einer
ganz
besonderen
Freude.
Dass
ich
nach
über
zehn
Jahren
Apple-Nutzung
die
private
IT
umgestellt,
die
Cloud
gelöscht
und
Unmengen
an
Daten
mig-
riert,
ein
neues,
überwachungsfreies
Smartphone
eingerichtet,
verschiedene
juristische
Scharmützel
bewältigt,
diverse
Texte
verfasst
und
eine
Vielzahl
an
Gesprächen
geführt
habe,
an
meh-
reren
Konferenzen
beteiligt,
für
verschiedene
Projekte
Dritter
tätig,
familiär
gut
eingespannt,
obendrein
einem
Konzentration
fordernden
Vollzeitjob
mit
zunehmenden
Verantwortlichkeiten
verpflichtet
war
und
diese
Aufzählung
nur
einen
kleinen
Teil
meiner
Aktivitäten
umfasst,
sei
dabei
nur
am
Rande
erwähnt.
Damit
auch
während
des
Sommerlochs
keine
Langeweile
auf-
kommt,
begann
ich
bereits
im
Frühjahr
2024
mit
der
Planung
für
eine
Lese-
und
Vortragsreise.
Gut
zwanzig
Termine
wollten
mit
den
Veranstaltern
koordiniert
werden.
Es
galt,
Routenplanung,
Hotelbuchungen,
Reiselogistik,
Buchbestand,
Kommunikation
und
eine
mit
Quellen
unterlegte
Präsentation
zu
organisieren.
Kaum
war
all
das
in
trockenen
Tüchern,
saß
ich
bereits
im
Flug-
zeug
nach
Kolumbien,
wo
ich
den
Juli
für
Regeneration
und
Literaturrecherche
nutzen
wollte.
Aber
weil
Leben
nun
mal
ist,
was
passiert,
während
man
plant,
stellte
Unvorhergesehenes
die
Improvisationsfähigkeit
auch
dort
regelmäßig
auf
die
Probe.
Meer
und
Dschungel
taten
dennoch
ihr
Ubriges
und
ließen
die
Irritationen
des
zivilisatorischen
Alltags
in
ihrer
relativen
Be-
langlosigkeit
verblassen.
Drei
Wochen
nach
meiner
Rückkehr
ins
Tessin
waren
sie
aller-
dings
zurück.
Die
Arbeit
holte
mich
ein,
diverse
Projekte
und
ehrenamtliche
Engagements
warteten
auf
Input,
die
nackten
Wände
der
neue
Bleibe
wollten
dekoriert
und
das
neue
Tonstudio
arrangiert
werden
—
und
ehe
ich
mich
versah,
ging
es
auch
schon
auf
Tour.
Gut
500
Kilogramm
an
Büchern
und
Gepäck
waren
verladen
und
mussten
circa
6.000
Kilometer
durch
die
Schweiz,
Deutschland
und
Österreich
chauffiert
werden.
Volle
Säle
und
mehrere
tausend
offenherzige
Menschen
machten
diese
Reise
zu
einem
ganz
besonderen
Erlebnis.
Selbst
das
bis
zum
Sommer
mehrheitlich
miserable
Wetter
meinte
es
gut
mit
mir.
Denn
in
den
drei
Wochen
auf
Tour
regnete
es
nur
ein
einziges
Mal.
Am
letzten
Tag.
Ansonsten
waren
mir
strahlende
Sonne,
hochsommerliche
Temperaturen
und
das
ein
oder
andere
Mittagsschläfchen
im
Schatten
alter
Bäume
vergönnt.
13
14
Als
ich
der
letzten
Station
meiner
Rundreise
den
Rücken
kehrte,
verabschiedete
sich
auch
die
warme
Jahreszeit.
Auf
der
Heimfahrt
über
die
Alpen
begegneten
mir
die
Vorboten
eines
goldenen
Oktobers:
eine
tieferstehende
Sonne
über
den
Bergrücken,
die
goldene
Stunde
kürzer
werdender
Tage
und
der
auffrischende
Wind
am
Abend,
der
die
an
Farbenpracht
zulegenden
Wälder
der
Tessiner
Topografie
ins
Wogen
brachte.
Wenige
Wochen
später
fiel
in
den
Alpen
der
erste
Schnee.
Jetzt
schimmern
die
weißen
Gipfel
am
Horizont
in
der
wärmenden
Wintersonne.
Und
ich
sitze
wieder
an
meinem
Fenster,
lasse
den
Blick
über
die
geheimnis-
voll
anmutende
Vegetationsdichte
des
Umlands
schweifen
und
schreibe
ein
Vorwort.
Für
Buch
Nummer
fünf.
Es
fällt
etwas
dünner
aus,
enthält
nicht
so
viele
philosophische
Betrachtungen,
Zitate
und
rhetorische
Extravaganzen
wie
seine
beiden
Vorgänger.
Leider.
Denn
das
Sortieren
der
Gedanken,
Quellen
und
Paragrafen
im
Rahmen
der
Textarbeit
schält
seltene
Stunden
innerer
Ruhe
aus
den
von
Pflichten
und
Routinen
do-
minierten
Strukturen
des
Tages.
Gerne
hätte
ich
inmitten
der
organisatorischen
Turbulenzen
des
vergangenen
Jahres
häufiger
die
Zeit
gefunden,
Beiträge
zu
verfassen
—
es
gäbe
so
viel
zu
sagen,
so
viel
zu
dokumentieren,
um
den
volatilen
Konturen
der
Zeitenwende
Schärfe
zu
verleihen.
Und
das
erscheint
dieser
Tage
nötiger
denn
je.
Denn
da
draußen
tobt
der
Wahnsinn.
Die
Polykrise.
Das
Chaos
—
als
Steigbügelhalter
für
das
finale
Kapitel
eines
transgenerationalen
Klassenkampfes
von
oben.
Für
Technokratie
und
Plattformfa-
schismus.
Doch
»auch
aus
Steinen,
die
Dir
in
den
Weg
gelegt
werden,
kannst
Du
etwas
Schönes
bauen«,
bemerkte
Erich
Kästner.
Ohne
Kontext
und
Hintergrundinformationen,
die
das
Individuum
in
die
Lage
versetzen,
die
Schlachtfelder
des
wilder
werdenden
In-
formationskriegs
mit
einer
gewissen
Gelassenheit
zu
überblicken,
gerät
es
jedoch
leicht
zum
Opfer
der
unerbittlich
keifenden
Propagandamaschine
wertewestlicher
Demokratiedarstellung.
Ja,
die
Truman
Show
läuft
wohl
auch
im
fünften
Jahr
n.
C.
(nach
Corona)
auf
allen
Kanälen.
Auf
allen
Frequenzen.
Und
der
Homo
demens
spielt
mit
suizidaler
Leichtfertigkeit
seine
ihm
zuge-
dachte
Rolle
als
irrlichternder
Kamikaze-Pilot,
der
sich
in
Rage
auf
das
eigene
Schiff
zu
stürzen
gedenkt.
Die
zeitgeistig
flexiblen
Herrschaftseliten,
die
sich
nun
zusehends
konservativ
gerieren,
anstatt
Wokeness
zu
predigen,
nesteln
derweil
hektisch
an
den
letzten
Zierpalisaden
des
digitalen
Gulag.
Der
Rohbau
steht
ja
auch
schon
eine
ganze
Weile.
Bunt
soll
es
sein
—
und
spätestens
2030
bezugsfertig
übergeben
werden.
Ob
eID,
elektronische
Patientenakte,
digitales
Geld,
lückenlose
Massenüberwachung,
algorithmisierte
Zensur,
Dekarbonisie-
rungsagenda,
Enteignungslegislatur,
kognitive
Kriegsführung
im
Hosentaschenformat,
Geofencing-Gewahrsam,
Nanobots
oder
Frequenzfelder
zu
deren
Kalibrierung:
alles
einsatzbereit.
Schon
1999
veröffentlichte
das
US-Militär
ein
Dokument
namens
»Owning
the
Weather
2025«,
das
beschreibt,
wie
artifizieller
Nebel
verwendet
werden
kann,
um
Nanopartikel
in
Ballungszentren
einzusetzen.
Zwei
Jahre
später
schlugen
interne
Präsentationen
der
NASA
in
die
gleiche
Kerbe.
Jetzt
ist
2025.
Und
Berichte
über
chemikalienhaltigen
Nebel,
der
Krankheitssymptome
verursacht,
machen
die
Runde.
Wir
sind
angekommen.
Der
»Pakt
für
die
Zukunft«
ist
geschlossen.
Das
Blau
des
Himmels
einem
persistent
milchigen
Grau
gewi-
chen.
Noch
am
Heiligabend
hat
die
UN-Generalversammlung
Kernelemente
des
entsprechendes
Vertragswerkes
ratifiziert.
Ohne
nennenswerten
Widerstand.
Cloward-Piven-Strategie
und
Kulturmarxismus
sei
Dank.
Die
Revolution
von
oben
war
bis
15
16
dato
also
ziemlich
erfolgreich.
Nur
Max
Mustermann
weiß
noch
nichts
vom
seinem
Glück.
Illuminiert
wird
die
Installation
des
biometrischen
Kontroll-Grids
von
einem
Flammenmeer
im
Nahen
Osten.
Von
brennenden
Kran-
kenhdusern,
Kirchen
und
Kindern.
Menschenrechte
sind
passé.
Der
beispiellose
Genozid
in
Gaza
wird
von
den
NATO-Medien
in
verachtenswerter
Manier
schongeschrieben,
während
von
den
USA
trainierte,
ausstaffierte,
radikalislamische
Fanatiker
Syrien
nahezu
widerstandslos
kapern.
Ein
Land,
das
seit
Langem
auf
der
To-do-Liste
des
militarisch-industriellen
Komplexes
stand.
Die
fortschreitende
Destabilisierung
der
Region
bereitet
zionistischen
Hardlinern
in
Tel
Aviv
und
Washington
die
Bühne
für
den
heiß
ersehnten
Krieg
gegen
den
Iran.
Europäische
Metropolen
erodieren,
die
Bevölkerung
verarmt,
Reproduktionsraten
sinken
auf
Rekordtiefstdnde,
bei
der
NATO
drängt
man
auf
Eskalation
mit
Russland,
und
China
intensiviert
seine
Drohgebdrden
im
Indopazifik.
Der
militärische
Fleischwolf
dreht
sich
immer
schneller.
Es
herrscht
dicke
Luft.
Uberall.
Man
riecht
das
Schiefspulver.
Denn
das
angloamerikanische
Imperium
ruft
zum
letzten
Gefecht.
Es
ist
—
wie
ich
bereits
im
Vorspann
der
Truman
Show
schrieb
—
das
letzte
Aufbdumen
eines
moribunden
Machtapparats.
Charakterisiert
von
zunehmender
Gewalt.
Auf
Kosten
aller.
Es
lässt
sich
kaum
seriös
prognostizieren,
wann
es
knallt,
oder
wie
laut
—
dass
es
massiver
Disruption
bedarf,
um
diese
Revolution
von
oben
fristgerecht
umzusetzen
und
speziell
Kontinentaleuropa
einen
hohen
Preis
fiir
seine
willfahrige
Kom-
plizenschaft
bezahlen
wird,
allerdings
schon.
Dabei
erkannte
schon
Romain
Rolland,
dass
»das
schlimmste
Übel,
an
dem
die
Welt
leidet,
nicht
die
Stärke
der
Bösen,
sondern
die
Schwäche
der
Guten
ist«.
Während
sich
also
vor
meinem
Fenster
die
Sonne
ein
letztes
Mal
für
dieses
Jahr
dem
Ringen
mit
der
Dunkelheit
ergibt,
Palmen,
Koniferen
und
Zypressen
vor
einem
goldgelb,
dann
violett
glühenden
Himmel
zu
schwarzen
Scherenschnitten
mutieren,
erscheinen
auch
die
Umrisse
des
vor
uns
liegenden
Weges
undeutlicher,
die
Zukunft
ungewisser,
un-
menschlicher
-
ja
unerreichbarer
denn
je.
Als
sei
sie
auf
der
Flucht.
Und
eine
Vielzahl
derjenigen,
die
vorgeben,
sie
zu
hehren
Zwecken
einfangen
zu
wollen,
die
Kritiker,
Oppositionellen
und
Widerständler,
drehen
sich
nicht
minder
schnell
im
Kreis
als
ihre
Widersacher
im
leitmedialen
Konsenskomplex.
Denn
im
Kern
tun
beide
Lager
das
Gleiche:
Sie
debattieren
Sinnfetzen
und
Argumentationsfragmente,
die
man
ihnen
aus
Orifizen
weit
oben
im
Elfenbeinturm
oder
verspiegelten
Panzerglasfenstern
polierter
Luxuslimousinen
vor
die
Füße
wirft.
Für
viele
ist
Sys-
temkritik
zum
profanen
Geschäftsmodell
geworden.
Zum
Event.
Da
bleibt
wenig
Zeit
für
echten
Widerstand.
Oder
Charakter.
Wer
den
Medienzirkus
zu
seinem
Broterwerb
gemacht
hat,
ist
davon
abhängig,
dass
er
sich
auszahlt.
Und
das
von
alternativ-
medialen
Generika
angefixte
Publikum
will
genauso
unterhalten
werden
wie
der
Zuschauer
des
Morgenmagazins.
Brot
und
Spiele
eben
-
egal,
in
welcher
Arena
die
Schaukämpfe
veranstaltet
werden.
Das
Publikum
schaut
stoisch
in
die
Röhre.
Oder
auf
das
Display.
Hauptsache,
das
Spektakel
lässt
sich
bequem
vom
Sofa
aus
verfolgen.
Hans-Joachim
Kulenkampff
gab
schon
vor
Jahrzehnten
zu
ver-
stehen,
dass
»die
Leute
gar
nicht
so
dumm
sind,
wie
wir
sie
durchs
Fernsehen
noch
machen
werden«.
Er
hatte
recht.
Die
Revolution
wird
also
wohl
noch
eine
Weile
auf
sich
warten
lassen.
Schade.
Denn
genau
dafür
engagiere
ich
mich
—
für
eine
friedliche
Revo-
lution
des
Geistes.
Für
eine
zweite
Aufklärung.
Für
eine
Zukunft,
in
der
es
Liebe,
Wahrheit
und
Selbstbestimmung
sind,
nach
denen
17
18
meine
Mitmenschen
streben.
Bleibt
zu
hoffen,
dass
sich
die
Asche-
schichten,
aus
welchen
sich
der
Phoenix
dieser
zweiten
Aufklärung
irgendwann
in
den
Himmel
schwingen
muss,
vorher
nicht
allzu
hoch
auftürmen.
Nun
will
ich
den
Leser
nicht
mit
all
diesen
persönlich
gefärbten
Annotationen
und
Gefühlsduseleien
belästigen,
um
mich
zu
profilieren,
sondern
weil
ein
Jahr
wie
2024
beweist
—
zumindest
mir
selbst
—,
dass
man
auch
ganz
allein
Berge
versetzen
kann.
Dass
es
nicht
von
äußeren
Umständen,
Dritten
und
Kapital
abhängt,
ob
man
Ziele
erreicht.
Dass
man
selbst
der
Phoenix
sein
kann.
Jeder
von
uns.
Wo
ein
Wille,
da
ein
Weg.
Aber
beschreiten
muss
man
ihn.
Auch
dann,
wenn
der
Kompass
temporär
seinen
Dienst
versagt.
Denn
Routen
entstehen
nur
dort,
wo
man
sie
geht.
Und
der
Kurs
lässt
sich
auch
dann
noch
justieren,
wenn
man
unterwegs
ist.
»Learning
by
doing«
—
nur
so
kommt
man
voran.
Nur
so
schafft
man
Unabhängigkeit
und
Vertrauen
in
die
eigenen
Fähigkeiten.
Fehler
passieren
ja
nicht,
um
uns
von
etwas
abzuhalten,
sondern
um
uns
auf
den
nächsten
Versuch
vorzubereiten.
Sie
sind
ein
Angebot,
zu
lernen.
Und
nur,
wenn
man
der
Welt
ein
Angebot
machen
kann,
darf
man
darauf
hoffen,
dass
es
angenommen
wird.
Womit
wir
beim
Titel
der
vorliegenden
Publikation
angekommen
waren:
»Hopium«
—
ein
Kompositum
aus
»Hope«,
englisch
für
Hoffnung,
und
Opium,
dem
durch
Anritzen
seiner
unreifen
Samenkapseln
gewonnenen,
getrockneten
Milchsaft
des
Schlaf-
mohns.
Ein
Rauschmittel.
Basis
des
1898
von
Bayer
marken-
rechtlich
geschützten
Morphin-Derivates
Heroin.
»Hopium«
ist
ein
Neologismus
—
geprägt
oder
zumindest
populär
gemacht
von
James
Corbett
—,
den
ich
in
meinen
Texten
immer
wieder
gerne
verwende,
weil
er
wie
kaum
ein
anderer
auf
den
Punkt
bringt,
was
Etatisten
dazu
bewegt,
an
das
System
Staat
zu
glauben:
der
Rausch
der
Hoffnung.
Darauf,
dass
der
nächste
Kanzler,
Präsident
oder
Premierminister
es
endlich
richten
wird.
Oder
diese
eine
neue
Partei.
Der
in
regelmäßigem
Turnus
enttäuschte
Irrglaube
an
die
Selbst-
heilungskräfte
eines
auf
Despotie
ausgelegten
Herrschaftssystems
gleicht
einer
Sucht.
Einer
sehr
destruktiven
Sucht.
Denn
obwohl
sich
die
Bevölkerung
zumindest
unterbewusst
darüber
im
Klaren
sein
dürfte,
dass
sich
auch
nach
dem
nächsten
Urnengang
nichts
ändern
wird,
dass
ihr
diese
in
devoter
Pose
dargebrachte
Vereh-
rung
von
Götzen
schadet,
dass
sie
an
einer
Art
Stockholm-Syndrom
leidet,
wenn
sie
unterstützt,
was
sie
beraubt,
unterdrückt
und
tötet,
tut
sie
es
wieder.
Immer
wieder.
Aldous
Huxley
wusste,
wovon
er
sprach,
als
er
notierte,
dass
»der
Glaube
an
eine
größere
und
bessere
Zukunft
einer
der
mächtigsten
Feinde
gegenwärtiger
Freiheit
ist«.
Nun
ist
Hoffnung
aber
nicht
per
se
negativ
—
und
Hopium
somit
als
durchaus
ambivalenter
Begriff
zu
werten.
Treibt
die
Hoff-
nung
doch
auch
mich
dazu,
immer
wieder
Wege
zu
suchen,
um
Menschen
zu
erreichen,
Konstruktives
beizutragen
und
die
Welt
in
meinem
Einflussbereich
ein
wenig
besser
zu
machen.
Sie
besser
informiert
zu
hinterlassen.
Sähe
ich
unsere
Situation
als
chancenlos,
hätte
ich
den
Glauben
an
Liebe
und
Wahrheit,
oder
die
Hoffnung
auf
bessere
Zeiten
aufgegeben,
gäbe
es
dieses
Buch
nicht.
Der
Unterschied
zwischen
einem
Etatisten
und
mir
besteht
darin,
dass
ich
nicht
darauf
hoffe
und
warte,
dass
mir
jemand
diese
Arbeit
abnimmt.
Ich
delegiere
nicht,
gebe
die
Verantwortung
für
mein
Leben
nicht
aus
der
Hand,
sondern
nehme
sie
wahr.
Werde
aktiv.
Mein
Glaube
an
»Volksvertreter«,
Erlöser
und
Idole
erlosch
vor
über
drei
Jahrzehnten.
Seitdem
verlasse
ich
19
20
mich
nur
noch
auf
eine
einzige
Person
—
mich
selbst
—
und
gebe
mir
redlich
Mühe,
mich
dabei
nicht
zu
enttäuschen,
sondern
zu
beeindrucken.
Ob
andere
Menschen
gut
finden,
was
ich
mit
meiner
knapp
be-
messenen
Lebenszeit
anstelle,
ist
mir
egal.
Es
ist
mein
Leben.
Ich
habe
nur
eines.
Zumindest
aller
Wahrscheinlichkeit
nach.
Und
der
Einzige,
dem
es
gefallen
muss,
bin
ich.
»Die
einen
kennen
mich,
die
anderen
können
mich«,
wie
Le
Cercle-Gründungsmitglied
Konrad
Adenauer
treffend
polterte.
Das
ist
Freiheit.
Und
die
steht
nirgends
zur
Wahl.
Wird
nicht
angeboten.
Sie
hängt
nicht
von
äußeren
Umständen
ab,
wird
nicht
gewährt
oder
erkämpft.
Frei
wird
man
nicht
—
frei
ist
man.
Oder
eben
nicht.
Ich
hoffe
—
das
ist
meine
tägliche
Dosis
»Hopium«
—,
dass
meine
Arbeit
anderen
Menschen
hilft,
das
zu
erkennen.
Denn
das
Versäumnis
von
gestern
ist
das
täglich
Brot
von
morgen,
die
Gegenwart
die
Vergangenheit
der
Zukunft.
Und
es
ist
an
uns,
etwas
daraus
zu
machen.
»Man
muss
die
Zukunft
abwarten
und
die
Gegenwart
genießen
—
oder
ertragen«,
soll
Wilhelm
von
Hum-
boldt
gesagt
haben.
Ich
habe
mich
intuitiv
immer
für
den
Genuss
entschieden
und
bin
überzeugt,
dass
dieser
Ansatz
eine
gute
Ausgangsposition
ist,
um
dem
in
absehbarer
Zeit
Orkanstärke
erreichenden
Sturm
der
Zeit
die
Stirn
zu
bieten.
Frei
nach
Edward
Snowden:
»Sei
nicht
ängstlich
—
sondern
vorbereitet«.
Schließlich
ist
es
auch
den
zumeist
wenig
erbaulichen
Wirren
der
coronalen
Zeitenwende
zu
verdanken,
dass
ich
nun
bereits
das
vierte
Jahr
in
Folge
eine
Anthologie
meiner
Arbeiten
in
physischer
Form
veroffentliche.
Krisen
erzeugen
Handlungsdruck.
Fordern
Kreativität.
Verändern
Denk-
und
Handlungsmuster.
So
brachte
mich
die
»Plandemie«
dazu,
anstelle
kritischer
Songtexte
Essays
zu
schreiben
und
statt
Schallplatten
Bücher
zu
produzieren.
Etwas
Analoges,
Resilientes,
das
der
elitären
Machtergreifung
angemessener
entgegenwirkt.
Denn
eine
digitale
Präsenz
ist
schnell
gelöscht.
Gedruckte
Bücher
einzusammeln
und
auf
dem
Marktplatzt
zu
verbrennen,
dauert
dagegen
ein
wenig
länger.
Das
kann
sich
das
vermeintlich
demo-
kratische
System
nicht
leisten.
Noch
nicht.
So
versieht
es
kritische
Literatur
lieber
mit
Warnhinweisen
und
klassifiziert
unliebsame
Meinungen
als
»Hassrede«.
Umso
mehr
freue
ich
mich
darüber,
dass
jedes
Jahr
ein
paar
mehr
Exemplare
meiner
Werke
Eingang
in
die
persönlichen
Archive
von
interessierten
Lesern
finden.
Aufgrund
des
Umfangs
meiner
Essays,
die
in
der
Regel
online
publiziert
werden,
habe
ich,
wie
in
den
letzten
Jahren
auch,
auf
das
Anfügen
von
Fußnoten
im
Buch
verzichtet.
Es
sind
zu
viele
—
sie
würden
den
Text
visuell
verunstalten
und
den
Preis
ob
ihres
Platzbedarfs
in
die
Höhe
treiben.
Darüber
hinaus
kenne
ich
kaum
jemanden,
der
sich
ernsthaft
die
Mühe
machen
möchte,
ellenlange
Links
abzutippen,
die
in
winziger
Schrift
unter
den
Lesetext
gepresst
werden.
Die
verwendeten
Quellen
sind
an
den
Unterstreichungen
zu
er-
kennen
und
können
jederzeit
über
meine
Webseite
(regenauer.press/
blog)
nachvollzogen
werden,
wo
alle
Texte
kostenlos
und
chrono-
logisch
sortiert
zum
Download
zur
Verfügung
stehen.
Der
einfachste
Weg,
um
alle
Quellen
langfristig
lokal
zu
sichern,
besteht
darin,
das
ZIP-Archiv
2024,
das
sich
auf
meinem
Blog
unter
»Downloads«
findet,
herunterzuladen.
Es
enthält
alle
Texte
des
vorliegenden
Buches
mit
aktiven
Hyperlinks,
die
jede
Quelle
mit
nur
einem
Klick
zugänglich
machen.
Sollte
meine
21
22
Webseite
aus
welchem
Grund
auch
immer
offline
sein,
sind
die
ZIP-Archive
jederzeit
via
E-Mail
an
info@regenauer.press
er-
hältlich.
Zusätzlich
habe
ich
im
»Internetarchiv«
(www.archive.
org)
eine
Backup-Seite
erstellt
und
auch
dort
alle
meine
Arbeiten
verfügbar
gemacht.
Ausgangs
möchte
ich
mich
von
ganzem
Herzen
dafür
bedanken,
dass
Sie,
werter
Leser,
mit
dem
Erwerb
des
vorliegenden
Buches
aktiv
dabei
helfen,
meine
Arbeit
in
analoger
Form
für
die
Nach-
welt
zu
erhalten.
Im
Kanon
mit
anderen
Publikationen
entsteht
so
hoffentlich
ein
publizistisches
Mosaik,
das
nachwachsenden
Generationen
erlaubt,
ihre
Geschichte
in
holistischer
Form
zu
rekonstruieren.
Denn
das
Internet
dürfte
sie
bis
dahin
längst
vergessen
haben.
Vielen
Dank!
»Angenehm
ist
am
Gegenwärtigen
die
Tätigkeit,
am
Künftigen
die
Hoffnung
und
am
Vergangenen
die
Erinnerung.«
(Aristoteles)
ro
Montagnola,
am
31.
Dezember
2024
Korrelation,
Kausalität
©
&
Kapitalverbrechen
Eine
von
der
National
Academy
of
Sciences
publizierte
Studie
stellt
nun
erstmals
einen
kausalen
Zusammenhang
zwischen
MRNA-Injektionen
und
Myokarditis
als
Nebenwirkung
her.
In
einer
Größenordnung,
die
nicht
wenige
von
Mord
sprechen
lässt.
Zeit,
dass
die
Verantwortlichen
zur
Rechenschaft
gezogen
werden.
Von
Justitia
-
oder
uns.
Ein
Prozent.
Das
klingt
erst
Mal
nach
wenig.
Doch
bei
einer
Million
Menschen
sind
das
zehntausend.
Bei
zehn
Millionen
hunderttau-
send.
Und
bei
70
Millionen
siebenhunderttausend.
Siebenhundert-
tausend
Menschen
klingt
gegenüber
einem
Prozent
nach
einer
ganzen
Menge.
Siebenhunderttausend
Leben,
Geschichten,
Schick-
sale,
Partner
und
Familien.
In
dieser
Größenordnung
bewegt
sich
die
Anzahl
der
Myokarditis-Fälle,
die
statistisch
betrachtet
nach
einer
Injektion
mit
mRNA-Produkten
von
BioNTech,
Pfizer
und
Morderna
auftreten.
Mindestens.
Das
implizieren
Studien
aus
Israel
(April
2022)
Thailand
(August
2022)
und
Japan
(September
2023)
seit
etwa
zwei
Jahren.
Bei
einer
»Grundimmunisierung«,
wie
Statista
die
zweifach
mit
mRNA
behandelten
Personen
nennt,
von
72,8
Prozent
der
Bevölkerung
(Stand
01/2022)
und
einer
Bevölkerungsanzahl
von
knapp
85
Millionen
kann
sich
jeder
selbst
ausrechnen,
wie
viele
Menschen
allein
in
Deutschland
von
diesem
Schicksal
heimgesucht
wurden
und
werden.
Es
sind
erschreckend
viele.
24
Ein
kausaler
Zusammenhang
zwischen
der
Verabreichung
von
mRNA-Vakzinen
und
den
seit
Beginn
der
Impfkampagne
gehäuft
auftretenden
Herzmuskelentzündungen,
gerade
auch
bei
jungen
Menschen
und
Leistungssportlern,
wurde
von
Regierungen,
Leitmedien
und
Herstellern
stets
bestritten.
Dabei
hatte
der
Elefant
im
Raum
längst
alle
seine
Freunde
mitgebracht
und
war
beim
besten
Willen
nicht
mehr
zu
übersehen.
Genau
wie
die
möglichen
Nebenwirkungen
der
lange
vor
der
PCR-Pandemie
patentierten
und
dann
im
Eiltempo
in
den
Markt
gepressten
Präparate.
Herzinfarkte,
Herzmuskelentzündungen,
Lahmungen,
Blutgerinnsel
oder
»Turbokrebs«.
You
name
it.
»Plötzlich
und
unerwartet«
avancierte
zum
Hashtag,
nachdem
das
»Sudden
Death
Syndrome«
immer
häufiger
medienwirksam
Spitzensportler,
Moderatoren,
Künstler
und
andere
Personen
vor
der
Weltöffent-
lichkeit
niederstreckte.
Noch
am
30.
April
2024,
während
ich
diese
Zeilen
schreibe,
erscheint
wieder
ein
Artikel
über
eine
neue
Reihe
»unerwarteter«
Todesfälle.
Weitere
acht
Mitmenschen,
die
ihr
Ableben
mutmaßlich
dem
Corona-Regime
zu
verdanken
haben.
Selbst
über
Reuters
konnte
man
am
17.
März
2022
die
zuvor
auf
Social
Media
Kanälen
kursierende,
neun
erschreckende
Seiten
umfassende
Liste
mit
bis
zu
1.200
möglichen
unerwünschten
Nebenwirkungen
des
Pfizer-Produkts
einsehen.
Nichtsdestotrotz
bestand
Reuters
im
besagten
Artikel
weiterhin
darauf,
dass
ein
kausaler
Zusammenhang
zwischen
mRNA-Injektionen
und
der
unstrittig
gehäuften
Anzahl
von
Myokarditis-Fällen
nicht
herzu-
stellen
sei.
Es
gäbe
schließlich
keine
entsprechende
»Experten-
meinung«
—
oder
Studie.
Das
hat
sich
nun
geändert.
Eine
unlängst
bei
der
National
Academy
of
Sciences
(NAS)
publizierte
Studie
(Status:
Prepublication)
stellt
erstmals
einen
wissenschaftlich
gesicherten
Kausalzusammen-
hang
zwischen
den
Covid-19-Injektionen
von
BioNTech,
Pfizer
und
Morderna
und
Myokarditis
als
Nebenwirkung
her.
Siehe
Kapitel
2,
S.
8,
Tabelle
S1:
»Establishes
a
causal
relationship«.
Damit
ist
wis-
senschaftlich
bestätigt,
was
Kritiker
der
Corona-Maßnahmen
seit
langem
öffentlich
kundtun:
Die
sogenannten
Impfungen
schützen
weder
vor
Infektion
noch
schwerem
Verlauf
oder
Tod.
Sie
sind
schädlich
und
gefährlich.
In
einem
Maßstab,
der
sich
eigentlich
nicht
mehr
ignorieren
lässt.
Eigentlich.
Denn
trotz
2.596.902
bei
OpenVAERS
registrierter
Fälle
von
Impfnebenwirkungen
und
37.382
gemeldeter
Todesfälle
—
was
nach
Angaben
des
»Informed
Consent
Action
Network«
(ICAN)
nur
circa
ein
Prozent
der
tat-
sächlichen
Fälle
darstellt
—
hält
der
von
der
Konzernplutokratie
dominierte
digital-zensorische
Komplex
an
seinem
Narrativ
fest.
»Safe
and
effective«.
Dabei
ist
die
Faktenlage
eindeutig.
Die
MRNA-Injektionen
haben
keine
Leben
gerettet,
sondern
gekostet.
Das
untermauert
auch
eine
am
12.
Februar
2024
bei
»Scien-
ceDirect«
veröffentlichte
Studie
zu
Impfnebenwirkungen
mit
99
Millionen
Teilnehmern.
Die
länderübergreifende
Analyse
»bestätigte
bereits
bekannte
Sicherheitssignale
für
Myokarditis,
Perikarditis,
Guillain
Barre
Syndrom
und
zerebrale
Sinusvenen-
thrombosen.
Zusätzliche
potenzielle
Risiken
wurden
identifiziert
und
erfordern
weitere
Untersuchungen«,
so
die
Autoren.
Die
derweil
ventilierten,
mehr
als
hanebüchenen
Relativie-
rungsversuche
seitens
Regierung,
Pharmabranche,
Ärzteblatt,
Pharmazeutische
Zeitung,
DZHK
(Deutsches
Zentrum
für
Herz-
Kreislauf-Forschung),
Medizin-Portalen,
Konzernmedien
und
Co.
sind
nicht
nur
haltlos,
realitätsfremd
und
ein
Affront
gegenüber
allen
Geschädigten,
sondern
als
hochgradig
kriminell
einzuordnen.
Als
Komplizenschaft.
Mindestens.
Denn
sich
zu
erdreisten,
im
Kontext
einer
Herzmuskelentzündung
das
Adjektiv
»mild«
zu
verwenden,
ist
an
sich
schon
eine
Unverschämtheit.
Vor
allem
in
Anbetracht
der
Tatsache,
dass
eine
Covid-19-Infektion
für
25
26
die
meisten
Menschen
ungefährlich,
laut
RKI
weniger
letal
als
Influenza
war
und
selbst
das
von
Big
Pharma
korrumpierte
»Center
for
Desease
Control«
(CDC)
im
Februar
2024
einräumte,
dass
man
Covid-Infekte
einfach
wie
die
Grippe
behandeln
solle.
Auch
die
von
Regierung,
FAZ,
MDR
und
Co.
noch
im
Januar
2024
als
»Stimmungsmache«
abgetanen
Verunreinigungen
der
Impfstoffe
durch
Plasmid-DNA,
SV40-Enhancer,
Protein-Bruchstücke
oder
doppelsträngige
RNA
—
Ende
2023
ein
Aufreger
unter
der
Headline
»Plasmid-Gate«
—
sind
mittlerweile
gut
belegt,
dokumentiert
und
kommuniziert.
Gleiches
gilt
für
die
qualitativ
unterschiedlich
konzentrierten
Chargen
der
verschiedenen
Hersteller,
die
bei
genauerer
Betrachtung
der
Daten
an
eine
koordinierte
Ver-
suchsanordnung
erinnern.
Vom
Markt
genommen
wurden
die
»Gentherapien«,
wie
Stefan
Oelrich
(Vorstand,
Bayer
AG)
die
mRNA-Injektionen
bezeichnet,
bislang
trotzdem
nicht.
Mehr
als
drei
Jahre
Pharma-Propaganda,
Panikmache,
Gänge-
lung,
Segregation,
Übergriffigkeit
und
vorsätzliche
Schädigung
von
Wirtschaft,
Gesellschaft
und
Kulturbetrieb.
Mehr
als
drei
Jahre
leitmediale
Diffamierung,
existenzbedrohende
Hetz-
kampagnen,
juristische
Feld-
und
Winkelzüge,
um
Kritiker
der
offiziell
goutierten
Corona-Erzählung
zur
Persona
non
grata
zu
machen.
Maskenpflicht,
Lockdowns,
Covid-Zertifi-
kate,
Tracking-Apps,
Abstandsregeln,
Reiseverbote
und
Aus-
gangssperren.
Ein
totalitaristischer
Coup.
Auf
Rechnung
des
Steuerzahlers.
Ein
Milliarden-Grab.
Und
auf
dem
Gedenkstein
steht:
Demokratie.
Denn
das
alles
passierte
nicht
rein
zufällig.
Es
war
ein
sozialarchi-
tektonisches
Trainingslager,
ein
technokratischer
Testlauf
für
das
QR-Code-Dystopia
der
Zukunft.
Es
beginnt
mit
der
digitalen
Identität,
Chatkontrolle,
einer
elektronischen
Patientenakte
und
autonomen
Mesh-Netzwerken
—
und
endet
mit
programmier-
baren
Zentralbankwährungen,
dem
individuellen
CO2-Budget,
Geofencing-Gefängnissen
und
einem
Sozialkreditsystem,
wie
es
von
Justin
Trudeau
bereits
zaghaft
propagiert
wird.
Die
von
Multipolar
freigeklagten,
am
18.
März
2024
veröffent-
lichten
Protokolle
des
Corona-Krisenstabes
des
Robert
Koch-
Instituts
(RKI)
zeigen
trotz
massiver
Schwärzungen
einmal
mehr,
dass
im
Rahmen
der
Corona-Krise
nicht
die
Gesundheit
der
Be-
völkerung
im
Vordergrund
stand,
sondern
die
Kontrolle
über
das
Narrativ.
Deutungshoheit
und
Diskursdominanz.
Wer
sich
mit
Event
201,
dem
Lockstep-Szenario
der
Rockefeller
Stiftung
und
sonstigen
strategischen
Hintergründen
des
Corona-Narratives
beschäftigt
hat,
wird
vom
Inhalt
der
bisher
geheim
gehaltenen
RKI-Protokolle
kaum
überrascht
sein.
Dennoch
belegen
sie
zu
einem
kritischen
Zeitpunkt
nochmals
unmissverständlich,
dass
Politik,
Medien,
Nichtregierungsorganisationen
und
digital-fi-
nanzieller
Komplex
vorsätzlich
sowie
wider
besseres
Wissen
und
Gewissen
handelten.
Die
Corona-Maßnahmen
waren
unangebracht,
totalitär,
inhuman
und
weithin
kriminell.
Der
aufgenötigte,
durch
Segregation
for-
cierte
mRNA-Rollout
markiert
eine
eklatante
Verletzung
funda-
mentalster
Menschenrechte,
die
ihresgleichen
sucht.
Es
handelt
sich
um
ein
Kapitalverbrechen
von
unabsehbaren
Ausmaßen.
Andrew
Bridgen,
parteiloses
Mitglied
des
britischen
Parlaments,
nennt
es
unverblümt
das
größte
Verbrechen
an
der
Menschheit
seit
dem
Holocaust
und
spricht
von
weltweit
zehn
bis
zwanzig
Millionen
Menschen,
die
»von
den
experimentellen
Impfungen
getötet«
wurden.
Von
der
Realität
umzingelt,
aber
gänzlich
unberührt,
verleihen
sich
die
Verantwortlichen
derweil
gegenseitig
Preise.
Die
immer
27
28
lauter
werdenden
Rufe
nach
Aufarbeitung
ignoriert
man
im
Elfen-
beinturm
der
Wohlstandsverwahrlosung
wie
gehabt
beflissentlich.
Wer
möchte
schon
mit
den
eigenen
Vergehen
konfrontiert
werden,
oder
sich
gar
dafür
verantworten
müssen.
Entlang
dieser
Linie
denkt
wohl
auch
die
SPD-Abgeordnete
Heike
Engelhardt,
die
stellvertretend
für
ihre
Kaste
am
deutlichsten
zum
Ausdruck
brachte,
was
ihresgleichen
unter
Aufarbeitung
versteht,
als
sie
im
Rahmen
einer
Bundestagsdebatte
zum
Thema
»Einsetzung
einer
Enquete-Kommission
Coronavirus«
am
24.
April
2024
ver-
lauten
ließ:
»Worum
es
jetzt
ausdrücklich
nicht
gehen
darf,
ist,
Verantwortliche
zu
suchen«.
Erstaunlich.
Denn
genau
darum
geht
es
mir,
wenn
ich
»Auf-
arbeitung«
fordere.
Nur
wenn
die
Verantwortlichen
identifiziert
sind,
kann
deren
individuelle
Schuld
bewertet
und
angemessen
sanktioniert
werden.
Deshalb
müssen
die
Verantwortlichen
für
ihre
Verbrechen,
Kom-
plizenschaft
oder
Untätigkeit
zur
Rechenschaft
gezogen
werden.
Und
zwar
jetzt.
Denn
die
Prädatorenkaste
arbeitet
fieberhaft
daran,
den
medizinrechtlichen
Rahmen
so
anzupassen,
dass
die
Vergehen
der
Corona-Krise
bei
einer
Neuauflage
des
pandemi-
schen
Hygienefaschismus
keine
mehr
sind.
So
hat
die
amerikani-
sche
Food
and
Drug
Administration
(FDA)
am
21.
Dezember
2023
neue
Richtlinien
veröffentlicht,
die
pharmakologische
Versuche
am
Menschen
ohne
dessen
informierte
Zustimmung
erlauben
—
so
lange
das
Experiment
nur
ein
»geringes
Risiko«
für
das
Testsub-
jekt
darstellt.
Auch
die
Test-
und
Zulassungsverfahren
für
neue
Medikamente
hat
die
FDA
in
dieser
Richtung
angepasst.
Eigentlich
keine
Überraschung.
Denn
bereits
im
Oktober
1962
verabschiedete
der
US-Kongress
ein
Gesetz
(Food,
Drug
and
Cosmetic
Act),
das
besagt,
dass
Wissenschaftler
»die
Zustimmung
der
Menschen
oder
ihrer
Vertreter
einholen,
es
sei
denn,
sie
halten
dies
für
nicht
durchführbar,
oder
nach
ihrem
professionellen
Ermessen
dem
Wohl
dieser
Menschen
zuwider«.
Einen
ähnlichen
Kurs
schlägt
die
Europäische
Union
ein,
die
experimentellen
Substanzen
wie
BioNTechs
Comirnaty
am
10.
Dezember
2022
eine
EU-weite,
auflagenlose,
verlängerbare
Zulassung
für
fünf
Jahre
erteilt,
obwohl
deren
Sicherheit
und
Wirksamkeit
nie
in
klinischen
Studien
belegt
wurde
und
ein
derartiges
Vorgehen
gegen
EU-Regulierung
Nr.
536/2014
ȟber
klinische
Prüfungen
mit
Humanarzneimitteln«
sowie
den
Nürn-
berger
Kodex
verstößt.
Der
Europäische
Gerichtshof
(EuGH)
scheint
dahingehend
keine
Bedenken
zu
haben.
Im
Gegenteil.
Wie
man
der
am
29.
April
2024
publizierten
Presseerklärung
einer
Juristin,
die
Kläger
wegen
branchenspezifischer
Impfpflichten
vor
dem
EuGH
vertritt,
entnehmen
kann,
goutiert
das
höchste
europäische
Gericht
solch
totalitäre
Anwandlungen
und
bereitet
damit
den
Weg
für
Impfpflichten
und
Zwangsimpfungen.
»In
Randnummer
47
seiner
Entscheidung
legt
das
Gericht
eine
absolut
inakzeptable
und
erschreckend
totalitäre
Haltung
an
den
Tag.
Das
Gericht
behauptet,
dass
die
Behörden
der
Mitgliedstaaten
völlig
im
Ermessen
entscheiden
können,
ob
es
angemessen
ist,
Ärzten
die
Verwendung
von
Comirnaty
oder
Spikevax
aufzuerlegen,
gege-
benenfalls
auch
durch
Zwangsmaßnahmen.«
Das
klingt
verdächtig
nach
einem
Freibrief
für
Impfpflichten
und
die
Abschaffung
des
Rechtes
auf
körperliche
Unversehrtheit.
Dergestalt
Übergriffigkeiten
rechtfertigen
jegliche
Form
von
friedlichem
Widerstand.
Und
der
nimmt
weltweit
Gestalt
an.
Selbst
in
Japan,
einem
Land,
wo
Bürgerproteste
eine
absolute
Ausnahmeerscheinung
sind,
wehrt
man
sich
zwischenzeitlich
gegen
den
von
UN,
WHO
et
al.
propagierten,
supranationalen
Phar-
mafaschismus.
Am
21.
April
2024
vermeldete
The
People’s
Voice,
29
30
das
Land
habe
aufgrund
der
explosiven
Zunahme
von
mRNA-
bedingten
Krebserkrankungen
den
nationalen
Notstand
deklariert.
Bereits
eine
Woche
zuvor
machten
Meldungen
über
massive
Demonstrationen
und
Straßenproteste
die
Runde.
US-Medienout-
lets
wie
Gateway
Pundit,
Infowars
oder
Vigilant
News
Network
veröffentlichten
Videoaufnahmen
aus
Japan
und
sprachen
von
mehreren
zehntausend
Teilnehmern.
Auch
der
angesehenste
Onkologe
des
Landes,
Professor
Masanori
Fukushima,
meldete
sich
diesbezüglich
zu
Wort.
Im
Rahmen
eines
eindringlichen
Video-Statements
verurteilte
er
die
mRNA-Injektionen
als
»böse
Praktiken
der
Wissenschaft«
und
bringt
diese
in
Zusammenhang
mit
der
massiven
Zunahme
von
Krebsfällen
und
Turbo-Krebs,
der
bei
den
meisten
Patienten
schon
Stufe
vier
erreicht,
bevor
man
ihn
diagnostiziert.
Fukushima
nennt
es
»Mord«.
Ins
gleiche
Horn
stößt
Masayasu
Inoue,
emeritierter
Professor
der
Osaka
City
University
Medical
School.
Im
Rahmen
einer
knapp
achtminütigen
Ansprache
führt
er
Anfang
April
2024
aus,
dass
»die
Pandemie
von
der
WHO
als
falscher
Vorwand
benutzt
wurde,
um
die
Impfung
aller
Völker
der
Welt
voranzutreiben«.
Darüber
hinaus
erklärt
er,
dass
»die
Anwendung
experimenteller
Gentherapie
bei
gesunden
Menschen
nicht
nur
eine
extreme
Verletzung
der
Menschenrechte
darstelle,
sondern
im
Ergebnis
die
schlimmsten
medizinischen
Nebenwirkungen
in
der
Menschheitsgeschichte
ausgelöst«
habe.
Es
ist
augenscheinlich
höchste
Zeit,
die
Samthandschuhe
aus-
zuziehen.
Dem
skrupellosen
Treiben
der
involvierten
Pharma-
konzerne,
ihrer
Handlanger
auf
der
politischen
Bühne
und
der
Systemadvokaten
in
den
Redaktionen
der
Massenmedien
muss
ein
Riegel
vorgeschoben
werden.
Von
Justitia
ist
dahingehend
derzeit
wenig
Hilfe
zu
erwarten.
Zumindest,
so
lange
nicht
mehr
Menschen
aktiv
werden
und
Anzeige
erstatten.
Gegen
Hersteller,
Hausärzte,
Krankenschwestern,
Beamte,
Gesundheitsämter,
Vorge-
setzte,
Betreiber
von
Impfzentren,
gegen
Minister,
Bürgermeister,
Landräte
und
sonstige
Agitatoren.
Gegen
einzelne
Akteure,
die
persönlich
in
Haftung
zu
nehmen
sind.
Denn
es
sind
Menschen
wie
du
und
ich.
Sie
haben
Verantwortung
für
ihre
Taten
zu
über-
nehmen.
Jeder,
der
diese
irrationale,
inhumane
Agenda,
dieses
mutmaßliche
Kapitalverbrechen
direkt
oder
indirekt
unterstützt
hat,
muss
sich
die
Frage
gefallen
lassen,
inwieweit
sein
Handeln
während
der
Krise
justiziabel
ist.
Und
zwar
bevor
Gras
über
die
Sache
gewachsen
ist
oder
die
nächste
Krise
es
verhindert.
Doch
wo
kein
Kläger,
da
kein
Richter.
Zehn
Strafanzeigen
mögen
noch
keinen
Handlungsdruck
im
System
erzeugen.
Zehn
oder
zwanzig
Millionen
dagegen
schon.
Das
gilt
gleichermaßen
für
Demonstrationen,
Streiks
oder
Boykott-Aktionen.
Gerade
als
Opfer
des
Corona-Regimes,
ob
wegen
eines
Impfschadens
oder
ökonomischer
Folgen,
sollte
man
nicht
klein
beigeben.
Es
mag
ein
schwerer
Schritt
sein,
sich
eingestehen
zu
müssen,
dass
man
belogen,
betrogen,
ausgenutzt
und
geschädigt
wurde.
Es
ist
nicht
einfach,
sich
aufzuraffen,
Gesicht
zu
zeigen
und
gegen
den
Strom
zu
schwimmen.
Noch
schwerer
wird
es
allerdings
sein,
die
persönlichen,
sozialen,
politischen
und
wirtschaftlichen
Langzeiteffekte
dieses
Betruges
im
Wissen
ertragen
zu
müssen,
geschwiegen
zu
haben.
Demokratie
lebt
seit
jeher
—
und
bis
zu
ihrem
bitteren
Ende
—
vom
Mut
und
Engagement
des
Einzelnen.
Noch
kann
sie
reanimiert
werden.
Auch
wenn
ihr
Grab
schon
ausgehoben
ist.
Montagnola,
am
01.
Mai
2024
|
wa
M
N
Mm
Leuchtturm
der
Autonomie
»Hast
Du
keine
Feinde,
dann
hast
Du
keinen
Charakter.«
(Paul
Newman)
Ein
kurzer
Textbeitrag
zum
Thema
Neutralität,
den
ich
zu
Beginn
des
Jahres
2024
für
die
Print-Ausgabe
#176
des
Schweizer
Magazins
»Zeitpunkt«
verfasst
habe.
»Jeder
Zentralismus
beschleunigt
die
Spaltung
und
die
Trennung«,
so
der
Schweizer
Lebenskünstler
Alfred
Selacher.
Eine
korrekte
Einordnung,
wie
uns
nicht
nur
die
Geschichte,
oder
der
nörd-
liche
Nachbar,
sondern
vor
allem
die
bürokratische
Monstrosität
namens
Europäische
Union
immer
wieder
eindrücklich
vor
Augen
führt.
Je
mehr
Kompetenzen
das
korrupte
Konglomerat
in
Brüssel
an
sich
reißt,
desto
weiter
driften
die
Mitgliedsstaaten
auseinander.
Je
machttrunkener
das
gesichtslose
Imperium
des
Souveränität
absorbierenden
Verordnungsverbunds
sich
gebärdet,
desto
weniger
Rückhalt
hat
es
in
der
Bevölkerung.
Aus
gutem
Grund.
War
Zentralismus
bisher
doch
stets
die
Vorstufe
zum
Totalitarismus.
Auch
die
EU
ist
kein
altruistischer
Pakt
der
Völkerverständigung,
sondern
zuvorderst
ein
finanzpolitisches
Projekt.
Eine
Währungsunion.
Ein
Machtblock,
der
auf
amorali-
sche
Allmachtsphantasien
des
»angloamerikanischen
Establish-
ments«,
der
Nachgeburt
des
britischen
»Empire«,
zurückzuführen
ist.
Man
muss
nur
die
Biografien
von
Cecil
Rhodes,
Alfred
Milner,
Edward
Grey,
»Colonel«
Mandell
House,
Alfred
Eckhardt
Zimmern,
Francis
Galton,
et
al.
studieren,
um
zu
erkennen,
wes
Geistes
Kinde
die
geostrategische
Blockbildung
dieser
Tage
ist.
Ob
EU,
UN,
NATO,
IWF
oder
BRICS
—
keine
dieser
Allianzen
agiert
auch
nur
im
Entferntesten
im
Interesse
des
einfachen
Bürgers.
Diese
Bündnisse
sind
nichts
anderes
als
Machtvehikel
zur
Durchsetzung
von
Partikularinteressen.
Selbst
wenn
man
entgegen
aller
Indizien
und
Belege
unterstellt,
dass
die
Initiatoren
international
reglementierender
Institutionen
hehre
Ziele
verfolgten,
dass
sie
tatsächlich
nur
den
Weltfrieden
im
Sinn
hatten,
muss
man
konstatieren,
dass
sie
gescheitert
sind.
Frieden
gibt
und
gab
es
nicht.
Und
die
EU
ist
beileibe
keine
Erfolgsgeschichte.
Im
Gegenteil.
Der
im
Ausbau
befindliche
Staatenbund
kann
getrost
als
Paradebeispiel
für
Korporatismus
herangezogen
werden
-
für
die
unheilige
Fusion
von
Staat
und
Konzernwirtschaft.
»Die
perfekte
Form
des
Faschismus«,
nannte
Benito
Mussolini
dieses
Herrschaftsmodell,
das
der
Idee
von
Demokratie
natürlich
diametral
entgegensteht.
Selbst
der
Euro
als
vermeintlich
verbindende
Einheitswährung
darf
zweifelsohne
als
monetäres
Fiasko
bezeichnet
werden.
Zumindest
aus
Perspektive
taxonomisch
geknechteter
Normalverdiener.
Gegenüber
dem
Schweizer
Franken
kennt
der
Kurs
des
Zahlungsmittels
seit
seiner
Einführung
nämlich
nur
eine
Richtung:
abwärts.
Aufwärts
—
ans
obere
Ende
der
fiskalischen
Hackordnung
—
bewegen
sich
in
der
Folge
lediglich
die
schwindenden
Eigenmittel
der
Steuerzahler.
Das
erkennt
nicht
nur
das
Schweizer
Stimmvolk,
das
eine
Annähe-
rung
an
die
EU
bereits
zwei
Mal
an
der
Urne
verhinderte.
Auch
in
den
Mitgliedsstaaten
gärt
es.
Nicht
zuletzt,
weil
der
europäische
Blockbaukasten
zusehends
an
eine
totalitäre
Technokratie
nach
orwellschem
Vorbild
erinnert.
Erosion
demokratischer
Prozesse,
33
34
Kriegstreiberei,
Zensur
unliebsamer
Informationen
und
wirtschaft-
licher
Niedergang
—
»kreative
Zerstörung«,
nannte
Kissinger-Protege
und
WEF-Gründer
Klaus
Schwab
diese
vorsätzliche
Dekonstruktion
unseres
Habitats.
Mit
logischem
Denkvermögen
gesegneten
Zeit-
genossen
mag
sich
partout
nicht
erschließen,
wie
eine
Annäherung
an
die
EU,
oder
die
Delegation
von
Autonomie
an
überstaatliche
Institutionen
für
Bundesbern
attraktiv
erscheinen
könnte.
Denn
zensorische
Übergriffigkeiten
wie
der
»Digital
Services
Act«
(DSA)
dürften
nur
ein
lauer
Vorgeschmack
dessen
sein,
was
der
aus
Brüssel
und
New
York
koordinierte
Überwachungskapitalismus
der
Green
Economy
für
die
kommenden
Jahre
in
petto
hat.
Daher
dürfte
sich
auch
die
Renitenz
gegenüber
dieser
büro-
kratischen
Machtergreifung
zeitnah
intensivieren.
»Erst
ist
es
ein
Polizeistaat,
dann
kommen
die
Aufstände«,
prophezeite
US-Mil-
liardär
Nick
Hanauer
vor
gut
zehn
Jahren
in
einem
offenen
Brief
an
seine
wohlhabenden
Freunde
der
»Superclass«
(D.
Rothkopf,
2008).
Der
Widerstand
gegen
das
inhumane
Corona-Regime
oder
die
Bauernaufstände,
die
nach
den
Niederlanden
und
Frank-
reich
nun
auch
Deutschland
erreicht
haben,
geben
dahingehend
einen
Vorgeschmack.
Nein,
die
EU
ist
wirklich
kein
Erfolgsmodell.
Das
gilt
gleichermaßen
für
die
Vereinten
Nationen
(UN),
die
Weltgesundheitsorganisation
(WHO)
oder
den
Internationalen
Währungsfonds
(IWF).
Denn
das
Wohl
des
einfachen
Bürgers
steht
bei
keiner
dieser
supra-
nationalen
Organisationen
im
Mittelpunkt
des
Interesses.
Wo
auch
immer
diese
Institutionen
sich
involvieren,
verschlimmern
sie
die
Situation.
Das
Eliten-Projekt
»oktroyierte
Globalisierung«
ist
gescheitert.
Denn
mit
Demokratie,
Menschenrechten,
Prosperität
oder
Umweltschutz
hat
die
Konsolidierung
von
Macht
und
Geld
in
immer
weniger
Händen
ebenso
wenig
zu
tun
wie
der
Ethikrat
mit
Ethik.
Auch
wenn
die
Zentralismus-Advokaten
der
Parasitärkaste
in
Brüssel,
London,
New
York
oder
Berlin
das
Gegenteil
behaupten
»Der
politische
Totalitarismus
ist
tot.
Es
lebe
der
wirtschaftliche
Totalitarismus!«,
notierte
der
Schweizer
Publizist
Ernst
Rein-
hardt
vor
einigen
Jahren
—
und
beschrieb
damit
vortrefflich
das
herrschende
System
der
Public
Private
Partnerships,
das
einstmals
souveräne
Nationalstaaten
von
innen
heraus
auffrisst
wie
ein
bösartiger
Tumor.
Bis
nichts
mehr
von
ihnen
übrig
bleibt.
Aus
diesem
Grund
sollten
die
vorgängig
genannten
Organisationen
aufgelöst,
oder
zumindest
verlassen
werden.
Es
sind
intrans-
parente,
finanziell
korrumpierte
Herrschaftskonstrukte
eines
postmodernen
Neofeudalismus.
Wir
brauchen
weder
die
EU
noch
die
UN
oder
BRICS.
Geschweige
denn
ein
Angriffsbündnis
wie
die
NATO.
Ersetzt
werden
sollten
diese
demokratisch
nicht
legitimierten
Regierungssurrogate
durch
grenzübergreifende
Kollaboration
auf
Augenhöhe.
Durch
einen
echten
Völkerbund.
Einen
Zusammenschluss
»von
unten«.
Denn
wenn
etwas
eine
funktionierende
Demokratie
charakterisiert,
ist
es
das
Subsidiari-
tätsprinzip
—
Willensbildung
ausgehend
von
der
kleinsten
Einheit
einer
Gemeinschaft:
»Der
souveränen
Autonomie
des
Individuums«
(F.
Nietzsche,
1892).
Ein
Prinzip,
das
in
der
Schweiz
als
einsamer
Insel
direkter
Demokratie
im
Gegensatz
zum
Rest
der
Welt
noch
in
gewissem
Maße
greift.
Wo
das
Wohl
des
Kollektivs
über
die
Rechte
des
Einzelnen
gestellt
werden,
ist
Tyrannei
nicht
mehr
fern.
Mit
entsprechender
Skepsis
sollte
man
nicht
nur
hierzulande
der
»regelbasierten
internationalen
Ordnung«
begegnen,
von
der
zeitgeistig
flexible
Spitzenpolitiker
so
gerne
sprechen.
Denn
in
dieser
neuen
Normalität
einer
vierten
industriellen
Revolution
zählt
ein
Menschenleben
nicht
mehr
viel.
Nicht
umsonst
steht
derzeit
primär
der
Agrarsektor
unter
Druck.
»Die
Kriegsgefahr
ist
am
größten,
wenn
eine
Ideologie
von
gestern
über
eine
Technik
von
morgen
verfügt«,
mahnte
der
bereits
zuvor
zitierte
Ernst
35
36
Reinhardt.
Und
kaum
eine
Ideologie
dürfte
mehr
Gefahren
für
den
Fortbestand
unserer
Spezies
bergen
als
die
autoaggressive
Nachhaltigkeitsökonomie
grünbrauner
Endzeit-Apologeten.
Denn
im
Kern
basiert
die
transhumanistische
Biosicherheitsdoktrin
des
Coronozän
auf
Konzepten
der
Eugenik.
Auf
der
progressiven
Hybris,
Evolution
steuern
zu
können.
Zum
Wohle
des
Kollektivs.
Verantwortung
für
einen
freiheitlich-eigenverantwortlichen
Lebensentwurf
übernehmen
zu
müssen,
scheint
eine
veritable
Anzahl
von
Menschen
zu
ängstigen.
Niederschlag
findet
diese
Furcht
vornehmlich
in
blindem
Etatismus.
In
Verehrung
eines
infantilisierend-paternalistischen
Staatsapparates.
Und
in
der
irrigen
Annahme,
Zentralismus,
Technokratie
und
Transhuma-
nismus
stünden
für
Fortschritt,
anstatt
Selbstaufgabe.
In
Anbetracht
der
rundum
dystopischen
Dynamik
der
neuen
Normalität
sind
Errungenschaften
wie
die
föderale
Struktur,
das
Milizsystem
und
die
seit
1815
praktizierte
Neutralität
der
Schweiz
geradezu
ein
Segen.
Ein
Bollwerk
gegen
zentralistische
Zerwürfnisse
der
Zeit.
Gut
175
Jahre
Frieden,
eine
reüssierende
Wirtschaft
und
eine
stabile
Währung
sprechen
für
sich.
Das
Land
tat
während
der
zurückliegenden
einhundert
Jahre
offenbar
gut
daran,
seinen
eigenen
Weg
zu
gehen.
Dennoch
trat
auch
die
Eidgenossenschaft
im
Jahr
2002
den
Ver-
einten
Nationen
bei
und
unterwirft
sich
seither
zusehends
dem
Diktat
supranationaler,
antidemokratischer
Organisationen.
Selbst
die
für
die
direkte
Demokratie
charakteristische
Föderalstruktur
erodiert.
Man
folgt,
trotz
dem
in
Art.
3
der
Bundesverfassung
verbrieften
»System
der
Nichtzentralisierung«,
dem
vermeintlich
effizienzsteigernden
Trend
zur
Zentralisierung.
So
gab
es
1980
im
Tessin
zum
Beispiel
noch
247
Gemeinden.
Inzwischen
ist
die
Zahl
auf
106
gesunken.
Und
wenn
die
für
2024
geplanten
Fusionen
abgeschlossen
sind,
werden
es
nur
noch
100
sein.
Ein
Minus
von
147
Gemeinden
in
45
Jahren.
In
den
anderen
Kantonen
sieht
es
ähnlich
aus.
Von
2.899
Gemeinden
im
Jahr
2000
sind
am
1.
Januar
2024
noch
2.131
übrig.
Das
entspricht
einer
Reduktion
von
768
Ge-
meinden
in
24
Jahren.
In
Summe
durchaus
besorgniserregende
Entwicklungen
bezüglich
des
Fortbestands
der
Eidgenossen-
schaft
in
ihrer
bisherigen
Form.
Dabei
sind
Dezentralität
und
eine
politisch-isolationistische
Haltung
keineswegs
falsch.
Auch
wenn
diese
Attribute
in
der
leitmedialen
Darstellung
des
In-
und
Auslands
praktisch
durchweg
negativ
konnotiert
werden.
Nicht
von
ungefähr
sind
oft
gerade
jene
Länder,
die
sich
eine
gewisse
Autonomie
bewahrt
haben,
am
erfolgreichsten.
Ein
Blick
in
die
Geschichte
der
Vereinigten
Staaten
genügt,
um
zu
erkennen,
dass
Bündnisdenken
und
Verteidigungsallianzen
den
Bewohnern
eines
Landes
selten
zum
Vorteil
gereichten.
Bis
zum
Eintritt
in
den
Ersten
Weltkrieg
am
6.
April
1917
war
das
Land
international
unauffällig.
Frönte
einem
ausgeprägten
Isolatio-
nismus.
Mit
dem
Ende
des
Krieges
am
11.
November
1918
änderte
sich
das.
Das
blutigste
Jahrhundert
der
Zivilisationsgeschichte
begann.
Die
»Pax
Americana«
steht
seither
für
weltpolitische
Dominanz
um
jeden
Preis.
Für
eine
»Neue
Weltordnung«,
wie
schon
Woodrow
Wilson
es
nannte,
die
sich
durch
einen
absolutistischen
Anspruch
auf
Deutungshoheit
auszeichnet.
Geltend
gemacht
wird
dieser
Anspruch
mit
martialischen
Methoden.
Und
mittels
intransparent
operierender
supranationaler
Institutionen,
deren
Einfluss
seit
Ende
des
Zweiten
Weltkriegs
kontinuierlich
wächst.
»Wir
beschließen
etwas,
stellen
das
dann
in
den
Raum
und
warten
einige
Zeit
ab,
was
passiert.
Wenn
es
dann
kein
großes
Geschrei
gibt
und
keine
Aufstände,
weil
die
meisten
gar
nicht
begreifen,
was
da
beschlossen
wurde,
dann
machen
wir
weiter
-
Schritt
für
Schritt,
bis
es
kein
Zurück
mehr
gibt.«
(Jean-Claude
Juncker,
SPIEGEL,
27.
12.
1999)
37
38
Wo
auch
immer
die
US-dominierte
Demokratiesimulation
des
Wertewestens
auftrat,
hinterließ
sie
verbrannte
Erde.
Südamerika,
Asien,
Afrika,
die
arabische
Welt
—
überall
zwang
man
Menschen
eine
als
Werteverteidigung
vermarktete
Gewaltherrschaft
auf.
Und
war
der
Gegner
durch
rücksichtsloses
Abwerfen
von
Demo-
kratie
nicht
in
die
Knie
zu
zwingen,
assimilierte
ihn
die
»Global
Governance«
mittels
finanzpolitischer
Rochaden
und
Knebelver-
trägen.
Welch
mafiöse
Methoden
dabei
zur
Anwendung
kommen,
erklärt
das
autobiographische
Buch
»Confessions
of
an
Economic
Hit
Man«
von
John
Perkins
aus
dem
Jahr
2004.
Länder
müssen
nicht
mehr
erobert
oder
besetzt
werden,
um
sie
zu
beherrschen.
Kreditwucher,
Plattform-Monopolismus,
Technokratie
und
Netto-
Null-Okonomie
sind
ebenso
zerstörerisch
wie
Flächenbombarde-
ments.
Allerdings
halten
die
erzielten
Effekte
länger
vor.
So
setzt
sich
der
Eroberungsfeldzug
des
angloamerikanischen
Establishments
bis
heute
ungehindert
fort.
Mit
der
Bildung
von
Macht-
und
Währungsblöcken.
Und
wer
sich
ein
wenig
mit
der
Vergangenheit
beschäftigt,
erkennt
rasch,
dass
das
Empire
nie
aufhörte
zu
existieren.
Siehe
»Commonwealth«.
Es
lässt
nur
seine
Drecksarbeit
seit
1918
von
jemand
anderem
erledigen.
Befreiungskriege,
humanitäre
Einsätze,
Interventionen
zur
Frie-
denssicherung:
in
der
Regel
nichts
weiter
als
euphemistische
Verklärungen
für
Neoimperialismus.
Neutralität
ist
das
exakte
Gegenteil
davon.
Auch
wenn
selbst
hiesige
Propaganda-Postillen
das
tradierte
Konzept
als
Ana-
chronismus
darstellen.
Gerade
in
Zeiten
ökonomischer
Krisen
und
schwelender
Konflikte
ist
es
ratsam,
sich
nicht
mit
Mächten
gemein
zu
machen,
die
im
Rahmen
ihres
letzten,
blutrünstigen
Aufbäumens
gewillt
sind,
den
Rest
der
Welt
mit
in
den
Abgrund
zu
reißen.
Sich
neutral
zu
verhalten,
bedeutet
für
einen
Staat,
höhere
Maßstäbe
ans
eigene
Handeln
anzulegen
als
jene
Regierungen,
die
aufgrund
niederer
Beweggründe
Gewalt
als
probates
Mittel
zur
Durchsetzung
der
eigenen
Agenda
erachten.
Anstatt
nur
die
eigenen
Grenzen,
die
eigene
Bevölkerung
und
den
eigenen
Besitz
zu
verteidigen,
setzt
sich
ein
neutrales
Land
auf
dem
internatio-
nalen
Parkett
für
übergeordnete
Werte
ein.
Für
Frieden,
Freiheit
und
allgemeine
Menschenrechte.
Der
US-Stellvertreterkrieg
gegen
Russland
und
der
zionistische
Genozid
im
Freiluftgefängnis
von
Gaza
bieten
ausreichend
Chancen
für
die
Schweiz,
diese
Rolle
einzunehmen.
Neutralität
charakterisiert
ein
Land
nicht
als
rückständig
oder
illoyal
gegenüber
Partnerstaaten,
sondern
als
transparent,
selbstbewusst
und
zuverlässig.
Eine
isolationistische,
oder
eigenbrötlerische,
unparteiische
Entität
ist
auch
nicht
per
se
Globalisierungsgegner,
wie
das
Medienecho
allenthalben
glauben
machen
möchte.
Au
contraire
—
als
viersprachiger,
international
vernetzter
Finanzplatz,
als
weltoffenes
Einwanderungsland
mit
einem
Ausländeranteil
von
über
zwanzig
Prozent
ist
die
Schweiz
ein
Schmelztiegel
der
Kulturen.
Daher
sollte
sie
als
neutraler
Mediator
selbstbewusst
auftreten,
Krisensituationen
holistisch
und
ergebnisoffen
analysieren,
sich
mit
allen
Beteiligten
verstän-
digen
und
so
helfen,
einen
für
alle
Seiten
tragbaren,
friedlichen
Kompromiss
zu
finden.
Denn
über
den
eigenen
Interessen,
oder
der
Agenda
der
Konfliktparteien,
stehen
unverrückbare
Werte
und
ein
humanistisch
geprägtes
Menschenbild
—
und
genau
das
gilt
es
in
Zeiten
überstaatlicher
Übergriffigkeit
zu
verteidigen.
»Das
wirklich
beängstigende
am
Totalitarismus
ist
nicht,
dass
er
Massaker
begeht,
sondern,
dass
er
das
Konzept
der
objektiven
Wahrheit
angreift«,
stellte
George
Orwell
einst
heraus.
39
0
<r
Derartige
Angriffe
erleben
wir
mittlerweile
taglich.
Das
Post-
faktum
des
Medienzeitalters
devalviert
auch
die
wichtigsten
Er-
rungenschaften
unserer
Spezies,
wenn
die
Durchsetzung
offiziell
goutierter
Narrative
es
erforderlich
macht.
Dabei
ist
die
objektive
Wahrheit
nicht
von
der
Hand
zu
weisen:
Fast
zweihundert
Jahre
Neutralität
—
und
damit
Frieden,
Freiheit
und
Wohlstand
—
waren
fiir
die
Schweiz
der
richtige
Weg.
Ein
Weg,
der
das
Land
ungleich
besser
durch
die
Turbulenzen
und
Disruptionen
der
Zeit
geführt
hat
als
die
meisten
anderen.
Demzufolge
sollte
dieser
Kurs
beibehalten
werden.
Dieser
Leucht-
turm
der
Autonomie,
die
Ufer
dieser
letzten
basisdemokratischen
Insel,
mussen
vor
der
Flut
manipulativer
Nudging-Elaborate,
vor
Zentralismus
und
neoimperialistischen
Umtrieben
geschiitzt
und
gegen
Einflussnahme
jeder
Form
verteidigt
werden.
Denn
die
Vergangenheit
zeigt,
dass
eine
neutrale
Position
gerade
jetzt
das
beste
Rustzeug
fiir
eine
potenziell
dystopische
Zukunft
ist.
Montagnola,
am
14.
Januar
2024
Die
sechste
Dimension
»Die
Gedanken
sind
frei«
-
im
Mediazän
ist
diese
hehre
Vor-
stellung
leider
ein
Axiom.
Propaganda
und
Narrative
bestimmen
unser
Denken.
Dabei
sind
solch
externe
Einflüsse
längst
nicht
mehr
die
primäre
Bedrohung
für
unseren
Geist.
Denn
die
vierte
industrielle
Revolution
führt
nun
mit
Neuro-
und
Nanotechno-
logie
invasivere
Werkzeuge
ins
Feld,
um
sich
mittels
kognitiver
Kriegsführung
unseres
Denkens
zu
bemächtigen.
Es
ist
die
finale
Schlacht
um
das
Gehirn.
Um
die
Spezies
Mensch.
Den
ersten
Schuss
des
Tages
feuern
die
meisten
Vertreter
unserer
Spezies
kurz
nach
dem
Aufstehen
ab.
On.
Mit
dem
gedankenlosen
Druck
auf
einen
Button
ihres
Smartphones.
Sobald
die
Netz-
verbindung
steht,
befinden
sie
sich
im
Krieg.
Ohne
sich
dessen
gewahr
zu
sein.
Kurioserweise
ist
der
unbedarfte
Dopamin-Junkie
in
diesem
Moment
sowohl
Täter
als
auch
Opfer.
Denn
besagter
Schuss
ist
nicht
gegen
einen
Eindringling
oder
Kombattanten
auf
dem
Schlachtfeld
gerichtet,
sondern
gegen
das
eigene
Gehirn.
Denn
der
omnipräsente
Taschenspion
ist
mitnichten
nur
ein
praktisches
Werkzeug,
sondern
in
erster
Linie
eine
vom
militä-
risch-industriellen
Komplex
entwickelte
Waffe.
Die
»News«,
die
über
sein
Display
auf
uns
einprügeln,
sind
ein
soziales
Konstrukt.
Soziale
Medien
Beschäftigungstherapie.
Ein
Werkzeug
der
Ver-
haltensökonomie.
Einer
Isolationswirtschaft.
Dominiert
von
transgenerationalen
Konzern-,
Finanz-
und
Agentur-Kartellen.
Die
belanglosen
Nachrichten,
Social
Media-Feeds
und
Buzzword-
Blasen
der
durchs
Dorf
getriebenen
Schweine
haben
praktisch
|
an
4
42
keine
Relevanz
für
unser
persönliches
Leben
—
aber
ungeheuren
Einfluss
auf
unseren
Alltag.
Unser
Zeitmanagement.
Unser
Denken.
Auf
unser
gesamtes
Verständnis
von
Realität.
Selbiges
beruht
auf
der
Verinnerlichung
von
Narrativen.
Auf
Geschichten.
Aus
diesem
Grunde
war
das
obere
Ende
der
ge-
sellschaftlichen
Hackordnung
seit
jeher
bemüht,
missliebige
Information
zu
ächten.
Schon
König
Karl
II.
(1630-1685)
war
als
Tyrann
auf
Englands
Thron
darauf
bedacht
»False
News«
zu
unter-
binden.
Per
royaler
Deklaration
verbot
er
den
Kolonien
jenseits
des
großen
Teiches
1672,
Kritik
an
seiner
Majestät,
dem
Staat,
der
Regierung
oder
ihren
Vertretern
zu
äußern.
Zunächst
galt
das
Dekret
nur
für
den
öffentlichen
Raum.
Dann
auch
im
Privaten.
Zuwiderhandlungen
waren
mit
empfindlichen
Strafen
belegt.
Zuerst
wurden
diese
nur
kritischen
Rednern
und
Publizisten
auferlegt.
Dann
auch
den
Zuhörern
und
Lesern
—
außer,
diese
meldeten
derart
obrigkeitskritische
»Hassrede«
binnen
24
Stunden.
Parallelen
zu
»Cancel
Culture«
und
Debattenraumbeschneidung
der
Postmoderne
sind
kein
Zufall.
Denn
Geschichte
wiederholt
sich.
Und
Tyrannei
funktioniert
schon
immer
nur
durch
Täu-
schung,
Manipulation
und
Lüge.
Zeitigen
Mittel
wie
»Nudging«
oder
»Softpower«
nicht
mehr
die
gewünschten
Effekte,
kommt
die
Gewalt.
Wird
diese
zu
exzessiv
eingesetzt,
lässt
sich
das
herr-
schende
System
jedoch
nur
noch
schwerlich
als
Pluralismus
oder
Demokratie
vermarkten.
Diese
rote
Linie
wird
das
aktuelle
System
daher
nur
überschreiten,
wenn
es
seine
Existenz
einer
profunden
Bedrohung
ausgesetzt
sieht.
So
verwundert
es
kaum,
dass
es
im
Mediazän
nicht
mehr
nur
der
lange
Arm
des
kapriziösen
Gesetzes
ist,
der
die
Bevölkerung
im
Schwitzkasten
hält,
sondern
primär
die
Aufmerksamkeits-
agitation
der
Herrschaftskaste.
Multimedial
serviert.
Ohne
Sendeschluss.
Im
Austausch
gegen
unser
Geld,
unsere
Daten
—
unser
Leben.
Infolgedessen
verschwenden
wir
weite
Teile
von
dem,
was
wir
abseits
von
Broterwerb
und
Schlaf
als
Freizeit
definieren,
unsere
Energie,
Gedanken
und
Kreativität,
auf
Denk-
und
Handlungsschablonen
von
der
Stange.
Wie
Klone.
Mit
leicht
divergierenden
Interessen
und
Outfits.
Und
auch
das
ist
kein
Zufall,
wie
schon
der
Begründer
der
modernen
Propaganda
vor
knapp
100
Jahren
auf
Seite
eins
seines
Standardwerkes
festhielt:
»Die
bewusste
und
intelligente
Manipulation
der
organi-
sierten
Gewohnheiten
und
Meinungen
der
Massen
ist
ein
wichtiges
Element
der
demokratischen
Gesellschaft.
Diejenigen,
die
diesen
unsichtbaren
Mechanismus
der
Gesellschaft
manipulieren,
bilden
eine
unsichtbare
Regierung,
die
die
wahre
herrschende
Macht
unseres
Landes
ist.
Wir
werden
regiert,
unser
Geist
manipuliert,
unser
Geschmack
geformt,
unsere
Ideen
vorgeschlagen,
größtenteils
von
Männern,
von
denen
wir
noch
nie
gehört
haben.
Dies
ist
eine
logische
Folge
der
Art
und
Weise,
wie
unsere
demokratische
Gesellschaft
organisiert
ist.«
(Bernays,
Propaganda,
1928)
Ob
Joseph
Goebbels,
Fluoridierung
von
Trinkwasser,
Werbung
für
die
Tabakindustrie
oder
der
US-geführte
Coup
d’Etat
in
Gua-
temala
—
Bernays
inspirierte
Despoten
aller
Art.
Seine
auf
Lügen
basierenden
Kommunikationsprozesse
zur
»Kristallisierung
öffentlicher
Meinung«
erfüllten
und
erfüllen
ihren
Zweck
für
jedwede
Form
der
Lüge.
Bis
heute.
Und
stets
getreu
dem
Motto
ihres
Erfinders:
»Du
lügst
nicht
wirklich,
wenn
die
Lügen,
die
du
erzählst,
gegen
andere
Lügen
ins
Feld
geführt
werden«.
Nachrichten
werden
geschaffen,
damit
wir
uns
nach
ihnen
richten.
Sie
sind,
begleitet
von
Werbung
und
Nonsens-Multiplikatoren
wie
m
<r
44
Social
Media,
das
primäre
Herrschaftsinstrument
gewaltloser
Kontrolle.
Sie
sichern
Deutungsdominanz.
Meinungshegemonie.
Gute
PR
macht
Tyrannen
zu
Demokraten,
Gift
zu
Nahrungsmitteln
und
ein
mittelschweres
Infektionsgeschehen
zur
Jahrhundert-
pandemie.
Sie
manipuliert
Massen,
bereitet
Volker
auf
Kriege
vor,
präsentiert
militärische
Interventionen,
Geheimdienstkampagnen
und
Völkermord
als
Verteidigung
westlicher
Werte
und
Neo-
imperialismus
als
Entwicklungshilfe.
Nachdem
der
Begriff
Propaganda
durch
all
die
damit
assoziierten
Graueltaten
negativ
konnotiert
war,
bot
Bernays
seine
Dienste
später
unter
dem
neuen
Label
»Public
Relations«
feil.
Offentlich-
keitsarbeit.
Und
genau
davon
werden
wir
regiert.
Von
Marketing,
Nudging,
Social
Engineering,
Zensur,
Influencern,
Algorithmen,
Filterblasen
und
manipulativer
Kommunikation
—
so
kontrol-
liert
das
herrschende
System
das
Denken
einer
proportional
zur
Nachrichtenmenge
irritierten
Verfiigungsmasse
von
Hu-
mankapital.
Es
ist
ein
Krieg
gegen
das
freie
Denken.
Gegen
den
freien
Willen.
Das
von
Detonationskratern
übersäte
Schlachtfeld
ist
das
Gehirn.
Nicht
umsonst
hat
die
NATO
das
Zerebrum
des
Homo
demens
unlängst
offiziell
zur
sechsten
Dimension
der
Kriegsführung
erklärt.
Ging
es
Konfliktparteien
in
konventionellen
Kriegen
bislang
um
Siege
zu
Wasser,
zu
Land,
in
der
Luft
oder
im
All,
war
es
seit
Anbruch
des
21.
Jahrhunderts
vor
allem
der
Cyber-
space,
die
fünfte
Dimension
der
Kriegsführung,
die
für
den
mi-
litärisch-industriellen
Komplex
im
Fokus
stand.
Ein
Dokument
des
US-Verteidigungsministeriums
vom
Juli
2011
beschreibt
die
diesbezüglichen
Strategien
auf
nationaler
wie
internationaler
Ebene.
Ein
70
Seiten
umfassendes
Papier
der
»Joint
Chiefs
of
Staff«
von
US-Marine,
-Luftwaffe,
-Armee,
-Küstenwache
und
-Marine
Corps
vom
5.
Februar
2013
geht
tiefer
und
bietet
einen
Überblick
zu
Verantwortlichkeiten,
Planungsprozessen,
Interoperabilität
und
multinationalen
Operationsansätzen
zum
Krieg
im
Netz.
Nach
Sichtung
der
vorgängig
verlinkten
Unterlagen
wird
klar:
Das
erklärte
Ziel
des
angloamerikanischen
Imperiums
ist
und
bleibt
auch
im
Cyberspace
»Full
Spectrum
Dominance«
—
die
vollständige,
globale
Kontrolle
über
alle
Einsatzebenen
hinweg.
Ergo,
die
vollständige
Kontrolle
der
öffentlichen
Wahrnehmung.
Der
medial
kuratierten
Retorten-Realität.
Selbst
der
Deutsch-
landfunk
berichtete
bereits
am
7.
Juli
2016
unter
dem
Titel
»Der
Kopf
als
Ziel«
von
den
vermeintlich
neuen
Methoden
hybrider
Kriegsführung
der
NATO.
»Die
neuen
hybriden,
also
vermischten
Konflikte
werden
nicht
mehr
nur
von
Waffenstarke,
sondern
auch
von
Propaganda
und
anderen
sozialen
Techniken
zur
Spaltung
von
Gesellschaften
bestimmt.
«
Neu
sind
allerdings
nicht
die
Methoden
oder
sozialen
Techniken
der
Kriegsführung
—
siehe
Konig
Karl
II.,
Bernays
oder
die
Ent-
stehung
des
ersten
Weltkrieges
—
sondern
die
zum
Einsatz
kom-
menden
Waffen.
Denn
wir
sind
und
bleiben
Primaten.
Aber
wir
haben
neue
Spielzeuge.
Radios
und
TV-Geräte
waren
schneller
und
effektiver
als
Zeitungen,
Laptops
und
Smartphones
eine
Revolution
gegenüber
stationären
Computern.
Wearables
legt
man
derweil
gar
nicht
mehr
ab.
Und
über
Implantate
wie
RFID-Chips
für
digitale
Zahlungen
oder
den
Einsatz
im
Gesundheitswesen
schrieb
The
Atlantic
schon
am
21.
September
2018,
dass
uns
»bald
die
guten
Gründe
ausgehen
würden,
um
nein
zu
sagen«.
Bisher
beschränkte
sich
kognitive
Kriegsführung
auf
externe
Einflussnahme.
Auf
glaubhaftes
Vermitteln
von
Narrativen,
Bedürf-
nissen
und
Feindbildern.
Auf
Faktenchecks
und
Zensurmaßnahmen
LN
<r
46
zur
Bekämpfung
von
vermeintlichen
Falschinformationen.
Ein
de-
zentrales
Wahrheitsministerium
entstand.
Eine
Industrie.
Präsent
in
105
Ländern.
Der
zensorisch-digitale
Komplex.
Eine
orwellsche
Melange
aus
Regierungen,
Medien,
NGOs
und
Tech-Konzernen.
Existierten
in
den
USA
2014
zum
Beispiel
noch
44
Organisationen,
die
sich
der
Verifikation
von
Online-Inhalten
widmeten,
waren
es
2019
bereits
195.
Mittlerweile
dürften
es
doppelt
so
viele
sein.
Siehe
Projekt
»Course
Correct«,
das
2022
von
der
US-Regierung,
genauer
gesagt
dem
»National
Science
Foundation
Convergence
Accelerator«
—
Stichwort
biodigitale
Konvergenz
—
mit
fünf
Millionen
US-Dollar
subventioniert
wurde,
um
einen
digitalen
»Werkzeugkasten«
fur
Nachrichtenagenturen
und
Redaktionen
zu
entwickeln.
Damit
soll
diesen
die
Identifikation
und
Eliminierung
missliebiger
Information
erleichtert
werden.
In
Zeiten
künstlicher
Intelligenz
braucht
es
nicht
viel
Fantasie,
um
sich
vorstellen
zu
können,
was
das
für
den
durch
überbordende
Political
Correctness
nahezu
verkümmerten
Meinungspluralismus
bedeutet.
Die
Methodik
für
die
Anwendung
des
Werkzeugkas-
tens,
pseudo-cool
»R.E.A.C.T.«
betitelt,
liest
sich
jedenfalls
wie
die
tradierten,
Despotismus
verheißenden
Propaganda-Direktiven
aller
totalitären
Staaten.
»Wiederholen
der
Fakten,
damit
diese
im
Gedächtnis
bleiben.
Alternative
Erklärungen
bieten.
Falsche
Wahr-
nehmungen
im
Gedächtnis
der
Zielperson
ersetzen.
Kredibile
Experten
zitieren«
und
»schnell
reagieren,
um
die
Ausbreitung
von
Fake
News
zu
unterbinden«.
Das
System
ist
sichtlich
bemüht,
vor
die
Welle
der
Erkenntnis
zu
kommen.
Welche
Formen
die
Public-Relations-Attacke
auf
den
menschlichen
Intellekt
mittlerweile
angenommen
hat,
und
wie
diese
Raum
greift,
beschrieb
der
Propaganda-Forscher
Jonas
Tögel
in
seinem
2023
erschienenen
Buch
»Kognitive
Kriegsfüh-
rung
—
Neueste
Manipulationstechniken
als
Waffengattung
der
NATO«.
Auf
251
Seiten
seziert
Tögel
die
Geschichte,
Methodik
und
Einsatzmöglichkeiten
moderner
Propaganda.
In
verschiedenen
Interviews,
zum
Beispiel
mit
dem
Overton
Magazin
oder
den
Deutschen
Wirtschaftsnachrichten
(DWN),
beschreibt
der
Autor,
wie
sich
das
transatlantische
Kriegsbündnis
mit
immer
perfideren
Praktiken
psychologischer
Kriegsführung
anschickt,
die
Schlacht
um
das
Gehirn
für
sich
zu
entscheiden.
Ein
Großteil
der
in
Tögels
Buch
behandelten
Historie
dürfte
für
informierte
Zeitgenossen
nicht
wirklich
neu
sein.
Nichtsdesto-
trotz
lohnt
es
sich,
einen
Blick
auf
die
Details,
Vorgänge
und
vor
allem
Originaldokumente
des
wertwestlichen
Militärkom-
plexes
zu
werfen.
Denn
wer
davon
ausgeht,
die
NATO
bestünde,
um
die
europäische
Bevölkerung
vor
externen
Bedrohungen
zu
schützen,
irrt.
Die
NATO
ist
die
Bedrohung.
Siehe
Tögels
Antwort
auf
die
Frage
der
DWN
nach
der
Zielgruppe
kogni-
tiver
Kriegsführung:
»In
vielen
Ländern
ist
es
dem
Militär
und
der
Regierung
verboten,
die
eigene
Bevölkerung
mit
Propaganda
direkt
zu
beeinflussen.
Ein
Militärbündnis
wie
die
NATO
bewegt
sich
hier
also
auf
dünnem
Eis,
wenn
es
ein
offizielles
Programm
entwickelt,
das
(auch)
die
gezielte
Manipulation
der
eigenen
Bürgerinnen
und
Bürger
zum
Ziel
hat,
und
die
NATO
weiß
das
auch.
Daher
gibt
es
bezüglich
der
Frage
der
Zielgruppe
nur
wenige
konkrete
Aussagen
in
den
Dokumenten
zur
kognitiven
Kriegsführung.
Es
wird
zwar
offen
kommuniziert,
dass
das
Ziel
der
kognitiven
Kriegsführung
sei,
Gesellschaften
zu
schaden
und
nicht
nur
dem
Militär,
doch
damit
ist
noch
nicht
gesagt,
ob
auch
die
eigene
Bevölkerung
dazugehört.
Dennoch
gibt
es
Hinweise
darauf,
dass
auch
die
eigene
Bevölkerung
im
Ziel
der
Kampfhandlungen
steht.
So
betont
ein
Dokument,
dass
47
48
die
menschliche
Sphäre
als
Kriegsschauplatz
sich
auf
das
ganze
menschliche
Umfeld
bezieht,
ob
Freund
oder
Feind.
An
anderer
Stelle
heißt
es,
dass
sich
die
Brandstifter
auf
diesem
Kriegsschauplatz
innerhalb
und
außerhalb
der
eigenen
Grenzen
befinden
könnten.«
Definitive
Abgrenzung
klingt
anders.
Nicht
ohne
Grund.
Die
Herrschaftskaste
steht
unter
Zeitdruck.
Immer
mehr
Menschen
er-
kennen,
das
sie
von
einer
kriminellen
Organisation
regiert
werden.
Egal,
in
welchem
Land
sie
leben.
So
setzt
das
System
derzeit
alle
Hebel
in
Bewegung,
um
möglichst
rasch
den
digitalen
Gulag
der
elektronischen
Ausweise,
CO2-Budgets,
Digitalwährungen
und
Geofencing-Gängelung
zu
errichten
und
diese
Umtriebe
als
progressiv
anzupreisen.
Obwohl
der
Soll-Zustand
nichts
anderes
ist
als
ein
Gefängnis
ohne
Gitterstäbe,
das
Widerstand
in
naher
Zukunft
erschweren
bis
verunmöglichen
soll.
Während
die
Welt
im
Herbst
2020
im
künstlichen
Corona-Koma
gehalten
oder
zu
Hause
eingesperrt
wurde,
publizierte
das
NATO
Innovation
Hub
sein
erstes,
45
Seiten
starkes
Strategiepapier
zum
Thema
»Kognitive
Kriegsführung
—
eine
Attacke
auf
Wahrheit
und
Denken«.
Das
Cover
des
Pamphlets
ziert
bezeichnenderweise
ein
Smartphone,
auf
dessen
Display
die
Logos
der
Social-Media-
Giganten
leuchten.
Das
Inhaltsverzeichnis
zeigt
unmissverständ-
lich,
wohin
die
Reise
geht.
Da
geht
es
um
alle
erdenklichen
Arten
psychologischer
Kriegsführung,
um
»Destabilisierung
durch
Konfusion«,
»Spaltung«
und
ein
»neues
Zeitalter
der
Wahrheit«.
Und
das
war
nur
der
Anfang.
Vom
1.
bis
3.
Juni
2021
veranstaltete
das
NATO
Innovation
Hub
einen
Workshop
mit
dem
Titel
»Innovative
Lösungen
zur
Ver-
besserung
der
Kognition«.
Akkreditiert
waren
unter
anderem
Teilnehmer
von
US-Armee
und
US-Navy,
der
Johns
Hopkins
Uni-
versität
und
Booz
Allen
Hamilton,
dem
Geheimdienst-Sidekick
und
ehemaligen
Arbeitgeber
von
Edward
Snowden.
Anstelle
von
simpler
Manipulation
der
Massen
ging
es
nun
primär
um
Neurowissenschaft,
biodigitale
Konvergenz
—
also
die
Verschmel-
zung
von
Mensch
und
Maschine
-
künstliche
Intelligenz
und
das
»Schlachtfeld
Gehirn«.
Um
invasive
Methoden
zur
Kontrolle
von
Gedanken
und
Emotionen.
Um
Neuronalwaffen.
Nur
drei
Wochen
nach
diesem
Vorbereitungstreffen,
am
21.
Juni
2021,
fand
in
Bordeaux
(Frankreich)
das
erste
offizielle,
von
mehreren
Organisationen
begleitete
»wissenschaftliche
NATO
Meeting
zu
kognitiver
Kriegsführung«
statt.
Die
im
März
2022
veröffentlichte
Zusammenfassung
dieses
Symposiums
trägt
den
vielsagenden
Titel:
»Kognitive
Kriegsführung
—
Die
Zukunft
kognitiver
Dominanz«.
In
Kapitel
drei
des
Dokuments
wird
das
menschliche
Gehirn
als
sechste
Domäne
militäri-
scher
Operationen
ausgelobt.
Denn
»Narrative
überwältigen
die
Welt«.
Ethische
Bedenken
diesbezüglich
werden
lapidar
hinweglaviert
und
den
zu
priorisierenden
Sicherheitsinter-
essen
geopfert.
Bei
Lektüre
von
Kapitel
vier
und
fünf
muss
jedem
mit
Empathie
gesegneten
Artgenossen
übel
werden.
Die
Art
und
Weise,
wie
führende
NATO-Vertreter
das
Lebe-
wesen
Mensch
zu
einem
bloßen
Objekt,
zu
einem
seelen-
und
wertlosen
Ding,
einem
Schlachtfeld
für
militärisch-industrielle
Partikularinteressen
degradieren,
ist
widerwärtig.
Gerechtfertigt
wird
die
inhumane
Agenda
mit
der
altbewährten
Mär
von
der
Notwendigkeit
des
Wettrüstens.
Da
China
dem
NATO-Block
auf
diesem
Gebiet
deutlich
überlegen
sei,
müsse
der
Werte-
westen
dringend
aufschließen,
so
der
Tenor.
Abgerundet
wurde
das
Jahr
2021
am
9.
November
mit
einem
virtuellen
Panel
zum
Thema
Einsatzszenarien.
Die
Einleitung
des
betreffenden
Protokolls
lässt
erahnen,
warum
der
uns
umgebende
Wahnsinn
Methode
hat.
49
50
»Theoretisch
ist
kognitive
Kriegsführung
ein
Prozess,
bei
dem
eine
Einzelperson
oder
eine
Organisation
die
Fähigkeit
besitzt,
ihre
Gegner
ohne
physische
Zerstörung
zu
besiegen.
Ihr
Ziel
besteht
jedoch
darin,
den
kognitiven
Zustand
dieser
Personen
und
Gruppen
zu
manipulieren
und
zu
beeinträchtigen.
In
der
Folge
kann
es
zu
einer
Veränderung
in
der
Art
und
Weise
kommen,
wie
Menschen
denken
und
ihr
tägliches
Leben
gestalten
(...).
Menschen,
die
kog-
nitive
Kriegsführung
einsetzen,
verfügen
im
Wesentlichen
über
die
Kompetenz,
die
Meinung
der
Gesellschaft
zu
beeinflussen
und
zu
formen,
ohne
Gewalt
anwenden
zu
müssen.«
Definiere
»Gewalt«.
Die
NATO-Strategen,
die
selbstredend
auch
in
den
Folgejahren
Workshops
zum
Thema
veranstalteten,
scheinen
psychische
Gewalt
wohl
nicht
als
solche
zu
verstehen.
Vertreter
des
Militärs
haben
dahingehend
naturgemäß
noch
weniger
Skrupel
als
der
pharmazeutisch-mediale
Komplex.
Immerhin
ist
Töten
ihr
Geschäft.
Wobei
auch
die
Exekutive
keinen
Hehl
mehr
aus
ihren
totalitären
Absichten
macht.
Dazu
genügt
ein
Blick
auf
die
Geschichte
und
»Global
Policing
Goals«
von
Interpol
(ICPO),
wo
Unterstützung
für
die
Durchsetzung
der
fraglos
totalitären
UN-Nachhaltigkeitsziele
(SDG)
viel
Raum
einnimmt.
Die
1923
in
Wien
gegründete,
in
Lyon
ansässige
internationale
kriminal-
polizeiliche
Organisation
ICPO
verbindet
196
Mitgliedsstaaten
und
versteht
sich
als
überstaatliches
Netzwerk,
dessen
Haupt-
aufgabe
das
Sammeln,
Auswerten
und
Verteilen
von
Daten
ist.
Ein
supranationaler
Geheimdienst
sozusagen.
Interpol
ist
die
größte
Polizeiorganisation
der
Welt,
gilt
juristisch
aber
als
Verein
nach
französischem
Privatrecht.
Damit
liegt
ihr
weder
ein
völkerrechtlicher
Vertrag
zugrunde
—
noch
hat
je
ein
Parlament
ihre
Tätigkeit
ratifiziert.
Ungeachtet
dessen
ist
Interpol
für
die
Gewährleistung
eines
globalen
polizeilichen
Kommuni-
kationssystems
sowie
den
Aufbau
überstaatlicher
Datenbanken
verantwortlich.
Finanziert
wurde
die
ICPO
bis
2011
von
Beiträgen
der
Mitgliedsstaaten.
Ab
2011
erhielt
Interpol
jedoch
verstärkt
Zahlungen
aus
der
Konzernwirtschaft.
Namentlich
zum
Beispiel
von
der
FIFA,
Phillip
Morris
oder
29
Pharmaunternehmen.
Mit
dem
Organisationskomitee
der
WM
2022
in
Katar
schloss
man
ein
Abkommen
im
Wert
von
zwanzig
Millionen
Dollar.
ZEIT
ONLINE
berichtete
damals
unter
der
Headline
»Wenn
die
Weltpolizei
mit
der
FIFA
dealt«
über
den
Vorgang.
Interessenskonflikte
scheinen
bei
Interpol
allem
Anschein
nach
kein
Problem
darzustellen.
Wenig
verwunderlich.
Standen
diverse
Präsidenten
der
»
Welt-
polizei«
doch
wegen
Folter,
Korruption
oder
ihrer
düsteren
Vergangenheit
im
Rampenlicht.
So
zum
Beispiel
Paul
Dickopf,
NSDAP-
und
SS-Mitglied,
Spion
in
der
Schweiz,
CIA-Agent
und
ab
1965
Präsident
des
Bundeskriminalamtes
(BKA).
1968
über-
nahm
Dickopf
die
Leitung
von
Interpol.
Obwohl
die
sogenannte
Weltpolizei
demokratisch
nicht
legitimiert
ist,
ihre
Umtriebe
mehr
als
fragwürdig
sind
und
ihr
Personal
—
gelinde
gesagt
—
zwielichtiger
Natur
zu
sein
scheint,
wird
die
ICPO
als
Mitglied
der
»Counter-Terrorism
Implementation
Taskforce«
(CTITF)
der
Vereinten
Nationen
geführt.
Seit
2020
arbeitet
Interpol
am
Aufbau
einer
Datenverarbeitungs-
plattform
namens
INSIGHT.
Das
Projekt
dient
der
Bereitstellung
prädiktiver
Analysen
für
Polizeikräfte.
Die
Daten
bezieht
Interpol
von
den
Geheimdiensten
seiner
Mitgliedsstaaten
sowie
aus
»ex-
ternen«
Quellen.
Sprich,
von
kommerziellen
Anbietern.
Das
be-
inhaltet
Stamm-
und
Bewegungsdaten,
Video-
und
Audiodateien,
Gesichtserkennungsprofile
und
andere
biometrische
Informa-
tionen.
In
der
dritten
Phase
des
Projekts,
die
zwischen
2024
und
2026
abgeschlossen
sein
soll,
wird
INSIGHT
praktisch
jede
Infor-
mation,
die
zu
einer
Person
existiert,
aufgesaugt
haben.
Gemäß
einem
2020
veröffentlichten,
aber
nicht
gelisteten
Interpol-Video
51
d2
betrifft
das
zur
Überraschung
von
niemandem
auch
alle
verfüg-
baren
Daten
von
Social
Media
Anbietern.
Projekte
wie
INSIGHT,
ShadowDragon,
COMPAS
oder
der
kontro-
verse
und
bei
Polizeibehörden
beliebte
Bilder-Crawler
Clearview
AI,
der
verschwommene
Fotos
korrigieren,
Masken
herausrechnen
und
Gesichter
auch
auf
Fotos
eines
Fußballspiels
oder
Rockkon-
zerts
herausfiltern
kann,
bilden
die
Grundlage
für
»Predictive
Poli-
cing«
—
für
präventive
Inhaftierung
und
Sanktionierung
aufgrund
von
verdächtigem
Verhalten.
Dieses
dystopische
Verfahren
findet
nicht
nur
in
den
USA
bereits
seit
knapp
zehn
Jahren
Anwendung
im
Alltag.
Wie
man
dem
»Bulletin
2018
zur
schweizerischen
Sicher-
heitspolitik«
entnehmen
kann,
sind
solch
algorithmenbasierte
Prognoseverfahren
auch
in
unseren
Breiten
Usus.
Die
Kantons-
polizei
in
Basel,
Zug
oder
Zürich
setzt
dabei
auf
ein
Software-Paket
namens
»PRE-COBS«
(Pre
Crime
Observation
System)
und
will
damit
unter
anderem
Einbruchsdelikte
verhindern.
Unsere
privaten
Daten
sollen
also
künftig
nicht
mehr
nur
dazu
verwendet
werden,
um
uns
zu
manipulieren,
sondern
auch,
um
uns
auf
Basis
maschineller
Prognosen
und
intransparenter
Sto-
chastik
präventiv
zu
sanktionieren.
Im
Lichte
der
legislativen
Ent-
wicklungen
dieser
Tage
bedeutet
das
in
letzter
Konsequenz:
Wer
künftig
kontroverse
Bücher
bestellt,
die
falschen
Internetseiten
frequentiert,
den
Staat
kritisiert,
»Fake
News«
oder
»Hassrede«
postet,
wird
—
gegebenenfalls
auch
bei
Vergehen
»unterhalb
der
Strafbarkeitsschwelle«
—
weggesperrt.
Demokratie
total.
Zum
Schutz
des
Kollektivs.
Dahingehend
dürfte
es
dem
System
zupasskommen,
dass
nach
Apple
nun
auch
Google
im
April
2024
ein
weltweites
Bluetooth
Mesh-Netzwerk
aktiviert
hat.
Der
Tech-Unternehmer
und
Cyber-
security-Experte
Rob
Braxman
bezeichnet
diese
Entwicklung
als
Grundlage
für
ein
Maschine-Maschine-Netzwerk
a
la
Skynet,
das
den
meisten
wohl
als
Schaltzentrale
der
Maschinen
aus
den
Terminator-Filmen
in
diisterer
Erinnerung
geblieben
sein
dürfte.
Braxman
könnte
Recht
haben.
Denn
während
sich
iPhones
schon
wahrend
der
Corona-Krise
gegenseitig
identifizieren
und
unter-
einander
verständigen
konnten,
siehe
»
Track
&
Trace«,
ganz
ohne
eine
Mobilfunk-
oder
Internetverbindung
aufbauen
zu
müssen,
können
dies
nun
auch
alle
Android-Geréate.
Zudem
verstehen
sich
die
Systeme
jetzt
auch
gegenseitig.
Ergebnis:
Das
Smart-Grid.
Smartwatches,
Smartmeter,
Head-
sets,
Fitnesstracker,
Air
Pods,
Laptops,
Tablets,
Elektroautos
und
alle
anderen
Geräte,
die
Signale
per
BLE
(Bluetooth
Low
Energy)
senden
und
empfangen,
sind
künftig
in
der
Lage,
sich
ohne
Wissens
des
Besitzers
zusammenzuschalten,
um
ein
Mesh-
Netzwerk
zu
bilden.
Das
passiert
spontan
und
dynamisch.
Je
nachdem,
wie
viele
Geräte
sich
in
der
Nähe
befinden.
BLE-
Signale
können
bis
zu
einem
Kilometer
Reichweite
abdecken.
Abschalten
lässt
sich
die
BLE-Ubertragung
nicht.
Apple-
und
Android-Smartphones
übertragen
BLE-Signale
selbst
dann,
wenn
sie
ausgeschaltet
sind.
Eine
zentrale
KI
kann
solche
Mesh-Netz-
werke
ansteuern
und
Datenpakete
an
sie
übermitteln.
Damit
können
die
empfangenden
Geräte
observiert,
manipuliert
und
ferngesteuert
werden.
Befinden
sich
Nanopartikel,
Nanobots
oder
Smartdust-Partikel
im
Umfeld
der
BLE-Rezeptoren,
können
auch
diese
zu
programmierten
oder
non-linearen
Reaktionen
angeregt
werden.
Obwohl
herkömmliche
WiFi-Router
schon
seit
knapp
zehn
Jahren
dazu
verwendet
werden
können,
heimlich
3D-Modelle
von
Häusern
und
ihren
Bewohnern
anzufertigen,
möchte
man
meinen,
die
Nano-Nummer
klinge
doch
sehr
nach
Science
Fiction.
Ist
es
leider
nicht.
Denn
was
Jonas
Tögel
in
Kapitel
fünf
seines
53
54
Buches
relativ
knapp
als
»Militarisierung
der
Neurowissenschaften«
abhandelt
ist
der
heilige
Gral
der
kognitiven
Kriegsführung.
Die
Verschmelzung
von
Mensch
und
Maschine.
Direkte
Kontrolle
der
Zielperson.
Fernsteuerung,
anstelle
von
Manipulation.
Trans-
humanismus.
Entgegen
landläufiger
Annahmen
wird
dieser
nicht
Einzug
halten,
weil
militärische
Neurotechnologie
für
die
zivile
Nutzung
freigegeben
wird,
sich
jeder
einen
RFID-Chip
für
digitale
Zahlungen,
ein
Neuralink-Gehirnimplantat
oder
ein
Exoskelett
für
die
Hausarbeit
angedeihen
lässt.
Er
wird
Einzug
halten,
ohne
dass
wir
es
merken,
weil
die
kostengünstig
skalierbaren
Nano-
partikel,
-strukturen
und
-bots
Bestandteil
von
pharmakologischen
Produkten,
Nahrungsmitteln
und
Geoengineering-Projekten
sind
und
sein
werden.
Siehe
Lipid-Nanopartikel
für
mRNA-Injektionen.
Oder
14
Jahre
alte
WEF-Ideen
zu
»Solar
Radiation
Management«.
Neurotechnologie
muss
angelegt,
muss
implantiert
und
justiert
werden.
Bedarf
also
der
Zustimmung
des
Patienten.
Nanotechno-
logie
wie
Smartdust
aber
kann
auf
die
gesamte
Bevölkerung
angewendet
werden
—
ohne,
dass
sie
es
weiß.
Die
Kartographie
der
86
Milliarden
Nervenzellen
des
mensch-
lichen
Gehirns
scheint
in
weiten
Teilen
abgeschlossen
zu
sein.
Weit
genug
jedenfalls,
um
intervenieren
zu
können.
Zu
diesem
Zweck
finanzierte
die
EU
von
2013
bis
2023
das
Human
Brain
Project,
China
das
China
Brain
Project,
Japan
seine
Brain/MINDS
Initiative
und
Amerikas
Nachbarstaat
das
Forschungsprojekt
Brain
Canada.
Überstaatlich
kollaboriert
und
expandiert
man
im
Rahmen
der
International
Brain
Initiative.
Bis
etwa
2018
fand
sich
in
den
Mainstream-Medien
noch
hin
und
wieder
ein
aufschlussreicher
Beitrag
zum
Thema
Smartdust,
oder
zu
den
Fortschritten
auf
dem
Gebiet
der
Nanotechnologie.
Dass
dies
nun
seit
einigen
Jahren
kaum
mehr
der
Fall
ist,
sollte
nicht
als
Beleg
dafür
gewertet
werden,
dass
der
korrumpierte
Wissenschaftsbetrieb
auf
diesem
Feld
nicht
mehr
aktiv
ist.
Au
contraire.
Denn
Nanotechnologie
ist
die
Schlüsseldisziplin
der
deutungshoheitlichen
Neurowissenschaften.
Der
Türöffner
zur
biodigitalen
Konvergenz,
zur
Transformation
unseres
Organismus
in
Richtung
Cyborg.
Allein
die
amerikanische
DARPA
hat
in
den
vergangenen
zwei
Dekaden
mindestens
40
Programme
auf
diesem
Gebiet
ins
Leben
gerufen.
Doch
während
man
bei
BBC
und
Co.
durchaus
Meldungen
zu
Fortschritten
bei
Hirnimplantaten
findet,
die
paralysierte
Menschen
Kraft
ihrer
Gedanken
wieder
gehen
lassen,
oder
Business
Insider
erläutert,
wie
China
die
Gehirnströme
von
Mitarbeitern
in
Echtzeit
analysiert,
um
deren
emotionalen
Zustand
zu
bewerten,
ist
es
rund
um
das
Thema
»intelligenter
Staub«
verdächtig
ruhig
geworden.
Dabei
hat
sich
auf
diesem
Sektor
längst
ein
ganzer
Industrie-
zweig
etabliert,
der
Smart-Mesh-Netzwerke
für
kommerzielle
Anwendungen
entwickelt.
Schon
1997
gründete
Kristofer
Pister
mit
Startkapital
der
DARPA
das
Unternehmen
Dust
Networks
(heute
Analog
Devices).
Das
Premiumprodukt
des
Unternehmens,
SmartMesh-XR,
»senkt
die
Verbreitungsschwelle
für
die
Installation
von
Sensor-
und
Kontrolllösungen«
signifikant,
entnimmt
man
der
Produktbeschreibung.
Bewegt
sich
Ware,
ein
Fahrzeug
oder
Mensch
durch
ein
Netzwerk
aus
intelligentem
Nano-Staub,
zum
Beispiel
in
einer
Fertigungshalle,
verdrängt
er
diesen,
beziehungs-
weise
die
Strahlung
zwischen
den
einzelnen
Partikeln
(Nodes),
welche
in
der
Luft
schweben
oder
an
Wand
und
Boden
haften.
Wie
ein
Schiff
das
Wasser.
Damit
sind
Position,
Eigenschaften
und
Intention
des
verdrängenden
Objekts,
oder
Subjekts,
messbar.
RFID-Chips,
Hardware-Sensoren,
Lichtschranken,
Scanner
und
Kameras
werden
überflüssig.
Ein
zwölf
Jahre
altes
Werbevideo
von
Dust
Networks
legt
dar,
wie
und
warum
Smartdust
das
zen-
trale
Element
in
puncto
Gebäudeautomation,
Smart
Cities
und
damit
auch
Überwachungsstaatlichkeit
ist.
93
56
Ein
Jahr
nach
Veröffentlichung
dieses
Videos
beschrieb
die
MIT
Technology
Review,
wie
Smartdust
künftig
»das
Gehirn
ausspionieren«
könne.
Per
herkömmlicher
Spritze
injizierbare
Mesh-Netzwerke
waren
gemäß
einer
2015
bei
Nature
publizierten
Arbeit
nämlich
schon
damals
in
der
Lage,
Neuralfunktionen
auf-
zeichnen.
»Einen
Schalter
im
Kopf
umlegen«,
titelte
die
Rockefeller
University
im
April
2017
zum
Thema
Radiogenetics,
Magnetoge-
netics
und
Optogenetics
und
beschrieb,
wie
»
Wissenschaftler
mit
nur
einem
Knopfdruck
die
Gehirnzellen
von
Mäusen
drahtlos
steuern
können.
Das
erste,
was
sie
taten,
war,
die
Mäuse
hungrig
zu
machen«.
Dieses
Hungergefiihl
kann
theoretisch
so
lange
in-
duziert
werden,
bis
die
Versuchstiere
sich
zu
Tode
gefressen
haben.
Befinden
sich
Nanobots
im
anvisierten
Organismus,
können
diese
ebenfalls
durch
Magnetfelder,
Strahlung
oder
Licht
zu
Reaktionen
angeregt
werden.
Das
kann
nicht
nur
Auswirkungen
auf
Korperfunktionen
und
-gefiihl
haben,
sondern
auch
auf
die
Gehirnaktivitat.
Wie
der
per
Kanüle
oder
Inhalation
ausgelieferte
Nanosensor
NeuroSWARM3
parallel
dazu
die
Gedanken
des
betreffenden
Lebewesens
aufzeichnen
kann,
lässt
sich
einem
Artikel
von
BBC
Science
Focus
vom
24.
Juli
2021
entnehmen.
»Die
Information,
die
du
benötigst,
ist
überall
um
Dich
herumg,
so
das
Credo
von
Dust
Networks,
das
besagte
Information
nicht
nur
auslesen,
sondern
auch
in
den
Organismus
importieren
will.
Im
Jahr
2011
berichtete
das
Harvard
Magazine
von
den
Entwicklungen
des
Chemikers
Charles
Lieber
und
erklärte,
dass
dessen
Nano-
transistoren
mittlerweile
so
klein
seien,
dass
sie
in
menschliche
Zellen
eindringen
können,
ohne
diese
zu
schädigen.
Das
war
vor
13
Jahren.
Sechs
Jahre
nach
dem
ersten
iPhone.
Auch
das
1981
gegriin-
dete
Unternehmen
Linear
Technology
entwickelte
seit
Ende
der
1990er
Jahre
sogenannte
Wireless
Sensor
Networks.
Die
Smartdust
Produkte
des
Unternehmens
—
SmartMesh
IP
und
SmartMesh
Wire-
lessHART
—
wurden
als
besonders
kosteneffizient,
energiesparend
und
widerstandfähig
angepriesen.
Beide
wurden
gemäß
Linear
Technology
»an
fast
alle
Fortune
500
Unternehmen
geliefert«,
die
Netzwerklösungen
für
Industrieanwendungen
herstellen.
Der
Rollout
von
Nano-Mesh-Netzwerken
zu
humangenetischen
Zwecken
kann
per
Injektion,
Adhäsion
oder
Inhalation
erfolgen,
via
Cloud-Seeding
oder
mittels
genetisch
manipulierter
Moskitos,
einem
»Flying
Vaccinator«,
wie
das
Center
for
Desease
Control
(CDC)
oder
ein
Papier
der
National
Library
of
Medicine
erklärt.
Diese
Injektionen
kennen
wir
seit
dem
Corona-Regime.
Auch
gene-
tisch
modifizierte
Moskitos
werden
seit
2021
freigesetzt.
Und
das
Business
expandiert.
Fabriken
in
den
USA
oder
Kolumbien
stellen
pro
Woche
bis
zu
30
Millionen
der
zur
Waffe
umfunktionierten
Stechmücken
her.
Und
auch
die
ersten
inhalierbaren
Covid-
19-Vakzine
wurden
jüngst
zugelassen.
In
Indien
und
China.
Dass
es
heutzutage
ein
Leichtes
ist,
diese
mit
potenter
Nanotechnologie
anzureichern,
belegt
unter
anderem
US-Patent
9539210B2
vom
15.
März
2013.
Intelligenter
Staub
ließe
sich
zudem
problemlos
als
Bestandteil
von
Luftfahrttreibstoffen
über
der
Erde
verteilen.
Mit
500
bis
750
Flugzeugen
wäre
rechnerisch
die
gesamte
Landfläche
des
Planeten
versorgt,
wie
ich
in
meinem
Artikel
»Wetter
als
Waffe«
anhand
der
gut
dokumentierten
Geoengineering-Infra-
struktur
Chinas
aufgezeigt
habe.
Sind
Nanopartikel
erst
einmal
weitflächig
ausgebracht
und
Be-
standteil
unseres
Organismus,
muss
die
unsichtbare
Hand
ledig-
lich
»einen
Schalter
im
Kopf
umlegen«,
um
mittels
Datenpaketen,
Strahlung
oder
Magnetfeldern
Einfluss
auf
dieses
Mesh-Netzwerk,
also
unser
Denken,
unsere
Emotionen
oder
unsere
Vitalfunktionen
zu
nehmen.
Die
vom
Militär
gepushte
5G-Mobilfunk-Technologie
könnte
dabei
eine
Rolle
spielen,
wie
Recherchen
der
Journalisten
Ryan
Christian
oder
Derrick
Broze
implizieren.
Denn
für
Smart-
phone-Nutzer
bietet
5G-Technologie
keinen
zusätzlichen
Nutzen.
57
58
Für
einen
Aggressor
a
la
NATO,
der
das
erweiterte
elektromagne-
tische
Frequenzspektrum
und
die
engmaschiger
positionierten
Funkmasten
zur
Etablierung
von
Smart
Cities,
Mesh-Netzwerken
oder
Strahlenfeldern
nutzen
möchte,
dagegen
schon.
Der
Erfinder
Nikola
Tesla
erklärte
dahingehend
bereits
vor
über
80
Jahren:
»Mochtest
Du
die
Geheimnisse
unseres
Universums
verstehen,
denke
in
den
Begriffen
Energie,
Frequenz
und
Schwingung.«
Es
hat
wohl
Gründe,
dass
Tesla,
der
aufgrund
seiner
Arbeit
an
freien
Energiequellen
von
vielen
als
brillant
und
»das
größte
Genie
aller
Zeiten«
bezeichnet
wird,
1943
unter
mysteriösen
Umständen
verstarb,
viele
seiner
Forschungsunterlagen
spurlos
verschwan-
den
und
andere
bis
heute
unter
Verschluss
gehalten
werden.
Noch
liegt
in
Bezug
auf
mRNA,
5G,
Nanotechnologie,
Smartdust,
Radio-
oder
Optogenetik
vieles
im
Dunkeln.
Obwohl
die
Techno-
logie
bereits
seit
fast
zwei
Dekaden
im
Einsatz
ist.
Die
Frage
ist
daher
nicht,
ob,
sondern
wie
und
in
welchem
Ausmaf
sie
im
Rahmen
kognitiver
Kriegsführung
bereits
gegen
unsere
Spezies
verwendet
wird.
Und
mit
welchen
Folgen.
Wer
sich
noch
mit
der
naiven
Annahme
beruhigt,
der
milita-
risch-industrielle
Komplex
hätte
Skrupel,
Nanotechnologie
wie
Smartdust
großflächig
gegen
das
eigene
Volk
einzusetzen,
sollte
sich
dringend
die
über
ein
Jahrhundert
umspannende,
selbst
in
Mainstream-Postillen
wie
FOCUS
oder
20
Minuten
an-
geschnittene
Liste
unethischer
Experimente
des
US-Militärs
an
der
einheimischen
Bevölkerung
zu
Gemüte
führen.
Denn
solche
Skrupel
gibt
es
nicht.
»Du
wirst
von
Menschen
verursachte
Schrecken
sehen,
die
über
dein
Verständnis
hinausgehen.«
(Nikola
Tesla)
Montagnola,
am
19.
Mai
2024
Sie
wollen
Krieg
Mein
Editorial
für
die
Erstausgabe
der
Vierteljahreschrift
GEGENDRUCK,
die
am
15.
Juli
2024
erschien
und
sich
auf
der
Bestsellerliste
des
SPIEGEL
platzieren
konnte.
Sehr
geehrte
Damen
und
Herren,
herzlich
willkommen
zur
Premiere.
Sie
halten
die
erste
GEGEN-
DRUCK
in
Händen.
Die
neue
Vierteljahreschrift
des
Manova-Maga-
zins,
in
der
Autoren
schreiben,
was
anderswo
verschwiegen
wird.
Abseits
von
Empörungsmanagement,
leitmedialem
Tunnelblick
und
Links-Rechts-Dialektik
widmen
wir
uns
der
Kernaufgabe
des
Journalismus:
der
Suche
nach
Wahrheit.
Wer
jedoch
für
sich
in
Anspruch
nimmt,
diese
gefunden
zu
haben,
lügt.
Denn
»die
Wahrheit,
die
überlebt,
ist
lediglich
die
Lüge,
die
am
angenehmsten
zu
glauben
ist.«
(Henry
Louis
Mencken)
Als
Print-Publikation
mit
exklusiven
Beiträgen
zu
jeweils
einem
Schwerpunktthema
setzen
wir
einen
engagierten
Kontrapunkt
zum
verengten
Meinungskorridor
der
Konzernmedien
und
be-
treiben
Recherche
anstatt
Propaganda.
Als
zensurresistentes
Format
und
Bollwerk
gegen
die
digitale
Ödnis
von
morgen.
Offen,
unbequem
und
unabhängig.
An
keinem
Punkt
der
Zivilisationsgeschichte
war
Informa-
tion
jenseits
des
Mainstream
nötiger
als
jetzt.
Denn
die
von
59
60
wahnwitzigen
Visionen
getriebene
Herrschaftskaste
will
Krieg
—
und
führt
Krieg.
An
allen
Fronten,
in
jeder
erdenk-
lichen
Form.
Militärisch,
ökonomisch,
psychologisch.
Unter
dem
Vorwand,
die
Welt
retten
und
Demokratie
schützen
zu
wollen,
vermarkten
die
von
irrlichternden
Ideologien
verblendeten
Apologeten
der
»Zeitenwende«
Konflikte
als
Friedensbewegung.
Dementsprechend
lautet
der
Titel
der
ersten
GEGENDRUCK:
»Sie
wollen
Krieg!«.
Schönfärberisch
verklärte
Zensurmaßnahmen
ä
la
»Digital
Ser-
vices
Act«
und
»Democracy
Shield«
sollen
die
Diskursdominanz
der
Deutungseliten
zementieren.
Staatsfunk
und
Massenmedien
sind
zum
Online-Pranger
verkommen.
Gegenrede
wird
sanktioniert.
Und
die
Gesinnungsjustiz
ist
willfähriger
Steigbügelhalter
der
»regelbasierten
internationalen
Ordnung«.
Mit
Programmen
wie
»Our
Common
Agenda«
oder
den
»Nachhaltigkeitszielen«
errichten
die
Vereinten
Nationen
ein
supranationales
Verordnungskonst-
rukt,
das
unter
»Green
Economy«
und
»Global
Governance«
nichts
anderes
versteht
als
Technokratie
und
Totalitarismus.
Ein
ge-
sichtsloses
Imperium
der
Bürokraten.
Ja.
Der
Dritte
Weltkrieg
ist
längst
in
vollem
Gange.
Offen
ist
nur,
wie
weit
er
militärisch
eskalieren
wird.
Die
Zeichen
stehen
auf
Sturm.
Denn
»Überzeugungen«
waren
schon
»immer
gefährli-
chere
Feinde
der
Wahrheit
als
Lügen«
(F.
Nietzsche).
Das
System
oktroyiert
der
Menschheit
einen
Endkampf.
Dabei
dient
der
von
der
NATO
als
»sechste
Dimension
der
Kriegsführung«
bezeichnete
Klassenkampf
von
oben
nur
einem
Zweck:
Kontrolle
—-
über
unsere
Kommunikation,
Finanzen,
Lebensmittelversorgung,
Mobilität
und
vor
allem
Gedanken.
Diesen
besorgniserregenden
Entwicklungen
kann
man
mit
Angst
und
Resignation
begegnen.
Oder
man
hält
es
mit
Sun
Tzu
und
weiß:
»Wenn
du
dich
und
den
Gegner
kennst,
brauchst
du
den
Ausgang
von
hundert
Schlachten
nicht
zu
fürchten.«
Entlang
dieser
Linie
intellektueller
Selbstverteidigung,
die
Manova
seit
April
2023
konsequent
verfolgt,
verwandeln
wir
die
Energie
der
gegen
uns
gerichteten
Attacken
—
dem
Judoka
gleich
—in
etwas
Positives.
In
einen
publizistischen
Gegenschlag.
In
GEGENDRUCK.
Im
Namen
des
gesamten
Teams,
Tom-Oliver
Regenauer
Montagnola,
am
24.
Mai
2024
61
62
Observationsökonomie
»Die
Gefahr,
dass
der
Computer
so
wird
wie
der
Mensch,
ist
nicht
so
groß
wie
die
Gefahr,
dass
der
Mensch
so
wird
wie
der
Computer.«
(Konrad
Zuse)
Die
meisten
Menschen
hegen
einen
vagen
Verdacht.
Viele
haben
das
ein
oder
andere
Indiz
wahrgenommen,
das
belegt,
das
dieser
durchaus
begründet
sein
könnte.
Trotzdem
schaffen
es
die
wenigsten,
ihr
Verhalten
objektiv
zu
analysieren
und
einmal
verinnerlichte
Verhaltensweisen
zu
ändern.
Gewohnheiten
und
Routinen
sind
schwer
loszuwerden.
Vor
allem,
wenn
diese
sich
zu
Sucht
oder
Zwang
entwickeln.
Das
passiert
nicht
nur
bei
Alkohol
und
Drogen,
sondern
in
geradezu
epidemischer
Weise
bei
etwas,
dass
ich
bevorzugt
»Taschenspion«
nenne
—
dem
Smartphone.
Während
die
exzessive
Nutzung
des
Geräts
in
praktisch
allen
Lebenslagen
fraglos
zur
sozialschädlichen
Unart
—
um
nicht
zu
sagen
Plage,
oder
Seuche
—
avanciert
ist,
markiert
der
Sucht-
faktor
des
kontinuierlich
potenter
werdenden
Begleiters
nicht
einmal
das
größte
Problem.
Denn
Abhängigkeiten
lassen
sich
überwinden.
Wenn
auch
müh-
und
langsam.
Dass
die
Geräte
zur
luckenlosen
Observation,
Manipulation
und
Transformation
der
Gesellschaft
genutzt
werden,
aber
nicht.
Denn
sie
haben
sich
längst
zu
tief
in
die
soziookonomischen
Strukturen
unserer
Zeit
gefressen.
Einem
Großteil
der
Bevölkerung
erscheint
der
Alltag
ohne
Smartphone
kaum
mehr
organisierbar.
Ob
Kommunika-
tion,
Nachrichten,
Wettervorhersage,
Routenplaner,
Zahlungen,
Zwei-Faktor-Authentifizierung,
Fotosammlung,
Videostreaming
oder
Musikarchiv
—
der
mobile
Begleiter
hilft.
Doch
das
irreführend
positiv
und
progressiv
geprägte
Life-
style-Image
des
nützlichen
Allroundtalents
täuscht
über
dessen
sprichwörtlich
böse
Absichten
hinweg.
Diese
offenbaren
sich
bei
einem
Blick
auf
seine
Entwicklung,
die
dahinter
stehenden
Konzernstrukturen,
ein
paar
erschreckende
Zahlen
zu
seinen
Effekten
auf
Mensch
und
Gesellschaft
und
vor
allem
das,
was
Smartphones
mit
Android
(Google)
oder
iOS
Betriebssystem
(Apple)
ganz
ohne
Zutun
oder
Wissen
des
Nutzers
treiben.
Zur
Kontextualisierung:
Uber
60
Prozent
des
gesamten
Internet-
verkehrs
sowie
55
Prozent
der
weltweiten
Webseitenzugriffe
finden
mittlerweile
über
Mobiltelefone
statt
(Stand:
April
2024).
98
Prozent
der
Geräte
laufen
entweder
auf
Android
oder
iOS.
92,3
Prozent
aller
Internetnutzer
greifen
von
ihrem
Taschen-
computer
aus
auf
das
Internet
zu.
6,92
Milliarden
Menschen
nennen
ein
solches
Gerat
derzeit
ihr
eigen.
Das
sind
Ende
2023
gut
86
Prozent
der
Weltbevolkerung,
die
damit,
je
nach
Region,
zwischen
zwei
und
knapp
sechs
Stunden
pro
Tag
verbringen.
Der
alarmierende
globale
Durchschnitt
fiir
Menschen
im
Alter
von
16
bis
64
Jahren
liegt
aktuell
bei
sechs
Stunden
und
58
Minuten
Bildschirmzeit
pro
Tag.
Weit
über
hundert
Mal
greift
man
in
diesem
Zeitraum
nach
dem
Gerät.
Tendenz
steigend.
35,2
Prozent
der
Nutzungsdauer
verbringen
iPhone-
und
Android-Kunden
auf
Social
Media
(Stand:
2021).
Zum
Telefonieren
wurden
Smart-
phones
schon
seit
2012
kaum
noch
genutzt.
»Smartphone-Pene-
tration«,
wie
man
Marktdurchdringung
im
Vertriebsjargon
der
Telekommunikationsbranche
bezeichnet,
scheint
in
Anbetracht
dieser
Zahlen
eine
zunehmend
zutreffende
Beschreibung
für
die
allgemeinen
Entwicklungen
darzustellen.
Denn
das
Gerät
vergewaltigt
das
Gehirn.
M
©
64
Trotzdem
hat
das
Handy
die
Welt
im
Sturm
erobert.
Zuerst
war
es
die
Begeisterung
für
das
Neue,
die
Freude
am
mobilen
Tele-
fonieren.
Am
Spielzeug
selbst.
Es
hatte
was
von
Amateurfunk.
Oder
Gameboy.
Dann
kam
die
SMS.
Dicht
gefolgt
von
mobiler
E-Mail
und
der
Möglichkeit,
nun
auch
unterwegs
ins
Internet
gehen
zu
können.
Dann
folgte
das
erste
iPhone.
Was
dieser
technische
Fort-
schritt
seit
2007
mit
einem
im
Kern
sozialen
Wesen
angestellt
hat,
sehen
wir
heute
an
Bushaltestellen,
Restaurant-Tischen,
auf
Schul-
höfen
oder
bei
gemeinsam
einsamen
Gruppen
von
Display-Junkies.
Die
Auswirkungen
sind
verheerend.
Der
spielerisch-leichte
Flair
des
Handfunk-Feelings
ging
rasch
verloren.
Was
das
Gerät
heute
primär
auslöst
sind
Stress,
Druck,
Verwirrung,
Zwänge
und
Ängste.
Selbst
eine
oberflächliche
Suche
fördert
sofort
sechs
bis
neun
»medizinische
Errungenschaften«,
sprich
Zivilisationskrankheiten
zutage,
die
auf
unsachgemäße
Nutzung
des
Smartphones
zurück-
zuführen
sind.
Von
der
Smartphone-Akne
und
Video-Schulter
bis
hin
zum
Handy-Nacken,
PVS
(Phantom
Vibration
Syndrome),
FOMO
(Fear
of
missing
out),
PtSS
(Post-textliches
Stress-Syndrom)
oder
MAIDS
—
dem
»Mobile
and
Internet
Dependency
Syndrome.
Das
unreflektierte
Nutzungsverhalten,
das
Distraktionsdiktat
der
Plattformokonomie,
verändert
unser
Denken,
die
Physis,
Gehirn-
kapazitat,
Augen
und
unsere
emotionalen
wie
sozialen
Fähigkeiten.
Von
der
»mentalen
Gesundheitskrise«,
die
längst
mehr
nicht
nur
bei
Teenagern
durch
intensive
Social-Media-Nutzung
ausgelöst
wird,
gar
nicht
erst
zu
sprechen.
Es
diirfte
im
Lichte
nackter
Zahlen
und
sich
abzeichnender
Langzeiteffekte
also
unstrittig
sein,
dass
der
vermeintlich
praktische
Alltagshelfer
die
Spezies
Mensch
evolutiondr
nicht
wirklich
vorangebracht
hat.
Im
Rausch
permanenter
Erreichbarkeit
geht
leider
unter,
dass
Smartphones
uns
nicht
nur
massiven
physischen
und
sozialen
Schaden
zufügen.
Nicht
umsonst
bezeichne
ich
sie
meist
als
Waffe.
Oder
Wanze.
Denn
Wissen
ist
Macht
—
und
niemand
weiß
so
viel
über
den
Menschen
der
Postmoderne
wie
Google
oder
Apple.
Die
Konzerne
kennen
nicht
nur
alle
unsere
Kontakte,
Bewegungs-
daten,
Songs,
Fotos,
Videos,
Bankverbindungen,
Kontostände
und
E-Mail-Anhänge,
sondern
auch
unsere
Suchanfragen,
politischen
Ansichten,
Sorgen,
sexuellen
Präferenzen,
vertraulichen
Nach-
richten
und
intimen
Gespräche.
Diese
Informationen
zeichnen
nicht
nur
ein
detailliertes
Bild
vom
sozialen
Netzwerk
jedes
Nutzers,
sondern
auch
ein
psychologisches
Profil,
das
exakter
kaum
sein
könnte.
Über
72
Millionen
Datenpunkte
sammeln
Anbieter
für
Digitalwerbung
in
den
USA
pro
Kind
bis
zu
dessen
13.
Lebensjahr.
Facebook
hortet
mindestens
52.000
Einträge
je
Nutzer.
Das
harmloseste
Ergebnis
dieser
Datensammlung
ist
zielgerichtete
Werbung,
die
uns
auf
Basis
von
Daten
und
Nutzungsverhalten
auf
Plattformen
und
Webseiten
angezeigt
wird.
Deutlich
gravierender
sind
die
Auswirkungen
durch
Daten-
missbrauch
—
siehe
Cambridge
Analytica
Skandal
—
mentale
Manipulation,
elektronische
Ausweise,
digitale
Wahrungen,
alg-
orithmisierte
Zensur,
Sozialkreditsysteme,
CO2-Budgetierung
und
Geofencing.
Alles
Projekte,
die
ohne
Smartphone
überhaupt
nicht
möglich
wären.
Wer
permanent
seinen
Standort
an
eine
Zentrale
übermittelt,
ist
leicht
zu
kontrollieren.
So
werden
bereits
heute
viele
Inhalte,
die
in
der
Schweiz
oder
anderen
Nicht-EU-Landern
angezeigt
werden,
in
EU-Staaten
unterdrückt.
Auch
manch
ein
Musiktitel
lässt
sich
nicht
mehr
abspielen,
wenn
man
auf
Reisen
ist.
»In
ihrer
Region
nicht
verfügbar«,
heißt
es
da.
Geofencing-
Exklusion
light.
Smartphones
überwachen
und
dokumentieren
die
Position
ihres
Besitzers
natürlich
auch,
wenn
alle
GPS-Funktionen
deaktiviert
sind
oder
das
Gerät
komplett
ausgeschaltet
ist,
wie
ein
Artikel
65
66
zu
NSA-Überwachungstechniken
von
2013
oder
ein
Bericht
der
Princeton
University
von
2017
zeigen.
Das
optionale
Abschalten
von
Standort-
und
Ortungsdiensten
oder
der
Hintergrundaktuali-
sierung
in
den
Smartphone-Menüs
bezieht
sich
nur
auf
Dienst-
und
Drittanbieter-Apps.
Wobei
viele
davon
unbeeindruckt
trotzdem
Daten
übertragen.
Verkauft
werden
solche
Lokationsdaten
bevor-
zugt
an
Regierungen
und
Geheimdienste.
Und
die
Ortungsdienste
von
Google
und
Apple
lassen
sich
weder
abschalten
noch
ist
klar,
was
mit
den
Daten
geschieht.
So
war
beispielsweise
meine
gesamte
Reiseroute
kreuz
und
quer
durch
Kuba
auf
den
Meter
genau
bei
Google
Maps
dokumentiert,
obwohl
ich
alle
Tracking-Funktionen
deaktiviert
hatte
und
sich
auf
der
Insel
mit
dem
Smartphone
keine
Datenverbindung
herstellen
lässt,
wenn
man
sich
nicht
gerade
in
der
Nähe
eines
Hotel-Hot-Spots
befindet
und
lokal
erhältliche
Gut-
haben-Karten
für
Daten
freischaltet.
Dieser
Programmatik
folgend
ist
es
ein
Leichtes,
digitales
Geld
oder
moderne
PKW
demnächst
so
zu
programmieren,
dass
sie
nur
in
einem
vordefinierten
Radius
funktionieren.
So
wird
das
Smart-Grid
zum
unsichtbaren
Käfig.
Welche
Ziele
der
digital-finanzielle
Komplex
des
Korporatismus
verfolgt,
zeigt
sich
exemplarisch
an
den
jüngsten
Entwicklungen
für
Android-Smartphones.
Beispiel
Google
Play
Protect,
eine
Be-
triebssystemsoftware,
die
vor
»schädlichen«,
oder
»unbekannten«
Drittanbieter-Apps
warnen,
sie
scannen
und
deren
Installation
verhindern
soll.
Vorgeblich
zur
Sicherheit
des
Nutzers.
Es
braucht
jedoch
nicht
viel
Fantasie,
um
sich
vorzustellen,
dass
auch
un-
liebsame
Applikationen
wie
Odysee,
Rumble,
RT,
Al
Jazeera
oder
anonyme
Krypto-Wallets
rasch
auf
der
Liste
schädlicher
Software
landen
und
so
nicht
mehr
verwendbar
sind.
Apple
machte
2021
Schlagzeilen
mit
der
Bekanntgabe,
»Client
Side
Scanning«
auf
iPhones
und
iPads
installieren
zu
wollen.
Diese
Erweiterung
sollte
es
dem
Tech-Konzern
ermöglichen,
sämtliche
Fotos
zu
scannen,
die
auf
iCloud
hochgeladen
werden.
Damit
sollte
die
Verbreitung
von
Kinderpornographie
—
CSAM
(Child
Sexual
Abuse
Material)
—
erschwert
werden.
Das
Internet
Architecture
Board
(IAB)
warnte
damals
eindringlich
vor
diesem
skandalösen
Paradigmenwechsel
in
puncto
Privatsphäre
und
Datenverschlüs-
selung.
Nach
einigem
Tumult
nahm
Apple
offiziell
Abstand
von
diesem
Vorhaben.
Installiert
wurde
die
Software
allerdings
trotzdem.
Das
Programm
befindet
sich
also
heute
auf
jedem
Apple-
Gerät
mit
aktuellem
Betriebssystem.
Es
sei
jedoch
nicht
aktiv,
teilen
Apple,
die
Faktencheck-Industrie
und
diverse
Tech-Blogger
mit.
Das
ist
allerdings
nicht
korrekt,
wie
man
anhand
der
Ausfüh-
rungen
des
Cybersicherheitsexperten
Rob
Braxman
erkennen
kann.
Die
Funktion
ist
nur
gut
getarnt.
Bei
genauerer
Betrach-
tung
wird
klar:
jedes
Foto,
das
man
mit
einem
iPhone,
iPad
oder
Mac
aufnimmt,
wird
lokal
gescannt.
Wie
sonst
sollte
das
Gerät
Gesichter
identifizieren
und
für
spezielle
Alben
vorschlagen
können.
Dabei
wird
jedes
Bild
mit
sogenannten
Neural
Hashes
versehen,
mit
eindeutigen
Identifikatoren,
die
beim
Upload
in
die
Cloud
übertragen
und
katalogisiert
werden.
Privatsphäre
für
Fotos
gibt
es
nicht
mehr.
Denn
auch
wenn
die
Cloud-Dienste
deaktiviert
sind,
übertragen
Apple-Geräte
die
Transkripte
der
Neural-Hash-Datenbank
nachts
heimlich
an
die
Zentrale.
Und
löschen
lassen
sich
Bilder
in
der
Cloud
auch
nicht
so
einfach.
Klickt
man
im
Kontextmenü
eines
Fotos
auf
»Delete«,
wird
das
Foto
nicht
wirklich
gelöscht,
sondern
nur
in
der
User-Ansicht
ausgeblendet.
Wie
lange
Apple
und
Google
die
Daten
auf
ihren
Servern
belassen,
ist
nicht
bekannt.
Vermutlich
lange.
Denn
wie
ein
Versuch
von
»CopyTrans«
zeigt,
lassen
sich
aus
der
iCloud
auch
Fotos
her-
unterladen,
die
vermeintlich
bereits
vor
Jahren
gelöscht
wurden.
Google
geht
noch
einen
Schritt
weiter.
Wie
das
»Medium
für
digitale
Freiheitsrechte«
Netzpolitik.org
am
16.
Mai
2024
ausführt,
67
plant
das
Unternehmen,
künftig
alle
Anrufe
seiner
Nutzer
zu
scannen
—
und
zu
speichern
—
um
seine
Kunden
so
vor
Telefonbe-
trügern
warnen
zu
können.
Vorratsdatenspeicherung
war
gestern.
Mittlerweile
arbeiten
neben
den
Tech-Konzernen
selbstverständ-
lich
auch
die
transatlantisch
bewegten
Überwachungszirkel
in
EU,
Großbritannien
und
den
USA
an
Gesetzen,
die
Client
Side
Scanning
und
anlasslose
Totalüberwachung
legalisieren.
Auch
wenn
derartige
Unterfangen
das
Recht
auf
den
Schutz
persön-
licher
Daten
oder
die
Unschuldsvermutung
ad
absurdum
führen
und
Projekte
wie
die
sogenannte
Chatkontrolle
nach
allgemeinem
Rechtsverständnis
illegal
sind.
Doch
schlimmer
geht
immer.
Smartphones,
die
sich
mit
Gesichts-
erkennungssoftware
wie
»Face
ID«
entsperren
lassen
—
als
wäre
der
an
polizeidienstliche
Erfassung
erinnernde
Fingerabdruck
nicht
schon
genug
gewesen
—
fertigen
alle
fünf
Sekunden
ein
Infrarotbild
von
ihrer
Umgebung
an.
Selbst
dann,
wenn
der
Bildschirm
gesperrt
oder
verdeckt
ist.
Nach
Angaben
von
Apple
ist
das
nötig,
um
das
Gerät
zügig
per
Blick
auf
den
Bildschirm
entsperren
zu
können.
Die
von
Face
ID
angefertigten
Fotos
werden
in
mathematische
Strukturen
umgewandelt
und
auf
dem
Telefon
abgelegt.
Einem
Gerät,
dass
jede
Nacht
gegen
drei
Uhr
unauf-
gefordert
nicht
einsehbare
Datenpakete
»nach
Hause«
schickt.
Die
Kameras
moderner
Smartphones
können
aber
noch
ganz
andere
Dinge.
Sie
folgen
zum
Beispiel
dem
Blick
des
Besitzers,
um
dessen
Handlungen
antizipieren
oder
Befehle
empfangen
zu
können.
Analysieren
seine
Mimik.
»Aufmerksamkeitssensible
Funktionen«,
nennt
das
die
Firma
mit
dem
Apfel-Logo.
Wem
bei
der
immer
öfter
biometrisch
gehandhabten
Einreisekontrolle
an
Flughäfen
mulmig
zumute
ist,
sollte
demnach
wohl
kein
Smartphone
nutzen.
Der
Taschenspion
hört
natürlich
auch
zu.
Und
zwar
permanent.
Wie
sonst
sollte
»Siri«
wissen,
wann
man
etwas
von
ihr
will.
Doch
auch
hier
wiegeln
»Experten«
und
leitmedialer
Komplex
vehement
ab
und
behaupten,
es
sei
reiner
Zufall,
dass
Werbe-
anzeigen
und
Social-Media-Inhalte
exakt
das
widerspiegeln,
was
im
Umfeld
des
Gerätes
in
den
letzten
Stunden
besprochen
wurde.
USA
Today
räumt
in
diesem
Kontext
zwar
ein,
dass
das
Telefon
zuhöre,
diese
Daten
aber
nur
lokal
verarbeitet
würden
und
keine
Sprachaufzeichnungen
an
Apple,
Google
oder
Amazon
übertragen
würden.
Und
das
ist
sogar
korrekt.
Denn
die
Datenmenge
wäre
zu
groß.
Stattdessen
übertragen
die
Smartphones
Textdateien
mit
Transkripten,
die
heute
jeder
sehen
kann,
wenn
er
mit
iMessage
eine
Voice-Mail
aufnimmt
und
diese
umgehend
als
Text
erscheint.
Diesen
Aspekt
sparen
die
Faktenchecks
beflissentlich
aus.
Zudem
werden
die
KI-basierten
Anwendungen
»zur
Vermeidung
häuslicher
Gewalt«
oder
praventiver
»Gefahrenabwehr«,
von
denen
eine
im
März
2023
veröffentlichte
Studie
136
Stück
untersuchte,
nur
dann
wie
in
Aussicht
gestellt
funktionieren,
nämlich
autonom,
wenn
das
Smartphone
seine
Kameras,
Mikrofone
und
Bewegungs-
sensoren
permanent
nutzt,
um
seine
Umgebung
zu
überwachen.
Dabei
stellt
das
einzelne
Gerät
künftig
nicht
mehr
das
größte
Problem
für
freiheitsaffine
Zeitgenossen
dar.
Denn
die
Taschen-
spione
überwachen
seit
geraumer
Zeit
nicht
mehr
nur
ihren
jeweiligen
Besitzer,
sondern
auch
dessen
gesamtes
Umfeld.
Dazu
kommunizieren
die
Geräte
untereinander,
tauschen
Informa-
tionen
wie
IMEI-Nummern,
IP-Adressen
und
Kontaktdaten
aus.
iPhones
bieten
diese
Funktion
seit
September
2020
(i0S
13.7)
flä-
chendeckend
über
das
Betriebssystem
an.
Die
über
Bluetooth
Low
Energy
(BLE)
gesammelten
Informationen
bildeten
die
Grundlage
für
die
Contact-Tracing-Apps
während
der
Corona-Krise.
Auch
die
deutsche
Corona-Warn-App
nutzte
den
intransparenten
Datenpool.
Dafür
konnte
das
Programm
über
eine
Schnittstelle
alle
Begegnungen
der
vergangenen
14
Tage
auslesen.
Ende
2020
69
70
entwickelten
bereits
über
20
Länder
Tracking-Applikationen,
um
die
von
Big
Tech
gesammelten
Bewegungs-
und
Begegnungsdaten
auslesen
und
in
ihren
Covid-Apps
darstellen
zu
können.
Meint:
iPhones
zeichnen
seit
knapp
vier
Jahren
jeden
Kontakt
mit
einem
anderen
iPhone
auf
und
bilden
daraus
Netzwerkkarten
zu
Bewegungen
und
Begegnungen
ihrer
Besitzer.
Im
Menü
des
Smartphones
lässt
sich
diese
Funktion
zwar
deaktivieren
—
an-
zunehmen,
das
Gerät
sammle
deshalb
nicht
trotzdem
die
ent-
sprechenden
Daten,
ist
allerdings
naiv.
Nach
Angaben
von
Apple
sollten
diese
Informationen
übrigens
nur
lokal
gespeichert
und
nach
14
Tagen
automatisch
gelöscht
werden.
Was
von
solchen
Statements
zu
halten
ist,
zeigt
das
vorgängig
angeführte
Beispiel
mit
den
vermeintlich
gelöschten,
aber
auch
nach
Jahren
wieder-
herstellbaren
iCloud-Fotos.
Google
zog
natürlich
nach
und
implementierte
eine
ähnliche
Datenkrake.
So
zeichnen
auch
Android-Geräte
seit
Ende
2020
jede
Begegnung
mit
anderen
Android-Geräten
auf.
Damit
ent-
standen
zwei
riesige
Mesh-Netzwerke,
in
denen
Maschinen
ohne
Zutun
ihres
Besitzers
untereinander
kommunizieren.
In
Deutschland
verwenden
66,1
Prozent
der
Smartphone-Nutzer
Android
—
33,2
Prozent
iOS
von
Apple
(Stand:
März
2024).
Damit
sind
99,3
Prozent
der
Bevölkerung
kartographiert.
Denn
seit
gut
einem
Monat
verstehen
sich
die
beiden
bisher
getrennt
von-
einander
spionierenden
Betriebssysteme
nun
auch
gegenseitig.
Das
läutet
nicht
nur
klammheimlich
einen
Paradigmenwechsel
in
Sachen
Totalüberwachung
ein,
ein
solches
Mesh-Netzwerk
schafft
darüber
hinaus
die
Grundlage
für
die
Militarisierung
der
Smartphone-Infrastruktur,
weil
dieses
Netzwerk
nicht
nur
Daten
sammeln
und
senden,
sondern
auch
Befehle
empfangen
kann.
So
könnte
auf
Knopfdruck
für
99,3
Prozent
der
Bevölkerung
Malware
installiert,
ein
Blackout
simuliert
oder
eine
bestimmte
Funkfrequenz
generiert
werden.
Diese
könnte
—
wie
in
meinem
Text
»Die
sechste
Dimension«
beschrieben
—
Nanopartikel
und
Smartdust
zu
bestimmten
Reaktionen
anregen.
In
diesem
Kontext
ist
bemerkenswert,
dass
das
iPhone
mitnichten
auf
einen
genialen
Erfinder
zurückzuführen
ist
—
auch
wenn
sich
Steve
Jobs
gerne
als
solcher
gerierte
—
sondern
auf
Militär-
technologie.
Jobs
hat
sie
nur
clever
verwendet
und
vermarktet.
Mariana
Mazzucato
widmete
dieser
Geschichte
ein
ganzes
Kapitel
ihres
2013
publizierten
Buches
»The
Entrepreneurial
State«.
Auf
261
Seiten
zeigt
die
Autorin,
dass
viele
der
gemeinhin
als
privatwirtschaftliche
Meisterleistung
gefeierten
Innovationen
unserer
Zeit
eigentlich
auf
einen
interventionistischen
Staat
zurückzuführen
sind.
Batterien,
Sensoren,
Chips,
Siri,
Touch-
screen
—
allesamt
finanziert
und
entwickelt
von
US-Regierung
und
US-Militär.
Eine
2014
von
Business
Insider
veröffentlichte
Grafik
verdeutlicht
das
Ausmaß.
Noch
2012
warnte
die
DARPA
selbst
davor,
dass
Mobiltelefone
bei
flächendeckender
Verbreitung
eine
ideale
Waffe
für
verdeckte
Angriffe
auf
die
Bevölkerung
darstellen.
Google
existiert
gleichsam
nur
dank
Forschungsbudgets,
die
von
CIA
und
NSA
zur
Entwicklung
von
Massenüberwachungswerk-
zeugen
zur
Verfügung
gestellt
wurden.
Ein
firmeninternes
Video
aus
dem
Jahr
2016
verdeutlicht
die
Vision
von
Google,
mit
»totaler
Datensammlung
die
Gesellschaft
verändern«
zu
können.
Wie
von
Yasha
Levine
in
seinem
2018
publizierten
Buch
»Surveillance
Valley«
dargelegt,
gilt
das
aber
nicht
nur
für
Google,
sondern
für
alle
Big-Tech-Konzerne.
Selbst
bei
CBS
News
konnte
man
2011
nachlesen,
wie
intensiv
In-Q-Tel,
das
Investmentvehikel
der
CIA,
bei
der
Gründung
von
Google,
Facebook,
Twitter
und
Co.
mitmischte
und
wie
der
Geheimdienst
die
Unternehmen
seither
für
seine
Zwecke
missbraucht.
Überschrift
des
CBS-Artikels:
71
72
»Social
Media
is
a
tool
of
the
CIA.
Seriously.«
Ubersetzt:
Soziale
Medien
sind
ein
Werkzeug
der
CIA.
Ernsthaft.
Dass
man
dieser
permanenten
Smartphone-Uberwachung
durch
Google
und
Apple
auch
durch
die
Verwendung
verschlisselter
Messenger-Dienste
nicht
mehr
entkommt,
veranschaulicht
das
unlängst
von
Microsoft
vorgestellte
KI-Dienstprogramm
»Recall«.
Es
soll
demnächst
fiir
Windows
ausgerollt
werden
und
dem
Be-
nutzer
bei
der
Suche
nach
Dateien
helfen.
Dafür
macht
»Recall«
alle
paar
Sekunden
Screenshots
und
zeichnet
damit
alles
auf,
was
auf
dem
Computer
geschieht.
Die
umgehend
Sturm
laufenden
Datenschiitzer
versuchte
Microsoft-CEO
Satya
Nadella
damit
zu
beruhigen,
dass
die
Daten
nur
lokal
gespeichert
würden,
ver-
schliisselt
seien
und
nach
drei
Monaten
gelöscht
werden
sollen.
Wenig
beruhigend.
Denn
verschafft
sich
ein
Hacker
Zugriff
auf
einen
Computer,
muss
er
nur
»Recall«
aufrufen,
um
Zugang
zu
Passwortern
oder
anderen
sensiblen
Daten
zu
erhalten.
Ob
die
Daten
nur
lokal
gespeichert
und
nach
drei
Monaten
gelöscht
werden
ist
ebenfalls
fraglich.
Vor
allem
aber
zeigt
ein
Programm
wie
»Recall«,
dass
auch
technisch
sichere
Messenger
ganz
simpel
überwacht
werden
können.
Dazu
muss
man
deren
Nachrichten
nicht
auf
dem
Server
abfangen
und
entschliisseln,
sondern
einfach
nur
durchgangig
auf
dem
Smartphone
fotografieren
und
zur
Ubertragung
in
Text-Dateien
umwandeln.
Zusammenfassend
muss
man
Konstatieren:
wer
seine
Privatsphäre
schützen
möchte,
sollte
sein
Smartphone
abschalten.
Oder
ab-
schaffen.
Denn
die
von
Apple
und
Google
konfigurierten
Geräte
sind
Wanzen,
Uberwachungskameras,
Datenkraken
und
Waffen
zur
psychologischen
Kriegsführung
—
keine
nützlichen
Werkzeuge.
In
diese
Kategorie
fallen
eher
die
sogenannten
Dumb-Phones,
mit
denen
man
eigentlich
nur
telefonieren
und
SMS
versenden
kann.
Die
an
die
frühen
2000er
erinnernden
Geräte
belästigen
den
Besitzer
weder
mit
unzähligen
unnötigen
Applikationen
noch
mit
nie
enden
wollenden
Benachrichtigungen.
Keine
Dopamin-
Shots.
Keine
Updates.
Zudem
führen
die
Geräte
kein
heimliches
Eigenleben.
Wenn
sie
aus
sind,
sind
sie
aus.
Meist
lässt
sich
sogar
der
Akku
herausnehmen.
Darüber
hinaus
melden
solch
rustikale
Handys
nicht
permanent
den
eigenen
Standort
an
eine
Zentrale.
Diese
Argumente
scheinen
mehr
und
mehr
Menschen
zu
über-
zeugen.
Das
2017
neu
aufgelegte
Nokia
3310
verkaufte
sich
2023
bereits
doppelt
so
oft
wie
im
Vorjahr.
Ich
selbst
nutze
seit
längerem
wieder
ein
Nokia
8210.
Kosten:
Circa
70
Euro.
Mein
Smartphone
checke
ich
je
nach
Bedarf
zwei
oder
drei
Mal
am
Tag.
Die
restliche
Zeit
bleibt
es
auf
Flugmodus
oder
stummgeschaltet
an
einem
fixen
Ort.
Kommunikation
und
Aufgaben,
die
ich
zuvor
über
das
Smartphone
abgewickelt
habe,
verlagere
ich
wieder
zurück
auf
den
PC.
Die
unmittelbaren
Auswirkungen
dieses
Vorgehens
auf
Tagesablauf
und
Lebensqualität
sind
beachtlich.
Befreiend.
Wer
nicht
auf
ein
Smartphone
verzichten
will,
oder
kann,
sollte
sich
nach
Alternativen
zu
Google
und
Apple
umschauen.
Das
iPhone
fällt
dabei
aus,
da
sich
das
i0S-Betriebssystem
nicht
ver-
ändern
oder
ersetzen
lässt.
Android
kann
allerdings
angepasst
und
ohne
Google-Dienste
genutzt
werden.
Zudem
lassen
sich
Smartphone-Alternativen
auch
mit
anderen
Betriebssystemen
wie
GrapheneOSs
betreiben,
die
die
Privatsphäre
des
Nutzers
respektieren
—
so
lange
man
auch
seine
Apps
nicht
mehr
aus
dem
Google
Play
Store,
sondern
zum
Beispiel
von
F-Droid,
Aurora
oder
APKPure
herunterlädt.
Als
Endgerät
bietet
sich
in
unseren
Breiten
beispielsweise
ein
Murena
Fairphone
oder
Volla
Phone
an.
In
den
USA
ein
Above
Phone.
Das
Volla
Phone
wird
ab
Werk
optional
mit
zwei
Betriebs-
systemen
ausgeliefert,
einer
Eigenentwicklung
sowie
GrapheneOS.
73
74
Damit
hat
man
Kontrolle
über
die
eigenen
Daten.
Und
nach
einer
kurzen
Einarbeitungsphase
stellt
auch
der
Verzicht
auf
Google-
Dienste
kein
Problem
mehr
dar
—
denn
für
praktisch
jede
Google-
App
gibt
es
eine
überwachungsfreie
Open-Source-Alternative.
Tipps,
Tools,
Tutorials
und
weiterführende
Informationen
zum
Schutz
der
Privatsphäre
auf
PC
oder
Telefon
finden
sich
unter
anderem
bei
Rob
Braxman
oder
im
Shop
der
»Privacy
Academy«.
Will
man
im
Mediazän
nicht
Sklave
seiner
Geräte
sein,
muss
man
sich
aktiv
mit
diesen
Themen
auseinandersetzen,
seine
Routinen
ändern.
Was
auch
immer
man
dahingehend
gedenkt
zu
tun,
man
sollte
es
jetzt
tun.
Man
muss
sich
diesem
Netzwerk
der
Totalüberwachung
entziehen,
die
Matrix
verlassen,
so
lange
es
noch
geht.
Denn
die
verführerische
Bequemlichkeit
der
Ob-
servationsökonomie
hat
einen
hohen
Preis
—
die
Freiheit.
Und
Smartphones
sammeln
längst
mehr
Daten
über
ihre
Besitzer
als
ein
Geheimdienst
es
mit
konventionellen
Mitteln
je
könnte.
Montagnola,
am
31.
Mai
2024
Arenen
der
Arroganz
»Ich
habe
ein
einfaches
Rezept,
um
fit
zu
bleiben.
Ich
laufe
jeden
Tag
Amok.«
(Hildegard
Knef)
Es
wird
wohl
kein
Sommermärchen
werden.
Schon
gar
kein
euphorisierendes.
Hatte
der
verblichene
»Kaiser«
Franz
im
Vorfeld
der
Fußball-WM
2006
nichts
unversucht
gelassen,
um
die
Nation
in
Turnierlaune
zu
versetzen
—
wen
kümmern
in
diesem
Kontext
schon
ein
paar
Millionen
Bestechungsgeld
—
gibt
sich
das
korporatistische
System
im
Jahr
2024
alle
Mühe,
den
Fans
die
Heim-EM
bereits
vor
dem
ersten
Spiel
madig
zu
machen.
Die
von
Deutschem
Fußballbund
(DFB)
und
National-
mannschaftsausrüster
Adidas
vorgestellten
Auswärtstrikots
der
Nationalmannschaft
lösten
ob
ihres,
zurückhaltend
aus-
gedrückt,
visuell
herausfordernden
Designs
einen
veritablen
Shitstorm
aus.
Die
Berliner
Polizeibehörde
verbietet
Beamten,
Deutschlandflaggen
auf
oder
an
ihren
Autos
zu
führen
—
das
könne
»eskalierend
wirken«.
DFB
und
UEFA
gelten
als
von
Klüngel
und
Korruption
durchsetzte
Organisationen
ohnehin
nicht
gerade
als
Sympathieträger.
Und
die
Mannschaft
macht
unter
Bundestrainer
Nagelsmann
eher
durch
Regenbogenagitation
und
dürftige
Leistungen
von
sich
reden
als
durch
Traumtore
und
Siege.
Normalerweise
nutzt
der
Staatsapparat
derartige
Großanlässe
nur
allzu
gerne,
um
unbeachtet
von
der
im
Fußballfieber
feiernden
Masse
unliebsame
Gesetze
auf
den
Weg
zu
bringen.
Brot
und
Spiele
—
»Panem
et
circenses«,
wie
die
alten
Römer
es
76
nannten
-
sind
gerade
in
Zeiten
zunehmender
Politikverdrossen-
heit,
um
nicht
zu
sagen
intensiven
Widerstands,
ein
tradiertes
Mittel
zur
Besänftigung
schwelenden
Volkszorns.
Sedativum
Spitzensport.
»Opium
fürs
Volk«,
wie
Karl
Marx
die
Religion
und
der
Fußballprofi
Percy
Clummings
seinen
Sport
bezeichnete.
Der
postmodernen
Pluralismussimulation
sollte
demzufolge
an
einem
Hype
um
das
Turnier
im
eigenen
Land
gelegen
sein.
Lenkt
der
Bannstrahl
emotionalisierender
Wettkämpfe
den
Pöbel
doch
auf
willkommene
Weise
von
den
negativen
Entwicklungen
ab,
denen
er
sich
im
Alltag
des
Ampel-Abrissprogramms
aus-
gesetzt
sehen
muss.
Doch
die
Vorfreude
war
bereits
im
Vorfeld
eher
verhalten
aus-
gefallen.
»Deutschland
muss
die
Euphorie
erst
wieder
entfachen«,
titelte
die
Berliner
Zeitung
am
9.
Juli
2021,
um
anschließend
auszuführen,
dass
circa
300
Millionen
Euro
in
die
Renovierung
verschiedener
Stadien
investiert
werden
müsse,
bevor
die
Euro-
pameisterschaft
dort
überhaupt
stattfinden
kann.
Dass
daraus
schnell
500
Millionen,
eine
Milliarde
oder
gar
mehr
werden,
war
den
Lesern
des
Beitrages
vermutlich
bewusst.
Immerhin
steht
gerade
Berlin
mit
dem
Flughafen
BER
für
ein
Kostendebakel
der
Extraklasse.
Aus
den
zu
Beginn
budgetierten
800
Millionen
wurden
Stand
Oktober
2020
ganze
7,1
Milliarden.
7.100
Millionen
Euro.
Auch
der
Süden
des
Landes
gibt
sich
mit
»Stuttgart
21«
alle
Mühe,
Negativrekorde
in
punkto
Kostenexplosion
aufzustellen.
Anstatt
der
1995
in
den
Raum
gestellten
2,5
Milliarden
Euro,
lag
der
Finanzierungsrahmen
Ende
2023
schon
bei
9,79
Milliarden
Euro.
Weitere
Kostensteigerungen
stehen
in
Aussicht.
Natürlich
wurde
auch
die
EM-Vorbereitung
allerorten
teurer
als
geplant.
Allein
in
Stuttgart
kostet
der
Stadionumbau
130
Millionen.
Veranschlagt
war
ursprünglich
die
Hälfte.
Das
kann
dem
Steuerzahler,
der
solch
luxuriöse
Millionengräber
mit
seinen
Abgaben
finanzieren
muss,
schon
mal
die
Laune
vermiesen.
Speziell
dann,
wenn
die
UEFA
für
die
EM
2024
mit
Einnahmen
von
zwei
Milliarden
und
einem
Gewinn
von
800
Millionen
Euro
rechnet.
Vielleicht
war
es
aber
auch
die
Ankündigung
des
DFB,
Deutsch-
land
für
die
Dauer
der
Endrunde
»klimaneutral«
präsentieren
zu
wollen,
die
den
ohnehin
von
Kostendruck
geplagten
Fans
aufs
Gemüt
schlug.
Denn
mittlerweile
ist
wohl
einem
Großteil
der
Menschen
klar,
dass
die
beliebig
einsetzbare
Floskel
vor
allem
für
steigende
Abgaben
und
mehr
Überwachungsstaatlichkeit
steht.
Nicht
für
Umweltschutz.
Unter
Umständen
sind
es
ja
die
offiziellen
Partner
des
willfährig
gendernden
Fußballbundes,
die
das
Stammpublikum
davon
abhalten,
frenetische
La-Ola-Wellen
loszutreten
—
siehe
Deutsche
Bahn
(DB).
Die
kann
man
als
Partner
wirklich
nur
dann
gut
finden,
wenn
man
noch
nie
versucht
hat,
mit
einem
ICE
pünktlich
sein
Reiseziel
zu
erreichen.
Das
Adjektiv
»entspannt«
vermeidet
man
in
diesem
Zusammenhang
am
besten
gänzlich.
Ob
Arbeitnehmer
ihre
Urlaubstage
2024
also
tatsächlich
auf
Basis
des
EM-Spielplans
terminieren,
wie
es
die
Frankfurter
Rundschau
noch
am
9.
April
empfiehlt,
bleibt
fraglich.
Dass
die
notorisch
korrupten
Verbände
aufgrund
ihrer
seit
jeher
fragwürdigen
bis
kriminellen
Umtriebe
endlich
einen
Denkzettel
von
den
Fans
erhalten,
ist
dennoch
unwahrscheinlich.
Spielten
Fairness,
Transparenz
und
gute
Governance-Strukturen
eine
Rolle
für
den
Erfolg
dergestaltiger
Turniere,
fänden
diese
längst
nicht
mehr
statt.
Denn
Vetternwirtschaft
ist
Teil
des
Ge-
schäfts.
»Sepp,
Du
hast
ein
Monster
geschaffen«,
überschrieb
die
ZEIT
am
21.
Dezember
2022
einen
Artikel
über
den
ehemaligen
FIFA-Chef
Sepp
Blatter,
der
aus
einem
Sport,
der
1975
noch
als
»unschuldig«
galt,
ein
»durchkommerzialisiertes
und
weithin
korruptes«
Geschäft
machte.
18
Jahre
lang.
Bestechung,
Ver-
untreuung,
Schmiergeldzahlungen.
So
die
Charakteristika
von
Blatters
nonchalantem
Führungsstil.
77
78
Sein
Nachfolger,
WEF-Günstling
Gianni
Infantino,
von
2009
bis
2016
Generalsekretär
der
Europäischen
Fußball-Union
(UEFA)
und
seit
2016
amtierender
Präsident
des
Weltfußballverbandes
FIFA,
scheint
dem
in
nichts
nachzustehen.
»Er
ist
nur
der
nächste
Despot,
der
sich
den
Fußball
untertan
macht«,
kommentierte
der
SPIEGEL
das
autokratische
Handeln
Infantinos
am
2.
November
2018.
Er
war
angetreten,
um
die
FIFA
aus
ihrer
größten
Krise
zu
retten
und
die
grassierende
Korruption
zu
bekämpfen
—
nur
um
bereits
zwei
Jahre
später
selbst
wegen
Begünstigung
und
anderen
Delikten
in
Zentrum
von
Ermittlungen
zu
stehen.
Diese
wurden
zwar
im
Oktober
2023
ohne
strafrechtliche
Konsequenzen
ein-
gestellt,
so
naiv
zu
glauben,
dass
deshalb
bei
den
Verbänden
alles
mit
rechten
Dingen
zugeht,
ist
aber
wohl
niemand
mehr.
Man
hat
schlichtweg
akzeptiert,
dass
Korruption
im
Spitzenfußball
gang
und
gäbe
ist.
Rechte
und
Pflichten
sind
egal.
Was
zählt,
ist
der
Profit.
Folglich
ist
es
nur
konsequent,
dass
die
ARD
Sportschau
ihre
Dokuserie
zur
Weltmeisterschaft
2022
»Katar
—-
WM
der
Schande«
nannte.
Bis
heute
ist
unklar,
wie
viele
Menschen
den
miserablen
Arbeitsbedingungen
und
Menschenrechtsverletzungen
im
Emirat
zum
Opfer
fielen.
»Die
Qual
der
Zahl«,
formuliert
Amnesty
Inter-
national
diesbezüglich
und
führt
Werte
von
3,
40,
6.500
und
15.021
Toten
an
-
je
nachdem,
welcher
Quelle
man
folge.
Mit
an
Sicherheit
grenzender
Wahrscheinlichkeit
bestätigen
lässt
sich
in
diesem
Kontext
nur,
dass
die
Angaben
der
FIFA,
die
natürlich
mit
der
niedrigsten
Zahl
aufwartet,
kaum
korrekt
sein
können.
Die
Vorbereitung
der
WM
2022
hat
tausende
Gastarbeiter
das
Leben
gekostet.
Der
Hochglanzberichterstattung
tat
das
allerdings
kaum
einen
Abbruch.
Spitzenfußball
erinnert
unweigerlich
an
die
Gladiatorenkämpfe
im
alten
Rom.
Das
»Spiel
mit
dem
Tod«,
das
seinen
Ursprung
in
morbiden
Todeskulten
des
alten
Italien
hat,
war
damals
zentraler
Bestandteil
des
öffentlichen
Lebens.
Wer
ein
öffentliches
Amt
bekleiden
wollte,
kam
nicht
umhin,
solche
Events
auszurichten.
Poster
saumten
die
Straßen
der
Städte,
um
auf
anstehende
Er-
eignisse
hinzuweisen,
Arena-Motive
zierten
Fußböden,
Haus-
haltsgegenstände
und
Souvenirs,
Fans
führten
Statistiken
über
die
Siege
ihrer
Lieblingsgladiatoren,
Graffitis
an
Häuserwänden
erinnerten
über
deren
Tod
hinaus
an
sie.
Seit
dem
3.
Jahrhundert
v.
Chr.
ließen
die
Römer
dutzende
oder
gar
hunderte
Kämpfer
mit
verschiedenen
Ausrüstungen
in
Arenen
gegeneinander
antreten.
Auch
wilde
Tiere
standen
als
Gegner
hoch
im
Kurs.
»Was
die
Fliegen
für
die
Wanton
Boys,
sind
wir
für
die
Götter.
Sie
töten
uns,
weil
es
ihr
Sport
ist.
Bald
werden
wir
unsterblich
sein.
Nur
Unfälle,
Verbrechen
und
Kriege
werden
uns
noch
töten.
Unglücklicherweise
vervielfältigen
sich
Verbrechen
und
Kriege.
Ich
liebe
Fußball!
«
(Eric
Cantona,
2019,
Shakespeares
König
Lear
zitierend)
Bereits
im
Jahr
80
n.
Chr.
verfügte
Rom
mit
dem
»Amphitheatrum
Flavium«
—
besser
bekannt
als
Kolosseum
—
über
eine
Arena
mit
40.000
bis
50.000
Sitzplätzen.
Die
von
Furor
und
Adrenalin
berauschte
Masse:
schon
damals
ein
nicht
zu
vernachlässigender
Faktor
für
politischen
Erfolg.
Auch
heutzutage
sonnen
sich
Minister,
Kanzler,
Präsidenten
und
sonstige
Granden
des
Neofeudalismus
gerne
im
Glanze
sportlichen
Erfolges.
Das
Instagram-Selfie
mit
einer
siegreichen
Fußballnationalmannschaft
steht
dabei
besonders
hoch
im
Kurs.
Die
Skandale,
krummen
Geschäfte,
Probleme
und
Kontroversen,
die
Spieler
und
Tross
vor
oder
nach
den
Turnieren
medial
be-
gleiten,
werden
ausgeblendet,
sobald
der
von
einer
dunklen
Geschichte
gezeichnete
»König
Fußball«
das
rationale
Denken
79
80
fiir
ein
paar
Tage
oder
Wochen
auf
Stand-by
geschaltet
hat.
Auch
dieser
Umstand
erinnert
an
das
alte
Rom,
wo
der
Begriff
»Gla-
diator«
als
Schimpfwort
galt
und
den
Profikillern
die
Bürgerrechte
entzogen
wurden
—
während
sie
zugleich
eine
ausgezeichnete
Versorgung
genossen,
medizinisch
exzellent
betreut
und
von
sensationslustigen
Massen
verehrt
wurden.
Fuflballstadien
repräsentieren
die
postmoderne
Adaption
solch
archaischer
Bräuche.
Ob
vor
über
2.000
Jahren
oder
im
Juni
2024
—
das
tumbe
Humankapital
muss
nicht
nur
regiert,
sondern
vor
allem
unterhalten
werden.
Sonst
käme
es
dem
kriminellen
Herrschaftssystem
im
Hintergrund
noch
irgendwann
auf
die
Schliche.
Schließlich
ist
»Politik
die
Unterhaltungsab-
teilung
der
Konzernwirtschaft«
(Frank
Zappa)
wahrend
»der
große
Sport
da
anfängt,
wo
er
längst
aufgehört
hat,
gesund
zu
sein«
(Bertolt
Brecht).
Und
das
gilt
längst
nicht
mehr
nur
für
die
gestriezten
Athleten,
die
seit
dem
mRNA-Rollout
nun
auch
noch
plötzlich
und
unerwartet
sterben,
sondern
gleichermaßen
für
ihr
Publikum.
Denn
moderne
Gladiatorenkämpfe,
seichte
Unterhaltung
und
politische
Scharmützel
lenken
ab
vom
wahren
Kern
des
Seins.
Dem
Innenleben.
Dem
Sein
um
seines
Selbstzweck
willens.
Dass
es
kaum
mehr
braucht,
um
die
Frage
nach
dem
Sinn
des
Lebens
zu
beantworten,
erkannte
schon
Dante
Alighieri
vor
fast
800
Jahren.
Geholfen
hat
diese
betagte
Erkenntnis
dem
Homo
demens
bisher
augenscheinlich
kaum.
Noch
immer
folgt
die
von
Emotionsamp-
lituden
aufgeschaukelte
Verfügungsmasse
der
wertewestlichen
Gesellschaft
nicht
der
inneren
Stimme
in
eine
selbstbestimmte
Zukunft,
sondern
wird
von
externen
Faktoren
durch
eine
zu-
nehmend
sinnentleerte
Existenz
gehetzt.
Eine
Existenz,
deren
verzweifelte
Aufrechterhaltung
nicht
selten
die
persönlichen
Energiereserven
kostet.
Dabei
wäre
gerade
Sport,
gerade
die
physische
Herausforderung
und
das
Erkunden
der
eigenen
Leistungsgrenzen
geeignet,
um
sich
auch
mental
in
Form
zu
bringen.
Wie
Musizieren,
Schreiben,
Malen,
Kunsthandwerk
oder
Gartenarbeit
ist
körperliche
Er-
tüchtigung
desiderable
Qualitätszeit
mit
dem
Ich.
Die
investierte
Bewegungsenergie
amortisiert
sich
in
geistiger
Regeneration.
Äußere
Einflüsse
verlieren
an
Bedeutung
und
die
Konzentration
auf
das
eigene
Wirken
steht
im
Vordergrund.
Gedanken
schweifen
ab,
befreien
sich
vom
kontinuierlich
straffer
geschnürten
Korsett
eines
drögen
und
von
Displays
dirigierten
Alltags.
Fokussieren
das
Wesentliche.
Und
auch
die
fleischliche
Hülle
dankt
es
einem,
vor
allem
mit
zunehmenden
Alter,
wenn
man
sie
diszipliniert
und
in
gesundem
Maße
fordert.
Umso
betrüblicher
erscheint
der
obskure
Umstand,
dass
man
sich,
wenn
man
über
Spitzensport
schreibt,
kaum
noch
mit
diesen
Aspekten
beschäftigt,
weil
die
Gladiatorenkämpfe
der
Gegenwart
vom
Negativen
dominiert
sind.
Von
»Neongöttern«
und
einer
plas-
tilinen
Aura
des
Surrealen.
Von
Gier,
Manipulation,
Korruption
und
Propaganda,
die
mehr
Raum
einnehmen
als
der
Sport
selbst.
So
vergällt
die
auf
Verbandsebene
überreizt
instrumentalisierte
Kommerzialisierung
des
Ballspiels
dem
reflektierten
Beobachter
eine
im
Kern
erquickliche
Aventüre.
Die
EM
2024
verbringt
man
demnach
besser
mit
Freunden
auf
dem
Bolzplatz
als
vor
der
Glotze.
Montagnola,
am
16.
Juni
2024
81
82
Monopole,
Macht
und
Mord
(Teil
1)
Regierungen
schützen
uns
nicht
vor
Gewalt.
Sie
üben
sie
aus.
Regierungen
schützen
uns
auch
nicht
vor
Kriegen.
Sie
führen
sie.
Aber
initiieren
sie
diese
auch?
Profitieren
sie
davon?
Nein.
Denn
Regierungen
sind
so
tonangebend
wie
vergänglich.
Persistent
dagegen
ist
der
transgenerational
wirkende,
letale
Machthunger
einer
Kaste
skrupelloser
Schreibtischtäter
-
der
Kaste
der
Bankster.
Sie
alle
wollen
ihn.
Sie
alle
führen
ihn.
Unabhängig
davon,
welcher
zeitgeistig
opportune
-ismus
ihn
rechtfertigt.
Ob
linkes
politisches
Spektrum,
oder
das
rechte.
Jedes
autoritäre
Macht-
konstrukt
sieht
ihn
als
probates
Mittel
zur
Durchsetzung
seiner
individuellen
und
doch
schablonesken
Weltrettungsfantasien:
Den
Krieg.
Den
betrüblicherweise
regelmäßig
wiedergängigen
Kulminationspunkt
staatlicher
Gewaltherrschaft.
Er
wird
nach
innen
und
außen
geführt.
Gegen
Konkurrenten,
Klassenfeinde,
Häretiker
und
Oppositionelle.
Legitimiert
durch
die
widersprüch-
liche
Annahme,
eine
Regierung
habe
Rechte,
die
der
Einzelne
nicht
hat
—
ohne
sich
dabei
an
Pflichten
halten
zu
müssen,
die
der
Einzelne
aufgrund
seiner
Natur
als
selbstverständlich
be-
trachtet
—
zwingt
eine
Minorität
von
Tyrannen
ihren
Willen
der
Mehrheit
auf.
Seit
Jahrtausenden.
Nur,
weil
besagte
Mehrheit
glaubt,
jemand
hätte
das
Recht,
sie
zu
beherrschen.
Doch
dieses
Recht
gab
und
gibt
es
nicht.
Das
System
macht
uns
lediglich
glauben,
dass
es
existiere.
Von
Kindesbeinen
an.
Es
lehrt,
dass
es
moralisch
richtig
sei,
wenn
eine
kleine
Gruppe
»Auserwählter«
über
das
Leben
der
Masse
bestimmt.
Doch
wenn
ich
selbst
auf
Basis
simpler
Naturrechte,
Logik
und
Moral
nicht
das
Recht
habe,
einen
anderen
Menschen
aus
einem
Akt
der
Aggression
heraus
zu
erschießen,
kann
ich
dieses
Recht
auch
niemandem
durch
Wahl
verleihen.
Fühlt
sich
ein
politischer
Repräsentant
kraft
seines
Amtes
dazu
bemächtigt,
Gewalt
auszuüben,
oder
ausüben
zu
lassen
—
sei
es
im
Namen
des
Volkes,
der
Demokratie,
des
Friedens
oder
der
Liebe
—
handelt
er
nicht
nur
amoralisch,
sondern
kriminell.
Bedauerlicherweise
wohnt
dem
Gewaltmonopol
des
Staates
eine
düstere
Logik
inne.
Denn
nähme
sich
eine
Regierung
keine
Sonderrechte
heraus,
erhöbe
sie
sich
nicht
über
Recht
und
Moral,
hätte
sie
keine
Au-
torität,
ihre
Herrschaft
keine
Legitimation.
Niemand
sähe
sie
als
übergeordnete
Instanz.
In
einem
solchen
Szenario
wäre
jeder
Normalbürger
genauso
viel
Regierung
wie
die
Regierung
selbst.
Folglich
muss
eine
Regierung
amoralisch
handeln
und
Gewalt
ausüben,
um
als
solche
anerkannt
zu
werden.
Auf
Basis
dieser
von
Etatisten
konsequent
ignorierten
Tatsache
ist
die
bewaffnete
Auseinandersetzung
verlässlicher
Begleiter
jed-
weder
Herrschafts-
oder
Staatsform.
Denn
Regierungen
schützen
uns
nicht
vor
Gewalt.
Sie
üben
sie
aus.
Regierungen
schützen
uns
auch
nicht
vor
Kriegen.
Sie
führen
sie.
Und
»der
Krieg
ist«
speziell
in
den
Dämmerstunden
der
Postmoderne
»nicht
dazu
bestimmt,
gewonnen
zu
werden,
er
ist
dazu
bestimmt,
andauernd
zu
sein«,
wie
George
Orwell
korrekt
konstatierte.
Obwohl
»Friede
der
Naturzustand
des
unbedrängten
menschlichen
Geschlechtes
ist«
(Johann
Gottfried
von
Herder).
Fragt
sich
demnach,
wer
in
der
vermeintlich
aufgeklarten
Welt
des
Mediazdn
vom
permanenten
Krieg
profitiert?
Oder
von
83
84
einem
Weltkrieg.
Sind
es
machtversessene
Politiker,
Ideologen
und
Despoten?
Ist
es
die
Rüstungsindustrie?
Sind
es
mit
dem
militärisch-industriellen
Komplex
verwobene
Konzerne
wie
Bechtel,
mit
einem
Jahresumsatz
von
31,4
Milliarden
US-Dollar
eines
der
größten
Privatunternehmen
der
Vereinigten
Staaten,
die
Milliarden
an
Zerstörung
und
Wiederaufbau
verdienen?
Ist
es
das
leitmediale
Konsenskonglomerat,
das
bei
seinen
querfinanzie-
renden
Herrschern
um
Pfründe,
Prestige
und
Positionen
buhlt?
Nein.
Zwar
profitieren
alle
vorgängig
genannten
Parteien
von
ihrer
Nähe
zur
Macht,
dennoch
sind
auch
sie
nur
Schachfiguren
im
geopolitischen
Stratego
der
Kriegsführung.
Die
wahren
Pro-
fiteure
von
Krisen
und
Kriegen
sind
Banken.
Genauer
gesagt:
Zentralbanken.
Oder
noch
präziser:
Die
privaten
Financiers
der
Zentralbanken.
Wie
ich
in
meinem
zweiteiligen
Text
»Trio
Infernale«
anhand
einer
Vielzahl
von
Belegen
aufgezeigt
habe,
zeichnen
angelsächsische
und
angloamerikanische
Finanzeliten
nicht
nur
verantwortlich
für
die
Ursprünge
der
Eugenik,
der
Apartheid
oder
die
Erfindung
des
Konzentrationslagers
—
sondern
auch
für
beide
Weltkriege.
Ohne
diese
blutgetränkten
Zäsuren
gäbe
es
heute
weder
die
UN
noch
das
seit
Bretton
Woods
herrschende
Weltfinanzsystem.
Ein
System,
von
dem
niemand
außer
besagter
Finanzeliten
profitiert.
Doch
nicht
nur
die
großen
Kriege
des
20.
Jahrhunderts
gehen
auf
das
Konto
der
transgenerational
operierenden
Bankster.
Bei
genauerer
Betrachtung
zeigt
sich,
dass
diesen
Zirkeln
praktisch
alle
Kriege
der
jüngeren
Geschichte
anzulasten
sind.
Man
könnte
bei
der
britischen
East
India
Company
beginnen,
die
am
31.
De-
zember
1600
gegründet
wurde,
um
anschließend
in
Südostasien
und
Indien
ihr
monopolistisches
Unwesen
zu
treiben.
Oder
bei
den
von
düsteren
Entwicklungen
begleiteten
Opium-Kriegen
zwischen
Großbritannien
und
China,
die
von
1839
bis
1860
einer
Unmenge
von
Menschen
das
Leben
kosteten.
Wohin
man
schaut,
stets
waren
es
einflussreiche
Finanzkartelle,
die
sich
Staat,
In-
dustrie
und
Gesellschaft
gefügig
machten,
um
ihre
verwerflichen
Ziele
zu
verfolgen.
Cambridge
University
Press
publizierte
am
26.
November
2013
ein
Dokument
mit
dem
Titel:
»Die
Bank
von
England,
Montagu
Norman
und
die
Internationalisierung
der
Anglo-Irischen
Finanzbeziehungen
1922
bis
1943«.
Es
beschreibt
den
Transformationsprozess
des
»Empire«
hin
zum
»Commonwealth«,
das
bis
heute
56
Länder
und
zweieinhalb
Milliarden
Menschen
an
die
britische
Krone
bindet
-
sprich,
den
Strategiewechsel
von
der
Unterwerfung
durch
militärische
Eroberung
hin
zur
Unterjochung
durch
Verordnungs-
konstrukte
und
finanzielle
Abhängigkeiten.
Montagu
Norman
war
von
1920
bis
1944
Gouverneur
der
Bank
of
England.
Seine
im
Archiv
der
Zentralbank
abrufbaren
Terminkalender
geben
einen
Einblick
in
das
Wirken
des
Mannes.
Nach
einer
kontrovers
diskutierten
Rede
vor
Bankierskollegen
im
Jahr
1924
blieb
der
einflussreiche
Finanzmagnat
der
Nachwelt
unter
anderem
mit
einem
Zitat
in
Erinnerung,
das
allerdings
bereits
am
15.
November
1894
auf
Seite
16
des
Southern
Mercury
aus
Houston
(Texas)
auftauchte
und
demnach
nicht
Norman
zuzuschreiben
ist.
»Das
Kapital
muss
sich
auf
jede
erdenkliche
Weise
schützen,
sowohl
durch
Zusammenschlüsse
als
auch
durch
Gesetze.
Schulden
müssen
so
schnell
wie
möglich
einge-
trieben
und
Hypotheken
zwangsversteigert
werden.
(...)
Wenn
die
einfachen
Leute
auf
Basis
rechtlicher
Prozesse
ihre
Häuser
verlieren,
werden
sie
gefügiger
und
durch
den
starken
Arm
der
Regierung,
der
von
einer
zentralen
Macht
des
Wohlstands
unter
führenden
Financiers
geleitet
wird,
leichter
regierbar.«
85
Wie
das
internationale
Zentralbankenkartell
sich
und
sein
Kapital
schützt,
veranschaulicht
ein
Absatz
aus
den
im
hauseigenen
Archiv
schlummernden
Gründungsstatuten
der
Bank
für
Interna-
tionalen
Zahlungsausgleich
(BIZ).
In
Artikel
zehn
soll
demzufolge
festgehalten
sein:
»Die
Bank,
ihr
Eigentum
und
ihre
Vermögenswerte
sowie
alle
ihr
anvertrauten
Einlagen
und
sonstigen
Gelder
sind
in
Friedens-
und
Kriegszeiten
immun
gegen
jegliche
Maßnahmen
wie
Enteignung,
Beschlagnahme,
Konfiszierung,
Verbot
oder
Einschränkung
der
Ausfuhr
oder
Einfuhr
von
Gold
oder
Devisen
sowie
gegen
jegliche
andere
Maßnahme.«
Sprich:
man
steht
über
dem
Gesetz.
Und
tatsächlich
verfügt
das
mächtigste
Finanzinstitut
der
Welt
über
allerlei
Sonderrechte.
Es
hat
einen
eigenen
Sicherheitsdienst,
steht
auf
exterritorialem
Gebiet
mitten
in
Basel
(Schweiz)
und
kann
seinen
Mitarbeitern
Immunität
vor
Strafverfolgung
bieten.
Zeitungsarchive
doku-
mentieren
die
zentrale
Rolle,
die
die
BISZ
seit
ihrer
Gründung
im
Jahr
1930
für
das
Weltfinanzsystem
einnimmt.
Die
jährliche
Generalversammlung
der
BISZ,
an
der
Repräsentanten
aller
63
an-
geschlossenen
Zentralbanken
teilnehmen,
dürfte
das
wichtigste
Meeting
eines
jeden
Jahres
sein.
Auch
wenn
kaum
jemals
darüber
berichtet
wird.
Der
YouTube-Kanal
der
Bank
zeigt
überdies,
wohin
die
Reise
in
puncto
digitalem
Zentralbankgeld
geht.
Denn
die
BISZ
arbeitet
fieberhaft
an
entsprechenden
Transaktionsprozessen,
Softwarelösungen
und
einem
zentralen
»Ledger«
(Hauptbuch,
fin.),
das
die
Schaltstelle
zentralbankregulierter
Währungskonversion
werden
dürfte.
Außerdem:
Wo
Yuval
Noah
Harari
als
hofierter
Gastredner
empfangen
wird,
passiert
selten
etwas
Gutes.
Vielsagend
in
Bezug
auf
das
Selbstverständnis
der
Bankeneliten
ist
auch
ein
Zitat
von
EZB-Chefin
Christine
Largarde
vom
April
2012:
»Das
ist
eine
sehr
faszinierende
Institution,
weil
sie
völlig
antizyklisch
ist.
Wenn
es
um
den
Internationalen
Währungsfonds
(IWF)
herum
bergab
geht,
florieren
wir.
Wir
werden
extrem
aktiv,
weil
wir
Geld
verleihen,
Zinsen
und
Gebühren
verdienen
und
all
das,
und
der
Institution
geht
es
gut.
Wenn
es
der
Welt
gut
geht
und
wir
Jahre
des
Wachstums
hinter
uns
haben,
wie
das
2006
und
2007
der
Fall
war,
geht
es
dem
IWF
finanziell
und
anderweitig
nicht
so
gut.«
Wem
Krisenkapitalismus,
Kolonialismus,
Eugenik,
zwei
Welt-
kriege
und
der
Knotenpunkt
des
CBDC-Systems
von
morgen
noch
nicht
genügen,
um
Motivation,
Ziele
und
Skrupellosigkeit
der
Bankenkartelle
erfassen
zu
können,
dem
sei
ein
vertiefter
Blick
auf
die
amerikanische
Geschichte
empfohlen.
Ein
knapp
70
Seiten
umfassendes
Essay
des
US-Friedensaktivisten
Michael
Rivero
aus
dem
Jahr
2014
veranschaulicht
das
Ausmaß
des
Einflusses,
den
Spitzenbankiers
auf
den
Lauf
der
Welt
nahmen
und
nehmen.
Titel
des
Papiers:
»All
Wars
are
Bankers
Wars«.
Leider
sind
eine
Vielzahl
der
im
Dokument
angeführten
Zitate
nicht
belegbar.
Riveros
Interpretation
der
historischen
Abläufe
jedoch
ist
nachvollziehbar
und
weitestgehend
korrekt.
Er
beginnt
seine
Abhandlung
mit
einer
Beschreibung
der
Umstände,
die
zur
amerikanischen
Revolution
führten,
die
1765
begann
und
1783
in
der
Unabhängigkeit
der
Vereinigten
Staaten
mündete.
Der
Aufstand
gegen
die
britische
Kolonialmacht
begann
in
den
dreizehn
Kolonien,
die
das
britische
Imperium
ab
1607
an
der
nordamerikanischen
Atlantikküste
etablierte.
Dreh-
und
Angel-
punkt
der
schwelenden
Konflikte
zwischen
Kolonien
und
Krone
war
die
von
London
diktierte
Fiskalpolitik.
Denn
während
die
Kolonien
bemüht
waren,
finanzielle
Unabhängigkeit
zu
erreichen
und
eigene
Währungen
herauszugeben,
bestand
Konig
Georg
III.
m
00
darauf,
die
Kontrolle
über
das
koloniale
Währungssystem
zu
behalten.
Dazu
erließ
er
verschiedene
Gesetze,
die
sowohl
die
Gründung
lokaler
Banken
als
auch
die
Herausgabe
eigener
Bank-
noten
einschränkte.
Siehe
»Currency
Act«
von
1751
und
1764.
Ziel
des
britischen
Parlamentes
war
stets,
seinen
amerikanischen
Kolonien
ein
Währungssystem
auf
Grundlage
des
Pfund
Sterling
zu
oktroyieren.
Da
man
in
London
die
Ansicht
vertrat,
die
Kontrolle
kolonialer
Währungen
sei
zu
komplex,
erklärte
man
diese
schlicht
für
wertlos
—
was
in
Konsequenz
bedeutete,
dass
die
Kolonien
ihre
Schulden
gegenüber
Großbritannien
nicht
mit
eigenem,
zinsfreien
Geld
abtragen
konnten,
sondern
gezwungen
waren,
Kredite
bei
der
Bank
of
England
aufzunehmen.
Im
Lichte
eines
signifikanten
Handelsdefizits
gegenüber
Großbritannien
regte
sich
infolgedessen
zusehends
Unmut
in
den
Kolonien.
Am
4.
Juli
1776
erklärten
die
Vereinigten
Staaten
offiziell
ihre
Unabhängigkeit
von
Großbritannien.
Das
hielt
die
angelsächsi-
sche
Bankierskaste
allerdings
nicht
davon
ab,
im
Jahr
1791
die
erste
Zentralbank
der
USA
zu
gründen
-
die
»First
Bank
of
the
United
States«.
Offiziell
wird
die
Gründung
dieses
Finanzinstituts
einer
Initiative
des
US-Gründervaters
Alexander
Hamilton
zu-
geschrieben,
dessen
Antlitz
bis
heute
die
10-Dollar-Note
ziert.
Tatsächlich
gehörten
jedoch
mindestens
70
Prozent
der
Zent-
ralbank
britischen
Investoren.
Namentlich
zum
Beispiel
dem
Haus
Rothschild,
das
zu
dieser
Zeit
nicht
nur
die
Finanzwelt
Großbritanniens
dominierte.
Für
geordnete
Verhältnisse
auf
dem
Finanzmarkt
sorgte
die
Gründung
der
First
Bank
of
the
United
States
jedenfalls
nicht.
Im
Gegenteil.
Bereits
im
Gründungsjahr
der
Bank
lancierte
Alexander
Hamilton
als
amtierender
Finanzminister
den
ersten
»Bailout«
der
US-
Geschichte.
Dies,
weil
der
Kurs
der
Zentralbankaktien
(BUS)
von
25
Dollar
am
4.
Juli
sprunghaft
auf
312
Dollar
am
11.
August
angestiegen
war.
Die
so
entstandene
Finanzblase
platzte
zuerst
in
New
York.
Panik
breitete
sich
aus.
Die
BUS-Papiere
verloren
binnen
48
Stunden
die
Hälfte
ihres
Wertes.
Ein
Zusammen-
bruch
des
Finanzmarktes
zeichnete
sich
ab.
Um
einen
Kollaps
abzuwenden,
stützte
Hamiltons
Finanzministerium
das
System.
Über
Frontorganisationen
in
New
York
und
Philadelphia
ließ
er
560.000
US-Dollar
in
den
Markt
pumpen.
Nach
heutigen
Maß-
stäben
bis
zu
80
Milliarden.
Das
Credo
damals
wie
heute:
Gewinne
privatisieren
—
Verluste
sozialisieren.
Nur
gut
sechs
Monate
später,
im
Frühjahr
1792,
drohte
der
Fi-
nanzmarkt
erneut
zusammenzubrechen
—
und
wieder
stützte
Hamiltons
Behörde
den
Finanzmarkt
mit
staatlichen
Mitteln.
Als
die
Lizenz
der
in
Missgunst
geratenen
First
Bank
of
the
USA
anno
1811
zur
Erneuerung
anstand,
stimmte
der
US-Kongress
dagegen.
Das
angelsächsische
Bankenkartell
schäumte
vor
Wut,
während
einflussreiche
US-Politiker
wie
Thomas
Jefferson
und
Andrew
Jackson
nach
dem
initialen
Zentralbankdesaster
dafür
plädierten,
das
amerikanische
Volk
selbst
über
seine
Zahlungs-
mittel
entscheiden
zu
lassen
—
nicht
Partikularinteressen
aus
London.
Die
aufgrund
territorialer
Anspruchshaltung
ohnehin
angespannte
Lage
zwischen
den
Vereinigten
Staaten
und
ihrer
einstigen
Kolonialmacht
verschärfte
das
nur.
Nicht
wenige
Amerikaner
halten
die
Absage
an
eine
von
britischem
Kapital
dominierte
Zentralbank
gar
für
den
ausschlaggebenden
Grund
des
Zweiten
Unabhängigkeitskrieges,
der
zwischen
1812
und
1815
weitere
17.000
Soldaten
das
Leben
kostete
und
den
Imperialisten
von
der
Insel
vor
Augen
führte,
dass
die
USA
militärisch
nicht
mehr
zu
bezwingen
waren.
Nathan
Mayer
Rothschild,
seinerzeit
einflussreichster
Bankier
des
Empire,
soll
den
Vereinigten
Staaten
für
den
Fall,
dass
die
89
90
Lizenzverlängerung
für
die
Zentralbank
nicht
genehmigt
werde,
offen
gedroht
und
einen
vernichtenden
Krieg
in
Aussicht
gestellt
haben.
Entsprechende
Zitate,
die
dem
in
Deutschland
geborenen
Finanzmagnaten
zugeschrieben
werden
und
sich
im
Internet
ohne
Quellenangabe
munter
replizieren,
sind
derweil
aber
nicht
verifizierbar.
Obwohl
man
sich
gut
vorstellen
kann,
dass
die
Entwicklungen
in
der
ehemaligen
Kolonie
einen
Rädelsführer
der
Bankenmafia
nicht
wirklich
verzückten.
Interessant
ist
in
diesem
Kontext,
was
sich
zu
Nathans
Wirken
im
offiziellen
Familienarchiv
der
Rothschilds
findet:
»Durch
seinen
Erfolg
ermutigt,
ließ
sich
Nathan
wahrscheinlich
1804
in
London
als
Kaufmann
registrieren
und
zog
nach
London,
um
sich
als
Bankier
niederzulassen.
1809
gründete
er
N
M
Roth-
schild
in
New
Court,
St
Swithin’s
Lane
in
der
City
of
London.
Das
Geschäft
in
Manchester
wurde
von
einem
von
Nathans
Angestellten,
Joseph
Barber,
übernommen,
und
das
Unternehmen
stellte
1811
endgültig
den
Handel
unter
dem
Namen
Rothschild
ein.
Der
vorüber-
gehende
Zugang
zu
Geldern,
die
das
Haus
Rothschild
in
Frankfurt
für
Wilhelm
IX.
von
Hessen-Kassel
anlegte,
erweiterte
den
Umfang
von
Nathans
Londoner
Geschäften
erheblich.
Diese
basierten
auf
profitablen
Spekulationen
mit
britischen
und
ausländischen
Wert-
papieren
und
erfolgreichem
Handel
mit
Devisen
und
Goldbarren.
1814
war
es
Nathan,
der
den
prestigeträchtigen
Auftrag
der
bri-
tischen
Regierung
zum
Kauf
und
Transport
von
Goldmünzen
zur
Finanzierung
von
Wellingtons
Armee
auf
dem
Kontinent
erhielt.
Nach
dem
Sieg
Wellingtons
bei
Waterloo
erhielt
das
Londoner
Haus
einen
weiteren
Auftrag
zur
Abwicklung
englischer
Subsidienzah-
lungen
an
die
europäischen
Verbündeten.
Die
Position
von
Nathan
Rothschild
als
führendem
Handelsbankier
der
City
wurde
1826
gefestigt,
als
die
Firma
mit
einer
sofortigen
Goldspritze
eingriff,
um
die
Bank
of
England
zu
retten.
Nathans
London
House
gab
zwischen
1818
und
1835
26
britische
und
ausländische
Staatsanleihen
aus
und
brachte
1824
die
Alliance
Assurance
Company
(heute
RSA
Insurance
Group)
an
die
Börse.«
Der
kurze
Auszug
aus
der
Vita
des
Bankiers
verdeutlicht,
welche
Rolle
die
Finanzeliten
im
System
Staat
seit
jeher
einnehmen.
Sie
missbrauchen
ihn
für
die
Verfolgung
ihrer
übergeordneten
Interessen.
Die
1450
beginnende
Timeline
der
Familienchronik
festigt
diesen
Eindruck
nur.
Gleiches
gilt
für
das
Wirken
von
»Räuber-Baronen«
wie
John
Pierpont
Morgan,
der
schon
in
jungen
Jahren
über
mehr
Geld
verfügte
als
die
US-Regierung
und
zwei
Mal
im
Alleingang
das
amerikanische
Finanzsystem
vor
dem
Kollaps
bewahrte.
Oder
für
die
Rockefeller
Familie,
die
den
ersten
Milliardär
der
Welt
aufzubieten
hat
und
auch
2024
noch
Platz
42
auf
der
Forbes-Liste
einnimmt
—
und
die
mit
David
Rockefeller
wohl
einen
der
umtriebigsten
»Philanthropen«
aller
Zeiten
hervor-
brachte.
Wobei
Philanthropie
an
dieser
Stelle
als
organisierte
Kriminalität
verstanden
werden
muss.
Obwohl
die
Lizenz
der
ersten
US-Zentralbank
1811
nicht
ver-
längert
wurde
und
die
Vereinigten
Staaten
1815
den
Krieg
gegen
Großbritannien
gewannen,
ging
das
Kalkül
des
britischen
Kapitals
schlussendlich
auf.
Londons
Banker
hatten
nämlich
unverhohlen
darauf
spekuliert,
dass
ein
weiterer
Krieg
entweder
darauf
hinaus-
laufe,
die
Abtrünnigen
zu
rekolonialisieren,
oder
sie
endgültig
in
die
Schuldknechtschaft
zu
treiben.
Sodass
der
US-Kongress
gezwungen
wäre,
eine
neue
Zentralbanklizenz
auszustellen,
um
Liquidität
über
teure
Kredite
herzustellen
—
und
genau
so
kam
es.
Schon
1816
genehmigte
die
US-Regierung
aufgrund
der
prekären
finanziellen
Lage
des
Landes
einen
neue
Zentralbanklizenz.
Die
»Second
Bank
of
the
United
States«
entstand.
Zum
zweiten
Mal
hatte
das
mafiös
operierende
Kapital
der
City
of
London
Kontrolle
über
die
fiskalischen
Belange
der
USA
erlangt.
91
92
4.000
Privatinvestoren
hielten
circa
80
Prozent
des
Kapitals
der
neuen
Zentralbank.
Davon
3.000
Europäer.
Der
größte
Teil
des
Kapitals
befand
sich
in
Händen
einer
Handvoll
superreicher
Financiers.
Doch
auch
dieses
Mal
sollte
das
räuberische
Modell
nicht
lange
funktionieren.
13
Jahre
lang
schaffte
es
die
neue
Zentralbank
die
Fassade
einer
nützlichen
Institution
aufrecht
zu
erhalten.
Dann
wurde
Andrew
Jackson
als
siebter
Präsident
der
USA
vereidigt.
Er
sah
in
der
von
britischem
Geld
dominierten
Zentralbank
eine
korrupte
Institution
und
Gefahr
für
die
frei-
heitliche
Gesellschaftsordnung
Amerikas.
»Sofern
das
korrupte
Monster
nicht
in
seiner
unrecht-
mäßig
erworbenen
Macht
beschnitten
werden
sollte,
werde
ich
ihm
mit
meinem
Veto
offen
und
furchtlos
begegnen.«
(Andrew
Jackson,
19.
Februar
1832)
Davon
rückte
er
trotz
massiver
Beschwichtigungsversuche
seitens
Bankenlobby
und
Empire-Sympathisanten
nicht
ab.
Eine
Ver-
längerung
der
auf
20
Jahre
geltenden
Zentralbanklizenz
stand
für
Jackson
nicht
zur
Debatte.
Der
infolgedessen
entstandene
Konflikt
zwischen
Zentralbankgegnern
und
-befürwortern
ging
als
»Bank
War«
in
die
Annalen
ein
und
dominierte
den
Präsi-
dentschaftswahlkampf
1832.
Jackson
gewann.
Wie
angekündigt
entmachtete
er
die
Zentralbank,
indem
er
1833
alle
Bundes-
einlagen
abzog
und
diese
per
Exekutivorder
auf
eine
Handvoll
Privatbanken
verteilte
—
was
der
regulativen
Rolle
der
zweiten
Zentralbank
Amerikas
ein
abruptes
Ende
setzte.
Drei
Jahre
vor
Auslaufen
der
1816
erteilten
Lizenz.
»Ich
glaube
nicht,
dass
der
Verstand
des
Menschen
ein
System
entwickeln
könnte,
mit
dem
unserem
Land
noch
mehr
Unglück,
Unmoral,
Ungerechtigkeit
und
Betrug
zugefügt
werden
könnte,
und
das
die
Täter
so
wirksam
vor
Entdeckung
und
Bestrafung
schützt
wie
unser
Papier-
geld-Kreditsystem.«
(Rep.
John
Harmanson,
Louisiana,
April
1,
1846)
Jacksons
Triumph
über
die
angelsächsische
Bankenmafia
folgte
die
»Free
banking«
Ära.
Im
Zeitraum
von
1837
bis
1862
existierten
ausschließlich
Geschäftsbanken,
keine
Zentralbank.
Texas,
Ar-
kansas,
Iowa
und
Kalifornien
verboten
Bankdienstleistungen
sogar
generell.
Banking
war
dort
de
facto
illegal.
In
den
meisten
Bundesstaaten
bedurfte
es
weiterhin
einer
Lizenz,
um
eine
Bank
zu
gründen.
Da
diese
Restriktion
die
Monopolbildung
begünstigte,
erließ
der
Bundesstaat
Michigan
kurz
nach
seiner
Gründung
im
Jahr
1837
den
»Free
Banking
Act«.
Ein
Jahr
später
folgte
New
York
diesem
Beispiel.
Der
Finanzmarkt
der
USA
veränderte
sich
drastisch.
Deregulie-
rung
machte
es
in
vielen
Bundesstaaten
einfacher,
eine
Bank
zu
gründen.
Sie
schossen
wie
Pilze
aus
dem
Boden.
Dafür
sank
ihre
Halbwertszeit
auf
durchschnittlich
fünf
Jahre.
Viele
gingen
schlicht
an
ihren
maladen
Geschäftspraktiken
zugrunde.
In
anderen
Regionen
war
Banking
verboten.
Man
zahlte
mit
Gold
und
Silber.
Texas
versuchte
es
mit
einer
eigenen,
bundesstaat-
lichen
Währung.
Da
es
jedoch
keine
Infrastruktur
gab,
um
die
neuen
Banknoten
unters
Volk
zu
bringen,
blieben
diese
wertlos.
In
den
»Free
Banking«-Staaten
kam
eine
Vielzahl
neuer
Wäh-
rungen
in
Umlauf.
Denn
nun
konnte
praktisch
jedes
Unternehmen
seine
eigene
anbieten.
Das
sorgte
zeitweilen
für
Chaos
—
dafür
verschuldete
sich
die
Nation
nicht
heillos
bei
einem
von
Finanz-
mafiosi
kontrollierten
Zentralbanksystem,
das
sich
systematisch
am
Besitz
der
Bevölkerung
bereichert.
Selbst
Alan
Greenspan,
von
1987
bis
2006
Chef
der
heutigen
US-Zentralbank,
räumte
bei
einer
Rede
am
2.
Mai
1998
ein:
0)
©)
94
»Obwohl
das
freie
Bankwesen
nicht
so
frei
war
wie
allgemein
an-
genommen,
war
es
auch
nicht
annähernd
so
instabil.
Die
Wahr-
nehmung
der
Ära
des
freien
Bankwesens
als
eine
Ära
des
wilden
Bankwesens,
das
von
finanzieller
Instabilität
und
insbesondere
von
weitverbreiteten,
erheblichen
Verlusten
für
Anleihegläubiger
geprägt
war,
erweist
sich
ebenfalls
als
übertrieben.
Neuere
Forschungen
haben
gezeigt,
dass
Pleiten
freier
Banken
nicht
so
häufig
vorkamen
und
die
daraus
resultierenden
Verluste
für
Anleihegläubiger
nicht
so
schwerwiegend
waren,
wie
frühere
Historiker
behauptet
hatten.«
Dann
kam
der
Sezessionskrieg.
Der
»Civil
War«.
Die
US-Regierung
in
Form
der
»Union«
war
mit
Kriegsbeginn
1861
auf
ein
ein-
heitliches
Zahlungsmittel
angewiesen,
um
landesweit
Munition
bezahlen
zu
können.
Wieder
bot
sich
das
Bankenkartell
dem
amtierenden
Präsidenten
an
—
dieses
Mal
Abraham
Lincoln
—
um
den
Krieg
gegen
die
abgespalteten
»Konföderierten«,
die
Verteidiger
der
Sklavenhaltung
zu
finanzieren.
Zu
einem
völlig
überzogenen
Zinssatz.
Doch
auch
Lincoln
war
kein
Freund
des
Zentralbankensystems.
Er
lehnte
ab
und
beschloss,
von
seiner
Regierung
eine
landesweit
gültige
Währung
auflegen
zu
lassen.
Den
Greenback.
In
den
Jahren
1863
und
1864
verabschiedete
der
US-Kongress
zusätzlich
zwei
neue
Gesetze
—
die
National
Banking
Acts
—
mit
denen
die
neue
Landeswährung
der
Vereinigten
Staaten
als
solche
zementiert,
einheitliche
Regeln
für
den
Finanzmarkt
geschaffen
und
die
schul-
dentreibende
Kreditaufnahme
bei
einer
Zentralbank
künftig
ver-
mieden
werden
sollten.
Das
erklärte
Ziel:
Finanzielle
Autonomie.
Im
Frühjahr
1863
verzeichnete
der
Greenback
einen
Kurs
von
152
zu
100
Gramm
Gold.
Der
Tiefpunkt
seines
Wertes
war
im
Juli
1864
erreicht.
Für
100
Gramm
Gold
musste
man
258
Greenbacks
auf
den
Tisch
legen.
1865
stoppte
die
US-Regierung
das
Drucken
von
Greenbacks
und
beschränkte
die
Umlaufmenge
des
Geldes.
Danach
stieg
der
Kurs
des
Greenback
bis
er
im
Dezember
1878
Parität
mit
Gold
erreichte
und
eins
zu
eins
umgetauscht
werden
konnte.
1878
waren
seine
Tage
trotz
allem
gezählt.
Und
1879
wurden
die
letzten
Scheine
aus
dem
Verkehr
gezogen.
Frankreich
und
Großbritannien
unterstützten
derweil
eifrig
die
Konföderation,
erwogen
während
des
Sezessionskrieges
gar
einen
gemeinsamen
Angriff
auf
die
USA,
um
Lincolns
bankenfeindliche
Union
in
die
Schranken
zu
weisen.
Dies
wurde
lediglich
durch
die
Präsenz
der
mit
Lincoln
kooperierenden
russischen
Marine
verhindert.
Russland
hatte
kurz
zuvor
ebenfalls
das
Zentral-
bankensystem
abgeschafft
und
seine
Währungsangelegenheiten
selbst
in
die
Hand
genommen.
Die
Union
gewann
den
»Civil
War.
Doch
Widerstand
hat
seinen
Preis.
Kurz
nach
Ende
des
Krieges,
am
14.
April
1865,
wurde
Abraham
Lincoln
erschossen.
Es
war
das
erste
Attentat
auf
einen
US-Präsidenten.
Und
auf
der
Suche
nach
den
Schuldigen
denken
bis
heute
nicht
wenige
Amerikaner
zuvorderst
an
die
gewissenlose
Bankenmafia.
Wenig
verwunder-
lich.
War
der
Zeitraum
zwischen
1781
und
1878
doch
geprägt
von
einem
erbitterten
Ringen
der
jungen
Nation
um
finanzielle
Selbstbestimmung.
Auch
auf
Lincoln
folgende
US-Präsidenten
wie
Andrew
Johnson
(1865-1869),
James
Garfield
(März
1881
—
September
1881)
oder
William
McKinley
(1897-1899)
sprachen
sich
gegen
ein
Zentral-
banksystem
aus.
Doch
auch
Garfield
und
McKinley
fielen
einem
Attentat
zum
Opfer.
Und
das
Wirtschaftswachstum
der
sich
auf-
schwingenden
Supermacht
implizierte
bereits
im
ausgehenden
19.
Jahrhundert,
dass
der
US-Finanzmarkt
in
absehbarer
Zeit
stärker
reguliert
werden
müsse.
Das
Bankenkartell
kam
unter
Zugzwang.
Es
musste
verhindern,
dass
besagte
Regulierung
sie
und
ihr
räuberisches
Zentralbankmodell
negierte.
Denn
kämen
95
96
die
Vereinigten
Staaten
ohne
Zentralbank
aus,
könnte
das
Signal-
wirkung
für
den
Rest
der
Welt
haben.
Einer
solchen
Entwicklung
planten
die
Banker
mit
dem
Aldrich
Plan
zuvorzukommen.
Den
Anfang
vom
Ende
finanzieller
Auto-
nomie
markierte
ein
geheimes
Treffen
auf
Jekyll
Island,
einer
23
Quadratkilometer
großen
Insel
vor
der
Küste
des
US-Bun-
desstaates
Georgia.
Das
Eiland
ist
Sitz
des
unter
anderem
von
J.P.
Morgan,
William
K.
Vanderbilt
und
Joseph
Pulitzer
frequen-
tierten
Jekyll
Island
Club.
Dort
trafen
sich
am
22.
November
1910
US-Senator
Nelson
Aldrich
—
Schwiegervater
des
Erben
der
Rockefeller-Dynastie,
John
D.
Rockefeller
Jr.
und
eine
zentrale
Figur
im
Finanzausschuss
des
Senats,
wo
er
die
Geldpolitik
der
USA
verantwortete
—
sowie
eine
illustre
Delegation
einfluss-
reicher
Bankiers:
A.
Piatt
Andrew,
stellvertretender
Finanz-
minister,
Frank
Vanderlip,
Präsident
der
National
City
Bank
of
New
York,
Henry
P.
Davison,
Seniorpartner
bei
J.P.
Morgan,
Benjamin
Strong
Jr.,
Partner
von
J.P.
Morgan
und
Präsident
des
Bankers
Trust
sowie
Paul
Warburg,
Erbe
der
Bankiersfamilie
Warburg
und
Schwiegersohn
von
Solomon
Loeb,
der
sich
mit
seiner
New
Yorker
Investmentfirma
Kuhn,
Loeb
&
Company
über
die
Landesgrenzen
hinaus
einen
Namen
gemacht
hatte.
Ziel
des
Bankenkartells
war
es,
mit
dem
servilen
Aldrich
eine
Gesetzesvorlage
zu
erarbeiten,
die
zur
Installation
einer
Zentral-
bank
führen
und
die
unabhängige
Kontrolle
dieser
Institution
verunmöglichen
würde.
»Herr
Vorsitzender,
wir
haben
in
diesem
Land
eine
der
korrup-
testen
Institutionen,
die
die
Welt
je
gesehen
hat.
Ich
meine
das
Federal
Reserve
Board
und
die
Federal
Reserve
Bank.
Das
Federal
Reserve
Board,
ein
Regierungsgremium,
hat
die
Regierung
der
Vereinigten
Staaten
um
genug
Geld
betrogen,
um
die
Staatsschulden
zu
bezahlen.
Die
Plünderungen
und
Ungerechtigkeiten
des
Federal
Reserve
Board
und
der
Federal
Reserve
Bank
haben
dieses
Land
zusammen
genug
Geld
gekostet,
um
die
Staatsschulden
mehr-
fach
zu
bezahlen.
Diese
böse
Institution
hat
das
Volk
der
Vereinigten
Staaten
verarmt
und
ruiniert;
sie
hat
sich
selbst
bankrott
gemacht
und
hat
unsere
Regierung
praktisch
bankrott
gemacht.
Sie
hat
dies
durch
Mängel
des
Gesetzes
erreicht,
unter
dem
sie
operiert,
durch
die
Misswirt-
schaft
dieses
Gesetzes
durch
das
Federal
Reserve
Board
und
durch
die
korrupten
Praktiken
der
geldgierigen
Geier,
die
sie
kontrollieren.«
(Louis
T.
McFadden,
Rede
US-Kongress,
1934)
Als
man
den
binnen
neun
Verhandlungstagen
entwickelten
Aldrich
Plan
1912
der
Öffentlichkeit
präsentierte,
stieß
dieser
auf
massiven
Widerstand.
Karikaturen,
Zeichnungen
und
Anzeigen,
die
nach
der
Publikation
der
Gesetzesvorlage
kursierten,
stellten
die
von
der
angloamerikanischen
Hochfinanz
geplante
Zentralbank
als
furchteinflößende
Krake
dar,
die
sich
Regierung
und
Wirtschaft
bemächtigt.
Als
»privates
Syndikat«.
In
Anbetracht
des
Gegenwinds
aus
der
Bevölkerung
sah
sich
auch
das
US-Repräsentantenhaus
dazu
gezwungen,
die
Vorlage
abzulehnen.
Die
Diskussion
um
eine
Finanzmarkt-
und
Bankenreform
be-
stimmte
daraufhin
die
Präsidentschaftswahlen
von
1912,
bei
denen
sich
die
Demokraten
unter
Führung
von
Woodrow
Wilson
durchsetzen
konnten
—
weil
sie
den
Aldrich
Plan
ablehnten
und
sich
gegen
die
Schaffung
einer
Zentralbank
aussprachen.
Un-
geachtet
dieser
feurigen
Wahlversprechen
unterschrieb
der
neu
gewählte
US-Präsident
Wilson
noch
am
Tag
seines
Amtsantritts
und
nur
gut
ein
Jahr
nach
dem
Meeting
auf
Jekyll
Island
die
»Banking
Bill«
—
besser
bekannt
als
Federal
Reserve
Act
—
ein
Gesetz,
das
nahezu
alle
Elemente
des
Aldrich
Plans
enthält.
Durch
den
Kongress
brachte
man
das
Gesetz
übrigens
nur,
weil
es
am
97
98
Weihnachtsfeiertag
1913
vorgelegt
wurde,
an
dem
viele
Zentral-
bankkritiker
zu
Hause
geblieben
oder
verreist
waren.
Das
transatlantische
Bankenkartell
war
am
Ziel.
Die
USA
unter-
standen
endlich
wieder
seiner
absoluten
Kontrolle.
Und
daran
hat
sich
bis
heute
nichts
geändert.
Denn
die
Gründung
der
Federal
Reserve
markiert
den
Anfang
vom
Ende
der
freiheitlich
organisierten
Weltordnung,
den
Beginn
eines
»Jahrhunderts
der
Versklavung«
(J.
Corbett).
Montagnola,
am
30.
Juni
2024
Monopole,
Macht
und
Mord
(Teil
2)
Die
Verabschiedung
des
Federal
Reserve
Acts
markierte
1913
einen
Paradigmenwechsel
auf
dem
Feld
des
»International
Banking«.
Anstatt
nur
den
Finanzmarkt
einer
Nation
zu
kontrollieren
und
sich
die
jeweilige
Regierung
durch
Schuldknechtschaft
gefügig
zu
machen,
trachtete
das
vom
Erfolg
in
den
USA
beflügelte
Ban-
kenkartell
nun
nach
globaler
Marktkonsolidierung.
Ziel:
die
weltumspannende
Zentralisierung,
Koordination
und
Kontrolle
von
Finanzmacht.
Und
damit
von
Regierungen,
Wirtschaft
und
Gesellschaft.
Ein
omnipotentes
Imperium
auf
Basis
von
Verträgen,
Verordnungen,
Verpflichtungen
und
Verbindlichkeiten.
Empire,
Commonwealth,
Global
Governance
—
so
die
Evolutionsstufen
der
Machtergreifung.
Die
neue
Doktrin
der
Pradatorenkaste:
Kontrolle
der
Gedanken,
anstatt
Versklavung
der
Korper.
Wie
die
Bankenkartelle
aufkeimende
Kritik
an
ihrer
Machtfiille
geschickt
zum
eigenen
Vorteil
nutzen,
zeigt
die
kurze
Passage
eines
Textes
von
HISTORY
uber
J.P.
Morgan:
»Morgan
wurde
zundchst
weithin
dafiir
gelobt,
dass
er
Wall
Street
aus
der
Finanzkrise
von
1907
gefiihrt
hatte.
In
den
darauffolgenden
Jahren
wurde
der
beleibte
Bankier
mit
dem
Schnauzbart
und
dem
schroffen
Auftreten
jedoch
zunehmend
von
Enthiillungsjournalisten,
progressiven
Politikern
und
anderen
kritisiert.
Er
habe
zu
viel
Macht
und
kénne
das
Finanzsystem
zu
seinem
eigenen
Vorteil
©)
©)
100
manipulieren.
1912
wurde
Morgan
vor
einen
Kongressausschuss
unter
Vorsitz
des
US-Abgeordneten
Arsene
Pujo
aus
Louisiana
geladen,
um
die
Existenz
eines
Geldtrusts
zu
untersuchen,
einer
kleinen
Kabale
von
Wall-Street-Elitefinanziers,
zu
denen
auch
J.P.
Morgan
gehörte,
die
angeblich
gemeinsame
Sache
machten,
um
das
amerikanische
Bankwesen
und
die
amerikanische
Industrie
zu
kontrollieren.
Die
Anhörungen
des
Pujo-Ausschusses
trugen
zur
Gründung
des
Federal
Reserve
Systems
im
Dezember
1913
bei
und
förderten
die
Verabschiedung
des
Clayton
Antitrust
Act
von
1914.«
Viele
Länder
Europas
befanden
sich
während
des
über
Genera-
tionen
andauernden
Gerangels
um
die
Etablierung
einer
Zentral-
bank
in
den
USA
längst
im
Würgegriff
der
Bankenmafia.
Bereits
1668
wurde
mit
der
schwedischen
Riksbank
das
erste
als
Zentral-
bank
betitelte
Kreditinstitut
aus
der
Taufe
gehoben.
1694
wurde
die
Bank
of
England
gegründet,
das
einflussreichste
Geldinstitut
seiner
Ära.
Und
am
16.
Januar
1800
legte
Napoleon
den
Grundstein
für
die
Banque
de
France.
Sie
sollte
sich
der
Stabilisierung
der
Währung
und
Schaffung
von
Liquidität
widmen,
weil
sich
das
französische
Bargeld
seit
der
Revolution
grassierender
Hyperinfla-
tion
ausgesetzt
sah.
Diese
frühen
Zentralbanken
brachten
private
Noten
in
Umlauf,
die
als
offizielle
Landeswährung
fungierten.
Auf
deren
Her-
und
Bereitstellung
hatten
sie
quasi
ein
Monopol.
Die
primäre
Aufgabe
bestand
also
darin,
ein
stabiles
Inlandszah-
lungsmittel
herauszugeben
und
die
Umlaufmenge
des
Geldes
zu
kontrollieren.
Darüber
hinaus
versorgten
die
Zentralbanken
den
jeweiligen
Staat
mit
Liquidität.
Dazu
verkaufen
Zentralbanken
Staatsanleihen,
also
festverzinsliche
Wertpapiere
des
Staates,
was
nichts
anderes
als
ein
Handel
mit
Schuldscheinen
ist,
die
den
Besitzer
berechtigen,
Geld
vom
Staat
zu
fordern.
So
gesehen
ist
die
Emission
von
Staatsanleihen
eine
Form
des
»Crowdfunding«.
Will
sich
ein
Staat
ein
paar
Milliarden
leihen,
wird
dieser
Betrag
durch
Staatsanleihen
auf
eine
große
Anzahl
von
Anleger
verteilt.
Im
Gegenzug
verpflichtet
sich
der
Staat,
den
Gläubigern
nach
Ablauf
der
Laufzeit
den
Nennwert
der
Anleihe
auszuzahlen
und
regelmäßig
Zinsen
auszuschütten.
Versucht
man,
diesen
Prozess
ohne
die
Seriosität
heischenden
Finanzmarktbegriffe
zu
beschreiben,
könnte
man
auch
sagen:
Wenn
der
notorisch
klamme
Staat
wieder
Geld
von
der
Zentral-
bank
leihen
will,
gibt
diese
Schuldscheine
heraus
und
verkauft
sie
der
Bevölkerung,
die
in
trügerischer
Sicherheit
gewogen
wird
und
sich
von
der
Anlage
einen
kleinen
Gewinn
erhoffen
darf
-
wenn
der
Staat
über
die
Laufzeit
der
Anlage
zahlungsfähig
bleibt.
Staats-
anleihen
gelten
als
besonders
sichere
Anlageform.
Das
bezieht
sich
vor
allem
auf
vermeintlich
finanzstarke
Länder,
wo
sicher-
heitsorientierte
Anleger
dafür
nur
mit
einer
geringen
Verzinsung
rechnen
dürfen.
Wer
höhere
Renditen
erzielen
möchte,
kann
in
Schwellenländer
wie
Brasilien,
Südafrika
oder
die
Türkei
inves-
tieren,
muss
dafür
aber
auch
mit
höheren
Ausfallrisiken
rechnen.
In
der
Realität
sinken
die
Renditen
auf
Staatsanleihen,
abge-
sehen
von
ein
paar
kurzen
Verschnaufpausen,
seit
den
90er
Jahren
konstant.
Erzielte
man
mit
deutschen
Bundesanleihen
vor
30
Jahren
noch
um
acht
Prozent,
sind
es
im
Mai
2024
im
Schnitt
noch
2,53
Prozent.
Je
nach
Papier.
Zu
Beginn
der
Corona-Krise
rutschten
nicht
wenige
unter
die
Nulllinie
—
darunter
auch
An-
leihen
so
finanzstarker
Staaten
wie
Deutschland,
Österreich,
Niederlande
oder
Schweiz,
wo
die
Rendite
von
eidgenössischen
Bundesobligationen
nur
noch
bei
0,649
Prozentpunkten
liegt.
Kein
Wunder.
Denn
die
vom
Finanzmarktkartell
gemolkenen
Staaten
sind
pleite.
Allesamt.
Die
Staatsverschuldung
in
Relation
zum
Bruttoinlandsprodukt
(BIP)
beläuft
sich
in
den
USA
auf
122,
in
Großbritannien
auf
101
und
in
Deutschland
auf
63
Prozent
(Stand:
12/2023).
Die
deutsche
Schuldenuhr
visualisiert
das
101
102
Desaster
—
3.581
EUR
schlagen
pro
Sekunde
zu
Buche.
Der
Bund
der
Steuerzahler
(BdSt)
führt
diesbezüglich
aus:
»Zur
Veranschaulichung
dieser
Zahl
dient
folgendes
Gedankenspiel:
Ab
sofort
werden
keine
Schulden
mehr
aufgenommen
und
die
öffent-
liche
Hand
gesetzlich
verpflichtet,
neben
allen
anderen
Ausgaben
jeden
Monat
eine
Milliarde
Euro
an
Schulden
zu
tilgen.
Mit
dieser
Verpflichtung
würde
es
bis
ins
Jahr
2232
dauern,
um
den
Schulden-
berg
der
Bundesrepublik
Deutschland
vollständig
abzutragen.«
Die
USA
würden
im
Rahmen
dieses
Szenarios
also
weit
über
das
Jahr
2400
hinaus
tilgen,
um
ihre
Staatsschulden
loszuwerden.
Zinsänderungen
vorbehalten.
Dazu
erklärt
der
BdSt:
»Außerdem
entsteht
eine
immer
größere
Anfälligkeit
des
Staates
für
Zinsänderungen
an
den
Geld-
und
Kreditmärkten.
So
musste
der
Bund
am
Ende
der
Niedrigzinsphase
2021
weniger
als
drei
Milliarden
Euro
für
seine
Schulden
in
Form
von
Zinsverpflichtungen
zahlen
—
Ende
2023
waren
es
dann
mehr
als
vierzig
Milliarden
Euro!
Erhöhen
sich
die
Zinsen
mittelfristig
um
nur
einen
Prozentpunkt,
steigen
die
Zins-
kosten
allein
des
Bundes
um
bis
zu
siebzehn
Milliarden
Euro
pro
Jahr.«
Es
wird
deutlich:
Die
Staaten
dieser
Welt
sind
nicht
nur
pleite,
sie
haben
auch
keinerlei
realistische
Chance,
ihre
Schulden
jemals
abzutragen.
Sie
sind
der
Bankenmafia
und
deren
nachgeordneten
Globalistenzirkeln
ausgeliefert.
Ihre
einzige
»Einnahmequelle«
sind
die
Bürger,
die
über
Investmentblasen,
steigende
Abgaben,
Subventionswahn
und
Öko-Ablasshandel
sukzessiv
enteignet
werden.
Und
genau
das
war
das
Ziel
des
Zentralbankensystems.
Wie
der
Zufall
es
will,
entstand
die
Federal
Reserve
Bank
(FED)
nur
ein
Jahr
vor
Beginn
des
Ersten
Weltkrieges;
jener
blutigen,
von
an-
gloamerikanischen
Eliten
provozierten
Zäsur,
die
eine
vollständige
Internationalisierung
des
Zentralbankensystems
erst
ermöglichte.
Die
FED
finanzierte
den
Krieg
mit
sogenannten
»Liberty
Loans«.
Zwölf
Jahre
nach
Kriegsende
gründete
die
Finanzmarktmafia
die
Bank
für
Internationalen
Zahlungsausgleich
(BIZ).
Vorgeblich,
um
die
Reparationszahlungen
Deutschlands
abzuwickeln.
Damit
ist
die
BIZ
die
älteste
internationale
Finanzorganisation
der
Welt.
Mitglied
der
im
Oktober
1929
konferierenden
Expertenkommis-
sion
zur
BIZ-Gründung
war
auch
NSDAP-Mitglied
Hjalmar
Schacht,
»Hitlers
Banker«,
von
1923
bis
1939
fast
durchgehend
Reichs-
bankpräsident
und
von
1934
bis
1937
zusätzlich
Reichswirt-
schaftsminister
des
NS-Regimes.
Ebenfalls
durch
den
Ersten
Weltkrieg
ermöglicht
wurde
die
Gründung
des
Völkerbundes,
der
Vorläuferorganisation
der
Vereinten
Nationen
(UN).
Der
Frieden
von
Versailles,
von
dem
der
durch
Round-Table-In-
timus
Alfred
Milner
eingesetzte
Oberbefehlshaber
der
Alliierten,
Ferdinand
Foch,
sagte,
es
sei
»kein
Friedensvertrag,
sondern
ein
Waffenstillstand
für
zwanzig
Jahre«,
war
analog
seiner
Prophezeiung
bald
zu
Ende.
Stufe
zwei
der
geostrategischen
Rekalibrierung
des
Finanzmarktes
wurde
gezündet.
Nachdem
die
US-Finanzeliten
in
den
1930er
Jahren
zunächst
einen
faschis-
tischen
Diktator
im
eigenen
Land
installieren
wollten,
damit
jedoch
scheiterten,
finanzierten
sie
Adolf
Hitler.
»Märkte
lieben
totalitäre
Regierungen«,
wie
Larry
Fink
(CEO
BlackRock)
zu
sagen
pflegt.
So
kollaborierte
die
New
Yorker
Investmentbank
Union
Banking
Corp.
(UBC)
mit
Fritz
Thyssen.
Eines
der
sieben
Gründungsmitglieder
der
UBC
war
Prescott
Bush,
Großvater
des
ehemaligen
US-Präsidenten.
Ford
und
General
Motors
lieferten
Fahr-
und
Flugzeuge
an
Nazi-Deutschland.
Equipment,
ohne
das
ein
Angriff
auf
Polen
oder
Russland
nie
hätte
stattfinden
können,
wie
die
Washington
Post
in
einem
Artikel
vom
30.
No-
vember
1998
festhält.
103
104
Auch
Schweizer
Banken
unterstützten
Hitlers
Diktatur.
Sie
hor-
teten
Gelder
von
NSDAP-Granden,
verschoben
Raubkunst
und
konfiszierte
Vermögen
der
von
den
Nazis
verfolgten
Juden.
Die
im
Frühjahr
2023
unter
fragwürdigsten
Umständen
und
dank
260
Milliarden
Schweizer
Franken
staatlicher
Garantien
in
der
UBS
aufgegangene
Credit
Suisse
hielt
noch
bis
ins
Jahr
2002
das
Konto
eines
bei
den
Nürnberger
Prozessen
verurteilten
NS-Kom-
mandeurs.
Und
bis
2020
das
Konto
eines
mit
dem
Nazi-Regime
in
Verbindung
gebrachten
Offiziellen,
der
sich
nach
Argentinien
abgesetzt
hatte.
Kriminelle
Vereinigungen
waren
Großbanken
schon
immer.
Doch
was
nach
dem
Ersten
Weltkrieg
mit
der
Gründung
diverser
Zentralbanken
und
der
BIZ
im
Jahr
1930
begann,
entwickelte
erst
mit
dem
Ende
des
Zweiten
Weltkrieges
volles
Momentum.
Am
1.
Juli
1944,
zwei
Monate
vor
der
offiziellen
Einstellung
der
Kampfhandlungen,
legte
das
supranationale
Bankenkartell
mit
der
Bretton
Woods
Konferenz
den
Grundstein
für
das
bis
dato
herrschende
Finanzsystem.
Die
angloamerikanischen
Machtzirkel
hatten
es
eilig.
Mit
ihrer
Führungsrolle
in
puncto
Nachkriegsord-
nung
wollten
sie
sicherstellen,
dass
der
von
der
Federal
Reserve
kontrollierte
US-Dollar
zur
globalen
Leitwährung
erhoben
wird.
Dann
ging
es
Schlag
auf
Schlag.
Als
direkte
Kriegsfolge
entstanden
1945
die
Weltbank,
der
IWF
(Internationaler
Währungsfonds)
—
wobei
der
IWF
eher
eine
Bank
und
die
Weltbank
eher
ein
Fonds
ist
-
und
die
Vereinten
Nationen.
1948
wurde
die
People’s
Bank
of
China
gegründet,
die
chinesische
Zentralbank.
1973
wurde
SWIFT
ausgerollt,
das
sanktionsfreudige
SWIFTNet
Datenverarbeitungs-
und
Kommunikationssystem,
das
den
internationalen
Zahlungs-
verkehr
sowie
die
Interbankenkommunikation
zentralisieren,
sichern
und
vereinfachen
sollte.
Ein
System,
das
nach
eigenen
Angaben
vertrauliche
Daten
seiner
Kunden
mit
europäischen
und
amerikanischen
Sicherheitsbehörden
teilt.
Ultimative
Sicherheit
scheint
aber
auch
SWIFT
nicht
zu
bieten.
2016
erbeuteten
Hacker
81
Millionen
Dollar,
weil
sie
in
das
SWIFT-System
der
Zentralbank
von
Bangladesch
eindringen
konnten.
Parallel
zur
voranschreitenden
Internationalisierung
des
Zentral-
banknetzwerkes
arbeiteten
die
Rockefellers,
Bushs
und
Kissingers
dieser
Welt
in
den
70ern
fieberhaft
daran,
China
gen
Westen
zu
»öffnen«.
Der
transatlantische
Korporatismus
nutzte
das
Land
als
Pilotprojekt
für
die
technokratisch
gesteuerte
Gesellschaft
der
Zukunft.
Am
15.
August
1971
dann
der
sogenannte
Nixon-Schock
—
die
Aufhebung
des
Goldstandards.
Die
Ara
des
gegenwertlosen
Fiat-Geldes
begann.
Eine
Idee,
auf
die
Nixon
sicher
nicht
alleine
kam.
Die
SZ
schrieb
dazu
am
15.
August
2021
unter
dem
Titel
»Als
Nixon
das
Wahrungssystem
in
die
Luft
sprengte«:
»
(...)
Davon
war
jedenfalls
ein
weitgehend
unbekannter
Ökonom
im
amerikanischen
Finanzministerium
überzeugt.
Er
hieß
Paul
Volcker
und
sollte
später
berühmt
werden
als
Chef
der
Notenbank
Federal
Reserve
(1979
bis
1987)
und
Berater
von
Präsident
Barack
Obama
in
der
Finanzkrise
(2009).
Anfang
1969
jedoch
war
er
gerade
von
einer
Bank
ins
Ministerium
gewechselt,
als
Staatsekretär
für
Währungskrisen.
Eigentlich
stand
Volcker
den
Demokraten
nahe,
trotzdem
trat
er
nach
dem
Amtsantritt
des
Republikaners
Nixon
in
die
Regierung
ein,
weil
er
eine
Chance
sah,
die
Geldentwertung
in
den
USA
zu
bekämpfen.
(...)
Das
Konzept
flexibler
Wechselkurze
stammte
ursprünglich
von
dem
Ökonomen
Milton
Friedman,
der
an
der
Uni-
versität
Chicago
lehrte.
Friedman
und
die
ihm
nahestehenden
Mone-
taristen
wollten,
dass
sich
der
Staat
heraushielt,
nicht
nur
aus
den
Devisenmärkten,
sondern
auch
aus
der
Konjunktursteuerung
über-
haupt.
Stattdessen
sollten
die
Notenbanken
nur
dafür
sorgen,
dass
die
Geldmenge
kontrolliert
wuchs,
sodass
die
Preise
stabil
blieben.
Friedman
wurde
1976
mit
dem
Wirtschaftsnobelpreis
ausgezeichnet.
105
106
Als
erste
Notenbank
übernahm
die
Bundesbank
1973
Friedmans
Ideen
und
gab
sich
ein
monetaristisches
Geldmengenkonzept.
Da
sie
den
Dollar
nicht
mehr
stützen
musste,
konnte
sie
sich
ganz
dem
Kampf
gegen
die
Inflation
widmen.
Damit
wuchsen
Macht
und
Ansehen
der
Frankfurter
Notenbanker.
Der
Nixon-Schock
hatte
in
Europa
noch
eine
weitere
Spätfolge:
Die
Europäer
schlossen
sich
zusammen,
um
untereinander
die
Wechselkurse
zu
fixieren.
Das
begann
1972
mit
der
sogenannten
Währungsschlange,
an
der
die
Mitglieder
der
Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft
(EWG),
dazu
Großbritannien,
die
Schweiz
und
einige
andere
teilnahmen.
Der
Schlange
folgte
1979
das
Europäische
Wirt-
schaftssystem,
das
auf
dem
Kontinent
einen
einheitlichen
Wirt-
schaftsraum
schaffen
sollte.
Die
Krönung
dieser
Entwicklung
war
1998
der
Euro.«
Mit
der
Aufhebung
des
Goldstandards
für
die
Weltleitwährung
war
der
finanzpolitische
Grundstein
für
die
»Neue
Weltordnung«
gelegt,
von
der
George
Bush
oder
David
Rockefeller
schon
Anfang
der
90er
gerne
sprachen.
»Wir
stehen
am
Rande
einer
globalen
Transformation.
Alles
was
wir
brauchen
ist
die
richtige
große
Krise
und
die
Nationen
werden
die
Neue
Weltordnung
akzeptieren.«
(David
Rockefeller
bei
einem
UN-Dinner,
1994)
Geldschöpfung
aus
dem
Nichts
ist
das
Fundament
für
den
Kasino-
Kapitalismus
und
Devisen-Kolonialismus
der
»Global
Governance«.
Zementiert
wurde
es
durch
die
Ausweitung
des
Einflusses
der
Zentralbanken
auf
die
Wirtschaft
der
jeweiligen
Staaten.
Unter
dem
Vorwand,
Währung,
Inflation,
Finanzmarkt
und
Wechsel-
kurse
international
stabil
halten
zu
müssen,
bauten
die
Banken
ihren
Tätigkeitsbereich
nach
dem
Zweiten
Weltkrieg
kontinuier-
lich
aus.
Jetzt
befinden
sie
sich
auf
der
Zielgeraden
—
denn
mit
der
Einführung
von
international
konvertierbaren
Digitalwäh-
rungen
haben
sie
künftig
absolute
Kontrolle
über
jede
einzelne
Transaktion
am
Markt.
»Wir
wissen
heute
nicht,
wer
einen
100-Dollar-Schein
verwendet,
und
wir
wissen
heute
nicht,
wer
einen
1.000-
Peso-Schein
verwendet.
Der
Hauptunterschied
zur
CBDC
besteht
darin,
dass
die
Zentralbank
die
absolute
Kontrolle
über
die
Regeln
und
Vorschriften
hat,
die
die
Verwendung
dieses
Ausdrucks
der
Zentralbankhaftung
bestimmen,
und
wir
werden
auch
über
die
Technologie
verfügen,
um
dies
durchzusetzen.«
(Augustin
Carstens,
General
Manager
BIZ)
Mangelnde
Kontrolle
über
Zahlungssysteme
scheint
Carstens
generell
nervös
zu
machen,
wie
Auszüge
einer
Rede
bei
der
BIZ
aus
dem
Jahr
2018
zeigen:
»Neue
Technologie
ist
nicht
gleichzusetzen
mit
besserer
Technologie
oder
wirtschaftlichem
Fortschritt.
(...)
Dies
gilt
eindeutig
für
Bitcoin:
Was
vielleicht
ursprünglich
als
alter-
natives
Zahlungssystem
ohne
staatliche
Beteiligung
gedacht
war,
ist
inzwischen
zu
einer
Mischung
aus
Finanz-
blase,
Ponzi-System
und
Umweltkatastrophe
geworden.«
Deswegen
haben
sich
die
Bankenkartelle
über
Gesetzgebungsver-
fahren
nun
auch
beim
Bitcoin
eingemischt
und
die
einstmals
gute
Idee
eines
Peer-2-Peer-Zahlungssystems
durch
das
Einziehen
von
Skalierungsebenen
usurpiert.
Institutionalisiert.
Jetzt
verwenden
Wall
Street,
City
of
London
oder
UN-/IWF-Entwicklungshilfe-
programme
digitales
Geld
zur
»Krypto-Kolonialisierung«
von
Entwicklungsländern.
Anonyme
Wallets,
Transaktionen
oder
Handelsplattformen
dürfen
bald
der
Vergangenheit
angehören.
Zwangsschließungen
und
Gerichtsprozesse
gegen
entsprechende
107
108
Unternehmen
gehören
in
den
USA
mittlerweile
zur
Tagesord-
nung.
»Finanziellen
Paternalismus«
nennt
es
der
Europaabge-
ordnete
Patrick
Breyer.
Wer
nicht
kooperiert,
wird
vom
Markt
gedrängt
—
oder
vernichtet.
Ein
altbewährtes
Vorgehen.
Den
Begriff
Prädatorenkaste
ver-
wende
ich
in
solchen
Zusammenhängen
nicht
von
ungefähr.
Re-
gierungen,
die
kein
Interesse
an
oktroyierter
Finanzmarktpolitik
zeigten,
machten
schon
in
der
Vergangenheit
rasch
Bekanntschaft
mit
den
handfesteren
Argumenten
der
Finanzmarktmafia.
Siehe
Regime-Change-Aktivitäten
des
angloamerikanischen
Imperiums,
»United
Fruit«
versus
Guatemala
im
Jahr
1952,
oder
die
Vorgänge
in
Argentinien,
Bolivien,
Brasilien,
Chile,
Ecuador,
Dominikanische
Republik,
Nicaragua
und
Panama
—
um
nur
einige
wenige
zu
nennen.
Denn
die
Liste
ist
lang.
Mit
dem
Ausbau
der
»regelbasierten
internationalen
Ordnung«
änderte
sich
das
Vorgehen
der
Bankenkartelle.
Gewaltanwendung
war
kostenintensiv,
risikobehaftet
und
erzeugte
negative
Schlag-
zeilen.
Dank
des
technologischen
Fortschritts
und
integrativer
Entwicklungen
in
puncto
Weltfinanzsystem
war
es
nicht
mehr
das
erste
Mittel
der
Wahl,
Präsidenten
zu
ermorden,
Invasionen
loszu-
treten
oder
Regierungen
mittels
Finanzierung
oppositioneller
Kräfte
auszutauschen,
um
Staaten
in
monetäre
Abhängigkeit
zu
treiben.
Die
Ära
der
»Economic
Hit
Men«
—
der
Wirtschaftskiller
—
begann
und
zeichnete
sich
durch
Diskretion
aus.
Durch
geräuschloses
Töten.
Das
gleichnamige
Buch
des
Insiders
John
Perkins
beschreibt
ein-
drücklich,
wie
das
wertewestliche
Imperium
Schwellenländer
mit
Entwicklungshilfekrediten
ruinierte,
um
so
langfristige
Kontrolle
über
deren
Finanzmarkt
und
Ressourcen
zu
erlangen.
»Wirtschaftskiller
sind
hochbezahlte
Profis,
die
Länder
rund
um
den
Globus
um
Billionen
von
Dollar
betrügen.
Sie
schleusen
Geld
von
der
Weltbank,
der
US-Behörde
für
internationale
Entwicklung
(USAID)
und
anderen
ausländischen
Hilfsorganisationen
in
die
Kassen
riesiger
Konzerne
und
in
die
Taschen
einiger
weniger
reicher
Familien,
die
die
natürlichen
Ressourcen
des
Planeten
kontrol-
lieren.
Zu
ihren
Werkzeugen
zählen
betrügerische
Finanzberichte,
Wahlfälschungen,
Bestechungsgelder,
Erpressung,
Sex
und
Mord.
Sie
spielen
ein
Spiel,
das
so
alt
ist
wie
das
Imperium,
jedoch
in
Zeiten
der
Globalisierung
neue
und
erschreckende
Dimensionen
angenommen
hat.«
Das
wohl
wichtigste
Werkzeug
zur
Konsolidierung
von
Finanz-
macht
im
Rahmen
der
postmodernen
Pluralismussimulation
ist
die
Bildung
von
Währungsblöcken.
Dementsprechend
markiert
die
Gründung
der
Europäischen
Zentralbank
(EZB)
im
Jahr
1998
einen
wahren
Meilenstein
auf
dem
Weg
zur
finanziellen
Weltherr-
schaft.
20
Länder
nutzen
den
Euro
bereits
als
Landeswährung.
In
Dänemark
und
Bulgarien
ist
die
Währung
einseitig
an
den
Euro
gebunden.
Polen,
Rumänien,
Schweden,
Tschechien
und
Ungarn
sind
zwar
EU-Mitglieder,
haben
aber
bisher
weder
eine
Wechselkursbindung
noch
den
Euro
eingeführt.
Das
»Europäische
System
der
Zentralbanken«
(ESZB),
dessen
Regularien
dennoch
für
die
Zentralbanken
aller
27
EU-Staaten
gilt,
fungiert
als
Blaupause
für
andere
im
Aufbau
befindliche
Währungsunionen.
Vielversprechendster
Kandidat
derzeit:
Die
BRICS-Staaten.
Diese
gründeten
bereits
2014
eine
eigene
»
Weltbank«,
die
New
Develop-
ment
Bank
(ehem.
BRICS
Development
Bank),
und
diskutieren
seither
weitere
Schritte
in
Richtung
Währungsunion.
Auch
für
Afrika
und
Ostasien
reifen
Pläne
für
Währungsunionen.
Gelingt
es
den
Zentralbankkartellen,
die
Welt
in
eine
Handvoll
CBDC-
Währungsblöcke
aufzuteilen,
garantiert
ihnen
das
über
die
BIZ
absolute
Kontrolle
—
und
damit
mehr
Macht
als
die
herrschende
Klasse
je
hatte.
Weltmacht.
109
110
Welche
ethischen
Standards
die
Kaste
der
Bankster
dabei
anlegt,
veranschaulichen
exemplarisch
die
unzähligen
Skandale
rund
um
die
sogenannte
Vatikan-Bank
(IOR).
Korrekte
Bezeichnung
der
»geheimnisvollsten
Bank
der
Welt«:
»Institute
for
the
Works
of
Religion«.
Kapital:
600
Millionen
—
angeblich.
In
Anbetracht
der
blutgetränkten
Geschichte
der
katholischen
Kirche
würde
ich
eher
von
600
Milliarden
ausgehen.
Mit
der
Compliance
nimmt
man
es
bei
der
Vatikan-Bank
ohnehin
nicht
so
genau.
Schon
in
den
80ern
waren
»Gottes
Banker«
in
den
Skandal
um
die
Mailänder
Banco
Ambrosiano
verwickelt.
Es
ging
um
Waffenhandel,
Geldwäsche
sowie
Geschäfte
mit
der
Mafia
und
der
Loge
Propaganda
Due
(P2).
Roberto
Calvi,
seinerzeit
Chef
der
Banco
Ambrosiano,
die
wie-
derum
mehrheitlich
dem
IOR
gehörte,
wurde
am
18.
Juni
1982
tot
aufgefunden.
Der
120-Kilo-Mann
hing
unter
einer
Brücke
in
der
City
of
London.
Die
Zeiger
seiner
Patek-Philippe-Uhr
waren
auf
1:52
Uhr
stehengeblieben.
Calvi
hing
bis
zur
Hüfte
im
Wasser
der
Themse.
In
den
Taschen
seines
Jacketts
fand
man
Ziegelsteine
und
Zementbrocken.
Trotzdem
ordneten
die
Behörden
die
Tat
als
Selbstmord
ein
—
obwohl
selbst
der
WDR
am
5.
Februar
2002
konstatiert,
dass
alle
Indizien
für
einen
Mafia-Mord
sprechen.
Vielleicht
wurden
Calvi
die
Verluste
der
Ambrosiano-Briefkasten-
firmen
auf
den
Bahamas
oder
der
Verlust
von
250
Millionen
Dollar
an
IOR-Einlagen
zum
Verhängnis.
Sein
Tod
war
jedenfalls
kein
Ein-
zelfall
im
Umfeld
des
Ambrosiano-Skandals.
Auch
der
schillernde
wie
korrupte
Bankster
Michele
Sindona,
eng
verbunden
mit
dem
IOR
und
von
der
London
Times
einst
als
»Howard
Hughes
Italiens«
bezeichnet,
starb
keines
freiwilligen
Todes.
Nachdem
er
wegen
eines
von
ihm
erteilten
Mordauftrages
verurteilt
und
inhaftiert
worden
war,
erlag
er
am
22.
März
1986
einer
Zyanidvergiftung.
Im
Jahr
2012
schloss
sogar
die
wenig
zimperliche
JP
Morgan
Chase
ein
Konto
des
IOR,
weil
der
Heilige
Stuhl
»nicht
in
der
Lage«
war,
Fragen
hinsichtlich
fragwürdiger
Geldtransfers
zu
beantworten.
2010
beschlagnahmten
die
italienischen
Behörden
23
Millionen
Euro
der
Vatikan-Bank,
weil
diese
gegen
das
Geld-
wäschegesetz
verstieß.
Der
Chef
des
Instituts,
»Finanzethiker«
Ettore
Gotti
Tedeschi,
wurde
festgenommen.
Das
IOR
bestritt
die
Vorwürfe,
gelobte
Besserung
—
und
bekam
das
Geld
zurück.
Strafrechtliche
Konsequenzen
gab
es
keine.
Nachdem
Tedeschi
im
Mai
2012
den
Chefsessel
des
IOR
geräumt
hatte,
durchsuchte
die
Polizei
nur
einen
Monat
später
sein
Haus.
Der
Vorwurf
dieses
Mal:
Verwicklung
in
einen
Bestechungsskandal
rund
um
indische
Regierungsbeamte
und
den
Rüstungskonzern
Finmeccanica
(heute:
Leonardo
S.p.A.).
Man
scheint
sich
im
Vatikan
einiges
von
den
Kollegen
bei
der
Mafia
abgeschaut
zu
haben.
Natürlich
ist
die
Bankenmafia
nicht
nur
in
die
Finanzierung
konventioneller
Kriege
involviert.
Sie
geht
auch
gegen
nationale
Oppositionsbewegungen
und
regimekritische
Kräfte
vor,
um
das
Protektorat
Staat
vor
Unbill
zu
bewahren.
So
fror
die
Toronto-Do-
minion
Bank
zwei
privat
geführte
Spendenkonten
des
kanadischen
»Freedom
Convoys«
ein,
der
sich
Anfang
2022
aus
Protest
gegen
die
Covid-Maßnahmen
der
Trudeau-Regierung
formiert
hatte.
Andere
Banken
zogen
nach.
Insgesamt
wurden
aufgrund
des
von
der
Regierung
verhängten
Notstands
210
Bankkonten
mit
einem
Gesamtvolumen
von
knapp
sechs
Millionen
US-Dollar
gesperrt.
Viele
davon
über
Monate
hinweg.
Nicht
wenige
der
mit
totalitären
Methoden
gepeinigten
Protestteilnehmer
brachte
das
in
existen-
tielle
Nöte.
GoFundMe,
eine
bekannte
Crowd-Funding-Plattform,
nahm
den
entsprechenden
Spendenaufruf
der
Trucker
offline.
Und
auch
die
nach
dem
Verschwinden
der
GoFundMe-Seite
als
Alternative
vorgesehenen
Kryptowährungen
waren
kein
sicherer
Hafen.
34
Wallets
wurden
vom
»Financial
Transactions
and
Reports
Analysis
Centre
of
Canada«
(FINTRAC)
sanktioniert.
Egal
ob
Bitcoin-,
Ethereum-,
Litecoin-,
Monero-
oder
Cardano-Adressen.
111
112
PayPal,
Mastercard,
Stripe,
Etsy,
Patreon
—
alle
machten
sie
mit.
Wer
gegen
Covid-Maßnahmen
protestierte,
lief
Gefahr,
seinen
Account
zu
verlieren.
PayPal
verhängte
gar
selbstständig
Straf-
zahlungen
und
ermächtigte
sich,
das
Konto
von
Kunden,
die
»Desinformation
verbreiteten«,
mit
2.500
USD
zu
belasten.
Go-
FundMe
behielt
neun
Millionen
kanadische
Dollar
ein,
die
für
den
Trucker-Konvoy
gespendet
wurden,
um
sie
eiskalt
»kredibilen,
von
GoFundMe
verifizierten
Charity-Organisationen«
zu
überweisen.
Das
ist
nichts
anderes
als
staatlich
goutierter
Diebstahl.
Auch
in
Deutschland
geht
die
Bankenmafia
zusehends
schärfer
gegen
Opposition
und
freie
Medien
vor.
Daneben
sind
die
Banken-
kartelle
selbstredend
auch
integraler
Bestandteil
des
»War
on
Drugs«,
des
Krieges
gegen
Drogen,
den
speziell
US-Präsidenten
immer
wieder
gerne
ausrufen.
Ob
Reagan,
Nixon,
George
H.W.
Bush,
Clinton
oder
Obama
-
alle
beteuerten
sie,
sich
dem
aus-
ufernden
Drogenproblem
der
USA
anzunehmen.
Mit
dem
jeweils
gleichen
Ergebnis:
Dem
Ausbau
des
Polizeistaates.
Die
Menge
der
in
Umlauf
befindlichen
Drogen
wuchs
natürlich
weiterhin
an.
Neue
Wege
der
Geldwäsche
taten
sich
auf.
Und
der
Markt
floriert
wie
nie.
Denn
gerade
in
den
USA,
wo
vor
allem
die
CIA
mehr
als
einmal
des
Drogenhandels
im
großen
Stil
überführt
wurde
-
siehe
»Covert
Action
Info
Bulletin«
vom
Sommer
1987
—
haben
weder
Staat
noch
Finanzmarkt
ein
Interesse
daran,
diesen
einzudämmen.
Im
Gegenteil.
Die
Finanzströme
aus
dem
internationalen
Drogenhandel
sind
ein
vitaler
Bestandteil
des
Weltwirtschaftssystems.
Neben
Chemie-
und
Pharmaprodukten,
Lebensmitteln
und
fossilen
Energieträgern
sind
Drogen
der
viertgrößte
Handelsposten,
wie
ein
64
Seiten
umfassender
UN-Report
1998
detailliert
darstellte.
Damals
belief
sich
das
Jahresvolumen
des
Drogenhandels
noch
auf
circa
400
Mil-
liarden
US-Dollar.
Zumindest
offiziell.
2011
erklärte
ein
140
Seiten
starker
Report
des
»United
Nations
Office
on
Drugs
and
Crime«
(UNODC),
dass
Drogenhändler
im
Jahr
2009
gut
1,6
Billionen
(Eng.
Trillions)
Dollar
am
internationalen
Finanzmarkt
gewaschen
haben
könnten.
Der
»Kampf
gegen
Drogen«
ist
demnach
wohl
eher
als
fruchtbare
Kollaboration
zwischen
Staat,
Banken
und
Drogenkartellen
zu
betrachten.
Und
das
hat
Gründe.
Wie
der
GUARDIAN
am
13.
Dezember
2009
auf
Basis
eines
Interviews
mit
dem
damaligen
Leiter
des
UNODC
ausführt,
wäre
das
Finanzsystem
im
Rahmen
der
Krise
2007/2008
vermutlich
kollabiert
—
hätte
es
nicht
zig
Milliarden
Dollar
aus
dem
Drogenhandel
»absorbiert«.
Gelder
aus
solch
illegalen
Geschäften
seien
zu
diesem
Zeitpunkt
»das
einzige
liquide
Investmentkapital
gewesen«,
Gesetze,
Moral
und
Compliance
sind
also
wieder
einmal
reine
Makulatur.
Das
unterstreicht
auch
das
ungeheuerliche
Treiben
der
gemäß
eines
beim
US-Justizministerium
katalogisierten
Buches
»an-
rüchigsten
Bank
der
Welt«,
der
»Bank
of
Credit
and
Commerce
International«
(BCCI).
Die
1972
gegründete
und
in
Luxemburg
registrierte
Bank
hatte
auf
dem
Höhepunkt
ihrer
Geschichte
mehr
als
400
Niederlassungen
in
78
Ländern
und
verwaltete
Einlagen
von
gut
25
Milliarden
US-Dollar.
Damit
war
sie
zeitweise
die
siebentgrößte
Privatbank
der
Welt.
Kerngeschäft
der
BCCI:
Geldwäsche,
Bestechung,
Waffenhandel,
Steuerhinterziehung,
Terrorismusfinanzierung,
Schmuggel,
Prostitution,
Menschen-
handel
und
der
Verkauf
von
Nukleartechnologie.
»Die
BCCI
beteiligte
sich
an
einer
massiven
Vertuschung
und
verbarg
ihre
illegalen
Bankdienstleistungen,
indem
sie
fiktive
Kredite
auf
ihren
Konten
einführte.
Darüber
hinaus
nutzten
die
Führungskräfte
der
BCCI
ehemalige
Staatsoberhäupter,
um
ihre
betrügerischen
Bemühungen
voranzutreiben.
Sie
bestachen
auch
lokale
Beamte,
113
114
um
den
Einfluss
der
Bank
in
den
Vereinigten
Staaten
auszuweiten
und
einer
Entdeckung
durch
staatliche
Ermittler
zu
entgehen.
Als
die
Bank
zusammenbrach,
fehlten
20
Milliarden
Dollar
(...).
Das
Buch
beschreibt
die
Verbindungen
der
BCCI
zur
Central
Intelligence
Agency,
Abu
Nidal,
dem
Mossad,
Andrew
Young,
Jimmy
Carter,
Manuel
Noriega,
Clark
Clifford
und
Robert
Altman.
Es
beschreibt
auch
die
Rolle
des
Federal
Reserve
Board
und
der
Bankprüfer,
Price
Waterhouse.«
(Mark
Potts,
Dirty
Money:
BCCI
—
The
Inside
Story
of
the
World’s
Sleaziest
Bank,
1992)
Die
BCCI
wusch
Milliarden
für
mexikanische
und
kolumbianische
Drogenkartelle.
Beratungsunternehmen
wie
Price
Waterhouse
oder
Ernst
&
Young
spielten
mit.
Sie
ignorierten,
oder
vertuschten,
dass
BCCI
eigentlich
schon
ab
1977
insolvent
war
und
ihrem
Gründer,
Agha
Hasan
Abedi,
zu
ganz
anderen
Zwecken
diente.
Denn
die
Bank
war
ein
CIA-gesteuertes
Netzwerk
zur
Terrorfinanzierung.
Peter
Dale
Scott
schrieb
dazu
in
seinem
2015
erschienen
Buch
»The
American
Deep
State«:
»Es
ist
klar,
dass
der
amerikanische
Deep
State
in
Washington
während
der
80er
mit
der
BBCI
zusammen-
arbeitete
und
sie
schiitzte«.
Auf
Seite
29
seines
erhellenden
Werkes
zitiert
Scott
den
ehemaligen
CIA-Direktor
Richard
Kerr,
der
vor
einem
Komitee
des
US-Senats
aussagte,
dass
»die
CIA
die
BCCI
für
bestimmte
geheimdienstliche
Tätigkeiten
nutzte«.
Die
BCCI
half
Saddam
Hussein,
indem
sie
Millionen
von
Dollar
an
eine
Filiale
der
staatlichen
Banca
Nazionale
del
Lavoro
(BNL),
Bagdads
US-Bank
in
Italien,
überwies,
sodass
diese
dem
Irak
ab
1985
geheime
Kredite
in
Höhe
von
vier
Milliarden
Dollar
für
den
Ankauf
von
Waffen
einräumen
konnte.
Die
BNL
war
geschätzter
Kunde
der
Deep-State-Consultants
von
Kissinger
Associates.
Henry
Kissinger
wiederum
saß
zusammen
mit
Brent
Scowcroft,
dem
späteren
Sicherheitsberater
von
George
H.W.
Bush,
im
inter-
nationalen
Beirat
der
BNL.
Die
»diktatorgeführte«
BCCI
finanzierte
Osama
bin
Laden,
verschob
Devisen
im
Rahmen
von
Iran-Contra
und
führte
diverse
Geheim-
operationen
der
CIA
durch.
Über
die
BCCI
erhielt
Osama
bin
Laden
Informationen
zur
Handhabung
des
Offshore-Finanzwesens.
Wissen,
das
ihm
bei
der
Organisation
des
Dschihad
gegen
die
Vereinigten
Staaten
zugute
kommen
sollte.
Ein
Religionskrieg,
für
den
er
Gelder
über
Niederlassungen
der
Al-Taqwa
Bank
in
Nassau
und
der
Schweiz
transferierte.
Anteilseigner
der
Al-Taqwa
Bank:
zwei
Geschwister
von
Osama.
Der
Text
»The
BCCI
Game:
Banking
on
America,
Banking
on
Jihad«
aus
einem
Buch
des
CFR-Mitglieds
Lucy
Komisar
kann
dahingehend
mit
einigen
interessanten
Details
aufwarten.
»1988,
wurde
George
H.W.
Bush
zum
Präsidenten
gewählt.
Harken
profitierte
von
einigen
neuen
Investoren,
darunter
Salem
bin
Laden,
Osama
bin
Ladens
Halbbruder,
und
Khalid
bin
Mahfouz.
Osama
bin
Laden
selbst
war
zu
dieser
Zeit
mit
anderen
Dingen
beschäftigt
—
er
organisierte
al-Qaida.
Das
Geld,
das
BCCI
vor
seiner
Schließung
im
Jahr
1991
stahl
-
irgendwo
zwischen
9,5
und
15
Milliarden
Dollar
—
machte
seinen
20
Jahre
dauernden
Raub
zum
größten
Bankenbetrug
der
Geschichte.
Der
Großteil
davon
wurde
nie
wiedergefunden.
Die
Komplizenschaft
internationaler
Banken
mit
dem
Offshore-Geheimhaltungssystem
verwischte
die
Geldspur
effektiv.
Doch
in
den
Jahren
nach
dem
Zusammenbruch
von
BCCI
schwamm
Khalid
bin
Mahfouz
immer
noch
in
Bargeld.
1992
gründete
er
die
Muwafaq-Stiftung
auf
den
Kanalinseln.
Das
US-Finanzministerium
nannte
sie
eine
al-Qaida-Tarnorganisation,
die
von
reichen
saudischen
Geschäftsleuten
finanziert
wird.
Als
der
BCCI-Skandal
Ende
der
1980er
Jahre
ans
Licht
kam,
tat
die
Regie-
rung
Bush
alles,
um
ihn
zu
vertuschen.
Das
Justizministerium
ging
erst
gegen
die
Schuldigen
vor
—
und
war
praktisch
dazu
gezwungen
—,
nachdem
der
New
Yorker
Bezirksstaatsanwalt
Robert
Morgenthau
dies
tat.
Doch
in
zahlreichen
US-amerikanischen
und
internationalen
Ermittlungen
liegen
Beweise
für
die
umfassenderen
Verbindungen
115
116
des
BCCI
vor.
Jetzt
könnte
ein
guter
Zeitpunkt
sein,
die
Verbindung
BCCI-Osama-Saddam-Saudi-Bush
noch
einmal
zu
untersuchen.«
Und
auch
ein
im
Dezember
1992
publizierter,
583
Seiten
umfas-
sender
Bericht
zur
»BCCI-Affäre«
für
den
US-Senat
dokumentiert
das
Ausmaß
organisierter
Kriminalität
bei
dem
als
Bank
getarnten
CIA-Satelliten.
Vermutlich
sind
diese
Umtriebe
aber
trotz
allem
Erstaunen
über
ihre
Frevellosigkeit
immer
noch
eher
die
Spitze
des
Eisbergs.
Denn
wie
in
der
Welt
des
organisierten
Verbrechens
üblich,
wird
nur
der
geringste
Teil
der
Taten
aufgeklärt.
Nichtsdestotrotz
zeigen
schon
die
im
vorliegenden
Text
ver-
sammelten
Fakten,
dass
Regierungen
nur
Partizipation
simulierendes
Dekor
sind.
Die
echten
Entscheidungsträger
stehen
nicht
auf
Parteitagen,
Wahlzetteln
oder
den
»Brettern,
die
die
Welt
bedeuten«.
Sie
sitzen
in
den
Vorstandsetagen
von
Banken,
Zentralbanken,
Vermögensverwaltern,
Hedgefonds
und
Stiftungen.
Um
diese
These
zu
untermauern,
genügt
ein
Blick
gen
Griechenland.
Das
Land
trat
der
1998
gegründeten
Euro-Zone
im
Jahr
2001
unter
denkbar
schlechten
Vorzeichen
bei.
Schon
ein
Jahr
vor
dem
Beitritt
lag
die
Staatsverschuldung
bei
104,4
Prozent
des
BIP.
Während
der
Finanzkrise
ab
2007
stieg
die
Staatsschuldenquote
bis
auf
129,7
Prozent
im
Jahr
2009.
Als
Folge
der
globalen
Finanzkrise
wurde
im
April
2009
das
Finan-
cial
Stability
Board
(FSB)
eingerichtet,
das
seinen
Sitz
bei
der
BIZ
in
Basel
hat
und
das
Weltfinanzsystem
überwacht.
Ein
Jahr
später
formierte
sich
der
Euro-Rettungsschirm.
Er
setzt
sich
zusammen
aus
Europaischem
Finanzstabilisierungsmechanismus
(EFSM),
Finanzstabilisierungsfazilitat
(EFSF)
und
Stabilitdtsmechanismus
(ESM).
Getreu
dem
Motto
»
Verluste
sozialisieren«
machte
man
die
Staaten
der
Eurozone
fur
die
Schulden
der
anderen
mitver-
antwortlich.
Am
11.
April
2010
beschlossen
die
Finanzjongleure
der
Eurozone,
Griechenland
auf
drei
Jahre
angelegte
Kredite
in
Höhe
von
80
Milliarden
Euro
zu
gewähren.
Weitere
30
Mil-
liarden
spendete
der
IWF.
Die
griechische
Regierung
zwang
man
im
Gegenzug
dazu,
einschneidende
Reformen
durchzuführen.
Steuern
wurden
erhöht,
Sozialleistungen
gekürzt.
Trotz
des
Austeritätsprogramms,
des
Schuldenschnitts
2012
und
den
»Hilfsmaßnahmen«
der
in
Frankfurt
ansässigen
EZB
stieg
die
griechische
Staatsverschuldung
bis
2014
auf
177,1
Prozent
des
schrumpfenden
BIP.
Dann
kam
der
Regierungswechsel.
Mit
SYRIZA
übernahm
ab
2015
eine
radikal-linke
Regierung
die
zähen
Verhandlungen
mit
der
EU.
Griechenlands
Verhandlungsführer,
der
Wirtschaftswissenschaftler
und
Finanzminister
Yanis
Va-
roufakis,
ließ
sich
allerdings
nicht
so
leicht
erpressen
wie
sein
Vorgänger.
Nach
fünf
Monaten
brach
er
die
Verhandlungen
mit
der
EU
ab.
Schon
am
nächsten
Tag
beschloss
das
griechische
Parlament,
ein
Referendum
zum
weiteren
Vorgehen
durchzu-
führen.
Als
Akt
der
Vergeltung
stellte
der
damalige
EZB-Chef
Mario
Draghi
den
Kapitalverkehr
zu
griechischen
Banken
ein.
Trotz
daraus
resultierender
Einschränkungen
im
Zahlungsver-
kehr
und
reduzierter
Verfügbarkeit
von
Bargeld
stimmte
die
griechische
Bevölkerung
mit
61,1
Prozent
klar
gegen
Erpressung
und
Kredit-Kolonialismus
aus
Frankfurt
und
Brüssel.
Doch
noch
am
gleichen
Abend
überkam
den
griechischen
Re-
gierungschef
Alexis
Tspiras
ein
überraschender
Sinneswandel.
Aus
nicht
nachvollziehbaren
Gründen
gab
er
dem
Druck
der
Troika
—
bestehend
aus
EU,
EZB
und
IWF
-
plötzlich
nach
und
ignorierte
das
Ergebnis
des
Referendums.
Varoufakis,
der
den
übergriffigen
Zentralbänkern
wie
kein
anderer
Politiker
der
jüngeren
Geschichte
Paroli
geboten
hatte,
war
vor
den
Kopf
ge-
stoßen
und
trat
zurück.
Tsipras
verhandelte
weiter.
Und
knickte
ein.
EFSM
und
ESM
schickten
weitere
93,16
Milliarden
nach
Athen.
117
118
Griechenland
trat
daraufhin
eine
massive
Privatisierungswelle
los.
Einen
Ausverkauf.
Das
Land
verscherbelt
sein
komplettes
Staatsvermogen.
Inklusive
Zentralbankanteile.
Bis
heute.
Und
2028
sind
die
nächsten
Raten
an
die
Troika
fällig.
Die
Heuschrecken
haben
die
Wiege
der
Demokratie
fest
im
Griff.
Im
Würgegriff.
Nicht
anders
ergeht
es
der
Ukraine.
Denn
auch
von
diesem
Krieg
profitiert
ausschließlich
das
supranationale
Finanzmarktkartell.
Schon
Ende
2022
stimmte
BlackRock
zu,
fortan
sämtliche
Investi-
tionen
in
der
Ukraine
zu
koordinieren.
Im
Sommer
2023
meldete
die
Financial
Times,
dass
BlackRock
und
JP
Morgan
dabei
helfen
werden,
eine
Rekonstruktionsbank
in
der
Ukraine
aufzusetzen.
Für
die
Rück-
zahlung
der
Darlehen
zum
Wiederaufbau
räumte
man
Selenskyj
ein
Schuldenmoratorium
ein
—
um
nun
Mitte
2024
auf
die
Rückzahlung
der
Kredite
zu
pochen.
Die
Folge:
Das
Land
wird
vom
wertewest-
lichen
Finanzmarktkartell
gezwungen,
sein
gesamtes
Staatsver-
mögen
zu
privatisieren.
US-Senator
Lindsey
Graham
gab
unlängst
gar
offen
zu,
worum
es
dem
Imperium
in
der
Ukraine
wirklich
geht:
»Zehn
bis
zwölf
Billionen
US-Dollar
an
wichtigen
Mineralien«.
Ware
aus
der
von
System-Opportunisten
wie
Nancy
Pelosi,
Michael
Bloomberg
und
Jeffrey
Sachs
gekaperten
Occupy
Wall
Street-
Bewegung
so
etwas
wie
»Abolish
Wall
Street«
geworden
—
Wall
Street
abschaffen
—
also
ein
wahrhaftiger,
wuchtiger,
internatio-
naler
Massenprotest
von
unten,
ware
die
Welt
heute
vielleicht
eine
andere.
Eine
ohne
Zentralbanken,
Rettungsschirme
und
Krypto-Control-Grid.
Doch
Polizeistaat
und
Aufmerksamkeitsoko-
nomie
taten
ihre
Wirkung.
Nach
ein
paar
Monaten
wurden
die
Protestcamps
kleinlaut
abgebaut
oder
gewaltsam
geräumt.
Die
Politdarsteller
rangen
sich
zu
ein
paar
unverbindlichen
Lippen-
bekenntnissen
durch
—
und
der
Protest
ebbte
ab.
Schade,
denn
die
kurz
auflodernde
Flamme
des
Widerstandes
hatte
dieses
eine
Mal
endlich
das
tatsachliche
Problem
im
Sucher.
Die
Crux
erfasste
auch
Nayib
Bukele,
seit
2019
Präsident
von
El
Salvador,
als
er
bei
einer
Rede
(ab
18:30
Min.)
auf
der
»Conser-
vative
Political
Action
Conference«
(CPAC)
im
Februar
2022
die
Frage
stellte,
warum
die
Bevölkerung
überhaupt
Steuern
zahlen
müsse,
wenn
das
polit-finanzielle
Zentralbankenkartell
doch
nach
Belieben
Papiergeld
aus
dem
Nichts
drucken
kann.
Seine
Antwort:
»Das
eigentliche
Problem
ist,
dass
sie
nur
hohe
Steuern
zahlen,
um
die
Illusion
aufrecht
zu
erhalten,
die
Regierung
zu
finanzieren
—
was
sie
nicht
tun«.
So
bleibt
ausgangs
resümierend
festzuhalten
—
Erstens:
Jeder,
der
nicht
von
einem
Befreiungsschlag
gegenüber
dem
Zentralbanken-
kartell
spricht,
von
einer
autonomen,
zinsfreien,
an
Gegenwerte
gekoppelten
Währung,
von
finanzieller
Freiheit,
vertritt
nicht
die
Interessen
der
Bevölkerung.
Denn
er
hat
das
System
entweder
nicht
verstanden
—
oder
profitiert
davon.
Zweitens:
Kriege
werden
nicht
durch
Wahlen
verhindert,
sondern
durch
breiten
gesellschaftlichen
Protest.
Durch
eine
echte
Frie-
densbewegung,
die
sich
nicht
durch
Herrschaftsdialektik
spalten
lässt
und
den
wahren
Gegner
im
Blick
behält:
Die
Finanziers
der
»Economic
Hit
Men.
Drittens:
Sie,
werter
Leser,
haben
die
Zukunft
in
der
Hand.
In
diesem
Fall
sogar
sprichwortlich.
Boykottieren
sie
all
jene,
die
gegen
ihre
Interessen
handeln.
Mental
und
monetär.
Zahlen
sie
bar
-
und
investieren
sie
in
Sachwerte,
Erlebnisse
oder
bleibende
Erinnerungen.
Die
kann
ihnen
auch
beim
Kollaps
dieses
Systems
keiner
mehr
nehmen.
»Ein
freier
Mann
ist,
wer
keine
Schulden
hat«.
(Unbekannt)
Montagnola,
am
08.
Juli
2024
119
120
Regressive
Revolution
Geld
regiert
die
Welt.
Sprichwörtlich.
Vielen
gilt
Bitcoin
als
Königsweg
aus
diesem
System
zinsbelegter
Unterdrückung.
Mittlerweile
liebäugeln
jedoch
auch
Wall
Street
und
Zentral-
banken
mit
der
einst
kontrovers
diskutierten
Kryptowährung.
Grund
genug,
einen
nüchternen
Blick
auf
Entwicklung,
Status
quo,
Risiken
und
Chancen
der
Blockchain-Technologie
zu
werfen.
Geld
regiert
die
Welt.
Daran
gibt
es
keinen
Zweifel.
Politik,
Wirt-
schaft
und
Gesellschaft
hängen
am
Tropf
eines
transgenerational
operierenden
Finanzmarktkartells,
das
jeden
Marktteilnehmer
mittels
Zinsknechtschaft
in
Abhängigkeiten
bringt
und
folglich
vor
sich
herzutreiben
vermag.
Gerade
als
ich
beginne,
den
vor-
liegenden
Text
zu
verfassen,
meldet
die
WELT,
dass
Deutschlands
Staatsschulden
mit
dem
Gesamthaushalt
2023
ein
»gigantisches
Rekordhoch«
verzeichnen.
Stolze
2445,1
Milliarden
Euro
sind
es
mittlerweile.
Das
entspricht
einer
Pro-Kopf
Verschuldung
von
28.943
Euro
—
fast
800
Euro
mehr
als
im
Vorjahr.
Tilgung
praktisch
unmöglich.
Analog
zum
Rest
der
Welt.
Die
Finanzmarktmafia
reibt
sich
die
Hände.
Einmal
in
den
Fängen
des
Kreditkartells,
ist
es
diesem
nämlich
ein
Leichtes,
Einfluss
auf
Personen,
Organisa-
tionen
und
Regierungen
zu
nehmen.
Und
damit
auf
den
Lauf
der
Welt.
Das
ist
der
Kern
des
über
Jahrhunderte
professionalisierten
Geschäftsmodells.
Fragt
sich,
was
die
Normalbevölkerung
in
Anbetracht
dieser
Situ-
ation
zu
tun
vermag,
um
ihren
ohnehin
bescheidenen
Wohlstand
vor
der
Vernichtung
zu
bewahren
und
sich
aus
dem
Würgegriff
der
Bankster
zu
befreien.
Denn
weder
Staat
noch
Wirtschaft
werden
die
Situation
ändern
(können).
Zudem
steht
mit
anziehender
Inflation
und
digitalem
Zentralbankgeld
(CBDC),
an
dessen
Ein-
führung
nach
Angaben
des
Atlantic
Council
derzeit
132
Staaten
arbeiten,
das
Schlimmste
wohl
erst
noch
bevor.
Zur
Absicherung
von
Vermögenswerten
haben
sich
in
der
Ver-
gangenheit
vor
allem
Edelmetalle,
Immobilien
und
sonstige
Sachanlagen
bewährt.
Dabei
ist
der
Schutz
des
Vermögens
vor
wirtschaftlich
turbulenten
Zeiten
und
grassierender
Geldentwer-
tung
aber
nur
die
halbe
Miete.
Denn
ohne
alternatives,
zinsfreies,
anonymes
Zahlungsmittel,
das
die
mafiös
organisierten
Banken-
kartelle,
den
Überwachungsstaat
und
die
Observationsökonomie
im
Rahmen
der
Transaktionsprozesse
außen
vor
lässt,
bleibt
man
Sklave
des
bestehenden
Finanzsystems.
Auch
—
oder
gerade
—
wenn
dieses
sich
nach
einem
finanziellen
Kollaps
wieder
»erholt«.
Denn
wann
wäre
ein
besserer
Zeitpunkt,
um
ein
universelles
Grundeinkommen,
oder
Bürgergeld,
auf
Basis
eines
digitalen
Euros
einzuführen,
als
nach
einem
folgenschweren
Börsen-
oder
Servercrash?
Die
sozial
anmutende,
aber
abhängig
machende
Offerte
des
Staates
wäre
für
viele
Menschen
die
einzige
Option,
den
Lebensunterhalt
zu
bestreiten.
An
dieser
Stelle
kommen
Peer-2-Peer
Zahlungssysteme
ins
Spiel.
Sprich,
Systeme,
bei
denen
Käufer
und
Verkäufer
ihre
Trans-
aktion
direkt
abwickeln.
Ohne
Mittelsmann.
Ohne
Banken,
VISA,
Apple
Pay
oder
PayPal.
Dabei
werden
keine
durch
zinsbelegte
Geldschöpfung
erzeugten
Währungen
ausgetauscht,
sondern
zinsfreie
Alternativwährungen.
Solche
Systeme
können
analog
funktionieren,
siehe
»Schwundgeld
von
Wörgel«
(1932-1933),
oder
die
seit
August
2019
in
den
USA
kursierende,
auf
Edelmetallbei-
mischung
basierende
Alternativwährung
»Goldback«.
121
122
Obwohl
der
Goldback
eine
simple
wie
geniale
Idee
ist,
um
der
Bevölkerung
ein
inflationsresistentes
Zahlungsmittel
und
Un-
abhängigkeit
vom
Bankensystem
zu
bieten,
erscheint
es
vielen
unrealistisch,
mit
solch
analogen
Projekten
ein
neues,
dezentrales
Wirtschafts-
und
Finanzsystem
aufzubauen.
Ungeachtet
der
Tatsache,
dass
ein
solches
System
aufgrund
der
Verwendung
von
Gold
physische
Wertsicherung
garantiert
und
in
vielerlei
Hinsicht
einfacher
auszurollen
ist
als
die
Infrastruktur
für
eine
digitale
Variante,
setzen
oppositionelle
Kräfte
des
Mediazän
primär
auf
Kryptowährungen.
Die
bekannteste:
Der
Bitcoin
(BTC).
Der
2009
lancierte
Bitcoin
ist
die
erste
und
weltweit
stärkste
Kryptowährung.
Der
Kurs
liegt
derzeit
bei
etwa
65.000
US-Dollar
pro
Einheit
(Stand:
02.08.2024).
Begleitet
von
der
Euphorie
des
Neuen
sowie
der
Hoffnung
auf
ein
»innovatives
Zahlungsnetzwerk
und
eine
neue
Ära
von
Geld«
(siehe
bitcoin.org)
zog
das
Projekt
zunächst
eine
bunt
gemischte
Community
von
Tech-Enthusiasten,
Finanzmarktkritikern,
Antikapitalisten
und
Cyber-Nomaden
an.
Das
Experiment
geriet
zum
Hype.
Bald
machten
erste
Krypto-
Millionare
von
sich
reden.
Eine
Industrie
entstand:
Tauschbörsen,
Handelsplattformen,
Berater,
Bücher,
Blogs
und
Workshops.
Die
Chance
auf
exorbitante
Margen
und
finanzielle
Autonomie
begeis-
terte
immer
mehr
Menschen
—
und
dann
die
Finanzindustrie.
Denn
mit
wachsender
Markkapitalisierung
und
steigendem
Kurs
wurde
die
Kryptowdahrung
fir
Banken
nicht
nur
interessant,
sondern
auch
zur
Gefahr.
Das
mag
nicht
unbedingt
ein
Zufall
sein
—
dazu
später
mehr
—
zieht
in
Zeiten
eines
totalitiren
Uberwachungs-
kapitalismus
aber
selbstredend
staatliche
Regulierung
nach
sich.
So
hielt
die
EU
mit
der
Richtlinie
2018/843/EU
schon
am
30.
Mai
2018
und
entgegen
eines
früheren
Entwurfs
der
EU-Kommis-
sion
fest,
dass
es
sich
bei
Bitcoin
nicht
um
ein
Zahlungsmittel
handelt,
sondern
um
eine
»digitale
Darstellung
eines
Werts,
die
von
keiner
Zentralbank
oder
öffentlichen
Stelle
emittiert
wurde
oder
garantiert
wird
und
nicht
zwangsläufig
an
eine
gesetzlich
festgelegte
Währung
angebunden
ist
und
die
nicht
den
gesetzlichen
Status
einer
Währung
oder
von
Geld
besitzt,
aber
von
natürlichen
oder
juristischen
Personen
als
Tauschmittel
akzeptiert
wird
(...).«
Die
Legaldefinition
unterstreicht
damit,
dass
eine
Zahlung
die
Erfüllung
einer
Geldschuld
darstellt
die
mit
einem
Zahlungsmittel
beglichen
werden
kann.
Die
Einordnung
des
Bitcoin
als
Tausch-
mittel
lässt
sich
demnach
eher
negativ
begreifen.
Und
auch
der
am
13.
Februar
2024
von
der
EU
vorgelegte
Entwurf
eines
Anti-
Geldwäsche-Gesetzes
verheißt
für
autonomieaffine
Bitcoin-Fans
nichts
Gutes
—
auch
wenn
Krypto-Blogs
wie
BTC-ECHO
versuchen,
den
Entwurf
in
einem
besseren
Licht
erscheinen
zu
lassen.
Zwar
werden
anonyme,
selbstverwahrende
Wallets
nicht
verboten
—
wie
manch
ein
Social-Media-Beitrag
postulierte
—
allerdings
werden
Krypto-Börsen
gezwungen,
ihre
Kunden
per
»KYC«
(Know
Your
Customer)
zu
identifizieren.
In
der
Regel
biometrisch.
Der
Transfer
zwischen
zwei
privaten
Wallets
oder
der
Kauf
von
Waren
bleibt
davon
bisher
unberührt.
Bisher.
Denn
Anfang
2023
hatten
EU-Abgeordnete
noch
einen
Zusatzartikel
vorgesehen,
der
eine
Obergrenze
von
1.000
Euro
für
Transaktionen
zwischen
Krypto-Wallets
ohne
KYC-Identifikation
vorsah.
Nach
hef-
tigen
Protesten
aus
der
DeFi-Community
(Decentralized
Finance)
blieb
man
in
Brüssel
bei
der
ursprünglichen
Fassung
des
Textes
—
und
einer
Obergrenze
von
7.000
Euro.
Darüber
hinaus
unterliegen
Gewinne
aus
dem
Verkauf
von
Bitcoin
in
Deutschland
und
Öster-
reich
der
Einkommenssteuer.
Auch
sind
in
Bitcoin
abgewickelte
Geschäfte
nach
Ansicht
des
Bundesfinanzministeriums
nicht
umsatzsteuerbefreit.
In
den
USA
erzwang
die
Steuerbehörde
im
November
2017
gerichtlich
die
Herausgabe
der
Identitäts-
und
Kon-
todaten
aller
Bitcoin-Kunden
der
Handelsplattform
Coinbase,
weil
in
den
Vorjahren
weniger
als
1.000
Personen
ihre
Guthaben
und
123
124
Kursgewinne
versteuerten,
während
bei
Coinbase
zu
dieser
Zeit
14.000
Personen
Bitcoin-Geschäfte
für
mehr
als
20.000
Dollar
tä-
tigten.
In
Japan
gelten
Bitcoin-Gewinne
als
Einkünfte,
die
mit
bis
zu
55
Prozent
besteuert
werden
(Eva
Terstappen,
Nikolaus
M.
Thoens:
Internationales
Steuerrecht
(IStR)
Nr.
13/19
vom
4.
Juli
2019,
S.
47).
Nicht
gerade
das
ideale
Umfeld
für
ein
autonomes
Zahlungsmittel.
Dabei
war
eine
»neue
Ära
von
Geld«
genau
das,
worauf
der
bis
heute
nicht
zweifelsfrei
identifizierte
Bitcoin-Erfinder
Satoshi
Nakamoto
in
seinem
am
31.
Oktober
2008
veröffentlichten
Whitepaper
abzielte.
In
der
Realität
des
Jahres
2024
ist
Bitcoin
allerdings
weder
das
eine
noch
das
andere.
Laut
BAFIN
stellen
Kryptowährungen
keine
Währung
im
rechtlichen
Sinne
dar,
sondern
ein
»Finanzinstrument«.
Und
Anleger
nutzen
die
Währung
nicht
als
Tausch-
oder
Zahlungsmittel,
sondern
halten
und
mehren
ihre
Investments
in
der
Hoffnung
auf
Kursexplosionen
und
damit
einhergehende
Gewinne
—
welche
sie
im
Übrigen
weiterhin
in
Euro
oder
Dollar
quantifizieren.
In
diesem
Denkmuster
mag
die
fehlende
Verbreitung
alternativer,
nichtstaatlicher
Zahlungs-
konzepte
im
Handel
bereits
ihren
Anfang
nehmen.
Die
Mehrheit
glaubt
an
Geld.
Auch
wenn
diesem
aufgrund
des
fraktionalen
Reservebankings
kein
realer
Gegenwert
gegenübersteht.
Das
gilt
auch
für
Bitcoin.
Eine
von
mittlerweile
10.000+
Kryptowäh-
rungen.
Nachfrage
bestimmt
den
Preis.
Einen
realen
Wert
hat
sie
nicht.
Die
Kryptowährung
ist
ein
Anlage-
und
Spekulationsobjekt.
Das
aber
zurecht.
Denn
aus
diesem
Blickwinkel
betrachtet
ist
aufgrund
des
anhaltenden
Hypes
um
Bitcoin
durchaus
mit
Kurs-
steigerungen
zu
rechnen.
Die
Prognosen
reichen
von
100.000
USD
je
Coin
bis
500.000
oder
einer
Million.
Alles
ist
möglich.
Bei
einem
Einstiegspreis
von
derzeit
über
60.000
USD
pro
Bitcoin
werden
die
Zuwächse
aber
kaum
noch
so
viele
Millionäre
generieren
wie
zu
Beginn.
Wer
dagegen
zwischen
2010
und
2013
—
also
bei
Kursen
von
0,1
bis
100
USD
—-
einen
Monatslohn
investiert
und
die
Coins
bis
heute
gehalten
hat,
kann
sich
Privatier
schimpfen
und
zur
Ruhe
setzen.
So
hoffen
auch
die
meisten
Investoren
und
Bitcoin-Advokaten
dieser
Tage
auf
den
schnellen
Reichtum,
nicht
auf
ein
dezentrales
Transaktionssystem
für
freies
Wirtschaften.
Ja,
Bitcoin
war
eine
revolutionäre
Idee.
Ja,
Bitcoin
hätte
dem
Bankenkartell
das
Genick
brechen
können.
Ja,
die
Kryptowährung
kann
noch
immer
als
Anlageform
dienen,
um
Vermögenswerte
vor
anziehender
Inflation
zu
schützen.
Ja,
auch
als
vom
Bankenkartell
unabhängiges,
regulierungsresistentes
Zahlungsmittel
hätte
die
Kryptowährung
fungieren
können.
Leider
lässt
der
Status
quo
vermuten,
dass
der
Zug
für
Letzteres
längst
abgefahren
ist.
Warum
ist
das
so?
Hat
Bitcoin
noch
das
Potential,
Fiat-Geld
zu
ersetzen?
Sollte
ein
DeFi-System
nicht
ohne
Wall
Street,
BlackRock,
Zentralbanken
und
Regulierung
betrieben
werden?
Wird
die
Kryp-
towährung
in
naher
Zukunft
Gold
als
tradierte
Währungsreserve
bei
den
Zentralbanken
ablösen?
Inwieweit
komplementieren
sich
BTC
und
CBDC-Rollout
(Central
Bank
Digital
Currency)?
Und
warum
scheinen
Krypto-Enthusiasten
hierzulande
nicht
wahrzu-
nehmen,
was
manch
ein
US-Bitcoin-Pionier
längst
ausführlich
in
Buchform
verkündet
—
dass
Bitcoin
gekapert
wurde?
Um
diese
Fragen
beantworten
und
gleichzeitig
sicherstellen
zu
können,
dass
auch
von
dem
Thema
bislang
nicht
tangierte
Leser
nachvollziehen
können,
worum
es
geht,
folgend
ein
paar
grundlegende,
dem
vorliegenden
Format
entsprechend
simpli-
fizierte
Informationen
zu
Bitcoin.
Eingeweihte
mögen
einen
Absatz
überspringen.
Bitcoin
ist
nicht
Blockchain.
Und
die
Blockchain
ist
nicht
Bitcoin.
Denn
eine
Blockchain
ist
nichts
anderes
als
eine
verteilte,
sprich
125
126
dezentrale
Datenbank,
an
der
parallel
eine
Vielzahl
von
Rechner
arbeiten.
Neu
hinzukommende
Datensätze
werden
chronologisch
sortiert
gespeichert
und
sind
nicht
veränderbar.
Diese
Datensätze
sind
die
sogenannten
Blocks.
Ein
solcher
Block
entsteht,
wenn
ein
Output-Signal
und
ein
Input-Signal
—
also
zum
Beispiel
der
Versand
und
der
Empfang
eines
Bitcoin
—
durchgeführt
und
im
dritten
Schritt
von
den
anderen
Rechnern
im
Netzwerk
validiert
wurden.
Jeder
Rechner
speichert
im
Zuge
der
Validierung
eine
vollständige
Kopie
der
Datenhistorie.
Eine
sogenannte
Prüfsumme
verhindert,
dass
die
Reihenfolge
der
Blöcke
nachträglich
geändert
werden
kann.
Dieser
Prozess
beugt
Manipulation
vor
und
macht
das
System
extrem
sicher.
Die
Block-Datenbank
ist
jederzeit
öffentlich
einsehbar.
Blockchain-Technologie
ist
dabei
nicht
auf
Finanztransaktionen
limitiert.
Sie
kann
auch
für
Texte,
Musik
oder
Videos
verwendet
werden.
Siehe
Odysee,
das
aufgrund
seines
Blockchain-Fundaments
zensurresistent
ist.
So
ist
Bitcoin
als
Kryp-
towährung
nur
ein
Produkt,
ein
Protokoll,
das
auf
einer
von
vielen
Blockchains
läuft.
Sein
Wert
speist
sich
neben
dem
Vertrauen
der
Community
in
das
Projekt
vor
allem
aus
der
Limitierung
an
gene-
rierbaren
Coins
—
denn
es
können
auf
Basis
des
Protokolls,
und
im
Gegensatz
zu
anderen
Kryptowährungen,
maximal
21
Millionen
Bitcoins
hergestellt
werden.
Diesen
Herstellprozess
bezeichnet
man
als
»Mining«,
also
schürfen.
19.733.434
BTC
befinden
sich
laut
Blockchair
oder
Statista
am
30.
Juli
2024
bereits
in
Umlauf.
Dem
algorithmischen
Geldmengenwachstum
zufolge
dürfte
der
letzte
Bitcoin
im
Jahr
2140
entstehen.
Diese
Limitierung
ließ
Bitcoin
das
Image
von
digitalem
Gold
angedeihen
—
zu
Lasten
des
im
Whitepaper
ursprünglich
artikulierten
Ziels,
eine
neue
Ära
von
Geld
einzuleiten.
Folgt
man
den
Ausführungen
des
erfahrenen
Krypto-Unterneh-
mers
und
Freiheitsaktivisten,
CBDC-Gegners
und
Autors
Aaron
Day,
der
seit
Jahren
komplett
Fiat-frei
lebt,
begann
diese
Entwicklung
im
Jahr
2017.
Zu
diesem
Zeitpunkt
erfuhr
das
Bitcoin-Protokoll
signifikante
Veränderungen,
das
es
als
Zahlungsmittel
praktisch
nutzlos
machten.
Dazu
geführt
hatten
erhitzte
Debatten
innerhalb
der
Bitcoin-Community,
die
seinerzeit
nach
Lösungen
suchte,
um
das
Netzwerk
dem
steigenden
Transaktionsvolumen
anzupassen.
Schlüsselfiguren
in
dieser
Auseinandersetzung
um
die
Zukunft
von
Bitcoin
waren
Softwareentwickler,
die
von
Joi
Ito,
dem
dama-
ligen
Direktor
des
MIT
Media
Lab
finanziert
wurden
—
ein
Mann,
der
2019
aufgrund
seiner
engen
Verbindungen
zu
und
Spenden
von
Jeffrey
Epstein
zurücktrat.
Technische
Anpassungen
waren
2017
nötig
geworden,
weil
die
Transaktionsgebühren
und
Reaktionszeiten
des
Bitcoin-Netz-
werkes
massive
Probleme
verursachten.
Lagen
die
Gebühren
für
eine
Bitcoin-Transaktion
zuvor
bei
unter
einem
US-Dollar,
erreichten
sie
im
Dezember
2018
die
Rekordmarke
von
bis
zu
55
US-Dollar.
Transaktionen,
die
eigentlich
binnen
zehn
Minuten
hätten
validiert
werden
sollen,
benötigten
dafür
nun
Stunden
oder
Tage.
Dieser
Umstand
veranlasste
zahlreiche
Händler,
die
Bitcoin
zuvor
als
Zahlungsmittel
akzeptiert
hatten,
davon
Abstand
zu
nehmen.
Der
Gaming-Vertrieb
Steam
verkündete
seinen
Rückzug
im
Dezember
2017,
ebenso
das
Freelancer-Portal
Fiverr,
der
Zahlungsdienstleister
Stripe
im
April
2018,
dicht
gefolgt
von
Microsoft,
Expedia
oder
Reddit.
Parallel
dazu
nahm
der
Epstein-Vertraute
Joi
Ito
über
das
MIT
Media
Lab
und
dessen
Digital
Currency
Initiative
(DCI)
Einfluss
auf
die
Bitcoin-Community
und
ihre
Entwickler.
Dazu
Aaron
Day:
»Das
DCI
war
an
einer
Vielzahl
von
Forschungs-
und
Entwicklungsprojekten
im
Zusammenhang
mit
Krypto-
währungen
beteiligt.
Durch
Joi
Itos
Verbindung
mit
Digital
Garage,
welche
das
DCI
finanzierte,
hatte
er
indirekt
127
128
Einfluss
auf
die
Entwicklung
von
Bitcoin.
Das
DCI
unter-
stützte
prominente
Bitcoin-Kernentwickler
wie
Wladimir
van
der
Laan
und
Cory
Fields,
die
eine
entscheidende
Rolle
bei
der
Aktualisierung
und
Verfeinerung
der
Bitcoin-Code-
basis
spielten,
einschließlich
der
Implementierung
von
Segregated
Witness
(SegWit).
Ich
werde
(...)
nicht
näher
auf
SegWit
eingehen,
sondern
nur
kurz
sagen,
dass
SegWit
eine
technische
Änderung
war,
die
entscheidend
dazu
beitrug,
Bitcoin
von
einem
Tauschmittel
(digitales
Bargeld)
zu
einem
Wertspeicher
(digitales
Gold)
zu
machen.«
Das
Narrativ
des
digitalen
Goldes
festigte
sich
im
Oktober
2017
durch
das
einzige
Interview,
das
der
pädophile
Milliardär
und
Menschenhändler
Jeffrey
Epstein
jemals
zum
Thema
Bitcoin
gab.
Day
schreibt
diesbezüglich:
»Jeffrey
Epsteins
Darstellung
von
Bitcoin
als
Wertaufbewahrungs-
mittel
und
nicht
als
Währung
spiegelt
die
sich
wandelnde
Darstellung
der
Identität
von
Bitcoin
in
dieser
Zeit
wider
—
eine
Veränderung,
die
parallel
zur
Implementierung
von
SegWit
und
den
Debatten
um
die
Skalierung
erfolgte.
Diese
Veränderung
passierte
genau
in
der
Zeit,
in
der
das
indirekt
von
Epstein
finanzierte
MIT
Media
Lab
an
der
Entwicklung
von
Bitcoin
beteiligt
war,
was
zu
Spekulationen
über
Epsteins
möglichen
Einfluss
auf
die
Entwicklung
von
Bitcoin
führte.«
In
Rahmen
eines
Interviews
vom
22.
Mai
2024
beschreibt
Aaron
Day
seine
eigenen
Erfahrungen
bei
der
Anwendung
von
Bitcoin
als
Zahlungsmittel
im
Alltag.
Und
die
sind
nicht
wirklich
positiv.
Denn
volatile
Akzeptanz
in
Wirtschaft
und
Gesellschaft
sowie
zunehmende
Regulierung
seitens
der
Finanzbehörden
machten
es
ihm
über
die
Jahre
immer
schwerer,
sein
Leben
mit
Bitcoin
zu
finanzieren.
Folglich
ist
er
heute
auf
eine
Vielzahl
von
Kryptowährungen,
Logins,
»Swaps«
(Umwechslung),
Wallets,
Gift-Cards
und
allerlei
zeitaufwändige
Umwege
angewiesen,
um
Waren
und
Dienstleistungen
mit
digitalem
Guthaben
zu
bezahlen.
Überdies
moniert
Day,
dass
die
Bitcoin-Community
ihren
obrigkeitskritischen
Spirit
eingebüßt
habe.
Dass
Politiker
wie
Donald
Trump
auf
Bitcoin-Konferenzen
sprechen,
den
»Bitcoin-Dollar«
preisen
und
Fürsprecher
der
Kryptowährung
immer
häufiger
für
die
Zusammenarbeit
mit
Finanzbehörden
oder
Wall
Street
plädieren,
um
die
Akzeptanz
von
BTC
und
digitalen
Währungen
im
Allgemeinen
zu
fördern,
sei
noch
vor
wenigen
Jahren
undenkbar
gewesen.
Es
frustriere
den
harten,
anarchistisch
geprägten
Kern
der
Gemeinschaft,
so
Day.
Mit
dieser
Meinung
steht
Aaron
Day
nicht
alleine.
Auch
der
frühe
Bitcoin-Unterstützer
Roger
Ver
vertritt
diese
Position.
Ver
begann
bereits
2011
in
Bitcoin
zu
investieren,
als
der
Preis
noch
unter
einem
Dollar
pro
Einheit
lag.
Ab
2012
organisierte
er
Bitcoin-
Treffen
in
Kalifornien.
Kurz
darauf
war
Ver
einer
der
fünf
Gründer
der
Bitcoin-Foundation.
Daneben
investierte
er
als
einer
der
ersten
über
eine
Million
Dollar
in
Bitcoin-
und
Krypto-Unternehmen
—
siehe
Bitinstant,
Ripple,
Blockchain.com,
Purse.io,
Bitcoinstore.
com,
BitPay
oder
Kraken.
Im
Jahr
2014
legte
er
seine
US-Staatsbür-
gerschaft
ab
und
nahm
Wohnsitz
auf
der
Karibikinsel
St.
Kitts
and
Nevis.
Zu
diesem
Zeitpunkt
soll
er
im
Besitz
von
131.000
Bitcoin
gewesen
sein.
Bei
einem
Preis
von
circa
60.000
Dollar
pro
Coin
entsprache
das
heute
einem
Wert
von
weit
über
sieben
Milliarden
Dollar.
Bis
2019
war
Roger
Ver
zudem
CEO
von
Bitcoin.com.
Der
Mann
trägt
den
Spitznamen
»Bitcoin
Jesus«
also
nicht
von
ungefähr.
Seit
dem
Frühjahr
diesen
Jahres
sitzt
Roger
Ver
allerdings
im
Gefängnis.
Spanische
Behörden
hatten
ihn
auf
Basis
eines
interna-
tionalen
Haftbefehls
der
USA
festgenommen.
Eine
Presseerklarung
des
US-Justizministeriums
vom
30.
April
2024
wirft
ihm
vor,
fast
50
Millionen
Dollar
an
Steuern
hinterzogen
zu
haben.
Ver
habe
129
130
Teile
seines
Bitcoin-Vermögens
aus
dem
Jahr
2014
nicht
deklariert
und
die
Besitzverhältnisse
über
ein
Firmengeflecht
verschleiert,
so
der
Vorwurf.
Erstaunlich,
dass
die
Steuer-
und
Justizbehörden
bei
solch
einem
Betrag
zehn
Jahre
benötigten,
um
aktiv
zu
werden.
Vielleicht
waren
die
vermeintlichen
Steuerschulden
aber
nicht
die
primäre
Motivation
der
US-Behörden.
Denn
wie
der
Zufall
es
will,
veröffentlichte
Roger
Ver
am
5.
April
2024
ein
304
Seiten
umfassendes
Buch
namens
»Hijacking
Bitcoin:
The
Hidden
History
of
Bitcoin«.
Beim
allseits
bekannten
Online-Monopolisten
kom-
mentiert
einer
von
vielen
begeisterten
Lesern
das
Werk
mit
den
Worten:
»
Vers
letztes
Gefecht
im
Kampf
gegen
Zensur
und
für
die
originäre
Vision
von
Satoshi«.
Ein
treffliche
Zusammen-
fassung.
Denn
Ver
machte
sich
als
Insider
schon
2017
massive
»Sorgen
um
die
Zukunft
von
Bitcoin«,
setzte
sich
lautstark
für
die
im
Whitepaper
artikulierte
Vision
einer
digitalen
Währung
ein.
Für
eine
Alternative
zu
Papiergeld
und
Unabhängigkeit
vom
Fiat-Finanzsystem.
Für
ökonomische
Autonomie.
Doch
die
vom
MIT
Media
Lab
finanzierten
Entwickler
setzten
sich
im
von
2015
bis
2017
rumorenden
»Blockgrößen-Krieg«
durch.
Anstatt
der
von
Roger
Ver
vorgeschlagenen
Vergrößerung
der
Blöcke
auf
der
Blockchain
selbst,
unterzog
man
die
Blockchain
einer
»Fork«.
Einem
Split.
Dieser
resultierte
in
der
Kreation
von
Bitcoin
Cash,
das
acht
Megabyte
größere
Blöcke
erlaubte
und
sich
an
Satoshis
ursprünglicher
Idee
orientierte
—
und
der
Imple-
mentierung
von
SegWit
für
Bitcoin,
was
die
als
Zahlungsmittel
konzipierte
Kryptowährung
zu
einem
reinen
Anlagewert
machte.
Diese
Zäsur
kommentiert
Roger
Ver
mit
den
Worten:
»Wir
werden
vielleicht
nie
die
wahre
Motivation
hinter
der
Entscheidung
von
Bitcoin
Core
erfahren,
Satoshis
Design
zu
überarbeiten.
Vielleicht
geschah
es
in
gutem
Glauben.
Vielleicht
geschah
es,
weil
Core
infiltriert
wurde.
Unabhängig
davon
ist
das
Ergebnis
dasselbe:
eine
Small-Block-Version
von
Bitcoin,
die
den
Status
quo
deutlich
weniger
stört.
Wenn
interessierte
Parteien
Bitcoin
nicht
direkt
korrumpiert
haben,
haben
sie
ganz
sicher
von
seiner
Korruption
profitiert.«
Wurde
Roger
Ver,
gegen
den
schon
seit
Jahren
eine
leitmediale
Hetzkampagne
lief,
kurz
nach
der
Veröffentlichung
seines
Buches
festgenommen,
weil
man
die
unbequemen
Wahrheiten
von
Seiten
eines
Insiders
diskreditieren
wollte?
In
einer
Rezension
von
Molly
Jane
Zuckermann
für
Blockworks
vom
5.
April
2024
—
Titel:
»Roger
Vers
hatte
bezüglich
Bitcoin
Recht«
—
liest
man
dazu:
»Denn
wenn
sie
im
Bereich
Kryptowährungen
arbeiten,
an
Krypto-
währungen
glauben,
sich
für
Web3,
DeFi
und
dergleichen
begeistern,
tun
sie
sich
selbst
keinen
Gefallen,
wenn
sie
nicht
verstehen,
wie
es
im
Kryptobereich
zu
der
Masse
an
Coins
(und
Gier)
kam,
die
er
heute
repräsentiert.
Nur
ein
Beispiel:
Das
Kapitel
von
Hijacking
Bitcoin
über
die
intensive
Zensur
aller
Formen
der
Debatte
zum
Thema
Blockgröße
in
den
wichtigsten
Online-Foren
der
Bitcoin-Community
ist
das
genaue
Gegenteil
dessen,
wofür
so
viel
von
Web3
heute
steht.
Wenn
sie
ein
Krypto-Native
sein
wollen,
wenn
sie
Web3
ausbauen
wollen,
wenn
sie
ein
neues
Finanzsystem
aufbauen
wollen,
dann
sollten
sie
verstehen,
woher
Kryptowährungen
kommen
und
welche
Teile
ihrer
Geschichte
sich
nicht
wiederholen
sollten.
(...)
Ver
und
Pat-
terson
erinnern
uns
daran,
dass
Kryptowährungen
nicht
erfunden
wurden,
um
MEV,
Staking
und
Tokenisierung
zu
unterstützen.«
Roger
Ver
beendet
sein
lesenswertes
Buch
mit
dem
Satz:
»Ob
Bitcoin
am
Ende
ein
Peer-to-Peer-Bargeldsystem
oder
ein
Kontrollsystem
innerhalb
eines
dystopischen
pP.
M
|
a
132
Albtraums
sein
wird,
hängt
von
den
Entscheidungen
ab,
die
wir
in
Zukunft
treffen«.
Während
dieser
Gedanke
Raum
für
positive
Entwicklungen
lässt,
implizieren
Institutionalisierung,
Regularien
und
Bitcoin-Besitz-
verhältnisse
Anfang
2024,
dass
diese
Entscheidungen
bereits
getroffen
wurden.
Von
anderen.
Und
gegen
wirtschaftliche
Auto-
nomie.
Analog
zum
Fiat-Finanzsystem
befindet
sich
das
Mehr
der
Coins
nämlich
in
Händen
von
Großinvestoren,
Vermögensver-
waltern,
Handelsplattformen
und
Regierungen.
Auf
Basis
von
Adressdaten
großer
Wallets
und
Studien
von
Datenforensikern
muss
man
davon
ausgehen,
dass
diese
88,84
Prozent
aller
bislang
emittierten
Bitcoins
halten.
Die
restlichen
11,16
Prozent
halten
private
Anleger.
Allerdings
beinhalten
diese
11,16
Prozent
auch
jene
acht
Prozent
der
Anleger,
die
zwischen
10.000
und
100.000
Bit-
coins
ihr
Eigen
nennen.
Der
Normalverdiener
scheint
folglich
nur
Zugriff
auf
3,16
Prozent
der
Bitcoins
zu
haben.
Wobei
zu
berücksichtigen
ist,
dass
nach
Angaben
des
Wall
Street
Journal
circa
20
Prozent
aller
bis
2018
kreierten
Bitcoins
»verloren«
sind.
Häufigster
Grund:
Vergessene
Passwörter
und
kaputte
Speichermedien.
Yahoo
Finance
sprach
von
17
bis
23
Prozent,
zum
damaligen
Zeitpunkt
also
circa
vier
Millionen
Coins.
Dieser
Wert
wächst
mit
steigender
Anzahl
an
kursierenden
Coins
natürlich
an.
Die
nackten
Zahlen
zeigen
also:
Die
Vermögensverteilung
steht
derjenigen
im
Fiat-Finanzsystem,
wo
das
reichste
Prozent
der
Menschheit
nahezu
doppelt
so
viel
wie
die
restlichen
99
Prozent
zusammen
besitzt,
in
kaum
etwas
nach.
Da
gibt
es
die
unzähligen
Satoshi-Wallets,
auf
denen,
je
nach
Quelle,
zwischen
600.000
und
1.100.000
Bitcoin
schlummern.
BlackRocks
rapide
wachsender
iShares
Bitcoin
Trust
besitzt
341.520
Münzen.
Microstrategy
Inc.
verfügt
über
226.331
Coins.
Die
US-Regierung
über
mindestens
207.189
Einheiten
mit
einem
Gegenwert
von
mehr
als
fünfeinhalb
Milliarden
US-Dollar
—
mehr
als
jeder
andere
Staat.
China
hält
ebenfalls
bereits
190.000
Bitcoin.
Die
deutsche
Regierung
veräußerte
dagegen
zwischen
Juni
und
Juli
2024
ihren
gesamten
Bitcoin-Bestand,
der
einen
Wert
von
über
drei
Milliarden
Euro
hatte,
und
übte
damit
massiven
Druck
auf
den
Kurs
aus.
Am
30.
Juli
2024
meldet
Coincierge,
dass
ge-
gebenenfalls
auch
die
US-Regierung
plane,
Bitcoin
im
Wert
von
13
Milliarden
Dollar
zu
verkaufen.
Die
Bewegungen
auf
entspre-
chenden
Wallets
könnten
darauf
hindeuten.
Ein
Verkauf
dieser
Größenordnung
würde
einen
weiteren
Kurssturz
auslösen.
Die
US-Regierung
dementierte
die
Meldung
jedoch
und
gab
an,
sie
habe
die
Coins
nur
auf
verschiedene
Wallets
verteilt,
um
diese
zu
sichern.
Analysten
vermuten
jedoch,
dass
die
US-Demokraten
versuchen,
den
Bitcoin-Bestand
zu
verkaufen,
nachdem
sowohl
Donald
Trump
als
auch
Robert
F.
Kennedy
Jr.
unlängst
erklärten,
diesen
behalten,
aufstocken
und
der
nationalen
Reserve
hinzu-
fügen
zu
wollen.
Dazu
bemerkt
Coincierge-Autor
Manuel
Lippitz:
»Ob
die
Coins
wirklich
nur
verschoben
wurden,
um
sie
sicher
zu
verwahren,
oder
ob
es
sich
dabei
um
einen
Versuch
handelt,
Anleger
zu
beruhigen,
wird
sich
erst
zeigen.
Immerhin
könnte
man
meinen,
dass
Coins
im
Wert
von
13
Milliarden
Dollar
auch
bisher
schon
sicher
verwahrt
wurden.«
Die
Zahlen
verdeutlichen
in
jedem
Falle
Zweierlei.
Erstens,
dass
die
fiat-dhnliche
Vermögensverteilung
Kursmanipulationen
durch
Großinvestoren
ermöglicht
—
im
Krypto-Jargon
»Pump
and
Dump«
genannt.
Zweitens,
dass
die
Fälschungssicherheit
der
Blockchain
einen
hohen
Preis
hat
—
die
Anonymität.
Nicht
nur
müssen
sich
Anleger
zum
Kauf
von
Bitcoin
bei
jeder
Handelsplattform
identi-
fizieren,
zumeist
biometrisch,
auch
ihre
Wallet-Adressen
sind
leicht
herauszufinden
und
zu
überwachen.
Somit
ist
es
auch
Behörden
ein
133
134
Leichtes,
diese
zu
konfiszieren.
Siehe
Trucker-Proteste
in
Kanada,
wo
die
FINTRAC
(Financial
Transactions
and
Reports
Analysis
Centre
of
Canada)
34
Krypto-Wallets
lahmlegte
und
deren
Anbieter
anwies,
sämtliche
Transaktionen
mit
Bitcoin,
Ethereum,
Litecoin,
Cardano
oder
Monero
zu
unterbinden.
Auch
Bitcoin-Spenden
im
Wert
von
20
Millionen
kanadischen
Dollar
wurden
eingefroren.
Im
Lichte
dieser
Tatsachen
lässt
sich
kaum
noch
ein
Unterschied
zwischen
einem
Krypto-Wallet
und
einem
regulären
Bankkonto
ausmachen.
Außer,
dass
man
mit
dem
ebenso
wertlosen
Fiat-Geld
noch
überall
bezahlen
kann
—
und
mit
Bitcoin
eben
nicht.
Was
also
ist
der
Grund
für
den
anhaltenden
Hype
und
das
Nar-
rativ
von
finanzieller
Autonomie,
das
den
Bitcoin
umweht?
Im
Alltag
des
technokratisierten
Überwachungskapitalismus
wird
diese
nicht
realisierbar
sein.
War
der
Bitcoin
als
Wegbereiter
der
Blockchain-Ära
vielleicht
nur
die
psychosoziale
Vorbereitung
auf
die
Tokenisierung
der
Welt?
Auf
CBDC
und
digitales
Gulag?
Selbst
wenn
der
nebulöse
Satoshi
Nakamoto
mit
seinem
Whitepaper
das
Gegenteil
im
Sinn
hatte,
muss
diese
Möglichkeit
in
Betracht
gezogen
werden.
Immerhin
schreibt
selbst
CoinDesk
am
30.
November
2022:
»Zentralbanken
und
Bitcoin:
näher
beieinander
als
sie
denken«.
Die
Investigativjournalistin
Whitney
Webb
greift
die
aktuellen
Ent-
wicklungen
in
einem
Artikel
vom
8.
Februar
2024
auf
und
warnt:
»In
Folge
der
jüngsten
Genehmigungen
für
Bitcoin-ETFs
gab
Larry
Fink
von
BlackRock
bekannt,
dass
bald
alles
in
ETFs
umgewandelt
und
tokenisiert
werde.
Damit
droht
uns
nicht
nur
die
Auflösung
bestehender
Vermö-
genswerte,
sondern
auch
die
Kapitalisierung
der
natürlichen
Welt,
die
alles
Lebende
zur
einem
Finanz-
produkt
der
Wall
Street
degradieren
würde
(...).«
Es
ist
nicht
von
der
Hand
zu
weisen,
dass
Bitcoin
einen
Paradig-
menwechsel
eingeläutet
hat.
Durch
die
Kryptowährung
wurde
das
Konzept
Blockchain
bekannt.
Durch
den
Hype
wuchs
die
Akzeptanz
in
der
Bevölkerung,
die
heute
—
wie
beim
Fiat-Geld
—
daran
glaubt,
dass
eine
Zahlenfolge
einen
Wert
hat.
Dabei
ist
dieser
—
wie
beim
Fiat-Geld
—
durch
nichts
gesichert.
Die
Blockchain-Ara
wäre
ohne
ein
erfolgreiches
Pionier-Projekt
wie
Bitcoin
nicht
möglich
gewesen.
Umso
betrüblicher
ist
es,
dass
die
technischen
Entscheidungen
des
Jahres
2017
dafür
Sorge
trugen,
dass
Bitcoin
nicht
mehr
als
Alternativwährung
betrachtet
wird.
Denn
als
digitales
Gold
nutzt
Bitcoin
nun
auch
dem
Zentral-
und
Geschäftsbankenkartell.
Nicht
umsonst
häufen
sich
die
Skandale
auf
dem
Kryptomarkt
seit
einigen
Jahren.
Siehe
FTX-Pleite
im
Spätjahr
2022.
Die
vom
1992
geborenen
Sam
Bankman-Fried
im
Jahr
2019
gegründete
Handels-
plattform
für
Kryptowährungen
verzeichnete
ein
tägliches
Han-
delsvolumen
von
zehn
Milliarden
US-Dollar
und
hatte
über
eine
Million
Nutzer.
Das
Produktangebot
umfasste
Derivate,
Optionen,
tokenisierte
Aktien,
fremdfinanzierte
Token,
außerbörslichen
Handel
sowie
den
Prognosemarkt.
Circa
130
Tochterunter-
nehmen
operierten
zum
Zeitpunkt
des
Kollaps
unter
dem
Dach
von
Bankman-Frieds
Krypto-Konzern.
Frieds
Vision
war
es,
aus
FTX
eine
»Alles-Börse«
zu
machen
—
das
Zentrum
des
globalen
Krypto-Marktes.
Und
es
lief
gut.
Fried
schwamm
im
Geld
—
und
spendete
über
eine
Million
Dollar
an
die
US-Demokraten.
Untersucht
man
jedoch
die
Verbindungen
von
Alameda
Research,
einem
von
Fried
gegriindeten
und
fiir
FTX
tatigen
Handelsunter-
nehmen,
wird
schnell
deutlich,
dass
es
bei
FTX
offenbar
nicht
nur
um
Gewinne
ging.
Die
dubiosen
Geschéftsverbindungen
von
Frieds
Unternehmen
zur
noch
dubioseren
Farmington
State
Bank
(spater
Moonstone
Bank),
der
Deltec
Bank,
Tether
und
Fluent
Finance
legen
nahe,
dass
das
primäre
Ziel
dieses
Dunstkreises
135
136
darin
bestand,
die
Krypto-Akzeptanz
durch
Emittieren
eines
US+
Stablecoin
zu
beschleunigen.
Die
Partnerschaft
zwischen
der
Moonstone
Bank
und
Fluent
Finance
wurde
nicht
umsonst
als
die
die
Verbindung
des
traditionellen
Finanzsystems
zur
Web3-Economy
beschrieben.
»Fluent
Finance
hat
drei
Gründer:
Bradley
Allgood,
Oliver
Gale
und
Jaime
Plata.
Obwohl
Allgood
oft
als
Aushängeschild
des
Unter-
nehmens
dargestellt
wird,
verdienen
Gale
und
Plata
die
meiste
Aufmerksamkeit.
Oliver
Gale
bezeichnet
sich
selbst
als
Erfinder
der
Central
Bank
Digital
Currency
(CBDC),
da
er
das
Mastermind
hinter
dem
Eastern
Caribbean
Digital
Dollar
war.
Berichten
zufolge
verließ
Gale
das
Programm
aufgrund
seiner
»ideologischen
Veränderung«
(...)
Heute
ist
Gale
jedoch
trotz
seiner
Pro-Datenschutz-Haltung
»nicht
völlig
gegen
CBDCs,
sofern
sie
auf
einer
Infrastruktur
laufen,
die
ihre
Benutzer
nicht
gefährdet«.
In
Artikeln
wurde
Gales
Einfluss
auf
wichtige
CBDC-Grundsatzpapiere
erwähnt,
die
von
den
mächtigsten
Finanzinstituten
und
Zentralbankern
der
Welt
unterstützt
werden
—
wie
etwa
jene,
die
von
der
CBDC-Denkfabrik
DCTT
veröffentlicht
werden.
Jaime
Plata
hat
als
strategischer
Berater
für
die
Eastern
Caribbean
Central
Bank
gearbeitet,
wo
er
an
Gales
Digital-Dollar-Projekt
mitwirkte,
indem
er
der
Bank
half,
ihre
Kernbankenanwendung
zu
ersetzen,
CBDCs
und
ein
Echtzeit-
Bruttoabwicklungssystem
zu
integrieren.
Der
US+
Stablecoin
von
Fluent
Finance
sollte
»als
technologische
Brücke
fungieren,
die
bestehende
Banksysteme
und
digitale
Finanzen
verbindet«.
Er
wird
offen
als
mit
CBDCs
kompatibel
und
mit
»eingebauten
digitalen
Identitätsstandards«
beworben.«
(Whitney
Webb,
FTX
and
the
Curious
History
of
Farmington
State
Bank,
8.
Dezember
2022).
Der
Journalist
Mark
Goodwin
schrieb
dazu
am
29.
September
2021
beim
Bitcoin
Magazine
unter
dem
Titel
»Die
Geburt
des
Bitcoin-Dollar«:
»Wie
können
wir
die
Nachfrage
nach
Dollar
aufrechterhalten
und
gleichzeitig
die
Geldmenge
erhöhen,
um
unsere
wachsenden
Schulden
zu
begleichen?
Weil
wir
einen
infrastrukturellen
Zugang
zu
Satoshis
Protokoll
geschaffen
haben,
der
in
Dollar
denominiert
ist,
haben
wir
praktisch
dieselbe,
allgegenwärtige
Nachfrage
nach
einer
steigenden
Dollarmenge
wiederhergestellt,
die
im
Petrodollar-System
vorhanden
ist.
Indem
der
US-Markt
die
Markt-
kapitalisierung
von
Tether
während
der
ersten
etwa
zwölf
Jahre
von
Bitcoins
Existenz
auf
115
Milliarden
Dollar
erhöhte
—
als
94
Prozent
der
Gesamtmenge
(an
Bitcoins)
ausgegeben
wurden
—
stellte
man
sicher,
dass
der
Wert,
der
in
das
jetzt
disinflationäre
Protokoll
eingespeist
wurde,
für
immer
symbiotisch
mit
dem
Dollarsystem
verbunden
sein
würde.
Tether
bindet
den
Dollar
nicht
einfach
an
Bitcoin,
sondern
verknüpft
den
neuen
globalen,
genehmigungsfreien
Energiemarkt
dauerhaft
mit
der
Geldpolitik
der
Vereinigten
Staaten.
Wir
haben
die
Petrodollar-Mechanismen
wiederhergestellt,
die
eine
Beibehaltung
der
Nettokaufkraft
für
die
US-Wirtschaft
trotz
der
Ausweitung
der
Geldbasis
ermög-
lichen.
Bitcoin
ist
das
einzige
Produkt,
das
dem
Druck
steigender
Nachfrage
auf
das
steigende
Angebot
entgegenwirkt.
Wenn
sich
der
Goldpreis
verdoppelt,
können
die
Minenbetreiber
doppelt
so
viele
Minenarbeiter
in
den
Schacht
schicken
und
das
Angebot
aufblähen,
was
Nachfrage
und
Preis
senkt.
Aber
egal,
wie
viele
Leute
Bitcoin
schürfen,
egal,
wie
hoch
die
Hash-Rate
in
diesem
Monat
steigt,
die
Angebotsausgabe
bleibt
bei
(aktuell)
3,125
Bitcoin
pro
Block.
Tether
und
das
größere
Stablecoin-System
sind
ein
Geldmarkt
für
den
digitalen
Finanzmarktplatz
im
All-
gemeinen.
Durch
die
Schaffung
eines
robusten,
stark
margeno-
rientierten
Ökosystems,
das
insbesondere
durch
Zuflüsse
aus
in
Dollar
denominierten
Token
aufrechterhalten
und
überwiegend
unterstützt
wird,
haben
Tether
und
ähnliche
Unternehmen
den
kurz-
und
mittelfristigen
Erfolg
des
Bitcoin-Marktes
an
den
Dollar
gekoppelt.«
137
138
Die
schleichende
Anbindung
des
Bitcoin
an
den
US-Dollar
ist
nur
eine
von
vielen
parallelen
Entwicklungen,
die
suggerieren,
dass
die
Bankenkartelle
die
Blockchain-Technologie
bereits
in
Bahnen
gelenkt
haben,
die
anstelle
von
Freiheit
lückenlose
Kontrolle
verheißen.
So
hat
die
in
Gibraltar
registrierte
XAPO-Bank
—
»die
Bitcoin-Bank«
—
im
Juni
2023
als
erstes
Finanzinstitut
weltweit
US-Dollar-Konten
auf
Basis
von
Tether,
anstelle
von
SWIFT
ein-
geführt.
XAPO
hält
knapp
39.000
BTC
und
firmiert
unter
dem
Slogan
»größte
Krypto-Bank
der
Welt«
—
siehe
XAPO-Logo
auf
dem
Bühnenhintergrund
der
Bitcoin-Konferenz
2024.
Gemäß
Unternehmensangaben
verzeichnet
XAPO
speziell
in
Latein-
amerika
massiven
Zulauf.
Aufgrund
reibungsloser,
effizienter
Blockchain-Abwicklung
spielen
Stablecoins
eine
entscheidende
Rolle
bei
der
Dollarisierung
des
globalen
Südens,
so
XAPO
in
einem
Blog-Beitrag
vom
23.
November
2023.
Diesbezüglich
wünsche
sich
XAPO,
seine
Zahlungsoptionen
und
Währungsoptionen
zu
erweitern,
um
den
Kunden
trotz
des
volatilen
Krypto-Marktes
die
Sicherheit
einer
vollständig
regulierten
Bank
bieten
zu
können.
Im
Fokus
steht
dabei
die
Integration
mit
dem
Lightning
Netzwerk
des
Bitcoin
in
Zusam-
menarbeit
mit
Lightspark,
einem
von
David
Marcus
gegründeten
Unternehmen
für
digitale
Finanzdienstleistungen.
Marcus
ist
ein
ehemaliges
Führungsmitglied
von
PayPal.
Er
investierte
frühzeitig
in
XAPO,
verkaufte
sein
eigenes
Unternehmen
an
PayPal
und
leitete
darüber
hinaus
auf
Vorstandsebene
das
Stablecoin-Projekt
Diem
(früher
Libra)
von
Facebook.
Auf
der
LeWeb-Konferenz
in
Paris
sprach
Marcus
im
Dezember
2013
wie
folgt
über
Bitcoin:
»Die
Leute
sind
verwirrt.
Sie
denken,
weil
es
Kryptowäh-
rung
heißt,
sei
es
eine
Währung.
Ich
glaube
nicht,
dass
es
eine
Währung
ist.
Es
ist
ein
Wertaufbewahrungsmittel
(...).
Es
ist
ein
großartiger
Ort,
um
Vermögenswerte
anzulegen,
insbesondere
in
Ländern
wie
Argentinien
mit
vierzig
Prozent
Inflation,
(...)
wo
die
Währung
einer
Regierung
nicht
wertstabil
ist.
Es
ist
auch
ein
gutes
Anla-
geinstrument,
wenn
sie
risikofreudig
sind.
Aber
es
wird
keine
Währung
sein,
bis
die
Volatilität
nachlässt.
Sobald
der
regulatorische
Rahmen
klarer
ist
und
die
Volatilität
nachlasst,
werden
wir
es
in
Betracht
ziehen.«
Die
XAPO-Lightspark-Kollaboration
impliziert,
dass
dies
nunmehr
der
Fall
ist.
Ein
Interview
des
Wall
Street
Journal
mit
dem
US-Politiker
Paul
Ryan
vom
13.
Juni
2024
zeigt,
dass
die
US-Regierung
mittlerweile
auch
keinen
Hehl
mehr
daraus
macht,
dass
sie
den
Krypto-Markt
nutzen
will,
um
die
untilghare
Staatsverschuldung
in
den
Griff
zu
bekommen.
Dazu
verkaufen
die
USA
Staatsanleihen
fur
Stablecoins.
Schon
heute
nehmen
Stablecoin-Emittenten
Platz
18
auf
der
Liste
der
größten
Staats-
anleihen-Halter
ein.
»
Wenn
das
Netzwerk
der
Stablecoin-Unter-
nehmen
ein
Land
ware,
würde
dieses
Land
die
Top
10
der
Lander
mit
den
meisten
Staatsanleihen
nur
knapp
verfehlen.
Kleiner
als
Hong
Kong,
aber
grösser
als
Saudi-Arabien«,
erklärte
Ryan.
Tether
ist
ein
solches
Unternehmen.
Es
existiert
seit
2014
und
will
auf
Basis
der
Blockchain
die
digitale
Nutzung
von
Fiat-
Währungen
erleichtern.
Dafür
bietet
die
Firma
Möglichkeiten,
um
mit
traditionellen
Währungen
via
Blockchain
zu
handeln.
So
sollen
Volatilität
und
Komplexität
des
bisherigen
Krypto-
Marktes
umschifft
werden.
Tether
bot
als
erstes
Unternehmen
grenzübergreifende
Transaktionen
über
die
Blockchain
an
und
ist
Emittent
des
Stablecoins
USDT,
einer
Kryptowährung,
die
1:1
an
den
US-Dollar
gekoppelt
ist.
Um
diesen
Wert
zu
garantieren,
stockt
Tether
seine
Reserven
mit
jeder
ausgeschütteten
Einheit
USDT
um
den
gleichen
Dollar-Betrag
in
Fiat-Währung
auf.
Per
139
140
1.
Mai
2024
wies
Tether
Gesamtreserven
von
6,3
Milliarden
Dollar
und
einen
Gewinn
von
4,52
Milliarden
für
das
erste
Quartal
des
Jahres
aus.
Es
lohnt
sich
also
offenbar,
mit
USDT
die
am
meisten
gehandelte
Kryptowährung
der
Welt
anzubieten.
Immer
mehr
Geschäftsbanken
bieten
Endkunden
einfachen
Zugang
zu
Bitcoin,
Ether
oder
Stablecoins.
Die
Anlageklasse
nor-
malisiert
sich
in
der
Breite.
Im
Schweizer
Kanton
Zug
kann
man
bereits
seine
Steuern
in
Bitcoin
oder
Ether
bezahlen.
Jugendliche
ködert
man
mit
monatlichen
Bonuszahlungen
—
siehe
Yuh
—
wo
die
Kunden
Swisscoins
(SWQ)
gutgeschrieben
bekommen,
wenn
sie
ein
kostenloses
Konto
eröffnen,
mit
der
Yuh-Mastercard
zahlen
oder
die
Neobanking-App
weiterempfehlen.
Und
die
Zentralbank-
mafia
ist
ebenfalls
nicht
untätig.
Am
30.
November
2022
führt
Noelle
Acheson
für
CoinDesk
aus:
»Es
hat
eine
tragische
Ironie,
dass
Länder
auf
der
ganzen
Welt
nach
einer
Phase
des
stärksten
Anstiegs
der
US-Geldmenge
in
der
Geschichte
unter
einem
akuten
Dollarmangel
leiden.
(...)
Ein
großer
Teil
davon
ist
politisch.
Die
US-Notenbank
verfügt
über
ein
System
von
Swap-Linien,
die
im
Bedarfsfall
Dollar
an
ausländische
Zentralbanken
ausschiitten.
Aber
nicht
an
alle
Zentralbanken
—
nur
Kanada,
England,
Japan,
die
Europäische
Union
und
die
Schweiz
haben
Zugang
zu
ständigen
Swap-Linien.
(...)
Das
Interesse
an
der
Idee,
dass
Zentralbanken
Bitcoin
halten,
wächst.
Im
Mai
organisierte
die
Alliance
for
Financial
Inclusion
eine
Konferenz
in
El
Salvador,
bei
der
Zentralbanker
und
Finanzregulierungsbehörden
aus
44
Ländern
zusammenkamen,
um
über
die
Finanzierung
kleiner
Unternehmen,
finanzielle
Inklusion
und
Bitcoin
zu
diskutieren.
(...)
Letzte
Woche
veröffentlichte
Matthew
Ferranti
von
der
Wirtschaftsabteilung
der
Harvard
University
ein
Papier
über,
Sie
haben
es
erraten,
Zentral-
banken
und
Bitcoin.
Technisch
gesehen
handelt
das
Papier
vom
Risiko
von
Sanktionen
auf
die
Reserven
der
Zentralbanken
und
ist
eines
der
ersten,
das
sich
auf
die
Auswirkungen
von
Sanktionen
konzentriert,
bevor
diese
eintreten,
(...).
Ferranti
kommt
zu
dem
Schluss,
dass
die
sich
verändernde
globale
Landschaft
dafür
spricht,
Kryptowährungen
in
diesen
Mix
einzubeziehen.
(...)
Ich
war
über-
zeugt,
dass
die
Zentralbanken
Bitcoin
bald
als
Reserve
einführen,
da
es
in
einigen
Bereichen
der
Weltwirtschaft
dringenden
Bedarf
gibt.
(...)
Aber
mir
wird
immer
klarer,
dass
es
passieren
wird,
weil
es
passieren
muss.
(...)
Wir
werden
wahrscheinlich
auch
einen
Dominoeffekt
erleben:
Wo
einer
hingeht,
tun
es
auch
andere.«
Auch
Journalisten
wie
Jeffrey
A.
Tucker
oder
Derrick
Broze
fragen
sich:
»Was
ist
mit
Bitcoin
passiert?«
Auch
sie
vertreten
die
These,
dass
Bitcoin
und
die
Krypto-Branche
vom
suprana-
tionalen
Finanzmarktkartell
unterwandert
und
missbraucht
werden.
In
einem
Artikel
vom
1.
August
2024
geht
Broze
auf
Trumps
Auftritt
bei
der
amerikanischen
Bitcoin-Konferenz
2024
und
korrumpierende
Akteure
ein.
Die
jährliche
Konferenz
wird
zum
Beispiel
von
BTC
Media
Inc.
ausgerichtet.
Präsident
von
BTC
Media
Inc.
ist
Mike
Germano,
der
seinen
vorherigen
Job
bei
VICE
Media
wegen
sexueller
Belästigung
räumen
musste.
Germano
stellt
sich
aktiv
hinter
Trump.
Auch
der
CEO
des
Bitcoin
Magazine,
David
Bailey,
gab
an,
dass
er
15
Millionen
US-Dollar
für
die
Trump-Kampagne
spenden
wolle.
Natürlich
war
auch
Donald
Trump
Jr.
auf
der
Bitcoin-Konferenz
2024
und
erklärte
BTC
zu
einem
»sicheren
Hafen
gegen
Inflation
und
tyrannische
Regierungen«
—
während
besagte
Regierungen
die
Verwendung
der
Kryptowährung
zu
ihren
Gunsten
einhegen.
Es
zeigt
sich
also,
dass
die
Prädatorenkaste
die
Blockchain-Re-
volution
effizienter
zu
ihrem
Vorteil
zu
nutzen
vermag,
als
die
freiheitsliebenden
Bitcoin-Puristen
es
vermochten.
Wo
der
Staat
ein
Finanzinstrument
kontrolliert,
ist
kein
Platz
für
wirtschaft-
liche
Freiheit.
So
begnügt
sich
die
in
Teilen
geradezu
fanatisch
141
142
auftretende
Bitcoin-Bewegung
der
Gegenwart
mit
dem
»HODL-
Ansatz«.
Sprich,
man
kauft
Bitcoin,
oder
andere
Krypto-Assets,
und
hofft
auf
hohe
Kursgewinne.
Nicht
anders
als
beim
biederen
Aktiendepot
—
nur,
dass
die
Chance
auf
eine
profitable
Rendite
deutlich
höher
ist.
Aber
das
sind
eben
auch
die
Risiken.
Zudem
stützt
jede
Verwendung
staatlich
regulierter
Krypto-Losungen
das
herrschende
System.
Ein
System,
das
Satoshis
Whitepaper
aus
der
Gleichung
heraushalten
wollte.
Angesichts
dieser
Entwicklungen
ist
demnach
auch
die
Frage
berechtigt,
ob
der
Bitcoin
als
Wegbereiter
des
Krypto-Booms
nicht
gar
von
der
Pradatorenkaste
lanciert
wurde,
um
nach
der
Eingewohnungsphase
den
Link
zu
Fiat-Wahrungen
herzustellen,
das
digitale
Gold
als
Reservewdhrung
zu
verwenden
und
die
Masse
psychologisch
darauf
einzunorden,
dass
nach
dem
aus
dem
Nichts
geschopften
Papiergeld
nun
auch
das
digitale
Gold
einen
—
oder
keinen
—
Wert
hat.
Eine
PsyOp.
Nachdem
die
Bevölkerung
ein
un-
gedecktes
Fiat-Zahlungsmittel
als
Normalitat
akzeptierte,
musste
man
ihr
nun
eine
ebenfalls
wertlose
Digitalvariante
schmackhaft
machen.
Was
ware
geeigneter
dazu
als
ein
erfolgreicher
Pilot
mit
massiver
Wertsteigerung,
als
ein
Projekt,
das
als
Sahnehdaubchen
ein
Hauch
von
Freiheit
umweht?
Wer
also
war
Satoshi
Nakamoto?
Gab
es
ihn
überhaupt?
Dieser
Frage
gingen
nicht
nur
die
FAZ
oder
Wikipedia
erfolglos
nach.
Ganze
Krypto-Foren,
-Blogs
und
Analyse-Plattformen
beschéf-
tigen
sich
mit
dem
Mysterium
und
den
unzähligen
Wallets,
die
Nakamoto
zugeschrieben
werden.
Auf
einigen
gehen
bis
heute
regelmäßig
Spenden
aus
der
Community
fiir
den
vermeintli-
chen
Genius
ein.
Dabei
könnte
das
Whitepaper
genauso
gut
aus
dem
Hause
DARPA
stammen.
In
Anbetracht
der
Tatsache,
dass
Internet,
Computerchips,
Smartphones,
Touchscreens,
Siri,
TOR-
Netzwerk,
diverse
Biotech-Revolutionen,
die
meisten
modernen
Waffensysteme
und
die
künstliche
Intelligenz
in
den
Laboren
dieser
US-Militäreinrichtung
entwickelt
wurden,
eine
durchaus
plausible
These.
Nicht
umsonst
nannte
The
Economist
die
DARPA
im
Juni
2021
»die
Agentur,
die
die
moderne
Welt
formte«.
So
war
es
auch
eine
durch
die
DARPA
in
Auftrag
gegebene
Studie,
die
im
Juni
2022
feststellte,
dass
»die
Blockchain
nicht
so
dezentral
ist
wie
viele
denken«.
21
Prozent
der
Nodes
(Rechner)
im
Netzwerk
liefen
demnach
auf
veralteten
Bitcoin
Core
Versionen.
Zudem
sei
der
Datenverkehr
selbst
unverschlüsselt,
60
Prozent
davon
gehe
über
nur
drei
Knotenpunkte.
Internetprovider
und
Regierungen
könnten
somit
problemlos
jedes
Datenpaket
abfangen
oder
ver-
ändern.
Und
selbst
in
einem
riesigen
Blockchain-Netzwerk
gibt
es
gemäß
des
Papiers
einzelne
Instanzen,
die
Transaktionen
rückwirkend
verändern
könnten.
Faktenchecker
sehen
das
natür-
lich
anders
und
reden
die
Ergebnisse
der
Pentagon-Studie
klein.
Interessant
ist
in
diesem
Kontext,
dass
der
Chefentwickler
der
Bitcoin-Referenzimplementierung
—
Gavin
Andresen
—
dem
CIA-In-
kubator
In-Q-Tel
genau
in
dem
Zeitraum
einen
Besuch
abstattete,
in
dem
Nakamoto
fiir
immer
verschwand.
Nakamoto
soll
das
Bitcoin-
Projekt
im
April
2011
an
Andresen
und
die
Community
übergeben
und
sich
zurückgezogen
haben,
so
der
Tenor.
Im
Jahr
2016
fiel
der
bis
dahin
als
Nakamoto-Nachfolger
geschätzte
Andresen
allerdings
in
Ungnade.
Denn
er
unterstützte
den
Australier
Craig
Wright
bei
seiner
Behauptung,
Satoshi
Nakamoto
zu
sein
—
nur
um
wenige
Tage
später
eingestehen
zu
müssen,
dass
Wrights
Story
eine
Hoax
war.
Im
Mai
2016
wurde
ihm
der
Zugang
zu
Bitcoin
Core
entzogen.
Seitdem
hat
er
sich
nicht
mehr
an
der
Bitcoin-Entwicklung
beteiligt.
Stattdessen
artikulierte
auch
Andresen
seither
Bedenken,
dass
Bitcoin
sich
in
die
falsche
Richtung
entwickle.
Seit
2017
unter-
stützt
er
—
wie
Roger
Ver
—
Bitcoin
Cash
und
erklärt,
»Bitcoin
Cash
verkérpere,
woran
er
2010
zu
arbeiten
begann«.
143
144
Die
Personalie
Nakamoto
wird
wohl
nie
abschließend
zu
klären
sein.
Einige
Kernmitglieder
des
frühen
Teams
haben
bereits
das
Zeitliche
gesegnet.
Klar
ist
jedenfalls,
dass
die
Idee
für
eine
Kryptowährung
wie
Bitcoin
bereits
lange
vor
dem
Bitcoin-Whi-
tepaper
entstand.
Autoren
der
NSA
(National
Security
Agency)
veröffentlichten
bereits
am
18.
Juni
1996
ein
Konzeptpapier
mit
dem
Titel:
»Die
Kryptographie
von
anonymem
elektronischen
Geld«.
Auch
ein
Konferenzpapier
der
Crypto
’95
in
Santa
Barbara
(USA)
kann
als
Grundlagenarbeit
für
den
Bitcoin
verstanden
werden.
Denn
es
enthält
alle
grundlegenden
Informationen
von
Satoshi
Nakamotos
Whitepaper,
das
erst
13
Jahre
später
publiziert
wurde.
Der
Autor:
Tatsuaki
Okamoto,
ein
renommierter
Kryptograf,
der
seit
den
späten
80er
Jahren
auf
diesem
Gebiet
forscht
und
eine
Vielzahl
von
Arbeiten
dazu
veröffentlicht
hat.
Nicht
wenigen
gilt
Okamoto
als
eigentlicher
Erfinder
des
Bitcoin,
weil
sie
im
technischen
Design
des
Projektes
seine
Handschrift
zu
erkennen
glauben.
Die
extrem
erfolgreiche
Karriere
der
Krypto-Koryphäe,
sein
Sammelsurium
an
Auszeichnungen
sowie
seine
exzellenten
Verbindungen
in
allerlei
hochrangige
IT-Zirkel
und
Bildungsein-
richtungen
unterfüttern
die
Vermutung.
Ein
Beitrag
von
Before
it’s
News
vom
19.
Dezember
2013
hält
mit
entsprechenden
Schluss-
folgerungen
nicht
hinterm
Berg:
»Es
gibt
keine
Möglichkeit,
zu
verhindern,
was
mit
Bitcoin
passieren
wird.
Es
ist
eine
Frage
der
Soziologie.
Es
ist
eine
Frage
menschlicher
Gier.
Die
eigentliche
Frage
ist,
wer
Bitcoin
geschaffen
hat
—
und
warum.
Wer
ist
derzeit
der
größte
einzelne
Inhaber
von
BTC?
Satoshi.
Wer
ist
er?
Ich
sage
es
noch
einmal.
NSA/DARPA
haben
Bitcoin
unter
der
Leitung
des
IWF
geschaffen.
Der
IWF
fordert
seit
zwei
Jahrzehnten
offen
eine
digitale,
deflationäre
Weltwährung.
Sie
wurde
offen
auf
den
G8-
und
G20-Gipfeln
diskutiert
und
ge-
fördert.
Von
Anfang
der
90er
bis
1996
untersuchte
die
NSA
offen
kryptografische
Geldnetzwerke.
Einer
ihrer
Forscher
ist
ein
Mann
namens
Tatsuaki
Okamoto.
Als
sie
aktiv
mit
dem
Schreiben
des
Codes
begannen,
wählten
sie
das
Pseudonym
Satoshi
Nakamoto,
um
Okamotos
Idee
bei
jedem
bekannt
zu
machen,
der
den
Ur-
sprung
von
Bitcoin
verstehen
wollte.
Aber
Tatsuaki
Okamoto
ist
nur
ein
Rädchen
im
Getriebe.
Er
ist
kein
abtrünniger
Retter,
der
darauf
aus
ist,
Zentralbanken
zu
stürzen.
Ganz
und
gar
nicht.
Er
ist
ein
Kryptowissenschaftler,
der
von
der
Regierung
und
Geheim-
diensten
für
seine
Forschung
bezahlt
wurde.
Bitcoin
ist
ein
NSA/
DARPA-Projekt
in
freier
Wildbahn.
Diese
Projekte
werden
durch
Zuschüsse
von
Regierung
und
Geheimdiensten
finanziert
und
ge-
fördert.
Die
Regulierung
und
Kontrolle
von
Bitcoin
wurde
parallel
zur
Entwicklung
des
Netzwerks
entwickelt.
Tatsächlich
sind
die
Kontrollen,
Richtlinien
und
Vorschriften
viel
ausgereifter
als
das
Bitcoin-Protokoll
selbst.
(...).
Niemand
hat
jemanden
gezwungen,
das
Satoshi-Märchen
zu
glauben.
Der
libertäre
Satoshi-Mythos
wurde
verbreitet,
um
die
Akzeptanz
und
Entwicklung
zu
fördern.
Es
ist
nicht
anders
als
beim
Internet.
Deshalb
sagen
viele
frühe
Internet-Anwender,
dass
sich
Bitcoin
genauso
anfühlt
wie
die
ver-
schiedenen
Phasen
des
Internet.
Ich
bin
einer
dieser
Menschen.
In
den
Jahren
94-96
drehte
sich
im
öffentlichen
Internet
alles
um
Informationsfreiheit.
Freie
Kommunikation.
Es
drehte
sich
alles
um
Freiheit
und
Unabhängigkeit.
(...)
Das
Versprechen
kostenloser
Telefongespräche.
Kostenlose
Medien.
All
diese
Freiheit
und
Unab-
hängigkeit
brachte
Menschen
dazu,
ihr
Herzblut
in
die
Entwicklung
zu
stecken.
Und
jetzt
sehen
Sie
es
sich
an.
Facebook,
Google
—
es
ist
ein
riesiger
Überwachungsapparat.
Und
wenn
Sie
nach
DARPA/
NSA-Dokumenten
aus
den
80ern
und
frühen
90er
Jahren
suchen
und
diese
lesen,
dann
wissen
Sie,
dass
es
genau
das
schon
immer
sein
sollte.
Ich
will
damit
nicht
all
die
sozial
großartigen
Dinge
abtun,
die
online
passieren.
Aber
aus
der
Sicht
von
DARPA/NSA
und
Kontroll-
freaks
wurde
es
ausdrücklich
zum
Zweck
der
Kontrolle
geschaffen.
Zu
einem
militärischen
Zweck.
Einem
strategischen
Zweck.«
145
146
Ob
man
sich
dieser
Argumentation
anschließt
oder
nicht,
spielt
eigentlich
keine
Rolle.
Was
zählt,
sind
nicht
Worte,
sondern
Taten.
Fakten
und
Zahlen.
Und
die
sprechen
derzeit
zweifelsohne
dafür,
dass
Bitcoin
und
das
durch
ihn
vorbereitete
Blockchain-Ökosystem
gegen
freiheitsliebende
Geister
in
Stellung
gebracht
werden
—
auch
wenn
sich
mit
LBRY/Odysee,
Qortal,
et
al.
durchaus
positive
Ent-
wicklungen
abzeichnen.
Trotz
der
Web3-Euphorie
und
Chancen
auf
mögliche
Alternativen
zum
Fiat-Finanzsystem
ist
anzumahnen,
dass
diese
nach
aktuellem
Stand
der
Dinge
nicht
den
Weg
aus
der
Kreditsklaverei
weisen
werden.
Denn
sie
unterstehen
zunehmend
rigoroser
Regulierung
und
werden
in
zu
geringem
Umfang
genutzt.
In
puncto
Zahlungsmittel
hätte
der
eingangs
erwähnte
Goldback
vermutlich
bessere
Chancen,
sich
gegenüber
Zensur,
Kontroll-
wahn,
Zinswucher,
Inflation
und
Totalitarismus
zu
bewähren.
Wer
weiß
—
vielleicht
sind
es
Regionalwährungen,
Tauschhandel,
Monero,
Bitcoin,
Schuldscheine,
Zeitkonten,
Edelmetalle,
oder
etwas
ganz
anderes
—
oder
eine
Kombination
von
alledem.
Das
Problem
dabei:
Man
muss
es
tun.
Das
verursacht
Aufwand
und
erfordert
Disziplin.
Leider
schaffen
viele
»Revolutionäre«
es
aber
nicht
einmal,
ihr
G-Mail
Konto
zugunsten
einer
datenschutz-
freundlichen
Alternative
stillzulegen.
An
dieser
in
Bequemlichkeit
und
Routinen
schwelgenden
Konsumentenapathie
des
Mediazän
scheitern
nicht
nur
Kryptowährungen,
die
fraglos
das
Potenzial
(gehabt)
hätten,
eine
Revolution
loszutreten,
sondern
auch
jede
andere
Idee
für
eine
bessere
Welt.
Wir
brauchen
keine
neuen
Anlageklassen,
sondern
ein
von
Staat
und
Bankensystem
unabhängiges
Zahlungsmittel
-
denn
in
einer
Welt
ohne
Freiheit
hat
auch
Reichtum
keinen
Wert.
Montagnola,
am
03.
August
2024
Migration
als
Waffe
So
lautete
eine
Überschrift
in
der
Süddeutschen
Zeitung
vom
3.
März
2016.
Damals
war
das
noch
kein
Sakrileg,
die
Folgen
massiver
Zuwanderung
noch
nicht
ganz
so
offensichtlich.
Jetzt
aber
ist
Huntingtons
»Kampf
der
Kulturen«
traurige
Realität.
Und
anstatt
die
Ursachen
dieser
Situation
zielführend
zu
untersuchen,
dominieren
Wirtshausparolen
den
Diskurs.
Ein
zivilisatorisches
Trauerspiel
-
denn
von
Chaos
profitiert
weder
die
einheimische
noch
die
migrierende
Bevölkerung.
Es
ist
ganz
einfach.
Trotzdem,
und
obwohl
ich
es
an
anderer
Stelle
schon
mehrfach
kundgetan
habe,
muss
ich
es
wiederholen:
Es
gibt
für
mich
nur
zwei
Sorten
von
Menschen
—
gute
und
schlechte.
That’s
it!
Das
war’s.
Wer
andere
Kategorien
aufmacht,
wer
Menschen
in
irgendwelche
Schubladen
steckt,
sie
nach
Ethnie
—
nach
Religion,
Herkunft,
Hautfarbe,
Besitzstand,
Ernährungsgewohnheiten,
visuellen
Cha-
rakteristika
oder
sexueller
Orientierung
bewertet,
sollte
dringend
die
eigene
Weltsicht
hinterfragen.
Denn
sie
ist
mittelalterlich.
»Jeder
hat
das
Recht,
zu
glauben,
was
er
will.
Und
alle
anderen
haben
das
Recht,
zu
glauben,
dass
diese
Überzeugungen
verdammt
lächerlich
sind.«
(Ricky
Gervais,
9.
August
2024)
Genauso
ist
es.
Alle
Menschen
sind
gleich.
Alle
haben
die
gleichen
Rechte
und
Freiheiten.
Und
Freiheit
bedeutet
in
diesem
Kontext
147
143
nicht,
dass
man
tun
und
lassen
kann,
was
man
will,
sondern,
das
man
nicht
tun
muss,
was
man
nicht
will.
Das
ist
Basis
einer
voluntaristischen
Weltsicht.
Mir
ist
egal,
was
andere
Menschen
glauben,
sagen
oder
tun
—
solange
sie
nicht
versuchen,
mir
ihren
Willen
aufzuzwingen.
So
weit
aber
scheinen
viele
Zeitgenossen
nicht
zu
denken.
Vor
allem
das
sogenannte
konservative
Lager.
Dabei
erschien
bereits
1996
das
Buch
»Kampf
der
Kulturen«
des
US-Politikwissenschaftlers
Samuel
P.
Huntington
—
eine
Fortsetzung
seines
gleichnamigen,
bereits
im
Sommer
1993
veröffentlichten
Beitrags
in
Foreign
Affairs,
der
Hauspostille
des
Council
on
Foreign
Relations
(CFR).
Untertitel:
»Die
Neugestaltung
der
Weltpolitik
im
21.
Jahrhundert«.
Huntington
vertrat
damals
die
These,
dass
es
in
absehbarer
Zeit
zu
Konflikten
zwischen
den
verschiedenen
Kulturräumen
kommen
würde,
da
sich
vor
allem
der
chinesische
und
islamische
Kul-
turraum
nicht
mit
den
Werten
des
Westens
identifiziere.
Diese
Konflikte
würden
sich
aufgrund
des
mit
brachialer
Gewalt
durch-
gesetzten
Hegemonialanspruchs
der
NATO-Mächte
intensivieren
und
schlussendlich
zu
einer
Neuordnung
der
Welt
führen.
Auf
Seite
68
schrieb
er
damals:
»Der
Westen
eroberte
die
Welt
nicht
durch
die
Überlegenheit
seiner
Ideen
oder
Werte
oder
seiner
Religion
(zu
der
sich
nur
wenige
Angehörige
anderer
Kulturen
bekehren
ließen),
sondern
vielmehr
durch
seine
Überlegenheit
bei
der
Anwendung
von
organisierter
Gewalt.
Oftmals
vergessen
Westler
diese
Tatsache;
Nichtwestler
vergessen
sie
niemals.«
Huntingtons
Buch
erfuhr
seinerzeit
heftige
Kritik.
Seine
Pro-
gnose,
die
Macht
des
Westens
werde
verblassen,
sei
wissen-
schaftlich
nicht
ausreichend
belegt
und
ventiliere
eine
grob
vereinfachende
Weltformel.
Knapp
zwanzig
Jahre
später
zeigt
sich
allerdings:
Huntington
hatte
Recht.
Vermutlich
halfen
ihm
seine
exzellenten
Kontakte
zu
US-Eliteuniversitäten,
Politik
und
Geheimdiensten,
eine
belastbare
Prognose
zu
Papier
zu
bringen.
Schließlich
begann
er
seine
Karriere
in
den
60ern
als
Berater
des
wenig
zimperlichen
Apartheid-Geheimdienstes
(CCB)
von
Pieter
Willem
Botha
in
Südafrika
und
galt
laut
Frank-
furter
Rundschau
»als
einflussreichster
Politikprofessor
der
USA
nach
Henry
Kissinger«.
Huntingtons
Ableben
im
Dezember
2008
muss
also
nicht
unbedingt
als
Verlust
gewertet
werden.
Er
stand
mit
seinen
Prognosen
nicht
allein.
Auch
die
Vereinten
Nationen
(UN)
rechnen
seit
geraumer
Zeit
mit
einem
»Kampf
der
Kulturen«.
Nicht
umsonst
veranstaltet
das
supranationale
Herr-
schaftskonglomerat
seit
1954
die
Weltbevölkerungskonferenzen,
wo
genau
dieses
Thema
zentral
diskutiert
und
koordiniert
wird.
Welche
Szenarien
diesbezüglich
eruiert
und
forciert
werden,
veranschaulicht
eine
am
21.
März
2000
veröffentlichte
Studie
der
UN.
Titel:
»Replacement
Migration:
Is
it
A
Solution
to
Declining
and
Ageing
Populations?«
Zu
Deutsch
—
Ersatzmigration:
Ist
sie
eine
Lösung
für
schrumpfende
und
alternde
Bevolkerungen?
Das
Dokument
belegt,
dass
die
massiven
Migrationshewegungen
der
Gegenwart
kein
Zufall,
sondern
Resultat
einer
wohlkalkulierten
Strategie
sind.
Siehe
Seiten
31
bis
33:
»Abbildung
1
zeigt
einen
standardisierten
Vergleich
der
Zuwan-
derungsstrome
pro
Million
Einwohner
(Stand:
2000).
Aus
diesem
Vergleich
geht
hervor,
dass
im
Verhältnis
zur
Landesgrofse
die
Zahl
der
Einwanderer,
die
im
Zeitraum
2000-2050
pro
Jahr
benötigt
wird,
um
den
Bestand
der
Bevölkerung
im
erwerbsfihigen
Alter
zu
erhalten
(Szenario
IV),
mit
6.500
Einwanderern
auf
eine
Million
Einwohner
in
Italien
am
höchsten
ist,
gefolgt
von
Deutschland
mit
6.000
Einwanderern
pro
Jahr
auf
eine
Million
Einwohner.
Von
den
in
diesem
Bericht
untersuchten
Ländern
und
Regionen
benötigten
die
149
150
Vereinigten
Staaten
mit
etwa
1.300
Einwanderern
auf
eine
Million
Einwohner
die
geringste
Zahl
von
Einwanderern,
um
einen
Rückgang
ihrer
Bevölkerung
im
erwerbsfähigen
Alter
zu
verhindern.
(...)
In
Szenario
IV,
das
darauf
abzielt,
die
Bevölkerung
im
erwerbsfähigen
Alter
(15
bis
64
Jahre)
konstant
zu
halten,
ist
die
Zahl
der
Einwan-
derer
sogar
noch
höher
als
in
Szenario
III.
So
läge
beispielsweise
in
Deutschland
die
Gesamtzahl
der
Einwanderer
nach
Szenario
IV
bei
24
Millionen
(bzw.
487.000
pro
Jahr)
gegenüber
17
Millionen
(bzw.
344.000
pro
Jahr)
nach
Szenario
III.
(...)
Die
Zahl
der
Einwanderer,
die
notwendig
ist,
um
ein
Schrumpfen
der
Bevölkerung
im
erwerbs-
fähigen
Alter
auszugleichen,
übersteigt
diejenige,
die
einen
Rückgang
der
Gesamtbevölkerung
ausgleichen
würde,
um
ein
Erhebliches.
Ob
solche
höheren
Einwanderungszahlen
zu
den
Optionen
gehören,
die
den
Regierungen
zur
Verfügung
stehen,
hängt
zum
großen
Teil
von
den
sozialen,
wirtschaftlichen
und
politischen
Verhältnissen
des
jeweiligen
Landes
beziehungsweise
der
jeweiligen
Region
ab.«
Dass
es
dabei
nicht
nur
um
die
sozialen,
wirtschaftlichen
und
politischen
Verhältnisse
in
dem
Land
geht,
das
die
Zuwanderer
aufnehmen
soll,
dürfte
jedem
klar
sein,
der
sich
ein
wenig
mit
Geopolitik
beschäftigt
hat.
Dementsprechend
haben
Destabilisie-
rungskriege
und
Neokolonialismus
des
Wertewestens
nicht
nur
den
Zweck,
missliebige
Regierungen
zu
stürzen,
um
der
Finanz-
industrie
und
Rohstoffe
eines
Landes
habhaft
zu
werden
—
wenn
Demokratie
abgeworfen
wird,
geht
es
dabei
stets
auch
um
die
stra-
tegischen
Ziele
globaler
Bevölkerungspolitik.
Um
Eugenik
—
heut-
zutage
angepriesen
unter
pseudo-progressiven
Labels
wie
Bioethik,
biosoziale
Forschung,
biodigitale
Konvergenz,
Familienplanung
oder
Entwicklungshilfe
im
Bereich
der
Empfängnisverhütung.
»Deutschland
muss
von
außen
eingehegt,
und
innen
durch
Zustrom
heterogenisiert,
quasi
„verdünnt“
werden«,
schrieb
Mariam
Lau
am
7.
Februar
2005
für
DIE
WELT,
als
sie
Joschka
Fischers
Buch
»Risiko
Deutschland«
kommentierte.
Seither
wird
das
Zitat
oft
Fischer
selbst
in
den
Mund
gelegt,
obwohl
es
in
seinem
Buch
so
nicht
vorkommt.
Vom
»Verdünnen«
der
deutschen
Bevölkerung
zu
Gunsten
einer
transatlantisch
bewegten
Risikominimierung
spricht
Fischer
aber
durchaus.
Siehe
die
von
Lau
gesetzten
Anführungszeichen.
Nicht
nur
der
kriegsaffine
Fischer,
der
sich
im
Dezember
2023
dafür
aussprach,
dass
»die
EU
eine
eigene
atomare
Abschreckung
brauche«,
machte
sich
Gedanken,
wie
Zuwanderung
sich
auf
die
hiesige
Bevölkerung
auswirkt.
Das
Thema
ist
seit
jeher
ein
politi-
sches
Werkzeug,
das
im
Rahmen
geopolitischer
Verschiebungen
in
die
Waagschale
geworfen
wird.
Siehe
das
1984
publizierte
Buch
»The
Transfer
Agreement«,
das
von
den
geheimen
Absprachen
des
Dritten
Reiches
mit
Zionisten
in
punkto
Kolonialisierung
Palästinas
berichtet.
Oder
die
2010
erschienene,
360
Seiten
starke
Abhandlung
von
Kelly
M.
Greenhill
mit
dem
Titel
»Weapons
of
Mass
Migration:
Forced
Displacement,
Coercion,
and
Foreign
Policy«
—
Massenver-
nichtungswaffe
Migration:
Vertreibung,
Zwang
und
Außenpolitik.
Auch
in
den
Leitmedien
war
das
Thema
bis
vor
wenigen
Jahren
kein
Tabu.
Siehe
SPIEGEL
vom
16.
2.
2016,
SZ
vom
3.
3.
2016
oder
Daily
Mail
vom
5.
3.
2016.
Überall
schrieben
sie
von
»Migration
als
Waffe«.
Von
»Fliichtlingen
als
Waffe«.
Vom
aufziehenden
Kampf
der
Kulturen
und
der
marodierenden
Wirkung
nichtintegra-
tiver
Zuwanderung.
Gebracht
hat
es
nichts.
Denn
die
vom
Nachhaltigkeitskorpora-
tismus
der
UN
usurpierte
Bundespolitik
hatte
einen
anderen
Auftrag.
Die
Grenzen
blieben
offen,
der
Kostenrahmen
elastisch
und
die
Anreize
fiir
Neuankömmlinge
hoch.
Das
insinuierte
Para-
dies
der
bunten
Gesellschaft
von
morgen
entstand
aber
offenkundig
nicht.
Aus
der
Merkel’schen
»
Willkommenskultur«
wurde
bald
»der
151
152
Islam
gehört
nicht
zu
Deutschland«.
Aus
»Wir
schaffen
das!«
wurde
»Wir
brauchen
Remigration«.
Als
wäre
Religion
das
Kernproblem.
Scheinbar
hat
man
im
Wertwesten
verdrängt,
dass
alle
mono-
theistischen
Religionen
sich
konzeptionell
gegenüber
der
Konkur-
renz
abgrenzen.
Anhänger
des
jüdischen
Glaubens
bezeichnen
Nicht-Juden
gerne
pejorativ
als
Gojim.
Das
Christentum
nennt
die
Abweichler
Ketzer
-
und
ermordete
im
Blutrausch
der
Kreuz-
züge
bis
zu
22
Millionen
von
ihnen.
Und
auch
der
vom
Mythos
absoluter
Friedfertigkeit
umwehte
Buddhismus
kennt
Gewalt.
Es
ist
also
mehr
als
naiv,
nun
den
Islam
—
der
schon
als
Sündenbock
für
den
auf
Lügen
fußenden
»War
on
Terror«
herhalten
musste
—
mit
plumpen
Generalismen
zu
verteufeln.
Die
Schriften
aller
Weltreligion
lassen
sich
absolutistisch
interpretieren,
um
damit
Gewalt
gegen
Andersdenkende
zu
rechtfertigen.
Folglich
muss
auch
jedweder
Extremismus
verurteilt
werden
—
aber
ohne
dabei
die
Religionsfreiheit
von
Artgenossen
einzuschränken.
Unterkomplexe
Erklärungen
und
Wirtshausparolen
wie
»der
Islam
gehört
nicht
zu
Deutschland«
helfen
also
kaum
dabei,
die
fraglos
brisante
Situation
zu
entschärfen.
Nötig
wären
inter-
religiöser
Dialog,
integrative
Gesellschaftsstrukturen
und
eine
offene,
informierte
Debatte
über
die
tatsächlichen
Auslöser
von
Flüchtlingsströmen,
Gewalt
und
Parallelgesellschaften.
Denn
versänken
die
Heimatländer
der
Geflüchteten
nicht
in
Chaos,
Krieg
und
Armut,
würden
vermutlich
auch
weniger
Menschen
die
lange
Reise
nach
Europa
antreten.
So
bleibt
nur
zu
fordern:
Stoppt
die
Gewalt!
Denn
wenn
uns
die
Geschichte
der
letzten
tausend
Jahre
etwas
gelehrt
haben
sollte,
ist
es,
dass
von
einem
»Kampf
der
Kulturen«
immer
nur
jene
profitieren,
denen
Kultur,
Moral
und
Menschenleben
komplett
gleichgültig
sind.
Montagnola,
am
11.
August
2024
Gestatten,
Peter
Thiel
Nicht
wenige
halten
ihn
für
den
mächtigsten
Unternehmer
im
Silicon
Valley.
Andere
gar
für
einen
der
einflussreichsten
Menschen
der
Welt.
Er
gründete
PayPal,
finanzierte
Facebook
und
Clearview
Al,
ist
Mitglied
im
Führungsstab
der
Bilderberg
Konferenzen
und
schuf
mit
Palantir
den
Spionagekonzern,
der
die
unheilige
Allianz
von
Big
Tech
und
Big
Brother
auf
ein
neues
Level
hob.
Er
ist
ein
skrupelloser
Kartell-Kapitalist,
der
totalita-
ristischen
Machtanspruch
hinter
libertaren
Phrasen
verbirgt.
Hat
Peter
Thiels
Biograph
demzufolge
Recht,
wenn
er
sagt,
dass
wir
uns
vor
der
Macht
von
Peter
Thiel
fürchten
sollten?
Da
sitzt
der
Mann
am
16.
August
2024
über
drei
Stunden
lang
im
reichweitenstarksten
Podcast
der
Welt,
bei
einem
vermeintlich
kritischen
Geist
—
Joe
Rogan
—
und
muss
keine
einzige
Frage
zu
Palantir
beantworten.
Oder
zu
seiner
Rolle
im
Steuerungs-
kreis
der
Bilderberg
Konferenzen.
Ganz
zu
schweigen
von
Thiels
unsaglichen
Versuchen,
den
Skandal
um
Jeffrey
Epstein
im
Verlauf
des
Gesprächs
zu
marginalisieren.
Unter
anderem,
indem
er
dessen
unzählige
Opfer
als
»minderjdhrige
Mddchen«
bezeichnet
—
obwohl
viele
davon
Kinder
waren.
Manche
gerade
einmal
acht
Jahre
alt.
Oder
indem
er,
danach
gefragt,
wann
man
denn
endlich
die
wahren
Ausmaße
von
Epsteins
dunklem
Treiben
nachvollziehen
könne,
lapidar
entgegnet,
dass
man
bis
dato
ja
auch
nicht
wisse,
was
in
puncto
John
F.
Kennedy
wirklich
passierte
und
die
entsprechende
Aufklarung
wohl
noch
etwas
auf
sich
warten
lassen
dürfte.
Wer
also
bis
anhin
den
Standpunkt
vertrat,
Joe
Rogan
sei
an
Wahrheitsfindung
interessiert,
oder
betreibe
153
154
Journalismus,
wurde
spätestens
am
16.
August
diesen
Jahres
eines
Besseren
belehrt.
Rogans
Konversation
mit
Thiel
war
ein
peinlicher
PR-Auftritt.
Und
das
nicht
nur
aufgrund
von
Thiels
gefärbten
Haaren.
Siehe
Kommentare
unter
dem
entsprechenden
Video.
Der
Podcast
ist
als
Image-Design-Event
für
jemanden
zu
werten,
dessen
Protegé
—
JD
Vance
-
unlängst
von
Donald
Trump
zum
Kandidaten
für
die
US-Vize-Präsidentschaft
nominiert
wurde.
Dabei
hätte
es
nur
fünf
Minuten
und
einer
beliebigen
Suchmaschine
bedurft,
um
sich
adäquat
auf
diese
Unterredung
vorzubereiten
und
Thiel
we-
nigstens
die
oberflächlich
brennenden
Fragen
stellen
zu
können.
Vielleicht
wollte,
oder
konnte
Rogan
das
aber
auch
gar
nicht.
In
Anbetracht
von
Thiels
Machtfülle
wäre
das
kaum
verwunderlich.
Aber
fangen
wir
vorne
an.
Geboren
wurde
der
heute
56-jährige
Thiel
in
Frankfurt
am
Main.
Ein
Jahr
nach
seiner
Geburt
wanderte
seine
Familie
in
die
USA
aus.
Bevor
sie
sich
1977
in
Kalifornien
niederließen,
lebten
die
Thiels
zeitweise
in
Südafrika
und
Namibia.
Der
junge
Peter
wechselte
demzufolge
häufig
die
Schule.
In
seiner
Freizeit
beschäftigte
er
sich
mit
Computerspielen
und
Science-Fiction-Literatur.
Sein
Lieb-
lingsautor
ist
J.
R.
R.
Tolkien,
dessen
Klassiker
»Herr
der
Ringe«
er
nach
eigenen
Angaben
mehr
als
zehn
Mal
gelesen
hat.
Obwohl
er
während
seiner
Schulzeit
als
Mathe-Ass
von
sich
reden
machte,
studierte
er
an
der
Stanford
University
zunächst
Philosophie.
Anschließend
schrieb
er
sich
an
der
Stanford
Law
School
ein,
wo
er
1992
den
Juris
Doctor
erlangte.
Mit
diesem
Abschluss
in
der
Tasche
arbeitete
er
zunächst
für
einen
US-Bundesrichter,
danach
für
eine
Anwaltskanzlei
in
New
York.
Doch
schon
nach
wenigen
Monaten
im
juristischen
Betrieb
heuerte
Thiel
bei
der
Großbank
Credit
Suisse
an,
wurde
Derivate-Händler.
Im
Jahr
1996
kehrte
er
nach
Kalifornien
zurück,
wo
er
seinen
ersten
Anlagefonds
Thiel
Capital
Management
gründete
—
das
Unternehmen,
bei
dem
Eric
Weinstein,
der
Bruder
des
Evolutionsbiologen
und
Mainstream-Resistance-Podcasters
Bret
Weinstein
—
als
Managing
Director
beschaftigt
ist.
Ab
der
Gründung
seines
ersten
Fonds
ging
es
steil
aufwärts
für
den
Exil-Deutschen.
1998
griindete
er
zusammen
mit
Max
Levchin
und
Luke
Nosek
den
Zahlungsdienstleister
PayPal,
den
Thiel
als
CEO
leitete,
bis
das
Unternehmen
2002
fiir
eineinhalb
Milliarden
US-Dollar
an
eBay
verkauft
wurde.
Der
Tech-Unternehmer
galt
seinerzeit
als
»der
Pate«
der
»PayPal-Mafia«,
einer
illustren
Gruppe
von
Silicon-Valley-Entrepreneuren,
deren
—
auf
Basis
ihrer
Um-
triebigkeit
—
selbstgewahlter
Spitzname
durch
einen
Artikel
des
Forbes-Magazine
aus
dem
Jahr
2007
weltweit
bekannt
wurde.
Ein
Artikel,
fir
den
sich
die
13
Herren
in
Gangsterklamotten
ablichten
ließen.
Mitglieder
der
Gruppe
gründeten
zum
Beispiel
YouTube,
Yelp,
Yammer,
LinkedIn
und
Tesla.
Thiels
PayPal-Kompagnon
Levchin
betätigt
sich
mittlerweile
gerne
als
Regierungsmitarbeiter
oder
willfdhriger
Fiirsprecher
für
die
NSA
(National
Security
Agency).
Nosek
war
unter
anderem
der
erste
institutionelle
Investor
von
Elon
Musks
Space
X,
sitzt
im
Vorstand
von
ResearchGate
und
blieb
mit
Thiel
über
die
ge-
meinsame
Gründung
des
Founders
Fund
verbunden,
der
2005
seine
Arbeit
aufnahm
und
Stand
2023
zwölf
Milliarden
US-Dollar
an
Kapital
verwaltet.
Geld,
das
unter
anderem
Airbnb,
Spotify,
Facebook,
Stripe,
Lyft
oder
Neuralink
grundfinanzierte.
Rück-
blickend
könnte
man
das
mit
der
»Mafia«
also
durchaus
auf
andere
Aspekte
als
die
Umtriebigkeit
beziehen.
Immerhin
war
Airbnb
schon
2017
»gréfSer«
als
die
fünf
größten
Hotelmarken
kombiniert
—
ohne
ein
einziges
Hotel
zu
besitzen.
Und
Spotify
als
weltgrößte
Streaming-Plattform
dominierte
mit
83
Prozent
Marktanteil
schon
2020
die
US-Musikindustrie,
während
es
155
156
Künstler
mit
Cent-Beträgen
abspeist
und
deren
ursprüngliche
Vertriebswege
ruiniert.
Thiel
selbst
nutzte
den
enormen
Gewinn
aus
dem
PayPal-Verkauf
für
die
Gründung
von
Clarium
Capital,
einem
mäßig
wirkungs-
vollen
Hedge-
und
Investmentfonds,
der
drei
Jahre
vor
dem
Founders
Fund
ins
Leben
gerufen
und
2013
aufgelöst
wurde.
Ein
Jahr
nach
dem
Startschuss
für
Clarium
Capital,
2003,
gründete
Thiel
das
Unternehmen,
das
ihn
zu
einem,
wenn
nicht
gar
dem
einflussreichsten
Tech-Unternehmer
der
Welt
machen
sollte
—
Palantir
Technologies.
Heute
wohl
der
mächtigste
Überwachungs-,
Spionage-,
Big-Data-
und
Pre-Crime-Management-Konzern
aller
Zeiten.
Mit
den
Worten
von
CNBC:
»Das
CIA-unterstützte
Start-up,
das
Palo
Alto
übernahm«.
Schon
2017
attestierte
der
britische
Guardian
dem
Unternehmen
»genau
so
viel
Macht
in
der
realen
Welt
zu
haben
wie
Google,
Microsoft,
Facebook,
Amazon
und
Apple«
in
der
digitalen.
Palantir
operiert
im
Gegensatz
zu
den
vorgängig
genannten
allerdings
mit
absoluter
Geheimhaltung
und
gilt
als
der
verschwiegenste
unter
den
Tech-Konzernen.
Die
Liste
von
Thiels
wichtigsten
Kunden
liest
sich
dementsprechend:
CIA,
FBI,
NSA,
DHS,
Center
for
Desease
Control
(CDC),
Marine
Corps,
Air
Force,
Special
Operations
Command,
IRS
(US-Steuerbehörde),
Morgan
Stanley,
Merck,
Airbus,
Fiat
Chrysler
Automobiles,
Ferrari,
Vereinte
Nationen
—
um
nur
einige
zu
nennen.
»Palantir
weiß
alles
über
sie«,
titelte
Bloomberg
am
19.
April
2018.
Und
das
ist
vielleicht
noch
untertrieben.
Denn
die
CIA,
die
mittels
ihres
Venture-Capital-Ablegers
In-Q-Tel
zwei
Millionen
Dollar
an
Startkapital
für
Palantir
beisteuerte,
war
von
Beginn
an
involviert.
So
überwacht
Palantir
heute
im
Auftrag
der
US-Geheimdienste
alles
und
jeden,
um
Prognosen
darüber
zu
erstellen,
wer,
wann,
wo
was
macht.
Oder
denkt.
Oder
schreibt.
Es
ist
die
Realität
gewordene
Version
von
Steven
Spielbergs
Minority
Report.
Ob
Betrüger,
Terrorist,
Menschen-
händler,
Waffenschieber,
Aktivist,
Finanzjongleur,
Journalist,
Dissident,
oder
»subversives
Element«
—
Palantir
hat
zu
jeder
relevanten
Person,
und
das
dürfte
heute
praktisch
jeder
sein,
alle
verfügbaren
Daten
konsolidiert.
Alle.
Gesichert
sind
diese
Daten
per
Blockchain,
der
auch
mit
fortge-
schrittensten
Hacker-Methoden
kein
Beikommen
ist.
Die
digitalen
Zugangscodes
zu
den
Daten
sind
auf
dutzende
unabhängige
Parteien
verteilt,
deren
Identität
wiederum
per
Blockchain
geschützt
wird.
Palantir
bietet
abgesicherte
Betriebssysteme,
Software-Pakete
und
Daten-Plattformen
zur
Massenüberwachung,
Finanzmarkt-Tools,
die
flächendeckend
an
der
Wall
Street
genutzt
werden,
KI
für
Drohnen
und
Waffensysteme,
fortgeschrittene
Biometrie,
Strahlungsblocker
für
Radio-,
Telefon-
und
Inter-
netsignale
oder
auch
DNA-Datenbanken,
über
die
US-Marines
in
Einsatzgebieten
DNA-Proben
hochladen
und
in
Echtzeit
mit
Referenzdaten
abgleichen
können.
Prädiktive
Sicherheitsanwendungen
von
Palantir,
die
das
US-Mi-
litär
dereinst
erfolgreich
im
Irak
und
in
Afghanistan
verwendete,
kommen
seit
2013
im
Stadtgebiet
von
Los
Angeles
zum
Einsatz,
wo
die
Polizei
an
Hotspots
auftaucht,
bevor
dort
überhaupt
Tumult
entsteht.
Die
Palantir-Algorithmen
militarisieren
Polizeiarbeit.
Mit
rassistischen
Tendenzen.
Siehe
Operation
LASER.
Und
nachdem
Palantir
2013
im
Mittelpunkt
der
Enthüllungen
des
NSA-Whistleblowers
Edward
Snowden
stand,
wissen
wir,
dass
die
dahinter
stehenden
Datensammlungen,
Analyse-Tools
und
Prognosemodelle
längst
auch
international
angewendet
werden.
Im
Februar
2017
sorgten
Palantirs
fragwürdige
Methoden
auch
in
Deutschland
für
Schlagzeilen.
Nachdem
der
Polizei
in
Hamburg
gestattet
wurde,
Analysesoftware
von
Palantir
zu
Fahndungs-
und
157
1538
Überwachungszwecken
einzusetzen,
fürchteten
Anwälte
und
Journalisten,
die
aus
beruflichen
Gründen
mit
Dissidenten
oder
Straftätern
in
Kontakt
stehen,
selbst
permanenter
Observation
ausgesetzt
zu
sein.
Zu
Recht.
Denn
die
Gotham-Software
des
Unter-
nehmens
—
Slogan:
»Die
Software
ist
das
Waffensystem«
—
erlaubt
das
Erstellen
von
detaillierten
Netzwerkkarten
mittels
Telefon-,
Social-Media-
oder
E-Mail-Kontakten
einer
iberwachten
Person.
2022
tauchte
Thiels
umstrittener
Spionage-Konzern
wieder
in
den
hiesigen
Medien
auf,
weil
das
von
Palantir
entwickelte
Ana-
lysesystem
»
Vera«
ab
2023
bei
der
bayrischen
Polizei
zum
Einsatz
kommen
sollte
—
die
Regierung
des
Freistaats
aber
Bedenken
hatte,
beim
Einsatz
der
Software
selbst
zum
Opfer
von
Palantirs
Daten-
krake
zu
werden.
Trotz
solcher
Vorbehalte
pladierten
Hessen,
NRW
und
Bayern
im
Rahmen
der
Innenministerkonferenz
vom
Juni
2023
in
Berlin
fiir
eine
bundesweite
Einführung
von
Palantir-
Software.
Der
Einsatz
der
Programme
sei
»zwingend
erforderlich,
um
die
Analysefahigkeit
der
Polizeien
des
Bundes
und
der
Lander
»zeitnah
spürbar
zu
verbessern,
zitiert
die
Tagesschau
am
30.
Juni
2023
die
Beschlussvorlage.
Wenige
Tage
nach
der
Konferenz
ließ
das
Bundesinnenministerium
verlauten,
»keine
seitens
des
Bundes
betriebene
Plattform
einzurichten«.
Das
Ziel
von
Faesers
Behörde
sei
eine
»herstellerunabhdngige
Anwendungsbereitstellung«.
Was
auch
immer
das
bedeuten
soll.
Bayern,
NRW
und
Hessen
hielten
jedenfalls
am
Rahmenvertrag
mit
Palantir
fest
und
nutzen
die
auf
fragwurdigen
Methoden
basierenden
Dienste
des
Unternehmens
—
auf
die
dank
der
Ausgestaltung
des
besagten
Rahmenvertrages
theoretisch
auch
alle
anderen
Bundesländer
zugreifen
könnten,
wie
das
Bayrische
Innenministerium
betont.
Die
Methodik
von
Palantirs
Big-Data-Software
beschrieb
The
Intercept
am
22.
Februar
2017
unter
dem
Titel
»Wie
Peter
Thiels
Palantir
der
NSA
half,
die
ganze
Welt
auszuspionieren«
wie
folgt:
»
Während
Palantir
Metropolis
auf
quantitative
Analysen
für
Wall-
Street-Banken
und
Hedgefonds
ausgerichtet
ist,
ist
Gotham
(ehemals
Palantir
Government)
auf
die
Bedürfnisse
von
Geheimdiensten,
Strafverfolgungsbehörden
und
innerer
Sicherheit
ausgerichtet.
Gotham
funktioniert,
indem
große
Mengen
strukturierter
Daten
(wie
Tabellenkalkulationen)
und
unstrukturierter
Daten
(wie
Bilder)
in
eine
zentrale
Datenbank
importiert
werden,
in
der
alle
Informa-
tionen
in
einem
Arbeitsbereich
visualisiert
und
analysiert
werden
können.
Eine
Demonstration
aus
dem
Jahr
2010
zeigte
beispiels-
weise,
wie
Palantir
Government
verwendet
werden
kann,
um
den
Waffenfluss
im
Nahen
Osten
aufzuzeichnen,
indem
unterschiedliche
Datenquellen
wie
Gerätechargennummern,
Herstellerdaten
und
die
Standorte
der
Hisbollah-Trainingslager
importiert
werden.
Der
Hauptvorteil
von
Palantirs
Software
besteht
darin,
dass
sie
nicht
für
eine
bestimmte
Aufgabe
konzipiert,
sondern
flexibel
und
leistungsstark
genug
ist,
um
den
Anforderungen
jeder
Organisation
gerecht
zu
werden,
die
große
Mengen
sowohl
persönlicher
als
auch
abstrakter
Daten
verarbeiten
muss.«
Das
Vice
Magazine
hatte
vor
einigen
Jahren
Zugriff
auf
eines
der
Benutzerhandbücher
von
Palantirs
Software.
WIRED
schrieb
dazu
am
12.
Juli
2019:
»Durch
eine
Anfrage
nach
dem
Freedom
of
Information
Act
erhielt
Vice
Zugriff
auf
eines
der
geheimen
Benutzerhandbücher
von
Pa-
lantir
für
Strafverfolgungsbehörden.
Das
Handbuch
zeigt,
dass
die
Strafverfolgungsbehörden
nur
den
Namen
einer
Person
benö-
tigen,
um
die
familiären
Beziehungen
dieser
Zielperson
abzubilden
und
ihre
Sozialversicherungsnummer,
Adresse,
Telefonnummer,
Größe,
Gewicht
und
Augenfarbe
zu
ermitteln.
Fügt
man
noch
ein
Nummernschild
hinzu,
ermöglicht
das
System
von
Palantir
den
Strafverfolgungsbehörden,
nachzuverfolgen,
wo
sich
die
Person
während
eines
beliebigen
Zeitraums
aufgehalten
hat
(...)
sodass
159
160
die
Strafverfolgungsbehörden
nahezu
omnipotentes
Wissen
über
jeden
Verdächtigen
haben,
den
sie
überwachen
möchten.«
Doch
damit
nicht
genug.
Am
28.
Januar
2022
berichtete
die
New
York
Times
über
Bemühungen
des
FBI,
von
einem
israelischen
Start-up,
der
NSO
Group,
die
Spionagesoftware
»Pegasus«
zu
erwerben,
um
Android-
und
Apple-Smartphones
der
US-Bevöl-
kerung
ausspähen
zu
können.
Die
Software
gilt
als
Nonplusultra
in
diesem
Bereich.
Die
mexikanische
Regierung
nutzt
sie,
um
Journalisten
und
Dissidenten
zu
überwachen.
Auch
der
Drogen-
boss
Joaquin
Guzmän
Loera,
alias
El
Chapo,
konnte
nur
mit
Hilfe
des
Programmes
dingfest
gemacht
werden.
In
Saudi
Arabien
kam
Pegasus
gegen
Frauenrechtsaktivisten
zum
Einsatz.
Polen,
Ungarn,
Indien
und
viele
andere
Länder
nutzen
Pegasus
im
Bereich
innere
Sicherheit.
»In
den
Vereinigten
Arabischen
Emiraten
wurde
Pegasus
verwendet,
um
das
Telefon
eines
Regierungskritikers,
Ahmed
Mansoor,
zu
hacken.
Das
E-Mail-Konto
von
Mansoor
wurde
gehackt,
sein
Standort
wurde
überwacht,
von
seinem
Bankkonto
wurden
140.000
Dollar
gestohlen,
er
wurde
entlassen
und
Fremde
schlugen
ihn
auf
der
Straße
zusammen.
Man
beginnt
zu
glauben,
dass
jeder
Schritt
beobachtet
wird,
sagte
Mansoor.
2018
wurde
er
wegen
seiner
Posts
auf
Facebook
und
Twitter
zu
zehn
Jahren
Gefängnis
verurteilt«,
so
die
New
York
Times.
Da
die
Pegasus-Software
der
NSO
Group
in
den
Vereinigten
Staaten
auf
der
schwarzen
Liste
steht,
die
Strafverfolgungsbehörden
sie
also
nicht
offiziell
verwenden
dürfen,
sprang
ein
amerikanisches
Cyber-Warfare-Start-up
ein,
um
seinem
einzigen
Kunden
—
der
US-Regierung
—
aus
dieser
misslichen
Lage
zu
helfen.
Der
Name
des
Unternehmens:
Boldend.
Und
tatsächlich
gelang
es
dieser
Firma,
WhatsApp
und
andere
verschlüsselte
Dienste
zu
hacken.
Das
Forbes
Magazine
berichtete
am
3.
Februar
2022.
Pikant:
Finanziert
wurde
Boldend
maßgeblich
von
Peter
Thiels
Founders
Fund.
Der
erste
Investor
von
Facebook
finanzierte
also
ein
Unter-
nehmen,
dass
ein
Facebook-Produkt
hackt.
Dass
Thiel
dahingehend
keine
Skrupel
hegt,
zeigte
sich
bereits
zuvor.
Denn
sein
Founders
Fund
finanzierte
auch
die
umstrittene
Datenkrake
ClearView
AI,
die
für
den
Betrieb
ihrer
Biometrie-Pro-
dukte
und
Gesichtserkennungssoftware
sämtliche
von
Benutzern
auf
Facebook
und
anderen
Social
Media
Portalen
hochgeladenen
Fotos
stahl,
um
diese
zu
analysieren
und
mittels
Datenbanken
diversen
Strafverfolgungsbehörden
und
Kriegsparteien
zur
Ver-
fügung
zu
stellen.
Palantir
und
ClearView
AI
—-
laut
New
York
Times
»das
Unternehmen,
das
der
Privatsphäre,
wie
wir
sie
kennen,
ein
Ende
bereiten
könnte«
—
profitieren
selbstredend
auch
vom
inflationären
Einsatz
von
Gesichtserkennungssoftware
in
öffent-
lichen
Räumen.
»Die
Software
ist
das
Waffensystem«.
Das
zeigen
auch
die
Aktivitäten
von
Palantir
in
Kriegsgebieten.
Das
TIME
Magazine
schrieb
dazu
am
10.
Juli
2023
unter
der
Über-
-
schrift
»Wie
Palantir
die
Zukunft
der
Kriegsführung
verändert«:
»
Während
die
Ukraine
mehrere,
möglicherweise
Dutzende
von
Vorstößen
entlang
der
gesamten
Frontlinie
startet,
muss
Russland
versteckte
Reservekräfte
mobilisieren.
Diese
kann
die
Ukraine
mithilfe
von
Satelliten-
und
Drohnenbildern
sowie
visuellen
Er-
kennungsalgorithmen
in
Echtzeit
verfolgen
und
mit
beispielloser
Geschwindigkeit
und
Präzision
anvisieren.
(...)
Bei
meinem
jüngsten
Besuch
im
Londoner
Büro,
Palantirs
größtem
und
wichtigstem
Forschungszentrum
außerhalb
der
USA,
wurde
mir
als
Erstes
die
Erdumlaufbahn
gezeigt.
Der
Bildschirm
an
der
Wand
erweckt
die
Bilder
von
Tausenden
von
Satelliten
in
erdnaher
Umlaufbahn
zum
Leben.
Palantirs
MetaConstellation-Plattform
ermöglicht
es
dem
161
162
Benutzer,
diese
Satelliten
mit
der
Beantwortung
einer
bestimmten
Frage
zu
beauftragen.
Stellen
sie
sich
vor,
sie
möchten
wissen,
was
an
einem
bestimmten
Ort,
zu
einer
bestimmten
Zeit
in
der
Arktis
passiert.
Klicken
sie
auf
eine
Schaltfläche,
und
MetaConstellation
plant
die
richtige
Kombination
von
Satelliten,
um
das
angegebene
Gebiet
zu
untersuchen.
Bemerkenswerterweise
kann
die
Software
die
Algorithmen
so
einsetzen,
dass
nur
die
Bilder
heruntergeladen
werden,
bei
denen
die
Algorithmen
wertvolle
Informationen
finden.«
Natürlich
steht
Palantir
auch
»an
der
Seite
Israels«,
während
die
rechtsextreme,
zionistische
Regierung
Netanjahus
einen
vom
internationalen
Gerichtshof
bescheinigten
Völkermord
an
der
palästinensischen
Zivilbevölkerung
begeht.
Den
»Gaza-Holocaust«,
wie
der
Journalist
James
Corbett
es
nennt.
Ungeachtet
dessen
hatte
die
Chefetage
von
Palantir
kein
Problem
damit,
ihr
erstes
Vorstands-
meeting
des
Jahres
2024
in
Tel
Aviv
abzuhalten.
Aus
Solidarität.
Immerhin
ist
man
im
gleichen
Geschäft
—
industrialisiertes
Töten.
So
nutzt
das
israelische
Militär
Künstliche
Intelligenz
(KI)
von
Palantir,
die
auf
Basis
von
Metadaten
automatisiert
Ziele
im
Gaza-Streifen
auswählt
und
damit
Entscheidungen
über
Leben
und
Tod
trifft.
Dazu
analysiert
die
Software
von
Thiels
Unter-
nehmen
sämtliche
E-Mails,
Telefongespräche,
Chatnachrichten,
Geolokationsdaten
und
Social-Media-Inhalte
der
palästinensischen
Bevölkerung.
Auch
Radio-Wellen,
Funkverkehr,
Satellitenbilder
und
Drohnenflüge
werden
ausgewertet.
Das
postulierte
Ziel:
chirurgische
Präzision
in
der
Kriegsführung.
Die
nackten
Zahlen
erzählen
allerdings
eine
andere
Geschichte.
Nach
Angaben
von
Reuters
vom
15.
August
2024
starben
mittlerweile
über
40.000
Menschen
im
Gaza-Streifen,
92.401
sind
verwundet.
Min-
destens
83
Prozent
der
palästinensischen
Bevölkerung
sind
auf
der
Flucht.
Das
sind
2,3
Millionen
Menschen.
34.580
davon
sind
schwangere
Frauen.
25.000
Kinder
wurden
getötet
oder
schwer
verwundet.
All
diese
Menschen
werden
nie
mehr
in
ihr
Zuhause
zurückkehren
können.
Denn
sie
werden
es
nie
mehr
erreichen.
Oder
es
ist
nichts
mehr
davon
übrig.
Demnach
ist
das
Postulat
von
der
chirurgischen
Kriegsführung
eine
Mär
—
oder
Palantirs
Software
absoluter
Schrott.
Und
von
Zweiterem
ist
in
Anbetracht
der
Firmengeschichte
kaum
auszugehen.
Der
vermeintlich
libertäre
Thiel
steht
über
solch
profanen
Zahlen.
Denn
er
verfolgt
hehre
Ziele.
Das
zeigt
ein
Projekt
namens
Pröspera.
Dabei
handelt
es
sich
um
eine
Start-up-City.
Eine
»Sonderentwicklungszone«
(ZEDE).
Diese
befindet
sich
auf
der
Insel
Roatän
im
mittelamerikanischen
Staat
Honduras.
Be-
trieben
wird
das
Projekt
von
einem
privaten
Unternehmen
aus
den
USA.
Führende
Financiers
des
Unterfangens:
Peter
Thiel,
Sam
Altman
(OpenAI)
und
Marc
Andreesen.
In
Pröspera
sollen
nicht
die
Gesetze
von
Honduras
gelten,
sondern
das
Regelwerk
der
Betreibergesellschaft.
Die
Bewohner
müssen
einen
Vertrag
mit
dem
Betreiber
abschließen,
in
dem
sie
zustimmen,
die
Volkssouveranitat
an
die
Prospera-ZEDE
abzugeben.
Durch
die
Privatisierung
von
Sicherheitsdienstleistungen,
Justiz,
Bildung
und
Gesundheitswesen
sowie
eine
Einheitssteuer
von
zehn
Prozent
soll
der
Stadtstaat
Unternehmen
und
Freigeister
anziehen
—
vor
allem
solche,
die
es
sich
leisten
können.
Knapp
2.000
Personen
und
etwa
220
Unternehmen
haben
sich
bereits
angemeldet
oder
residieren
auf
der
Insel.
Aufgrund
nicht
vorhandener
Regulierung
sind
in
Prospera
derzeit
vor
allem
experimentelle
medizinische
Eingriffe
und
pharmako-
logische
Testreihen
gefragt.
Die
New
York
Times
erklart
dazu
am
28.
August
2024:
»Prospera
ist
besonders
bekannt
fiir
die
experimentellen
medi-
zinischen
Einrichtungen
der
Zone,
in
denen
klinische
Studien
163
164
durchgeführt
werden,
die
nicht
an
FDA-Standards
gebunden
sind.
In
der
Woche
meines
Besuchs
wurde
Patri
Friedman,
Enkel
des
Öko-
nomen
Milton
Friedman
und
Gründer
eines
Fonds
für
Start-up-Städte,
der
in
Pröspera
investierte,
ein
Chip
mit
seinem
Tesla-Schlüssel
in
die
Hand
implantiert.
Bei
einer
früheren
Reise
ließ
er
seine
Zähne
mit
gentechnisch
veränderten
Bakterien
reinigen,
die
angeblich
Karies
vorbeugen
sollen.
Ein
anderes
Mal
wurde
ihm
ein
Protein-Booster
injiziert,
der
ihn
stärker
und
schneller
machen
sollte,
wie
er
es
an
diesem
Wochenende
auf
einer
Konferenz
in
Roatdn
beschrieb.«
Stammzellenforschung,
souveräne
Cyborgs,
Semaglutid-Injek-
tionen
und
Biotechnologie,
die
»den
Tod
zur
Option
machen«
will.
Ein
Umfeld,
das
bei
Nachbargemeinden
und
der
Regierung
von
Honduras
auf
wenig
Begeisterung
stößt.
Hatten
die
Investoren
doch
zu
Beginn
davon
gesprochen,
ein
normales
Resort
gründen
zu
wollen
—
keinen
rechtsfreien
Raum
für
Silicon-Valley-Granden,
Biotech-Hasardeure
und
Anarchokapitalisten.
Die
Latin
America
Working
Group
(LAWG),
eine
Nichtregierungsorganisation,
die
sich
für
soziale
Gerechtigkeit
in
Lateinamerika
engagiert,
nennt
Thiels
ZEDE
unumwunden
eine
»Zuflucht
für
Ausbeutung,
Korrup-
tion
und
organisiertes
Verbrechen«.
Die
vom
Projekt
betroffenen
Inselbewohner
sehen
das
ähnlich.
Sie
formierten
eine
Bürger-
rechtsbewegung,
die
Proteste
an
den
Zufahrtswegen
von
Prö-
spera
organisiert.
»Die
Krypto-Kolonialisten
sollen
verschwinden«,
skandieren
die
von
dem
Projekt
benachteiligten
Einheimischen.
Auch
der
Regierung
von
Honduras
erschien
das
Projekt
zuneh-
mend
suspekt.
Denn
es
bedrohe
die
nationale
Souveränität.
Im
Rahmen
einer
TV-Ansprache
warnte
die
Präsidentin
von
Honduras,
Xiomara
Castro,
unlängst
davor,
dass
»die
gleichen,
dunklen,
ex-
ternen
Kräfte
wie
2009
mit
Unterstützung
der
internationalen
Medien
einen
Coup
d’Etat
im
Lande
planen«.
Zum
damaligen
Zeit-
punkt
hatte
ein
vom
angloamerikanischen
Hegemon
orchestrierter
Regimewechsel
für
politisches
Chaos
im
Land
gesorgt
—
und
jene
illegitime
Regierung
an
die
Macht
gebracht,
die
den
Pröspera-Deal
mit
Thiel
unterzeichnete.
Im
Lichte
dieser
Befürchtungen
begann
die
Regierung
von
Hon-
duras
im
Jahr
2022
damit,
Pröspera
einige
seiner
Sonderrechte
zu
entziehen.
Zum
Beispiel
die
Steuerbefreiung.
Darauf
reagierte
das
Konsortium
von
Thiel,
Altman
und
Andreesen
mit
einer
Klage
vor
dem
»International
Center
for
Settlement
of
Investment
Disputes«
(ICSID),
dem
»Internationalen
Zentrum
zur
Beilegung
von
Investi-
tionsstreitigkeitens,
einer
fragwiirdigen
Schiedsinstitution
—
man
könnte
es
auch
Tribunal
nennen
-
unter
Agide
der
Weltbankgruppe.
Streitwert
der
von
Thiel
und
Co.
angestrengten
Klage:
10,775
Mil-
liarden
US-Dollar.
Zum
Vergleich:
Das
Bruttosozialprodukt
des
Gastlandes
liegt
bei
knapp
34
Milliarden
US-Dollar.
Sollten
Thiel
und
seine
ZEDE-Investoren
vor
dem
ICSID
Recht
bekommen
—
und
das
scheint
nach
Lage
der
Dinge
sogar
wahrscheinlich,
weil
das
ICSID
Tendenzen
zeigt,
im
Sinne
der
klagenden
Unternehmen
zu
entscheiden
—
ware
Honduras
bankrott.
Kein
Einzelfall
im
Umgang
mit
Thiel.
Mit
erklagten
Schadens-
ersatzzahlungen
in
Hohe
von
140
Millionen
US-Dollar
trieb
er
im
Rahmen
einer
persönlichen
Fehde
bereits
2016
den
Yellow-Press-
Blog
Gawker
in
die
Insolvenz,
weil
dieser
ihn
als
homosexuell
geoutet
hatte.
Nur
ein
Jahr
spater
heiratete
Thiel
dann
aber
seinen
Lebensgefahrten
Matt
Danzeisen.
Das
Gawker-Outing
scheint
ihm
demnach
nicht
allzu
viel
Schaden
zugefügt
zu
haben.
Ganz
anders
erging
es
einem
Liebhaber
des
Milliardars.
Thomas,
so
der
Name
des
35-jahrigen
Mannes,
wurde
am
8.
Marz
2023
tot
vor
einem
luxuriösen
Apartmentkomplex
in
Miami
aufge-
funden.
Obwohl
Freunde,
Kollegen
und
Follower
von
Thomas
diesem
eine
durchweg
positive
Lebenseinstellung
attestierten
165
166
und
Thomas
noch
am
Todestag
um
11:43
Uhr,
wenige
Stunden
vor
seinem
überraschenden
Ableben,
Bilder
eines
entspannten
Spa-Aufenthaltes
auf
Social
Media
postete,
soll
sich
das
männliche
Model
kurz
nach
dieser
Relax-Einheit
in
den
Tod
gestürzt
haben.
Ohne
erkennbares
Motiv.
Ohne
Abschiedsbrief.
Die
Polizei
stuft
den
Fall
dennoch
als
Selbstmord
ein.
Eine
Fremdeinwirkung
sei
nicht
erkennbar.
Das
ließen
die
Ermittlungsbehörden
auch
in
Bezug
auf
den
Tod
des
pädophilen
Menschenhändlers
Jeffrey
Epstein
ver-
lauten
—
obwohl
anhand
dessen
Todesumständen
auch
für
Laien
unschwer
festzustellen
ist,
dass
er
sich
kaum
selbst
das
Leben
nahm.
Epstein
wusste
zu
viel,
führte
über
jeden
seiner
Kunden
ein
Dossier.
Viele
davon
hatte
er
mittels
Kompromat
in
der
Hand.
Aus
diesem
Grund
waren
Epsteins
Villen,
Häuser
und
Apartments
mit
Kameras
und
Mikrofonen
gespickt.
Leider
verschwanden
seine
Aufzeichnungen,
Dossiers
und
Dokumente
noch
bevor
die
Behörden
seine
Besitztümer
durchsuchten.
Ledig-
lich
eines
seiner
Adressbücher
und
ein
paar
Flugpläne
blieben
der
Öffentlichkeit
erhalten,
weil
der
Butler
seines
Anwesens
in
Palm
Beach
eine
Kopie
anfertigen
und
dem
FBI
übergeben
konnte.
Auf
der
Webseite
www.epsteinsblackbook.com
können
diese
Originale
abgerufen
werden.
Peter
Thiels
Name
taucht
im
Gegensatz
zu
Bill
Clinton,
Bill
Gates
oder
Robert
F.
Kennedy
Jr.
weder
in
Epsteins
Adressbuch
noch
in
den
Flugplänen
seines
»Lolita
Express«
auf
—
dafür
aber
in
diversen
E-Mails
von
Eps-
teins
Assistentin.
Nach
Informationen
der
New
York
Times
vom
18.
Mai
2023
dürften
sich
Epstein
und
Thiel
im
Lauf
des
Jahres
2014
mehrfach
zu
Lunch
und
Dinner
getroffen
haben.
Was
dabei
besprochen
wurde,
ist
nicht
bekannt.
Ein
Artikel
von
Whitney
Webb
für
die
Mint
Press
News
vom
6.
September
2019
legt
allerdings
anhand
einer
Vielzahl
von
Quellen
nahe,
dass
Peter
Thiel
zentraler
Teil
von
Epsteins
erweitertem
Netzwerk
war.
Ein
Netzwerk,
dass
eng
mit
Mossad
und
CIA
kollaborierte,
um
den
supranationalen
Observationskorporatismus
der
»neuen
Normalität«
aufzugleisen.
In
Anbetracht
von
Palantirs
heutigem
Operationsrahmen
eine
durchaus
plausible
These.
Und
auch
sonst
hatten
Thiel
und
Epstein
einiges
gemeinsam.
Beide
waren
besonders
kreativ,
wenn
es
darum
geht,
ihre
Milliarden
dem
Zugriff
der
Steuerbehörden
zu
entziehen.
Zu
diesem
Zweck
missbrauchte
Thiel
unter
anderem
Roth
IRA,
eine
dröge
Rentenkasse,
die
Amerikaner
zum
Sparen
für
den
Lebensabend
motivieren
soll,
und
verwandelte
sie
in
ein
steuer-
freies
Sparschwein.
Das
zeigen
vertrauliche
Daten
der
US-Steuerbehörde
IRS.
Über
Aktiengeschäfte,
die
dem
Normalbürger
gar
nicht
zur
Verfügung
stehen,
verwandelte
Thiel
ein
Rentenkonto,
das
im
Jahr
2009
noch
einen
Wert
von
weniger
als
2.000
US-Dollar
auswies,
in
ein
steuerfreies
Anlagekonto,
das
Mitte
2021
bereits
fünf
Milliarden
Dollar
wert
war.
Zum
Vergleich:
Zahlten
alle
2,3
Millionen
Ein-
wohner
von
Houston,
Texas,
heute
gleichzeitig
2.000
US-Dollar
auf
ihr
Roth
IRA-Konto
ein,
wären
diese
Einlagen
zusammen-
genommen
noch
immer
nicht
so
viel
Wert
wie
Thiels
persönliches
Rentenkonto.
Dass
der
gebürtige
Frankfurter
auch
ohne
sein
IRA-Sparschwein
bereits
12,2
Milliarden
Dollar
sein
Eigen
nennt
und
damit
Rang
192
des
Bloomberg
Milliardärsindex
einnimmt,
sei
nur
am
Rande
erwähnt.
Wer,
wie
Thiel,
ein
Händchen
für
die
wundersame
Vermehrung
von
Geld
hat,
mischt
natürlich
auch
auf
dem
boomenden
Krypto-
markt
mit.
Ein
aktueller
Artikel
von
Mark
Goodwin
für
Unlimited
Hangout
widmet
sich
dem
Thema
und
erklärt
einleitend:
167
168
»Hier
liegt
das
Geheimnis
des
erfolgreichsten
Unternehmerkartells
unserer
Zeit,
der
PayPal-Mafia,
auf
ihrem
fast
30-jährigen
Weg
zur
totalen
Vorherrschaft
bei
Online-Zahlungen
im
US-amerikanischen
Regulierungssystem
des
Netzwerkzeitalters:
Finde
einen
noch
wenig
erforschten
Bereich
und
beherrsche
ihn.
Peter
Thiel,
der
Gründer
und
erste
CEO
von
PayPal,
führte
diese
Idee
noch
einen
Schritt
weiter,
indem
er
freien
Wettbewerb
als
geschäftsschädigend
bezeichnet
—
ein
wesentliches
Detail,
um
zwischen
Marktliberalen
und
Kartellkapitalisten
wie
Thiel
und
seinen
PayPal-Mafia-Buddys
unterscheiden
zu
können.
Diese
Geschäftspraktiken
veranlassten
das
deutsche
Bundeskartellamt,
wegen
unlauterer
Geschäftspraktiken
gegen
PayPal
zu
ermitteln
(...).
»Die
meisten
Wirtschaftsbücher
sagen
ihnen,
wie
sie
effektiver
konkurrieren
können,
meines
nimmt
eine
andere
Position
ein
und
sagt
ihnen,
dass
sie
als
Gründer
oder
Unternehmer
nicht
konkurrieren
sollten.
Ihr
Ziel
sollte
immer
sein,
ein
kreatives
Monopol
in
einem
neuen,
noch
unerforschten
und
unterentwickelten
Bereich
zu
schaffen.
Ich
denke,
das
ist
der
Schlüssel
zu
großen
Unternehmen«,
schreibt
Thiel.«
Weiter
führt
Goodwin
aus:
»FTX
nahm
ebenfalls
die
Dienste
der
US-Anwaltskanzlei
Sullivan
&
Cromwell
in
Anspruch,
die
zuvor
Thiel
und
Keith
Rabois
von
der
PayPal-Mafia
beschäftigt
hatte
—
ganz
zu
schweigen
von
der
Anstellung
des
ehemaligen
CIA-Direktors
Allen
Dulles.
Die
Ver-
bindungen
zu
FTX
(...)
führten
zu
einer
Klage,
in
der
der
Kanzlei
vorgeworfen
wurde,
mit
FTX
konspiriert
zu
haben,
um
Investoren
zu
täuschen.
Das
Unternehmen
verdiente
mehr
als
180
Millionen
Dollar
an
Gebühren
für
seine
Arbeit
im
FTX-Konkurs,
was
laut
der
Klage
etwa
10
Prozent
des
Umsatzes
im
Jahr
2022
entspricht.
Thiel
selbst
war
Aktionär
von
FTX.
Und
PayPal
investierte
zusammen
mit
Alameda
Research
in
die
von
Max
Levchin
beratene
Anchorage
Digital,
die
einzige
von
der
OCC
zugelassene
Kryptobank.
Anchorage
Digital
gab
kürzlich
bekannt,
dass
es
Prämien
für
PayPals
PYUSD
ausgeben
wird.
Der
Emittent
von
PYUSD,
Paxos,
wurde
ebenfalls
von
Alameda
Research
finanziert.«
Im
Zuge
der
Lektüre
von
Goodwins
Text
wird
rasch
klar,
das
Thiel
darum
bemüht
ist,
das
Finanzsystem
neu
auszurichten.
Weg
vom
staatlichen
Geldmonopol
-
hin
zu
privatwirtschaftlichen
Struk-
turen.
Wobei
man
diese
Bemühungen
nicht
als
libertär
betrachten
sollte.
Denn
Thiel
geht
es
um
Monopolbildung.
Um
einen
digitali-
sierten
Dollar.
Um
eine
digitale
Weltleitwährung,
die
er
mit
seinem
Investmentnetzwerk
dominiert.
Dazu
engagiert
er
sich
massiv
im
Bereich
Kryptowährungen,
beziehungsweise
Stablecoins.
»Bitcoin
hat
möglicherweise
die
Diskussion
darüber
angestoßen,
die
Kapitalschöpfung
wieder
in
die
Hände
der
Menschen
zu
legen.
Die
Unfähigkeit
von
Bitcoin,
einen
Konsens
über
Änderungen
zu
erzielen,
die
erforderlich
sind,
um
die
Anforderungen
eines
wirklich
globalen
Zahlungssystems
zu
erfüllen,
hat
jedoch
eine
enorme
Nachfrage
nach
dollargestützten
Stablecoins
geschaffen.
Dieses
neue
Territorium
wird
vom
herrschenden
Finanzmarktkartell
übernommen
werden«,
so
Goodwin.
»Irgendwann
werde
ich
vielleicht
mehr
über
einen
bestimmten
Sparringspartner
zu
sagen
haben.
Aber
sie
wissen
ja,
Glashäuser
und
so.
Also
sage
ich
jetzt
erst
einmal
nur:
Gut
gespielt,
du
hast
gewonnen.«
(Sam
Bankman-Fried,
FTX,
10.11.2022)
Zu
dem
Zeitpunkt,
als
FTX
zusammenbrach,
wurde
deutlich,
dass
vergleichbare
strukturelle
Probleme
im
Regionalbankensystem
der
USA
bestanden.
Es
folgten
die
Insolvenzen
von
Silvergate,
Signature
und
der
Silicon
Valley
Bank.
Bei
genauerer
Analyse
dieser
Vorgänge
und
Probleme
zeigten
sich
rasch
Verbindungen
169
170
zu
Peter
Thiel,
den
Stablecoin-Herausgebern
und
Granden
der
Blockchain-Branche.
Parallel
wurde
vom
US-Senat
ein
Stable-
coin-Gesetz
diskutiert,
das
unter
Einfluss
von
Lobbyisten
des
CoinCenter
entstand.
Viele
Passagen
bezogen
sich
auf
die
Folgen
der
FTX-Pleite
und
Möglichkeiten,
wie
aus
Sicht
des
herrschenden
Finanzmarktkartells
darauf
reagiert
werden
muss.
Wer
von
derartiger
Legislatur
profitieren
würde,
liegt
nahe.
Ja,
Thiel
akkumuliert
mit
seinem
Kapital
eine
ungeheure
Macht.
Und
das
nicht
nur
am
Finanzmarkt.
Eine
letale
Macht.
Getreu
seinem
Motto:
»
Wettbewerb
ist
was
für
Verlierer«.
Thiel
will
Mono-
pole.
Das
ist
seit
über
einem
Jahrhundert
auch
die
Maxime
des
Rockefeller-Clans.
Das
Ergebnis
kennen
wir.
So
erlauben
Thiel
seine
diversen
Investmentvehikel,
massiven
Einfluss
auf
die
Tech-Industrie,
auf
Politik
und
Gesellschaft
sowie
die
Entwicklung
neuer
Technologien
zu
nehmen
und
diese
erfolgreich
am
Markt
zu
positionieren.
Siehe
Rumble.
Sein
Netzwerk
ist
der
Markt.
Mit
Palantir
übernimmt
er
die
Drecksarbeit
für
Militärs
und
Geheimdienste
und
setzt
Projekte
um,
die
für
Staatsorgane
ver-
fassungsrechtlich
problematisch
sind.
So
dürfte
er
heute
den
mächtigsten
Spionagekonzern
der
Welt
besitzen.
Mit
JD
Vance
hat
er
künftig
vermutlich
einen
direkten
Draht
zum
Weißen
Haus.
Seit
2007
hat
Thiel
zudem
an
jedem
Bilderberg
Meeting
teilgenommen.
Themenschwerpunkt
des
diesjährigen
Treffens
in
Madrid
im
Juni
2024:
Krieg,
KI
—
und
mehr
Krieg.
Seit
ein
paar
Jahren
sitzt
er
zudem
im
Steuerkreis
der
verschwiegenen
wie
einflussreichen
Geostrategen-Konferenz.
Genau
wie
der
ehemalige
Google-CEO
Eric
Schmidt.
Darüber
hinaus
ist
Palantir
seit
2017
regelmäßiger
Gast
der
Münchner
Sicherheitskonferenz.
Und
auch
beim
Weltwirtschaftsforum
(WEF)
darf
Thiel
natürlich
nicht
fehlen.
Mit
seinem
Founders
Fund
ist
er
auf
der
WEF-Homepage
als
»Partner«
gelistet.
Über
all
diese
Themen
hätte
Joe
Rogan
mit
Thiel
sprechen
können.
Getan
hat
er
es
nicht.
Warum,
wissen
wohl
nur
er
—
und
Peter
Thiel.
Thiels
Biograph
—
Max
Chafkin
—
hat
aber
offensichtlich
triftige
yum
Gründe
dafür,
dass
er
im
September
2021
im
Rahmen
eines
Inter-
I]
views
beim
TIME
Magazine
anmahnt,
dass
»wir
alle
Angst
vor
==
der
Macht
von
Peter
Thiel
haben
sollten.
Montagnola,
am
20.
September
2024
172
Der
letzte
Raubzug
Die
Finanzkrise
2008,
ausgelöst
von
einer
Immobilienblase,
offenbarte,
dass
das
Bretton-Woods-System
am
Ende
ist.
Ein
Zombie.
Doch
der
Kollaps
blieb
aus.
Die
»Protected
Class«,
die
»systemrelevanten«
Institutionen
waren
noch
nicht
bereit
dafür.
Jetzt
sind
wir
mit
der
um
ein
Vielfaches
größeren
»Everything
Bubble«
konfrontiert,
einer
allum-
fassenden
Marktblase
—
und
die
Vorbereitungen
für
eine
profitable
Abwicklung
des
Weltfinanzsystems
sind
nahezu
abgeschlossen.
Der
nächste
Crash
könnte
daher
nicht
nur
deutlich
fataler,
sondern
auch
der
letzte
sein.
Das
frei
verfügbare
Buch
»Die
große
Enteignung«
von
David
Rogers
Webb
erklärt,
warum.
Erinnern
sie
sich
noch
an
die
Weltfinanzkrise
2008?
Ausgelöst
durch
eine
von
Bankenkartellen
kreierte
Preisblase
am
US-Immo-
bilienmarkt,
die
Schaffung
von
Schattenbanken,
geschönte
Kredit-
bewertungen,
korrupte
Ratingagenturen
und
Zahlungsausfälle
bei
Subprime-Krediten
geriet
das
Weltfinanzsystem
ins
Wanken.
Kern
der
Krise
war
der
Umstand,
dass
Banken
und
Hypotheken-
makler
jahrelang
Kredite
in
Milliardenhöhe
an
Verbraucher
ohne
jegliche
Sicherheiten
vergaben.
In
einem
selbst
für
Finanzprofis
intransparenten
Verfahren
wurden
diese
Kredite
anschließend
in
sichere
Wertpapiere
umgewandelt
—
in
»Collateralized
Debt
Obligations«
(CDO),
forderungsbesicherte
Wertpapiere
—
und
von
US-Investmentbanken
an
Institutionen,
Unternehmen
und
Privatanleger
in
aller
Welt
verkauft.
So
schlummerten
die
CDOs,
von
Börsianern
gerne
als
»Giftmüll«
bezeichnet,
in
den
Portfolios
der
Kunden
-
bis
die
nicht
solventen
Schuldner
ihre
Raten
nicht
mehr
bedienen
konnten.
Der
Rest
ist
Geschichte.
Der
Wert
der
ungedeckten
Derivate
und
Finanzinstrumente
umfasste
2008
circa
das
zwanzigfache
des
weltweiten
Bruttoin-
landsprodukts
(BIP).
Selbiges
belief
sich
damals
auf
64,21
Billionen
US-Dollar.
Gut
64.000
Milliarden.
Sprich,
es
handelte
sich
um
eine
Blase
von
1.280.000
Milliarden.
Zur
Verdeutlichung:
Billionen,
das
sind
diese
langen
Zahlenreihen
mit
zwölf
Nullen.
Nach
Berechnungen
von
Deborah
J.
Lucas,
Direktorin
des
»MIT
Golub
Center
for
Finance
and
Policy«,
beliefen
sich
die
von
der
US-Regierung
finanzierten
Bail-outs
für
»systemrelevante
Banken«
in
den
Jahren
2008
bis
2009
auf
eine
Summe
von
498
Milliarden
US-Dollar.
Auch
die
deutsche
Regierung
beschloss
am
13.
Oktober
2008
»das
teuerste
Gesetz
der
deutschen
Geschichte«
und
spannte
einen
monetären
Rettungsschirm
im
Wert
von
fast
500
Milliarden
Euro.
Beraten
wurde
Berlin
dabei
von
der
Kanzlei
Freshfields
Bruckhaus
Deringer,
die
primär
für
Großbanken
tätig
ist
und
dem
Bundesfinanzministerium
weitere
160.000
Euro
in
Rechnung
stellte.
Auch
Frankreich,
die
Niederlande,
Spanien
und
Österreich
beschlossen
damals
milliardenschwere
Rettungspakete
für
den
Finanzsektor.
Entsprechend
rasant
wuchs
die
Staatsverschuldung.
Vor
allem
in
den
USA.
Ihre
wohlverdienten
Boni
erhielten
die
Top-Manager
jener
Finanzinstitute,
»die
sich
gerade
erst
selbst
in
die
Luft
gejagt
hatten«,
wie
die
New
York
Times
es
ausdrückte,
aber
natürlich
trotzdem.
Dem
Steuerzahler
sei
Dank.
Das
Zentralbankenkartell
sah
die
Krise
der
Geschäftsbanken
selbstredend
als
Chance.
Als
Chance
auf
mehr
Macht.
Auf
mehr
überstaatliche
Kontrolle.
Demzufolge
gründete
es
im
Rahmen
des
G20-Gipfels
2009
das
»Financial
Stability
Board«
(FSB),
das
173
174
seinen
Sitz
bei
der
Bank
für
Internationalen
Zahlungsausgleich
(BIZ)
in
Basel
hat
und
wohl
eines
der
mächtigsten
Finanzgremien
der
Welt
darstellt.
Siehe
die
Liste
der
FSB-Mitglieder.
Als
sich
Anfang
2010
abzeichnete,
dass
Griechenland
die
Zahlungs-
unfähigkeit
droht,
nutzten
die
führenden
Akteure
des
überstaat-
lichen
Großkapitals
auch
diese
Chance,
um
ihren
Einfluss
auf
nationale
Finanzmärkte
und
-institutionen
massiv
auszuweiten.
Sie
riefen
den
Euro-Rettungsschirm
ins
Leben,
der
aus
ESM
(Europäischer
Stabilitätsmechanismus),
EFSM
(Europäischer
Finanzstabilisierungsmechanismus)
und
EFSF
(Europäische
Finanzstabilisierungsfazilität)
besteht.
Auch
die
Diskussion
um
eine
Vergemeinschaftung
von
Schulden
in
der
Eurozone
flammte
seinerzeit
wieder
auf.
Eingeführt
wurde
sie
damals
nicht.
Obwohl
der
SPIEGEL
noch
2014
vehement
dafür
plädierte.
Ersatzweise
kamen
dafür
2020
die
Corona-Bonds,
also
EU-Staatsanleihen,
für
die
EU-Staaten
gesamtschuldnerisch
Kredite
am
Kapital-
markt
aufnehmen.
So
wurde
denn
auch
die
letzte
große
Krise
»kreativ
genutzt«.
Ein
in
Konkurswellen
wiederkehrendes
Szenario.
Schon
die
erste
US-Zentralbank,
deren
private
Eigner
zu
80
Prozent
aus
Großbritannien
stammten,
musste
1792
durch
einen
Bail-out
gerettet
werden.
Und
kaum
ist
das
marode
Fundament
des
von
Gier
zerfressenen
Elfenbeinturms
der
Finanzmacht
wieder
halb-
wegs
gekittet,
machen
die
Verursacher
der
Krise
da
weiter,
wo
sie
aufgehört
haben
—
und
legen
noch
eine
Schippe
drauf.
Der
Wall-Street-Crash
von
1929,
die
Große
Depression
von
1929
bis
1942,
die
Rezession
der
frühen
80er,
die
Dot-com
Bubble,
oder
die
Immobilien-Blase
2007/2008
—
immer
sind
es
die
Profiteure
des
zügellosen
Kasino-Kapitalismus,
die
den
Finanzmarkt
zuerst
an
den
Rand
des
Kollaps
spekulieren,
um
diesen
dann
vom
Staat,
beziehungsweise
vom
Steuerzahler
abwenden
zu
lassen
und
sich
im
Zuge
der
Rettungsaktionen
noch
schamlos
zu
bereichern.
Allein
zwischen
1970
und
2007
wurden
124
Bankenkrisen,
326
Wäh-
rungskrisen
und
64
Staatsverschuldungskrisen
auf
nationaler
Ebene
gezählt.
Und
keine
davon
brachte
die
mafiös
operierenden
Bankenkartelle,
oder
ihre
Handlanger
im
Staatsapparat
zur
Räson.
Au
contraire.
So
haben
wir
es
nach
Ansicht
diverser
Analysten
mittlerweile
mit
der
»größten
Blase
aller
Zeiten«
zu
tun.
Die
Finanzmarktzeit-
schrift
Capital
warnte
schon
am
30.
März
2019
davor,
dass
die
kumulierten
weltweiten
Schulden
des
Vorjahres
mit
184
Billionen
US-Dollar
zu
Buche
schlugen
-
während
das
globale
BIP
für
diesen
Zeitraum
bei
nur
86,25
Billionen
US-Dollar
lag.
Dann
kam
Corona.
Die
Staatsverschuldung
explodierte
abermals.
80
Prozent
aller
heute
zirkulierenden
US-Dollars
wurden
zwischen
Januar
2020
und
Oktober
2021
geschöpft.
In
einem
Monat
wurde
mehr
Geld
»gedruckt«
als
zuvor
in
zwei
Jahrhunderten.
Deutschland
ist
Ende
2023
mit
knapp
2.500
Milliarden
Euro
verschuldet.
Nähme
der
deutsche
Staat
keine
neuen
Kredite
auf
und
tilgte
jeden
Monat
eine
Milliarde,
wäre
dieser
Schuldenberg
erst
2232
abgetragen.
Die
USA
müssten
im
gleichen
Modus
Operandi
bis
ins
Jahr
2450
zahlen,
um
ihre
Staatsverschuldung
abzubauen.
Eine
Illusion.
Diese
Schulden
existieren
nicht,
um
getilgt
zu
werden,
sondern
um
Länder
in
Schuldknechtschaft
zu
halten.
Aber
das
ist
nur
die
Spitze
des
Eisbergs.
Denn
die
»Everything
Bubble«,
die
»Alles-Blase«,
hat
weitaus
bedrohlichere
Ausmaße
als
die
kumulierten
Schulden
von
Staaten,
Wirtschaft
und
Privathaus-
halten
angenommen.
Es
handelt
sich
um
eine
Finanzblase,
die
den
Immobilien-,
Aktien-,
Versicherungs-,
Renten-
und
Derivate-Markt
umfasst.
Allein
der
Derivate-Komplex
der
Blase
beläuft
sich
aktuell
auf
das
zehnfache
des
globalen
BIP
—
das
2023
bei
104,79
Billionen
US-Dollar
lag
—
also
auf
knapp
1.048
Billionen
Dollar.
Uber
eine
175
176
Billiarde
an
undurchsichtigem,
toxischem
»Giftmüll«.
Hinzu
kommen
ein
exorbitant
überhitzter
Aktienmarkt,
Kreditkarten-
und
Leasing-Blasen
sowie
ein
aufgeblähter
Krypto-Markt,
dem
kein
Realwert
gegenübersteht.
Eine
»allumfassende
Marktblase«,
nennt
es
der
Ex-Hedgefonds-Manager
und
Finanzmarktspezialist
David
Rogers
Webb
in
seinem
2023
veröffentlichten
Buch
»Die
große
Enteignung«
—
dem
vielleicht
wichtigsten
Buch
dieser
Tage.
Wichtig
deshalb,
weil
wir
im
Lichte
der
von
Webb
angeführten
Informationen
bei
der
nächsten
Stimmungsschwankung
König
Mammons
wohl
nicht
mehr
so
glimpflich
davon
kommen
wie
2008.
Finanzhistoriker
wie
Harry
Dent
warnen
in
puncto
»Everything
Bubble«
gar
vor
dem
»größten
Crash
unseres
Lebens«.
Nutzte
die
Banken-Oligarchie
bisherige
Krisen,
um
Staats-,
also
Volksver-
mögen
zu
privatisieren
und
Verluste
zu
sozialisieren
—
siehe
Griechenland
—-
oder,
um
sich
über
Bail-outs
erst
Milliarden
an
Steuergeldern
und
mit
diesen
ihre
Konkurrenten
einzuverleiben,
drohen
beim
nächsten
Kollaps
weitaus
verheerendere
Konse-
quenzen.
Webb
beschreibt
und
belegt
anhand
von
offiziellen
Dokumenten
eine
ins
Haus
stehende
Zäsur
ungeahnten
Ausmaßes,
die
weitgehend
unbemerkt
von
der
Öffentlichkeit
eingeleitet
wurde.
Einen
Paradigmenwechsel,
der
die
vollständige
Enteignung
jeglicher
Form
von
Privatbesitz
ermöglicht.
Für
den
letzten
großen
Raubzug
der
Prädatorenkaste.
Dass
Gefahr
im
Verzug
ist,
scheinen
auch
Investment-Granden
wie
Warren
Buffet
zu
bemerken.
Der
stieß
mit
Ende
Juni
2024
bereits
das
siebte
Quartal
in
Folge
Aktien
in
großen
Mengen
ab
—
ein
Volumen
von
131,6
Milliarden
US-Dollar
seit
Oktober
2022.
»Obwohl
er
Investoren
dazu
auffordert,
nicht
gegen
Amerika
zu
wetten,
und
den
Wert
langfristiger
Investi-
tionen
betont,
stehen
Buffetts
kurzfristige
Maßnahmen
nicht
im
Einklang
mit
seiner
Langfriststrategie.
Aber
er
ist
nicht
allein.«
(Yahoo
Finance,
21.09.2024)
Was
also
prognostiziert
Webb?
Was
erwarten
Milliardäre
wie
Buffet,
die
mit
ihrer
Handelsstrategie
implizieren,
dass
Vor-
sicht
geboten
ist?
»Die
große
Enteignung«
beschreibt,
wie
Strukturreformen
im
Bereich
länderübergreifenden
Risikomanagements
sowie
nach-
gelagerte
legislative
Winkelzüge
ein
System
geschaffen
haben,
dessen
singulärer
Zweck
es
ist,
zu
kollabieren.
Diese
Implosion
des
Finanzmarktes
soll
genutzt
werden,
um
das
gesamte
Anlage-
vermögen
zu
enteignen
—
ob
von
Privathaushalten,
Betrieben,
Rentenkassen
oder
Geschäftsbanken.
Alles.
Überleben
werden
dieses
Szenario
nur
die
»systemrelevanten«
Banken
und
Konzerne,
Häuser
vom
Schlage
JP
Morgan
Chase,
die
in
US-Gerichtsurteilen
(siehe
S.
34)
mittlerweile
als
»The
Protected
Class«,
die
geschützte
Klasse
bezeichnet
werden.
Jene
Klasse,
die
über
dem
Gesetz
steht.
Jene
Klasse,
die
das
System
geschaffen
hat,
das
sie
nun
zum
eigenen
Vorteil
zer-
stört.
Das
Ziel:
Die
Einführung
von
digitalem
Geld
(CBDC).
Von
totaler
Kontrolle
über
jede
Finanztransaktion.
Und
auf
dem
Weg
dorthin
nimmt
man
natürlich
noch
mit,
was
geht.
Orchestriert
wird
diese
finale
Enteignungsrunde
über
ein
Netz
nebulöser
Institutionen.
Die
Clearinggesellschaften.
Das
sind
Unternehmen,
die
auf
Basis
von
Verträgen
mit
ihren
Mitgliedern
Saldierung
betreiben
indem
sie
den
Ausgleich
gegenseitiger
Forderungen
und
Verbindlichkeiten
durch
Clearing
vornehmen.
Schon
der
in
London
lebende
Karl
Marx
kannte
Clearinghäuser
und
schrieb
in
seinem
Buch
Das
Kapital
auf
Seite
363:
»Das
bloße
Ökonomisieren
des
Zirkulationsmittels
erscheint
am
höchsten
m
1738
entwickelt
im
Clearing
House,
dem
bloßen
Austausch
von
fäl-
ligen
Wechseln,
und
der
vorwiegenden
Funktion
des
Geldes
als
Zahlungsmittel
zum
Ausgleich
bloßer
Überschüsse«.
Derartige
Unternehmen
sind
also
nicht
neu.
Allerdings
veränderte
sich
ihre
Rolle
für
das
Weltfinanzsystem
in
den
zurückliegenden
Dekaden
dramatisch.
Bei
einschlägigen
Online-Enzyklopädien
liest
man
diesbezüglich:
»Aufgrund
der
Finanzkrise
ab
2007
wurden
vermehrt
Bestrebungen
erkennbar,
Clearinghäuser
für
diverse
Arten
von
Finanzprodukten
zu
errichten.
Insbesondere
die
Gründung
von
Clearingstellen
für
Credit
Default
Swaps
(CDS)
rückte
in
den
Fokus
der
politischen
und
regulatorischen
Diskussion
mit
dem
Ziel,
zukünftig
die
Risiken
dieser
Produkte
abzusichern.«
»Absichern«
bezieht
sich
in
diesem
Fall
natürlich
nur
auf
die
»Protected
Class«.
Denn
die
neue
Rolle
der
Clearinggesellschaften,
oder
Central
Clearing
Counterparties
(CCP),
besteht
darin,
das
Gesamtvermogen
der
Zivilgesellschaft
einzusammeln,
damit
es
die
»geschützte
Klasse«
beim
nächsten
Kollaps
vereinnahmen
kann.
Denn
Bail-outs
waren
gestern.
Mittlerweile
sind
die
Fi-
nanzmarktgesetze
in
praktisch
allen
Ländern
so
modifiziert
worden,
dass
nicht
mehr
der
Staat
eingreifen
muss,
wenn
eine
Bank
in
Schieflage
gerät.
Der
Steuerzahler
wird
also
verschont.
Glück
gehabt!
Könnte
man
meinen.
Denn
künftig
werden
die
Banken
sich
selbst
retten.
Dies
allerdings
über
Bail-ins
—
die
sogenannte
Gläubigerbeteiligung
—
sprich,
mit
den
Einlagen
und
Anlagen
der
Kunden,
die
bei
einer
existenziellen
Krise
schlichtweg
konfisziert
werden.
Um
diesen
Prozess
zu
internationalisieren
und
nationalstaatliche
Regularien
zu
umgehen,
wurde
ein
Netz
von
Clearinggesellschaften
und
CCPs
installiert:
Options
Clearing
Corporation
(0CC),
CME
Clearing,
Euroclear,
Eurex
Clearing,
Choe
Clear
Europe,
et
cetera.
Diesen
Unternehmen
übertragen
Banken
und
Vermdégensver-
walter
das
Management
ihrer
Sicherheiten
und
Risiken.
Die
Clearinggesellschaften
saldieren
diese
untereinander.
Im
Falle
ihrer
Hausfinanzierung,
werter
Leser,
bedeutet
das
beispielsweise,
dass
die
Sicherheit
—
die
Immobilie
—
und
das
Risiko
—
der
für
den
Hauskauf
gewährte
Kredit
—
bei
der
Clearing-
stelle
hinterlegt
sind,
um
damit
andere
Sicherheiten
und
Risiken
ihrer
Bank
gegenüber
Clearingmitgliedern,
mit
denen
diese
in
Ge-
schaftsbeziehungen
steht,
auszugleichen.
Und
zwar
anonymisiert.
Ihre
Immobilie,
ihr
Aktienportfolio,
oder
ihr
Kredit
werden
bei
der
Clearinggesellschaft
also
nicht
auf
ihren
Namen
geführt,
sondern
in
einem
Paket
anonymisierter
Sicherheiten
und
Risiken
verwaltet,
das
ihre
Bank
im
Vorfeld
geschnürt
hat.
So
»besichern,
optimieren
und
mobilisieren«
Banken
ihr
Vermögen
grenzüberschreitend,
wie
Euroclear
es
nennt.
Dass
Besitz,
Vermögen,
Anlagen
und
Verbindlichkeiten
von
Privatpersonen
dabei
zu
anonymisierten
Derivaten
auf
dem
Interbankensektor
verkommen,
tangiert
das
Finanzmarktkartell
peripher.
Allein
Euroclear
verwaltet
über
35
Billionen
Euro
(Stand
2020)
und
»mobilisiert«
pro
Tag
Sicherheiten
im
Wert
von
1,8
Billionen
Euro
—
ist
damit
aber
noch
eines
der
kleineren
Clearinghäuser.
Un-
bemerkt
von
der
Öffentlichkeit
avancierte
dieses
supranationale
Clearing-Netzwerk,
das
aus
ein
paar
Dutzend
privater
Unter-
nehmen
besteht,
zum
zentralen
Element
des
Weltfinanzsystems.
Einem
sehr
fragilen
Element.
Am
25.
April
2024
vermeldete
Reuters
unter
der
Überschrift
»Regulierungsbehörden
müssen
auf
gescheiterte
Clearinghäuser
vorbereitet
sein«:
179
180
»Vor
kurzem
haben
die
USA
Vorschriften
erlassen,
die
den
26
Billionen
Dollar
schweren
Staatsanleihenmarkt
zwingen,
liber
Clearingstellen
zu
handeln.
Infolge
dieser
Anderungen
sind
einige
Clearingstellen
fiir
die
Finanzsysteme
in
mehr
als
einer
Jurisdiktion
unverzichtbar
geworden.
Das
bedeutet,
dass
ihr
Zu-
sammenbruch
die
Finanzstabilitdt
gefährden
könnte,
sofern
sie
nicht
auf
geordnete
Weise
stabilisiert
oder
abgewickelt,
das
heifst
geschlossen
werden
können.
Das
Financial
Stability
Board
(FSB)
teilte
mit,
sein
neuer
Standard
(..)
erfordert,
dass
ausreichende
Liquiditdt,
Verlustabsorptions-
sowie
Rekapitalisierungsressourcen
und
-instrumente
zur
Verfügung
stehen,
um
die
Kontinuität
der
kritischen
Funktionen
eines
Clearinghauses
aufrechtzuerhalten
und
negative
Auswirkungen
auf
die
Finanzstabilitdt
abzumildern,
sollte
eine
Schliefsung
notwendig
werden.
(...)
Das
FSB
legt
sieben
Ressourcen
und
Instrumente
fest,
aus
denen
Regulierungsbehorden
auswählen
müssen.
Zum
Beispiel
von
Clearinghdusern
ausgegebene
Bail-in-Anleihen,
die
abgeschrieben
werden
können,
um
Verluste
aus-
zugleichen,
Abwicklungsfonds,
Barabrufe
während
der
Abwicklung
und
Eigenkapital
in
einer
First-Loss-Position
bei
der
Abwicklung.«
Uber
Eigenkapital
verfügen
die
Clearinggesellschaften
aber
kaum.
Die
Depository
Trust
&
Clearing
Corporation
(DTCC),
Eigentümer
von
The
Depository
Trust
Company,
National
Securities
Clearing
Corporation,
Fixed
Income
Clearing
Corporation,
DTCC
ITP
LLC,
DTCC
Deriv/SERV
LLC,
DTCC
Solutions
LLC,
DTCC
Solutions
UK
und
Limited
Solutions
UK,
wies
am
31.
Marz
2023
ein
Eigenkapital
von
gerade
einmal
3,5
Milliarden
US-Dollar
aus
—
während
DTCC
schon
ohne
seine
Sub-Unternehmen
ein
Volumen
von
knapp
47
Milliarden
Dollar
»besichert
und
mobilisiert«.
Das
supranationale
Clearing-Netzwerk
ist
bewusst
so
strukturiert,
dass
die
von
der
»geschiitzten
Klasse«
kontrollierten
Central
Clearing
Counterparties
(CCP)
die
Sicherheiten
der
zum
Scheitern
verurteilten
Clearinggesellschaften
übernehmen,
wenn
diese
grenzüberschreitend
abgewickelt
werden
—
womit
das
über
eine
Hypothek
finanzierte
Eigenheim,
oder
auch
das
private
Aktienportfolio
in
den
Besitz
einer
CCP
übergeht.
Die
Risiken,
sprich
Kredite,
werden
die
Zentralbanken
übernehmen,
um
beim
Kreditnehmer
die
Restforderung
einzutreiben.
Zu
neuen,
krisen-
bedingten
Konditionen.
Neben
der
Sollbruch-Clearinggesellschaft,
die
für
dessen
Hausbank
Risiken
und
Sicherheiten
verwaltete,
hat
zwischenzeitlich
aber
eben
auch
diese
Hausbank
Konkurs
angemeldet.
Guthaben,
Sparbuch
und
Aktien
des
Kreditnehmers
sind
also
weg.
Bail-in
und
so.
Auch
der
Krypto-Markt
bleibt
nicht
verschont.
Das
zeigt
die
Krypto-Verordnung
der
Europäischen
Union.
Seit
Inkrafttreten
des
neuen
Gesetzes
im
Mai
2023
liegt
die
Obergrenze
für
Trans-
aktionen
zwischen
anonymen
Wallets
bei
7.000
Euro
—
wobei
der
ursprüngliche
Gesetzentwurf
gar
bei
1.000
Euro
deckelte.
Für
Krypto-Plattformen
wie
Coinbase
besteht
schon
jetzt
eine
Meldepflicht
zu
Zahlungen,
wenn
plattformunabhängige
Wallets
dabei
Beträge
über
1.000
Euro
transferieren.
Von
der
vermeintlichen
Anonymität
einer
euphorisierten
Frühphase
ist
in
einem
derart
durchregulierten
Umfeld
nicht
mehr
viel
übrig.
Wer
seine
Krypto-Assets
bei
einer
Online-Plattform
hortet,
verliert
auch
diese.
Ähnlich
verhält
es
sich
mit
Edelmetallen.
Wobei
diese
weniger
im
Fokus
stehen.
Dennoch:
Man
sollte
sich
»den
großen
Goldraub«
von
1933
ins
Gedächtnis
rufen.
Die
Executive
Order
6102.
Damals
verbot
die
US-Regierung
kurzerhand
den
Privatbesitz
von
Gold.
Wer
Barren,
Münzen
oder
Goldzertifikate
hielt,
wurde
gezwungen,
diese
zu
einem
festgelegten
Kurs
abzugeben.
Zuwiderhandlungen
konnten
mit
Geldstrafen
von
bis
zu
10.000
Dollar
oder
zehn
Jahren
Haft
geahndet
werden.
Der
Staat
begründete
das
rigorose
181
182
Vorgehen
mit
der
desaströsen
Wirtschaftslage.
Das
Einsammeln
von
Gold
sei
nötig,
um
die
Stabilität
der
US-Währung
zu
gewähr-
leisten.
Ein
glatte
Lüge.
Trotzdem
galt
das
Verbot
von
privatem
Goldbesitz
noch
ganze
40
Jahre.
Erst
am
31.
Dezember
1974
wurde
es
von
Präsident
Gerald
Ford
aufgehoben.
Dass
solch
ein
Szenario
nicht
in
ferner
Zukunft,
sondern
schon
recht
bald
wieder
eintreten
könnte,
beschreibt
David
Rogers
Webb
ab
Seite
62
seines
geradezu
schockierenden
Buches:
»In
Europa
wurde
2012
die
Bankenunion
ins
Leben
gerufen.
(...)
Damit
wurde
in
21
Ländern
die
Verantwortung
für
Bankenpolitik
von
der
nationalen
Ebene
auf
die
EU-Ebene
übertragen.
(...)
Der
Zweck
der
Bankenunion
ist
es
meines
Erachtens,
im
Krisenfall
die
Stabilisierung
der
Banken
durch
Verstaatlichung
zu
verhindern,
und
zwar
unter
dem
allzu
simplen
Vorwand,
dass
die
Abwicklung
der
Banken
vollständig
privat
durchgeführt
werden
sollte
damit
keine
Steuermittel
eingesetzt
werden
müssen.
Die
Zuständigkeit
für
die
Abwicklung
aller
betroffenen
Bankensysteme,
zu
denen
rund
3.000
Banken
und
sonstige
Finanzinstitute
gehören,
wurde
einer
speziellen
Behörde,
dem
Ausschuss
für
die
einheitliche
Abwicklung
(Single
Resolution
Board,
SRB),
übertragen.
Die
Abwicklung
wird
nach
einem
einheitlichen
Mechanismus
erfolgen,
und
unter
Verwendung
eines
einheitlichen
Abwicklungsfonds
(Single
Resolution
Mechanism,
SRM).
(...)
Der
Ausschuss
für
die
einheitliche
Abwicklung
hat
die
größten
Banken
angewiesen,
sich
auf
eine
solvente
Abwicklung
vorzubereiten.
Das
klingt
erst
einmal
gut,
aber
angesichts
der
Dimensionen
der
Blase
kann
damit
unmöglich
die
Solvenz
des
gesamten
Bankensystems
gemeint
sein.
Ich
bin
überzeugt,
damit
ist
lediglich
gemeint,
dass
bestimmte
Teile
der
größten
Banken
solvent
bleiben
sollen.«
Ganz
wie
im
Amerika
des
Jahres
1933.
»Wie
es
aussieht,
kann
die
Vorstellung
bald
beginnen!
(...)
Dass
es
denen
da
oben
sehr
ernst
ist,
entnimmt
man
einer
Pressemitteilung
des
SRB
aus
dem
Jahr
2022.
Titel:
Leiter
der
Finanzbehörden
der
USA,
der
Europäischen
Bankenunion
und
der
britischen
Finanz-
behörden
treffen
sich
zu
einer
regelmäßigen
Koordinationsübung
zur
grenzüberschreitenden
Abwicklungsplanung«,
so
Webb.
Auch
ein
SRB-Memo
vom
November
2022
macht
hellhörig:
»Das
Jahr
2023
wird
das
letzte
in
einer
Übergangsperiode
sein,
während
derer
die
wichtigsten
Elemente
des
Rahmen-
vertrags
für
die
Abwicklung
innerhalb
der
Bankenunion
festgelegt
werden.«
»Die
Machthaber
haben
ein
ausgeklügeltes
rechtliches
Konstrukt
geschaffen,
um
zu
verhindern,
dass
einzelne
Staaten
ihre
Zentral-
banken
anweisen,
zum
Schutz
der
Einleger
mehr
Geld
zu
schaffen.
Wenn
viele
Billionen
geschöpft
werden
können,
um
private
Banken
zu
retten,
ginge
das
sicherlich
auch,
um
die
Einlagen
zu
retten.
(...)
Dass
genau
dies
verhindert
werden
soll,
zeigt
uns
die
wahre
Absicht
—
Verarmung
und
Unterwerfung«,
so
Webb
weiter.
Folgt
man
seiner
argumentativ
schlüssigen,
gut
belegten
These,
ist
die
von
Ida
Auken
im
Jahr
2016
ventilierte
Phrase
—
»You’ll
own
nothing
and
be
happy«
—
keine
irritierende
Prophezeiung,
sondern
längst
Realität.
Wenn
der
erste
Dominostein
fällt,
geht’s
los.
Montagnola,
am
27.
September
2024
183
184
Propositum
2040
Die
Herrschaftskaste
beeindruckt
nicht
selten
eher
durch
Stumpfsinn,
Inkompetenz
und
Arroganz
als
durch
überbor-
denden
Intellekt.
Dennoch
gelingt
es
ihr,
Ziele
zu
erreichen.
Denn
sie
kollaboriert.
Mittels
Parteien,
Stiftungen,
NGOs
und
überstaatlichen
Organisationen
setzt
sie
gegen
alle
Wider-
stände
eine
transgenerationale
Agenda
um.
Höchste
Zeit,
dass
auch
wir
festhalten,
was
unsere
Ziele
sind.
Dass
auch
wir
eine
Agenda
definieren.
Wer
Kinder
hat,
muss
sich
dieser
Tage
nicht
nur
fragen,
wie
er
ihnen
all
die
Lügengebilde
erklärt,
die
uns
als
Realität
aufgenötigt
werden,
wie
er
sie
vor
der
Indoktrination
staatlicher
Dressur-
anstalten
schützt,
oder
wie
er
sie
auf
zerrüttete
Sozialstrukturen
vorbereitet,
für
die
die
Umschreibung
»Ellenbogengesellschaft«
allenthalben
eine
Aufwertung
darstellt.
Die
Jugend
von
heute
muss
nicht
nur
vor
negativen
Einflüssen
geschützt
werden.
Es
genügt
nicht,
dem
Sprössling
zu
erklären,
was
schief
läuft,
falsch
ist
und
abgeschafft
werden
muss.
Nachfolgende
Generationen
bedürfen
eines
lebensbejahenden
Programmes,
dem
sie
zuversichtlich
in
die
Zukunft
folgen
können.
Sie
müssen
inspiriert,
von
etwas
Positivem
angetrieben,
getragen
und
geleitet
werden.
Sie
benötigen
einen
Wertekatalog,
ein
Koordinatensystem,
das
sie
für
Kommendes
wappnet.
Die
Kinder
von
heute
müssen
wissen,
wofür
es
sich
zu
leben,
zu
kämpfen
und
zu
leiden
lohnt.
Sie
müssen
erkennen,
was
es
zu
erreichen
gilt.
Sie
brauchen
Ziele.
Und
es
ist
an
uns,
ihnen
ein
entsprechendes
Manifest
mit
auf
den
Weg
zu
geben.
Die
supranational
operierende
Kriminalität
der
Prädatorenkaste
behält
nicht
die
Oberhand,
weil
sie
von
exorbitanter
Intelligenz
gesegnet
ist.
Sie
dominiert
die
Entwicklungsprozesse,
weil
sie
finanzielle,
militärische
und
sozialarchitektonische
Macht
auf
sich
vereinigt.
Weil
sie
kollaboriert.
Finanzkartelle,
Monopole,
Parteien,
Gremien,
Ausschüsse,
Stiftungen,
NGOs,
Clubs,
über-
staatliche
Organisationen
—
gemeinsamen
verfolgen
sie
be-
harrlich
ein
und
dieselbe
Agenda.
Über
Generationen
hinweg.
Zwei
Schritte
vor,
einen
zurück.
Bis
die
UN-Nachhaltigkeitsziele
umgesetzt,
digitale
Ausweise
verpflichtend,
biometrische
Über-
wachungssysteme
flächendeckend
ausgerollt
und
15-Minuten-
Städte
Realität
sind.
Wollen
freiheitsaffine
Kräfte
dieser
stoischen
Konstanz
illegitimer
Herrschaftsansprüche
etwas
entgegensetzen,
genügt
es
nicht,
deren
Umtriebe
ans
Licht
der
Öffentlichkeit
zu
zerren.
Denn
die
Wahrheit
ist
längst
in
aller
Munde.
Auch
wenn
viele
die
Augen
davor
verschließen.
Überfällig
ist
dagegen
die
Formulierung
einer
kohärenten
Vision,
eines
Ideals,
die
Schaffung
eines
imaginären
Prototyps,
der
ein
lebenswertes
Morgen
sicht-
und
greifbar
werden
lässt.
Es
ist
höchste
Zeit,
Ideen
zu
Papier
zu
bringen,
auf
die
die
Mutigen
von
morgen
zurückgreifen
können.
Der
gegen
supranationalen
Klassenkampf
von
oben
ins
Feld
ziehende
Widerstand
muss
Ziele
artikulieren,
denen
es
nachzueifern
gilt.
Es
ist
an
uns,
und
zwar
hier
und
jetzt,
das
Utopia
einer
wünschenswerten
Nachwelt
an
den
Horizont
zu
projizieren,
einen
Fixstern,
damit
aus
diesem
noch
schwer
fassbaren
Wegweiser
eine
selbsterfüllende
Prophezeiung
werden
kann.
Ringen
wir
heute
um
Konsens
in
Bezug
auf
die
Ziele,
werden
daraus
vielleicht
morgen
jene
Institutionen,
in
denen
wir
zusammen
an
deren
Umsetzung
arbeiten.
185
136
In
Teilbereichen
findet
das
durchaus
schon
statt,
siehe
Aufarbei-
tung
der
Corona-Krise
oder
Bildungswesen,
nicht
aber
auf
der
überstaatlichen
Ebene
einer
Agenda
2030.
Dabei
wäre
es
ein
Leichtes,
den
Leidensgenossen
anderer
Länder
die
Hand
zu
reichen,
um
einen
echten
Völkerbund
ins
Leben
zu
rufen.
Einen,
der
nicht
von
Finanzoligarchen
dominiert
und
zum
Zwecke
der
Machtergreifung
instrumentalisiert
wird.
Wenn
wir
aber
selbst
nicht
wissen,
und
artikulieren,
wo
wir
in
15,
30
oder
50
Jahren
stehen,
in
was
für
einer
Welt
wir
leben
wollen,
wird
der
Aufruf,
uns
auf
dem
zweifellos
sehr
steinigen
Pfad
dorthin
zu
begleiten,
schwerlich
Begeisterungsstürme
auslösen.
Schon
Gotthold
Ephraim
Lessing
wusste:
»Der
Langsamste,
der
sein
Ziel
nicht
aus
den
Augen
verliert,
geht
noch
immer
geschwinder
als
jener,
der
ohne
Ziel
umherirrt.«
Daher
folgend
sechs
Maximen,
auf
deren
Basis
sich
detailliertere,
quantifizierbare
Ziele
definieren
lassen:
1.
Alle
Menschen
sind
frei,
gleich
und
ihre
Würde
ist
unantastbar.
2.
Die
souveräne
Autonomie
des
Individuums
ist
unter
allen
Umständen
zu
wahren.
3.
Fauna
und
Flora
sind
als
dem
Menschen
ebenbiirtige
bio-
logische
Systeme
zu
schützen.
4.
Meinungs-,
Presse-
und
Kunstfreiheit
gelten
absolut
und
dauerhaft.
5.
Staat
und
Gesellschaft
organisieren
sich
nach
dem
Subsi-
diaritätsprinzip.
6.
Gewalt
und
Kriegsführung
sind
einer
aufgeklärten
Gesellschaft
unwürdig
und
zu
ächten.
Orientiert
man
sich
an
diesen
Leitmotiven,
lassen
sich
daraus
prazisere
Fernziele
ableiten,
die
in
handhabbare
Einzelschritte,
oder
Teilprojekte
untergliedert
und
dadurch
organisatorisch
gangbar
gemacht
werden
können.
Dementsprechend
folgend
mein
Vorschlag
für
17
Unabhéngig-
keitsziele:
1.
Garantierte
Wahrung
der
Menschenwürde:
Kein
Mensch
darf
aufgrund
seiner
Physis,
Herkunft,
Eigenschaften,
Über-
zeugungen,
Fähigkeiten,
sexuellen
Orientierung
oder
gesell-
schaftlichen
Position
bevorzugt
oder
benachteiligt
werden.
2.
Unveräußerliche
Souveränität
und
Autonomie
des
Indivi-
duums:
Keine
Gruppierung,
Organisation
oder
Institution
ist
befugt,
die
souveräne
Autonomie
des
Individuums
in
Frage
zu
stellen
oder
zu
schwächen.
Alle
Entscheidungsgewalt
hinsichtlich
persönlicher
Belange
geht
ausschließlich
vom
Individuum
aus.
3.
Konstante
Orientierung
am
voluntaristischen
Prinzip:
Soziale
und
ökonomische
Interaktionen
und
Prozesse
orientieren
sich
am
voluntaristischen
Prinzip
-
sie
basieren
ausnahmslos
auf
Freiwilligkeit.
Dabei
hat
jeder
Mensch
das
unverletzbare
Recht
auf
Privatsphäre
und
den
vollumfänglichen
Schutz
privater
Daten.
4,
Etablierung
eines
freiheitlich-transparenten
Rechtsrahmens:
Es
gilt
das
Natur-
und
Vernunftrecht
als
überzeitliche
Konzep-
tion
nach
kantischer
Tradition.
Sprich:
Alles,
was
die
souveräne
Autonomie
anderer
nicht
gefährdet,
negativ
berührt,
oder
einschränkt,
ist
erlaubt.
5.
Umfassender
Schutz
der
Umwelt:
Fauna
und
Flora,
Lebens-
grundlage
des
Menschen,
sind
als
ebenbürtige
biologische
Systeme
zu
achten
und
vor
Zerstörung,
Missbrauch,
Aus-
beutung,
Verschmutzung
und
Privatisierung
zu
bewahren.
187
188
Allgemeiner
Zugang
zu
globalen
Gemeingutern:
Die
globalen
öffentlichen
Güter
—
Wälder,
Flüsse,
Seen,
Ozeane,
Atmosphäre
und
natürliche
Ressourcen
-
stehen
jedem
Menschen
jederzeit
zur
freien
Verfügung.
Sie
gehören
allen
und
niemandem.
Die
Gedanken
sind
frei:
So
auch
der
Debattenraum.
Demzufolge
kann
das
Recht
auf
freie
Meinungsäußerung
zu
keinem
Zeit-
punkt,
von
keiner
Person
und
keiner
Organisation
beschnitten,
kriminalisiert
oder
abgeschafft
werden.
.
Die
Kunstfreiheit
ist
garantiert:
Die
Freiheit
der
Kunst
ist
absolut.
Sie
kann
zu
keinem
Zeitpunkt,
von
keiner
Person
oder
Organisation
beschnitten,
kriminalisiert
oder
abgeschafft
werden.
Der
Staat
nimmt
keinen
Einfluss
auf
ihre
Entstehung,
Verbreitung
oder
Rezeption.
Unabhängige
Medien
als
Kernelement
des
Pluralismus:
Jour-
nalismus
und
Publizistik
sind
freie,
unregulierte
Domänen,
die
einen
pluralistischen
Debattenraum
fordern,
schaffen,
fördern
und
erhalten
und
sich
dem
Einfluss
von
Partikularinteressen
verwehren.
Medien
entziehen
sich
staatlicher
Einflussnahme
und
unterliegen
zu
keinem
Zeitpunkt
einer
Zensur.
10.
Wissenschaftlicher
Fortschritt
im
Sinne
aller:
Wissenschaft
11.
und
Forschung
dienen
dem
Gemeinwohl.
Ihre
Kernaufgabe
besteht
im
Erarbeiten,
Bestätigen
und
Falsifizieren
von
Thesen.
Sie
verwehren
sich
externer
Einflussnahme,
finanzieren
sich
über
den
Nutzwert
ihrer
Arbeiten
für
die
Allgemeinheit
und
handeln
grundsätzlich
im
Sinne
des
Nürnberger
Codex.
Basisdemokratische
Strukturen
und
schlanker
Staat:
Staatliche
Strukturen
organisieren
sich
dezentral
und
folgen
dem
Sub-
sidiaritätsprinzip.
Ihr
Handeln
orientiert
sich
ausnahmslos
an
der
vom
Souverän
definierten
Verfassung.
Alle
Gesetze
und
Gesetzesanderungen
werden
dem
Souverän
zum
Referendum
vorgelegt.
Ein
qualifiziertes
Votum
erfordert
die
Teilnahme
von
mindestens
75
Prozent
der
Stimmbürger.
Die
Verabschiedung
eines
Gesetzes
bedarf
einem
Stimmanteil
von
80
Prozent.
Parlamentarische
Repräsentanten,
die
vom
Souverän
in
freier,
öffentlicher
Abstimmung
nach
Vorbild
der
Landsgemeinde
gewählt
werden,
dienen
diesem
bis
zur
jederzeit
durchführ-
baren
Abwahl,
für
die
eine
einfache
Mehrheit
genügt.
Die
Bildung
einer
Zentralregierung
auf
Bundesebene
findet
nicht
statt.
Den
Notstand
erklärt
der
Souverän.
12.
Sicherung
staatlicher
Souveränität
bei
minimaler
Bürokratie:
Der
Nationalstaat
ist
souverän,
neutral
und
konstituiert
sich
direktdemokratisch.
Öffentlich-private
Partnerschaften
(Public
Private
Partnerships)
sind
untersagt.
Das
Parlament
tritt
nach
dem
Miliz-Prinzip
für
einen
Zeitraum
von
maximal
vier
Wochen
pro
Jahr
zusammen.
Es
besteht
aus
direkt
ge-
wählten
Repräsentanten.
Ein
parlamentarisches
Amt
wird
für
den
Zeitraum
seiner
Ausübung
mit
dem
Verdienstausfall
des
jeweiligen
Haupterwerbs
sowie
Spesen
nach
tatsächlichem
Aufwand
vergütet.
Das
Amt
entbindet
den
Amtsträger
nicht
von
der
persönlichen
Haftung.
Amtsgebundene
Immunität
existiert
nicht.
13.
Staatliches
Handeln
nach
Transparenzprinzip:
Die
Gründung
politischer
Parteien
ist
untersagt.
Mehrheiten
sind
auf
Basis
von
Sachargumenten
zu
generieren.
Sachfremde
Werbe-
mittel
für
politische
Zwecke
sowie
Propaganda
dürfen
nicht
in
Umlauf
gebracht
werden.
Für
die
Tätigkeit,
Kommuni-
kation
und
Entscheidungsprozesse
des
Parlaments
gilt
das
Transparenzprinzip.
Wahlen,
Debatten,
Sitzungen,
Protokolle,
Schriftverkehr
und
jedwede
andere
Form
von
Prozess
oder
Dokument,
die
staatliches
Handeln
betrifft,
sind
jederzeit
und
von
jedermann
öffentlich
einsehbar.
14.
Wahrung
der
öffentlichen
Sicherheit:
Ein
staatliches
Gewalt-
monopol
existiert
nicht.
Der
Staat
unterhält
keine
bewaffnete
Ordnungsmacht
oder
beschäftigt
diesem
Zwecke
dienliche
Mitarbeiter.
Staatsbeamte
gibt
es
nicht.
Die
Sicherstellung
der
öffentlichen
Ordnung
obliegt
dem
Souverän,
der
diese
189
190
nach
Bedarf
am
Markt
abfragt
und
dem
Subsidiaritätsprinzip
entsprechend
organisiert.
Geheimdienstliche
Organisationen
und
Tätigkeiten
sind
verboten.
15.
Sicherstellung
unabhängiger
Rechtsprechung:
Die
Judikative
ist
unabhängig.
Rechtsprechung
erfolgt
auf
Basis
eines
all-
gemein
gültigen
Gesetzbuches,
das
zentrale
Rechtsfragen
regelt
und
maximal
1.000
Gesetze
enthält.
Eine
weitere
Aufgliederung
in
Rechtsbereiche
oder
ergänzende
Paragrafen
findet
nicht
statt.
Gerichtliche
Entscheidungen
bedürfen
dem
Beisitz
per
Los
bestimmter
Geschworener.
Ein
Urteil
bedarf
der
Ein-
stimmigkeit
von
Richter
und
Geschworenen.
Todesstrafen
werden
nicht
verhängt.
16.
Internationale
Zusammenarbeit
im
Sinne
der
Völkerver-
ständigung:
Supranationale
Organisationen,
die
Autonomie,
Souveränität
und
öffentliche
Ordnung
des
Nationalstaates,
oder
die
souveräne
Autonomie
des
Individuums
gefährden,
sind
verboten.
Globalisierung
versteht
sich
als
Völkerverständigung,
die
sich
am
Willen,
kulturellen
Hintergrund
und
Wohlergehen
des
jeweiligen
Souveräns
orientiert.
17.
Konfliktmanagement
im
Sinne
friedvoller
Koexistenz:
Gewalt
und
Kriegsführung
sind
einer
aufgeklärten
Gesellschaft
un-
würdig
und
untersagt.
Folglich
existiert
kein
Militär.
Die
Herstellung,
der
Vertrieb
und
Besitz
von
Kriegsgerät
und
Massenvernichtungswaffen
ist
untersagt.
Konflikte
zwischen
Nationalstaaten
werden
bilateral
und
nach
dem
Prinzip
friedvoller
Koexistenz
gelöst.
Überstaatliche
Jurisdiktion
ist
illegitim.
Jegliche
Form
der
Aggression
gegenüber
Konfliktpar-
teien
—
ob
psychischer,
physischer
oder
kinetischer
Natur
—
ist
abzulehnen.
So
mein
persönliches,
vorläufiges,
grob
skizziertes
Skelett
einer
von
Voluntarismus
geprägten,
pazifistischen,
direktdemokra-
tisch
organisierten
Welt.
Meine
schemenhafte
Vorstellung
einer
besseren
Zukunft,
in
der
Menschen
wieder
Verantwortung
für
ihr
Leben
und
ihr
Umfeld
übernehmen
—
einem
Morgen,
in
dem
Menschen
Teil
einer
Gesellschaft
sein
können,
die
das
Individuum
nicht
dem
Kollektivismus
opfert.
Das
vorliegende
Dokument
ist
eine
Annäherung
an
mein
subjektives
Ideal,
mein
»Propositum
2040«.
Mein
naiver,
aber
energiespendender
Ausgangspunkt,
wenn
ich
versucht
bin,
mir
konstruktive
Ge-
danken
über
die
Zeiten
nach
der
auf
uns
einstiirmenden
Dun-
kelheit
zu
machen.
Das
»Propositum«
des
Lesers
enthält
vermutlich,
beziehungs-
weise
hoffentlich,
andere
Elemente.
Setzt
andere
Akzente.
Es
spiegelt
seine
Ideale,
Prioritäten,
Lebenserfahrungen,
Wünsche
und
Befürchtungen.
Genau
aus
diesem
Grunde
sollte
er
es
verschriftlichen,
publik
machen
und
mit
anderen
Menschen
diskutieren.
Denn
um
sich
selbst
zu
verstehen,
muss
man
mit
anderen
sprechen.
Und
je
fruchtbarer
ein
engagierter
Dialog
sich
gestaltet,
desto
größer
die
Chance,
dass
sich
ein
paar
Ziele
heraus-
kristallisieren,
die
wir
gemeinsam
erreichen
wollen.
Ein
Digest
dieser
Art
ist
als
Reflexionsaufgabe,
Fundament
und
Diskussionsgrundlage
anzusehen.
Als
Provokation.
Als
Rohma-
terial,
einem
unförmigen
Tonklumpen
gleich,
den
es
mittels
Reibungshitze
in
Form
zu
bringen
gilt.
Es
sind
Ideen.
Und
im
besten
Falle
die
Basis
für
einen
konstruktiven
Dialog,
einen
Ent-
wicklungsprozess,
der
in
Anbetracht
des
verstörenden
Status
quo
besser
heute
als
morgen
beginnt.
Denn
erst,
wenn
wir
sehen,
wohin
die
Kompassnadel
zeigt,
wenn
wir
unser
Ziel
auf
der
Karte
markieren
können,
sind
wir
in
der
Lage,
den
mühsamen
Marsch
in
diese
Richtung
anzutreten.
»Der
Ziellose
erleidet
sein
Schicksal.
Der
Zielbewusste
gestaltet
es.«
(Immanuel
Kant)
191
192
Notiz:
Senden
Sie
mir
Ihre
persönlichen
17
Unabhängigkeits-
ziele!
Überlegen
Sie,
wie
Staat
und
Gesellschaft
Ihrer
Ansicht
nach
organisiert
werden
sollten.
Verwenden
Sie
die
17
vor-
gegebenen
Kategorien
und
schreiben
Sie
Ihre
Vorstellungen
in
vergleichbarem
Umfang
nieder.
Entsprechende
Zuschriften,
die
bitte
als
Text-Datei
per
E-Mail
an
info@regenauer.press
zu
übermitteln
sind,
stelle
ich
gerne
meinen
Ansätzen
gegenüber
und
veröffentliche
sie
zu
gegebener
Zeit
in
Form
eines
aktuali-
sierten
Sammelbeitrages.
Montagnola,
am
06.
Oktober
2024
Schlachtfeld
Gehirn
Mein
Editorial
für
die
dritte
GEGENDRUCK,
die
am
15.
Januar
2025
erschien.
Sehr
geehrte
Damen
und
Herren,
wenn
wir
an
Schlachtfelder
denken,
sehen
wir
vor
unserem
inneren
Auge
düstere
Bilder
von
verkohlten
Wracks,
von
Ein-
schlagkratern,
schreienden
Verwundeten,
Leichen
und
dichten
Rauchschwaden,
die
am
Horizont
über
verbrannter
Erde
wabern.
Vergleichbare
Assoziationen
drängen
sich
auf,
versucht
man
in
Bilder
zu
fassen,
in
was
für
einer
Gesellschaft
wir
mittlerweile
leben.
Intellektuelle
Wracks,
mediales
Flächenbombardement,
stumme
Schreie
von
Pharmaopfern
und
hungernden
Kindern,
weggescrollt
von
Smartphone-Zombies,
deren
letzter
Hauch
Empathie
am
Rande
ihres
dissoziativen
Wahrnehmungshorizontes
verblasst.
Zivilisatorische
Transformation
als
Kriegsfilm.
Früher
verliefen
die
Frontlinien
von
Klassenkampf
und
Propa-
gandakrieg
durch
die
Auslagen
der
Zeitungskioske,
durch
Rund-
funkredaktionen
und
über
die
nach
Sendeschluss
flimmernden
Bildschirme
der
Mattscheibe.
Heute
durch
den
Kopf.
Sprichwörtlich.
Denn
die
»Vierte
Industrielle
Revolution«
be-
gegnet
zunehmendem
Desinteresse
an
Erziehungsfunk
und
aufkeimender
Renitenz
mit
Dopamin-Shots,
Implantaten
und
193
194
Nanotechnologie.
Das
erklärte
Ziel
der
Herrschaftskaste
ist
nicht
mehr
die
Manipulation,
sondern
die
Fernsteuerung
der
Steuer-
sklaven.
Das
»Hive
Mind.
Sendeschluss
gibt
es
nicht
mehr.
Und
der
Newsfeed
ist
un-
erschöpflich,
ist
Manifestation
dessen,
was
Aufmerksamkeits-
ökonomie
für
uns
bedeutet:
Den
Verlust
wertvoller
Lebenszeit
an
neonbunte
Sinnlosigkeit.
Das
Smartphone
dient
nicht
der
Evolution,
sondern
der
Degeneration
der
Spezies
Mensch.
Es
ist
kein
Werkzeug,
sondern
eine
Waffe.
Aber
das
Handy
lässt
sich
—
wie
das
TV-Gerät
—
abschalten.
Oder
abschaffen.
Das
birgt
Risiken
—
denn
nur
Lufthoheit
über
dem
Debattenraum
garantiert
dem
postmodernen
Feudalismus
Machterhalt.
Dem-
entsprechend
setzen
seine
Vertreter
nun
alles
daran,
invasive
Technologien
ins
Feld
zu
führen,
um
sich
unserer
Gedanken
bemächtigen
zu
können.
Der
Kriegsfilm
spielt
sich
also
nicht
mehr
nur
als
dunkles
Phantasma
vor
unserem
inneren
Auge
ab,
er
handelt
nicht
von
irgendeinem
fernen
Land
—
das
zu
erobernde
Terrain,
das
primäre
Schlachtfeld
der
biodigitalen
Konvergenz
liegt
unmittelbar
hinter
dem
Sehnerv.
Kriegsziel:
Die
Verschmelzung
von
Mensch
und
Maschine.
Transhumanismus.
Und
bei
so
manchem
Zeitgenossen
scheint
bereits
eine
gewisse
Konträrfaszination
am
eigenen
Unter-
gang
Einzug
zu
halten.
Die
Resistance
des
Mediazän
verteidigt
demnach
nicht
nur
das
Recht
auf
Meinungsfreiheit,
sie
kämpft
um
den
Erhalt
des
freien
Willens.
Um
Menschlichkeit.
Um
das
Fortbestehen
unserer
Spezies.
Vor
diesem
Hintergrund
beschäftigt
sich
die
dritte
GEGENDRUCK
mit
dem
»Schlachtfeld
Gehirn«.
Mit
dem
zerebralen
Status
quo.
Die
Autoren
analysieren
und
dokumentieren
den
Stand
von
Forschung,
Angriffswellen,
Waffenarsenal
und
Verteidigungsmechanismen.
Denn
unser
Leben
ist
das
Produkt
unserer
Gedanken.
Unserer
Erinnerungen.
Sie
sind
die
Basis
unserer
Freiheit,
unserer
Ge-
schichte
und
Zukunft.
Wir
müssen
sie
schützen.
Mit
allen
Mitteln.
To)
Denn
»ein
Kopf
ohne
Gedächtnis
ist
eine
Festung
ohne
pP
Besatzung«
(Napoleon).
Im
Namen
des
gesamten
Teams,
Tom-Oliver
Regenauer
Montagnola,
am
06.
Oktober
2024
©
©)
|
a
Biofeudalismus
»30x30«
-
unter
diesem
Label
vermarkten
die
Vereinten
Nationen
ihr
Biodiversitätsziel.
Danach
sollen
30
Prozent
des
Planeten
bis
2030
als
Naturschutzgebiet
ausgewiesen
werden.
Bei
genauerer
Betrachtung
der
organisatorischen
Hintergründe
erhärtet
sich
allerdings
rasch
der
Verdacht,
dass
es
den
Akteuren
nicht
um
Naturschutz
geht,
sondern
um
die
Privatisierung
-
beziehungsweise
Enteignung
-
planetarer
Gemeinschaftsgüter.
Wie
in
meinem
Artikel
»Der
letzte
Raubzug«
beschrieben,
schuf
die
»Protected
Class«,
die
»systemrelevante«
Klasse
während
der
zurückliegenden
Dekaden
die
legislativen
Rahmenbedingungen,
um
Privathaushalte,
Wirtschaft
und
Volksvermögen
im
Zuge
des
nächsten
Finanzcrashs,
der
Implosion
der
»allumfassenden
Marktblase«
zu
enteignen.
Ganz
legal.
Die
Ausmaße
dieser
auf
uns
zustürmenden
Disruption
sind
ob
ihrer
Umfänglichkeit
kaum
vor-
stellbar.
Die
schlechte
Nachricht:
Sollbruch-Clearinggesellschaften,
Single
Resolution
Board
und
ein
digitalisiertes
Weltfinanzsystem
markieren
noch
nicht
das
Ende
der
Fahnenstange.
Denn
die
geschützte
Klasse
hat
natürlich
auch
Vorkehrungen
getroffen,
um
jener
Werte
habhaft
zu
werden,
die
eigentlich
niemandem
gehören
—
der
»planetaren
Gemeinschaftsgiiter«.
Wälder,
Seen,
Flüsse,
Ozeane
und
Atmosphäre.
Diese
galten
bislang
als
Güter,
die
allen
und
niemandem
gehören
und
demnach
von
jedermann
genutzt
werden
können.
Plane-
tare
Gemeinschaftsgüter
sind
demzufolge
von
sogenannten
öffentlichen
Gütern
abzugrenzen,
die
sich
auf
sozialstaatliche
Strukturen
beziehen.
Zum
Status
quo
öffentlicher
Güter
kommu-
nizierte
die
zuständige
Kommission
der
Heinrich-Böll-Stiftung
im
Jahr
2015
(S.
27-28):
»Die
im
Jahr
1800
von
Napoleon
in
den
französisch
besetzten
Teilen
Deutschlands
erlassene
Munizipalverfassung
(...)
schuf
auf
politisch-
institutioneller
Ebene
die
Voraussetzungen
für
die
Entwicklung
einer
kommunalen
Daseinsvorsorge.
Diese
war
von
der
Vorstellung
geprägt,
dass
die
öffentliche
Hand
für
die
Bereitstellung
bestimmter
Güter
verantwortlich
ist.
(...)
Erst
als
man
Erfahrungen
mit
Marktversagen
bei
der
Bereitstellung
öffentlicher
Güter
machte,
(...)
begann
man,
diese
neuen
Märkte
zu
regulieren.
Public-Privat-Partnerships,
also
Betreibermodelle,
die
auf
langfristigen
Verträgen
zwischen
der
öf-
fentlichen
Hand
und
privaten
Anbietern
beruhen,
fanden
damals
eine
erste
weite
Verbreitung.
(...)
Besonders
weitgehende
Vorstellungen
von
der
Regulierung
hat
der
Munizipalsozialismus
entwickelt.
Inspiriert
von
der
englischen
Fabian
Society,
prägte
er
die
politische
Debatte
in
Deutschland
ab
den
1890er
Jahren.
Sein
politisches
Programm
fokussierte
sich
auf
die
Versorgung
der
Bevölkerung
mit
einem
umfassenden
Angebot
an
Infrastrukturleistungen
zu
annehmbaren
Preisen;
sein
langfristiges
Ziel
(...)
war
die
Einführung
des
Sozialismus
über
den
Weg
der
Gemeindepolitik.
(...)
Eine
mangelhafte
Fähigkeit
der
öffentlichen
Träger,
sich
zeitnah
auf
sich
verändernde
Bedürfnisse
der
Benutzerinnen
und
Benutzer
einzustellen,
sowie
die
Bürokrati-
sierung
ihres
Apparates
ließen
ihre
Akzeptanz
in
der
Bevölkerung
schwinden.
Die
Lösung
dieser
Probleme
schien
in
der
Privatisierung
und
Kommerzialisierung
öffentlicher
Güter
zu
liegen.
Dass
man
in
der
Kooperation
mit
privaten
Unternehmen
im
Rahmen
von
Public-
Private-Partnerships
oder
im
Verkauf
öffentlicher
Einrichtungen
an
private
Eigentümer
zugleich
einen
Beitrag
zur
Bewältigung
der
strukturellen
Krise
der
kommunalen
Finanzen
erblickte,
erleichterte
die
Durchsetzung
der
neuen
Organisationsmodelle.«
197
198
Diese
»neuen
Organisationsmodelle«
kennen
wir
bereits.
Sie
dominieren
die
Global
Governance,
nutzen
politische
Theo-
reme
wie
Konservatismus,
Libertarismus
oder
Sozialismus
als
sozialarchitektonischen
Hebel
zur
Einführung
zentralistischer
Kollektivismen.
Diese
wiederum
tragen
alle
Merkmale
des
Feu-
dalismus
—
der
seinen
Elfenbeinturm
aber
nur
noch
im
Gewand
des
heilversprechenden
Weltenretters
verlässt,
um
dem
Pöbel
ein
paar
gefällige
Handbewegungen
und
Satzfragmente
zuzu-
werfen.
Und
wie
es
sich
für
Feudalherren
geziemt,
geht
es
auch
der
postmodernen
Variation
dieses
Herrschaftsmodells
um
nichts
anderes
als
absolute
Macht.
Dementsprechend
lösten
die
legisla-
tiven
Vorbereitungen
für
die
»große
Enteignung«
bei
mir
weniger
Überraschung
aus
als
einen
gewissen
Respekt
für
die
Perfidität
und
Diskretion,
mit
der
solch
ein
großer
Wurf
unbeachtet
von
der
Öffentlichkeit
vorbereitet
werden
konnte.
Nun
könnte
man
in
Anbetracht
der
Natur
planetarer
Gemein-
schaftsgüter
—
Wälder,
Seen,
Flüsse,
Ozeane
und
Atmosphäre
—
versucht
sein
anzunehmen,
dass
zumindest
diese
der
Bevölkerung
noch
zur
Verfügung
stünden,
sollte
der
nächste
Crash
sie
ihr
Hab
und
Gut
kosten.
Weit
gefehlt.
Denn
gerade
auf
diesem
Sektor
ist
die
Parasitärkaste
schon
viel
länger
aktiv.
»Aufgrund
seiner
einzigartigen
Natur
und
der
entscheidenden
Rolle,
die
es
bei
der
Besiedlung
durch
Menschen
spielt,
kann
Land
nicht
als
gewöhnliches
Gut
behandelt
werden,
das
von
Einzel-
personen
kontrolliert
wird
und
dem
Druck
und
der
Ineffizienz
des
Marktes
ausgesetzt
ist.
Privater
Landbesitz
ist
auch
ein
wichtiges
Instrument
der
Anhäufung
und
Konzentration
von
Reichtum
und
trägt
daher
zur
sozialen
Ungerechtigkeit
bei.
Wenn
er
nicht
kontrolliert
wird,
kann
er
zu
einem
großen
Hindernis
bei
der
Planung
und
Umsetzung
von
Entwicklungsplänen
werden«,
er-
klärten
die
Vereinten
Nationen
(UN)
im
Rahmen
ihrer
Konferenz
zu
Siedlungsfragen,
die
vom
31.
Mai
bis
zum
11.
Juni
1976
in
Vancouver
(Kanada)
stattfand.
»UN-Treffen
fordert
Einschränkung
des
privaten
Landbesitzes«,
titelte
die
New
York
Times
diesbezüglich
am
12.
Juni
1976
und
zitierte
die
vorangestellte
Passage.
Schon
vier
Jahre
zuvor,
vom
5.
bis
zum
16.
Juni
1972,
organisierte
die
UN
in
Stockholm
(Schweden)
eine
Konferenz
zu
Fragen
ȟber
die
Umwelt
des
Menschen«.
Als
Ergebnis
dieses
Meetings
entstand
schon
am
ersten
Tag
des
Zusammentreffens
das
»United
Nations
Environment
Programme«
(UNEP),
das
Umweltprogramm
der
Vereinten
Nationen,
das
sich
fortan
auf
supranationaler
Ebene
für
Arten-
und
Umweltschutz
einsetzen
sollte.
Die
entsprechenden
Bemühungen
der
Mitgliedsstaaten
ließen
nach
Ansicht
der
UN-
Oberen
jedoch
zu
wünschen
übrig.
Daher
wurde
im
Jahr
1983
die
Brundtland
Kommission
ins
Leben
gerufen,
benannt
nach
der
vom
damaligen
UN-Generalsekretär
eingesetzten
Leiterin
der
neuen
UN-Unterorganisation,
Gro
Harlem
Brundtland.
Brundtland
studierte
an
der
Harvard
Uni-
versity,
war
zwischen
1981
und
1996
drei
Mal
Premierministerin
von
Norwegen,
von
1998
bis
2003
Direktorin
der
Weltgesundheits-
organisation
(WHO),
Vorsitzende
diverser
Gremien
zum
Thema
Klimawandel
und
wurde
bereits
in
deren
Gründungsjahr
in
eine
handverlesene
Gruppe
namens
»The
Elders«
aufgenommen
—
die
Ältesten
—
die
2007
von
Nelson
Mandela
initiiert
wurde
und
sich
nach
eigenem
Ermessen
aus
»unabhängigen
globalen
Führungsper-
sönlichkeiten«
zusammensetzt,
die
»gemeinsam
für
Frieden,
Gerech-
tigkeit,
Menschenrechte
und
einen
nachhaltigen
Planeten
eintreten.«
Was
von
diesen
Wohlfühlbonmots
zu
halten
ist,
illustriert
der
Umstand,
das
Gro
Harlem
Brundtland
den
Bilderberg
Konferenzen
199
200
beiwohnt
und
regelmäßig
bei
der
Münchner
Sicherheitskonferenz
zu
Gast
ist.
Darüber
hinaus
war
und
ist
Brundtland
sehr
aktiv
im
Bereich
Biosicherheitsdoktrin.
So
nahm
sie
bereits
2005
an
der
von
der
Johns
Hopkins
University
ausgerichteten
Krisensimulation
Atlantic
Storm
teil,
die
sich
mit
transatlantischen
Reaktionen
auf
einen
Biowaffenangriff
auseinandersetzte
und
diesem
mit
der
Militarisierung
des
Gesundheitswesens
sowie
Massenimpfungen
zu
begegnen
suchte.
2019
war
Brundtland
Teilnehmerin
von
A
Spreading
Plague,
einem
international
besetzten
Krisenplanspiel,
das
sich
mit
der
»Führung,
Kontrolle
und
Koordinierung
einer
internationalen
Reaktion
auf
ein
ungewöhnliches
und
sich
rasch
ausbreitendes
biologisches
Ereignis«
befasste.
Multipolar
thematisierte
das
Event
im
Juli
2021
unter
dem
Titel
»Wie
der
Lockdown
nach
Deutschland
kam«.
Und
vom
14.
bis
16.
Februar
2020
war
Brundtland
zu
Gast
bei
»Preventing
Global
Catastrophical
Biological
Risks«,
einer
ähnlich
gelagerten
Übung,
die
von
der
Nuclear
Threat
Initiative
(NTI),
einer
NATO-nahen
US-NGO,
im
Rahmen
der
Münchner
Sicherheitskonferenz
durchgeführt
wurde.
Doch
zurück
zur
Brundtland
Kommission
—
beziehungsweise
zur,
neben
der
Namensgeberin,
wichtigsten
Person
der
Gruppe:
Maurice
Strong.
Strong
verantwortete
nicht
nur
die
UN-Konferenz
1972
in
Schweden,
die
Earth
Summit
1992
in
Rio
de
Janeiro
(Brasilien)
und
die
Lancierung
des
UNEP,
sondern
infolge-
dessen
auch
die
Gründung
des
IPCC
(Intergovernmental
Panel
on
Climate
Change)
im
Jahr
1988.
Resultat
des
92er
Meetings
in
Rio
waren
fünf
wegweisende
Dokumente:
Rio-Deklaration
zu
Umwelt
und
Entwicklung,
Forest
Principles,
Konvention
zur
Biodiversität,
Rahmenübereinkommen
der
Vereinten
Na-
tionen
zu
Klimaänderungen
—
und
die
Agenda
21.
Vorläufer
der
Agenda
2030.
Maurice
Strong
globalisierte
die
Umweltbewegung.
Er
veränderte
ihren
Fokus
—
weg
von
realem
Umweltschutz,
der
sich
aus
begrün-
deter
Kritik
am
Konzernkapitalismus
speiste,
hin
zum
nichts-
und
allessagenden
»Klimaschutz«
—
und
legte
damit
den
Grundstein
für
den
weithin
umweltschädlichen
Nachhaltigkeitskorporatismus
der
Gegenwart.
Für
die
»Green
Economy«.
Die
britische
Zeitung
The
Telegraph
bezeichnete
ihn
2015
als
den
»Mann,
der
den
Klima-
wandel
erfand«.
Bei
der
Verfolgung
seiner
Ziele
verließ
er
sich
auf
bewährte
Techniken
der
Manipulativkommunikation.
»Dies
ist
nicht
nur
eine
technische
Frage.
Jeder
Mensch
handelt
aufgrund
seines
inneren
Lebens,
seiner
moralischen,
spirituellen
und
ethischen
Werte.
Globale
Vereinbarungen
werden
dann
wirksam
sein,
wenn
sie
im
individuellen
Engagement
der
Menschen
verwurzelt
sind,
das
aus
ihrem
eigenen
inneren
Leben
erwächst«,
so
Strong.
Der
aus
Strongs
Ansatz
resultierende
Erfolg
bei
der
Transfor-
mation
der
graswurzelhaften
Umweltbewegung
in
Richtung
supranationaler
Strukturen
sorgte
nicht
überall
für
Begeisterung.
So
musste
er
sich
in
einem
Interview
mit
dem
Guardian
im
Juni
2010
auch
Fragen
über
seine
Verbindungen
zu
den
Rothschilds,
Rockefellers,
zu
Global
Governance,
Eugenik
und
Depopulations-
plänen
gefallen
lassen.
Diese
beantwortete
Strong
eher
verhalten,
verwies
darauf,
Edmund
Rothschild
nur
flüchtig
gekannt,
für
die
Rockefeller
Foundation
gearbeitet
und
mit
Ted
Turner,
einem
Advokaten
für
Depopulation,
für
die
Gründung
der
UN
Foun-
dation
kollaboriert
zu
haben.
Auch
eine
Weltregierung
lehne
er
ab
—
stattdessen
müssten
die
UN-Mitgliedsstaaten
künftig
enger
zusammenarbeiten.
Wenige
Absätze
später
lobt
Strong
dann
aber
die
Ein-Kind-Politik
Chinas
und
redet
den
Visionen
seines
von
Eugenik
begeisterten
Mentors
David
Rockefeller
das
Wort.
Kein
Zufall.
Ganz
so
lose
waren
Strongs
Verbindungen
zur
Rockefeller-Dynastie
nämlich
nicht.
201
202
Als
Maurice
Strong
im
Jahr
1947
auf
den
damaligen
UN-Schatz-
meister
Noel
Monod
traf,
verschaffte
dieser
ihm
einen
Einstiegs-
posten
bei
den
Vereinten
Nationen.
Strong
war
gerade
einmal
18
Jahre
alt.
Darüber
hinaus
teilten
sich
die
beiden
ein
Apartment
in
New
York.
Monod
war
es
auch,
der
seinen
Mitbewohner
mit
jenem
Mann
in
Kontakt
brachte,
der
verantwortlich
für
Strongs
Bilderbuchkarriere
werden
sollte
—
David
Rockefeller.
Ein
Öl-
Magnat,
der
mit
der
Finanzierung,
respektive
Gründung
von
UN,
Club
of
Rome,
WWF,
1001:
A
Nature
Trust
oder
dem
Good
Club
in
den
kommenden
Jahrzehnten
wie
kaum
ein
anderer
die
6f-
fentliche
Wahrnehmung
des
Themenkomplexes
Umwelt
beein-
flussten
sollte.
Wo
auch
immer
Strong
fortan
lebte,
ob
in
Alberta
(Kanada)
oder
in
Nairobi,
stets
arbeitete
er
im
Dunstkreis
von
Rockefeller-Unternehmen.
Auf
dem
Höhepunkt
seiner
Karriere
als
Öl-Unternehmer
berief
man
Strong
zum
Chef
der
kanadischen
Power
Corporation,
einem
Energiekonzern,
dem
aufgrund
seiner
engen
Verflechtungen
mit
der
Spitzenpolitik
der
Ruf
eines
Königsmachers
vorauseilt.
Und
das
sollte
auch
unter
Strong
so
bleiben.
Eine
seiner
ersten
Rekrutierungen:
James
Wolfensohn,
1995
bis
2005
Präsident
der
Weltbank.
Ein
zweiter:
Paul
Martin,
künftiger
Premiermi-
nister
von
Kanada.
1966
hatte
Strong
seine
politischen
Kontakte
weit
genug
ausgebaut,
um
seinen
lukrativen
Posten
als
Chef
der
Power
Corporation
niederzulegen.
Von
nun
an
beaufsichtigte
er
in
staatsnaher
Rolle
die
Gründung
der
CIDA
(Canadian
International
Development
Agency)
sowie
des
IDRC
(International
Development
Reserach
Center),
zweier
Entwicklungshilfeorganisationen.
Der
Journalistin
Elaine
Dewar,
die
Maurice
Strong
für
ihr
Buch
»Cloak
of
Green«
interviewte,
erklärte
dieser:
»Das
IDRC
hatte
eine
Klausel
in
seinen
Statuten,
die
es
ihm
erlaubte,
Geld
direkt
an
Einzelpersonen
sowie
an
Regierungen
und
private
Organisationen
zu
geben.
Es
wurde
als
Unternehmen
gegründet
und
berichtete
dem
Parlament
über
den
Außenminister.
Sein
Ver-
waltungsrat
sollte
Privatpersonen
und
sogar
Ausländer
umfassen.
(...)
Da
das
IDRC
nicht
als
Vertreter
der
Krone
gegründet
wurde
(wie
CIDA),
konnte
es
sowohl
Spenden
von
Unternehmen
und
Einzel-
personen
als
auch
staatliche
Mittel
entgegennehmen.«
Zu
diesen
spendablen
Unternehmen
und
Privatpersonen,
die
dem
IDRC
Geld
zukommen
ließen,
gehörten
auch
Rockefellers
Chase
Manhattan
Bank
und
die
Rockefeller
Foundation.
Strong
räumte
im
Gespräch
mit
Dewar
ein,
dass
das
IDRC
als
quasi-staatliche
Organisation
in
der
Lage
war,
politischen
Einfluss
in
den
Ent-
wicklungsländern
geltend
zu
machen.
Dieser
massive
Einfluss
wiederum
bewegte
den
schwedischen
UN-Botschafter
dazu,
Strong
als
Leiter
der
bevorstehenden
UN-Konferenz
in
Stockholm
vorzu-
schlagen.
Akkreditiert
wurde
er
dort
als
Treuhänder
der
Rocke-
feller
Foundation,
die
in
der
Folge
sein
Büro
und
sonstige
Auslagen
finanzierte.
So
mauserte
sich
der
Gipfel
von
1972
zum
Meilenstein
der
Globalisierung
von
Umweltfragen
—
und
bildete
die
Grundlage
zur
Etablierung
des
UNEP.
Gründungsdirektor:
Maurice
Strong.
Die
Brundtland
Kommission
war
also
alles
andere
als
eine
Gruppe
besorgter
Umweltaktivisten.
Es
war
ein
trojanisches
Pferd
der
Konzerneliten.
Vier
Jahre
nachdem
die
von
Strong
und
Brundtland
geleitete
Kommission
ihre
Arbeit
aufgenommen
hatte,
stellte
sie
ihre
Ergebnisse
vor
—
in
Form
eines
1987
veröffentlichten,
300
Seiten
umfassenden
Papiers
namens
»Our
Common
Future«,
besser
bekannt
als
der
Brundtland
Report.
Im
gleichen
Jahr
fand
in
Denver,
Colorado
(USA)
der
4th
Wil-
derness
Congress
statt.
Anwesend
waren
neben
Maurice
Strong
203
204
auch
David
Rockefeller,
Edmund
de
Rothschild
—
den
Strong
angeblich
nur
flüchtig
kannte
—
und
James
Baker.
Kernthema
das
Meetings:
Die
künftige
Finanzierung
der
Umweltbewegung,
welcher
Strong
durch
sein
Wirken
bei
der
UN
massiven
Aufwind
verschafft
hatte.
Aufzeichnungen
der
Konferenz,
die
dank
des
Whistleblowers
George
Hunt
online
verfügbar
sind,
belegen,
dass
Rothschild
im
Rahmen
dieses
Meetings
eine
»
Weltnatur-
schutzbank«
forderte,
die
er
als
Finanzierungsmechanismus
für
einen
»zweiten
Marshallplan«,
einen
»Schuldenerlass«
in
der
Dritten
Welt
und
die
Förderung
»nachhaltiger
Ent-
wicklung«
vorsah.
Sein
Wunsch
sollte
in
Erfüllung
gehen,
als
Strong
fünf
Jahre
später
dem
UN-Meeting
in
Rio
vorstand.
Denn
1992
wurde
nicht
nur
die
Agenda
21
verabschiedet,
sondern
auch
der
Global
Environmental
Facility
(GEF)
Leben
eingehaucht
—
einem
im
Vorfeld
des
Gipfels
initiierten
Pilotprogramm
der
Weltbank,
dass
seither
jährlich
über
eine
Milliarde
Dollar
in
den
Nach-
haltigkeitskorporatismus
investiert
und
seit
seiner
Gründung
weitere
80
Milliarden
US-Dollar
an
Querfinanzierungen
geleistet
hat.
Die
GEF
ist
außerdem
der
Finanzierungsmechanismus
für
das
»Rahmenübereinkommen
der
Vereinten
Nationen
zu
Klimaänderungen«
(UNFCCC),
das
wiederum
den
korrupten
»Zwischenstaatlichen
Ausschuss
für
Klimaänderungen«,
also
das
IPCC
leitet.
Nach
seinem
in
allen
Punkten
widerlegten,
unwissenschaftlichen
Weltuntergangspostulat
The
Limits
to
Growth
(1972),
artikulierte
der
Club
of
Rome
in
seinem
1991
publizierten
Buch
»The
First
Global
Revolution«
das
Grundmotiv
des
ins
Haus
stehenden
Informationskrieges
und
lieferte
den
konspirierenden
Kreisen
damit
die
kommunikative
Basis
für
ihre
fabrizierte
Mär
von
der
meteorologischen
Apokalypse.
»Auf
der
Suche
nach
einem
neuen
Feind,
der
uns
einen
könnte,
schlugen
wir
vor,
dass
Umweltverschmutzung,
die
Bedrohung
durch
die
globale
Erwärmung,
Wasserknapp-
heit,
Hungersnöte
und
dergleichen
den
Anforderungen
entsprächen.
In
ihrer
Gesamtheit
und
in
ihren
Wechsel-
wirkungen
stellen
diese
Phänomene
eine
gemeinschaft-
liche
Bedrohung
dar,
die
die
Solidarität
aller
Völker
erfordert.
Wenn
wir
jedoch
die
Phänomene
als
den
Feind
bezeichnen,
tappen
wir
in
die
Falle,
vor
der
wir
die
Leser
bereits
gewarnt
haben,
nämlich
Symptome
mit
Ursachen
zu
verwechseln.
All
diese
Gefahren
werden
durch
mensch-
liches
Eingreifen
verursacht
und
können
nur
durch
veränderte
Einstellungen
und
Verhaltensweisen
überwunden
werden.
Der
wahre
Feind
ist
dann
die
Menschheit
selbst.«
(S.
75)
Heutzutage
kümmern
sich
Organisationen
wie
der
Council
for
Inclusive
Capitalism,
ein
von
Lynn
Forester
de
Rothschild
gegrün-
deter
Fonds
mit
knapp
hundert
Mitgliedern,
der
eine
Billion
mehr
Kapital
verwaltet
als
BlackRock,
oder
die
2019
von
Rockefeller
Philanthropy
Advisors
gegründete
Global
Commons
Alliance
um
die
Umsetzung
der
Agenda.
Wer
sich
die
offiziellen
Partner
der
Global
Commons
Alliance
ansieht,
erkennt
rasch,
dass
sich
hinter
der
vermeintlichen
Philanthropie
eine
global
vernetzte
Industrie
verbirgt
—
C40
Cities,
United
Nations
Global
Compact,
WWF,
WEF,
Club
of
Rome,
climateworks
Foundation,
Business
for
Nature,
Ceres,
et
cetera.
Das
Who
is
Who
des
Biofeudalismus.
Dieser
ist
nicht
nur
hochprofitabel,
degradiert
er
doch
die
Natur
zum
Anlage-
und
Spekulationsobjekt,
dessen
Wert
von
Oxford
Economics
auf
10,3
Billionen
US-Dollar
taxiert
wird,
sondern
auch
ein
perfekter
Hebel
zur
Kontrolle
sowohl
des
Systems
als
auch
des
Individuums
auf
Ebene
seines
Energieverbrauchs.
Der
205
206
gleiche
Ansatz
also,
mit
dem
auch
die
faschistische
Technokra-
tiebewegung
die
Bevölkerung
zu
kontrollieren
gedachte.
»Der
gläserne
Bürger«
—
eine
Dystopie,
vor
der
einst
leitmedial
gewarnt
wurde
—
wirkt
gegen
die
Komplettüberwachung,
die
ein
persön-
liches
CO2-Budget
der
Parasitärkaste
eröffnet,
wie
ein
Buch
mit
sieben
Siegeln.
Auffällig
ist,
dass
sich
das
Branding
der
vor
Widersprüchen
und
falschen
Prognosen
strotzenden
Klimapropaganda
über
die
Dekaden
verändert
hat.
Wo
früher
von
»Umweltschutz«
oder
spezifischen
»Naturkatstrophen«
gesprochen
wurde,
diskutiert
man
heute
»inklusiven
Kapitalismus«,
»nachhaltige
Wirtschaft«,
»grünes
Banking«,
»Stakeholder-Kapitalismus«
und
»Allianzen
für
globale
Gemeinschaftsgiiter«.
Als
stünde
nicht
der
Schutz
des
Habitats
Erde
im
Vordergrund,
sondern
die
Durchsetzung
finanziell
motivierter
Partikularinteressen.
In
diesem
Lichte
betrachtet,
müssen
auch
die
mannigfaltigen
Biodiversitätsinitiativen
kritisch
beleuchtet
werden.
Denn
diese
zielen
—
wie
von
Maurice
Strong
persönlich
eingeräumt
—
vor
allem
darauf
ab,
Bedürfnisse
anzusprechen,
die
»im
individu-
ellen
Engagement
der
Menschen
verwurzelt
sind«.
Nur
dann
sind
sie
»erfolgreich«.
Und
wer
von
uns
hegt
nicht
ein
intrinsisches
Interesse
daran,
seinen
Lebensraum,
die
Wälder,
Meere
und
bedrohten
Tierarten
zu
schützen?
Dass
solche
Schutzbemühungen
aber
durchaus
ein
zweischneidiges
Schwert
sein
können,
geht
im
Rausch
jener
Emotionen
unter,
die
Bildmaterial
von
den
zahlrei-
chen
Schändungen
an
Mutter
Natur
verständlicherweise
auslöst.
Und
nachdem
sich
vor
allem
Großindustrie,
Energieerzeuger
und
Hochfinanz
für
die
postmoderne
Variante
des
Umweltschutzes
en-
gagieren
—
also
Zirkel,
die
ohne
Aussicht
auf
Profite
gar
nichts
tun
—
stimmt
es
zumindest
nachdenklich,
wenn
das
Übereinkommen
über
die
biologische
Vielfalt
(Convention
on
Biological
Diversity,
CBD)
der
Vereinten
Nationen
in
seinem
Report
vom
Februar
2020
fordert,
dass
»mindestens
30
Prozent
des
Planeten
bis
zum
Jahr
2030
unter
Schutz
gestellt
werden
miissen«.
Welche
konkreten
Maßnahmen
damit
verknüpft
sein
werden,
dürfte
sich
im
Rahmen
der
COP16,
der
nächsten
»United
Nations
Biodiversity
Conference«
herauskristallisieren,
die
vom
21.
Oktober
bis
zum
1.
November
2024
in
Cali
(Kolumbien)
stattfindet.
Wie
derartige
Vorhaben
sich
entwickeln,
lässt
sich
exemplarisch
am
Beispiel
von
Natura
2000
erkennen,
einem
zusammenhängenden
Netz
von
Schutzgebieten
innerhalb
der
Europäischen
Union,
das
auf
der
Vogelschutzrichtlinie
von
1979
basiert,
seit
1992
jedoch
unter
neuem
Namen
ausgebaut
wird.
Die
von
Natura
2000
in
Beschlag
genommen
Gebiete
umfassen
heute
bereits
18,6
Prozent
der
Landfläche
sowie
sieben
Prozent
der
Meeresfläche
der
EU.
Zweck
der
Initiative
ist
die
Umsetzung
der
1992
von
allen
EU-Mit-
gliedsstaaten
verabschiedeten
Richtlinie
92/43/EWG
—
»Fauna-Flora-
Habitat-Richtlinie«
genannt.
Diese
ist
das
zentrale
Rechtsinstrument
der
Europäischen
Union,
um
die
im
gleichen
Jahr
in
Rio
de
Janeiro
eingegangenen
Verpflichtungen
zum
Schutz
der
biologischen
Vielfalt
(Biodiversitätskonvention)
umzusetzen.
Das
Natura-2000-Schutzgebietsnetz
umfasst
neben
den
seit
1992
aufgenommen
Regionen
auch
alle
Territorien,
die
gemäß
der
2009
überarbeiteten
Vogelschutzrichtlinie
unter
Schutz
gestellt
wurden
und
werden.
Gebiete,
deren
Klassifikation
nach
Maß-
gaben
der
Vogelschutzrichtlinie
erfolgt
(Special
Protection
Areas,
SPA),
erhalten
den
Status
eines
besonderen
Schutzgebiets
—
im
Gegensatz
zu
Natura-2000-Gebieten
—
unmittelbar
nach
der
ent-
sprechenden
Meldung
an
die
Kommission.
Ganz
ohne
offizielles
Bewertungsverfahren.
207
208
Um
die
Vorgaben
der
Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie
zu
erfüllen,
müssen
die
EU-Mitgliedsstaaten
der
Europäischen
Kommission
regelmäßig
geeignete
Gebiete
innerhalb
ihrer
Gemarkung
vor-
schlagen.
Dazu
übermitteln
die
Staaten
Standarddatenbögen,
die
den
Aufbau
eines
europäischen
Datenbanksystems
zur
Verwaltung
von
Natura-2000-Gebieten
sicherstellen.
Stimmt
die
Kommission
diesen
Vorschlägen
zu,
sind
die
jeweiligen
Länder
verpflichtet,
die
Gebiete
so
schnell
wie
möglich,
spätestens
jedoch
nach
sechs
Jahren,
endgültig
unter
Schutz
zu
stellen.
Die
Kosten
für
diesen
bürokratischen
Akt
belaufen
sich
nach
Schätzungen
aus
Brüssel
auf
10,2
Milliarden
Euro
pro
Jahr.
Was
1979
als
verhaltene
Vogelschutzinitiative
seinen
Anfang
nahm,
hat
unter
Ägide
der
gesichtslosen
EU-Bürokratie
mittler-
weile
beachtliche
Teile
Europas
in
Beschlag
genommen.
Die
interaktiven
Karten
und
Diagramme
auf
der
Webseite
von
Natura
2000
sprechen
für
sich.
Vergegenwärtigt
man
sich,
dass
gemäß
offizieller
Listen
über
einhundert
weitere
bi-
und
multilaterale
Umweltabkommen
existieren,
wird
rasch
deutlich,
dass
weite
Teile
der
planetaren
Gemeinschaftsgüter
der
planetaren
Gemeinschaft
gar
nicht
mehr
zur
Verfügung
stehen.
Sie
unterstehen
dem
Schutz
der
»regelbasierten
internationalen
Ordnung«.
Wer
diese
vertritt,
zeigt
sich
zum
Beispiel
anhand
der
Protect
Our
Planet
Challenge
—
einer
NGO,
die
sich
unter
anderem
aus
Bezos
Earth
Fund,
Bloomberg
Philanthropies,
Gordon
and
Betty
Moore
Foundation
und
Arcadia
Fund
zusammensetzt
und
die
Vereinten
Nationen
mit
einer
Milliarde
Dollar
unterstützen
will,
um
das
Ziel
»30x30«
zu
erreichen.
Das
Bestreben
der
»Super
Class«,
weite
Teile
des
Planeten
vor
dem
Zugriff
der
planetaren
Gemeinschaft
zu
schiitzen,
kann
in
Anbetracht
der
gängigen
Geschaftspraktiken
dieser
Kaste
durchaus
als
neofeudalistischer
Landraub
interpretiert
werden.
Besonders
in
der
Agrarwirtschaft
hält
man
mit
derartigen
Vor-
würfen
nicht
hinterm
Berg
—
denn
30x30
gefährdet
die
Nutzung
von
Anbauflächen
und
damit
die
Nahrungsmittelgrundver-
sorgung.
Auch
die
amerikanischen
Ureinwohner
verwehren
sich
gegen
derlei
Pläne.
Sie
fürchten
eine
weitere
Beschneidung
ihrer
beschämend
kleinen
Reservate.
Selbst
in
der
ein
oder
anderen
Zeitungsredaktion
und
der
US-Politik
regte
sich
Wider-
stand
gegen
die
30x30-Pläne.
So
brachte
eine
Abgeordnete
aus
dem
Bundesstaat
Colorado
im
Frühjahr
2021
einen
Gesetzes-
vorschlag
ein,
der
die
Umsetzung
dieser
UN-Vorhaben
durch
Washington
blockieren
sollte.
»Land-grab«
—
Landraub
-
ist
dabei
die
gängige
Beschreibung
dessen,
was
der
Bevölkerung
in
Aussicht
gestellt
wird.
Zu
Recht.
Schon
2011
publizierte
die
unlängst
verstorbene
Rosa
Koire
das
Buch
»Behind
the
Green
Mask«
—
hinter
der
grünen
Maske
—
und
machte
deutlich,
um
was
es
bei
der
vordergründig
unterstützenswert
erscheinenden
Agenda
21
wirklich
geht:
Neo-
feudalismus.
Nicht
von
ungefähr
warnte
auch
die
Minority
Rights
Group
(MRG),
eine
Organisation,
die
sich
seit
1969
mit
nunmehr
300
Partnern
in
über
60
Ländern
für
die
Rechte
indigener
Völker
und
»nachhaltige
Entwicklung«
engagiert,
in
einem
Artikel
vom
2.
September
2020
eindringlich
vor
der
Unterschutzstellung
von
30
Prozent
des
Planeten.
Sie
verwies
dabei
auf
einen
Appell,
dem
sich
im
Herbst
2020
ganze
128
Menschenrechtsorganisationen
anschlossen.
Dieser
prognostiziert,
dass
der
geplante
Landraub
»hunderte
Millionen
von
Menschen
zu
Vertriebenen
machen«
könnte
—
was
in
der
Folge
neue
Flüchtlingsströme
verursacht.
Auch
Euronews
griff
das
Thema
am
8.
Dezember
2022
auf,
um
festzuhalten,
dass
die
Pläne
der
UN
speziell
für
indigene
Völker
»vernichtend«
wirken
dürften.
209
210
Mahner
gab
und
gibt
es
genug.
Seit
Jahren
und
Jahrzehnten.
Doch
Fakten,
Logik
und
Argumente
dringen
im
publizistischen
Ringen
mit
der
globalen
Propagandamaschine
der
Klimaapo-
kalyptiker
kaum
zum
unbedarften
Rezipienten
durch.
Rockefeller,
Rothschild,
Strong,
Brundtland,
Charles
III.
—
der
»Sustainable
Prince«
(M.
Veon,
1997)
—
und
Co.
haben
ein
Narrativ
geschaffen,
dessen
Erregungspotential
seinesgleichen
sucht.
Gegen
Emo-
tionen,
ausgelöst
durch
herzergreifende
Geschichten,
dramatische
Bilder
und
das
Heraufbeschworen
von
Urdngsten
haben
Fakten
es
nicht
leicht.
Das
kann
ich
aus
eigener
Erfahrung
bestatigen.
Seit
meiner
Kindheit
interessiere
und
engagiere
ich
mich
intensiv
fur
Tier-
und
Umweltschutz.
Nur
aus
diesem
Grund
hegte
ich
bereits
als
Kind
einen
Groll
gegenuber
Unternehmen,
die
sich
aus
Profit-
gier
an
der
Natur
vergehen.
Und
gegenüber
Menschen,
die
das
Seelenleben
von
Haus-,
Nutz-
oder
Wildtieren
missachten.
Meine
tiefsitzende
Liebe
zur
Natur
war
der
Ausgangspunkt
meiner
Systemkritik.
Umso
mehr
schmerzt
es
mich,
dass
das
was
ich
in
den
80ern
als
Umweltschutzbewegung
kennengelernt
habe,
heute
kaum
noch
etwas
mit
Umweltschutz
zu
tun
hat
—
und
sich
dies
nur
einer
relativ
geringen
Anzahl
von
Mitmenschen
vermitteln
lasst.
Die
Grofskonzerne
vergewaltigen
Mutter
Erde
wie
eh
und
je:
Rucksichtsloser
Raubbau,
Verseuchung
der
Gewässer,
Arten-
sterben,
Mikroplastik
in
Weltmeeren
und
ihren
Bewohnern,
Chemieunfalle,
überdüngte
Boden,
schwindende
Regenwaélder,
moderne
Sklaverei
beim
Abbau
seltener
Erden
fiir
die
digitale
Dystopie,
genmanipulierte
Nahrungsmittel
—
all
das,
was
die
Umweltschutzbewegung
dereinst
verbessern,
bekämpfen,
ver-
hindern
oder
abschaffen
wollte,
ist
unter
den
Sektierern
der
Klimawandelreligion
nur
schlimmer
geworden.
So
kann
auch
ich
den
Plänen
der
UN,
bis
in
sechs
Jahren
ganze
30
Prozent
des
Planeten
unter
Schutz
stellen
zu
wollen,
wenig
abgewinnen.
Denn
was
die
Vereinten
Nationen
als
»Schutz«
anpreisen,
bedeutet
für
die
planetare
Gemeinschaft
vermut-
lich
nichts
anderes
als
Enteignungen
und
Verbote.
Verbote
zur
Nutzung
planetarer
Gemeinschaftsgüter.
Das
beschränkt
nicht
nur
den
weltweit
verfügbaren
Siedlungs-
oder
Agrarraum,
sondern
blockiert
auch
den
Zugriff
auf
natürliche
Ressourcen
wie
Wasser.
Obendrein
bedeutet
das
endgültige
Unterschutzstellen
eines
Gebiets,
das
in
der
Folge
von
einer
demokratisch
nicht
legitimierten,
supranationalen
Organisation
verwaltet
wird,
de
facto
eine
Enteignung
von
Volksvermögen.
Frei
nach
dem
Motto:
Verluste
sozialisieren
—
Gewinne
privatisieren.
Des
Weiteren
ist
absehbar,
wie
dieser
»Landraub«
sich
über
die
nachfolgenden
Generationen
entwickeln
wird.
Aus
30
Prozent
werden
40.
Und
dann
50.
Und
dann
—
kommt
irgendwann
der
Punkt,
an
dem
die
genetisch
modifizierten
Bewohner
der
Steuerfarm
von
morgen
gar
nicht
mehr
verstehen,
worüber
ihre
primitiven
Vorfahren
vor
einem
halben
Jahrhundert
in
puncto
uiberbordender
Urbanisierung,
Beschneidung
der
In-
dividualmobilitdt
oder
15-Minuten-Stadte
lamentierten.
Denn
außerhalb
digital
aufgehiibschter
Betonwisten
steht
ihnen
kein
natürlicher
Lebensraum
mehr
zur
Verfügung.
Der
ist
geschützt.
Meint:
Gesperrt.
Wer
die
Umwelt
schiitzen
will,
muss
sie
verstehen.
Wahrhafte
Bemühungen
um
das
Habitat
Erde
beginnen
demnach
mit
Bildung.
Und
vor
allem
damit,
dass
Menschen
wieder
wertschatzen,
in
symbiotischem
Einklang
mit
ihrer
Umwelt
zu
leben.
Unsere
Spezies
braucht
eine
stabile
Verbindung
zu
Mutter
Natur
—
nicht
zum
nachstgelegenen
Hotspot.
Montagnola,
am
18.
Oktober
2024
211
212
Stiefelfarben
»Wenn
Wahlen
etwas
änderten,
wären
sie
verboten«.
Dieser
Satz
bringt
die
Gemüter
vieler
Menschen
in
Wallung.
Denn
sie
klammern
sich
verbissen
an
den
Glauben,
das
System
durch
die
Abgabe
von
Stimmzetteln
verändern
zu
können.
Sie
erkennen
nicht,
dass
Demokratie
als
Herrschaftssystem
darauf
ausgelegt
ist,
exakt
das
nicht
zuzulassen.
Ein
charismatischer
Vortrag
des
amerikanischen
Voluntaristen,
Autors
und
Filme-
machers
Larken
Rose
veranschaulicht,
warum.
Eine
adaptive
Übersetzung.
Hinweis:
»Adaptive
Übersetzung«
meint,
dass
die
vorliegende
Übersetzung
dem
Inhalt
des
Vortrages
folgt,
ich
mir
jedoch
die
Freiheit
genommen
habe,
Anpassungen
zugunsten
der
Lesbarkeit
vorzunehmen.
Zum
einen
habe
ich
Ausdrücke,
die
im
Deutschen
keine
gängige
Entsprechung
haben,
angepasst.
Zum
anderen
habe
ich
umgangssprachliche
Passagen
so
optimiert,
oder
geringfügig
erweitert,
dass
sich
ein
gut
verständlicher
und
flüssig
lesbarer
Fließtext
ergibt.
Präambel
des
Autors
Demokratie:
Eine
Mehrheit
assoziiert
mit
diesen
zehn
Buchstaben
eine
freiheitlich
organisierte
Grundordnung,
Rechtsstaatlichkeit,
Chancengleichheit,
Partizipation,
Pressefreiheit
und
das
Recht
auf
freie
Meinungsäußerung.
Bis
heute.
Unbeirrt.
Obwohl
die
Lebensrealität
der
meisten
Menschen
seit
geraumer
Zeit
nichts
mehr
mit
diesen
Attributen
gemein
hat.
Folgsam
bis
widerwillig
marschiert
die
Masse
im
gewohnten
Turnus
gen
Urne
und
be-
urkundet
ihre
Auswahl.
Wählt
das
kleinere
Übel.
Ob
aus
Über-
zeugung,
Gewohnheit,
oder
Protest.
Sie
tun
es.
Immer
wieder.
In
der
Hoffnung,
die
nächste
Legislaturperiode
möge
die
Kehrtwende
bringen.
Vergeblich.
Denn
Demokratie
ist
strukturell
darauf
angelegt,
sich
nicht
ändern
zu
müssen.
Egal,
wie
enthusiastisch,
gleichgültig
oder
erzürnt
man
seinen
Fetzen
Papier
mit
irgend-
welchen
Kreuzchen
versieht.
Der
generelle
Kurs
wird
—
und
kann
sich
gar
nicht
ändern.
»Das
Argument,
dass
die
beiden
Parteien
entgegengesetzte
Ideale
und
politische
Ansichten
vertreten
sollten,
eine
vielleicht
rechts,
die
andere
links,
ist
eine
törichte
Idee,
die
nur
für
doktrinäre
und
akademische
Denker
akzeptabel
ist.
Stattdessen
sollten
die
beiden
Parteien
nahezu
identisch
sein,
sodass
das
(...)
Volk
die
Schurken
bei
jeder
Wahl
rauswerfen
kann,
ohne
dass
es
zu
tiefgreifenden,
umfassenden
Veränderungen
kommt.
Politische
Pläne,
die
(...)
not-
wendig
sind,
sind
so
nicht
länger
Gegenstand
großer
Meinungsver-
schiedenheiten,
sondern
nur
noch
in
Einzelheiten
des
Verfahrens,
der
Priorität
oder
der
Methode
umstritten.«
(Carroll
Quigley,
Tragedy
and
Hope,
1966,
S.
1247)
Wollte
man
dem
Konzept
der
repräsentativen
Demokratie
noch
etwas
abgewinnen,
wäre
es,
dass
es
nicht
für
ein
Diktat
der
Mehr-
heit,
sondern
fiir
ein
Protektorat
der
Minderheit
stehen
soll.
Dass
es
auch
damit
nicht
allzu
weit
her
ist,
erläuterte
Roger
Willemsen
schon
2014
auf
einem
Fachkongress
fiir
Public
Relations.
Gebracht
hat
es
nichts.
Kaum
verwunderlich.
Entstand
die
Sozialdemokratie
des
Wertewestens
doch
auf
dem
Reißbrett
angelsachsischer
Imperialisten,
die
darin
ein
Substitut
fiir
das
in
Verruf
geratene
Empire
sahen.
Sie
wollten
dessen
Vormachtstellung
uber
die
Epoche
der
Monarchie
hinaus
sichern.
213
214
Mit
Erfolg.
Früher
huldigte
man
dem
König.
Heute
der
Regie-
rung.
Sonst
hat
sich
kaum
etwas
geändert
—
außer,
dass
man
sich
als
»mündiger
Bürger«
nun
durch
die
Instanzen
klagen
und
alle
Jahre
wieder
selbst
auswählen
darf,
von
wem
man
unter-
drückt
werden
möchte.
Ernüchternd
ist
dabei
vor
allem,
dass
die
meisten
Menschen
nicht
über
das
Herrschaftssystem
Staat
hinausdenken,
sich
kein
Leben,
keine
Gesellschaft,
keine
Wirtschaft,
keinen
Kulturbetrieb
ohne
Staat
ausmalen
können.
Obwohl
die
direkte
Interaktion
mit
ihren
Artgenossen
das
organischste
Modell
sozialer
Organisation
darstellt.
Eine
kluge
wie
unterhaltsame
Rede
(hier
auf
Deutsch)
des
Voluntaristen,
Autors
und
Filmemachers
Larken
Rose
bei
Liberty
on
the
Rocks
2023
zeigt
auf,
warum
Demokratie
nicht
fair
sein
kann
-
und
warum
Herrschaft
in
Form
von
Regierung
stets
illegitim,
amoralisch
und
gewalttätig
ist.
Vortrag
von
Larken
Rose
Mein
Name
ist
Larken
Rose.
Ich
bin
ein
komischer
Kauz.
Und
das
mit
Überzeugung.
Gibt
es
etwas
Unangenehmeres,
als
mit
jemandem
zu
sprechen,
der
seltsame
Überzeugungen
hat,
die
nicht
mit
dem
überein-
stimmen,
was
du
denkst,
der
dir
aber
unbedingt
alles
darüber
erzählen
will?
Für
gewöhnlich
ist
das
unangenehm.
In
der
Regel
ist
es
auch
sinnlos,
weil
man
ihm
nicht
wirklich
zuhört.
Man
lächelt
vielleicht
und
nickt,
wenn
man
höflich
sein
will.
Meistens
sucht
man
aber
nur
nach
einer
Chance,
die
Flucht
zu
ergreifen
—
denn
es
ist
einem
egal,
was
der
andere
denkt
—
und,
weil
man
befürchtet,
er
spricht
über
seltsame
Dinge,
die
einem
nichts
bedeuten.
Man
glaubt
nicht,
was
er
glaubt.
Ihm
ist
wahrscheinlich
auch
egal,
was
du
denkst.
Denn
du
bist
nur
sein
aktuellstes
Opfer,
dem
er
jetzt
all
seine
Gedanken
entgegenwerfen
muss.
Er
will
dich
in
etwas
hineinquasseln,
was
dich
nicht
interessiert.
So
ist
die
ganze
Situation
irgendwie
sinnlos
und
unangenehm
für
alle
Beteiligten.
Und
nervig.
Und
langweilig.
Und
irritierend.
Ja,
für
den
Rest
der
Welt
sind
wir
manchmal
seltsame
Typen.
Ich
sage
das
besonders
über
diese
Versammlung
hier.
Denn
wir
alle
müssen
lernen,
was
es
braucht,
damit
andere
Leute
sich
für
das,
was
wir
zu
sagen
haben,
interessieren.
Damit
sie
nicht
einfach
denken,
dass
es
ihnen
egal
ist.
Dass
es
irgendwie
verrückt
klingt.
Dass
wir
sie
damit
in
Ruhe
lassen
sollen.
Ich
möchte
also
gleich
zu
Beginn
stolz
zugeben,
dass
ich
im
Ver-
gleich
zum
Rest
der
Welt
ein
komischer
Kauz
bin.
Denn
ich
bin
Anarchist.
Gut,
ich
besitze
keine
schwarzen
Skimasken
und
habe
nie
einen
Molotow-Cocktail
hergestellt.
Ich
bin
vielleicht
ein
bisschen
antisozial,
oder
zumindest
soziophob
—
das
ist
eigentlich
die
treffendere
Beschreibung
—
aber
das
liegt
nur
daran,
dass
ich
introvertiert
bin.
Ein
Introvertierter,
der
regelmäßig
vor
Men-
schenansammlungen
spricht.
Ein
bisschen
widersprüchlich,
aber
was
soll‘s.
Für
viele
Menschen,
ich
würde
sagen
fiir
den
größten
Teil
der
Welt,
hat
der
Begriff
Anarchist
diese
Konnotation
von:
»Jeder
ist
sich
selbst
der
Nachste«.
Vom
Überleben
des
Stirkeren,
dem
Recht
des
Starkeren.
Von
Mad
Max,
Zombie-Apokalypse
und
gewalttatigem
Chaos.
Nun,
ich
muss
ihnen
mitteilen,
dass
ich
nichts
davon
gut
finde.
Ich
möchte
nicht,
dass
irgendetwas
davon
passiert.
Ich
bin
ein
großer
Fan
von
sozialer
Organisation
und
freiwilliger
Zusammenarbeit.
Ich
bin
ein
großer
Fan
von
Technologie
und
Fortschritt.
Ich
möchte
nicht
auf
den
Entwicklungsstand
von
Hohlenmenschen
zurück.
Wenn
sie
das
wollen,
ist
das
in
Ordnung.
Ich
werde
sie
nicht
auf-
halten.
Ich
glaube
an
ein
friedliches
Zusammenleben.
An
Friede
auf
215
216
Erden.
An
Wohlwollen
den
Menschen
gegenüber.
In
dieser
Hinsicht
bin
ich
also
eher
eine
Art
Langweiler,
ein
Musterknabe
—
was
ver-
rückte
Typen
angeht
—
kein
blutrünstiger
Irrer,
der
eine
schwarze
Flagge
schwenkt
und
auf
den
Zusammenbruch
der
Zivilisation
hofft.
Tut
mir
leid,
wenn
das
ein
wenig
enttäuschend
sein
sollte.
Meine
Vorliebe
für
Frieden,
Wohlstand,
Kollaboration
und
glück-
liche
Menschen
ist
also
offensichtlich
nicht
der
Grund
dafür,
dass
der
Mainstream
in
mir
einen
seltsamen
Verrückten
sieht.
Aber
was
macht
mich
dann
zu
einem
Spinner,
der
abseits
des
Mainstreams
steht?
Nun,
ich
möchte
hier
einige
Dinge
thematisieren,
mit
denen
die
meisten
Menschen
in
meinen
Augen
nicht
konform
gehen.
Und
jeder
von
ihnen,
ob
sie
hier
vor
Ort
sind,
oder
sich
die
Rede
später
online
ansehen,
kann
für
sich
entscheiden,
mit
welchen
Teilen
dieser
verrückten
Einstellung
er
einverstanden
ist
—
und
mit
welchen
nicht.
Vielleicht
ändern
sie
bei
ein
paar
Punkten
ja
sogar
ihre
Meinung.
Aber
das
werden
wir
sehen.
Bin
ich
zum
Beispiel
ein
Fan
von
Recht
und
Ordnung?
Nein,
überhaupt
nicht.
Das
mag
jetzt
vielleicht
seltsam
klingen,
wenn
man
bedenkt,
dass
ich
gerade
gesagt
habe,
dass
ich
freiwillige
Zu-
sammenarbeit,
Organisation,
Fortschritt,
Technologie
und
all
das
mag.
Wie
könnte
ich
also
kein
Fan
von
Recht
und
Ordnung
sein?
Fangen
wir
mal
mit
der
Ordnung
an.
Ja,
ich
mag
eine
organisierte,
freiwillige
und
friedliche
Ordnung.
Das
ist
großartig.
Eines
der
besten
Beispiele
für
Ordnung,
das
mir
einfällt
-
und
damit
meine
ich
nicht
auf
moralischer
Ebene
gut
—
sondern
einfach
in
puncto
Ordnung,
ist
das
Gefängnis.
Es
ist
wirklich
sehr
ordentlich
dort.
Man
weiß,
wo
man
essen
wird.
Man
weiß,
wo
man
schlafen
wird.
Man
weiß,
was
man
haben
darf.
Es
ist
sehr
präzise
und
ordentlich
—
und
es
ist
irgendwie
scheiße.
Also
nein,
Ordnung
ist
nicht
automatisch
eine
gute
Sache.
Nun,
sie
kann
es
sein.
Aber
die
Ordnung
der
tyrannischen
Regime
der
Geschichte?
Es
gab
ja
auch
viel
Ordnung
unter
dem
KGB
in
der
Sowjetunion,
es
gab
viel
Ordnung
bei
Maos
großem
Sprung
nach
vorne,
während
zig
Millionen
Menschen
verhungerten.
Sie
verhungerten
sehr
geordnet.
Sie
kannten
ihre
Rolle
im
großen
Plan
sehr
genau.
Und
dann
gibt
es
natürlich
die
Faschisten
Mussolini
und
Hitler,
die
dafür
bekannt
waren,
wie
ordentlich
und
organisiert
alles
lief.
Nein,
ich
bin
kein
großer
Fan
dieser
Art
von
Ordnung.
Aber
was
ist
mit
dem
Gesetz?
Mit
»Law
and
Order«?
Nun,
das
ist
ein
Thema,
bei
dem
wir
uns
mit
Dingen
befassen,
über
die
die
meisten
Menschen
nie
nachgedacht
haben.
Sie
haben
nur
diese
vagen
Assoziationen.
Die
meisten
Menschen
denken
bei
Recht
und
Ordnung,
oder
auch
nur
bei
Recht,
an
etwas,
das
die
Gesellschaft
erschaffen
hat,
um
böse
Menschen
davon
abzuhalten,
Böses
zu
tun.
Um
unschuldige
Menschen
zu
schützen.
Ich
bin
voll
und
ganz
für
den
Schutz
unschuldiger
Menschen.
Das
hat
aber
nichts
mit
Recht
und
Gesetz
zu
tun.
Ja,
es
gibt
gelegentlich
einen
winzigen
Prozentsatz
von
Gesetzen
und
Vorschriften,
die
von
Regierungen
und
den
herrschenden
Klassen
erlassen
werden,
die
sinnvoll
sind,
weil
sie
besagen,
dass
man
nicht
stehlen
und
Menschen
ermorden
soll.
Und
ich
bin
voll
und
ganz
dafür,
Menschen
vom
Stehlen
und
Morden
abzuhalten.
Aber
die
Tatsache,
dass
diese
Dinge
schlecht
sind,
liegt
nicht
daran,
dass
sich
Politiker
hingesetzt
und
ein
Gesetz
dazu
geschrieben
haben.
Diese
Dinge
waren
bereits
schlecht.
Richtig
schlecht
wird
es
aber
erst,
wenn
Politiker
sich
hinsetzen
und
das
tun,
was
sie
die
meiste
Zeit
tun.
Nämlich
Gesetze
ver-
fassen.
Gesetze,
die
besagen,
dass
man
jedes
Mal,
wenn
man
einen
Hut
trägt,
oder
auf
die
Toilette
geht,
oder
irgendetwas
anderes
tut,
eine
Steuer
in
dieser
und
jener
Höhe
zu
entrichten
hat
—
was
legalisierter
Diebstahl
ist.
Also
nein,
das
Gesetz
ist
217
218
nicht
freiheitsfreundlich.
Es
richtet
sich
nicht
gegen
Diebstahl.
Es
richtet
sich
nicht
einmal
gegen
Mord.
Es
folgt
nur
den
Launen
von
Politikern.
Aber
uns
wird
beigebracht,
dass
diese
Vorstellung
von
Recht
korrekt
ist.
Als
wären
es
nicht
nur
Drohungen.
Würden
sie
ihre
Mitmenschen
fragen,
ob
sie
stolz
darauf
sind,
Dro-
hungen
von
Politikern
zu
gehorchen,
würden
diese
es
angewidert
verneinen.
Niemals!
Sie
würden
angeben,
dass
sie
Befehlen
nur
dann
folgen,
wenn
sie
befürchten
müssen,
erwischt
zu
werden.
Und
das
auch
nur,
weil
der
Staat
besser
bewaffnet
ist.
Nein,
niemand
ist
stolz
darauf,
sich
von
Bedrohungen
einschüchtern
zu
lassen.
Was
aber
wäre,
wenn
wir
diese
Drohungen
nehmen
und
Gesetz
nennen?
Wir
sprechen
über
die
Gesetze
unseres
Landes,
als
wären
diese
organisch
entstanden.
Tun
so,
als
wäre
das
Gesetz
etwas
Besonderes.
Etwas
Übermenschliches.
Etwas
Magisches.
Sehen
jene,
die
das
Gesetz
nicht
respektieren,
als
Abschaum.
Nun,
ich
re-
spektiere
das
Gesetz
in
keinster
Weise
—
weil
ich
es
als
das
erkenne,
was
es
ist.
Es
ist
nicht
das
Wesen
des
Guten.
Es
verkörpert
die
Willkür
von
Psychopathen.
Also
nein,
ich
bin
kein
Fan
von
Gesetzen.
Ich
weiß,
dass
einige
Leute
den
Begriff
Naturgesetz
verwenden,
um
zu
beschreiben,
wie
Menschen
miteinander
umgehen
sollten.
Um
die
natürliche
Ordnung
der
Dinge,
die
natürliche
Moral
und
dergleichen
zu
erklären.
Der
einzige
Grund,
warum
ich
diesen
Begriff
normalerweise
nicht
verwende,
ist,
dass
so
viele
Leute
den
Begriff
Gesetz
mit
Gesetzgebern,
mit
Legislative
assoziieren.
Mit
Menschen,
die
Befehle
erteilen.
Das
hier
musst
du
tun
—
das
hier
darfst
du
nicht
tun.
Mich
kostet
es
einfach
zu
viel
Mühe,
jedes
Mal
zu
erklären,
dass
es
da
ein
Gesetz
gibt,
das
absolut
nichts
mit
dem
zu
tun
hat,
was
die
meisten
Menschen
denken,
wenn
sie
das
Wort
Gesetz
von
den
Sprechern
der
ehemaligen
Mainstream-Medien
hören.
Ein
Gesetz
ist
nur
ein
Befehl.
Es
ist
nur
eine
Drohung.
Es
ist
eine
Androhung
von
Gewalt.
Ich
glaube,
dass
Gewaltandrohungen
gelegentlich
sogar
gerecht-
fertigt
sind.
Wenn
jemand
um
zwei
Uhr
morgens
mit
einer
Axt
in
ihr
Haus
einbricht
und
sie
eine
Waffe
haben,
empfehle
ich
ihnen
dringend,
dem
Einbrecher
damit
zu
drohen,
ihn
zu
erschießen.
Wenn
das
nicht
fruchtet,
müssen
sie
ihn
vielleicht
tatsächlich
erschießen
—
was
bedauerlich
wäre.
Aber
was
soll‘s.
Er
ist
ein-
gebrochen.
Ich
bin
also
nicht
einmal
gegen
Gewaltandrohungen,
wenn
sie
gerechtfertigt
sind.
Ob
etwas
gesetzlich
geregelt
ist,
hat
aber
nichts
damit
zu
tun,
ob
es
moralisch
gerechtfertigt
ist.
Die
überwiegende
Mehrheit
der
Gesetze,
Vorschriften,
Erlasse
und
Verordnungen
—
und
all
der
andere
autoritäre
Müll
—
sind
absolut
unmoralisch,
weil
sie
Akte
der
Aggression
sind.
Das
ist
der
Unterschied
zwischen
dem,
was
ich
will,
und
dem,
was
Recht
und
Ordnung
bedeuten.
Recht
und
Ordnung,
»Law
and
Order«
bedeutet,
dass
man
der
herrschenden
Klasse
gehorcht,
weil
sie
einem
ansonsten
wehtut.
Moral
dagegen
bedeutet,
dass
man
das
Selbstbestimmungsrecht
aller
anderen
respektiert.
Und
dass
Menschen
das
Recht
haben,
jemanden
dazu
zu
zwingen,
es
zu
respektieren,
indem
sie
sich
gegen
jemanden
verteidigen
können,
der
sie
angreift
oder
versucht,
sie
zu
bestehlen.
Diese
Art
von
Ordnung
-
ja,
dafür
bin
ich.
»Law
and
Order«?
Nein,
das
lehne
ich
ab.
Sie
können
ja
selbst
entscheiden,
ob
sie
ein
Fan
von
Recht
und
Ordnung
sind.
Ich
bin
keiner.
Ich
bin
ein
großer
Fan
von
freiwilliger,
friedlicher
Ordnung.
Aber
das
ist
niemals
das
Ergebnis
von
Regierung.
Der
zweite
Punkt,
bei
dem
ich
ein
seltsamer,
verrückter
»Extre-
mist«
bin,
betrifft
die
Frage,
ob
ich
an
Demokratie
glaube.
Nein,
tue
ich
nicht.
Gott
bewahre!
Das
ist
ein
weiterer
Punkt,
der
Menschen
irritiert,
wenn
sie
noch
nie
darüber
nachgedacht
haben.
Viele
Leute
denken,
ich
wolle
eine
Monarchie
oder
so
etwas,
wenn
ich
sage,
dass
Demokratie
scheiße
ist.
Weil
ihnen
beigebracht
wurde,
Demokratie
mit
diesem
vagen
Konzept
zu
verbinden,
dass
das
219
220
Volk
die
Macht
hat
und
wir
uns
alle
brav
zusammensetzen,
um
uns
auf
Dinge
zu
einigen.
Wenn
alle
zusammen
kommen
und
sich
auf
etwas
einigen,
nennt
man
das
Konsens.
Das
ist
keineswegs
gleichbedeutend
mit
Demokratie.
Zur
Klarstellung:
Demokratie
bedeutet,
dass
zehn
Leute
herumhängen
und
sich
fragen,
was
sie
zu
Mittag
essen
sollen.
Sieben
davon
wollen
Pizza
essen.
Drei
nicht.
Daraufhin
sagen
die
sieben,
dass
hier
Demokratie
herrscht
und
die
anderen
drei
deshalb
gezwungen
sind,
ihren
Anteil
an
einer
Pizza
zu
bezahlen,
die
sie
gar
nicht
wollen.
Das
ist
Demo-
kratie.
Konsens
bedeutet,
dass
alle
zehn
zustimmen,
etwas
zu
tun.
Dass,
wenn
sieben
einer
Meinung
sind,
diese
sieben
etwas
zusammen
tun.
Und
drei
machen
etwas
anderes.
Konsens
bedeutet,
dass
freie
Individuen,
die
für
sich
selbst
entscheiden,
Teil
einer
Organisation
zu
werden,
gemeinsam
etwas
tun.
Egal,
ob
es
sich
um
zehn
oder
100.000
Menschen
handelt.
Das
ist
Konsens.
Aber
die
Propaganda
ist
bemüht,
Demokratie
als
Konsens
zu
vermarkten.
Und
das
ist
sie
nicht.
Demokratie
ist
die
gewaltsame
Dominanz
der
Mehrheit
über
die
Minderheit.
Ich
hasse
es
irgendwie,
das
zu
tun,
aber
ich
muss
jetzt
ein
Klischee
verwenden.
Denn
das
perfekte
Bild
für
eine
Demokratie
in
Aktion
ist
die
Gruppenvergewaltigung.
Es
ist
wirklich
verdammt
düster.
Es
ist
die
Mehrheit,
die
einer
Minderheit
ihren
Willen
aufzwingt.
Und
die
Tatsache,
dass
auch
die
Minderheit
wählen
konnte,
ist
mir
egal.
Das
hat
doch
nichts
mit
Moral
zu
tun.
Dass
man
auch
als
Minderheit
abstimmen
konnte,
macht
in
keinster
Weise
jemals
etwas
moralisch.
Oder
gerecht.
Oder
gerechtfertigt.
In
meinen
Augen
ist
Demokratie
zutiefst
böse.
Konsens
ist
fantastisch
—
aber
Demokratie?
Zum
Teufel,
nein.
Die
meisten
Menschen
sind
sich
ja
nicht
einmal
im
Klaren
darüber,
was
sie
unterstützen,
wenn
sie
sagen,
dass
wir
die
Demokratie
fördern
müssen.
Nein,
das
müssen
wir
nicht.
Wir
müssen
die
Freiheit
fördern.
Und
Freiheit
ist
das
absolute
Gegenteil
von
Demokratie.
Zudem
herrscht
ja
nicht
einmal
echte
Demokratie.
Wo
kämen
wir
denn
da
hin?
Wir
bekommen
diese
verzerrte,
seltsame,
verstümmelte
Version
von
Demokratie,
bei
der
man
für
etwas
stimmt
und
jemand
anderes
entscheidet
dann,
was
diese
Stimmen
bedeuten
und
wie
viele
es
sind.
Danach
tun
sie
ohnehin,
was
sie
wollen,
und
treten
auf,
als
seien
sie
Volksvertreter.
Es
gibt
also
die
gefälschte
Version
und
die
echte
Version
von
Demokratie
—
und
beide
sind
falsch.
Sie
können
also
selbst
entscheiden,
ob
sie
ein
Fan
von
Demokratie
sind
oder
nicht.
Ich
bin
keiner.
Der
nächste
Punkt,
bei
dem
ich
ein
komischer
Kauz
bin,
betrifft
die
Frage,
ob
ich
stolz
auf
dieses
Land
bin,
ob
ich
es
liebe,
ob
ich
patriotisch
bin.
Nein,
überhaupt
nicht!
Denn
auch
hier
gilt
es
zu
differenzieren,
zwischen
dem
wirren
Kram,
den
die
Leute
glauben,
weil
sie
tatsächlich
etwas
Gutes
wollen
—
unter
einem
Label,
mit
dem
sie
getäuscht
werden
—
und
dem,
was
dieses
Label
wirklich
bedeutet.
Und
es
steht
nicht
für
das,
was
diese
Leute
wollen.
Ich
werde
also
beschreiben,
was
ich
wirklich
mag.
Und
das
ist
nicht
Patriotismus.
Ich
möchte,
dass
mir
alle
patriotischen
Menschen
da
draußen
sagen,
ob
sie
in
dieser
Hinsicht
mir,
oder
lieber
den
Typen
zustimmen,
die
die
Flagge
schwenken.
Wofür
steht
denn
diese
Flagge?
Viele
Menschen
werden
sagen,
dass
die
amerikanische
Flagge
für
Freiheit
steht.
Witzig,
oder?
Warum
ist
dieses
Symbol
der
Freiheit
dann
auf
all
den
Uniformen
und
Maschinen
der
Kriegstreiber?
Warum
ist
es
auf
jedem
Büro
der
Steuerbehörde,
auf
jedem
Büro
der
Drogenfahndung,
jedem
Büro
des
Amtes
für
Alkohol,
Tabak,
Schusswaffen
und
Sprengstoffe,
auf
jedem
Büro
des
Justizministeriums?
Denken
sie
nicht,
dass
die
Chefs
dieser
Ämter,
die
das
Gegenteil
von
Freiheit
durch-
setzen,
das
Symbol
hassen
würden,
wenn
es
wirklich
für
Freiheit
stünde?
Aber
alle
hissen
sie
die
Flagge
und
sagen,
es
gehe
ihnen
221
222
um
Freiheit.
Gleichzeitig
sagen
sie,
dass
die
Flagge
die
Republik
repräsentiert.
Denn
es
ist
nun
mal
die
herrschende
Klasse.
Und
eine
Flagge
repräsentiert
das
Territorium
der
herrschenden
Klasse
eines
Landes.
Ich
weiß,
dass
das
einige
Leute
verärgern
wird
—
aber
ein
Land
ist
nichts
anderes
als
die
territoriale
Gerichtsbarkeit
einer
nationalen
herrschenden
Klasse.
Das
ist
alles,
was
es
bedeutet.
Uns
dagegen
wird
beigebracht
zu
glauben,
dass
es
dieses
vage
Ding
namens
Land
gibt,
das
man
lieben
soll.
Okay.
Aber
was
zum
Teufel
ist
das
Land?
Sind
es
die
Menschen?
Hier
gibt
es
viele
ziemlich
coole
Leute.
Hier
gibt
es
aber
auch
viele
nicht
so
coole
Leute.
Es
gibt
auch
coole
Leute
außerhalb
dieser
willkurlichen
Grenze.
Und
nicht
so
coole
Leute
außerhalb
dieser
willkiirlichen
Grenze.
Der
Ort
hier
ist
ziemlich
cool.
Aber
es
ist
nicht
weniger
cool,
wenn
man
nach
Kanada,
nach
Mexiko,
oder
an
viele
andere
Orte
geht.
Warum
sollte
mich
diese
bestimmte
Linie,
dieses
bestimmte
Stick
Boden
interessieren?
Welche
Bedeutung
hat
es?
Steht
es
für
Freiheit?
Nein.
Es
ist
nicht
mal
mehr
die
freieste
territoriale
Gerichtsbarkeit
auf
dem
Planeten.
Weder
sozial
noch
wirtschaft-
lich
—
in
keinerlei
Hinsicht.
Wir
sind
darauf
trainiert,
etwas
zu
lieben,
das
wir
nicht
identi-
fizieren
können.
Genau
wie
bei
der
Demokratie.
Wir
sind
darauf
trainiert,
an
etwas
zu
glauben,
das
wir
nicht
definieren
können.
Siehe
»Law
and
Order«.
Wir
sind
dressiert,
fest
an
etwas
zu
glauben.
Und
wir
wissen
nicht
einmal,
was
zum
Teufel
es
ist.
Das
ist
Indoktrination.
Wenn
man
an
etwas
glaubt,
das
faktisch
wahr
ist
—ich
glaube
beispielsweise
an
das
Recht
auf
Eigentum
—
dann
kann
man
auch
erklären,
was
es
bedeutet,
kann
beschreiben,
warum
es
eine
gute
Sache
ist.
Das
ist
eine
wesentliche
Vorausset-
zung
fur
ein
friedliches
Zusammenleben.
Es
ist
nicht
nur
irgendein
vages
Etikett,
das
ich
zu
verehren
gelernt
habe.
Demokratie,
Recht
und
Ordnung
und
Patriotismus
sind
vager
Brei,
der
die
guten
Absichten
der
Menschen
missbraucht
und
sie
dazu
verleitet,
eine
herrschende
Klasse
zu
unterstützen,
die
für
sich
das
Recht
beansprucht,
andere
auszurauben
und
zu
kontrollieren.
Denn
darauf
läuft
es
hinaus.
Warum
also
schwenkt
man
eine
Flagge,
die
für
die
Berechtigung
steht,
anderen
Geld
zu
stehlen
und
andere
herumzukommandieren?
Soll
man
wirk-
lich
glauben,
das
hat
etwas
mit
Freiheit
zu
tun?
Ich
verurteile
Menschen
nicht
für
diese
Assoziation.
Denn
sie
sind
umgeben
von
einer
Gesellschaft,
die
ihnen
diese
Assoziation
aufzwingt.
Aber
wenn
ich
hier
oben
Dinge
erzähle,
die
mich
in
den
Augen
des
Mainstreams
zu
einen
seltsamen
Extremisten
machen,
so
möchte
ich
doch
wenigstens,
dass
jeder
einmal
scharf
darüber
nachdenkt,
was
er
wirklich
verehrt.
Wenn
jemand
sagt,
er
liebt
Amerika,
steht
das
dann
für
die
Idee
der
Freiheit?
Cool,
ich
liebe
die
Idee
der
Freiheit.
Ich
verstehe
nur
nicht,
warum
man
diese
Idee
mit
dem
Symbol
einer
gewalttätigen
herrschenden
Klasse
verknüpft.
Die
sind
ja
nicht
nur
hier
gewalt-
tätig.
Die
sind
überall
auf
der
Welt
gewalttätig.
Das
ist
keine
Freiheit.
Sind
es
die
Menschen?
Alle
von
ihnen?
Nein?
Schließt
das
jeden
außerhalb
aus?
Nein?
Warum
dann
diese
Unterscheidung
treffen?
Wie
wäre
es,
wenn
man
stattdessen
sagt,
man
liebt
anständige
Menschen,
Freiheit
und
Gerechtigkeit?
Warum
sollte
man
die
politischen
Konzepte
und
Insignien
einer
herrschenden
Klasse
verwenden,
um
zu
beschreiben,
was
einem
persönlich
wichtig
ist?
Nur
deshalb,
weil
man
darauf
dressiert
wurde.
Unglaublich
viele
Menschen
schwören
gedankenlos
ihre
Treue
auf
die
Flagge.
Das
ist
ein
Thema,
bei
dem
sich
viele
unwohl
fühlen,
weil
sie
patriotisch
indoktriniert
sind
und
Loyalität
vor
allem
gegenüber
einer
ganz
bestimmten
herrschenden
Klasse
223
224
empfinden.
Derjenigen
ihres
Landes.
Sie
empfinden
das
als
richtig.
Sind
emotional
investiert.
Okay.
Aber
was
ist
mit
den
Menschen,
die
in
Nazi-Deutschland
aufgewachsen
sind?
Oder
denen,
die
jetzt
in
Nordkorea
leben?
Sollten
die
auch
tiefe
Liebe
für
die
gewalttätigen,
herrschsüchtigen
Psychopathen
empfinden,
die
sie
herumkommandieren
und
töten?
Sollten
die
auch
patriotisch
sein?
Ist
es
reines
Glück,
dass
wir
an
diesem
einen
Ort
—
ich
meine
Land
-
sind,
an
dem
man
seine
herrschende
Klasse
lieben
kann?
Solche
Gedanken
lösen
bei
vielen
Menschen
Unbehagen
aus,
weil
die
Dinge,
die
ihnen
wirklich
wichtig
sind,
die
in
ihren
Augen
rechtschaffen
und
gut
sind,
unter
falschen
Labels
laufen
—
Demo-
kratie,
Recht
und
Ordnung,
Patriotismus,
Liebe
zum
Land,
und
so
weiter
—
weil
man
sie
dazu
gebracht
hat,
zu
glauben,
dass
man
nur
ein
guter
Mensch
ist,
wenn
man
Demokratie,
Recht
und
Ordnung,
sein
Land,
den
Patriotismus
und
das
ganze
andere
Theater
liebt.
Ich
bin
hier,
um
all
diesen
Leuten
unangenehme
Dinge
zu
sagen.
Denn
willst
du
ein
guter
Mensch
sein,
musst
du
all
das
ablehnen.
Nichts
davon
hat
mit
friedlicher
Koexistenz
zu
tun.
Keines
dieser
Dinge
hat
mit
Freiheit
zu
tun.
Was
du
tief
in
dir
drin
wirklich
meinst,
wenn
du
sagst,
dass
du
dein
Land
liebst,
ist,
dass
du
die
Freiheit
liebst.
Das
ist
gut.
Bewahre
dir
die
Liebe
zur
Freiheit.
Vergiss
den
ganzen
anderen
Mist,
den
das
System
ein
Leben
lang
um
dich
herum
angehauft
hat.
Ja,
das
ist
unangenehm.
Auch
ich
wuchs
konservativ,
konstitutionell,
staatsfixiert
auf
und
war
total
patriotisch.
Ich
unterstiitzte
die
Truppen,
bevor
ich
eine
Ahnung
hatte,
was
sie
taten.
Ich
unterstützte
die
Polizei,
bevor
ich
eine
Ahnung
hatte,
was
sie
wirklich
tut.
Ich
glaubte
an
die
Hollywood-Version
von
dem,
was
sie
tun.
Ich
dachte,
es
sind
rechtschaffene,
gute
Typen,
die
Leben
retten.
Inzwischen
weiß
ich,
dass
sie
das
nicht
sind.
Aber
es
ist
sehr
schwierig,
das,
woran
man
wirklich
glaubt,
was
einem
wirklich
wichtig
ist,
von
den
Etiketten
zu
trennen,
die
opportunistische
Psychopathen
darauf
kleben.
Das
sage
ich
ganz
ohne
Sarkasmus
—
denn
es
sind
Psychopathen.
Die
wissen,
dass
sie
keinen
Jubel
zu
erwarten
haben,
wenn
sie
erzählen,
dass
sie
alle
kontrollieren
wollen,
dass
sie
stehlen,
enteignen,
Menschen
hier
zu
Hause
und
auf
der
anderen
Seite
der
Welt
töten
und
Ressourcen
in
Übersee
rauben
wollen.
Würden
sie
das
kommunizieren,
sähe
sie
jeder
als
Psychopathen.
Haut
ab!
Das
wäre
die
Reaktion
auf
derlei
Pläne.
Also
müssen
sie
es
auf
eine
Art
und
Weise
verkaufen,
die
wohlmeinende
Menschen
dem
Bösen
zujubeln
lässt.
Genau
das
ist
die
Aufgabe
von
Politik.
So
hat
sie
auch
bei
mir
gewirkt.
Und
ich
hasse
es,
das
zuzugeben.
Aber
ich
zwinge
mich
bei
jedem
Vortrag
dazu,
weil
ich
nicht
so
tun
will,
als
wüsste
ich
alles
besser
als
ihr.
Als
die
Gräuel
von
Waco
ihren
Lauf
nahmen,
war
ich
zum
Bei-
spiel
noch
nicht
so
weit
wie
heute.
Ich
war
ahnungslos
und
ignorant
genug,
um
zu
denken,
dass
die
Leute
innerhalb
des
Geländes
die
bösen
Typen
waren.
Nun
gut,
sie
hatten
seltsame
Ansichten,
denen
ich
nicht
zustimme.
Einige
von
ihnen
taten
Dinge,
die
ich
ablehne.
Aber
sie
waren
nicht
annähernd
so
schlimm
wie
das,
was
die
Gesetzeshüter
ihnen
antaten.
Die
Polizisten
terrorisierten
und
folterten
sie.
Und
begingen
dann
Massenmord.
Ich
jubelte
für
Massenmörder.
Damals.
Ich
wusste
es
nicht
besser.
Das
ist
das
Problem
mit
politischer
Indoktrina-
tion
und
dem
Glauben
an
Regierung.
Das
Problem
besteht
nicht
darin,
dass
böse
Menschen
böse
Dinge
tun.
Natürlich
werden
sie
das
—
und
wir
müssen
auf
der
Hut
sein
—
vor
allem
aber
müssen
die
anständigen
Menschen
bereit
und
fähig
sein,
sich
gegen
böse
Menschen
zu
verteidigen.
Aber
durch
Lügen
bringen
böse
Menschen
die
guten
Menschen
dazu,
ihnen
zuzujubeln.
Man
findet
mit
Leichtigkeit
Bilder
von
Mao,
oder
Stalin,
oder
Hitler
—
umringt
von
jubelnden,
begeisterten,
freudigen
Men-
schenmassen,
die
sie
an
die
Macht
jubeln.
Warum?
Weil
all
diese
225
226
Tyrannen
versprachen,
gegen
die
Übel
der
Welt
zu
kämpfen,
wenn
man
ihnen
Macht
gibt.
Tatsächlich
kämpften
diese
Typen
auch
fast
immer
gegen
die
ein
oder
andere
böse
Sache.
Aber
dass
man
solchen
Typen
absolute
Macht
verleiht,
ging
bisher
nie
so
richtig
gut
aus.
Oder?
Tyrannen
tricksen
anständige
Leute
aus,
damit
sie
für
Dinge
jubeln,
die
sie
nicht
verstehen.
Ich
bin,
wie
mancher
hier
im
Saal,
in
der
unangenehmen
Position,
Menschen
sagen
zu
müssen,
dass
viele
Dinge,
mit
denen
sie
emo-
tional
verbunden
sind,
das
Gegenteil
von
dem
bedeuten,
was
sie
damit
assoziieren.
Weil
ihnen
beigebracht
wurde,
diese
Konzepte
so
lange
durcheinanderzubringen,
bis
sie
den
Unterschied
zwi-
schen
Freiheit
und
dem
Anhimmeln
einer
herrschenden
Klasse,
zwischen
Gerechtigkeit
und
dem
Bejubeln
von
Berufsschlägern
einer
autoritären
Monstrosität
nicht
mehr
erkennen.
So
ist
es
für
mich
oft
schwer,
Gespräche
mit
Menschen
zu
führen,
die
noch
das
Mindset
haben,
das
ich
früher
hatte
—
schwenke
die
Fahne,
unterstütze
die
Truppen,
et
cetera.
Diese
Menschen
jubeln
nicht,
weil
sie
das
Böse
verehren.
Sie
jubeln,
weil
man
ihnen
beigebracht
hat,
dass
so
Freiheit
und
Gerechtigkeit
aussehen.
Aber
so
sehen
Freiheit
und
Gerechtigkeit
nun
mal
nicht
aus.
Gut,
nun
zum
wahrscheinlich
wichtigsten
Teil
des
Vortrages:
Meiner
Antwort
auf
die
Frage,
ob
ich
einer
dieser
extremisti-
schen
Typen
bin,
die
die
Regierung
ablehnen.
Das
ist
immer
recht
amüsant
für
mich
—
weil
ich
Regierung
generell
und
von
ganzem
Herzen
ablehne.
Zu
100
Prozent.
Von
oben
bis
unten,
von
innen
bis
außen.
Ich
bin
voll
und
ganz
gegen
Regierung.
Und
ich
finde
es
zum
Totlachen,
wenn
die
herrschende
Klasse
auf
tausende
von
Menschen
zeigt,
die
gar
nicht
regierungsfeindlich
sind,
und
ihnen
vorwirft,
sie
wären
wie
ich.
Nein
-
ich
bin
regierungsfeindlich.
Nicht
die.
Die
wollen
nur
eine
etwas
andere
Art
totalitärer
Herrschaft.
Auch
die
Trump-Anhänger
sind
nicht
gegen
die
Regierung.
Die
Linke,
die
Rechte,
und
alles
dazwischen.
Sie
alle
wählen
eine
Form
herrschender
Klasse.
Das
ist
nicht
regierungsfeindlich,
sondern
ein
Streit
um
die
Farbe
des
Stiefels,
der
auf
deiner
Kehle
steht.
Gegen
Regierung
zu
sein
bedeutet,
ich
möchte
weder
einen
Stiefel
auf
meiner
Kehle
noch
auf
der
Kehle
eines
anderen.
Und
ich
bin
stolz
darauf,
regierungsfeindlich
zu
sein.
Denn
Regierung
ist
von
Natur
aus
immer
gegen
den
Menschen
gerichtet.
Es
kann
gar
nicht
anders
sein.
Zum
Anarchisten
wurde
ich
jedoch
eher
zufällig.
Ich
war
bereits
libertär
eingestellt.
Aber
meine
erste
Frau
Tessa
und
ich
diskutierten
gerne,
weil
wir
das
Philosophieren
mochten
und
ich
schon
damals
gerne
solche
Themen
debattierte.
Auch
wenn
ich
in
vielen
Dingen
noch
falsch
lag.
Ich
hatte
allerdings
oft
das
Gefühl,
dass
ich
in
den
Debatten
nicht
wirklich
punkten
konnte.
Dass
die
Dinge,
die
ich
erklärte,
nicht
ganz
zusammenpassten.
Ich
arbeitete
daran,
meine
Gedanken
zu
ordnen
und
meine
Vor-
stellung
davon
herauszukristallisieren,
was
eine
ideale,
legitime,
perfekte
Regierung
wäre.
Auf
der
einen
Seite
konnte
ich
Leute
nicht
zwingen,
Dinge
zu
finanzieren,
die
sie
nicht
wollen.
Das
ist
Erpressung.
Ich
kann
Menschen
auch
nicht
verbieten,
sich
selbst
zu
verteidigen
—
und
ihnen
stattdessen
versprechen,
dass
ich
sie
verteidige,
nachdem
ich
sie
zuerst
beraubt
habe.
Das
klingt
eher
nach
Mafia.
So
grenzte
ich
meine
Vorstellung
einer
perfekten
Regierung
immer
weiter
ein
—
und
kam
an
den
Punkt,
an
dem
ich
bemerkte:
Das
ist
gar
keine
Regierung
mehr.
Das
sind
nur
Menschen.
Ohne
Sonder-
rechte.
Sie
haben
keine
Autorität.
Sie
sind
keine
Gesetzgeber.
Sie
verfassen
keine
Edikte
—
sie
reden
einfach
miteinander.
Sie
organisieren
sich
und
kooperieren.
Ohne,
dass
jemand
besondere
227
228
Befugnisse
hätte.
Für
alle,
die
immer
noch
daran
glauben,
eine
Regierung
könne
das
Gute
verkörpern:
Das
Konzept
Regierung
ist
die
Antithese
zu
Menschlichkeit.
Es
zerstört
Empathie
selbst
in
wohlmeinenden
Menschen.
Und
das
hat
Gründe.
Denn
was
ist
die
Rolle
einer
Regierung,
einer
Autorität?
Und
wofür
braucht
man
keine
solche
Autorität?
Man
braucht
keine
Autorität
zum
Selbstschutz.
Das
Recht
dazu
hat
man
bereits.
Man
braucht
keine
Autorität,
oder
Sonderrechte,
oder
irgendein
Abzeichen,
um
freiwillig
etwas
Produktives
zu
organisieren.
Sei
es
eine
Kleinigkeit,
oder
eine
gigantische
Operation.
Man
braucht
keine
Autorität,
oder
Abzeichen,
oder
Sondergenehmigungen,
um
den
eigenen
Grund
und
Boden
zu
verteidigen.
Ob
das
nun
ein
kleines
Grundstück,
oder
ein
riesiges
Gebiet
ist.
Das
Einzige,
wofür
man
Autorität
braucht,
ist,
um
sich
das
Recht
herauszunehmen,
Böses
zu
tun.
Per
Definition:
Wenn
etwas
für
mich,
für
dich
und
für
jeden
von
uns
moralisch
falsch,
oder
verboten
ist,
aber
jemandem
mit
einem
Abzeichen
ist
es
erlaubt,
dann
stehen
all
diese
Ab-
zeichen
per
se
für
die
Erlaubnis,
Böses
zu
tun.
Das
ist
alles,
was
Autorität
jemals
zu
einer
Gesellschaft
beitragen
kann.
Aufgrund
der
Natur
dessen,
was
sie
ist.
Wenn
jemand
aufgrund
irgend-
welcher
Rituale,
eines
Kostüms
oder
Abzeichens
das
Recht
hat,
etwas
zu
tun,
aber
wir
haben
es
nicht
—
ist
es
dann
plötzlich
in
Ordnung,
von
so
jemandem
beraubt
oder
herumkommandiert
zu
werden?
Nein.
Regieren
steht
für
die
Erlaubnis,
Unrecht
zu
begehen.
Das
ist
alles,
was
Regierung
je
sein
kann.
Das
ist
alles,
was
Autorität
jemals
sein
kann.
An
den
Mann
bringt
man
das
Konzept
aber
natürlich
auf
andere
Art
und
Weise.
Da
wird
argumentiert,
man
brauche
Autorität,
um
die
Bevölkerung
zu
schützen.
Okay
—
aber
wenn
diese
Regierung
in
meinem
Namen
handelt,
kann
sie
auch
nur
die
Rechte
haben,
die
ich
auch
besitze.
Und
ich
habe
nicht
das
Recht,
meinen
Nachbarn
auszurauben,
um
etwas
zu
finanzieren,
das
ich
will,
er
aber
nicht.
Die
Regierung
handelt
nicht
so,
als
würde
sie
in
meinem
Namen
handeln,
wenn
sie
Menschen
beraubt.
Und
sie
soll
aufhören,
das
zu
behaupten,
wenn
sie
darüber
hinaus
auch
noch
mich
beraubt,
um
Dinge
zu
finanzieren,
die
andere
Leute
wollen.
Das
ist
nämlich
die
schizophrene
Rhetorik,
mit
der
das
System
arbeitet.
Gut.
Falls
ich
bislang
noch
nicht
alle
vollends
verärgert
habe
—
glaube
ich
denn
wenigstens
an
die
Verfassung?
Nein.
Absolut
nicht.
Demokratisch
gewählte,
konstitutionelle
Republiken
mit
einer
Verfassung
waren
die
mörderischsten
Regime
in
der
Geschichte
der
Welt.
Ohne
Ausnahme.
Die
Union
der
Sozialis-
tischen
Sowjetrepubliken
hatte
eine
Verfassung.
Sie
erlaubte
den
Menschen,
wählen
zu
gehen.
Es
gab
Grundrechte.
Wie
hat
das
für
die
Sowjetunion
funktioniert?
Die
Demokratische
Volks-
republik
Nordkorea
—
die
Demokratische
Volksrepublik!
-
ist
eine
konstitutionelle
Republik,
die
den
Menschen
gestattet,
wählen
zu
gehen.
Es
gibt
Grundrechte.
Wie
hat
das
funktioniert?
Die
Weimarer
Republik,
aus
der
Nazi-Deutschland
hervorging,
war
eine
konstitutionelle
Republik.
Den
Bürgern
war
erlaubt,
wählen
zu
gehen.
Es
gab
Grundrechte.
Die
Volksrepublik
China,
das
mörderischste
Regime
in
der
Geschichte
des
Planeten,
war
eine
konstitutionelle
Republik,
die
den
Menschen
erlaubte,
wählen
zu
gehen,
die
Grundrechte
gewährte.
Was
also
ist
falsch
daran,
Menschen
Grundrechte
zu
gewähren
und
sie
wählen
gehen
zu
lassen?
Ganz
einfach.
Wenn
die
herrschende
Klasse
so
agiert,
als
stimmtest
du
ihren
Umtrieben
zu,
weil
sie
dich
229
230
repräsentieren
und
du
sie
durch
Teilnahme
an
Wahlen
legitimierst,
während
sie
ihren
Wahnsinn
ausleben,
kommen
sie
mit
viel
mehr
davon
als
ein
Monarch,
der
einfach
sagt,
er
tut
was
er
will.
Der
mit
harter
Hand
regiert.
Wenn
wir
dazu
verleitet
werden,
zu
glauben,
dass
die
Repräsentanten
das
alles
für
uns
veranstalten,
dann
machen
wir
mit.
Wir
normale
Menschen
haben
den
Irak
nicht
überfallen.
Ich
zumindest
nicht.
Von
euch
weiß
ich‘s
nicht.
Aber
ich
war
nicht
dort.
Bringen
sie
uns
an
den
Punkt,
an
dem
wir
tatsächlich
auf
diesen
Müll
hereinfallen,
können
sie
weitaus
missbräuchlicher
und
tyrannischer
sein
als
jemand,
der
nicht
einmal
vorgibt,
uns
zu
vertreten.
Als
jemand,
der
einfach
dazu
steht,
ein
Tyrann
zu
sein.
Mit
all
seinen
Schlägertrupps.
Die
US-Verfassung
schuf
das
mächtigste
autoritäre
Imperium
der
Welt.
Und
noch
einmal,
falls
ich
noch
nicht
genug
Leute
beleidigt
habe,
und
für
jene,
die
meinen,
man
müsse
nur
zu
dem
zurück-
kehren,
was
die
Verfassung
eigentlich
bedeutet.
Die
meinen,
wir
hätten
versagt,
im
Kern
sei
es
aber
eine
gute
Idee.
Für
jene,
die
bezüglich
Verfassungsrepubliken,
ob
hier,
oder
in
der
Sowjetunion,
oder
in
Nordkorea,
in
Nazideutschland
oder
China
anführen,
dass
es
bisher
einfach
nur
nicht
richtig
umgesetzt
wurde.
Denen
sage
ich:
Selbst
wenn
es
eine
gute
Idee
wäre,
wird
sie
nie
funktionieren,
wenn
sie
auf
die
Realität
trifft.
Es
ist
vielleicht
eine
gute
Theorie,
aber
jedes
Mal,
wenn
versucht
wird,
sie
auf
eine
Gesellschaft
anzuwenden,
entsteht
ein
autoritäres
Monstrum.
Verfassungs-
rechtler
sind
leider
genau
wie
Kommunisten.
Sie
glauben
an
eine
beschissene
Idee
und
wollen
wirklich,
dass
sie
funktioniert.
Sie
tut
es
aber
nie.
Und
führt
stets
zu
autoritärer
Gewalt.
Ganz
nebenbei
-
ich
war
auch
mal
von
dem
Schlag.
Wenn
mein
altes
Ich
im
Publikum
sitzen
würde,
wäre
es
jetzt
wahrschein-
lich
beleidigt,
mürrisch
und
still.
Es
würde
denken:
Blödsinn,
wir
müssen
es
nur
richtig
machen.
Aber
nochmal.
Diese
Dinge
funktionieren
nur,
wenn
wir
sie
in
nette
Worte
packen.
Reprä-
sentation,
keine
Unterdrückung,
der
Wille
des
Volkes,
und
so
weiter.
Dafür
geben
die
Leute
alles.
Wenn
sie
es
so
aussehen
lassen
können,
als
hättest
du
mitbestimmt,
als
wärst
du
gefragt
worden,
ob
du
den
rechten
oder
den
linken
Stiefel
im
Gesicht
haben
möchtest,
dann
können
sie
das
als
Zustimmung
werten.
Als
Partizipation.
Auch
wenn
deine
Partei
verliert.
Gar
keinen
Stiefel
im
Gesicht
haben
zu
wollen,
das
ist
natürlich
keine
Option.
Das
steht
nicht
auf
dem
Wahlzettel.
Also
wählt
man
einen
der
Stiefel
-
und
wird
vertreten.
Selbst
schuld.
Wer
kennt
das
folgende
Zitat.
Ich
werde
versuchen,
es
möglichst
fehlerfrei
wiederzugeben.
»Staat
heißt
das
kälteste
aller
kalten
Ungeheuer.
Kalt
lügt
es
auch.
Und
diese
Lüge
kriecht
aus
seinem
Munde:
Ich,
der
Staat,
bin
das
Volk.«
Nietzsche!
Treffer.
Das
war
schon
immer
wahr.
Dass
der
Staat
vorgibt,
uns
zu
vertreten.
Dass
er
sagt,
Demokratie
sei,
wonach
wir
streben
sollten.
Dass
Recht
und
Ordnung
sind,
wonach
wir
streben
sollten.
Dass
Patriotismus
und
die
Liebe
zum
Vaterland
uns
leiten
sollten.
Alles
Blödsinn.
Wir
sollten
die
Prinzipien
der
Freiheit,
des
Privateigentums
und
der
Gerechtigkeit
schätzen.
Das
ist
niemals
gleichbedeutend
mit
der
Verehrung
einer
herrschenden
Klasse.
Das
Einzige,
was
der
Glaube
an
Autorität
jemals
zur
Gesellschaft
beiträgt,
ist
unmoralische
Gewalt.
Das
ist
alles
was
dieser
Glaube
bewirken
kann.
Mein
Buch
»Der
gefährlichste
Aberglaube«
dreht
sich
um
genau
dieses
Thema.
Um
den
gefährlichen
Glauben
an
Autorität
und
wie
er
die
Menschlichkeit
zerstört.
Er
befähigt
nicht
nur
schlechte
Menschen
dazu,
ihre
Psychosen
dank
Gesetzgebern
und
Macht-
positionen
auszuleben,
weil
sie
sich
nicht
mehr
verantwortlich
fühlen
müssen.
Schließlich
machen
sie
selbst
die
Gesetze
ja
nicht
—
sie
setzen
diese
nur
gedankenlos
und
gewaltsam
gegen
einen
231
232
Haufen
Menschen
durch,
die
gar
nichts
falsch
gemacht
haben.
Diese
Haltung
kennen
wir.
Befehle
wurden
befolgt.
Fehler
wurden
gemacht.
Ich
war
der
Ansicht,
wir
hätten
das
seit
Nürnberg
hinter
uns
gelassen.
Trotzdem
sagen
es
immer
noch
alle.
Denn
sie
selbst
machen
ja
nichts
falsch.
Dieses
ominöse,
vage
Gesetz
schreibt
es
so
vor.
Sie
machen
nur
ihren
Job.
Übernehmen
keinerlei
persön-
liche
Verantwortung
dafür,
dass
sie
dich
niederschlagen,
in
einen
Käfig
stecken
oder
erschießen.
So
zerstört
das
Gesetz
auch
die
Menschlichkeit
der
Gesetzeshüter.
Und
was
macht
das
mit
den
Wählern?
Links,
rechts,
irgendwas
dazwischen?
Finden
die
es
legitim,
Tyrannen
zu
wählen,
die
ihre
Nachbarn
ausrauben?
Ja.
Denn
sie
wählen
Tyrannen,
damit
die
ihre
Nachbarn
ausrauben,
um
die
Dinge
zu
finanzieren,
die
sie
wichtig
finden.
So
kann
die
Linke
sagen,
es
sei
in
Ordnung
all
den
Nachbarn
etwas
wegzunehmen,
um
den
Armen
zu
helfen.
Ich
bin
absolut
dafür
den
Armen
zu
helfen
—
es
ist
der
Raubüberfall,
mit
dem
ich
ein
Problem
habe.
Die
Rechten
sagen
unterdes,
es
sei
in
Ordnung,
den
Nachbarn
etwas
wegzunehmen,
um
die
Unschuldigen
im
In-
und
Ausland
vor
den
schaurigen
Menschen
im
In-
und
Ausland
zu
verteidigen.
Viele
dieser
Verteidiger
tragen
übrigens
wieder
Abzeichen.
Ich
bin
voll
und
ganz
für
die
Verteidigung
von
unschuldigen
Menschen
vor
schaurigen
Menschen
hier
und
schaurigen
Menschen
im
Ausland
—-
ein
Problem
habe
ich
damit,
dass
jeder
dazu
gezwungen
wird,
für
diese
Regierungsversion
von
Schutz
zu
bezahlen.
Die
ultimative
Ironie
dabei
ist
nämlich,
dass
sie
dich
erst
berauben,
um
mit
dem
geraubten
Geld
dann
deinen
Schutz
vor
Räubern
zu
finanzieren.
Ist
das
nicht
irgendwie
gegen
jede
Logik?
Jeder
der
wählt
—
das
mag
jetzt
bei
dem
ein
oder
anderen
Schuld-
komplexe
auslösen,
aber
ich
bin
auch
fast
fertig
hier
—
jeder
der
die
Demokraten
oder
Republikaner
wählt,
unterstützt
dieses
System.
Ich
habe
mehr
als
ein
Jahr
im
Bundesgefängnis
verbracht.
Wegen
eines
Vergehens
»vorsätzlicher
Nichteinreichung«.
Ich
habe
denen
ein
paar
Dokumente
nicht
geschickt.
Das
ist
eine
lange
Geschichte.
Wer
es
genau
wissen
will,
kann
sich
melden.
Dann
schicke
ich
ihm
eine
PDF
des
Buches.
Denn
ich
schrieb
darüber,
als
ich
im
Gefängnis
saß.
Ab
und
an
spreche
ich
über
diese
Erfahrung
natürlich
auch
mit
Leuten,
die
die
Demokraten
oder
die
Repu-
blikaner
gewählt
haben.
Die
meisten
drücken
mir
irgendwann
ihr
Mitleid
aus.
Es
täte
ihnen
furchtbar
leid,
was
mir
passiert
ist.
Ich
frage
dann
immer,
warum
es
ihnen
leid
tut.
Immerhin
hätten
sie
die
Verantwortlichen
ja
ins
Amt
gewählt.
Zumindest
einige
davon.
War
ihnen
als
Wähler
nicht
klar,
dass
Menschen
besteuert
werden?
War
ihnen
nicht
bewusst,
dass
Menschen,
die
der
herrschenden
Klasse
nicht
huldigen,
zeitweilen
schlimme
Dinge
widerfahren?
Genau
das
ist
es
doch,
wofür
sie
als
Wähler
gestimmt
haben.
Der
Wähler
legitimiert
die
Maschinerie,
die
mir
und
anderen
Menschen
so
etwas
antut.
Ich
verbitte
mir
daraufhin
dann
immer
dezent
den
mit
an
Sicherheit
grenzender
Wahrscheinlichkeit
anstehenden
Hinweis
des
Gegenübers,
dass
es
ja
noch
viel
schlimmer
gekommen
wäre,
hätte
das
andere
Lager
die
Wahl
gewonnen.
Damit
liegt
die
Verantwortung
nämlich
wieder
nur
beim
System,
nicht
beim
Wähler
selbst,
der
gerade
vor
mir
steht
und
beginnt,
sich
sichtlich
unwohl
zu
fühlen.
Nor-
malerweise
halte
ich
mich
mit
Anschuldigungen
zurück,
weil
es
etwas
hart
ist.
Im
Grunde
sage
ich
den
Leuten,
dass
ich
vermute,
sie
wollen
gute
Menschen
sein.
Dass
sie
es
gut
meinen.
Dass
ihr
Glaube
an
die
Regierung
aber
zur
Ermächtigung
jener
Leute
führt,
die
mich
zuerst
in
die
Armut
trieben
und
dann
für
ein
Jahr
einsperrten.
Nicht,
weil
ich
jemanden
verletzt
habe,
sondern
wegen
ein
paar
nicht
eingesandter
Dokumente.
Wegen
einem
Stück
Papier.
Diese
Erpresserbande.
233
234
Wenn
also
jemand
bei
dem
Gedanken,
gegen
die
Regierung
zu
sein,
zusammenzuckt,
bitte.
Der
Grund,
warum
ich
gegen
die
Regierung
bin,
ist,
dass
ich
so
etwas
niemals
einem
anderen
Menschen
antun
würde.
Ich
werde
die
Regierung
nie
bitten,
einen
anderen
Menschen
zu
berauben,
einen
anderen
Menschen
gewaltsam
zu
kontrollieren.
Weil
ich
kein
Recht
dazu
habe.
Ich
werde
nie
von
der
Ausrede
Gebrauch
machen,
dass
es
nicht
ich,
sondern
der
linke
oder
der
rechte
Stiefel
an
der
Kehle
war.
Ich
habe
kein
Recht,
anderen
Menschen
derartiges
anzutun
—
und
sie
haben
kein
Recht,
mir
so
etwas
anzutun.
Ich
war
mal
auf
einem
Parkplatz
in
Phoenix,
als
jemand
mit
einem
Klemmbrett
in
der
Hand
zu
mir
kam
und
mich
fragte,
ob
ich
wählen
gehe.
Ich
antwortete:
»Nein,
um
Himmels
willen
—
auf
keinen
Fall!
Ich
bin
doch
nicht
dumm
genug,
einen
Herrscher
über
mich
zu
ernennen.
Und
ich
habe
kein
Recht,
einen
Herrscher
über
dich
zu
ernennenc.
Der
Typ
mit
dem
Klemmbrett
brachte
nur
noch
ein
leises
»Okay«
heraus
und
drehte
ab.
Ich
glaube,
das
war
ein
bisschen
über
seinem
Niveau.
Ein
bisschen
zu
viel,
zu
schnell.
Aber
das
ist
die
Realität.
Ich
bin
gegen
jede
Regierung,
weil
ich
mich
nicht
zum
Jubeln
für
Gewalt,
die
gegen
Unschuldige
angewendet
wird,
verleiten
lassen
werde.
Man
kann
nicht
für
eine
Regierung
sein,
in
welcher
Gestalt
oder
Form
auch
immer,
ohne
gewalttätige
Aggression
gegen
Mitmenschen
zu
billigen.
Das
also
ist
die
Art
komischer
Kauz,
die
ich
bin.
Zum
Glück
bin
ich
nicht
der
Einzige.
Vor
27
Jahren,
als
ich
Voluntarist
wurde
und
im
Grunde
niemanden
kannte,
der
ähnlich
dachte,
fühlte
ich
mich
wie
der
Einzige.
Jetzt
kenne
ich
Hunderttausende
solch
seltsamer
Typen,
die
anstelle
von
Demokratie
an
Konsens
glauben.
Anstelle
von
Recht
und
Ordnung
glauben
sie
an
wirkliche
Gerechtigkeit.
Anstelle
von
Patriotismus
glauben
sie
an
wirkliche
Freiheit.
Ich
hoffe,
und
bin
überzeugt
davon,
dass
es
künftig
noch
viel
mehr
solch
seltsame
Typen
geben
wird.
Menschen,
die
sich
als
Volun-
taristen
verstehen,
die
echte
Moralvorstellungen
vertreten.
Auf
Basis
fundamentaler
Werte,
die
eigentlich
in
jedem
Menschen
vorhanden,
oft
aber
unter
autoritärer
Indoktrination
begraben
sind.
Bis
wir
irgendwann
nicht
mehr
der
seltsame
Rand
der
Gesellschaft
sind.
Außer
für
die
paar
Psychopathen,
die
sich
als
Anführer
sehen,
als
Herrschaftskaste,
und
denen
der
Rest
von
uns
dann
mitteilen
wird,
dass
sie
es
nicht
sind.
Dann
haben
sie
keine
Macht
mehr.
Ach
-
und
schaut
euch
die
»Jones
Plantage«
an,
wenn
ihr
den
Film
noch
nicht
gesehen
habt.
Wir
alle
leben
auf
der
Jones
Plantage.
Vielen
Dank.
Montagnola,
am
26.
Oktober
2024
235
236
Smarter
Exodus
Kognitive
Kriegsführung
und
das
letzte
Gefecht
der
Spezies
Mensch
-
mein
Textbeitrag
für
die
Erstausgabe
der
Viertel-
jahresschrift
GEGENDRUCK.
Heute
morgen
waren
sie
wieder
da.
Um
4:15
Uhr.
Eigentlich
war
es
noch
mitten
in
der
Nacht.
Wahrscheinlich
dachten
sie,
um
diese
Zeit
wäre
ich
leichter
zu
überführen.
Meine
Gedanken
noch
freier,
weil
sie
mich
aus
der
Tiefschlafphase
reißen.
Aber
gefunden
haben
sie
es
zum
Glück
auch
bei
dieser
x-ten
Inspektion
nicht.
Denn
seit
Verhängung
der
nächtlichen
Ausgangssperre
vor
einigen
Jahren
—
eingeführt,
um
den
Karbondioxidausstofs
in
den
von
der
verbleibenden
Population
bewohnten
Habitaten
zu
reduzieren
—
habe
ich
mich
damit
ab-
gefunden,
einfach
schlafen
zu
gehen,
wenn
es
dunkel
wird.
Zu
tun
gibt
es
am
Abend
ohnehin
nichts
mehr.
Ich
vegetiere
vor
mich
hin.
Das
auf
staatlich
anerkannte
Seiten
begrenzte
Internet
hat
nichts
zu
bieten.
Die
abertausend
TV-Programme
und
Videospiele
sind
ob
ihrer
agitativen
Konnotation
nicht
zu
ertragen.
Instrumente
muss
man
umständlich
beantragen.
Und
spielen
darf
man
sie
nur
nach
strikten
Vorgaben.
Coole
Musik
und
inspirierende
Bücher
gibt
es
keine
mehr.
Richtige
Bücher
meine
ich.
Von
frei
denkenden,
penibel
recherchierenden,
wortgewandten
und
obrigkeitskritischen
Autoren.
Sie
wurden
vor
mehr
als
zwei
Jahrzehnten
im
Zuge
der
»Intellektuellen
Transformation«
verboten.
Und
dann
konfisziert.
Die
vom
»Globalen
Gremium
zum
Schutz
der
Demokratie«
genehmigten,
zumeist
von
seelenloser
KI
(Künstlichen
Intelligenz)
angefertigten
Machwerke
will
man
als
eines
der
wenigen
noch
lebenden
Relikte
der
freien
Welt,
das
echte
Kunst,
tiefgängige
Literatur
und
erhitzten
Diskurs
noch
kennenlernen
durfte,
nicht
lesen.
Der
Restwiderstand
gegen
solche
Übergriffigkeiten
ebbte
ab,
nachdem
die
Neuralim-
plantate
aus
Inklusionsgründen
staatlich
subventioniert
und
allen
kostenlos
zur
Verfügung
gestellt
wurden.
Seither
befindet
sich
fast
jeder
»Verlinkte«
permanent
im
»Happy
Mode«.
So
fühlt
er
sich
selbst
während
der
kargen,
einsamen
Monate
im
Quarantäne-Lager
noch
dankbar
und
glücklich.
Umso
wertvoller
ist
mir
dieses
Artefakt
aus
vergangenen
Zeiten.
Seit
Jahren
verstecke
ich
es
in
meinem
»Green
Cube«,
meiner
kleinen,
von
den
Vereinten
Nationen
einst
als
Standardbehausung
für
chemisch
kastrierte
Singles
definierten,
von
unzähligen
Sensoren
überwachten
Wohneinheit,
für
die
Wasserzufuhr
und
Elektrizität
zentral
zugeteilt,
oder
eben
abgestellt
werden.
Je
nachdem,
wie
viele
Punkte
das
persönliche
Nachhaltigkeitssozialkreditkonto
ausweist.
Da
mich
der
Administrativalgorithmus
seit
geraumer
Zeit
verdächtigt,
verbotene
Literatur
zu
verstecken,
sinkt
mein
Punktekonto
kontinuierlich.
Denn
seit
der
Beweislastumkehr,
zum
»Schutz
des
Kollektivs
vor
destruktiven
Kräften«,
gilt
man
so
lange
als
schuldig,
bis
man
das
Gegenteil
beweisen
kann.
So
verliere
ich
jede
Woche
weitere
sieben
Punkte.
Einen
pro
Tag.
Aus
diesem
Grund
öffnet
sich
die
Türe
meines
Wohnwiirfels
jetzt
auch
nur
noch
einmal
täglich,
wenn
ich
den
subkutanen
QR-Code
am
Unterarm,
mit
dem
man
seit
der
Abschaffung
des
Bargeldes
auch
seine
Einkäufe
begleicht,
vor
den
Scanner
am
Eingang
halte.
Einmal
am
Tag.
Für
den
Gang
zum
regenerativen
Arbeitsdienst.
Auch
Weglaufen
ist
keine
Option
mehr.
Entweder
wird
man
von
Satel-
liten
und
Wärmebilddrohnen
geortet,
oder
man
stirbt
nach
Sonnen-
untergang,
weil
die
nächtlichen
Geoengineering-Flüge
zum
Schutz
des
Klimas
nicht
mehr
nur
Aluminiumpartikel,
Silberiodid
und
diverse
Chemikalien
zur
Eindämmung
direkter
Sonneneinstrahlung
237
238
enthalten,
sondern
auch
»klimadefensiven
Eco
Dust«.
Jene
neu
entwickelten
Nano-Bots,
die,
wenn
sie
vom
Menschen
eingeatmet
werden,
binnen
vier
Stunden
für
eine
vollständige
Paralyse
oder
den
sicheren
Tod
durch
Hirnschlag
sorgen.
Je
nach
Produkt
und
Konzentration.
Der
Humanoid,
ob
biotechnisch
aufgepeppt
oder
nicht,
kann
die
Nacht
in
den
roten
Zonen
nur
noch
im
mit
Luftfiltern
bestückten
Innenraum
überleben.
Oder
in
den
Bioreservaten
der
Weltgemeinschaft,
die
nicht
geomanipuliert
werden,
aber
eben
nur
mit
Platin-Status
zugänglich
und
damit
den
Funktionären
vorbehalten
sind.
So
sitze
ich
hier,
auf
ein
paar
Quadratmetern,
eingepfercht
mit
den
anderen
12.000
Bewohnern
meines
»Net
Zero
Wohnblocks«,
und
würde
sie
mit
meinem
Leben
verteidigen
—
diese
paar
zer-
fledderten
Seiten
echtes
Papier,
aus
einem
echtem
Buch,
die
ich
irgendwie
geschafft
habe,
zu
retten.
Die
ich
geschafft
habe,
binnen
einer
Sekunde
zu
vergessen,
damit
auch
die
nächste
Inspektion
der
Neuronalscans
durchführenden
»Friedensroboter«
mich
nicht
der
Häresie
überführt.
Wenigstens
für
ein
paar
Monate
noch.
Bis
dahin
ist
mein
Sozialkredit
ohnehin
aufgebraucht
—
und
der
»Death
Pod«
erwartet
mich.
Die
Sedativa
sollen
ja
immerhin
ein
kurzes
Hochgefühl
auslösen,
eine
Art
Rausch,
bevor
die
Maschine
das
letale
Gas
verabreicht
und
meine
fleischlichen
Überreste
zum
Düngen
der
hermetisch
abgeriegelten
Felder
der
Bürokraten
verwendet
werden.
Die
erhalten
nämlich,
im
Gegensatz
zu
uns
Bürgergeldempfängern,
noch
immer
organische
Nahrung,
statt
Rationen
aus
dem
Labor
oder
4D-Lebensmittelpaste
für
den
Drucker
zu
Hause.
Sobald
sie
meinen
»Green
Cube«
räumen,
werden
sie
dann
auch
die
vermutlich
letzten
frei
zugänglichen
Seiten
von
Etienne
De
La
Boeties
Politik
des
Gehorsams
finden.
Sie
werden
sie
archivieren.
Wobei
archivieren
für
vernichten
steht.
Binnen
weniger
Jahre
werden
sie
künftigen
Generationen
endgültig
die
Chance
genommen
haben,
erahnen
zu
können,
wie
der
Konformismus
der
Vergangenheit
zur
Dystopie
der
Gegenwart
führte.
Ja,
wir
sind
Sklaven.
Wir
haben
verloren.
Die
Spezies
Mensch
stirbt
aus.
Ihre
turbulente,
facetten-
und
ruhmreiche
Geschichte
endet
in
einer
drögen,
ewig
währenden
Gegenwart.
So
—
oder
so
ähnlich
—
könnte
das
Leben
binnen
weniger
Dekaden
aussehen.
Zu
düster,
denken
sie?
Dann
sind
ihnen
die
Visionen,
Konzepte
und
Strategiepapiere
der
Technokraten,
Bioethiker,
Transhumanisten
und
Green-Economy-Apologeten
nicht
geläufig.
Denn
genau
solch
dystopische
Verhältnisse
sind
die
Idealvorstel-
lung
dieser
Zirkel.
Und
allzu
weit
entfernt
sind
wir
von
derartigen
Zuständen
nicht
mehr.
Lassen
wir
diese
neofeudalen
Interes-
sengruppen
noch
eine
Weile
ungestraft
ihre
Agenda
umsetzen,
könnte
der
einleitende
Text
gut
und
gerne
die
Lebensrealität
eines
Menschen
im
Jahr
2054
beschreiben.
30
Jahre
sind
eine
lange
Zeit.
Ich
wäre
dann
85
Jahre
alt.
Oder
—
was
in
Bezug
auf
das
vorgängig
beschriebenen
Szenario
wünschenswerter
wäre
—
schon
tot.
Wir
haben
es
mit
Kriegsführung
der
fünften
Generation
zu
tun.
Einem
Krieg
der
Herrschaftskaste
gegen
den
Menschen.
Das
Schlachtfeld
ist
unser
Körper.
Wir
sind
nicht
mehr
einfach
Konsu-
menten,
die
man
mit
materialistischen
Wertvorstellungen
und
haltlosen
Heilsversprechen
zum
Kauf
unnützer
Güter
animieren
muss.
Wir
sind
das
Produkt.
Denn
wir
produzieren
Daten.
Und
die
sind
das
Gold
unserer
Zeit.
Sie
machen
uns
nicht
nur
zum
gläsernen
Bürger,
sondern
steuerbar.
Die
zunehmende
Digitalisie-
rung
unseres
Lebensraumes
mag
vordergründig
einen
Zugewinn
an
Lebensqualität
und
Effizienz
darstellen.
Immer
mehr
Lästig-
keiten
des
Alltags
per
Druck
auf
einen
Button
erledigen
zu
können,
ist
bequem.
Keine
Frage.
Die
negativen
Folgen
für
uns
als
soziale
Lebewesen
werden
dabei
allerdings
sträflich
vernachlässigt
und
unterschlagen.
Seit
der
Einführung
des
Smartphones
im
Jahr
239
240
2007
hat
der
Homo
sapiens
circa
ein
Drittel
seiner
mentalen
Arbeitskapazität
eingebüßt.
Denn
was
uns
gemeinhin
als
»digitale
Transformation«
und
»smart
Device«
verkauft
wird,
ist
kein
Fort-
schritt
zum
Wohle
der
Menschheit,
sondern
Technokratie.
Sprich,
zentralistischer
Kollektivismus.
Gemanagt
von
Maschinen.
Ein
totalitäres
Herrschaftsmodell,
das
jegliche
Charakteristik
einer
freiheitlich
organisierten
Zivilgesellschaft
vermissen
lässt.
Man
muss
nur
nach
China
schauen,
um
zu
wissen,
wohin
die
Reise
geht.
Mein
2022
aufgezeichnetes
Interview
mit
dem
aktuellen
Präsidenten
der
1917
initiierten
Technocracy
Inc.
bestätigt
das.
Auch
Bioethik
ist
keinesfalls
die
logische
Weiterentwicklung,
oder
zeitgemäße
Interpretation
aufklärerischer
Errungenschaften,
sondern
die
Fortführung
der
Eugenik
unter
anderem
Namen.
Nicht
umsonst
firmierte
das
seit
1969
von
Cambridge
University
Press
publizierte
Journal
für
biosoziale
Forschung
von
1909
bis
1968
unter
dem
Titel
The
Eugenics
Review
und
war
die
Hauszeit-
schrift
des
Galton
Institute,
einem
Institut
für
Rassenlehre,
das
1907
unter
dem
Namen
Eugenik
Gesellschaft
gegründet
wurde.
Die
Non-Profit-Organisation
besteht
bis
heute,
tritt
seit
2021
aber
als
The
Adelphi
Genetics
Forum
auf.
Präsident
besagter
Eugenik
Gesellschaft
war
unter
anderem
Julian
Huxley,
der
Gründer
des
World
Wildlife
Fund
(WWF),
der
von
1946
bis
1948
erster
General-
direktor
der
UNESCO
war
und
die
Begriffe
Transhumanismus,
evolutionärer
Humanismus
und
reformierte
Eugenik
prägte.
So
fand
die
Maxime
der
optimierten
Zucht
ihren
Weg
in
das
konstituierende
Dokument
jener
supranationalen
Organisation,
die
heute
Einfluss
auf
die
Lehrpläne
des
Nachwuchses
nimmt.
Das
nicht
mehr
ferne
Ziel:
Eine
technokratisch-korporatistische
»School
World
Order«
(J.
Klyczek,
2019).
Selbst
den
»Death
Pod«
gibt
es
längst.
Die
an
eine
Luxuskarosse
erinnernde
Maschine
heißt
»Sarco
Pod«,
wird
in
der
Schweiz
bereits
am
Menschen
getestet
und
tötet
»Kunden«
binnen
Minuten.
Für
den
totalen
Humanismus.
Für
das
Kollektiv.
Ein
an
der
Yale-
Universität
dozierender
Professor
schlug
Anfang
2023
gar
vor,
Senioren
sollten
ab
einem
bestimmten
Alter
generell
Suizid
begehen,
um
Platz
für
die
Jungen
zu
machen.
Dass
Eugenik
und
Euthanasie
speziell
in
Kreisen
der
vermeint-
lich
inklusiv
denkenden
Kaffeehaus-Boheme
wieder
salonfähig
werden,
belegen
legislative
Entwicklungen
in
Kanada.
Das
sccheinbar
progressive
Land
macht
es
Menschen
in
Notlagen
zwischenzeitlich
einfacher,
sich
staatlich
subventioniert
ins
Jenseits
zu
befördern,
als
Sozialleistungen
zu
erhalten.
Dazu
muss
man
weder
uralt
noch
sterbenskrank
sein.
Es
genügt,
dass
man
sein
Dasein
als
ausweglos
empfindet.
An
so
einem
Punkt
im
Leben
waren
wir
sicher
alle
schon
einmal.
Und
leben
noch.
Weil
wir
Hilfe
in
Anspruch
nehmen
konnten.
Weil
es
Zuspruch
gab.
Doch
im
Satellitenstaat
des
britischen
Empire
sterben
seit
der
Liberalisierung
der
Sterbehilfegesetze
im
Jahr
2015
immer
mehr
obdachlose,
arme,
depressive,
suchtkranke
und
behinderte
Menschen,
die
integraler
Bestandteil
jeder
Gesellschaft
sein
und
von
dieser
aufgefangen
werden
sollten,
weil
man
ihnen
den
»würdevollen«
Tod
als
einzige
Alternative
zu
einem
»würdelosen«
Leben
offeriert.
Nutzen
darf
man
den
Sarco
Pod
schon
bald
in
einer
15-Minuten-
Stadt
oder
C40-City.
Einem
Freiluft-Ghetto.
Denn
ob
Berlin,
Heidel-
berg,
München,
Paris,
Warschau,
Athen,
Madrid,
Lissabon,
London
oder
Shanghai
—
die
mobilitätseinschränkende
Dekarbonisierung
der
Welt
greift
Raum.
Landflucht
und
Urbanisierung
nehmen
zu.
Energie
und
Flüge
werden
teurer.
Kurzstrecken
verboten.
Und
der
Kampf
gegen
die
Individualmotorisierung
ist
nach
dem
von
der
EU
beschlossenen
Verbrenner-Aus
auch
kein
Geheimnis
mehr.
Das
gilt
nach
den
EU-Beschliissen
vom
24.
April
2024
zum
241
242
Verbot
anonymer
Krypto-Wallets
sowie
Barzahlungen
über
3.000
Euro
auch
für
die
offenkundige
finanzielle
Entmündigung
der
Bürger.
Der
digitale
Euro
ist
ebenfalls
bereits
in
Arbeit.
Das
supra-
nationale
Zentralbankenkartell
freut
sich
sicher
schon
hämisch
darauf,
dass
dieser
künftig
mit
der
gleichermaßen
verabschie-
deten
digitalen
Identität
verknüpft
und
samt
elektronischer
Patientenakte
und
sonstigen
persönlichen
Dokumenten
auf
dem
Smartphone
gespeichert
werden
soll
—
denn
ab
diesem
Moment
ist
der
Bürger
nicht
nur
gläsern,
sondern
steuerbar
wie
der
Avatar
eines
Computerspiels.
Die
transluzenten
Zellentüren
im
digitalen
Gefängnis
schließen
sich.
Langsam,
aber
sicher.
Fallen
sie
ins
Schloss,
wird
es
für
nachfolgende
Generationen,
die
nichts
mehr
anderes
kennen
werden
als
diese
Haftbedingungen,
kaum
noch
möglich
sein,
sich
der
neofeudalistischen
Prädatorenkaste
unserer
Ära
zu
entledigen.
Während
ältere
Semester
sich
zumindest
noch
an
eine
analoge
Welt,
an
Telefone
mit
Wählscheibe
und
Walkmans
erinnern
können,
werden
die
Kleinkinder
der
Gegenwart
extreme
Mühe
haben,
sich
den
zusehends
perfider
applizierten
Methoden
kognitiver
Kriegsführung
erfolgreich
zu
entziehen.
Das
Stadtbild
spricht
schon
heute
Bände.
Smartphone-Zombies,
wohin
man
schaut.
Darüber
hinaus:
Smart-Swatch,
Smart-Meter,
Smart-Home,
Smart-City.
Siehe
Smart-City-Atlas
Deutschland.
Ja,
Maschinen
werden
intelligenter
—
die
von
ihnen
kontrollierte
und
dirigierte
Herde
immer
dümmer.
Im
Kontext
kognitiver
Kriegsführung
geht
es
aber
nicht
mehr
nur
um
Überwachungskapitalismus,
Propaganda,
Nudging
und
Social
Engineering.
Der
dunkle
Pfad
zum
Transhumanismus
ändert
nicht
mehr
nur
unser
Verhalten
oder
unsere
Wahrnehmung
—-
er
ändert
uns.
Eine
Präsentation
der
NASA,
die
gut
80
Prozent
ihres
Budgets
in
militärische
Forschung
investiert,
prognostizierte
schon
2001,
dass
mit
dem
Jahr
2020
das
Zeitalter
der
bio-
und
nano-technischen
Kriegsführung
anbrechen
werde.
Im
Mai
2018
führte
ein
Artikel
des
Business
Insider
aus,
wie
chinesische
Unter-
nehmen
die
Gehirnaktivitäten
und
Emotionen
ihrer
Angestellten
überwachen,
um
Performance
und
Compliance
zu
kontrollieren.
Ein
NATO-Dokument
aus
dem
Jahr
2020
—
Titel:
»Kognitive
Kriegs-
führung,
ein
Kampf
ums
Gehirn«
—
schlägt
in
die
gleiche
Kerbe.
Der
Autor
des
Papiers,
Francois
du
Cluzel
vom
NATO
Innovation
Hub,
beschäftigt
sich
mit
Cyberkriegsführung,
Cyberpsychologie,
mit
psychologischer
Kriegsführung,
der
»Militarisierung
von
Technologie
und
Neurowissenschaften«,
PsyOps
und
dem
»Gehirn
als
Waffe«
—
oder
Angriffsziel.
Dass
Cluzel
seine
Thesen
nicht
für
den
luftleeren
Raum
artikuliert,
belegt
das
erste
»wissenschaftliche
NATO-Meeting
zu
kognitiver
Kriegsführung«,
das
am
21.
Juni
2021
in
Bordeaux
stattfand.
Die
im
Rahmen
des
Treffens
publizierte,
118
Seiten
starke
Zusam-
menfassung
mit
dem
Titel
»Kognitive
Kriegsführung:
Die
Zukunft
kognitiver
Dominanz«
macht
keinen
Hehl
aus
den
Absichten
des
wertewestlichen
Militärkomplexes.
Unter
der
Prämisse,
dass
China
als
erklärter
Klassenfeind
auf
diesem
Gebiet
derzeit
führend
sei,
arbeitet
das
nordatlantische
Bündnis
fieberhaft
daran,
ein
neues
globales
Wettrüsten
loszutreten.
Nur
geht
es
dieses
Mal
nicht
um
Atomsprengköpfe,
sondern
um
die
Köpfe
der
Bevölkerung.
Der
gegnerischen
wie
einheimischen.
Es
geht
um
invasive
Nano-
Technologie,
um
die
Unterminierung,
Disruption
und
endgültige
Abschaffung
des
freien
Denkens.
Involviert
ist
neben
der
zu
zweifelhaftem
Ruhm
gelangten
Johns
Hopkins
Universität
auch
das
geheimdienstnahe
Beratungs-
unternehmen
Booz
Allen
Hamilton,
der
ehemalige
Arbeitgeber
von
Edward
Snowden.
Und
das
Pentagon
natürlich.
Dieses
hatte
unter
Obama
bereits
2013
die
BRAIN
Initiative
ins
Leben
gerufen,
243
244
deren
erklärtes
Ziel
die
Kartographierung
der
86
Milliarden
Nervenzellen
des
menschlichen
Gehirns
ist.
Die
Erstellung
einer
Landkarte
der
kognitiven
Zentrale
unserer
Spezies.
Finanziert
wird
das
Projekt
maßgeblich
von
NIH
(National
Institute
of
Health),
DARPA
(Defense
Advanced
Reserach
Projects
Agency),
Google,
Microsoft
und
Qualcomm.
Big
Tech
und
Neurowissenschaft
arbeiten
also
auf
Geheiß
des
militärisch-industriellen
Komplexes
daran,
»das
Gehirn
zum
Schlachtfeld
der
Zukunft«
zu
machen,
wie
norwegische
Militärzirkel
es
in
einem
Artikel
vom
3.
November
2021
formulieren.
Auch
der
NATO-Staat
im
Norden
rührt
die
Kriegstrommeln.
Die
Rüstungsausgaben
bis
2036
belaufen
sich
auf
50
Milliarden
Euro.
Noch
vor
einem
Jahr
sprach
man
gerade
mal
von
einem
Viertel
dieses
Betrages.
Damit
übertrifft
das
Land
schon
jetzt
das
für
2026
gesetzte
Zwei-Prozent-Ziel
der
NATO.
Am
Institut
für
Verteidigungsstudien
(IFS)
in
Oslo
ist
man
darüber
hinaus
der
Meinung,
dass
in
Norwegen
»mehr
Menschen
mit
Waffen
in
Berührung
kommen
sollen,
um
im
Verteidigungsfall
damit
umgehen
zu
können«.,
Stellt
sich
die
Frage,
ob
der
Wertewesten
es
tatsächlich
auf
eine
eskalierende
militärische
Konfrontation,
auf
heißen
Krieg
mit
Russland
und
China
abgesehen
hat
—
oder
ob
dergestalt
Meldungen
bereits
die
Detonation
der
Bombe
darstellen.
Denn
wer
liest,
dass
er
künftig
öfter
mit
der
Waffe
in
Berührung
kommen
und
sich
auf
den
Verteidigungsfall
vorbereiten
soll,
reagiert
darauf.
Mit
Angst.
Die
norwegischen
Militärstrategen
führen
diesbezüglich
aus:
»Auch
wenn
es
Propaganda-
und
Beeinflussungsstrategien
schon
immer
gab,
ist
es
den
Akteuren
durch
die
Ausgereiftheit
neuer
digitaler
Technologien
und
die
immer
weiter
verbreitete
Nutzung
sozialer
Medien
möglich,
mit
maßgeschneiderten
und
zielgerich-
teten
Inhalten
in
Echtzeit
ein
größeres
Publikum
zu
erreichen.
Die
kognitive
Kriegsführung
hebt
bereits
bekannte
und
neuartige
Ansätze
in
den
Bereichen
Informations-,
Cyber-
und
psychologische
Kriegsführung
auf
eine
neue
Ebene,
indem
sie
nicht
nur
versucht,
die
Denkweise
der
Menschen,
sondern
auch
ihre
Reaktion
auf
In-
formationen
zu
verändern.
Darüber
hinaus
verwischen
Methoden
der
kognitiven
Kriegsführung
die
Grenzen
zwischen
zivilen
und
militärischen
Zielen
und
verlagern
möglicherweise
die
Anwendung
von
Gewalt
vom
physischen
in
den
virtuellen
Bereich.«
Wie
Zensur
und
präventive
Zensur
missliebiger
Information
den
Lauf
der
Welt
beeinflussen,
haben
die
letzte
US-Wahl
oder
COVID-19
veranschaulicht.
Durch
selektive
Wiedergabe
von
Inhalten
werden
die
individuelle
Wahrnehmung
der
Realität
und
in
Konsequenz
die
öffentliche
Meinung
sowie
das
Verhalten
der
breiten
Masse
beeinflusst.
Das
funktioniert,
so
lange
die
Zielperson
die
relevanten
Kanäle
frequentiert
und
genug
Zeit
an
ihren
Endgeräten
verbringt
—
womit
für
die
Spitze
der
pyrami-
dalen
Hierarchie
ein
gewisses
Risiko
verbunden
ist.
Immer
mehr
Menschen
misstrauen
dem
System
und
seiner
vierten
industriellen
Revolution.
Daher
setzt
kognitive
Kriegsführung
auf
invasivere
Technologien
wie
RFID-Chips,
Brain-Computer-Interfaces
(BCI),
Smart
Dust
und
Nano-Bots
—
auf
Technologie,
die
nicht
mehr
nur
am,
sondern
im
Organismus
arbeitet.
Direkte
Steuerungs-
funktion,
anstelle
von
indirekter
Manipulation.
Nur
so
wird
die
Herrschaftskaste
Gedanken,
Emotionen
und
Reaktionen
ihres
Humankapitals
verlässlich
kontrollieren
und
antizipieren
können.
Das
mag
für
manchen
nach
Science
Fiction
klingen.
Ist
es
aber
nicht.
Implantierte
RFID-Chips
ersetzen
schon
jetzt
Bankkarten,
ÖV-Tickets
und
Haustürschlüssel.
Seit
knapp
zehn
Jahren
dis-
kutiert
der
Mainstream,
ob
Kinder,
Tiere
und
Angestellte
zu
Zwecken
der
Sicherheit
und
Effizienzsteigerung
gechipt
werden
sollten.
Viele
dieser
Projekte
sind
in
vollem
Gange.
In
Schweden
gab
es
2019
einen
wahren
Hype
um
implantierbare
Zahlungsmittel.
245
246
Tausende
Menschen
ließen
sich
Chips
von
der
Größe
eines
Reis-
korns
einpflanzen,
um
damit
bargeldlos
Geschäfte
zu
tätigen.
4,5
Millionen
Menschen
ließen
sich
von
Worldcoin
die
Iris
scannen,
um
eine
digitale
ID
und
ein
paar
Token
zu
erhalten.
Und
Elons
Musks
Neuralink-Projekt
sorgte
2021
für
Schlagzeilen,
als
Ver-
suchstiere
mittels
Gedanken
einen
Computer
bedienen
konnten.
Die
meisten
der
gechipten
Affen
starben
jedoch
einen
qualvollen
Tod.
Tierschützer
liefen
Sturm.
Das
hielt
die
amerikanische
Food
and
Drug
Administration
(FDA)
nicht
davon
ab,
Neuralink
Ende
2023
die
Genehmigung
für
Versuche
am
Menschen
zu
erteilen.
Im
Januar
2024
unterzog
sich
der
erste
Proband
diesem
riskanten
Eingriff.
Einen
Monat
später
war
er
in
der
Lage,
die
Maus
eines
Computers
mit
seinen
Gedanken
zu
steuern.
In
den
Medien
wird
Musks
Projekt
als
revolutionärer
Fortschritt
im
Bereich
der
Neurowissenschaften
angepriesen
—
obwohl
CIA
und
DARPA
bereits
in
den
90ern
solche
Versuche
durchfiihrten.
Nicht
umsonst
berichtete
The
Atlantic
im
November
2018,
dass
das
Pentagon
plane,
»die
Gehirne
seiner
Soldaten
zu
programmieren«.
Was
der
Gesellschaft
derzeit
als
bahnrechende
Entwicklung
verkauft
wird,
ist
alte
Technologie.
Die
zunehmende
Berichterstattung
soll
nur
deren
Anwendung
in
der
Breite
normalisieren.
Auch
benötigt
man
keinen
operativen
Eingriff
mehr,
um
Neuro-
Technologie
ins
menschliche
Gehirn
zu
bringen.
Ein
DARPA-finan-
ziertes
Start-up
stellte
bereits
vor
knapp
zehn
Jahren
Nano-Bots
vor,
die
ihren
Weg
ins
Hirn
über
die
Blutbahn
finden.
Das
Harvard
Magazine
berichtete
im
Januar
2011
über
bio-kompatible
Tran-
sistoren
von
der
Größe
eines
Virus.
Sie
sind
so
klein,
dass
sie
in
Zellen
eindringen
können,
ohne
die
Zellwand
zu
schädigen.
Und
folgt
man
den
Ausführungen
von
Dr.
Kris
Pister,
Kopf
der
2002
gegründeten
Firma
Dust
Networks
(heute
Analog
Devices),
war
Nanotechnologie
schon
kurz
nach
der
Jahrtausendwende
so
klein,
dass
sie
als
»Smart
Dust«
—
als
intelligenter
Staub
—
flächendeckend
eingesetzt
werden
konnte.
Es
haperte
lediglich
an
der
zivilen
Infrastruktur
für
den
Roll-out.
Dank
5G-Netzausbau
und
totaler
Digitalisierung
unseres
Lebensraumes
hat
sich
das
zwischen-
zeitlich
geändert.
Und
das
sollte
Grund
zur
Sorge
geben.
Denn
schon
vor
eineinhalb
Jahrzehnten
wusste
Pister:
»Smart
Cities
der
Zukunft
werden
diese
kostengünstige
Technologie
mit
geringem
Stromverbrauch
nutzen
und
sie
praktisch
überall
verteilen«.
Pister
spricht
diesbezüglich
von
sogenannten
Mesh-Netzwerken
oder
»Dust-Clouds«,
von
artifiziellen
Staubwolken,
die
aus
einer
Vielzahl
mikroskopisch
kleiner
Nano-Partikel
bestehen.
In
einer
Fabrik
können
diese
Nano-Bot-Wolken
eingesetzt
werden,
um
Prozessabläufe
zu
analysieren.
In
Ballungszentren,
um
Verkehrs-
ströme
zu
steuern.
Wie
das
Massachusetts
Institute
of
Technology
(MIT)
in
einem
Beitrag
vom
16.
Juli
2013
ausführt,
können
die
Schaltkreise
und
Sensoren
der
mit
Ultraschall
und
Bewegungs-
energie
betriebenen
Nano-Bots
aber
auch
Gehirnaktivitäten
des
Menschen
überwachen
und
beeinflussen.
Das
Fachmagazin
Nature
veröffentlichte
am
30.
Juli
2015
einen
Artikel
von
Nina
Vogt,
der
beschreibt,
wie
per
herkömmlicher
Spritze
injizierbare
Mesh-Netzwerke
die
Neuralfunktionen
auf-
zeichnen,
interpretieren
oder
verändern
können.
Am
24.
Juli
2021
konnte
man
bei
der
BBC
nachlesen,
dass
und
wie
der
Infrarotlicht
verwendende
Nano-Partikel
NeuroSWARM3
menschliche
Ge-
danken
lesen
wird.
Und
wie
die
2013
registrierte
Google-Patent-
nummer
US9539210B2
belegt,
war
Nano-Technologie
seit
langem
auch
für
Impfungen
vorgesehen.
Dazu
werden
wir
künftig
nicht
mehr
unbedingt
im
Impfzentrum
oder
beim
Hausarzt
antreten
müssen.
Denn
wie
BBC,
MIT,
Nature
oder
die
Britische
Regierung
mitteilen,
haben
China
und
Indien
bereits
inhalierbare
Impfstoffe
zugelassen.
In
Großbritannien
247
248
und
anderen
Ländern
laufen
Versuchsreihen
und
Genehmigungs-
verfahren.
Es
braucht
nicht
viel
Fantasie,
um
sich
vorzustellen,
was
dem
pharmazeutisch-digital-finanziellen
Komplex
in
diesem
Kontext
vorschwebt.
Und
auch
nicht,
um
sich
die
Tragweite
der-
artiger
Entwicklungen
zu
vergegenwartigen.
Wir
sind
wohl
nur
ein,
zwei
herbeikalkulierte
Pandemien
davon
entfernt,
Massenimpfungen
über
die
Atemluft
verabreicht
zu
be-
kommen.
Enthalten
diese
neben
mRNA
oder
anderen
Wirkstoffen
auch
Nano-Technologie,
ist
das
Recht
auf
korperliche
Unver-
sehrtheit
endgültig
Makulatur.
Das
Individuum
wird
Teil
eines
Mesh-Netzwerkes,
einer
Cloud,
seine
Gedanken
les-
und
seine
Emotionen
steuerbar.
Verdeckt
applizierte,
durch
Schallwellen,
Licht
oder
elektromagnetische
Ladung
steuerbare
Technologie
in
unserem
Gehirn
stellt
einen
Angriff
auf
unsere
Fahigkeit
dar,
frei
denken
zu
können.
Wirkt
diese
Technologie
wie
von
den
Technokraten
gewünscht,
lässt
sich
Widerstand
gegen
Tyrannen
und
Oppressoren
womoglich
bald
per
Knopfdruck
beenden.
Unter
dieser
Pramisse
muss
auch
das
Thema
Geoegineering
neu
bewertet
werden.
Denn
wahrend
die
USA,
China,
Dubai
oder
auch
das
Land
Baden-Wiirttemberg
einräumen,
seit
Jahrzehnten
großflächig
Cloud
Seeding
zu
betreiben
—
also
Wettermodifikation
zur
Hagelabwehr
oder
atmosphédrischem
Wassermanagement
—
durften
die
verdeckt
laufenden
Projekte
in
diesem
Bereich
zwischenzeitlich
deutlich
weiter
gehen.
Siehe
dazu
mein
Artikel
»Wetter
als
Waffe«,
der
die
gut
dokumentierte
Geschichte
der
Wettermanipulation,
uber
200
Patentanmeldungen
auf
diesem
Gebiet
sowie
die
Militarisierung
der
Domäne
seit
Ende
des
19.
Jahrhunderts
en
Detail
beleuchtet.
Das
US-Militär
nutzte
künstlich
erzeugten
Regen
bereits
im
Vietnam-Krieg
als
Waffe.
Vor
einem
halben
Jahrhundert.
Was
heute
möglich
ist,
möchte
man
sich
kaum
vorstellen.
Unter
dem
Vorwand,
das
Weltklima
retten
zu
wollen,
planen
die
von
Eugenik
beseelten
Philanthropen
der
»Super
Class«,
unseren
Planeten
in
eine
chemische
Wolke
zu
hüllen.
CNBC
berichtete
am
7.
September
2019.
Mit
800
Großraumflugzeugen
sollen
Tonnen
von
Kalk,
Titan,
Zinkoxid,
Aluminium
und
»Staub«
in
der
At-
mosphäre
ausgebracht
werden,
um
die
Sonneneinstrahlung
zu
reduzieren.
China
beschäftigt
fast
40.000
Personen
im
Bejing
Weather
Modification
Office,
dem
35
speziell
ausgerüstete
Flug-
zeuge
zur
Verfügung
stehen.
Nach
Informationen
von
Vanity
Fair
gaben
die
Wetteringenieure
im
Reich
der
Mitte
schon
2006
eine
Million
Schüsse
in
den
Himmel
ab
und
starteten
80.000
Raketen.
Mit
knapp
100
Flugzeugen
ließe
sich
ganz
China
gleichzeitig
bearbeiten.
Mit
9.596.960
Quadratkilometern
Fläche
immerhin
das
drittgrößte
Land
der
Erde.
Für
die
gesamte
Landfläche
des
Planeten,
knapp
150
Millionen
Quadratkilometer,
wären
also
circa
1.500
Flugzeuge
nötig.
Allerdings
nur,
wenn
diese
gleichzeitig
im
Einsatz
sind.
Sequenziert
man
Geoengineering-Aktivitäten,
käme
man
mit
einer
Flotte
von
500
bis
750
Flugzeugen
aus
und
wäre
dennoch
in
der
Lage,
den
gesamten
Globus
abzudecken.
Die
Sonne
bekäme
man
unter
dieser
mutmaßlich
gesundheitsschädlichen
Wolkendecke
jedenfalls
nur
noch
selten
zu
Gesicht.
Kostengünstige
Nano-Partikel
bei
Cloud-Seeding-Flügen
aus-
zubringen,
wäre
ein
Leichtes.
In
unserer
Nahrung,
die
von
der
Prädatorenkaste
seit
jeher
als
Waffe
gegen
ihre
Gegner
und
Unter-
tanen
eingesetzt
wird,
befinden
sich
neben
allerlei
Giften
wie
Glyphosat
oder
Fluorid
ja
auch
schon
mRNA-behandeltes
Fleisch,
genmanipulierter
Fisch
oder
DNA-codierte
Pilzsporen
»zur
Opti-
mierung
der
Supply
Chain«.
Ob
die
Konsumenten
gesundheitliche
Schäden
davon
tragen,
ist
der
Konzern-Plutokratie
gleichgültig.
Ohne
Zweifel:
Der
dritte
Weltkrieg
ist
in
vollem
Gange.
Es
ist
ein
asymmetrischer
Krieg,
ein
heimtückischer
Angriff
der
249
250
Herrschenden
auf
die
Spezies
Mensch.
Geführt
wird
er
an
allen
Fronten.
Er
soll
nicht
nur
das
Finanzsystem,
die
Weltwirtschaft,
etablierte
Sozialstrukturen,
Bildung
und
tradierte
Wertesysteme
transformieren,
sondern
vor
allem
uns.
Denn
damit
rückt
das
erklärte
Ziel
der
Eugenik-Apologeten
—
die
kontrollierte
Zucht
einer
tumben,
konformistischen
Klasse
von
Lohnsklaven
—
in
greifbare
Nähe.
Bleibt
nur
die
Frage,
ob
die
neofeudalistischen
Herrschaftskartelle
ihren
Nachhaltigkeitskorporatismus
dieses
Mal
ohne
Blutver-
gießen
und
die
totale
militärische
Eskalation
implementieren
können.
Die
Geschichte
spricht
dagegen.
Und
es
ist
an
uns,
sie
zu
ändern.
Jetzt.
Montagnola,
am
29.
April
2024
Trump
Reloaded
»Worte
interessieren
nur
da,
wo
sie
zu
Taten
führen«,
notierte
ich
vor
knapp
15
Jahren
für
einen
meiner
Texte.
Gelten
sollte
diese
Prämisse
vor
allem
für
Wahlversprechen.
Doch
die
Geschichte
zeigt,
dass
von
den
vollmundigen
Zusicherungen
eines
Wahlkampfes
nach
Amtsantritt
kaum
etwas
umgesetzt
wird.
Davon
muss
wohl
auch
in
Bezug
auf
die
US-Präsident-
schaftswahl
2024
ausgegangen
werden.
Auch
wenn
viele
immer
noch
auf
eine
»Trockenlegung
des
Sumpfes«
hoffen.
Ein
Überblick.
Unterhaltsam
ist
es
bisweilen.
Keine
Frage.
Ist
ja
auch
Politain-
ment.
Fake.
Eine
Show.
Eine
ziemlich
kostenintensive
dazu.
Und
einer
gewissen
Schadenfreude
kann
man
sich
in
der
Tat
kaum
verwehren,
betrachtet
man
die
irrationalen
Reaktionen,
Nerven-
zusammenbrüche
und
infantilen
Ausraster
der
Wahlverlierer
—
dem
Lager,
das
in
puncto
Covid,
Klimaschutz
und
Genderpolitik
nie
einen
Hehl
aus
seinen
totalitären
Anwandlungen
machte.
Leider
wird
aus
Spaß
aber
schnell
bitterer
ernst.
So
tötete
ein
psychisch
labiler
Mann
aus
Minnesota
am
Tag
nach
Donald
Trumps
Wahlsieg
zuerst
seine
ehemalige
Partnerin
und
deren
Kind,
dann
seine
Frau
und
den
eigenen
Sohn,
und
anschließend
sich
selbst.
Während
die
Polizei
bislang
kein
offizielles
Tatmotiv
kommuniziert,
implizieren
Social-Media-Beiträge
des
46-jährigen
Demokraten,
dass
seine
Angst
vor
den
Republikanern,
beziehungs-
weise
dem
Einzug
Trumps
ins
Weiße
Haus,
durchaus
Auslöser
des
Amoklaufes
sein
könnten.
251
252
Während
die
weithin
von
»Wokeness«
beseelten
Demokraten
ihre
Wunden
lecken,
zelebrieren
das
konservative
Lager
der
Republikaner
und
die
MAGA-Apologeten
einen
vermeintlich
historischen
Sieg.
Trump
selbst
verspricht
bei
seiner
Siegesrede
ein
»goldenes
Zeitalter«.
Dass
er
jetzt
»alles
in
Ordnung
bringen«
werde.
Die
Krypto-Branche
wähnt
sich
im
Aufwind.
Der
Bitcoin-
Kurs
steigt.
Dow
Jones,
S&P
500
und
Nasdaq
erreichen
neue
All-
zeithochs.
In
Iowa
soll
2026
eine
Art
Weltausstellung
stattfinden,
um
das
250-jährige
Jubiläum
Amerikas
zu
feiern.
Bis
zum
Beginn
der
Feierlichkeiten
sollen
Elon
Musk
und
Vivek
Ramaswamy
die
Ausgaben
des
Staatsapparats
um
zwei
Billionen
US-Dollar
reduziert
haben.
Natürlich
ist
Trump
auch
die
letzte
Chance
der
USA,
um
endlich
die
Grenze
zu
Mexiko
zu
sichern.
Und
von
Robert
F.
Kennedy
Jr.
erwartet
man,
die
Vereinigten
Staaten
im
Rahmen
eines
MAHA-Programmes
—
»Make
America
Healthy
Again«
—
wieder
gesund
zu
machen.
Im
Uberschwang
der
Euphorie
—
oder
Frust
der
Niederlage
—
fällt
gerne
unter
den
Tisch,
dass
Wahler
in
Amerika
den
Präsidenten
gemäß
Verfassung
gar
nicht
direkt
wählen
dürfen,
weil
das
fiir
die
Wahl
des
Präsidenten
zuständige
Electoral
College
im
Prinzip
völlig
unabhängig
vom
eigentlichen
Wahlausgang
entscheiden
kann.
Die
Wahlmänner
könnten
auch
jeden
anderen
zum
Staats-
oberhaupt
ernennen.
Ob
das
Volk
ihn
will,
oder
er
überhaupt
angetreten
ist,
spielt
rein
formal
gar
keine
Rolle.
Bei
genauerer
Betrachtung
also
nicht
unbedingt
Demokratie
in
Reinform.
Egal.
Schnöde
Details.
»Trust
the
plan.
Wir
haben
gewonnen.
Geschichte
wurde
geschrieben«
—
und
so
weiter.
Die
NATO
gibt
unterdes
zu
Protokoll,
dass
sich
an
ihrer
geostrate-
gischen
Agenda
»nichts
ändern
wird,
egal,
wer
die
Wahl
gewinnt«,
weil
das
»im
Interesse
der
Vereinigten
Staaten
liege«.
Vielleicht
hat
das
US-Militär
ja
deshalb
nur
wenige
Stunden
nach
Schließung
der
Wahllokale
eine
Minuteman
III
Interkontinentalrakete
zu
Testzwecken
abgefeuert.
Eine
Langstreckenwaffe,
die
drei
einzeln
steuerbare
Atomsprengkopfe
transportieren
kann.
Auch
das
Ron
Paul
Institute
rechnet
nicht
mit
grundlegenden
Veränderungen
und
führt
diverse
Bereiche
an,
die
unabhängig
von
der
Besetzung
des
Oval
Office
ein
Problem
bleiben
werden:
Kontinuierliche
Unterminierung
der
Verfassung,
Krieg
gegen
die
eigene
Bevölkerung,
Tiefenstaat,
Washingtons
ausufernde,
verstetigte
Notstandsermachtigungen,
Militarinterventionen
in
aller
Welt,
maßlose
Korruption
und
staatliche
Tyrannei.
Klingt
nicht
wirklich
nach
einem
goldenen
Zeitalter.
Die
Reaktionen
rund
um
die
US-Wahl
—-
ob
positiv
oder
negativ,
ob
vor
Ort
oder
im
Rest
der
Welt
—
veranschaulichen
jedenfalls,
dass
Wahlen
Emotionsamplituden
auslösen,
die
in
keiner
Rela-
tion
zu
dem
stehen,
was
ein
Prasident,
Kanzler
oder
Premier-
minister
tatsachlich
bewirken
kann.
Sonst
hatte
Trump
den
tiefenstaatlichen
»Sumpf«
ja
schon
in
seiner
ersten
Amtsperiode
trockenlegen
können.
Während
die
Demokraten
also
darauf
warten,
dass
die
USA
ab
dem
20.
Januar
2025
zur
Diktatur
verkommen
und
auf
Demons-
trationen
gegen
das
Resultat
der
US-Variante
von
Demokratie
protestieren,
fiebern
die
anderen
dem
Anbruch
eines
goldenen
Zeitalters
entgegen.
Genug
Zeit
also,
den
47.
Heilsbringer
im
Oval
Office
noch
einmal
genauer
unter
die
Lupe
zu
nehmen.
Denn
auch
wenn
Donald
Trump
sich
fraglos
darauf
versteht,
zu
unterhalten
und
große
Reden
von
Freiheit
und
staatlicher
Souveränität,
von
Weltfrieden
und
Prosperitdt
zu
schwingen,
sprechen
seine
Taten
zumeist
eine
ganz
andere
Sprache.
253
254
Fangen
wir
vorne
an:
Dank
der
Zurückstellung
vom
Wehrdienst
konnte
Donald
Trump
bereits
1968
bei
Trump
Management
ein-
steigen,
dem
Unternehmen
seines
Vaters
Fred
C.
Trump,
der
vor
allem
mit
staatlichen
geförderten
Wohnungsbauprojekten
—
»Federal
Housing
Projects«,
heute
die
Ghettos
von
New
York
—
zum
Multimillionar
geworden
war.
1971
übernahm
Donald
im
Alter
von
25
Jahren
die
Geschäftsleitung
der
Firma.
Bei
Interviews
prahlt
er
bis
heute
gerne
damit,
dass
sein
Vater
ihm
in
jungen
Jahren
»lediglich
einen
kleinen
Kredit«
über
eine
Million
Dollar
als
Startkapital
gewährte.
Daraus
habe
er
dann
als
gewiefter
Unter-
nehmer
ein
Immobilienimperium
erschaffen.
Dieser
Darstellung
widerspricht
ein
Artikel
der
New
York
Times
(NYT)
vom
2.
Oktober
2018,
der
basierend
auf
Steuer-
und
Buchhaltungsunterlagen
kalkuliert,
dass
Donald
Trump
gut
60
Millionen
US-Dollar
an
Krediten
erhielt.
»Im
Alter
von
drei
Jahren
verdiente
Trump
am
Imperium
seines
Vaters
200.000
Dollar
jährlich.
Mit
acht
Jahren
war
er
Millionär.
Mit
17
Jahren
überließ
ihm
sein
Vater
einen
Teilbesitz
an
einem
Mehrfamilienhaus
mit
52
Wohneinheiten.
Kurz
nachdem
Trump
das
College
abgeschlossen
hatte,
erhielt
er
von
seinem
Vater
jähr-
lich
umgerechnet
eine
Million
Dollar.
Uber
die
Jahre
stiegen
die
jährlichen
Schenkungen.
In
seinen
Vierzigern
und
Fiinfzigern
lagen
sie
bei
über
fünf
Millionen
Dollar
jährlich.«
Als
Fred
Trump
im
Juni
1999
verstarb,
hatte
der
trickreiche
Unternehmer
und
Steuerallergiker
seinem
Sprössling
nach
Berechnungen
der
NYT
insgesamt
413
Millionen
Dollar
über-
schrieben.
Selbst
wenn
New
York
Times,
Associated
Press
und
Co.
im
Jahr
2018
mit
diesen
Artikeln
fraglos
Stimmung
gegen
Trump
machen
wollten,
kann
dessen
selbstbeweihräu-
chernde
Darstellung
augenscheinlich
nicht
ganz
der
Wahr-
heit
entsprechen.
Aber:
Er
hatte
Erfolg.
Und
das
war
in
der
Immobilienbranche
des
New
Yorks
der
70er
und
80er
nicht
selbstverständlich.
Denn
sie
wurde
von
der
Mafia
dominiert.
Von
den
»Fünf
Familien«.
Wer
nicht
den
Schutz
von
»Fat
Tony«
Salerno,
Carmine
Galante,
Paul
Castellano
et
al.
genoss,
den
Bossen
der
Genovese-,
Bonanno-
und
Gambino-Familien,
hatte
schlechte
Karten.
Das
wusste
auch
Donald
Trump.
Also
macht
er
Gebrauch
von
den
exzellenten
Kontakten
seines
Freundes,
Mentors
und
Anwalts
Roy
Cohn,
der
nicht
nur
enge
Verbindungen
zum
langjährigen
FBI-Chef
J.
Edgar
Hoover
pflegte,
sondern
unter
anderem
auch
Nancy
Reagan,
die
Besitzer
des
Studio
54,
Andy
Warhol,
die
katholische
Erzdiözese
und
die
Führungsetage
der
fünf
Mafia-Familien
als
Anwalt
vertrat.
Nicht
umsonst
ist
Cohn
ein
zentraler
Charakter
in
Whitney
Webbs
Zweiteiler
»One
Nation
under
Blackmail«.
Den
Kontakt
zu
Cohn,
einer
Schlusselfigur
für
die
Zusammenarbeit
von
Oberschicht
und
Unterwelt,
suchte
Donald
Trump
bereits
1973,
als
die
US-Regierung
ein
Unternehmen
seines
Vaters
verklagte.
Er
sollte
bestehen
bleiben,
bis
Cohn
im
August
1986
seiner
AIDS-Erkrankung
erlag.
Cohns
Verbindungen
zu
Politik,
Mafia
und
Jimmy
Hoffas
teilkrimi-
neller
Teamster-Gewerkschaft
sorgten
dafür,
dass
Trump
in
der
Stadt
Fuß
fassen
und
sein
Geschäft
ausbauen
konnte.
Im
Gegenzug
war
er
gezwungen,
überteuerte
Baumaterialien
von
Fat
Tonys
Tarn-
firmen
zu
beziehen.
Nach
Angaben
eines
ehemaligen
Mitarbeiters
von
Cohn
trafen
sich
Trump
und
Salerno
in
dessen
Stadthaus
in
Manhattan.
Trump
will
sich
an
ein
solches
Meeting
allerdings
nicht
erinnern
können
—
obwohl
Salerno
1988
unter
anderem
wegen
Erpressung
in
Höhe
von
acht
Millionen
Dollar
im
Rahmen
eines
Trump-Bauprojektes
rechtskräftig
verurteilt
wurde.
Die
Wahrheit
kennt
wohl
nur
Trump
selbst.
Denn
Cohn
und
Fat
Tony
sind
tot.
Sicher
ist:
Die
Geschäftsbeziehungen
zwischen
Donald
Trump
und
Firmen
des
organisierten
Verbrechens
waren
intensiver
255
256
als
seinerzeit
üblich.
Auf
Tonbändern
des
FBI
und
der
US-Staats-
anwaltschaft,
damals
geleitet
vom
späteren
Trump-Anwalt
Rudy
Giuliani,
die
beim
Abhören
von
Mafia-Fahrzeugen
und
-Etablisse-
ments
entstanden,
ist
mehrfach
von
Trump-Projekten
die
Rede.
Donald
passte
sich
dem
Geschäftsgebaren
seines
Umfelds
an.
Den
opportunistischen,
skrupellosen,
steuervermeidenden
Praktiken
seines
Vaters
—
und
dem
von
organisierter
Kriminalität
durch-
zogenen
Filz
des
Ostküsten-Establishments.
Donald
Trumps
Frühphase,
seine
Geschäfte
und
Geschäftspartner
sind
also
nicht
unbedingt
ein
Paradebeispiel
in
Sachen
Arbeits-
ethos.
Im
Vergleich
zu
seinen
späteren
Kontakten
wirken
seine
Buddys
der
70er
und
80er
aber
fast
noch
sympathisch
—
denn
Steuern
sind
Raub
und
die
Mafia
pflegt,
im
Gegensatz
zu
Regie-
rungen,
Militär
und
Geheimdiensten,
zumindest
einen
Ehrenkodex.
Die
90er
begannen
für
Trump
mit
finanziellen
Turbulenzen.
Diverse
Bau-
und
Casino-Projekte
liefen
nicht
wie
geplant.
Invest-
ments
warfen
nicht
den
erwarteten
Gewinn
ab
und
die
Schulden
häuften
sich
bis
zur
Zahlungsunfähigkeit.
In
der
Öffentlichkeit
gab
er
jedoch
weiterhin
den
erfolgreichen
Entrepreneur.
1995
gründe
Trump,
immer
noch
bis
über
beide
Ohren
verschuldet,
eine
Aktiengesellschaft
und
ging
an
die
Börse.
Durch
diesen
Schritt
landete
er
nach
1989
erstmals
wieder
auf
der
Forbes-Liste
der
reichsten
Amerikaner.
Da
die
neue
AG
aber
aufgrund
der
Altlasten
mit
1,7
Milliarden
Dollar
verschuldet
war,
fiel
ihr
Börsenkurs
zwischen
1996
und
2005
von
35
Dollar
auf
17
Cent.
Dann
wurde
der
Handel
ausgesetzt.
Trump
bezog
aber
noch
bis
2009
Vergütungen
aus
der
Gesellschaft
in
Höhe
von
44
Millionen
Dollar.
Parallel
zu
diesen
fragwürdigen
Umtrieben
zu
Lasten
von
An-
legern
und
Geschäftspartnern
mauserte
sich
Donald
Trump
zum
Society-Phänomen.
Ob
The
Apprentice,
WrestleMania,
The
Fresh
Prince
of
Bel-Air,
Talkshows
oder
soziale
Anlässe
aller
Art
-
Trump
war
überall,
wo
sich
Öffentlichkeit
für
Trump
generieren
ließ.
Mit
Erfolg.
Überschuldung,
Zahlungsunfähigkeit,
Mafia-Kontakte,
Betrugsvorwürfe
und
juristische
Probleme
verblassten
im
omni-
präsenten
Scheinwerferlicht.
Weniger
glamourös
dagegen
ist
Donald
Trumps
Beziehung
zu
einem
der
verachtenswertesten
Menschen
der
jüngeren
Vergangen-
heit
—
Jeffrey
Epstein.
Denn
während
Trump
lange
Jahre
leugnete,
überhaupt
mit
Epstein
in
Kontakt
gestanden
zu
haben,
belegen
unlängst
veröffentlichte
Audio-Mitschnitte,
dass
er
sehr
wohl
eine
Beziehung
mit
dem
verurteilten
Sexualstraftäter,
Pädophilen,
Menschenhändler
und
Doppelagenten
pflegte.
Eine
sehr
enge.
Jeffrey
Epstein
bezeichnet
sich
im
Zuge
der
Aufnahmen
als
»Trumps
engsten
Freund«.
Für
über
zehn
Jahre.
Man
besuchte
die
gleichen
Partys,
kannte
die
gleichen
Leute.
Kaum
verwunderlich.
Epstein
war
bestens
mit
dem
»Who
is
Who«
des
Establishments
vernetzt
—
auch
mit
dem
zwielichtigen
Roy
Cohn.
Es
liegt
nahe,
dass
über
diesen
der
Erstkontakt
zustande
kam.
Epstein
erpresste
elitäre
Zirkel
in
aller
Welt
mit
heimlich
aufgenommenen
Videos
ar-
rangierter
Sex-Eskapaden.
Die
Opfer:
Meist
Minderjährige.
Manche
erst
acht
Jahre
alt.
Wer
Macht
und
Einfluss
ausüben
und
sichern
wollte,
nahm
seine
Dienste
in
Anspruch.
Das
wusste
wohl
jeder
seiner
engeren
Kontakte.
Trotzdem
sprach
Donald
Trump
von
einem
»tollen
Typen,
den
er
seit
15
Jahren
kenne«,
als
er
in
einem
Interview
mit
dem
New
York
Magazine
2002
nach
seiner
Meinung
zu
Epstein
und
der
gemeinsamen
Vorliebe
fiir
junge
Frauen
gefragt
wurde.
Darüber
hinaus
flog
Donald
Trump
mindestens
sieben
Mal
mit
Jeffrey
Epsteins
Privatjet,
besser
bekannt
als
»
Lolita
Express«.
Elon
Musk,
über
dessen
hinter
Imagedesign
verborgene
Nahe
zu
Militar,
Geheimdiensten,
Big
Pharma
und
Transhumanisten
257
258
ich
bereits
im
Oktober
2022
ausführlich
berichtet
habe,
hatte
ebenfalls
Verbindungen
zu
Jeffrey
Epstein,
wie
ein
ausführliches
Dossier
von
Johnny
Vedmore
belegt.
Ganz
zu
schweigen
von
Musks
Forderungen
nach
CO2-Steuern
gegen
den
Klimawandel
oder
seinen
offenen
Plädoyers
für
Technokratie,
einem
faschistischen
Herrschaftsmodell,
das
schon
sein
Großvater
Joshua
N.
Halde-
mann
in
leitender
Position
vertrat.
Man
kann
sich
also
ausmalen,
was
unter
einem
Effizienzprogramm
unter
Musks
Ägide
zu
er-
warten
ist
—
Tech-Faschismus,
getarnt
als
libertäre
Progressivität.
Auch
RFK
Jr.
flog
zwei
Mal
mit
dem
»Lolita
Express«,
gibt
aber
an,
in
Begleitung
von
Frau
und
Kindern
gereist
zu
sein
—
wahrend
er
gleichzeitig
erklärt,
die
beiden
Flüge
seien
nur
zustande
ge-
kommen,
weil
seine
»Frau
irgendeine
Art
von
Beziehung
mit
Ghis-
laine
Maxwell
hatte«.
Was
für
eine
Beziehung
das
war,
beschreibt
RFK
Jr.
nicht.
Dabei
waren
die
Hintergründe
dieser
Beziehung
durchaus
relevant
für
die
Bewertung
seiner
Verbindung
zum
Epstein-Netzwerk.
Denn
Maxwell,
deren
Elternhaus
fiir
CIA
und
Mossad
tatig
war,
war
seit
1991
Epsteins
engste
Mitarbeiterin.
Sie
führte
ihm
minderjahrige
Madchen
zu.
Phantombilder
legen
nahe,
dass
sie
auch
am
Verschwinden,
beziehungsweise
Tod,
von
Madeleine
McCann
beteiligt
sein
konnte.
Nach
dem
als
Suizid
vermarkteten
Mord
an
Epstein
im
August
2019
tauchte
Maxwell
ab.
Aufenthaltsort
unbekannt.
Erst
am
2.
Juli
2020
konnte
das
FBI
sie
festnehmen.
Im
Dezember
2021
wurde
Maxwell
wegen
Unter-
stitzung
von
Epsteins
Pado-Business
zu
20
Jahren
Haft
verurteilt.
Man
darf
gespannt
sein,
ob
Epsteins
unter
Verschluss
gehaltene
Kundenliste
jemals
ans
Licht
kommt.
Wenn
Trump
nichts
zu
ver-
bergen
hat,
seine
dahingehenden
Ankiindigungen
wahr
machen
und
den
Sumpf
trockenlegen
will,
könnte
er
damit
ordentlich
vorlegen.
Entsprechende
Forderungen
stehen
ja
bereits
im
Raum.
Bei
einer
Pressekonferenz
im
Weißen
Haus
am
21.
Juli
2020
verkündete
er
allerdings
noch,
Maxwell
mehrfach
getroffen
zu
haben
und
wünschte
ihr
»wirklich
alles
Gute«.
Wahrscheinlich
ist
eine
Offenlegung
der
Kundenliste
aber
nicht.
Denn
auch
Trumps
neuer
Generalstaatsanwalt,
Matt
Gaetz,
gegen
den
2020
wegen
sexueller
Kontakte
zu
einem
minderjährigen
Mädchen
ermittelt
wurde,
sprach
sich
in
der
Vergangenheit
explizit
gegen
eine
neuerliche
Überprüfung
des
Falls
Epstein
aus.
Er
behauptete
außerdem,
Epstein
sei
von
ausländischen
Geheimdiensten,
nicht
vom
US-Tiefenstaat
ermordet
worden.
Sein
Wahlkampf-Team
nutzte
denn
auch
die
gleiche
Anwaltskanzlei
wie
Jeffrey
Epstein.
Und
ein
enger
Vertrauter
von
Gaetz
warb
intensiv
dafür,
Ghislaine
Maxwell
aus
der
Haft
zu
entlassen.
Seit
2021
ist
Gaetz
mit
der
Schwester
des
Peter
Thiel-Proteges
Palmer
Lucky
verheiratet,
der
mit
seiner
Firma
Anduril
für
das
High-
Tech-Überwachungssystem
an
der
mexikanischen
Grenze
ver-
antwortlich
zeichnet,
KI-Waffenprogramme
entwickelt
und
für
das
US-Verteidigungsministerium
an
Project
Maven
arbeitet.
Sumpf,
soweit
das
Auge
reicht.
Trockenzulegen
gäbe
es
da
also
einiges.
Warten
wir’s
ab
—
und
werfen
unterdes
einen
Blick
auf
Donald
Trumps
erste
Amtszeit.
Denn
auch
diesbezüglich
sagen
Taten
mehr
als
Worte.
Während
Trump
sich
derzeit
als
Gegner
der
Weltgesundheitsorga-
nisation
(WHO)
geriert,
war
er
als
45.
US-Präsident
mit
»Operation
Warp
Speed«
(OWS)
für
eine
militarisierte
Impf-Kampagne
der
Superlative
verantwortlich,
die
300
Millionen
Dosen
einer
ex-
perimentellen
mRNA-Gentherapie
unters
Volk
bringen
und
den
Herstellern
mindestens
18
Milliarden
Dollar
in
die
Kasse
spülen
sollte.
Anthony
Fauci,
den
Trump
heute
gerne
öffentlich
diffamiert,
kümmerte
sich
für
ihn
um
den
Rollout
der
Injektionen
und
die
damit
verbundene
Nudging-Propaganda.
Für
seine
Verdienste
im
259
260
Rahmen
von
OWS
erhielt
Fauci
von
Trump
am
letzten
Tag
seiner
Präsidentschaft
eine
Auszeichnung,
wie
eine
Pressemitteilung
im
Archiv
des
Weißen
Hauses
belegt.
Während
Trump
sich
in
den
letzten
Wochen
medienwirksam
von
Fauci
distanzierte
und
abstritt,
diese
Auszeichnung
abgesegnet
zu
haben,
verweisen
Mitarbeiter
des
Weißen
Hauses
darauf,
dass
eine
solche
Aus-
zeichnung
gemäß
Protokoll
nur
dann
verliehen
wird,
wenn
der
Präsident
sie
persönlich
autorisiert.
Fragt
sich,
wer
lügt.
Daneben
genehmigte
Trump
im
Februar
2020
eine
Zahlung
von
1,16
Milliarden
US-Dollar
an
GAVI,
die
Impfallianz
von
WHO,
Weltbank,
UNICEF
und
der
Bill
&
Melinda
Gates
Stiftung.
Der
Betrag
sollte
GAVI
binnen
drei
Jahren
über
die
CIA-Tarnfirma
USAID
ausbezahlt
werden.
Ungeachtet
aller
Gegenanzeigen,
Nebenwirkungen
und
Kollateralschäden
durch
Lockdowns
und
partielle
Impfpflichten
pries
Donald
Trump
OWS
stets
als
durch-
schlagenden
Erfolg.
Erst
nach
der
Ankündigung,
mit
Kennedy
kollaborieren
zu
wollen,
hielt
er
sich
mit
dem
Eigenlob
zurück.
Dass
er
sich
in
den
Wochen
vor
dem
Wahlsieg
neu
positionierte,
dürfte
also
reine
Wahlkampfstrategie
gewesen
sein.
Wenn
Trump
nun
in
Aussicht
stellt,
Impfungen
verbieten
und
Amerika
gemeinsam
mit
RFK
Jr.
gesund
machen
zu
wollen,
ist
das
in
Anbetracht
der
immensen
Marktmacht
von
Big
Pharma
kaum
als
realistisch
zu
bewerten.
Siehe
Briefing
des
Roosevelt
Institute
vom
22.
Mai
2019.
Titel:
»Kapern
der
Regierung
—
Wie
Big
Pharma
die
Gesetzgebung
übernahm«.
In
Trumps
Team
wurden
in
den
letzten
Wochen
bereits
Stimmen
laut,
die
forderten,
sich
von
RFK
Jr.
zu
distanzieren.
Während
Kennedy
in
einem
Interview
vom
28.
Oktober
verkündete,
Trump
habe
ihm
den
»Chefposten
der
Gesundheitsbehörde
HHS
versprochen«,
stellte
Howard
Lutnik,
Vize-Vorsitzender
von
Trumps
Transition-Team,
am
30.
Oktober
bei
CNN
fest,
dass
dies
»natürlich
nicht
der
Fall
sein
werde«
und
man
Kennedy
lediglich
Zugriff
auf
Daten
gewähren
wolle.
Am
14.
November
gab
Donald
Trump
dann
allerdings
bekannt,
RFK
Jr.
tatsachlich
zum
Chef
der
HHS
machen
zu
wollen.
Die
Nominierung
muss
aber
noch
vom
Senat
bestätigt
werden.
Und
bis
Januar
kann
noch
einiges
passieren.
Die
Vergangenheit
lässt
jedenfalls
darauf
schließen,
dass
weder
Big
Pharma
noch
WHO
oder
GAVI
künftig
unter
der
neuen
Regierung
leiden
werden.
Dann
wären
da
noch
die
galoppierenden
Staatsschulden
der
Vereinigten
Staaten.
Denn
unter
Trumps
Ägide
schöpfte
die
US-
Zentralbank
allein
im
Jahr
2020
über
drei
Billionen
Dollar.
»Die
Vereinigten
Staaten
haben
im
Juni
mehr
Geld
gedruckt
als
in
den
ersten
zwei
Jahrhunderten
nach
ihrer
Gründung.
Letzten
Monat
war
_
das
Haushaltsdefizit
der
USA
—
864
Milliarden
Dollar
—
größer
als
die
Gesamtverschuldung
von
1776
bis
Ende
1979«,
so
Dan
Morehead,
CEO
von
Pantera
Capital
am
29.
Juli
2020.
Seit
2020
hat
die
Staats-
verschuldung
um
knapp
zwölf
Billionen
Dollar
zugenommen
und
belief
sich
im
September
2024
auf
35,46
Billionen
Dollar.
Das
sollten
speziell
Trump-Anhänger
vor
Ort
nicht
vergessen,
wenn
sie
nun
für
den
Wocheneinkauf
deutlich
tiefer
in
die
Tasche
greifen
müssen.
Inflation
sei
Dank.
»Dafür
hat
Trump
keine
neuen
Kriege
angefangen!«
—
hört
man
immer
wieder,
wenn
man
auf
dessen
Verfehlungen
hinweist.
Stimmt.
Weil
er
fünf
Krisenherde
von
der
vorherigen
Regierung
geerbt
hat
und
sich
dort
austoben
konnte.
Trump
hat
nämlich
deutlich
mehr
Drohnen-Einsätze
befohlen
als
sein
Vorgänger.
Obama
autorisierte
in
den
ersten
zwei
Jahren
seiner
Amtszeit
186
Einsätze
—
bei
Trump
waren
es
238.
Allein
im
Jemen
hat
die
Trump-Regierung
176
Angriffe
binnen
zwei
Jahren
durch-
geführt.
Bei
Obama
waren
es
154
in
acht
Jahren.
Und
während
die
Regierung
unter
Obama
zumindest
teilweise
Daten
zu
den
Opferzahlen
dieser
Einsätze
veröffentlichte,
änderte
Trump
261
262
die
entsprechenden
Transparenzanforderungen
und
veröffent-
lichte
gar
keine
Daten.
Laut
einem
Artikel
von
Foreign
Policy
vom
9.
August
2017
ist
Trump
»der
kriegslüsternste
Präsident
der
jüngeren
Geschichte«.
Weiter
führte
das
1970
von
Samuel
P.
Huntington
gegründete
Magazin
aus:
»Unter
Trump
haben
die
Vereinigten
Staaten
bis
zum
31.
Juli
etwa
20.650
Bomben
abgeworfen,
das
sind
80
Prozent
der
Menge,
die
unter
Obama
im
gesamten
Jahr
2016
abgeworfen
wurden.
(...)
Daten
zeigen,
dass
die
Vereinigten
Staaten
im
Irak
und
in
Syrien
Bomben
in
beispiellosem
Ausmaß
abwerfen.
Im
Juli
warf
die
Koalition
zur
Bekämpfung
des
Islamischen
Staats
(sprich:
die
Vereinigten
Staaten)
4.313
Bomben
ab,
77
Prozent
mehr
als
im
Juli
letzten
Jahres.
Im
Juni
lag
die
Zahl
bei
4.848
—
1.600
Bomben
mehr
als
unter
Präsident
Barack
Obama
jemals
pro
Monat
abgeworfen
wurden.
In
Afghanistan
ist
die
Zahl
der
abgeworfenen
Bomben
seit
Trumps
Amtsantritt
ebenfalls
sprunghaft
angestiegen.
Im
April
wurden
im
Land
mehr
Bomben
abgeworfen
als
auf
dem
Höhepunkt
von
Obamas
Truppenaufstockung
im
Jahr
2012.
In
diesem
Monat
bombardierten
die
Vereinigten
Staaten
das
afghanische
Mamand-Tal
mit
der
größten
nichtnuklearen
Bombe,
die
jemals
abgeworfen
wurde.
Trump
hat
auch
das
militärische
Engagement
der
USA
in
Ländern
außerhalb
der
Kriegsschauplätze
ausgeweitet
—
nämlich
im
Jemen,
in
Somalia
und
in
Pakistan.
In
den
letzten
193
Tagen
von
Obamas
Präsidentschaft
gab
es
in
diesen
drei
Ländern
21
tödliche
Anti-Terror-Operationen.
Trump
hat
diese
Zahl
verfünffacht
und
mindestens
92
solcher
Operationen
im
Jemen,
sieben
in
Somalia
und
vier
in
Pakistan
durchgeführt.«
Klingt
für
mich
jetzt
nicht
so
ganz
nach
Friedenstauben.
Wahrscheinlich
war
es
am
Ende
nur
die
Hektik
bei
der
Übergabe
der
Amtsgeschäfte
im
Januar
2021,
oder
der
Stress
permanenter
Medienpräsenz,
der
Trump
auch
noch
davon
abhielt,
Julian
Assange
oder
Edward
Snowden
zu
begnadigen.
Immerhin
war
er
»kurz
davor,
einen
der
beiden
auszuwählen«,
wie
er
in
einem
Interview
für
Daily
Wire
verlauten
ließ.
Am
Ende
blieb
dann
aber
leider
doch
nur
Zeit
für
die
Begnadigung
der
anderen
116
Per-
sonen
auf
der
Liste.
Dumm
gelaufen.
Wenden
wir
uns
der
Gegenwart
zu.
Und
dem,
was
uns
die
nächsten
vier
Jahre
erwarten
könnte.
Es
muss
ja
jetzt
auf
jeden
Fall
alles
viel
besser
laufen
als
in
der
ersten
Runde.
Denn
in
den
Augen
vieler
seiner
Unterstützer
habe
Trump
in
der
Zwischenzeit
viel
gelernt
und
wurde
damals
nur
hinters
Licht
geführt.
Überrumpelt
vom
Tiefenstaat,
den
er
eigentlich
abschaffen
wollte.
Zudem
hat
er
nun
Elon
Musk
und
RFK
Jr.
an
seiner
Seite,
der
gemäß
Lutnik
zwar
keinen
Job
bekommt,
aber
immerhin
steht
irgendwo
Kennedy
auf
der
Banderole.
Das
ist
doch
auch
was.
Ernsthaft.
Bereits
in
Rahmen
seiner
ersten
Amtszeit
plante
Trump,
ein
biometrisches
System
zur
Ein-
und
Ausreisekontrolle
zu
etablieren.
Es
sollte
zunächst
nur
für
Ausländer
gelten.
Aber
jeder
weiß,
dass
es
nicht
lange
dauert,
bis
so
ein
System
für
jeden
gilt.
Dazu
passt,
dass
seit
Beginn
des
Wahlkampfes
2024
permanent
von
der
Voter
ID
gesprochen
wird.
Ausweise
für
alle
—
gegen
Wahlbetrug.
Bisher
besitzen
nur
knapp
40
Prozent
der
Amerikaner
einen
Reisepass.
Nur
acht
Prozent
verlassen
im
Urlaub
überhaupt
das
Land.
Die
virtuelle
Wand
wird
das
ändern,
nicht
nur
an
der
Grenze
zu
Mexiko.
Denn
über
kurz
oder
lang
resultiert
das
Projekt
in
der
flächendeckenden
Einführung
einer
eID.
Basis
für
die
eID-
oder
Voter
ID-Infrastruktur
könnte
zum
Beispiel
E-Verify
sein,
ein
vom
Department
of
Homeland
Security
betriebenes
Projekt
zur
Verifikation
von
Personen,
dessen
Nutzung
für
Personalabteilungen
von
Bundesbehörden
seit
dem
1.
Oktober
2007
obligatorisch
ist.
Die
Nominierung
von
263
264
Tom
Homan
als
Chef
der
Einwanderungs-
und
Zollbehörde
im-
pliziert,
dass
genau
dieser
Kurs
eingeschlagen
wird.
Homan
ist
Hardliner.
Er
war
Teil
des
rechtskonservativen
Project
2025
und
befürwortet
neben
flächendeckender
Biometrie
auch
die
Tren-
nung
von
Eltern
und
Kindern
an
der
Grenze.
Kein
Zufall
also,
dass
der
Gründer
der
Cardano-Blockchain,
Charles
Hoskinson,
die
Regierung
Trump
ab
2025
in
Bezug
auf
Kryptoanwendungen
beraten
soll.
Immerhin
hatte
Hoskinson
bereits
mit
dem
von
Jeffrey
Epstein
finanzierten
Ben
Goertzel
ein
biometrisches
eID-System
für
Schulkinder
in
Äthiopien
ent-
wickelt.
Und
nachdem
die
von
Peter
Thiel
finanzierte
Silikon-
Valley-Marionette
JD
Vance
als
Vizepräsident
fungiert,
hat
auch
der
mächtigste
Überwachungskonzern
der
Welt,
Palantir,
nun
einen
Fuß
in
der
Tür
des
Oval
Office.
Mit
diesem
Setup
dürfte
der
gläserne
Bürger
der
Gegenwart
bald
ein
Relikt
der
Ver-
gangenheit
sein.
Ganz
zur
Freude
von
Ex-Spion
John
Ratcliffe,
dem
neuen
CIA-
Direktor
unter
»Orange
Man«.
In
Trumps
erster
Amtszeit
war
Ratcliffe
»Director
of
National
Intelligence«,
unter
George
W.
Bush
zuständig
für
Anti-Terror-Operationen
und
nationale
Sicherheit.
Später
leitete
er
zusammen
mit
John
Ashcroft,
Generalstaatsanwalt
unter
Bush
und
Architekt
des
Ermächtigungsgesetzes
»Patriot
Act«,
ein
Unternehmen
für
strategische
Beratung
(AGS).
Im
Dezember
2023
unterstützte
John
Ratcliffe
den
Bilderberger,
Kriegstreiber
und
Tiefenstaat-Neocon
Mike
Pompeo
bei
der
Erneuerung
des
Foreign
Intelligence
Surveillance
Act
(FISA),
der
die
fortgesetzte,
anlasslose
Massenüberwachung
der
US-Bevölkerung
legalisiert.
Und
kaum
war
er
nominiert,
machte
Ratcliffe
am
13.
November
2024
auf
FOX-News
wahrheitswidrig
Stimmung
gegen
den
Iran
und
unterstellte
der
dortigen
Regierung
»kriegerische
Handlungen«
gegenüber
den
USA.
Kollaborieren
wird
Ratcliffe
künftig
mit
Tulsi
Gabbard.
Sie
beerbt
ihn
als
Trumps
neuer
»Director
of
National
Intelligence«.
Gabbard
war
Mitglied
der
WEF
Young
Global
Leaders
sowie
des
Council
on
Foreign
Relations
(CFR).
Beide
Organisationen
tilgten
ihren
Namen
von
der
eigenen
Homepage,
nachdem
Gabbard
öffentlich
über
US-Biowaffenlabore
in
der
Ukraine
sprach.
In
Interviews
bestätigt
sie
ihre
Rolle
im
CFR
allerdings
selbst.
Gabbard
be-
fürwortete
die
Covid-Impfkampagne
und
schmückt
sich
gerne
mit
dem
Image
»Kriegsveteran«
—
obwohl
sie
die
Schrecken
des
Krieges
lediglich
aus
sicherer
Entfernung
sah.
Eine
Opportu-
nistin,
deren
konservativ-kritisches
Image
nichts
weiter
ist
als
ein
wackliges
Kartenhaus.
»Ich
war
Kadett.
Was
ist
das
Motto
der
Kadetten
in
West
Point?
Du
wirst
nicht
lügen,
betrügen,
oder
stehlen
—
und
diejenigen
nicht
dulden,
die
das
tun.
Ich
war
der
CIA-Direktor.
Wir
haben
gelogen,
wir
haben
betrogen,
wir
haben
gestohlen.
Wir
haben
ganze
Trai-
ningskurse
dazu
absolviert.«
(Mike
Pompeo,
April
2019)
Und
wer
denkt,
Donald
Trump
werde
wenigstens
die
Einführung
einer
digitalen
Zentralbankwährung
(CBDC)
verhindern,
irrt.
Zumindest
im
Kern.
Denn
im
Rahmen
seiner
Rede
auf
der
Bitcoin
Konferenz
2024
sprach
Donald
Trump
von
»regulatorischer
Klar-
heit«
sowie
der
»sicheren
und
verantwortungsvollen
Expansion
von
Stablecoins«.
Damit
bestätigte
er,
dass
die
Einführung
von
digitalem
Geld
über
privatwirtschaftliche
Entitäten
erfolgen
wird.
Denn
ein
Konto
bei
der
Zentralbank
will
niemand.
Leider
werden
aber
die
Transaktionen
all
der
ach
so
marktwirtschaft-
lich
eingeführten
Digitalwährungen
zentral
erfasst.
Im
»Unified
Ledger«
der
Bank
für
Internationalen
Zahlungsausgleich
(BIZ)
in
Basel.
Was
am
Ende
zum
exakt
gleichen
Ergebnis
führt
wie
eine
vom
Staat
oder
der
Zentralbank
aufgelegte
CBDC
—
zu
lückenloser
Überwachung
mit
Interventionspotenzial.
265
266
Zurück
zur
künftigen
Regierung.
Stabschef
im
Weißen
Haus
und
damit
»mächtigste
Frau
in
Washington«
soll
Susie
Wiles
werden
-
bisher
Co-Vositzende
von
Mercury
Public
Affairs
LLC,
einem
Lobby-Giganten,
der
unter
anderem
Pfizer,
GAVI,
die
Vereinten
Nationen
oder
SpaceX
vertritt.
Mercury
Public
Affairs
gehört
seit
2003
zur
Omnicom
Group,
einem
WEF-Partner
für
Öffentlichkeitsarbeit.
Wiles
gilt
als
die
»am
meisten
gefürchtete
und
am
wenigsten
bekannte
Politagentin
Amerikas«.
Als
Außenminister
nominierte
Trump
den
von
der
Zionismus-
Lobby
korrumpierten
Marco
Rubio.
Einen
Neocon.
Sprich:
Militärischer
Interventionismus
und
unilaterale
Hegemonie-
ansprüche.
Den
Posten
des
nationalen
Sicherheitsberaters
of-
feriert
Trump
dem
ehemaligen
Green
Beret
Mike
Waltz.
Neben
Marco
Rubio
der
zweite
Mann
in
der
künftigen
Regierung,
der
sich
mit
China
anlegen
möchte.
Ergänzt
wird
das
kriegs-
affine
Duo
von
Brian
Hook,
der
dem
Iran
am
liebsten
sofort
den
Krieg
erklären
möchte
und
den
Auftrag
erhielt,
Schlüssel-
positionen
im
Außenministerium
mit
geeignetem
Personal
dafür
zu
besetzen.
Der
ehemalige
texanische
Kongressabgeordnete
Ron
Paul
sieht
in
diesen
Nominierungen
»einen
schlechten
Tag
für
jene,
die
an
America
First
glaubten«.
Sollte
Trump
die
Unterstützung
der
Ukraine
seitens
Amerika
tatsächlich
beenden,
dürften
nämlich
ersatzweise
zuerst
der
Iran
und
langfristig
eventuell
gar
China
von
Demokratie
aus
der
Luft
beglückt
werden.
Daran
wird
auch
die
neue
US-Botschafterin
bei
den
Vereinten
Nationen
nichts
ändern.
Denn
Elise
Stefanik
hat
praktisch
keine
relevante
Berufs-
erfahrung
—
und
ist
ebenfalls
ein
Neocon.
Sowohl
Stefanik
als
auch
Rubio,
Waltz
oder
Hook
setzen
sich
für
weitere
Waffenlieferungen
nach
Israel
und
eine
Fortsetzung
des
auch
von
israelischen
Zei-
tungen
also
solchen
bezeichneten
Genozids
in
Gaza
ein.
»Die
westliche
Zivilisation
repräsentiert
heute
das
Verständnis,
dass
Zionismus
und
Amerikanismus
die
Frontlinien
der
westlichen
Zivilisation
und
Freiheit
in
unserer
Welt
sind«,
erklärte
der
Army-
Veteran,
United
Against
Nuclear
Iran-Advokat
und
Ex-FOX-News-
Mitarbeiter
Pete
Hegseth
im
April
2019.
An
dieser
faschistoiden
wie
imperialistischen
Doktrin
scheinen
sich
auch
Trump
und
Co.
zu
orientieren
—
denn
Hegseth
wird
nun
Verteidigungsminister.
Passend
dazu
wird
Mike
Huckabee,
ein
bekennender
Zionist,
der
nächste
US-Botschafter
in
Israel.
Huckabee
nennt
das
West-
jordanland
Judäa
und
behauptet
entgegen
historischer
Fakten,
dass
es
Teil
Israels
ist.
Auch
die
Annexion
der
Westbank
fände
er
in
Ordnung.
Seine
Nominierung
kann
als
Kriegserklärung
an
die
Palästinenser
verstanden
werden.
Wohlwissend,
dass
Israels
völkerrechtswidriges
Vorgehen
leicht
zu
einem
regionalen,
wenn
nicht
globalen
Flächenbrand
führen
kann.
Apropos
globale
Themen:
Dahingehend
lohnt
sich
ein
genau-
erer
Blick
auf
die
Hintergründe
des
bereits
erwähnten
Howard
Lutnick.
Diesen
hat
die
Investigativ-Journalistin
Whitney
Webb
am
7.
November
2024
gewagt.
Unter
der
Überschrift
»Macht
euch
bereit
für
den
Kohlenstoffmarkt
der
Republikaner«
erklärt
sie:
»
Viele
der
einflussreichsten
Namen
der
kommenden
Trump-Regie-
rung
sowie
der
vorherigen
haben
sich
in
den
letzten
Jahren
intensiv
mit
der
Schaffung
von
Kohlenstoffmärkten
befasst,
während
andere
eine
langjährige
Erfolgsgeschichte
bei
der
Implementierung
von
CO2-Steuern
und
anderen
Formen
der
COz-Bepreisung
vorweisen
können.
Der
wichtigste
unter
ihnen
ist
Howard
Lutnick,
Co-Vor-
sitzender
von
Trumps
Transition-Team,
der
erklärte,
seine
Aufgabe
sei
es,
Talente
für
die
kommende
Regierung
zu
finden.
Lutnick
ist
der
langjährige
Leiter
von
Cantor
Fitzgerald,
einem
der
ersten
Akteure
im
Emissionshandel,
der
sich
seitdem
zu
einem
weltweit
führenden
Unternehmen
für
ESG-Investitionen,
die
Finanzierung
267
268
nachhaltiger
Infrastruktur
und
grüne
Anleihen
entwickelt
hat.
So
hat
sich
Cantors
nachhaltiger
Infrastrukturfonds
ausdrücklich
der
digitalen
Transformation,
Dekarbonisierung
und
Verbesserung
und
Modernisierung
alternder
Infrastruktur
verschrieben,
während
ein
Hauptaugenmerk
des
Fonds
darauf
liegen
wird,
in
Emittenten
zu
investieren,
die
mit
ihren
Produkten
und
Dienstleistungen
dazu
beitragen,
bestimmte
Ziele
der
Vereinten
Nationen
für
nachhaltige
Entwicklung
zu
erreichen.
Darüber
hinaus
ist
Invenergy,
ein
Unter-
nehmen
für
erneuerbare
Energien,
das
im
Rahmen
von
Bidens
umstrittenem
Inflationsbekämpfungsgesetz
eine
beträchtliche
Menge
an
Subventionen
erhalten
hat
und
vom
ersten
Windmilliardär
des
Landes,
Michael
Polsky,
geleitet
wird,
der
wichtigste
Bestand-
teil
eines
weiteren
Infrastrukturfonds
von
Cantor.
Lutnick
sitzt
auch
im
Vorstand
eines
Satellitenüberwachungsunternehmens
namens
Satellogic.
Neben
Lutnick
ist
der
ehemalige
Finanzmi-
nister
von
Trump,
Steve
Mnuchin,
Vorsitzender
des
Vorstands.
Auch
Joe
Dunford,
ehemaliger
Stabschef
des
US-Militärs
unter
Trump,
sitzt
im
Vorstand.
Satellogic
ist
integraler
Bestandteil
eines
Konsortiums,
das
versucht,
durch
undurchsichtige
vertragliche
Vereinbarungen
auf
kommunaler
Ebene
einen
riesigen,
Blockchain-
basierten
Kohlenstoffmarkt
in
Lateinamerika
durchzusetzen.
Dieser
Kohlenstoffmarkt,
der
unter
dem
Namen
GREEN+
operiert,
soll
auf
einer
Bitcoin-Sidechain
aufgebaut
werden.
Das
entsprechende
Emissionsgutschriftsystem
ist
fiir
lateinamerikanische
Gemeinden
zutiefst
ungerecht.
So
könnten
die
betroffenen
Gemeinden
beispiels-
weise
nur
Geld
verdienen,
wenn
Einnahmen
unter
den
fiir
GREEN
+
anerkannten,
nachhaltigen
Projekten
generiert
werden,
während
die
Investoren
von
GREEN
+
den
Grofsteil
der
Gewinne
einstreichen.
Das
Programm
würde
Gemeinden
außerdem
ohne
ihre
Zustimmung
dem
Satellitenüberwachungsapparat
von
Satellogic
(der
mit
der
US-Regierung
und
dem
israelischen
Geheimdienst
verbunden
ist)
aussetzen.
Darüber
hinaus
ist
GREEN+
in
bemerkenswerter
Weise
mit
Personen
verbunden,
die
Trumps
Verbündeten
in
der
Region
nahestehen.
So
ist
eine
wichtige
Persönlichkeit
in
Nayib
Bukeles
politischer
Partei
—
der
Bürgermeister
von
San
Salvador,
Mario
Duran
—
Vizepräsident
einer
der
wichtigsten
Gruppen,
die
das
GREEN+-Programm
orchestrieren,
während
das
Netzwerk
Ende-
avor
Argentina,
das
sehr
enge
Verbindungen
zu
Javier
Milei
pflegt,
ebenfalls
eng
mit
Satellogic
verbunden
ist.
Satellogic
ist
ein
von
Endeavor
unterstütztes
Unternehmen,
während
Endeavors
erster
Milliardär
und
Unternehmer,
Marcos
Galperin
von
MercadoLibre,
im
Vorstand
von
Satellogic
sitzt.
Darüber
hinaus
ist
ein
anderer
wichtiger
Investor
von
Satellogic,
der
Dollar-Stablecoin-Emittent
Tether,
auch
eng
mit
Howard
Lutnick
verbunden.
Lutnick
ist
lang-
jähriger
Fiirsprecher
von
Tether.
Und
Cantor
Fitzgerald
hält
den
Großteil
der
US-Staatsanleihen
von
Tether,
um
deren
Stablecoin
und
seine
Bindung
an
den
US-Dollar
zu
stiitzen.«
Das
sollte
Wahler,
die
dem
Klimawandel-Narrativ
und
Digitalwéah-
rungen
skeptisch
gegenüberstehen,
hellhorig
werden
lassen
—
denn
auch
wenn
Donald
Trump
im
Rahmen
seiner
6ffentlichen
Auftritte
gegen
die
Nachhaltigkeitsagenda
wettert
und
der
leitmediale
Komplex
seine
entsprechenden
Phrasen
fiir
Konterpropaganda
nutzt,
sprechen
die
Taten
wieder
einmal
eine
ganz
andere
Sprache.
In
Anbetracht
vorgangig
beschriebener
Umstände
sieht
es
nämlich
nicht
so
aus,
als
widersetze
sich
der
47.
US-Prasident
dem
Nach-
haltigkeitskorporatismus
der
UN.
Im
Gegenteil.
»Der
Konig
ist
tot,
es
lebe
der
Konig«.
Die
neue
US-Regierung
wird
die
gleiche
Agenda
fahren
wie
die
alte
—
nur
die
Vermarktung
ändert
sich.
Das
kündigte
Lynn
Forester
de
Rothschild
(CIC)
schon
vor
über
einem
Jahr
bei
Bloomberg
an.
Genau
wie
Larry
Fink
(BlackRock).
Die
Einführung
biometrischer
Masseniiberwachung
wird
nun
mit
der
Migrationskrise
und
drohendem
Wahlbetrug,
mit
der
269
270
Stärkung
der
Demokratie
gerechtfertigt,
anstatt
mit
einem
Virus.
Den
Krieg
in
der
Ukraine
wird
man
nicht
weiter
unterstützen.
Diesen
Brandherd
sollen
die
Europäer
am
Kokeln
halten,
damit
man
endlich
den
Iran
und
China
ins
Fadenkreuz
nehmen
kann.
So
ein
dritter
Weltkrieg
wäre
nämlich
ein
profitables
Geschäft.
Das
Klimawandel-Narrativ
wird
man
öffentlich
negieren
und
verhöhnen,
während
die
Agenda
2030
trotzdem
umsetzt
wird.
Gleiches
gilt
für
Totalüberwachung,
Genderwahn,
globale
Gleichschaltung
von
Lerninhalten
und
die
schleichende
Digita-
lisierung
des
Weltfinanzsystems.
Denn
auch
diese
Programme
werden
von
überstaatlichen
Akteuren
vorangetrieben
und
ent-
ziehen
sich
dem
Einfluss
nationaler
Regierungen.
So
funktio-
niert
Korporatismus.
Ernüchternd
ist
vor
allem,
dass
sich
die
Bevölkerung,
die
in
den
letzten
vier
Jahren
tatsächlich
ein
gewisses
Maß
an
rebellischem
Potenzial
entwickelte,
wieder
einmal
täuschen
lässt.
Trump-Hype
wohin
man
schaut.
Selbst
die
Corona-Dissidenten,
selbst
jene,
die
dem
Staat
aufgrund
von
Covid-Lügen,
Green-Economy-De-
industrialisierung
und
militantem
Neoimperialismus
zusehends
kritisch
gegenüberstanden,
haben
sich
in
weiten
Teilen
von
den
leeren
Versprechungen
der
MAGA-Promotion
und
ihren
Sekundanten
blenden
lassen.
Sie
werden
genauso
desillusioniert
zurückbleiben
wie
die
auf
»Hope«
geeichten
Obama-Fans
—
und
sich
in
ein
paar
Jahren
ver-
mutlich
trotzdem
wieder
an
die
Wahlurne
schleppen,
weil
sie
auf
den
nächsten
Erlöser
hoffen,
anstatt
selbst
die
Welt
zu
verändern.
Zur
Wahl
stehen
aber
jeweils
nur
verschiedene
Geschmacks-
richtungen
der
gleichen,
bitteren
Pille
Marke
Unterdrückung.
Keine
Unterdrückung
—
das
ist
natürlich
keine
Option.
Das
steht
nicht
auf
dem
Wahlzettel.
Linke
gegen
Rechte,
Demokraten
gegen
Republikaner,
Christentum
gegen
Islam
—
Bevölkerungsgruppen,
die
man
gegeneinander
auf-
wiegeln
kann,
finden
sich
dagegen
immer.
Präsentiert
man
ihnen
einen
verheißungsvollen
Erlöser,
werden
sie
ihn
unterstützen,
um
die
andere
Gruppe
loszuwerden.
Das
ist
Herrschaftsdialektik.
Man
bringt
die
Menschen
dazu,
um
Dinge
zu
betteln,
die
ohnehin
eingeführt
werden
sollen.
Und
der
einzige
Gewinner
in
diesem
immer
riskanter
werdenden
Spiel
ist
die
Prädatorenkaste.
»Die
mächtigste
Waffe
in
den
Händen
der
Unterdrücker
ist
der
Geist
der
Unterdrückten.«
(Stephen
Bantu
Biko)
Wer
Donald
Trump
unterstützt,
ist
nicht
für
Frieden
und
Freiheit,
sondern
nur
gegen
das,
was
die
andere
Seite
will.
Denn
Donald
Trumps
Interesse
gilt
nicht
Frieden
und
Freiheit,
sondern
Donald
Trump.
So
war
es
sein
ganzes
Leben
lang.
Montagnola,
am
14.
November
2024
271
N
I~
N
Die
glorreichen
Sieben
John
Brockmans
Edge-Foundation
galt
als
Treffpunkt
für
die
Genies
der
Gegenwart.
Ob
Jeff
Bezos,
Sean
Parker,
Elon
Musk
oder
Daniel
Hillis
-
sie
alle
wohnten
Veranstaltungen
bei,
die
sie
als
Tech-Avantgarde
darauf
vorbereiten
sollten,
die
Zukunft
zu
gestalten.
Die
»Dritte
Kultur«.
Doch
was
zunächst
progressiv
klingt,
entpuppt
sich
auf
den
zweiten
Blick
rasch
als
Trainings-
lager
für
Technokraten.
Finanziert
von
Jeffrey
Epstein.
Sie
regieren
die
Welt.
Das
ist
keine
Übertreibung.
Denn
sie
haben
deutlich
mehr
Einfluss
darauf,
was
wir
sehen,
lesen,
hören,
fühlen,
kaufen,
tun
und
denken
als
jeder
Politdarsteller
—
gemeint
sind
die
»glorreichen
Sieben«.
Also
die
sieben
größten
Unternehmen
der
Tech-Branche:
Apple,
Microsoft,
Amazon,
Alphabet
(Google),
Tesla,
Meta
und
Nvidia.
Mit
ihren
Plattformen,
Produkten
und
Smartphone-Apps
dominieren
sie
Medienlandschaft,
Konsum,
persönliche
Kommunikation,
digital-soziale
Räume,
nachrich-
tendienstliche
Aktivitäten,
künstliche
Intelligenz
(KI)
und
in
zunehmendem
Maße
auch
den
Finanzmarkt.
Nachdem
Microsoft
und
Apple
mit
der
Entwicklung
von
Per-
sonal
Computern
und
einer
grafischen
Benutzeroberfläche
dafür
sorgten,
dass
sich
Mitte
der
80er
auch
neugierige
Normalos
einen
PC
ins
Haus
holten
—
als
Ersatz
für
die
plötzlich
altbacken
wir-
kende
Schreibmaschine
—
und
Tim
Berners-Lee,
der
1989
am
CERN
die
Grundlagen
des
World
Wide
Web
entwickelte,
am
6.
August
1991
sein
Konzept
eines
Hypertext-Dienstes
online
gestellt
hatte,
waren
es
Ende
der
90er
eine
Handvoll
Unternehmen,
die
sich
im
sonnigen
Süden
der
USA
anschicken
sollten,
das
Mediazän
zu
dominieren.
Gegründet
von
einer
Handvoll
Tech-Desperados,
die
abseits
gültiger
Normen
und
Gesetzmäßigkeiten
operierte,
weil
es
für
das,
was
sie
erfanden,
noch
keine
gab,
formierte
sich
ein
anomistisches
Ökosystem,
das
heute
die
Welt
dominiert:
Die
Plattform-Plutokratie.
Der
digital-zensorische
Komplex.
Die
größte
Social-Engineering-Maschinerie
aller
Zeiten.
So
steht
die
Einordnung
als
»größte
Unternehmen«
nicht
nur
für
die
astronomischen
Börsenwerte
dieser
Konzerne,
sondern
vor
allem
für
ihren
massiven
Einfluss
auf
die
Entwicklung
des
Indivi-
duums
und
die
postmoderne
Gesellschaft
an
sich.
Dass
diese
Ein-
flussnahme
abseits
von
Marktwert
und
Performance-Indikatoren
nicht
allein
auf
organischem
Wachstum
und
Marktdurchdringung
beruht,
liegt
auf
der
Hand
—
denn
die
Tech-Giganten
erfuhren
signifikante
Starthilfe
von
Seiten
des
Staates.
Genauer
gesagt
dem
Geheimdienstkomplex.
Facebook
erhielt
Millionen
von
Deep-State-Technokrat
Peter
Thiel
und
Accel,
dessen
Management
enge
Verbindungen
zum
CIA-Finanzvehikel
In-Q-Tel
pflegte,
und
galt
für
das
Forbes-Ma-
gazine
schon
2018
als
»das
ultimative
Überwachungsinstrument
für
Regierungen«.
Sergey
Brin
und
Larry
Page
erhielten
1995
erhebliche
Summen
von
der
DARPA,
um
Google
zu
gründen.
Aus
einem
»schwarzen
Budget«,
mit
dem
NSA
und
CIA
Werk-
zeuge
zur
Masseniberwachung
entwickeln
wollten.
Wenig
ver-
wunderlich
also,
dass
auch
Google
Earth
aus
einem
CIA-Projekt
namens
Keyhole
EarthViewer
hervorging,
dessen
Unterstut-
zung
In-Q-Tel
gemäß
Pressemitteilung
vom
25.
Juni
2003
als
»Strategisches
Investment«
bezeichnete.
Julian
Assange
lag
also
ganz
richtig,
als
er
2014
warnte,
»Google
sei
nicht
das,
fiir
was
es
sich
ausgibt«.
273
274
Selbst
bei
Reuters
konnte
man
im
Rahmen
eines
ausführlichen
Artikels
vom
3.
Juli
2013
nachlesen,
wie
eng
die
Verbindungen
der
Big-Tech-Konzerne
zu
Geheimdiensten
ist.
Von
der
Start-up-
Finanzierung
über
die
Rekrutierung
von
Ex-Agenten
bis
zum
Austausch
von
Computerchips,
die
Spionage
erleichtern,
ist
alles
dabei.
»Die
Zusammenarbeit
zwischen
Tech-Industrie
und
Geheim-
diensten
ist
enger
als
die
meisten
Menschen
denken«,
so
Reuters.
So
erstaunt
es
kaum,
dass
Amazon,
Apple,
Microsoft,
Google,
Meta
und
Elon
Musks
Firmenkonglomerat
mittlerweile
auch
in
den
Krisen-
und
Kriegsgebieten
der
Welt
aktiv
sind,
um
dort
in
Zusammenarbeit
mit
Peter
Thiels
Palantir,
Pentagon
und
Geheim-
diensten
jene
Drecksarbeit
zu
übernehmen,
die
Regierungen
nicht
offiziell
übernehmen
wollen,
oder
dürfen.
Korporatismus
in
voller
Blüte
eben.
Die
vermeintlich
privatwirtschaftlich
geführten
Tech-Konzerne
dominieren
nicht
mehr
nur
den
zivilen,
sondern
zusehends
auch
den
militärischen
»Markt«
—
das
Geschäft
des
industrialisierten
Tötens.
Dass
der
militärisch-industrielle
mit
dem
digital-zensorischen
Komplex
fusionierte,
ist
eine
logische
Folge
des
Umstands,
dass
beide
dem
gleichen
»Gott«
dienen:
Mammon.
Sprich,
dem
Zentral-
und
Geschäftsbankenkartell.
In
diesem
Lichte
betrachtet
ge-
bietet
das
Gesetz
der
Logik,
dass
die
Schaffung
dieser
unheiligen
Allianz
nicht
allein
betriebswirtschaftlich
motiviert
war.
Denn
schon
im
17.,
18.,
und
19.
Jahrhundert
nutzten
die
Finanzkartelle
Medien,
Staat
und
Wirtschaft,
um
den
Lauf
der
Dinge
zu
ihren
Gunsten
zu
beeinflussen.
Siehe
mein
Text
»Monopole,
Macht
und
Mord«
Teil
1
und
2.
Damals
zeitigte
diese
überstaatliche
Einflussnahme
vor
allem
mili-
tärische
Konflikte,
bei
denen
Territorialansprüche,
Ressourcen
und
Monopolisierung
im
Fokus
standen.
Weil
in
diesen
Bereichen
aber
bis
auf
die
planetaren
Gemeingüter,
die
sich
die
Herrschaftskaste
nun
im
Rahmen
der
Green
Economy
unter
den
Nagel
zu
reißen
gedenkt,
nicht
mehr
viel
zu
holen
ist,
geht
es
dieser
Tage
vor
allem
darum,
die
Kontrolle
nicht
zu
verlieren.
Dazu
müssen
die
0,1
bis
1,0
Prozent
an
der
Spitze
des
wertewestlichen
Kastensystems
sicher-
stellen,
dass
die
unterworfene
Masse
der
transgenerational
ope-
rierenden
Kriminalität
ihrer
Zirkel
nicht
auf
die
Schliche
kommt.
Eine
Bedrohung
für
die
von
immer
mehr
Rissen
gezeichneten
Fundamente
des
Elfenbeinturms
markiert
vor
allem
das
Internet.
Denn
trotz
vielschichtiger
Zensurmethoden
im
Web
2.0,
legisla-
tiver
Hütchenspielertricks
und
der
Segregation
Andersdenkender,
bahnt
sich
das
kleine,
aber
persistente
Licht
der
Wahrheit
auch
in
dunkelsten
Zeiten
seinen
Weg
durch
Paywalls,
Geofences,
Blockwart-Barrikaden
und
Plattform-Patrouillen.
VPN,
Blockchain,
Graphene
OS,
De-Fi
(Decentralized
Finance)
und
Verschlüsselung
sei
Dank.
Das
Web
3.0
lässt
sich
nicht
zensieren.
Um
derart
autonomisierenden
Entwicklungen
entgegenzuwirken,
konzentrieren
sich
die
Kolonialisierungsprojekte
der
Herrschafts-
kaste
nun
nicht
mehr
auf
die
bewaffnete
Unterwerfung
ferner
Länder
—
sondern
auf
das
Erringen
der
Lufthoheit
über
einem
geradezu
grenzenlosen
Schlachtfeld:
dem
Gehirn.
Allerdings
nicht
in
Form
simpler
Propaganda.
Denn
im
Zeitalter
des
fort-
geschrittenen
Informationskrieges
ist
Nudging
die
sozialarchi-
tektonische
Königsdisziplin,
um
Menschen
dazu
zu
bringen,
etwas
zu
unterstützen,
das
ihnen
nichts
bringt,
oder
sogar
schadet.
Und
wie
könnte
Nudging
in
der
Breite
besser
gelingen
als
durch
willfährige
Hilfestellung
»der
glorreichen
Sieben«.
Genau
dazu
wurden
sie
geschaffen.
Technologische
Revolutionen
werden
Dekaden
bevor
sie
ein-
treten
antizipiert,
durchdacht,
angekündigt
und
visualisiert.
275
276
Nicht
zuletzt
von
Hollywood,
der
laut
Edward
Bernays
»größten
Propagandamaschine
der
Welt«.
Jene
Kräfte,
die
die
Gesellschaft
kontrollieren
wollen,
machen
sich
das
zu
nutze.
Sie
erkennen,
welche
Paradigmenwechsel
technologische
Revolutionen
einläuten
werden
und
versuchen
daher
frühzeitig,
deren
Ent-
wicklung
zu
steuern.
Aus
diesem
Grund
lohnt
sich
ein
Blick
auf
die
Entstehungsgeschichte
des
Nudging
—
beziehungs-
weise
der
zugrundeliegenden
wissenschaftlichen
Disziplin:
Verhaltensforschung.
Klassische
Propaganda
beruht
auf
den
Standardwerken
von
Walter
Lippmann
(1922)
und
Edward
Bernays
(1928).
Moderne
Verhaltensforschung
—
oder
Sozialarchitektonik
—
in
weiten
Teilen
auf
den
Arbeiten
von
Anthony
Giddens.
Der
britische
Soziologe
veröffentlichte
1990
das
Buch
»The
Consequences
of
Modernity,
in
dem
er
die
Grundlagen
für
den
»Dritten
Weg«
skizzierte
—
ein
Konzept
der
Politikproduktion,
das
abseits
politischer
Spek-
tren
dazu
dient,
die
Massen
zu
gesellschaftlichem
Konsens
zu
zwingen.
Giddens’
Konzept
beruht
auf
den
Infiltrationsansatzen
der
Fabian
Society,
die
damit
das
Fundament
der
Partizipation
simulierenden
Sozialdemokratien
des
heutigen
Europas
schuf.
Hintergrunde
zu
Fabian
Society
und
dem
Roll-out
des
Dritten
Weges
finden
sich
in
meinem
Text
»Dominanzdialektik«
vom
30.
September
2023.
Nach
1990
publizierte
Giddens
weitere
Bücher,
die
sich
mit
dem
Themenkomplex
befassten.
Darunter
Titel
wie
»Moderne
und
Identitat«
(1991),
»Die
Transformation
der
Intimität«
(1992),
»Jen-
seits
von
rechts
und
links«
(1994)
und
»Der
Dritte
Weg«
(1998).
In
all
diesen
Werken
beschaftigt
sich
der
Sozialwissenschaftler
mit
der
übergeordneten
Frage,
wie
der
Mensch
sich
in
die
Welt
der
Postmoderne
einzufügen
vermag
—
oder
besser
—
einfügen
muss,
um
mit
Globalisierung,
Klimawandel
und
sozialen
Verwerfungen
zurecht
zu
kommen.
Anthony
Giddens
war
von
1997
bis
2003
Direktor
der
einflussreichen,
von
der
Fabian
Society
gegründeten
London
School
of
Economics.
Er
ist
der
meistzitierte
Autor
im
Bereich
soziologischer
Studien
und
Mitglied
des
2007
ins
Leben
gerufenen
European
Council
on
Foreign
Relations.
Relevant
ist
Giddens
Arbeit
zum
»Dritten
Weg«
vor
allem
deshalb,
weil
dieser
manipulative
Ansatz
der
Politikproduktion
durch
Tony
Blair,
Bill
Clinton
und
Gerhard
Schröder
Einzug
in
die
Parlamente
des
Wertewestens
fand.
Heute
orientiert
sich
praktisch
jede
Regierung
an
Giddens
Theorien
—
und
setzt
demzufolge
um,
was
die
Fabian
Society
bereits
Ende
des
19.
Jahrhunderts
vorschlug,
um
Kollektivismus
unter
dem
Deckmantel
von
Mitbestimmung
zu
generieren.
Das
erklärt,
warum
weder
Klaus
Schwabs
»Stakeholder
Kapitalismus«
noch
die
»
Vierte
Industrielle
Revolution«
etwas
mit
Kapitalismus
oder
Demokratie
zu
tun
haben.
Damit
solche
Konzepte
in
der
Gesellschaft
Fuß
fassen,
benötigt
es
vor
allem
eine
auf
Linie
gebürstete
Führungsebene.
Diese
wird
mit
Stipendien
und
Förderprogrammen
eingenordet,
bevor
man
sie
auf
die
Bevölkerung
loslässt.
Viele
dieser
Kaderschmieden
sind
mittlerweile
hinlänglich
bekannt.
Da
wäre
zum
Beispiel
das
zu
fragwürdigem
Ruhm
gelangte
Young
Global
Leaders
Programm
des
Weltwirtschaftsforums
(WEF),
das
neben
knapp
3.800
weiteren
Absolventen
auch
Angela
Merkel,
Tony
Blair,
Gordon
Brown,
Nicolas
Sarkozy
und
Bill
Gates
auf
ihre
Karrieren
in
der
»regelbasierten
internationalen
Ordnung«
vorbereitete.
Ein
weiterer
WEF-Absolvent
ist
Lawrence
Summers,
US-Finanz-
minister
unter
Bill
Clinton,
nationaler
Wirtschaftsberater
unter
Barack
Obama
und
von
1991
bis
1993
Chefökonom
der
Weltbank.
Darüber
hinaus
war
Summers
von
2001
bis
2006
Präsident
der
Harvard
University,
wo
bis
2006
auch
Mark
Zuckerberg
studierte
und
mit
drei
Kommilitonen
Facebook
gründete.
277
278
Nach
nicht
zweifelsfrei
verifizierbaren
Angaben
eines
anonymen
Facebook-Whistleblowers
soll
Summers
in
diesem
Zeitraum
auf
Zuckerberg
zugegangen
sein,
um
ihm
für
die
Mitarbeit
an
einem
Social-Media-Überwachungs-Projekt
der
DARPA
lukrative
Regierungsaufträge
in
Aussicht
zu
stellen
—
siehe
Life
Log,
das
einen
Tag
vor
dem
Start
von
TheFacebook
offline
ging.
In
An-
betracht
von
Summers
Position
durchaus
denkbar.
Auch
Moral
scheint
dem
Mann
ein
Fremdwort
zu
sein,
wie
Formulierungen
aus
einem
Weltbank-Memo
Summers
zeigen,
die
am
18.
Mai
1993
bei
einer
Anhörung
im
US-Senat
thematisiert
wurden.
»Ich
denke,
die
wirtschaftliche
Logik,
die
hinter
der
Entsorgung
einer
Menge
von
Giftmüll
in
einem
Land
mit
den
niedrigsten
Löhnen
steht,
ist
einwandfrei,
und
wir
sollten
uns
dem
stellen.
(...)
Ich
war
schon
immer
der
Meinung,
dass
die
unterbevölkerten
Länder
Afrikas
stark
unterverschmutzt
sind.«
Nicht
zu
vergessen
Summers
enge
Verbindungen
zum
Pädophilen,
Sexualstraftäter
und
Menschenhändler
Jeffrey
Epstein.
Nachdem
Summers
bereits
mehrfach
mit
Epsteins
Privatjet
—
bekannt
unter
dem
Namen
»Lolita
Express«
—
unterwegs
war,
bestieg
er
die
Maschine
nur
zehn
Tage
nach
seiner
Hochzeit
im
Jahr
2005
erneut,
um
Epsteins
ominöse
Privatinsel
»Pedophile
Island«
zu
besuchen.
Die
Huffington
Post
schrieb
dazu
am
24.
April
2020:
»Joe
Biden
sollte
sich
von
Larry
Summers
fernhalten
—
Summers
ruiniert
alles,
was
er
anfasst«.
Summers
WEF-Training
scheint
sich
jedenfalls
ausgezahlt
zu
haben.
Denn
wer
mit
Jeffrey
Epstein
zu
tun
hatte,
ist
definitiv
im
Establishment
angekommen.
Tony
Blair
und
Gordon
Brown
hatten
vor
dem
WEF
bereits
das
1940
von
Nelson
Rockefeller
initiierte
und
bis
heute
vom
US-
Außenministerium
betriebene
»International
Visitor
Leadership
Program«
(IVLP)
durchlaufen.
Auch
der
1972
gegründete
German
Marshall
Fund
betreibt
diverse
Förderprogramme
-
siehe
EU-US
Young
Leaders
Seminar
2024
oder
Policy
Designers
Network
2024,
das
sich
auf
transatlantisch
bewegten
Nachwuchs
aus
der
Ukraine,
Georgien
und
Armenien
fokussiert.
Auch
die
Elite-Universitäten
kümmern
sich
um
Nachwuchs.
So
unter
anderem
das
seit
1902
bestehende
Rhodes
Stipendium
der
Oxford-Universität,
das
neben
unzähligen
US-Senatoren,
Finanzmagnaten,
Bestsellerautoren
und
Wissenschaftlern
beispielsweise
Edwin
Hubble,
Bill
Clinton
oder
Naomi
Wolf
zu
Ruhm
verhalf.
Rhodes-Alumni
bleiben
über
Organisationen
wie
AARS
(Association
of
American
Rhodes
Scho-
lars)
ein
Leben
lang
verbunden.
Diesbezüglich
Fakten
zusammenzutragen
erscheint
bisweilen
müßig.
Denn
mit
Details
und
Verflechtungen
zu
Entitäten
dies-
und
jenseits
des
Atlantik,
die
Führungskräften
von
morgen
die
soziookonomische
Philosophie
der
Herrschaftskaste
vermitteln,
könnte
man
Bände
füllen.
Versucht
man
die
Herrschaftsphilo-
sophie
der
heutigen
Plattform-Plutokraten
zu
verstehen,
sticht
eine
Organisation
dabei
allerdings
heraus
—
und
zwar
die
1988
von
John
Brockman
ins
Leben
gerufene
Edge
Foundation.
Geburtsort
der
»Dritten
Kultur«.
Die
Frankfurter
Allgemeine
portraitierte
Brockman
am
7.
Januar
2014
mit
den
einleitenden
Worten:
»Der
wohl
wichtigste
Buchagent
der
Welt
versammelt
in
seinem
Internetsalon
Edge
die
Cyber-Elite.«
Danach
beschreibt
FAZ-Autor
Jordan
Mejas,
was
sich
der
Normal-
sterbliche
unter
Edge
vorstellen
darf:
»Edge,
das
ist
der
Treffpunkt
für
die
Cyber-Elite,
die
erlauchtesten
Geister,
die
das
Vorfeld
der
neuesten
natur-
und
sozialwissenschaft-
lichen
Entwicklungen
prägen,
ob
nun
digital
oder
gentechnisch,
ob
psychologisch,
kosmologisch
oder
neurologisch.
Jedenfalls
melden
sich
bei
Brockman
nicht
nur
Digerati
aus
dem
Computeruniversum
279
280
des
Silicon
Valley
zu
Wort,
sondern
genauso
häufig
Koryphäen
wie
die
Evolutionsbiologen
Richard
Dawkins
und
Steven
Pinker,
der
Philosoph
Daniel
Dennett,
der
Kosmologe
Martin
Rees,
die
biologische
Anthropologin
Helen
Fisher,
der
Ökonom,
Psychologe
und
Nobelpreisträger
Daniel
Kahneman,
der
Quantenphysiker
David
Deutsch,
der
Computerwissenschaftler
Marvin
Minsky
oder
der
Sozialtheoretiker
Anthony
Giddens.
Vom
Apple-Mitbegründer
Steve
Wozniak
bis
zum
Genomentschlüssler
Craig
Venter
reicht
seine
Gästeliste,
die
ihresgleichen
auch
in
der
grenzenlosen
Weite
des
Internets
kaum
finden
wird.«
Was
dem
FAZ-Autor
bei
seiner
Recherche
offensichtlich
entging,
ist,
dass
neben
Giddens,
Wozniak,
Dennis
Hopper
und
all
den
wissenschaftlichen
Koryphäen
auch
Jeff
Bezos
(Gründer
von
Amazon,
Besitzer
Washington
Post),
Elon
Musk,
Sean
Parker
(Gründer
von
Napster,
Co-Gründer
Facebook),
Larry
Page
und
Sergey
Brin
(Gründer
von
Google),
Pierre
Omidyar
(Gründer
von
eBay),
Salar
Kamangar
(ehem.
CEO
YouTube),
Matt
Groening
(Erfinder
von
»Die
Simpsons«),
Marissa
Mayer
(ehem.
CEO
Google
und
Yahoo),
Joi
Ito
(ehem.
Direktor
MIT
Media
Lab),
Evan
Williams
(Co-Gründer
Twitter),
Paul
Romer
(Economist)
oder
Bill
Gates
regelmäßig
auf
der
Gästeliste
von
Edge-Events
standen.
Wer
sich
durch
die
Event-Sektion
der
Edge-Webseite
klickt,
begegnet
unter
dem
Menüpunkt
»Billionaires’
Dinner«
der
damaligen
wie
heutigen
Creme
de
la
Creme
der
Plattform-Plutokratie.
Garniert
mit
ein
paar
Sahnehäubchen
aus
Wissenschaft,
Kunst
und
Kultur.
Hervorzuheben
ist
dabei
vor
allem
das
Billionaires’
Dinner
2011.
Denn
die
Fotogalerie
des
Events
(hier
zusätzlich
gesichert
im
Internet
Archive)
birgt
eine
kleine
Überraschung:
das
bislang
einzige
Foto,
das
Elon
Musk
in
Gegenwart
des
zu
diesem
Zeitpunkt
bereits
für
Sexualstraftaten
und
Menschenhandel
angeklagten
Jeffrey
Epstein
zeigt.
Musk
sitzt
zwar
am
Nebentisch,
mit
dem
Rücken
zur
Kamera,
ist
dank
Vergleichsaufnahmen
des
Events
aber
zweifelsfrei
zu
identifizieren.
Interessant
ist
dieser
Umstand
deshalb,
weil
Musk
bisher
stets
behauptete,
Epstein
lediglich
einmal
in
dessen
Haus
in
New
York
getroffen
zu
haben.
Für
30
Minuten.
Und
zwar
auf
Drängen
seiner
damaligen
Partnerin
Talulah
Riley,
die
Epstein
angeblich
für
ihre
Arbeit
an
einer
Novelle
kennenlernen
wollte.
Ein
Artikel
der
Newsweek
vom
9.
November
2022
bestätigt
sowohl
Musks
als
auch
Epsteins
Anwesenheit
beim
Edge
Billionaires’
Dinner
2011.
Darüber
hinaus
geht
Newsweek
noch
einmal
auf
den
Umstand
ein,
dass
Elon
Musk
bereits
auf
einem
Foto
von
2014
mit
Ghislaine
Maxwell
zu
sehen
war,
der
linken
und
rechten
Hand
Epsteins.
Musk
gab
an,
dass
besagtes
Bild
nur
entstanden
sei,
weil
Maxwell
sich
ungefragt
ins
Bild
gedrängt
habe.
Diesen
Eindruck
macht
das
Foto
zwar
nicht,
das
Gegenteil
zu
beweisen,
dürfte
jedoch
schwer
fallen.
Nun
sind
Fotos
von
Gästen
einer
Veranstaltung
natürlich
noch
kein
Beleg
dafür,
dass
sie
mit
deren
Organisation
zu
tun
haben.
Finanzielle
Zu-
wendungen
dagegen
schon.
Entsprechend
bedeutsam
ist
daher
ein
Artikel
der
BuzzFeed
News
vom
27.
September
2019.
Denn
er
belegt,
dass
der
bei
Weitem
größte
Einzelspender
der
Edge-Foundation
kein
Geringerer
war
als
Jeffrey
Epstein.
Das
veranschaulichen
die
von
ProPublica
ver-
öffentlichten
Steuerunterlagen
von
Brockmans
»Internetsalon«
für
2001
bis
2017.
So
spendete
Epstein
638.000
US-Dollar
—
während
die
gesamten
Spendeneinnahmen
sich
auf
857.000
US-Dollar
beliefen.
Ein
eigenes
Profil
auf
der
Edge-Webseite
hatte
Epstein
natürlich
auch.
Kaum
verwunderlich
also,
dass
die
Edge-Foun-
dation
ihre
wichtigste
jährliche
Veranstaltung
—
das
Billionaires’
Dinner
—
sofort
einstellte,
nachdem
Epsteins
Zuwendungen
ab
2016
ausblieben.
BuzzFeed
News
führt
diesbezüglich
aus:
281
282
»Epstein
war
ein
regelmäßiger
Teilnehmer
bei
Edge-Veranstaltungen.
Er
war
bei
den
Billionaires’
Dinner
Events
1999
und
2000
auf
Fotos
und
Seiten
zu
sehen,
die
kürzlich
von
der
Edge-Website
gelöscht
wurden,
und
wurde
auch
in
einem
Bericht
über
das
Abendessen
2004
erwähnt.
Epstein
war
auch
2011
bei
Edge-Veranstaltungen
anwesend,
nach
seiner
Verurteilung
wegen
Sexualverbrechen
im
Jahr
2008.
Darüber
berichtete
BuzzFeed
News
Anfang
dieses
Monats.«
Überschrift
des
betreffenden
Artikels:
»2011
war
Jeffrey
Epstein
ein
bekannter
Sexualstraftäter.
Jeff
Bezos,
Elon
Musk
und
Sergey
Brin
speisten
trotzdem
mit
ihm.«
Weiter
erklärt
BuzzFeed:
»2002
waren
Brockman,
seine
Frau
und
Geschäftspartnerin
Katinka
Matson
sowie
die
führenden
Wissenschaftler
Steven
Pinker,
Richard
Dawkins
und
Daniel
Dennett
in
Epsteins
Jet
auf
dem
Weg
zu
TED
in
Monterey,
Kalifornien,
zu
sehen
—
der
mehrtägigen
Technologie-,
Unterhaltungs-
und
Designkonferenz,
bei
der
das
Billionaires’
Dinner
diesen
Jahres
stattfand.
Die
Bildunterschrift
wurde
kürzlich
ge-
ändert,
um
die
Erwähnung
Epsteins
zu
entfernen.
Sein
Edge-Profil,
das
ihn
als
Finanzier
und
Wissenschaftsphilanthrop
beschreibt,
wurde
ebenfalls
entfernt.
Ob
Epstein
selbst
am
Billionaires’
Dinner
2002
teilnahm,
ist
unklar.
Aber
Mitglieder
seines
Gefolges
waren
dort.
Ein
Foto
von
der
Veranstaltung
zeigt
Brockman
mit
zwei
jungen
Frauen,
die
in
der
Bildunterschrift
namentlich
genannt
werden.
Das
Foto
wurde
kürzlich
ebenfalls
von
der
Edge-Webseite
entfernt.
Eine
dieser
Frauen
ist
Sarah
Kellen,
die
als
Assistentin
von
Epsteins
ehemaliger
Freundin
Ghislaine
Maxwell
angestellt
und
im
Rahmen
eines
Vergleichs
von
2008
vor
Strafverfolgung
geschützt
war.
Der
Vergleich
brachte
Epstein
nach
seiner
früheren
Verhaftung
eine
13-monatige
Gefängnisstrafe
in
Florida
ein.
In
mehreren
Klagen
haben
Epsteins
Opfer
behauptet,
Kellen
gehöre
zu
den
Personen,
die
halfen,
den
sexuellen
Missbrauch
für
Epstein
Zu
organisieren.«
Brockmans
Interaktionen
mit
Epstein
gingen
aber
offenbar
weit
über
die
Edge-Foundation
hinaus.
Im
August
2019
publizierte
der
belarussische
Publizist
Evgeny
Morozov
auf
Google
Drive
E-Mail-Korrespondenz
aus
dem
Jahr
2013,
die
belegt,
dass
Brockman
Pläne
hatte,
ein
Meeting
zwischen
ihm
und
Epstein
zu
arrangieren.
Doch
Morozov
lehnte
ab.
In
den
Mails
an
Morozov
erwähnt
Brockman
Epsteins
»hübsche
junge
Assistentin
aus
Weiß-
russland«
und
beschreibt
seinen
Gönner
fälschlicherweise
als
»Milliardär,
dem
Victorias
Secret
und
eine
Modelagentur
gehören«.
Tatsächlich
lag
Epsteins
Vermögen
gemäß
seines
Testaments
aber
nur
bei
einigen
hundert
Millionen
—
und
die
fragwürdige
Marke
Victorias
Secret
ist
Teil
von
L
Brands,
der
Holding
von
Leslie
Wexner,
einem
Tiefenstaat-Veteran
mit
Verbindungen
zu
Harvard
und
WEF-Gründung,
dessen
Finanzen
Jeffrey
Epstein
bis
2007
verwaltete.
Auch
sonst
pflegte
Brockmans
Organisation
verwunderliche
Geschäftspraktiken.
Zwischen
2001
und
2017
vergab
die
Edge-
Foundation
beispielsweise
nur
ein
einziges
Mal
einen
Förderpreis.
Der
entsprechende
Betrag
in
Höhe
von
100.000
US-Dollar
ging
an
David
Deutsch,
einen
Pionier
für
Quanteninformationstheorie,
der
an
der
Universität
Oxford
forschte.
Financier
des
Preises
—
man
ahnt
es
—
war
Jeffrey
Epstein.
Nicht
umsonst
stellte
The
Verve
am
19.
September
2019
fest,
dass
»Jeffrey
Epstein
die
Wissenschaft
infil-
trierte,
weil
die
Wissenschaft
bereit
war,
ihn
willkommen
zu
heißen«.
So
knüpfte
der
Finanzmagnat
Kontakte
zu
prominenten
Biologen
wie
George
Church,
weil
er
nach
Wegen
suchte,
die
mensch-
liche
Spezies
mit
seiner
DNA
zu
kreuzen.
Langfristiges
Ziel:
Das
Schaffen
einer
»Super-Rasse«.
Mehrere
preisgekrönte
Wissen-
schaftler
bestätigten
gegenüber
der
New
York
Times,
dass
Epstein
auch
sie
in
seine
misogynen
Pläne
eingeweiht
hatte.
Auf
seiner
abgelegenen,
unterkellerten
»Zorro-Ranch«
in
New
Mexico,
wo
283
284
jedes
Zimmer
mit
Kameras
überwacht
wurde,
hatte
er
eigens
ein
Behandlungszimmer
einrichten
lassen,
um
künstliche
Be-
fruchtungen
mit
jungen
Frauen
durchführen
zu
können.
Bei
The
New
Yorker
konnte
man
am
6.
September
2019
nachlesen,
dass
Epstein
sich
auch
im
Bereich
digitale
Währungen
engagierte.
Unter
anderem
finanzierte
er
das
damals
von
Joi
Ito
geleitete
MIT
Media
Lab
—
und
damit
auch
die
von
Ito
geführte
Digital
Currency
Initiative
(DCI).
Diese
wiederum
unterstützte
die
Bitcoin-Core-
Entwickler
bei
der
Fork
2017,
die
Bitcoin
von
einer
digitalen
Währung
zu,
wie
Epstein
es
nannte,
»digitalem
Gold«
machen
sollte
—
und
damit
weitaus
ungefährlicher
für
das
herrschende
Finanzmarktkartell.
Bill
Gates,
Harvard-Autoren
wie
Steven
Pinker
oder
MIT-Programmierer
wie
Richard
Stallmann
verteidigten
Epstein
sogar
noch
nach
dessen
endgültiger
Festnahme.
Stallmann
forderte
gar,
Kinderpornografie
zu
entkriminalisieren.
Joi
Ito
dagegen
kündigte
kleinlaut
beim
MIT.
Heute
ist
er
Präsident
des
Chiba
Institute
for
Technology
in
Japan,
wo
das
Center
for
Radical
Transformation
(CRT)
angesiedelt
ist.
Auch
die
Digital
Currency
Initiative
gibt
es
bis
heute.
Genau
wie
das
»digitale
Gold«,
mit
dem
aber
fast
niemand
mehr
bezahlt.
HODL
und
so.
Mit
dem
Thema
Digitalwährungen
nähern
wir
uns
denn
auch
Jeffrey
Epsteins
Einfluss
auf
den
Geschäftsbereich
der
»glorreichen
Sieben«.
Denn
der
im
Gefängnis
ermordete
Menschenhändler
finanzierte
nicht
nur
einen
Großteil
von
Brockmans
Edge-Akti-
vitäten,
sondern
sorgte
durch
die
Infiltration
des
Wissenschafts-
betriebes
auch
dafür,
dass
Edge
den
Tech-Nachwuchs
in
genau
der
Domäne
schulte,
die
für
das
Erringen
von
Weltherrschaft
im
Mediazän
essenziell
ist:
Social
Engineering.
Dazu
veranstaltete
die
Edge-Foundation
sogenannte
Master
Class
Events.
Im
Jahr
2008
zum
Beispiel
zum
Thema
»Libertärer
Paternalismus
—
warum
es
nicht
möglich
ist,
nicht
zu
nudgen«.
Dozent:
Richard
Thaler,
»
Vater
der
modernen
Verhaltensökonomie«,
über
den
die
ZEIT
am
18.
Mai
2010
unter
der
Überschrift
»Die
Stunde
der
Verführer«
schrieb:
»Richard
Thaler
hat
den
Draht
nach
oben.
Der
64-Jährige
ist
einer
der
weltweit
führenden
Verhaltensökonomen
—
neuerdings
berät
er
auch
die
Wirtschaftsexperten
des
mächtigsten
Mannes
der
Welt,
US-Präsident
Barack
Obama.
Auch
die
britischen
Konservativen,
die
in
London
die
neue
Regierung
führen,
haben
dem
Professor
der
Universität
von
Chicago
einen
Beraterposten
versprochen.
Thaler
steht
an
der
Spitze
einer
wirtschaftspolitischen
Revolution.
(...)
Verhaltensorientierte
Wirtschaftsforscher
postulieren
(...)
eine
grundlegend
andere
Wirtschaftspolitik.
Zwar
lehnen
sie
—
ähnlich
wie
klassische
liberale
Ökonomen
-
eine
direkte
Bevormundung
des
Einzelnen
durch
den
Staat
ab.
Sie
sprechen
sich
aber
für
sanften
Druck
aus,
mit
dem
der
Staat
die
Menschen
in
die
richtige
Richtung
leitet,
ihnen
gleichzeitig
aber
die
Option
lässt,
sich
anders
zu
ent-
scheiden,
wenn
sie
es
wollen.
»Nudge«
(Anstupsen)
hat
Thaler
dieses
Politikkonzept
zusammen
mit
Co-Autor
Cass
Sunstein
im
gleichnamigen
Buch
getauft.
Private
Institutionen,
Behörden
und
Re-
gierungen
versuchen
dabei,
die
Entscheidungen
der
Menschen
so
zu
lenken,
dass
sie
hinterher
besser
dastehen.
Ein
anderer
Begriff,
der
den
neuen
Politikansatz
charakterisiert,
ist
sanfter
Paternalismus.«
Das
Buch,
das
ZEIT-Autor
Olaf
Storbek
referenziert,
hat
Thaler
2010
gemeinsam
mit
Cass
Sunstein
verfasst,
einem
Edge-Kollegen
und
Harvard-Professor
für
Rechtswissenschaft
und
Verhaltens-
ökonomie.
Deutscher
Titel
des
Werks:
»Nudge
—
wie
man
kluge
Entscheidungen
anstößt«.
Alternativ
untertitelt
mit:
»Wie
man
Menschen
dazu
bringt,
das
Richtige
zu
tun«.
In
welche
Kerbe
das
Machwerk
schlägt,
zeigt
der
Umstand,
dass
Cass
Sunstein
schon
im
Januar
2008
ein
Papier
namens
»Verschwörungstheorien«
285
286
publizierte,
die
er
darin
als
ernsthaftes
Risiko
fiir
Recht
und
Gesetz
einstufte.
Sunstein
verteidigt
das
offizielle
9/11-Narrativ,
will
eine
bargeldlose
Gesellschaft
und
hielt
Corona-Lockdowns
für
eine
»smarte«
Sache.
Ein
Beitrag
von
Sunstein
fiir
»Educators
at
Home«
vom
14.
September
2010
offenbart,
was
fir
ein
Menschenbild
die
Rechtswissenschaften
in
Harvard
mittlerweile
kultivieren:
»
Wenn
wir
erst
einmal
wissen,
dass
Menschen
menschlich
sind
und
etwas
von
Homer
Simpson
in
sich
tragen,
dann
kann
man
viel
tun,
um
sie
zu
manipulieren.«
(Cass
Sunstein)
Trotz,
oder
gerade
wegen
dieser
respektlosen
Haltung
gegenüber
den
Freiheitsrechten
des
Individuums,
6ffnete
ihr
gemeinsames
Werk
Thaler
und
Sunstein
die
Türen
zum
Elfenbeinturm.
Ab
2008
berieten
die
beiden
Verhaltensokonomen
die
Regierung
von
Barack
Obama
beim
Aufbau
sogenannter
»Nudge-Units«.
Kurze
Zeit
später
unterstützte
Richard
Thaler
auch
die
britische
Regierung
und
half
bei
der
Formierung
des
»Behavioural
Insights
Team«
(BIT),
dem
sowohl
Sunstein
als
auch
Thaler
bis
heute
angehoren.
Das
BIT
spielte
via
SAGE
(Scientific
Advisory
Group
for
Emergencies),
dem
britischen
Aquivalent
zum
Robert-Koch-
Institut
(RKI),
eine
tragende
Rolle
bei
der
Implementierung
der
Covid-19-Mafinahmen
in
Großbritannien.
Hindewaschanlei-
tungen
fur
Erwachsene,
tote
Großeltern
für
die
Kleinen.
Sie
wissen
schon.
Strategieberater
von
Tony
Blair
hatten
bereits
im
Februar
2004
eine
Studie
zum
Thema
»Persönliche
Verantwortung
und
Verhaltensänderung:
Stand
des
Wissens
und
Auswirkungen
auf
die
öffentliche
Politik«
erstellen
lassen
—
nur
Thalers
griffige
Bezeichnung
für
die
neue
Doktrin
fehlte
noch.
Ein
Auszug
aus
dem
Papier
von
2004
erklärt:
»Mit
Blick
auf
die
Zukunft
besteht
ein
offensichtlicher
Bedarf,
unser
theoretisches
und
empirisches
Verständnis
der
Ursachen
für
Verhalten
und
Verhaltensänderung
zu
stärken.
Ebenso
wichtig
wird
die
umfassendere
Erprobung
politischer
Instrumente
sein,
um
ein
ausgefeilteres
Instrumentarium
für
politische
Entscheidungs-
träger
zu
entwickeln.
Die
Politik
sollte
nicht
einfach
persönliche
Verantwortung
oder
Schuldzuweisungen
proklamieren,
sondern
muss
sich
an
der
Art
und
Weise
orientieren,
wie
Menschen
tatsäch-
lich
denken
und
fühlen,
sowie
an
den
sozialen
und
psychologischen
Kräften,
die
das
Verhalten
beeinflussen.«
Das
war
vor
20
Jahren.
Drei
Jahre
später
kam
das
Smartphone
auf
den
Markt
und
mauserte
sich
binnen
kurzer
Zeit
zum
perfekten
Werkzeug
einer
auf
Nudging
ausgelegten
Observationsökonomie.
Heute
hat
fast
jeder
ein
grell
illuminiertes
Brett
vor
dem
Kopf,
das
seinen
Tagesablauf,
Bio-,
Kommunikations-
und
Schlafrhythmus
beeinflusst.
Oder
steuert.
Je
nach
Schwere
der
Handysucht.
Das
eigentliche
Problem
dabei
ist
jedoch
nicht
die
Hardware,
das
Endgerät,
sondern
die
Software
der
»glorreichen
Sieben«.
Denn
sie
ist
so
designt,
dass
sie
abhängig,
krank
und
depressiv
macht
—-
und
Menschen
dazu
bewegt,
»das
Richtige
zu
tun«.
Auch
wenn
es
absolut
falsch
ist.
»Wie
schaffen
wir
es,
möglichst
viel
von
deiner
Zeit
und
Aufmerk-
samkeit
zu
konsumieren.
Dazu
müssen
wir
dir
hin
und
wieder
eine
kleine
Dopamin-Dosis
verabreichen
(...).
Das
bringt
dich
dazu,
mehr
beizutragen,
was
dir
wiederum
mehr
Kommentare
und
Likes
bringt.
Es
ist
ein
sozial
validierender
Feedback-Loop.
(...)
Wir
nutzen
eine
Schwäche
der
menschlichen
Psychologie.
Die
Erfinder,
die
Erschaffer,
ich,
Mark,
die
Leute
von
Instagram,
alle
diese
Menschen,
haben
das
verstanden
—
voll
und
ganz
—
und
wir
haben
es
trotzdem
getan.«
(Sean
Parker,
8.
November
2017)
Nahtlos
kontrolliert
wird
der
auf
Konformismus
dressierte
Bürger
dabei
von
einem
Überwachungskomplex
unvorstellbaren
287
288
Ausmaßes.
Die
Webseite
von
Surveillance
Watch
führt
Buch
über
die
wichtigsten
dafür
zuständigen
Unternehmen.
Nachdem
Facebook
2004
online
ging
und
das
iPhone
2007
auf
den
Markt
kam,
erscheint
das
Jahr
2008
also
tatsächlich
als
der
perfekte
Zeitpunkt
für
Edge,
um
die
Silicon-Valley-Elite
in
puncto
Nudging
und
Sozialarchitektonik
zu
schulen.
Das
soziale
Netzwerk
war
seinen
Kinderschuhen
entwachsen
—
am
26.
August
2008
knackte
Facebook
die
100
Millionen-Nutzer-Marke
—
und
mit
dem
Taschenspion
aus
dem
Hause
Apple
kündigte
sich
bereits
das
machtigste
Manipulations-Maltratat
der
Zivilisationsgeschichte
an.
Für
die
herrschenden
Zirkel
war
absehbar,
dass
die
Frontlinien
des
transgenerationalen
Informationskrieges
schon
bald
nicht
mehr
über
die
Auslagen
der
Zeitungskioske,
durch
Rundfunk-
redaktionen
oder
über
die
Mattscheibe,
sondern
direkt
durch
die
Köpfe
der
Bevölkerung
verlaufen
werden.
Dieses
Ziel
wurde
fraglos
erreicht.
Entsprechend
hellhorig
sollte
machen,
welche
Themen
die
Edge
Master
Class
2008
behandelte.
Die
zweite
Session
widmete
sich
zum
Beispiel
dem
Thema
»
Ver-
besserung
der
Auswahlmaéglichkeiten
durch
maschinenlesbare
Offenlegung«.
Richard
Thaler
umriss
deren
Inhalt
mit
folgendem
Eroffnungsstatement:
»Das
ist
die
Idee.
Ich
nenne
es
elektronische
Offenlegung.
Lassen
sie
mich
erklaren,
wie
es
bei
Kreditkarten
funktionieren
wiirde.
Die
Idee
ist,
dass
das
Kreditkartenunternehmen
ihnen
fiir
jede
Kredit-
karte,
die
sie
besitzen,
einmal
im
Jahr
zwei
elektronische
Dateien
senden
muss.
Die
erste
Datei
wäre
im
Wesentlichen
eine
Tabelle
mit
allen
Formeln
fiir
alle
Möglichkeiten,
wie
ihnen
Dinge
in
Rechnung
gestellt
werden
konnen.
(...)
Die
zweite
Datei
ist
die
Liste
der
Dinge,
fiir
die
ihnen
im
letzten
Jahr
Gebühren
in
Rechnung
gestellt
wurden.
Es
könnte
heißen,
ihnen
wurden
im
letzten
Jahr
1.800
Dollar
fiir
diese
Kreditkarte
berechnet,
davon
1.200
Dollar
für
Zinszahlungen,
für
Verzugsgebühren,
oder
Währungstransfers
und
so
weiter.
Wir
glauben
nicht,
dass
sich
irgendjemand
diese
Dateien
jemals
ansehen
würde.
Wir
glauben,
dass
sofort
Websites
auftauchen
würden,
die
diese
Informationen
verarbeiten
würden.
Diese
Websites
würden
den
folgenden
Zwecken
dienen.
Erstens:
Übersetzung.
Sie
würden
dem
Benutzer
in
einfachem
Englisch
erklären,
was
mit
ihm
passiert.
Zweitens:
Verhaltensänderung.
Sie
würden
ihm
erklären,
dass
er
1.800
Dollar
bezahlt
hat,
weil
er
unfähig
war,
seine
Rechnungen
pünktlich
zu
bezahlen.
Wenn
er
also
eine
automatische
Zahlung
einrichten
würde,
würde
er
viel
Geld
sparen.
Drittens:
Preisvergleich.
Beachten
sie
bitte,
dass
die
entsprechenden
Unternehmen
mit
diesen
Informationen
die
Nutzungsmuster
kennen;
und
sie
kennen
alle
Formeln
für
alle
Kreditkartenunternehmen.
Sie
können
also
drei
Kreditkartenunternehmen
suchen,
und
finden,
die
für
die
Art
und
Weise,
wie
der
Nutzer
seine
Kreditkarten
verwendet,
besser
wären.
Das
ist
das
Konzept.
(...)«
Jeff
Bezos
warf
kurz
darauf
ein:
»Außerdem
werden
sie
bezahlt.
Sie
sind
wie
der
Fuchs,
der
den
Hühnerstall
bewacht.«
Dem
wachsamen
Leser
dürfte
klar
sein,
dass
wir
heute
genau
von
solchen
System
umgeben,
überwacht,
analysiert
und
bedrängt
werden.
Zu
unserem
Vorteil
—
wie
Thaler
meint.
Bemerkenswert
in
Bezug
auf
das,
was
uns
noch
bevorstehen
könnte,
ist
die
dritte
Session
der
Master
Class
2008.
Thema:
»Die
Psychologie
der
Knappheit«.
Teilnehmer
—
unter
anderem:
Jeff
Bezos,
Sean
Parker,
Elon
Musk,
Nathan
Myhrvold,
der
14
Jahre
als
Stratege
für
Bill
Gates
arbeitete,
Daniel
Hillis,
ehemals
Vize-
präsident
für
Forschung
und
Entwicklung
bei
Disney
und
Vater
des
Parallel
Computing,
das
die
Grundlage
für
moderne
Super-
computer
darstellt,
et
cetera.
Neben
Richard
Thaler
sprach
bei
289
290
der
dritten
Session
auch
Sendhil
Mullainathan,
Volkswirt
an
der
Harvard-Universität.
Sein
Spezialgebiet:
Verhaltensökonomie
und
Armutsökonomik.
Einleitend
erklärte
Mullainathan:
»Lassen
wir
die
Armutsbekämpfung
für
einen
Moment
beiseite
und
fragen
uns:
Gibt
es
etwas,
das
der
Armut
innewohnt
und
das
an
und
für
sich
eine
Untersuchung
wert
ist?
Einer
der
Gründe
dafür
ist,
dass
wir
—
abgesehen
von
Wundermitteln
—
verstehen
müssen,
ob
es
unter
Bedingungen
der
Knappheit
gemeinsame
Prinzipien
gibt,
die
uns
helfen
können,
Verhalten
zu
verstehen
und
Interventionen
zu
gestalten.
Wenn
wir
das
Gefühl
haben,
dass
Bedingungen
der
Knappheit
bestimmte
psychologische
Effekte
hervorrufen,
dann
wird
das,
ganz
zu
schweigen
vom
rein
wissenschaftlichen
Interesse,
eine
große
Mehrheit
der
Interventionen
beeinflussen.
Das
ist
eine
wichtige
und
alte
Frage.«
Korrekt.
Denn
Schuldknechtschaft
war,
wie
die
künstliche
Ver-
knappung
von
Nahrungsmitteln,
seit
jeher
ein
beliebtes
Mittel
der
herrschenden
Kaste,
um
den
Pobel
im
Zaum,
beziehungsweise
mit
existenziellen
Problemen
auf
Trab
zu
halten.
So
hat
er
namlich
weder
Zeit
noch
Energie,
um
mit
Mistgabeln
und
Fackeln
gen
Elfenbeinturm
aufzubrechen.
In
diesem
Zusammenhang
sei
nochmals
auf
»Food
Chain
Reaction
—
A
Global
Food
Security
Game«
hingewiesen,
ein
Planspiel,
das
im
November
2015
vom
tiefenstaatlichen
Center
for
American
Progress,
dem
World
Wild-
life
Fund,
Center
for
Naval
Analyses
(CNA),
Cargill
und
Mars
durchgeführt
wurde
und
Nahrungsmittelknappheit
im
Zeitraum
von
2020
bis
2030
simulierte.
Der
Einblick
in
die
Ausbhildungsprozesse
der
Edge-Foundation
und
die
Liste
ihrer
Teilnehmer
gibt
somit
allen
Anlass
zu
be-
furchten,
dass
Brockmans
»Internetsalon«
die
zentralen
Akteure
der
kontinuierlich
engmaschiger
greifenden
Technokratie
nicht
nur
in
puncto
Social
Engineering
ausbilden,
sondern
sie
darüber
hinaus
auf
eine
Zeit
von
Mangelwirtschaft
und
massiver
Armut
vorbereiten
wollte.
Auf
die
»Dritte
Kultur«.
Die
wohlstandsver-
nichtende
Tokenisierung
der
Welt.
Dabei
sollte
nicht
vergessen
werden,
dass
Brockman
vermutlich
nur
ein
geschäftstüchtiger
Narzisst
mit
sozialen
Kompetenzen
war,
der
seine
Chance
auf
Geld
und
Rampenlicht
geschickt
zu
nutzen
wusste
—
und
dass
Jeffrey
Epstein
als
maßgeblicher
Finanzier
der
Edge-Foundation
nicht
einfach
im
Alleingang
handelte.
Denn
Epstein
war
Doppelagent,
unterwegs
im
Auftrag
von
CIA
und
Mossad.
Mindestens.
Dass
er
mittlerweile
nicht
mehr
unter
den
Lebenden
weilt,
dürfte
weder
sein
Geheimdienstnetzwerk
noch
seinen
elitären
Kundenstamm
davon
abgehalten
haben,
sein
schmutziges
Geschäft
weiterzubetreiben.
Man
kann
also
durchaus
mit
einem
metaphorisch
zu
lesenden
Zitat
aus
jenem
kultigen
60er-Film
schließen,
dessen
Titel
nun
als
Bezeichnung
für
ein
Septett
börsennotierter
Technokratie-
Operatoren
missbraucht
wird:
»Das
Blutvergießen
wird
so
lange
weitergehen,
bis
die
Ursache
dafür
ausgehoben
ist.«
Montagnola,
am
24.
November
2024
291
292
Regieren
ist
organisierte
Kriminalität
Der
Staat
geriert
sich
als
Bewahrer
von
Demokratie
und
Men-
schenrechten,
als
singuläres
Modell
zur
Aufrechterhaltung
gesellschaftlicher
Ordnung.
Dabei
haben
die
Strukturen
supranationaler
»Global
Governance«
das
Konzept
National-
staat
längst
obsolet
gemacht.
Und
auch
ein
Blick
auf
das
Handeln
des
Machtapparats
Staat
lässt
begründete
Zweifel
an
dessen
öffentlicher
Darstellung
aufkommen
-
denn
das
Kern-
geschäft
eines
jeden
Staates
besteht
aus
Unterdrückung,
Raub
und
Mord.
»
Wenn
das
Volk
die
Regierung
fürchtet,
haben
wir
Tyrannei.
Wenn
die
Regierung
das
Volk
fürchtet,
haben
wir
Freiheit«—
soll
Thomas
Jefferson,
einer
der
Griundervater
der
USA,
dereinst
festgehalten
haben.
Wer
sich
also
in
Anbetracht
des
Status
quo
noch
nicht
ganz
sicher
ist,
mit
welchem
Herrschaftssystem
ihn
die
kriegsliisterne
Biosicherheitsdoktrin
der
Postmoderne
begliickt,
mag
in
Jeffersons
Worten
entsprechende
Inspiration
finden.
Denn
mit
Demokratie
hat
die
ohrenbetdubende
Kakofonie
von
Stil-,
Rechts-
und
Sinn-
brichen
selbstverstandlich
nichts
zu
tun.
Die
verblassende
Pluralismussimulation
der
zurückliegenden
Dekaden
mausert
sich
zu
dem,
was
mental
mobile
Staatstheoretiker,
Historiker,
Philosophen,
Journalisten
und
Aktivisten
seit
langem
erwarten
—
einer
offen
kriminellen
Terrorherrschaft.
Selten
war
klarer
als
jetzt:
Regieren
ist
organisierte
Kriminalität.
Folgt
man
Thomas
Hobbes
und
Friedrich
Nietzsche,
ist
der
Staat
ein
»Ungeheuer«.
Während
Hobbes
diesen
Umstand
durchaus
goutierte,
fand
Nietzsche
ihn
abstoßend.
Und
zwar
zurecht.
Denn
die
repressiven
Züge,
die
das
Staatskonzept
seit
der
frühen
Neuzeit
kennzeichnen,
sind
inhärenter
Bestandteil
der
Politikproduktion.
Egal,
welche
Ideologie
ein
Staat
vertritt,
seinen
Souveränitätsan-
spruch
kann
er
nur
mit
Gewalt
durchsetzen.
Nach
außen
mit
Krieg,
nach
innen
mit
dem
auf
konstant
interpretationsoffener
werdenden
Gesetzen
basierenden
Gewaltmonopol.
Im
Rahmen
seiner
Halb-
wertszeit
durchläuft
jedes
Herrschaftskonstrukt
vergleichbare
Zyklen.
Ist
ein
Staat
gegründet,
eine
Regierung
ausgerufen,
insti-
tutionalisiert
sie
das
favorisierte
politische
Modell
-
Demokratie,
Sozialismus,
Konservatismus,
Liberalismus,
et
cetera
—
und
verein-
nahmt
ihre
Untertanen
mit
Indoktrination,
Zugestiandnissen
und
moderater
Autonomie.
Doch
Macht
korrumpiert.
Und
macht
gierig.
Vor
allem
in
repräsentativen
Systemen
wie
der
korporatisierten
Sozialdemokratie,
wo
Einfluss
einen
monetdaren
Wert
darstellt.
Die
Folge:
Lobbyismus,
Korruption,
Lagerbildung,
Grabenkampfe
und
Obszönitäten.
Einer
Phase
relativer
Freiheit
und
Prosperitat
folgt
so
bald
eine
mehr
oder
weniger
harsche
»Entdifferenzierung«
(Wolfgang
Merkel,
2010)
—
also
die
Auflösung
alter
Strukturen,
Funktionen
und
Integrationsmechanismen.
Die
herrschenden
»Machteliten«
(C.
Wright
Mills,
1956)
grenzen
sich
nach
zwei
Seiten
ab.
Auf
der
einen
von
regimetreuen
Bewahrern
des
ursprünglichen
Konzepts,
den
Konservativen,
auf
der
anderen
von
den
Gegnern
»progressiver«
Reformen.
Reformen,
von
denen
zumeist
die
von
wachsender
staatlicher
Machtfiille
benachteiligte
Bevolkerung
betroffen
ist.
Diese
zahlt
natürlich
auch
die
Zeche.
Rechtsprechung
und
Medien
passen
sich
diesem
zusehends
autoritären
Umfeld
an,
um
ihre
Daseinsberechtigung
nicht
einzubüßen.
Mit
dem
Imple-
mentierungsgrad
solcher
Reformprojekte
aus
dem
Elfenbeinturm,
in
der
Regel
begleitet
von
ausufernder
Bürokratie,
wachsen
die
293
294
Widerstände
dagegen.
Aus
Autokratie
wird
Totalitarismus.
»Erst
ist
es
ein
Polizeistaat,
dann
kommen
die
Aufstände«.
Die
»Mistgabeln«
(Nick
Hanauer,
2014).
Aus
der
Vogelperspektive
betrachtet
sind
es
stets
die
gleichen
zivilisatorischen
Prozesse.
Seit
Jahrhunderten.
In
allen
Systemen.
Offen
ist
nur,
wie
brutal
der
Staat
vorgehen
muss,
um
sich
an
der
Macht
zu
halten
—
und
wie
lange
es
dauert,
bis
die
Arroganz
der
wenigen
dennoch
an
der
Macht
der
vielen
erstickt.
Denn
schlussendlich
fällt
jedes
Imperium.
Das
lehrt
die
Geschichte.
Hat
das
System
den
Zenit
überschritten,
fällt
ob
der
grotesken
Machtexzesse
und
Schizophrenitäten
auch
den
konformistischsten
Etatisten
auf,
dass
die
politmediale
Schmierenkomödie
nichts
mehr
mit
der
Realität
des
eigenen
Lebens
zu
tun
hat.
Gewalt
greift
Raum.
Psychische
Gewalt
—
und
physische.
Demnach
hat
nun
zweifelsohne
auch
der
vermeintlich
liberale
Rechtsstaat
der
von
supranationalen
Verordnungen
diktierten
Gegenwart
sein
finales
Entwicklungsstadium
erreicht:
Die
Tyrannei.
»Seht
uns
nur
an.
Alles
ist
verdreht,
alles
steht
Kopf.
Ärzte
zerstören
Gesundheit,
Anwälte
zerstören
Gerechtigkeit,
Psychiater
zerstören
Verstand,
Wissenschaftler
zerstören
Wahrheit,
Massenmedien
zerstören
Information,
Religionen
zerstören
Spiritualität
und
Regierungen
zerstören
die
Freiheit.«
(Michael
Ellner)
Neu
ist
das
alles
nicht.
Nur
die
Darreichungsformen
und
Macht-
instrumente
von
Herrschaft
wandeln
sich
über
die
Jahrhunderte.
Die
disziplinierenden
Kontrollmechanismen
zur
Subordination
der
Massen
professionalisieren
sich
im
Rahmen
des
technologi-
schen
Fortschritts.
So
wirkt
der
Panoptismus
der
Postmoderne
vor
allem
deshalb
monströs,
weil
unser
Gehirn
evolutionär
nicht
darauf
eingestellt
ist.
Es
ist
der
Militarisierung
von
Information
im
Dauerfeuer
multimedialer
Infantilisierungspropaganda
in
den
wenigsten
Fällen
gewachsen.
Wer
versucht,
dieser
omni-
präsenten
Pervertierung
von
Realität
mit
tradierten
Denk-
und
Handlungsmustern
zu
begegnen,
geht
unter.
Nicht
umsonst
klagt
der
»Widerstand«
in
weiten
Teilen
über
Erschöpfungszustände,
Verschleiß,
Burnout
und
Depression.
Genau
da
soll
er
in
Augen
des
Staatskonzeptes
sein
—
am
Ende.
Aufgerieben.
Entmutigt.
Ohnmächtig.
Dabei
wäre
gerade
Humor
das
Patentrezept,
um
auch
düsteren
Zeiten
ein
erfülltes
Leben
abzugewinnen.
Ein
freies
Leben.
Denn
frei
wird
man
nicht,
frei
ist
man
—
oder
eben
nicht.
Freiheit
ist
eine
Geisteshaltung,
kein
organisatorisches
Problem.
»Unsere
Gesellschaft
wird
von
Wahnsinnigen
mit
wahn-
sinnigen
Zielen
geführt.
(...)
Und
ich
denke,
ich
werde
als
Wahnsinniger
eingesperrt,
wenn
ich
das
zum
Ausdruck
bringe.
Das
ist
das
Verrückte
daran.«
(John
Lennon)
In
diesem
Lichte
betrachtet
nimmt
es
also
kaum
Wunder,
dass
das
primäre
Ziel
der
regierenden
Kaste
darin
besteht,
die
Be-
völkerung
in
Angst,
Armut,
Abhängigkeiten
und
Agonie
zu
halten.
Selbstbestimmte,
selbstbewusste
Individuen
hätten
nämlich
nicht
nur
die
Zeit,
sondern
auch
die
mentale
Kapazität
und
die
Mittel,
das
Ponzi-Schema
des
polit-finanziellen
Komplexes
intellektuell
wie
organisatorisch
zu
durchdringen.
Dementsprechend
ist
das
Staatskonzept
auch
nicht
darauf
ausgelegt,
das
Individuum
zu
fördern.
Es
dient
der
Implementierung
eines
konformistischen
Kollektivismus.
Die
Massen
sollen
sich
um
die
Flagge
scharen.
Wer
kritische
Fragen
stellt
und
sich
der
Polonaise
der
Gutgläubigen
verweigert,
gilt
als
Landesverräter.
Doch
nicht
nur
die
vermeintlichen
Häretiker
sind
Opfer
staat-
licher
Willkür
und
Gewaltherrschaft.
Jeder
Bürger
stellt
per
se
295
296
eine
potenzielle
Gefahr
für
die
Machthaber
dar.
Dementsprechend
agiert
das
»Ungeheuer«
Staat.
Es
führt
einen
konstanten
—
mehr
oder
weniger
vernichtenden
—
Krieg
gegen
die
eigene
Bevölkerung.
Welche
Waffen
in
diesem
Gefecht
zum
Einsatz
kommen,
erläutert
ein
von
Wikileaks
am
13.
Juni
2008
veröffentlichtes
Geheimdokument
der
US-Armee
vom
20.
September
1994.
Titel:
»Foreign
Internal
Defense
Tactics,
Techniques,
and
Procedures
for
Special
Forces«.
Zu
Deutsch:
Taktiken,
Techniken
und
Verfahren
zur
internen
Vertei-
digung
im
Ausland
für
Spezialeinheiten.
Julian
Assange
nannte
es
einmal
»das
wichtigste
Dokument,
das
Wikileaks
je
veröffentlichte«.
Aus
gutem
Grund.
Denn
während
der
Titel
des
219
Seiten
um-
fassenden
Strategiepapiers
darauf
abstellt,
dass
es
sich
um
Arbeitsanweisungen
für
Spezialeinheiten
handelt,
die
im
Ausland
operieren,
sind
die
beschriebenen
Methoden
der
asymmetrischen
Kriegsführung
genau
jene,
unter
denen
—
neben
dem
Rest
der
Welt
—
auch
die
amerikanische
Bevölkerung
leidet.
Die
US-Armee
beschreibt
im
Detail,
wie
die
verdeckt
operierenden
Kräfte
Regierungen
absetzen,
Oppositionsgruppen
infiltrieren,
die
Bevölkerung
manipulieren
und
Kriege
initiieren
sollen.
Auf
Gesetze,
Moral
oder
Kollateralschäden
wird
dabei
keine
Rück-
sicht
genommen.
Primäres
Ziel
—
koste
es,
was
es
wolle
—
ist
die
Durchsetzung
der
Pax
Americana
im
Zielgebiet.
Ein
paar
Zitate
verdeutlichen,
wie
das
»Ungeheuer«
dabei
vorgeht.
»Aufstände
sind
nicht
einfach
zufällige
politische
Gewalt;
sie
sind
gezielte
politische
Gewalt.
Sie
erfordern
eine
Führung,
die
Vision,
Richtung,
Anleitung,
Koordination
und
organisatorische
Kohärenz
bietet.
Die
Anführer
der
Aufständischen
müssen
ihre
Sache
dem
Volk
bekannt
machen
und
die
Unterstützung
der
Bevölkerung
gewinnen.
(...)
Ihre
Ausbildung,
ihr
Hintergrund,
ihre
Familie,
ihre
sozialen
Verbindungen
und
Erfahrungen
prägen
ihr
Denken
und
die
Art
und
Weise,
wie
sie
ihre
Ziele
erreichen.
Diese
Faktoren
prägen
auch
ihre
Herangehensweise
an
die
Problemlösung.«
(S.
13)
»Die
Ideologie
von
Gruppen
innerhalb
der
Bewegung
kann
auf
unter-
schiedliche
Ansichten
über
strategische
Ziele
hinweisen.
Gruppen
können
ideologische
Konflikte
haben,
die
gelöst
werden
müssen,
bevor
ein
Gegner
daraus
Kapital
schlagen
kann.
Die
Ideologie
kann
wahrscheinliche
Ziele
und
Taktiken
nahelegen.
Sie
beeinflusst
stark
die
Wahrnehmung
der
Umgebung
durch
den
Aufständischen.
Diese
Wahrnehmung
der
Umgebung
wiederum
prägt
die
organisatorischen
und
operativen
Methoden
der
Bewegung.«
(S.
14)
»
Wenn
eine
Situation
explosiv
ist,
kann
fast
jedes
Ereignis
als
aus-
lösendes
Ereignis
dienen.
Das
richtige
Timing
kann
auch
in
kurzer
Zeit
eine
Flut
von
Ereignissen
hervorrufen,
sodass
es
schwierig
ist,
ein
einzelnes
Ereignis
als
die
Handlung
zu
bezeichnen,
die
den
Kampf
ausgelöst
hat.
Daher
kann
es
hilfreicher
sein,
eine
Reihe
von
Handlungen
als
auslösendes
Ereignis
zu
betrachten.
Auslösende
Ereignisse
können
historisch
sein
—
und
die
Aufständischen
erinnern
die
Bevölkerung
an
das
Ereignis.
Diese
Technik
befreit
den
Auf-
ständischen
davon,
auf
ein
geeignetes
Ereignis
zu
warten.«
(S.
18)
»Oft
sind
es
die
Armen,
die
im
Krieg
kämpfen.
CSDF-Programme
(CSDF:
Civilian
Self-Defense
Force)
bieten
der
wohlhabenden
Klasse
die
Möglichkeit,
direkt
und
persönlich
am
Kampf
gegen
Gesetzlosig-
keit
und
Aufstände
beteiligt
zu
sein.
Geschäftsleute
und
Fachleute
beteiligen
sich
an
CSDF
aus
einem
Gefühl
der
bürgerlichen
Pflicht,
aus
Stolz
und
aus
der
Notwendigkeit,
ihr
Vermögen
zu
schützen.
Ihre
aktive
Beteiligung
verleiht
dem
Programm
Glaubwürdigkeit,
stärkt
die
Legitimität
der
Regierung
und
verringert
Klassenkonflikte.
Wohlhabendes
Personal
kann
bei
der
Ausstattung
seiner
Einheiten
mithelfen.
Es
darf
ihnen
jedoch
nicht
gestattet
sein,
den
Teilnehmern
ein
Gehalt
zu
zahlen.«
(S.
128)
297
298
»PSYOP-Personal
oder
in
PSYOP
ausgebildete
SFOD-Mitglieder
(SFOD:
Special
Forces
Operational
Detachment)
erleichtern
die
Zusammenarbeit
zwischen
der
lokalen
Bevölkerung
und
dem
HN-Militär
(HN:
Host
Nation).
Wenn
qualifiziertes
oder
fähiges
HN-Personal
verfügbar
ist,
arbeitet
das
US-Personal
durch
sie.
CSDF-Elemente
müssen
in
der
Anwendung
von
PSYOP
geschult
werden,
um
die
Bevölkerung
über
die
Vorteile
zu
informieren,
die
sie
durch
die
Zusammenarbeit
mit
ihnen
erzielen.
PSYOP-Themen
müssen
sich
an
nationale
und/oder
fiktive
Themen
halten,
um
eine
einheitliche
Politik
darzustellen.
Es
ist
entscheidend,
dass
PSYOP
zunächst
an
die
lokale
Bevölkerung
gerichtet
wird,
um
ihre
Unterstützung
der
Aufständischen
zu
beenden
und
ihre
Akzeptanz
und
Zusammenarbeit
für
das
CSDF-Programm
zu
gewinnen.
(...)
PSYOP
kann
die
Mission
unterstützen,
indem
es
die
aufständischen
Kräfte
bei
neutralen
Gruppen
diskreditiert,
Zwietracht
unter
den
Aufständischen
selbst
sät
und
Überläuferprogramme
unterstützt.
Spaltungsprogramme
führen
zu
Zwietracht,
Desorganisation,
niedriger
Moral,
Subversion
und
Überläufern
innerhalb
der
auf-
ständischen
Kräfte.
Wichtig
sind
auch
nationale
Programme,
um
Aufständische
mit
Angeboten
von
Amnestie
und
Belohnungen
auf
die
Seite
der
Regierung
zu
ziehen.
Die
Motive
für
eine
Kapitula-
tion
können
von
persönlichen
Rivalitäten
und
Bitterkeit
bis
hin
zu
Desillusionierung
und
Entmutigung
reichen.
Druck
seitens
der
Sicherheitskräfte
hat
Überzeugungskraft.
(...)
Alle
Agenten
werden
genau
beobachtet
und
diejenigen,
die
nicht
zuverlässig
sind,
werden
abgelöst.
Wenige,
zielgerichtete,
zuverlässige
Agenten
sind
besser
und
wirtschaftlicher
als
viele
schlechte.
(...)
Sicherheits-
kräfte
können
Einzelpersonen
aus
der
Bevölkerung
dazu
bringen,
Informanten
zu
werden.
Sicherheitskräfte
nutzen
verschiedene
Motive
(Staatsbürgersinn,
Patriotismus,
Angst,
Strafvermeidung,
Dankbarkeit,
Rache
oder
Eifersucht,
finanzielle
Belohnungen)
als
überzeugende
Argumente.
Sie
nutzen
die
Zusicherung
des
Schutzes
vor
Repressalien
als
Hauptanreiz.«
(S.
139,
ff)
Zusammengefasst:
Die
Reichen
bezahlen,
sorgen
für
Stimmung
und
Glaubwürdigkeit,
die
politische
Klasse
passt
die
Vorgehens-
weise
an
lokale
Strukturen,
herrschende
Ideologien,
Demoskopie
und
Kommunikationsprozesse
an
—
und
die
Armen
werden
zum
Sterben
an
die
Front
geschickt.
Und
das
sind
nur
kurze
Einblicke
in
ein
über
200
Seiten
starkes
Handbuch
zum
Krieg
gegen
die
Zivilbevölkerung,
die
in
Augen
des
Hegemon
offenkundig
nichts
anderes
als
Verfügungsmasse
und
Kanonenfutter
ist.
Man
möchte
Julian
Assange
beipflichten:
Dieses
Dokument
erklärt
nicht
nur,
warum
unsere
Gesellschaften,
die
Wirtschaft
und
das
moralische
Koordinatensystem
des
Homo
sapiens
in
Auflösung
begriffen
sind
—
die
Skrupellosigkeit
der
im
Detail
beschriebenen
Methoden
lässt
einem
das
Blut
in
den
Adern
gefrieren.
Selbst
nach
auszugsweiser
Lektüre
muss
man
konstatieren:
Nietzsche
hatte
Recht.
Der
Staat
ist
ein
eiskaltes
Ungeheuer.
Doch
was
ist
der
Staat?
War
es
früher
das
klar
erkenntliche
Machtvehikel
von
Monarchen,
Imperatoren,
Familiendynastien
und
Klerus,
erweckt
das
Staatskonzept
der
jüngeren
Neuzeit
gerne
den
Eindruck,
es
hätte
sich
von
dieser
Despotie
der
wenigen
gelöst,
stünde
für
sich,
auf
einem
Fundament
des
Volkswillens,
der
sich
in
Verfassungen,
Gesetzen
und
Wahlen
widerspiegelt.
Weit
gefehlt.
Auch
die
»Global
Governance«
von
heute
ist
nichts
anderes
als
Despotismus.
Weithin
kontrolliert
von
den
gleichen
Bankenkartellen,
Familien,
Unternehmen
und
Organisationen,
die
seit
Generationen
den
Lauf
der
Welt
bestimmen.
Die
Regen-
bogen
emanierende
Pluralismussimulation
der
Postmoderne
verbirgt
diesen
Umstand
nur
besser.
Sie
tyrannisiert
indirekt.
Köpfe
werden
nicht
mehr
abgeschlagen,
sondern
gewaschen.
Exakt
so,
wie
es
die
angloamerikanischen
Vordenker
dieses
Systems
im
ausgehenden
19.
Jahrhundert
insinuierten.
Siehe
Carroll
Quigley,
Tragedy
and
Hope,
1966,
Kapitel
»The
Future
in
Perspective«,
Seite
1247:
299
300
»Das
Argument,
dass
die
beiden
Parteien
entgegengesetzte
Ideale
und
politische
Ansichten
vertreten
sollten,
eine
vielleicht
rechts,
die
andere
links,
ist
eine
törichte
Idee,
die
nur
für
doktrinäre
und
akademische
Denker
akzeptabel
ist.
Stattdessen
sollten
die
beiden
Parteien
nahezu
identisch
sein,
sodass
das
amerikanische
Volk
die
Schurken
bei
jeder
Wahl
rauswerfen
kann,
ohne
dass
es
zu
tiefgreifenden
oder
umfassenden
politischen
Verände-
rungen
kommt.
Die
politischen
Pläne,
die
für
Amerika
lebenswichtig
und
notwendig
sind,
sind
nicht
länger
Gegenstand
großer
Meinungsverschiedenheiten,
sondern
nur
noch
in
Einzelheiten
des
Verfahrens,
der
Priorität
oder
der
Methode
umstritten.«
Sodass
nach
Scheindebatten,
Empörungsmanagement
und
Ab-
stimmungen
nicht
vom
allgemeinen
Kurs
abgewichen
werden
muss.
Was
Quigleys
elitäre
Zirkel
—
er
war
bis
zur
Veröffentlichung
von
Tragedy
and
Hope
einer
von
ihnen
und
unterstützte
ihre
Ideen
—
für
die
Rückführung
der
13
US-Kolonien
sowie
die
moderne
Expansion
des
britischen
Empire
vorsahen,
ist
heute
zentrales
Element
der
wertewestlichen
Fassadendemokratie.
Symptombesprechung,
Lippenbekenntnisse,
Emotionsamplituden,
»Der
Dritte
Weg«
—
»wo
soziale
Gerechtigkeit
und
Markt
miteinander
verséhnt
werden
sollen«
-
und
auch
nach
der
x-ten
Wahl
bleibt
alles
beim
Alten.
Ob
Berlin,
Briissel,
London,
New
York,
Beirut
oder
Peking:
Ein
Potem-
kin’sches
Dorf.
Denn
wir
leben
längst
in
der
Idealvorstellung
von
Benito
Mussolini,
der
den
perfekten
Faschismus
als
Korporatismus
bezeichnete
und
als
symbiotische
Fusion
der
Macht
von
Staat
und
Konzernen
verstand.
Als
»Public
Private
Partnership«.
»Benito
Mussolini
hat
der
modernen
Sparpolitik
den
Weg
bereitet
und
die
Arbeiterbewegung
unterdriickt.
Liberale
Okonomen
im
In-
und
Ausland
bewunderten
ihn
dafiir«,
schrieb
man
bei
Jacobin
am
6.
März
2023.
So
zeitigt
das
Staatskonzept
dieser
Tage
die
gleichen
verheerenden
Folgen
wie
die
Herrschaftskonstrukte
der
Vergangenheit.
Vertikale
Durchlässigkeit
begrenzt,
das
Volk
manipuliert,
ausgebeutet
und
gegängelt.
Anstelle
von
Arbeits-
lagern,
Schlägertrupps
und
Exekutionskommandos
machen
heute
Algorithmen
die
Drecksarbeit.
Sonst
hat
sich
kaum
etwas
geändert.
Stand
heute
leben
nach
Angaben
von
Oxfam
weltweit
knapp
fünf
Milliarden
mehr
Menschen
in
Armut
als
vor
2020.
Das
sind
die
ärmsten
60
Prozent
der
Menschheit.
Zusammen
haben
sie
circa
20
Milliarden
US-Dollar
verloren.
Das
Gesamtvermögen
der
reichsten
Deutschen
wuchs
im
gleichen
Zeitraum
von
89
auf
155
Milliarden
US-Dollar
-
ein
Zuwachs
von
73,85
Prozent.
Die
148
größten
Kon-
zerne
der
Welt
konnten
zwischen
Juni
2022
und
Juni
2023
circa
1,8
Billionen
Dollar
an
Gewinnen
verzeichnen
—
ein
Anstieg
von
52,5
Prozent
gegenüber
dem
Durchschnitt
der
Jahre
2018
bis
2021.
Der
Reingewinn
stieg
gegenüber
diesem
Zeitraum
um
20
Prozent
auf
700
Milliarden
Dollar.
Und
die
fünf
reichsten
Menschen
der
Welt
haben
ihr
Vermögen
seit
2020
verdoppelt.
Wer
vom
Nachhaltig-
keitskorporatismus
profitiert,
dürfte
damit
geklärt
sein.
Der
Normalbürger
dagegen
kämpft
gegen
steigende
Steuern,
Infla-
tion
und
anziehende
Energiekosten.
In
einem
luftabschnürenden
Korsett
von
Verträgen,
Verpflichtungen
und
Verbindlichkeiten
gefangen,
bleibt
weder
Zeit
noch
Geld
für
ein
Leben
in
Würde.
Der
angepasste
Regenbogendemokrat
wird
geboren,
indoktri-
niert,
ausgebeutet
und
dann
bestattet.
Individuelle
Entfaltung
ist
in
diesem
Lebensentwurf
von
der
Stange
nicht
vorgesehen.
Die
leitmedialen
Podiumsdiskussionen
um
Work-Life-Balance,
Gendersprache
und
feministische
Außenpolitik
klingen
in
den
Ohren
der
buckelnden
Arbeiterklasse
—
und
auch
für
weite
Teilen
des
schwindenden
Mittelstandes
—
wie
blanker
Hohn.
Das
Habitat
des
Mediazän,
das
nicht
selten
den
Eindruck
erweckt,
man
lebe
301
302
in
einer
fehlerhaft
programmierten
Simulation,
zwingt
seinen
Bewohner
immer
häufiger
dazu,
sich
existenziellen
Problemen
zu
stellen:
Unterkunft,
Nahrung,
Fortpflanzung.
Überleben.
Noch
bezahlt
er
Jahreslizenzen
für
Cloud-Software,
Netflix
für
Filme
und
Streamingdienste
für
Musik,
die
er
früher
erwarb
und
dann
einfach
besaß.
Noch
geht
er
wählen
und
entscheidet
brav
zwischen
Pest
und
Cholera,
um
vier
weitere
Jahre
nicht
die
Hoffnung
zu
verlieren.
Noch
glaubt,
ignoriert
oder
kommentiert
er
leidensfähig
die
intelligenzbeleidigenden
Lügengebilde,
die
als
Realität
vermarktet
werden.
Mithin
erstaunlich.
Denn
nicht
erst
seit
der
Corona-Krise
belegen
nackte
Zahlen,
dass
der
Mensch
in
diesem
System
nicht
nur
beraubt
und
unterdrückt,
sondern
auch
als
Versuchskaninchen
für
den
pharmakologisch-finanziellen
Komplex
missbraucht
wird.
Nürnberger
Kodex
hin
oder
her.
Während
Robert
Koch
vor
der
Schaffung
dieses
vermeintlichen
Bollwerks
für
die
körperliche
Unversehrtheit
noch
ungestraft
Menschenversuche
in
seinen
kolonialen
Konzentrationslagern
durchführen
durfte,
ist
das
Thema
seit
Ende
des
Zweiten
Weltkrieges
tabu.
Gesetzlich
elimi-
niert.
Angeblich.
Doch
bereits
in
den
1940er
Jahren
infizierte
der
US-Gesundheitsdienst
Gefängnisinsassen
und
psychisch
kranke
Personen
mit
Syphilis-Erregern.
Von
1946
bis
1949
weiteten
die
USA
das
Programm
auf
Guatemala
aus
und
machten
sich
zusätzlich
über
Soldaten
und
Prostituierte
her.
Das
Echo
der
angelsächsisch
geprägten
Eugeniklehre
hallte
im
fortgeführten
Rassismus
nach.
»Schockierende
Fälle
wie
der
Tod
der
49
Kinder
nach
Medikamen-
tentests
in
einem
indischen
Krankenhaus
sind
in
der
Geschichte
der
Medizin
nichts
Neues:
In
den
USA
wurde
Farbigen
zu
Studien-
zwecken
von
1932
bis
1972
die
Syphilis-Therapie
verweigert.«
(SZ,
Das
Verbrechen
von
Tuskegee,
11.
Mai
2010)
Am
20.
September
1950
spritzte
die
US-Marine
vor
der
Küste
San
Franciscos
Mikroben
in
die
Troposphäre,
um
zu
testen,
welche
Effekte
ein
Angriff
mit
Biowaffen
auf
die
damals
800.000
Einwohner
der
Stadt
haben
würde.
1953
startete
die
CIA
das
MK-Ultra-Programm,
in
dessen
Rahmen
abertausenden
ahnungsloser
Menschen
LSD
verabreicht
wurde.
Zwei
Jahre
später
nahm
»Project
Whitecoat«
—
Projekt
Weißkittel
—
seine
Arbeit
auf.
Die
bestand
im
Verlauf
der
folgenden
20
Jahre
darin,
Menschenversuche
mit
Hasenpest,
Typhus,
Gelbfieber
und
Milzbrand
durchzuführen.
Und
Ende
der
60er
testeten
die
amerikanischen
Streitkräfte
Nervengas
an
den
eigenen
Soldaten.
Der
SPIEGEL
schrieb
diesbezüglich
am
10.
Juli
2013:
»11.
Oktober,
16:25
Uhr,
26
Stunden
nach
Testbeginn.
Kleine
blutende
Anomalien
am
linken
Bein
festgestellt.
Subjekt
behauptet,
es
habe
seinen
Rasierer
fallen
gelassen
und
sich
dabei
ins
Bein
geschnitten
—
doch
so
war
es
nicht.
Er
habe
seine
Sommersprossen
damals
für
Käfer
gehalten,
sagt
Rochelle:
»Die
krabbelten
überall
unter
meiner
Haut
herum«.
Den
Betreuern
habe
er
nichts
davon
erzählt,
es
sei
ihm
pein-
lich
gewesen:
»Ich
habe
meine
Rasierklinge
genommen
und
versucht,
die
Käfer
aus
meiner
Haut
zu
schneiden.«
Er
war
längst
nicht
mehr
selbst
dazu
in
der
Lage,
die
Experimente
zu
stoppen.
Damit
war
die
Einverständniserklärung
Makulatur.
So
wie
Frank
Rochelle
ergeht
es
in
Edgewood
mehr
als
7.800
US-Soldaten;
im
ganzen
Land
sind
es
rund
100.000.
Systematisch
haben
Militär
und
Geheimdienste
die
eigenen
Leute
seit
Ende
des
Ersten
Weltkriegs
Giften,
Gasen,
Drogen
und
Psycho-Kampfstoffen
ausgesetzt,
darunter
LSD,
Sarin,
Senfgas,
BZ,
VX,
Barbiturate,
Amphetamine,
Chlorpromazin
und
immer
so
weiter.
Nachsorgeuntersuchungen?
Fehlanzeige.
Erst
nach
fast
sechs
Jahr-
zehnten
stoppt
das
US-Parlament
die
Menschenversuche
im
Jahr
1975.«
Ebenfalls
bis
weit
in
die
70er
hinein
injizierte
man
US-Gefäng-
nisinsassen
Pestizide
und
Herbizide.
Mindestens
2.600
Menschen
wurden
derartigen
Versuchen
unterzogen.
Natürlich
musste
auch
303
304
die
Atombombe
am
lebenden
Objekt
getestet
werden.
Sowohl
Frankreich
als
auch
Großbritannien,
die
ehemalige
Sowjetunion
oder
die
USA
schickten
Menschen
auf
die
Testgelände.
Viele
von
ihnen
segneten
danach
relativ
rasch
das
Zeitliche.
Bis
heute
kämpfen
Bewohner
der
entsprechenden
Landstriche
um
Ent-
schädigungen,
weil
sie
ihre
Krebserkrankungen
der
im
Umland
von
Testgebieten
gestreuten
Strahlung
zuschreiben.
In
den
70ern
machte
sich
der
Journalist
Paul
Jacobs
auf
eigene
Faust
daran,
die
Geschichte
der
Betroffenen
zu
dokumentieren
-
um
1978
selbst
an
Krebs
zu
sterben.
Selbst
vor
Versuchen
an
Kindern
schreckte
das
»Ungeheuer«
nie
zurück,
wie
wiederum
der
SPIEGEL
in
Ausgabe
45
vom
2.
November
1986
ausführt:
»Dwayne
winkte
seiner
Mutter
zu,
sie
lächelte
zurück,
dann
schloss
sich
die
schwere
Eisentür
hinter
dem
todkranken
Kind.
Seit
drei
Jahren
wurde
Dwayne
Sexton
am
Strahleninstitut
des
Atomforschungszentrums
Oak
Ridge
im
Bundesstaat
Tennessee
gegen
Leukämie
behandelt.
Er
hatte
eine
qualvolle
Knochenmark-
Transplantation
sowie
etliche
Runden
von
Chemotherapie
hinter
sich.
Alles
war
vergeblich
geblieben.
Als
letztes
Mittel
wollten
die
Ärzte
nun
versuchen,
mit
massiver
Bestrahlung
die
Krebszellen
im
Knochenmark
des
Kindes
zu
zerstören.
Dass
diese
Methode
riskant
und
—
zur
damaligen
Zeit,
1968
—
auch
wenig
erprobt
war,
teilten
die
Ärzte
den
Eltern
des
Kindes
mit.
Was
sie
aber
verschwiegen,
war,
dass
sie
auch
im
Auftrag
der
amerikanischen
Weltraumbehörde
NASA
arbeiteten.
Sie
sollten
herausfinden,
wieviel
Strahlung
Astronauten
im
All
aushalten
würden,
ohne
krank
zu
werden.
Für
die
von
der
NASA
bestellte
Untersuchung
erprobten
die
Ärzte
an
ihren
Patienten,
so
hieß
es
in
einem
ihrer
Berichte,
verschiedene
»therapeutische
Szenarien,
die
aus
Strahlenmengen
im
All
abgeleitet
wurden«.
Im
Klartext:
Nicht
allein
medizinische
Erwägungen
zum
Wohl
des
Patienten
setzten
die
Höhe
der
Strahlendosis
fest,
sondern
auch
die
Bedürfnisse
der
NASA.
In
diesem
Sinn
waren
die
Patienten
lebende
Versuchskaninchen.«
Mindestens
23.000
US-Amerikaner
wurden
von
Militäreinrich-
tungen
und
Gesundheitsbehörden
vorsätzlich
verstrahlt.
Zu
Forschungszwecken.
»Kalter
Krieg
gegen
US-Bevölkerung«
nannte
es
die
taz
am
24.
Oktober
1994.
»Zwischen
1950
und
1972
finanzierte
das
Pentagon
außerdem
fünf
klinische
Studien
über
die
Aufnahmefähigkeit
des
menschlichen
Körpers
von
Strahlen,
um
Aussagen
über
die
psychologischen
wie
biologischen
Folgen
von
Atomexplosionen
zu
erhalten.
Die
Versuchspersonen
waren
größtenteils
in
Armut
lebende
Schwarze.
(...)
Bei
einem
anderen
Experiment
mussten
Soldaten
auf
Fässern
mit
radioaktivem
Material
herumfahren,
um
zu
prüfen,
ob
ihre
Autos
sie
vor
den
Strahlen
schützten.
In
Hanford
im
US-Bundesstaat
Washington
setzten
die
Militärs
absichtlich
eine
nukleare
Wolke
frei,
um
die
Verlagerung
der
Wolke
zu
untersuchen.
Aufgrund
einer
plötzlichen
Änderung
der
Wetterlage
fielen
die
radioaktiven
Teilchen
auf
einem
300
Kilometer
langen
und
60
Kilometer
breiten
Gebiet
nieder
(...).«
(JW,
29.
August
1997)
Der
Umgang
mit
der
indigenen
Bevölkerung
wirft
kein
besseres
Licht
auf
die
Vereinigten
Staaten.
Von
fünf
bis
sieben
Millionen
Ureinwohnern
im
Jahr
1500
waren
im
Jahr
1900
noch
237.000
übrig.
Ob
Hungersnöte,
Sklavenarbeit,
Massaker,
Umsiedlungen
oder
»Boarding
Schools«
—
Umerziehungsinternate:
Die
aus
Groß-
britannien
eingereisten
Siedler
verübten
einen
Genozid
an
den
indigenen
Stämmen.
Nachdem
die
mageren
Reste
der
stolzen
Indianervölker
in
Reservate
gepfercht
worden
waren,
suchte
der
Staat
deren
Fortpflanzung
mittels
Zwangssterilisation
zu
verhindern.
Mehr
als
60.000
Indigene
wurden
im
20.
Jahrhundert
einer
solch
abscheulichen
Behandlung
unterzogen.
Darüber
hinaus
war
das
Eugenik-Programm
der
USA,
das
erst
1981
end-
gültig
eingestellt
wurde,
Grundlage
für
die
Rassenlehre
des
deutschen
NS-Regimes.
305
306
Ähnlich
ging
man
in
Kanada
vor.
Seit
den
1920er
Jahren
wurden
dort
tausende
indigene
Frauen
zwangssterilisiert
—
bis
heute
—
obwohl
die
entsprechenden
Gesetze
mittler-
weile
abgeschafft
wurden.
Die
tagesschau
vermeldet
dazu
am
10.
März
2024:
»Die
Worte
des
weißen
Arztes
haben
sich
Liz
(...)
ins
Gedächtnis
gebrannt:
»Es
ist
besser,
du
stimmst
der
Abtreibung
zu.
Denn
wir
werden
dir
dieses
Baby
wegnehmen.
So
oder
so«.
Die
damals
17-jährige
Kanadierin
vom
indigenen
Volk
der
Anishinabe
wagt
es
nicht,
zu
widersprechen.
Verängstigt
sitzt
sie
Ende
der
1970er-Jahre
im
Behandlungsraum
der
Indian
Clinic
in
der
Provinz
Ontario,
einer
Klinik,
in
der
Indigene
behandelt
werden,
damit
sie
an
die
sogenannte
Zivilisation
angepasst
werden.
(...)
Die
alleinerziehende
Mutter
sei
nicht
in
der
Lage,
für
ein
weiteres
Kind
zu
sorgen.
Der
Arzt
will
ihr
deshalb
die
Eileiter
abbinden
und
sie
dadurch
sterili-
sieren.
(...)
Erst
Jahre
später
wird
ihr
klar:
Sie
ist
nicht
allein.
Zehn-
tausende
indigene
Frauen
sind
in
Kanada
seit
den
1920er-Jahren
im
Einklang
mit
der
Eugenik-Gesetzgebung
gegen
ihren
Willen
sterilisiert
worden.
Und
obwohl
es
diese
Gesetze
nicht
mehr
gibt,
geschieht
es
bis
heute,
weiß
Senatorin
Yvonne
Boyer
im
Kongress
in
Ottawa
(...).
Noch
immer
ist
Zwangssterilisation
kein
Tatbestand
im
kanadischen
Strafgesetzbuch.
(...)
Vergangenes
Jahr
wurde
in
den
Nordwest-Territorien
ein
Arzt
bestraft,
weil
er
2019
eine
Inuit-Frau
gegen
ihren
Willen
unfruchtbar
gemacht
hat.
Er
verlor
seine
Lizenz
-
für
fünf
Monate.«
Dass
sich
nicht
nur
das
angloamerikanische
Empire
für
Eugenik
begeisterte,
zeigt
die
Einrichtung
des
ersten
rassenbiologischen
Instituts
in
Schweden
im
Jahr
1921.
Zwischen
1935
und
1976
wurden
dort
circa
62.000
Menschen
zwangssterilisiert.
Die
offi-
ziellen
Begründungen
für
die
Eingriffe
reichten
von
»Mischling«
über
»Alkoholismus«
bis
zu
»dämlich«
und
»religiös«,
Sprich:
Reine
Willkür
unter
dem
Deckmantel
der
Wissenschaft.
Legalisiert
vom
schwedischen
Staat.
Heute
begegnen
uns
die
staatlich
organisierten
Eugenik-Pro-
gramme
unter
wohlklingenden
Labels
wie
Bioethik,
reproduktive
Gesundheit,
biosoziale
Forschung
und
Bevölkerungspolitik.
Seit
1954
finden
die
von
den
Vereinten
Nationen
(UN)
organisierten
Weltbevölkerungskonferenzen
statt.
Die
letzte
im
November
2019
in
Nairobi
(Kenia).
Was
bei
diesen
Konferenzen
besprochen
wird,
lässt
sich
anhand
eines
Artikels
des
GUARDIAN
vom
15.
April
2012
oder
eines
Beitrags
von
C-Fam
(Center
for
Family
and
Human
Rights)
erahnen:
»Großbritannien
hat
166
Millionen
Pfund
(268
Millionen
Dollar)
für
ein
Regierungsprogramm
in
Indien
gespendet,
das
arme
Frauen
und
Männer
zwangssterilisiert.
Die
britische
Hilfsorganisation
nannte
die
Notwendigkeit,
dem
Klimawandel
durch
Bevölkerungsreduzie-
rung
zu
begegnen,
als
Hauptgrund
für
die
Finanzierung
des
miss-
bräuchlichen
indischen
Programms
(...).
Verpfuschte
Operationen
verursachten
Qualen,
Blutungen
und
Todesfälle.
In
einer
von
der
britischen
Regierung
ins
Visier
genommenen
Region
verblutete
die
35-jährige
Frau
eines
armen
Arbeiters,
die
mit
Zwillingen
schwanger
war.
Einige
Frauen,
die
während
der
Schwangerschaft
sterilisiert
wurden,
erlitten
Fehlgeburten.
Einige
wurden
mit
weniger
als
acht
Dollar
und
einem
Sari
bestochen,
anderen
wurde
mit
dem
Verlust
ihrer
Lebensmittelkarten
gedroht.
Manchen
wurde
gesagt,
die
Operationen
dienten
der
allgemeinen
Gesundheitsfürsorge,
und
sie
erfuhren
den
wahren
Zweck
erst
zu
spät.
Kliniken
erhielten
Prämien
für
mehr
als
dreißig
Operationen
pro
Tag.
Nichtstaatliche
Mitarbeiter
wurden
für
jede
Person
bezahlt,
die
sie
zu
einer
Opera-
tion
überredeten.
Ein
Chirurg,
der
in
einem
Schulgebäude
arbeitete,
führte
in
zwei
Stunden
53
Operationen
durch
—
ohne
qualifiziertes
Personal,
fließendes
Wasser
oder
Mittel
zum
Reinigen
der
Geräte.
307
308
Berichte
der
indischen
Regierung
aus
den
Jahren
2006
und
2009
warnten
vor
Problemen
mit
dem
Programm.
Dennoch
empfahl
ein
Bericht
des
britischen
Ministeriums
für
internationale
Entwicklung
aus
dem
Jahr
2010
die
weitere
Unterstützung
des
Programms
mit
der
Begründung,
dass
eine
Reduzierung
der
Bevölkerungszahl
die
Treib-
hausgase
senken
würde.
(...)
Sterilisation
ist
die
häufigste
Methode
der
Familienplanung,
die
in
Phase
IT
des
indischen
Programms
für
Reproduktions-
und
Kindergesundheit
eingesetzt
wird,
das
2005
mit
britischer
Finanzierung
begann.
Trotz
der
Enthüllungen
im
ersten
Jahr
hat
Großbritannien
keine
Bedingungen
an
seine
Finanzierung
geknüpft.
(...)
Im
Juli
wird
Großbritannien
zusammen
mit
der
Bill
&
Melinda
Gates
Stiftung
einen
Familienplanungsgipfel
in
London
ausrichten.
Ziel
der
Veranstaltung
ist
es,
beispielloses
politisches
Engagement
und
Ressourcen
von
Entwicklungsländern,
Gebern,
dem
privaten
Sektor,
der
Zivilgesellschaft
und
anderen
Partnern
zu
generieren,
um
den
Familienplanungsbedarf
von
Frauen
in
den
ärmsten
Ländern
der
Welt
bis
2020
zu
decken,
erklärte
das
britische
Ministerium
für
internationale
Entwicklung.
Melinda
Gates
hielt
kürzlich
eine
Rede,
in
der
sie
behauptete,
dass
die
Hilfe
bei
der
Empfängnisverhütung
nichts
mit
Bevölkerungskontrolle
oder
Zwangssterilisationsprogrammen
zu
tun
habe.«
(C-Fam,
2.
Mai
2012)
»Familienplanungsbedarf«?
Dass
solche
Programme
nichts
mit
»Bevölkerungskontrolle«
zu
tun
haben,
ist
eine
infame
Lüge.
Schon
die
von
Julian
Huxley
verfasste
Grundsatzschrift
der
UNESCO
von
1946
spricht
davon,
dass
Eugenik
wieder
salonfähig
gemacht
werden
muss.
»Das
Undenkbare
wenigstens
wieder
denkbar
machen«,
nannte
Huxley
es
damals.
So
muss
auch
die
ungezügelte
Massenmigration
als
Waffe
im
mittlerweile
allgegenwärtigen
Kampf
der
Kulturen
verstanden
werden.
Dabei
ist
allerdings
nicht
die
Migration
selbst
das
Problem
—
denn
auch
die
Mig-
ranten
sind
Opfer
dieser
Agenda
—
sondern
der
jeweilige
Auslöser
für
diese
Zuwanderungsströme.
Die
verarmten,
verzweifelten,
traumatisierten,
mit
falschen
Versprechungen
gelockten
und
als
Spaltpilz
missbrauchten
Menschen
für
die
Symptome
des
wertwestlichen
Neokolonialismus
verantwortlich
zu
machen,
greift
zu
kurz.
Die
chaotischen
Zustände
auf
deutschen,
britischen,
schwedischen
und
französischen
Straßen
sind
kein
Zufall,
sondern
gewollt.
Das
belegt
ein
Strategiepapier
der
Vereinten
Nationen,
das
am
21.
März
2000
publiziert
wurde.
Titel
des
Dokuments:
»Replacement
Migration:
Is
it
A
Solution
to
Declining
and
Ageing
Populations?«
Übersetzt:
»Ersatzmigration:
Ist
sie
eine
Lösung
für
schrumpfende
und
alternde
Bevolkerungen?«.
Auf
177
Seiten
erläutert
die
Studie,
wie
Frankreich,
Großbritannien,
Deutschland,
Italien,
Japan
oder
Russland
zuriickgehende
Geburtenraten
durch
massenhafte
Zuwanderung
kompensieren
sollen.
Auf
den
Seiten
32
und
33
liest
man
diesbezüglich:
»Abbildung
1
zeigt
einen
standardisierten
Vergleich
der
Zuwan-
derungsströme
pro
Million
Einwohner
(Stand:
2000).
Aus
diesem
Vergleich
geht
hervor,
dass
im
Verhältnis
zur
Landesgröße
die
Zahl
der
Einwanderer,
die
im
Zeitraum
2000-2050
pro
Jahr
benötigt
wird,
um
den
Bestand
der
Bevölkerung
im
erwerbsfähigen
Alter
zu
erhalten
(Szenario
IV),
mit
6.500
Einwanderern
auf
eine
Million
Einwohner
in
Italien
am
höchsten
ist,
gefolgt
von
Deutschland
mit
6.000
Einwanderern
pro
Jahr
auf
eine
Million
Einwohner.
Von
den
in
diesem
Bericht
untersuchten
Ländern
und
Regionen
benötigten
die
Vereinigten
Staaten
mit
etwa
1.300
Einwanderern
auf
eine
Million
Einwohner
die
geringste
Zahl
von
Einwanderern,
um
einen
Rück-
gang
ihrer
Bevölkerung
im
erwerbsfähigen
Alter
zu
verhindern.«
»Die
Zahl
der
Einwanderer,
die
notwendig
ist,
um
ein
Schrumpfen
der
Bevölkerung
im
erwerbsfähigen
Alter
auszugleichen,
übersteigt
diejenige,
die
einen
Rückgang
der
Gesamtbevölkerung
ausgleichen
309
310
würde,
um
ein
Erhebliches.
Ob
solche
höheren
Einwanderungszahlen
zu
den
Optionen
gehören,
die
den
Regierungen
zur
Verfügung
stehen,
hängt
zum
großen
Teil
von
den
sozialen,
wirtschaftlichen
und
politischen
Verhältnissen
des
jeweiligen
Landes
beziehungsweise
der
jeweiligen
Region
ab.«
Wer
also
annimmt,
dass
die
Destabilisierungskriege
und
Raub-
züge
der
NATO-Hegemonie
nur
dem
Zwecke
dienten,
missliebige
Regierungen
auszutauschen
und
der
Rohstoffe
eines
Landes
habhaft
zu
werden,
liegt
offenkundig
falsch.
Wenn
das
wertewest-
liche
Imperium
irgendwo
Demokratie
abwirft,
hat
es
dabei
auch
die
strategischen
Ziele
globaler
Bevölkerungskontrolle
im
Blick.
Migration
als
Waffe
—
gerichtet
gegen
beide
involvierten
Parteien.
Demnach
kann
man
sich
nur
wünschen,
dass
die
Gewaltausbrüche
zwischen
einheimischer
Bevölkerung
und
Migranten
in
den
ver-
schiedenen
EU-Ländern
rasch
ein
Ende
nehmen
und
sich
die
von
Verzweiflung
herrührende
Wut
beider
Parteien
auf
das
eigentliche
Problem
fokussiert:
Die
herrschende
Kaste
und
ihr
gesichtsloses
Imperium
supranationaler
Organisationen.
Wahrlich
—
die
Liste
an
staatlich
organisierten,
legitimierten,
orchestrierten
und
geduldeten
Gräueltaten
ließe
sich
beliebig
lange
fortführen.
Je
nachdem,
wie
weit
man
zurückzublicken
gedenkt.
Viele
dieser
Verbrechen
sind
Teil
der
offiziellen
Ge-
schichtsschreibung.
Jeder
weiß
es.
Dennoch
führt
dieses
Wissen
um
die
Skrupellosigkeit
eines
im
Kern
faschistoiden
Systems
erstaunlicherweise
bis
heute
nicht
dazu,
dass
sich
die
Mensch-
heit
auf
andere
Formen
des
Zusammenlebens,
der
Verwaltung
und
Organisation
einigt.
Noch
immer
sehnen
sich
die
Massen
nach
Führung,
zentraler
Steuerung
und
Ikonen,
die
ihnen
ein
besseres
Leben
versprechen.
Dabei
belegt
die
Zivilisationsge-
schichte
mehr
als
eindrücklich,
dass
es
sich
um
leere
Versprechen
handelt,
dass
die
Hoffnung
auf
den
edlen
Ritter,
die
rettende
Wahl
oder
eine
bessere
Zukunft
reine
Illusion
ist.
Der
Macht-
apparat
Staat
dient
nur
einem
einzigen
Zweck
—
dem
Erhalt
des
Machtapparats.
Es
bedarf
demnach
auch
keiner
Diskussion
um
marginale
Opti-
mierungen
des
herrschenden
Systems.
Denn
wer
nur
Symptome
behandelt,
wird
die
Ursache
der
Krankheit
nicht
eliminieren.
Es
bedarf
der
konstruktiven
Debatte
darüber,
wie
dieses
System
in
Gänze
zu
ersetzen
ist.
Dabei
gilt
es,
eigene
Narrative
zu
entwickeln.
Geschichten.
Vor-
stellungen
von
einer
freiheitlich
organisierten
Zukunft.
Von
einem
lebenswerten
morgen.
Für
eine
Zeit
nach
dem
»Ungeheuer«.
Wir
brauchen
Ideen,
von
denen
wir
nachfolgende
Generationen
begeistern
können.
Und
damit
ist
nicht
die
technische
Verbes-
serung
des
Smartphones
oder
eine
neue
App
gemeint,
sondern
eine
Utopie.
Denn
gegen
etwas
zu
sein,
ist
einfach.
Für
etwas
zu
sein,
dagegen
nicht.
So
engagieren
wir
uns
längst
nicht
mehr
nur
für
den
Erhalt
der
Mei-
nungsfreiheit,
sondern
für
die
Bewahrung
des
freien
Willens.
Denn
was
im
Namen
des
Staates
—
»im
Namen
des
Volkes«
—und
damit
im
Namen
jener
Menschen,
die
den
Staat
durch
Wahl
oder
Duldung
legitimieren,
geschah,
geschieht
und
geschehen
wird,
kann
kein
emotional
gesundes
Mitglied
unserer
Spezies
wirklich
wollen.
»In
die
Demokratie
wurden
einst
große
Hoffnungen
gesetzt.
Aber
Demokratie
bedeutet
einfach
nur
das
Niederknüp-
peln
des
Volkes
durch
das
Volk
für
das
Volk.«
(Oscar
Wilde)
Montagnola,
am
09.
August
2024
311
312
Zerebrale
Zermürbung
Von
der
Schädel-OP
per
Faustkeil
zum
Nano-Hive-Mind:
Seit
7.000
Jahren
versucht
der
Mensch
zu
verstehen,
was
in
seinem
Kopf
passiert.
Je
mehr
er
darüber
erfährt,
desto
dest-
ruktiver
geht
er
damit
um.
Denn
das
selbstbewusste
Individuum
bedroht
tradierte
Herrschaftsstrukturen
-
und
wird
daher
mit
allen
Mitteln
seiner
Zeit
bekämpft.
»Die
Praxis
sollte
das
Ergebnis
des
Nachdenkens
sein,
nicht
um-
gekehrt«,
schrieb
der
eigenbrötlerische
Hermann
Hesse
Mitte
des
letzten
Jahrhunderts.
Die
Gegenwart
gibt
derweil
Anlass
anzu-
nehmen,
dass
dieser
mehr
als
logischen
Handlungsempfehlung
nur
selten
Folge
geleistet
wird.
Zu
chaotisch,
zu
dysfunktional,
zu
inhuman
erscheint
uns,
was
sich
vor
unseren
Augen
als
Zukunft
entpuppt.
Manche
verorten
die
Gründe
dafür
in
der
herrschenden
Wirtschafts-
und
Gesellschaftsordnung,
verteufeln
Kapitalismus
oder
Sozialismus.
Andere,
dem
Weg
des
geringsten
Widerstands
folgend,
schieben
die
Schuld
der
amtierenden
Regierung
zu.
Die
Wenigsten
erwägen,
dass
das
gewalttätige
Chaos
dieser
Tage
gewollt,
die
mentale
Überforderung
der
tumben
Masse
Programm
und
der
»Untergang
des
Abendlandes«
beschlossene
Sache
ist.
Ob-
gleich
der
Autor
des
gleichnamigen
Werks,
der
antidemokratische
Philosoph
Oswald
Spengler,
bereits
Anfang
des
20.
Jahrhunderts
prognostizierte,
dass
der
Kapitalismus
die
Gesellschaftsstruktur
unterhöhlen
und
sich
nach
Erreichen
seines
Zenits
gegen
seine
eigenen
Grundlagen
wenden
muss.
Nach
Spengler
werde
die
Herrschaft
des
Dritten
Standes
auf
die
des
Vierten
Standes
übergehen
—
und
damit
zwangsläufig
auf
diejenigen,
»die
diese
Zivilisationsmassen
als
Dompteure
in
den
Dienst
ihrer
eigenen
Machtabsichten
nehmen
können«.
Besagte
Dompteure
haben
seit
jeher
vor
allem
ein
Ziel:
Macht-
erhalt.
Dazu
müssen
die
zu
dressierenden
Subjekte
instruiert,
kontrolliert
und
motiviert
—
sprich,
indoktriniert,
ausspioniert
und
tyrannisiert
werden.
Die
demokratisch-kapitalistische
Nachkriegsordnung
der
Postmoderne
war
diesbezüglich
mehr
als
erfolgreich.
Partizipationsillusion,
Völkerverständigungs-
simulation
und
multimediale
Propagandaschlachten
haben
den
Plebs
so
weit
entmündigt,
ja
degeneriert,
dass
er
sich
freiwillig
wie
freudig
Herrscher
wählt,
anstatt
nach
Freiheit
zu
streben.
Selbige
assoziiert
er
nämlich
mit
Gefahr.
Doch
auch
das
ausgeklügelste
Ponzi-Schema
hat
eine
Halbwerts-
zeit.
Wenn
eine
ausreichend
große
Anzahl
von
Menschen
den
Betrug
als
solchen
erkennt,
fällt
das
Kartenhaus
in
sich
zusammen.
»Entweder
es
ist
ein
Polizeistaat
—
oder
es
gibt
Aufstände«,
wie
Nick
Hanauer
2014
zutreffend
konstatierte.
An
diesem
Punkt
zivilisationshistorischer
Entwicklungen
befinden
wir
uns.
Wieder
einmal.
Der
Polizeistaat
existiert
bereits.
Und
rüstet
auf.
Bringt
sich
in
Stellung
—
für
die
Aufstände.
Denn
der
Betrug
ist
offensicht-
lich.
Die
Propaganda
längst
dummdreist
und
hilflos.
Selbst
jene,
die
bislang
noch
an
den
Staat
als
Garant
für
Recht
und
Ordnung
glaubten,
wenden
sich
langsam
ab.
In
entsprechenden
Umfragen
jagt
ein
Negativrekord
den
anderen.
So
gaben
69
Prozent
der
befragten
Amerikaner
im
Oktober
2024
an,
Regierung
und
Medien
nicht
mehr
zu
vertrauen.
Ein
historischer
Höchstwert.
Und
auch
die
vermeintlich
verheißungsvollen
Alternativen
zum
wertewestlichen
Nachhaltigkeitsimperialismus
—
siehe
BRICS
—
verlieren
rasch
an
Reiz,
hat
man
Herrschaftsdialektik
erst
einmal
313
314
verstanden.
So
zeigt
schon
ein
Blick
auf
die
am
23.
Oktober
2024
verabschiedete
Kazan
Deklaration,
dass
die
BRICS-Staaten
mit-
nichten
einen
Gegenpol
zum
NATO-Block
bilden,
sondern
die
exakt
gleichen
Ziele
verfolgen.
Ob
digitale
Währungen,
Biosicherheits-
doktrin,
Zensur
des
Internets,
Führungsrolle
von
IWF
und
WTO
—
der
Wortlaut,
der
beim
letzten
BRICS-Gipfel
verabschiedeten
Erklärung,
ist
identisch
mit
den
Agenda-2030-Pamphleten
der
NATO-Staaten.
Es
gibt
keine
Alternativen.
Und
immer
mehr
Zeitgenossen
werden
dieser
scheinbar
ausweg-
losen
Situation
gewahr.
Besonders
der
rapide
wirtschaftliche
Niedergang
trägt
seinen
Teil
dazu
bei,
dass
Unmut
sich
auch
in
Bevölkerungsschichten
breit
macht,
die
Politik
bislang
kaum
tangierte.
Es
brodelt
auf
der
Straße.
Der
Widerstand
gegen
die
Re-
gierung
wächst.
In
der
Regel
begegnen
Herrschaftszirkel
solchen
Umständen
mit
tradierten
Methoden
der
Gewaltherrschaft.
Auf
andere
Art
und
Weise
können
sie
sich
ab
einem
gewissen
Kulmi-
nationspunkt
nicht
mehr
an
der
Macht
halten.
Dementsprechend
blasen
die
Propaganda-Posaunen
zum
letzten
Angriff.
Zum
End-
kampf.
Doch
der
beschränkt
sich
nicht
mehr
auf
Indoktrination,
Spionage
und
Tyrannei,
es
geht
nicht
mehr
nur
um
die
Beschnei-
dung
der
Meinungsfreiheit,
das
Niederknüppeln
und
die
Mani-
pulation
der
Massen
—
das
ist
riskant
und
kostenintensiv
—
dieses
Mal
geht
es
um
eine
biosoziale
Endlösung:
Um
die
Fernsteuerung
des
Homo
sapiens.
Um
das
Niederringen
des
freien
Willens.
Dementsprechend
konzentrieren
sich
die
Kampfhandlungen
des
anhaltenden
Klassenkampfes
von
oben,
des
Krieges
gegen
die
Spezies
Mensch,
nun
auf
ein
Primärziel:
Das
Gehirn.
Das
Hauptorgan
für
die
sensorische
Informationsaufnahme.
Es
besteht
aus
circa
200
Milliarden
Zellen,
86
Milliarden
davon
Nerven-
zellen.
Die
Länge
aller
Nervenbahnen
eines
ausgewachsenen
Gehirns
beläuft
sich
auf
etwa
5,8
Millionen
Kilometer.
145
mal
der
Erdumfang.
Das
Gehirn
entsteht
lange
vor
der
Geburt,
ist
aber
im
Gegensatz
zu
allen
anderen
Organen
nie
fertig
—
weil
der
Mensch
niemals
aufhört
zu
lernen.
Das
gilt
auch
für
seine
Kenntnisse
in
puncto
Funktionsweise
des
Gehirns.
Denn
bis
heute
rätseln
Forscher,
wie
das
Zerebrum
Bewusstsein
und
Ich-Empfinden
zu
generieren
vermag.
Dabei
fanden
erste
Untersuchungen
des
Organs
unter
der
Schädel-
decke
bereits
vor
7.000
Jahren
statt.
In
einer
Epoche,
die
man
der
jüngeren
bis
mittleren
Steinzeit
zurechnet.
Archäologische
Funde
implizieren,
dass
zu
jenem
Zeitpunkt
Trepanationen
durchgeführt
wurden
-
also
das
gezielte
Öffnen
menschlicher
Schädel
in
Form
kreisrunder
Ausschnitte.
Diese
müssen
mit
Faustkeilen,
Steinsägen
und
ähnlich
rustikalem
Gerät
ausgeführt
worden
sein.
Wohl
dem,
der
zum
Zeitpunkt
eines
solchen
Eingriffs
die
Segnungen
einer
Ohnmacht
genießen
durfte.
Funde
aus
dem
frühen
Ägypten
belegen,
dass
unsere
Vorfahren
bereits
vor
5.000
Jahren
mit
operativen
Eingriffen
in
das
Zentralnervensystem
begannen
—
und
dass
etwa
70
Prozent
der
Probanden
diesen
Eingriff
überlebten.
Zum
Teil
sehr
lange.
Denn
die
Knochenfunde
weisen
Zeichen
der
Heilung
auf
und
lassen
somit
auf
eine
erfolgreiche
Anwendung
der
Technik
schließen
-
wozu
diese
auch
immer
gedient
haben
mag.
Orientiert
man
sich
an
Praktiken
zentralafrikanischer
Stämme,
die
derartige
Eingriffe
bis
heute
vornehmen,
ist
am
wahrschein-
lichsten,
dass
damit
böse
Geister
aus
dem
Gehirn
entlassen
werden
sollten.
Diagnostiziert
wurde
deren
Anwesenheit
vermutlich
in
Relation
zu
Symptomen
von
Epilepsie,
wo
die
rustikalen
Eingriffe
dem
ein
oder
anderen
Patienten
Linderung
verschafften
—
was
dazu
führte,
dass
sich
die
Operationen
als
probates
Mittel
zur
Bekämpfung
entsprechender
Krankheitsbilder
etablierten.
Das
für
seine
Zeit
erstaunlich
rational
strukturierte
Papyrus
Edwin
Smith,
das
die
Ägypter
um
1.700
v.
Chr.
verfassten,
geht
315
316
auf
Schriften
zurück,
die
bereits
um
3.000
v.
Chr.
existierten
und
damit
als
die
ältesten
medizinischen
Dokumente
der
Menschheit
gelten.
Von
Nervenzellen
ist
in
besagtem
Papyrus
allerdings
nie
die
Rede.
Erst
um
500
v.
Chr.
identifiziert
und
präpariert
der
antike
Philosoph
Alkmaion
von
Kroton
erstmals
den
opti-
schen
und
weitere
sensorische
Nerven.
Im
byzantinischen
und
arabischen
Kulturraum
intensiviert
sich
die
Hirnforschung
ab
diesem
Zeitpunkt,
während
die
Kenntnisse
westeuropäischer
Medizin
und
Hirnforschung
im
Mittelalter
hinter
das
Niveau
der
Antike
zurückfielen.
In
Europa
fokussierte
man
sich
auf
klösterliche
Heilkräuterkunde.
Derweil
analysierte
Abu
Bakr
Mohammad
Ibn
Zakariya
al-Razi
alias
Rhazes
um
900
bereits
die
Anatomie
des
Gehirns,
beschrieb
sieben
der
zwölf
Hirnnerven
und
31
der
aus
dem
Rückenmark
entspringenden
Spinalnerven.
Bis
in
die
Renaissance
sollte
die
arabische
Medizin
das
Feld
der
Hirnforschung
dominieren
und
damit
die
Grundlagen
für
die
moderne
Neurochirurgie
schaffen.
Heute
arbeiten
Projekte
wie
die
2013
von
der
Obama-Regierung
ins
Leben
gerufene,
mit
der
DARPA
kooperierende
und
mit
500
Millionen
US-Dollar
Jahresbudget
ausgestatte
BRAIN
Initiative
an
der
Kartografierung
der
humanoiden
Schaltzentrale
—
»eine
Art
Human
Genome
Project
für
Neurowissenschaften«,
nannte
es
das
Science
Magazin
am
22.
September
2022.
In
der
EU
schickte
sich
parallel
dazu
das
mit
einer
Milliarde
an
Fördermitteln
gepolsterte
Human
Brain
Project
(HBP)
an,
das
menschliche
Gehirn
»nachzu-
bauen«.
2023
wurde
das
HBP
allerdings
eingestellt,
weil
es
trotz
fürstlichem
Budget
keine
relevanten
Ergebnisse
liefern
konnte.
Zumindest
offiziell.
Denn
während
die
amerikanische
BRAIN
Initiative
ihre
Ergebnisse
—
zumindest
gemäß
ihrer
Außenkom-
munikation
—
öffentlich
zur
Verfügung
zu
stellen
gedenkt,
agierte
das
europäische
Pendant
eher
intransparent
und
bietet
damit
allen
Grund
zur
Annahme,
dass
seine
Resultate
an
Institutionen
wie
das
NATO
Innovation
Hub,
das
an
Methoden
zur
kognitiven
Kriegsführung
arbeitet,
geliefert
werden,
anstatt
diese
der
All-
gemeinheit
zugänglich
zu
machen.
Selbstredend
finden
dergleichen
Projekte
nicht
nur
in
den
USA
oder
Europa
statt.
Auch
im
Rest
der
Welt
ist
die
jeweilige
Herr-
schaftskaste
bemüht,
die
Funktionsweise
des
menschlichen
Gehirns
verstehen
und
damit
zum
eigenen
Vorteil
nutzen
zu
können.
So
laufen
—
neben
vielen
anderen
—
in
der
Schweiz
das
Blue
Brain
Project,
in
Japan
das
Brain/MINDS
Projekt
und
in
China
das
China
Brain
Project.
Bereits
1990
hatte
US-Präsident
George
H.
W.
Bush
die
»Dekade
des
Gehirns«
ausgerufen
und
die
nationalen
Gesundheitsbehörden
aufgefordert,
die
Forschung
auf
diesem
Feld
zu
intensivieren.
Im
Jahr
2009
lancierten
16
Abteilungen
des
NIH
(National
Institute
of
Health)
das
Human
Connectome
Project
(HCP),
dessen
Ziel
es
war,
die
anatomischen
und
funktionalen
Verbindungen
des
menschlichen
Gehirns
zu
untersuchen.
Und
2012
entstand
mit
SPAUN
(Semantic
Pointer
Architecture
Unified
Network)
eines
der
ersten
artifiziellen
Gehirne
in
Form
einer
Computersimulation.
Die
Forschungsergebnisse
dieser
Projekte
bringen
Unternehmen
wie
Neuralink
in
die
Position,
nun
Implantate
und
Mensch-Ma-
schine-Interfaces
für
das
Gehirn
entwickeln
und
diese
seit
Mai
2023
auch
am
Menschen
testen
zu
können.
Die
Biologie
scheint
sich
demnach
dem
Kenntnisstand
der
Psychologie
anzunähern,
die
schon
seit
knapp
einem
Jahrhundert
ein
recht
fundiertes
Verständnis
davon
hat,
wie
die
zerebrale
Zentrale
unserer
Spezies
funktioniert
—
und
wie
sich
diese
zu
Gunsten
der
Prädatorenkaste
vereinnahmen
lässt.
Siehe
Standardwerke
»Public
Opinion«
von
Walter
Lippmann
(1922)
oder
Edward
Bernays’
»Propaganda«
(1928).
Die
Kommunikationsprozesse,
die
Lippmann
und
Bernays
beschrieben,
definierten
den
Operationsrahmen
für
Diktatoren,
317
318
Tyrannen,
Despoten
und
vermeintlich
liberale
Regierungen.
Sie
schufen
die
methodischen
Grundlagen
zur
Etablierung
von
Kriegs-
ideologie,
Massenkultur
und
Medienpolitik
im
20.
Jahrhundert.
Die
Grundlagen
für
Fassadendemokratie.
Als
die
Frontlinie
des
Klassenkampfes
von
oben
noch
über
die
Auslagen
am
Zeitungskiosk
und
die
Mattscheibe
im
Wohnzimmer
verlief,
genügte
diese
Form
der
Diskursdominanz,
um
sich
an
der
Macht
zu
halten.
Im
Mediazän
ist
dies
nicht
mehr
der
Fall.
Internet
und
Smartphone
gewähren
Zugang
zu
Informationen
abseits
goutierter
Herrschaftsnarrative.
Freie
Medien
verbreiten
Informationen
—
sprich
Fakten
und
Kontext
—
die
die
Fundamente
des
Elfenbeinturmes
ins
Wanken
bringen.
Dieser
Bedrohung
durch
unbequeme
Wahrheiten
begegnen
die
Unterdrücker
der
Postmoderne
mit
Gesetzen
gegen
»Hassrede«
und
der
massiven
Beschneidung
des
digitalen
Raumes.
Siehe
aktueller
Wortlaut
des
»Global
Digital
Compact«
der
Vereinten
Nationen,
einem
weltumspannenden
Zensurvorhaben
ungeahnten
Ausmaßes,
das
im
September
2024
von
allen
UN-Mitgliedsstaaten
im
Rahmen
des
machtergreifenden
»Pakts
für
die
Zukunft«
ratifiziert
wurde.
Doch
auch
diese
legislativen
Übergriffigkeiten
werden
die
Wahr-
heit
in
Zeiten
von
Blockchain
und
dezentralisierten
Netzwerken
nicht
davon
abhalten,
sich
durchzusetzen.
Weder
Odysee
noch
Nostr,
Qortal,
Bastyon
oder
Reticulum
ist
durch
solche
Zensur-
maßnahmen
beizukommen.
Das
bringt
die
elitären
Zirkel
der
Supranationalisten
in
Zugzwang.
So
setzen
sie
derzeit
alle
Hebel
in
Bewegung,
um
nicht
mehr
nur
von
außen
auf
das
Gehirn
einwirken,
sondern
es
mit
entspre-
chender
Technologie
direkt
steuern
zu
können.
Stichwort:
»Hive
Mind«
—
Schwarmbewusstsein.
Ein
Zustand,
bei
dem
der
Geist
des
Individuums
mit
dem
Bewusstsein
einer
Gruppe
verschmilzt,
um
in
Folge
deren
Wissen
—
oder
Nichtwissen
—
Emotionen
und
Reaktionen
zu
teilen.
Was
einer
weiß,
wissen
alle.
Was
einer
fühlt,
fühlen
alle.
Und
umgekehrt.
In
abgeschwächter
Form
kann
bereits
das
Internet
als
eine
Art
Hive
Mind
verstanden
werden,
wie
der
Philosoph
James
Sirois
2020
in
einem
Beitrag
für
Philosophy
Now
ausführt.
Sirois
definiert
das
Hive
Mind
als
»ein
Bewusstsein,
das
aus
der
Kommunikation
einzelner
Geister
entsteht,
sich
jedoch
von
jedem
seiner
einzelnen
Geister
unterscheidet
und
daher
nicht
durch
die
Getrenntheit
der
einzelnen
Geister,
aus
denen
es
besteht,
definiert
ist.«
In
Bezug
auf
die
Wirkung
des
Internets
schreibt
Sirois:
»Das
Internet
fördert
und
ermöglicht
mehr
Formen
der
Zusammenarbeit
in
größeren
Gruppen
und
einen
schnelleren,
intimeren
Austausch
von
Ideen.
Dies
führt
uns
immer
weiter
in
Richtung
eines
Schwarmbewusstseins,
in
einem
sich
beschleunigenden
Prozess,
der
keinem
zentralen
Plan
unterliegt.
Ist
ein
Schwarmbewusstsein
also
unvermeidlich?
Auf
jeden
Fall
kann
man
davon
ausgehen,
dass
wir,
solange
uns
keine
Katastrophe
den
Strom
abdreht,
zunehmend
unseren
Sinn
für
Individualität
verlieren
werden«.
In
Bezug
auf
moralische
Implikationen
solcher
Transformations-
prozesse
erklärt
der
Philosoph:
»Was
die
Moral
eines
solch
singulären
Geistes
angeht,
können
wir
nur
festhalten,
dass
ein
einzelner
Geist,
selbst
wenn
er
aus
ehemaligen
Individuen
bestünde,
völlig
allein
wäre.
Er
könnte
moralisch
rein
und
absolut
sein.
Also
göttlich,
wenn
Sie
so
wollen.
Vielleicht
würde
es
aber
auch
bedeuten,
dass
Moral
nicht
mehr
existiert,
oder
anwendbar
ist.
Bis
dahin
bleiben
uns
dieselben,
alten,
schwierigen
Fragen
über
die
Risiken
für
die
Individualität
und
ihre
Freiheiten.
Ab
welchem
Punkt
wird
die
gesellschaftliche
Organisation
tyrannisch?
Was
ist
Freiheit
überhaupt?
Wie
frei
319
320
sollten
wir
sein?
Wie
können
wir
moralisch
sein?
Und
so
weiter.
Diese
Fragen
beschäftigen
uns
ständig,
während
wir
gleichzeitig
versuchen
festzustellen,
was
ein
Mensch
wirklich
ist
—
bis
wir
nicht
mehr
einfach
nur
Menschen
und
zum
Ich
des
kollektiven
Individuums
geworden
sind.«
Auch
die
BBC
fragte
schon
2016,
ob
sich
die
Menschheit
in
Richtung
Hive
Mind
entwickelt.
Im
Rahmen
eines
Beitrags
vom
15.
April
des
gleichen
Jahres
wies
der
Forscher
Sugata
Mitra
darauf
hin,
dass
dieser
Entwicklungsprozess
längst
begonnen
hat,
das
Individuum
längst
im
Begriff
ist,
sich
im
Kollektiv
auf-
zulösen
—
aber
kaum
jemand
Notiz
davon
nimmt.
Ein
waches
Auge
erkennt
in
jedem
urbanen
Ballungszentrum,
in
jedem
Supermarkt,
in
jeder
Schule,
an
jedem
Pseudoindividualisten,
was
Mitra
damit
meint.
Wer
sich
bei
derartigen
Vorstellungen
an
die
Borg,
eine
eusoziale
Gesellschaft
aus
dem
Star-Trek-Universum,
erinnert
fühlt,
liegt
nicht
ganz
falsch
—
denn
die
Borg
als
gesichtsloser
Superorga-
nismus
ohne
Individuen
dürften
den
Idealvorstellungen
moderner
Tech-Plutokraten
recht
nahe
kommen.
Gemäß
der
technokratisch-
transhumanistischen
Visionen
eines
Ray
Kurzweil,
Elon
Musk,
Eric
Schmidt,
Peter
Thiel
oder
Dennis
Bushnell
bedeutet
Singularität,
dass
sich
der
Homo
sapiens
in
absehbarer
Zukunft
einer
super-
intelligenten
künstlichen
Intelligenz
ergibt.
Dass
er
in
ihr
aufgeht.
Dass
das
bewusste
Individuum
Mensch
Bestandteil
eines
weltweit
vernetzten
Kollektivs
wird
—
eines
singulären
Geistes.
Von
inhalier-
barer
Nanotechnologie,
von
Smartdust
und
über
Mesh-Netzwerke
verlinkten
Gehirnimplantaten
befähigt,
soll
sich
unsere
Spezies
via
hochfrequenter,
engmaschiger
5G-,
6G-
und
7G-Netzwerke
in
die
dank
Satelliten
omniprésente
Cloud
einloggen,
um
permanent
mit
dem
Rest
der
Spezies
sowie
der
faktengecheckten
Plattform-
okonomie
verbunden
zu
sein.
Welche
Risiken
die
für
eine
verbesserte
Endkundenerfahrung
kaum
relevante,
vom
US-Militär
entwickelte
5G-Technologie
für
jede
Form
biologischen
Lebens
birgt,
zeigt
ein
von
180
Wis-
senschaftlern
und
Medizinern
veröffentlichter
Aufruf
an
die
Europäische
Union
vom
13.
September
2017,
der
ein
sofortiges
5G-Moratorium
forderte.
Auch
der
Journalist
und
Autor
Derrick
Broze
wies
in
seiner
am
16.
Februar
2020
veröffentlichten
Doku-
mentation
»The
5G
Trojan
Horse«
auf
die
mannigfaltigen
Gefahren
hin.
Hervorzuheben
sind
dabei
vor
allem
die
gravierenden
Aus-
wirkungen
hochfrequenter,
elektromagnetischer
Strahlungsfelder
(EMF)
auf
Zellstrukturen,
Gehirn
und
DNA.
Die
von
5G
induzierten
EMF
begünstigen
psychische
Erkrankungen,
neuronale
Degene-
ration,
Krebs
und
langfristige
Schädigungen
des
Erbguts.
Gegen
5G
und
seine
Folgevarianten
wirkt
der
»Elektrosmog«
jüngerer
Vergangenheit
geradezu
harmlos.
Ungeachtet
dieser
Tatsachen
arbeitet
auch
die
Linux
Foundation
seit
Februar
2021
mit
der
DARPA
zusammen,
um
5G-Netzwerke
mittels
Open-Source-Lö-
sungen
»sicherer«
zu
machen.
In
diesem
Kontext
betrachtet
scheint
es
kaum
ein
Zufall
zu
sein,
dass
Elon
Musks
Starlink-Satelliten
derzeit
kabelloses
Internet
an
die
entlegensten
Orte
der
Welt
bringen
und
sich
mit
Google-Cloud-
Systemen
sowie
der
Microsoft
Azure
Cloud
verbinden.
41.915
Orbiter
will
Starlink
insgesamt
ins
All
schießen
—
plus
knapp
100
vom
US-Militär
bestellte
Starshield-Satelliten.
Ein
weiterer
Schritt
in
Richtung
Hive-Mind-Konnektivität
ist
das
Internet
of
Things
(IoT),
das
schon
jetzt
ihren
Toaster
mit
Kühlschrank,
Smartphone,
Heizung,
Tesla
und
E-Bike
kommunizieren
lässt.
In
der
nächsten
Ausbaustufe
des
Hive
Mind
—
dem
Internet
of
Bodies
(IoB)
—
ist
dann
auch
der
Körper
selbst
mit
den
angedockten
Maschinen
verbunden.
Ein
kurzer
Überblick
der
RAND
Corporation
zeigt,
wie
man
sich
das
vorstellen
muss:
Künstliche
Bauchspeicheldrüsen,
implantierte
Sensoren,
Hirn-Computer-Interfaces,
sensorgestützte
321
322
Kleidung,
einnehmbare
digitale
Pillen,
tragbare
Neurostimula-
toren,
autonome
Nanobots,
die
medizinische
Aufgaben
im
Körper
übernehmen,
et
cetera.
Ein
Albtraum.
Die
gesamte
zivile
Infrastruktur
der
vierten
industriellen
Re-
volution
scheint
darauf
ausgelegt
zu
sein,
dem
menschlichen
Gehirn
irreversiblen
Schaden
zuzufügen.
Ganz
neu
ist
dieses
Vorgehen
nicht.
In
den
USA
wurde
schon
seit
Jahrzehnten
das
Trinkwasser
mit
Fluorid
angereichert.
Erst
im
September
2024
entschieden
Bundesrichter
im
Rahmen
eines
aufsehenerregenden
Gerichtsverfahrens,
dass
die
Umweltbehörde
(EPA)
dies
zu
prüfen,
beziehungsweise
zu
unterbinden
hat,
weil
Fluorid
den
IQ
von
Kindern
negativ
beeinflusst.
Endlich.
Denn
Alternativen
zu
ge-
sundem
Leitungswasser
sind
rar.
Vor
allem,
weil
diese
in
vielen
Regionen
primär
in
Plastikflaschen
angeboten
werden
—
und
dann
ebenfalls
Gift
in
Form
von
Nanopartikeln
enthalten,
wie
eine
Studie
Anfang
2024
erneut
bestätigte.
Die
Konzentration
der
gelösten
Plastikteilchen
ist
danach
um
das
zehn-
bis
hundertfache
höher
als
bislang
vermutet.
Und
dass
Micro-,
oder
Nanoplastik
das
Gehirn
in
Mitleidenschaft
zieht,
ist
seit
langem
erwiesen.
Ähnlich
ist
die
Situation
beim
Licht.
Denn
auch
die
gängigen
Leuchtmittel
schaden
uns.
Und
Alternativen
gibt
es
—
abgesehen
von
Kerzen,
Gas-
oder
Ollampen
-
eigentlich
keine.
Das
in
der
EU
ab
2009
umgesetzte
Verbot
herkömmlicher
Glühbirnen
sorgte
dafür,
dass
wir
mittlerweile
ausschließlich
von
LED-Leuchtmitteln
umgeben
sind.
Den
ganzen
Tag.
Deren
im
blauen
Wellenlän-
genbereich
emittiertes
Licht
schadet
nicht
nur
unseren
Augen,
sondern
verursacht
gemäß
Studien
auch
»Neurodegeneration«
und
»reduziert
die
allgemeine
Lebenserwartung«.
Auch
das
auf
Video-
aufnahmen
gut
zu
erkennende
Flackern
von
LED-Beleuchtung
ist
gesundheitsschädlich
—
obwohl
man
es
mit
bloßem
Auge
nicht
wahrnimmt.
Die
Frequenz
des
Flackerns
ermüdet
die
Augen,
kann
Kopfschmerzen
und
Fatigue-Symptome
auslösen,
das
Sichtfeld
einschränken
und
neurologische
Schäden
nach
sich
ziehen.
Unser
Gehirn
ist
einem
vernichtenden
Dauerfeuer
ausgesetzt.
Und
die
gefährlichste,
weil
permanent
im
Einsatz
befindliche
Waffe,
ist
das
Smartphone.
Es
macht
uns
dumm.
Seit
seiner
Einführung
im
Jahr
2007
hat
sich
die
menschliche
Hirnkapazität,
sprich
das
Arbeitsgedächtnis,
messbar
von
16
bis
18
Sekunden
auf
neun
bis
elf
Sekunden
reduziert.
Man
braucht
kein
Mathegenie
zu
sein,
um
ausrechnen
zu
können,
was
davon
in
15
Jahren
noch
iibrig
ist.
Die
Auswirkungen
sind
schon
jetzt
verheerend
—
das
kann
jeder
im
Alltag
um
sich
herum
beobachten.
Konzentrations-
und
Erinne-
rungsvermögen,
Aufmerksamkeitsspanne,
Kommunikations-
und
Orientierungsfähigkeit,
kognitiver
Leistungsabruf
—
allesamt
rückläufig.
Massiv.
Die
Spezies
degeneriert.
Ganz
so,
wie
es
die
auf
Eugenik
basierenden
Konzepte
der
biodigi-
talen
Konvergenz
vorsehen.
Der
Mensch
entwickelt
sich
zu
einer
leeren
Hülle.
Zu
einem
sinn-,
halt-
und
gewissenlosen
Mitglied
des
an
der
Starlink-Cloud
saugenden
Hive
Mind.
Und
in
nicht
allzu
ferner
Zukunft
wird
man
ihn
über
die
Cloud
fernsteuern
können
wie
ein
Modellauto.
Wer
annimmt,
solch
ein
Szenario
wäre
unrealistisch,
oder
beträfe
erst
die
Kinder
seiner
Enkel-
kinder,
sollte
sich
vergegenwärtigen,
dass
bereits
im
Sommer
2024
diverse
Artikel
zum
Thema
Nano-Mind-Technologie
erschienen
sind.
Anlass
dafür
waren
Forschungsergebnisse
des
Institute
for
Basic
Science
(IBS)
in
Korea.
Dort
gelang
es
Wissenschaftlern,
Versuchstiere
fernzusteuern,
indem
man
diesen
zunächst
Nano-
partikel
injizierte,
um
sie
anschließend
mit
Magnetfeldern
zu
Reaktionen
anzuregen.
Ein
Artikel
vom
2.
August
2024
beschreibt
die
Versuchsreihe
des
IBS
wie
folgt:
323
324
»Dies
ist
die
weltweit
erste
Technologie,
die
es
ermöglicht,
spezifische
Hirnregionen
mithilfe
von
Magnetfeldern
frei
zu
steuern,
erklärte
Jinwoo
Cheon,
Direktor
des
IBS
Center
for
Nanomedicine
und
Hauptautor
einer
neuen
Studie,
die
in
der
Fachzeitschrift
Nature
Nanotechnology
veröffentlicht
wurde.
(...)
In
ihren
Experimenten
aktivierten
die
Forscher
hemmende
Neuronen
in
spezifischen
Hirn-
regionen,
um
den
Appetit
und
das
Fressverhalten
der
Mäuse
um
100
Prozent
zu
steigern.
(...)
In
einem
dritten
Experiment
gelang
es
den
Forschern,
Hirnregionen
zu
aktivieren,
die
für
die
Förderung
freundlicher
Verhaltensweisen
verantwortlich
sind.
Dadurch
wurden
die
Mäuse
angeregt,
sich
in
einem
kleinen
Raum,
in
dem
sie
sich
vorher
noch
nicht
begegnet
waren,
gut
zu
verstehen.«
Die
nicht
öffentlichen
Versuchsreihen
von
Geheimdiensten
und
Militär
dürften
—
wie
die
düstere
Geschichte
von
MKULTRA
und
Co.
zweifelsohne
nahelegt
—
deutlich
weiter
gediehen
sein.
Mit
un-
ethischen
Methoden
und
Menschenversuchen
hatten
Regierungen
bekannterweise
noch
nie
Probleme.
In
diesem
Lichte
betrachtet
muss
nicht
nur
der
Rollout
von
mRNA,
sa-mRNA,
Nanotechnologie,
Smartdust
und
Neuraldust,
sondern
vor
allem
der
rasante
Umbau
ziviler
Infrastruktur
kritisch
ana-
lysiert
werden.
Denn
während
Nanopartikel
und
intelligenter
Staub
sich
durchaus
unbemerkt
von
der
Öffentlichkeit
verteilen
lassen,
sind
Einrichtungen,
die
deren
Steuerung
ermöglichen,
durchaus
sichtbar:
Engmaschig
stationierte
Mobilfunkmasten,
Wi-Fi-vernetzte
Leuchtmittel,
der
neue
Router
im
Wohnzimmer,
ominös
blau
—
weil
angeblich
defekt
—
leuchtende
Straßenlampen
im
städtischen
Raum,
Smart-Devices
aller
Art,
biometrische
Überwachungseinrichtungen,
Kamera-
und
Sendemasten
an
Verkehrsknotenpunkten,
und
so
weiter.
Überall
um
uns
herum
ist
und
wird
immer
mehr
Infrastruktur
installiert,
die
Strahlung
erzeugt
und
über
Netzverbindungen
kompromittierbar
ist.
Über
derartige
Infrastruktur
lassen
sich
problemlos
Strahlungs-
felder
erzeugen,
die
neurale
Prozesse
gezielt
beeinflussen.
Diese
als
Magnetogenetik,
Optogenetik
oder
Radiogenetik
bezeichnete
Methode
ist
—
wie
die
vorgängig
erwähnte
Versuchsreihe
des
IBS
belegt
-
längst
einsatzfähig.
Details
zu
Einsatzmöglichkeiten
der
Magnetogenetik
lassen
sich
zum
Beispiel
einem
im
Dezember
2015
bei
Science
Direct
publizierten
Beitrag
entnehmen,
der
die
»nicht-
invasive
Aktivierung
von
neuralen
Prozessen
mittels
magnetischer
Rezeptoren«
beschreibt.
Oder
einem
Preprint
in
der
National
Library
of
Medicine
vom
25.
April
2024,
der
sich
dem
Thema
»ma-
gnetogenetische
Zellaktivierung
durch
endogenes
Ferritin«
widmet.
Auf
der
Webseite
der
Rockefeller
University
konnte
man
im
Dezember
2015
nachlesen,
dass
die
»Radiogenetik
auf
die
Fern-
steuerung
von
Zellen
und
Genen
abzielt«.
Ein
Auszug
aus
dem
entsprechenden
Beitrag
lässt
aufhorchen.
»Neue
Fernsteuerungstechnologie
könnte
Biologen
eine
leistungs-
fähige
Möglichkeit
bieten,
dies
mit
Zellen
und
Genen
zu
tun.
Ein
Team
an
der
Rockefeller
University
und
dem
Rensselaer
Polytechnic
Institute
entwickelt
ein
System,
mit
dem
biologische
Ziele
in
lebenden
Tieren
ferngesteuert
werden
können
—
schnell,
ohne
Kabel,
Im-
plantate
oder
Medikamente.
Heute
beschreibt
das
Team
in
der
Zeitschrift
Nature
Medicine,
wie
es
erfolgreich
elektromagnetische
Wellen
eingesetzt
hat,
um
die
Insulinproduktion
anzuregen
und
so
den
Blutzucker
bei
diabetischen
Mäusen
zu
senken.
Ihr
System
koppelt
ein
natürliches
Eisenspei-
cherpartikel,
Ferritin,
um
einen
Ionenkanal
namens
TRPV1
zu
aktivieren,
sodass
das
Metallpartikel,
wenn
es
einer
Radiowelle
oder
einem
Magnetfeld
ausgesetzt
wird,
den
Kanal
öffnet,
was
zur
Aktivierung
eines
insulinproduzierenden
Gens
fithrt.
Zusammen
wirken
die
beiden
Proteine
wie
eine
Nanomaschine,
mit
der
die
325
326
Genexpression
in
Zellen
ausgelöst
werden
kann.
(...)
Das
neue
System,
Radiogenetik
genannt,
verwendet
ein
Signal,
in
diesem
Fall
nieder-
frequente
Radiowellen,
oder
ein
Magnetfeld,
um
Ferritinpartikel
zu
erhitzen,
oder
zu
bewegen.
Diese
wiederum
veranlassen
die
Öffnung
von
TRPV1,
das
sich
in
der
die
Zelle
umgebenden
Membran
befindet.
Calciumionen
wandern
dann
durch
den
Kanal
und
aktivieren
ein
synthetisches
DNA-Stück,
das
die
Wissenschaftler
entwickelt
haben,
um
die
Produktion
eines
nachgeschalteten
Gens
anzuregen,
das
in
dieser
Studie
das
Insulin-Gen
war.«
Ebenfalls
bemerkenswert:
Ein
am
21.
Juli
2022
bei
Nature
ver-
öffentlichtes
Papier
hinsichtlich
»Optogenetik
zur
Lichtsteuerung
biologischer
Systeme«.
Der
Abstract
verdeutlicht,
was
sich
mit
dem
gezielten
Einsatz
des
Lichtspektrums
bewerkstelligen
lässt:
»Es
wurden
optogenetische
Techniken
entwickelt,
um
die
Aktivität
ausgewählter
Zellen
in
einem
sehr
heterogenen
Gewebe
durch
eine
Kombination
aus
Gentechnik
und
Licht
steuern
zu
können.
Bei
der
Optogenetik
werden
natürliche
und
künstlich
erzeugte
Fotorezeptoren,
meist
mikrobiellen
Ursprungs,
genetisch
in
die
betreffenden
Zellen
eingebracht.
Dadurch
können
Zellen,
die
von
Natur
aus
lichtunempfindlich
sind,
lichtempfindlich
und
durch
Beleuchtung
adressierbar
sowie
zeitlich
und
räumlich
präzise
steuerbar
gemacht
werden.
Die
Selektivität
der
Expression
und
der
subzellulären
Zielausrichtung
im
Wirt
wird
durch
die
(...)
kodierende
DNA
ermöglicht.
Dieser
leistungsstarke
Ansatz
ermöglicht
eine
präzise
Charakterisierung
und
Manipulation
zellulärer
Funktionen
(...).
Die
Optogenetik
hat
die
Neurowissenschaften
in
den
letzten
15
Jahren
revolutioniert
und
wird
voraussichtlich
auch
in
anderen
Bereichen
(...)
ähnliche
Auswirkungen
haben.«
Die
Lektüre
dieser
zum
Teil
knapp
zehn
Jahre
alten
Beiträge
macht
deutlich,
dass
die
Fernsteuerung
biologischer
Organismen
mittels
Strahlungsquellen
bei
Weitem
keine
Zukunftsmusik
ist.
Besorgniserregend
erscheint
in
diesem
Zusammenhang,
dass
die
(wissenschaftliche)
Berichterstattung
zu
Themen
wie
Smartdust,
Nanotechnologie
und
Radiogenetik
in
den
vergangenen
Jahren
stark
zurückging
—
während
sich
die
Forschung
in
diesen
Be-
reichen
fraglos
intensivierte.
Das
gleiche
gilt
für
die
Domäne
Geoengineering,
obwohl
gerade
weiträumige
Terraforming-
Projekte
einen
idealen
Multiplikator
für
das
Ausbringen
von
Nanotechnologie
und
Smartdust
darstellen.
Diese
Intransparenz
lässt
den
begründeten
Verdacht
aufkommen,
dass
die
Herrschaftskaste
kein
Interesse
daran
hat,
die
Öffentlich-
keit
zeitnah
über
den
aktuellen
Stand
der
Entwicklungen
zu
informieren
und
berechtige
Rückfragen
zu
beantworten
—
weil
»ein
Teil
dieser
Antworten
die
Bevölkerung
verunsichern
würde«,
wie
der
ehemalige
Innenminister
De
Maiziére
zu
sagen
pflegte.
Bleibt
zu
hoffen,
dass
dennoch
eine
ausreichende
Anzahl
von
Mitmenschen
rechtzeitig
hinterfragt,
und
mit
Nachdruck
kritisiert,
was
uns
da
als
progressive
Theorie
verkauft
wird.
Denn
der
Übergang
zur
Praxis
ist
fließend
—
und
bereits
im
Gange.
Hermann
Hesse
sagte
einst:
»Theorie
ist
Wissen,
das
nicht
funktioniert.
Praxis
ist,
wenn
alles
funktioniert
und
man
weiß
nicht
warum.«
Die
frappierende
Dysfunktionalitit
der
Gegenwart
mag
Hoffnung
machen,
dass
viele
Vorhaben
an
der
Lebensrealitat
des
Homo
sapiens
und
der
Unfähigkeit
des
Apparats
scheitern.
Siehe
Amazon
Go
und
sein
gescheitertes
Konzept
vom
»Smart
Shopping«.
Doch
selbst
wenn
nur
die
Hälfte
von
dem
funktioniert,
was
die
bio-
digitale
Konvergenz
in
den
kommenden
Jahren
fiir
unsere
Spezies
vorsieht,
bedeutet
das
über
kurz
oder
lang
ihr
Ende.
Montagnola,
am
26.
Oktober
2024
327
328
Die
Konstante
Veränderung
Ein
Text,
den
ich
bereits
2022
für
das
Buch
»Auswandern
oder
Standhalten«
von
Ullrich
Mies
verfasst
habe.
Manch
eine
Information
mag
daher
nicht
mehr
ganz
aktuell
sein
-
was
am
Grundtenor
des
Beitrages,
den
ich
hiermit
nun
auch
in
meiner
eigenen
Publikation
zur
Verfügung
stellen
möchte,
aber
nichts
ändert.
»Wege
entstehen
dadurch,
dass
man
sie
geht«
—
so
einst
Franz
Kafka.
Dass
keiner
der
Weggefährten
eine
Alternativroute
kennt
oder
ausgetretene
Pfade
verlassen
möchte,
sollte
Abenteurer
demnach
nicht
davon
abbringen,
neue
Schneisen
ins
unübersichtliche
Dickicht
des
lebensfeindlichen
Labyrinths
von
Disruptionen,
zu
dem
die
menschliche
Existenz
derweil
verkommen
ist,
zu
schlagen.
Schließlich
herrscht
zu
keinem
Zeitpunkt
Gewissheit,
was
einen
auf
der
nächsten
Lichtung
oder
am
Ende
einer
Exkursion
er-
wartet
-
welcher
Natur
diese
auch
sein
mag.
Obgleich
Vorurteile,
Angelesenes
und
Berichte
Dritter
häufig
eine
gegenteilige
Eigen-
wahrnehmung
befördern.
Der
erste
Eindruck
am
Ziel
ist
gleichsam
oft
trügerischer
Natur.
Denn
ob
die
Entscheidung,
das
angestammte
Habitat
zu
ver-
lassen,
einen
neuen
Streckenabschnitt
zu
gehen,
eine
neue
Scholle
zu
erschließen,
langfristig
als
weise
zu
bewerten
ist,
zeigt
sich
schlussendlich
erst
auf
der
Zeitachse.
Zündfunke
jeder
Veränderung
ist
jedoch
primär
eines:
Der
erste
und
schwerste
Schritt.
Die
Entscheidung.
Diese
habe
ich
selbst
vor
circa
13
Jahren
getroffen.
Relativ
kurzfristig.
Ich
kehrte
meiner
Heimat
den
Rücken.
Damit
auch
meiner
Familie,
meinen
Freunden
und
meinem
gewohnten
Umfeld.
Der
Komfortzone.
Zwar
hatte
ich
zuvor
bereits
viel
Zeit
im
Ausland
verbracht,
aufgrund
privater
Reisen
oder
Mandaten
vor
Ort,
den
Erstwohnsitz
zu
verlagern,
ist
aber
selbstredend
ein
etwas
komplexeres
Unterfangen
als
mit
übersichtlichem
Administrationsaufwand
ein
paar
Monate
in
Hotels
oder
Tem-
porärappartements
abzusteigen.
Retrospektiv
betrachtet,
war
es
dennoch
deutlich
einfacher,
als
manch
Zweifler
mich
im
Vorfeld
glauben
machen
wollte.
Denn
über
mein
selbst
gewähltes
Exil
—
die
Schweiz
-
zirkuliert
in
Bezug
auf
das
Thema
Aus-
und
Einwandern
allenthalben
mehr
Mythos
als
valide
Information
aus
erster
Hand.
»Die
gefährlichste
Weltanschauung
ist
die
Weltanschauung
der
Leute,
die
die
Welt
nicht
angeschaut
haben.«
(Quelle:
Unbekannt)
Nach
knapp
eineinhalb
Jahrzehnten
in
der
Alpenrepublik,
mit
Domizil
in
den
Kantonen
Bern,
Zürich
und
Tessin
sowie
beruf-
lichen
Projekten
im
Rest
der
Schweiz,
kann
ich
dahingehend
hoffentlich
ein
wenig
Abhilfe
schaffen.
Zunächst
erscheint
es
mir
jedoch
sinnvoll,
einen
Kontext
zu
skizzieren
und
die
Gründe
für
meinen
Weggang
aus
Deutschland
zu
umreißen.
Schließlich
haben
diese
—
im
Gegensatz
zu
den
mutmaßlich
primären
Be-
weggründen
der
krisengeschüttelten
Leser
des
vorliegenden
Werkes
—
nichts
mit
der
deutschen
Biosicherheitsdoktrin
seit
Proklamation
der
hausgemachten
Corona-,
Ukraine-
oder
Energiekrise
zu
tun.
Mit
der
seit
März
2020
eifrig
propagierten
»Zeitenwende«
dagegen
schon.
329
330
Je
nachdem
wo
man
den
Initiationspunkt
dieses
oktroyierten
Transformationsprozesses
verortet
—
Diskurskontamination,
Cancel
Culture
und
»Woko
Haram«
haben
sich
schließlich
nicht
über
Nacht
etabliert
—,
waren
Fluchtgedanken
nämlich
auch
schon
in
den
Jahren
2014,
2008,
2002,
2001
oder
1998
angebracht.
Ältere
Semester
hätten
gar
mit
Beginn
der
neoliberalen
Priva-
tisierungswelle
in
den
1970er-Jahren
Reißaus
nehmen
können.
Denn
in
diesem
Zeitraum
nahm
der
fiskalische
Raubzug
staatlich
organisierter
Kriminalität
erst
richtig
Fahrt
auf.
Flankiert
von
einer
Enteignungsspirale,
die
mit
Gas-Krise
und
Wutwinter
in
Dunkeldeutschland
ungeahnte
Ausmaße
anzunehmen
droht.
Ja,
der
Status
Quo
des
»New
Normal«
—
einer
inhumanen
Gesell-
schaftsordnung
nach
dem
Vorbild
von
Orwells
»1984«
und
Huxleys
»Schone
neue
Welt«
—,
war
längst
antizipierbar.
»
Wir
beschließen
etwas,
stellen
das
dann
in
den
Raum
und
warten
einige
Zeit
ab,
was
passiert.
Wenn
es
dann
kein
großes
Geschrei
gibt
und
keine
Aufstände,
weil
die
meisten
gar
nicht
begreifen,
was
da
beschlossen
wurde,
dann
machen
wir
weiter
—
Schritt
fiir
Schritt,
bis
es
kein
Zurück
mehr
gibt.«
(Jean-Claude
Juncker,
ehe-
maliger
Prasident
der
Europdischen
Kommission,
DER
SPIEGEL,
27.
Dezember
1999)
Vor
diesem
Hintergrund
»fliichtete«
ich
nach
der
Finanzkrise
des
Jahres
2008
vor
wirtschaftlichem
Niedergang,
supranationaler
Technokratie
und
korporatistischem
Neofeudalismus.
Und
vor
einer
zum
Superstaat
avancierenden
EU.
Vor
einem
gesichtslosen
Imperium.
Einem
biirokratischen
Monstrum.
Denn
dessen
mehr
als
absehbare
Metamorphose,
hin
zum
Uberwachungsstaat
nach
chi-
nesischem
Vorbild,
treibt
mich
bereits
seit
über
zwei
Jahrzehnten
um.
Bedauerlicherweise
war
der
nihilistische
Homo
consumens
in
den
zurückliegenden
Dekaden
aber
vornehmlich
auf
das
fokussiert,
was
ihn
zwischenzeitlich
gänzlich
zu
definieren
scheint
—
Konsum.
In
dieser
Geisteshaltung
verfolgte
die
medial
sedierte
Gesellschaft
auch
systeminhärente
Übergriffigkeit,
ausufernden
Zentralismus
sowie
die
Krisen
und
Kriege
unserer
postfaktischen
Ära.
In
Passi-
vität
und
Lethargie.
Als
ginge
es
auf
den
seit
der
Einführung
des
Smartphones
omnipräsenten
Bildschirmen
und
Displays
um
einen
zweitklassigen
Thriller.
Existentiell
bedrohlich
wirkten
die
zahl-
reichen
Warnsignale
offenbar
auf
die
Wenigsten.
Ob
Hungersnote,
Naturkatastrophen,
soziookonomische
Verwerfungen,
Wirtschafts-
kriminalitdt,
Korruption
oder
volkerrechtswidrige
Militarinter-
ventionen
—
derlei
Unbill
tangierte
den
wohlstandsverwahrlosten
Wertewesten
bislang
nur
peripher.
Mit
ein
paar
Alibi-Spenden
an
fadenscheinige
NGOs
(Non-Governmental
Organisation)
war
das
schlechte
Gewissen
besanftigt.
Der
schleichende
Machtzuwachs
des
Staates
schien
ebenfalls
nur
Randgruppen
zu
enervieren.
Das
änderte
sich
im
Laufe
der
vermeintlichen
Pandemie.
Denn
die
Hebel
der
Tyrannei
setzten
erstmals
zu
Hause
an.
Manch
gutglaubigem
Wahler
fiel
es
wie
Schuppen
von
den
Augen.
Das
von
Aldous
Huxley
prophezeite,
unsichtbare
Gefängnis
wurde
durch
das
Infektionsregime
plötzlich
spürbar.
Zumindest
für
jene,
die
sich
weiterhin
eigenverantwortlich
bewegen
wollten.
Die
anderen
sind
sich
der
Ketten,
in
die
sie
sich
selbst
gelegt
haben,
augenscheinlich
bis
heute
nicht
gewahr.
Sie
arrangieren
sich
mit
der
Umdeutung
von
Sprache,
der
Neubesetzung
tradierter
Werte
sowie
den
zunehmend
restriktiven
Reglements
im
goldenen
Käfig
des
digitalen
Zeitalters.
Entertainment
und
Soma
halten
sie
gefügig.
Inflationäre
Kulturhygiene,
überhandnehmende
Zensur
oder
die
Tatsache,
dass
die
virtuellen
Echokammern
hoheitlich
gou-
tierter
Einheitsmeinungen
immer
eindimensionaler
werden,
hält
Konformisten
ebenfalls
nicht
davon
ab,
dem
nackten
Kaiser
weiterhin
mit
Beifall
zu
huldigen.
Sie
wollen
glauben.
Sind
dem
klerikal
aufgeladenen
Kult
einer
radikalen
Neuzeitsekte
verfallen.
331
332
So
ehrenhaft
und
loyal
es
manchem
Häretiker
anmuten
mag,
die
Stellung
in
der
Heimat
auf
Biegen
und
Brechen
zu
halten
—
so
kräftezehrend
und
ineffizient
gestaltet
sich
Widerstand,
wenn
das
System
diesem
mit
ermüdenden
Grabenkämpfen
und
permanenter
Gängelei
die
notwendigen
Ressourcen
raubt.
In
die
Rolle
eines
Don
Quijote
sollte
man
sich
nicht
ma-
növrieren
lassen.
Darüber
hinaus
fordern
sich
Freiheitsdrang
und
Aktionismus
nach
meinem
Dafürhalten
fruchtlos
heraus,
wenn
Opposition
versucht,
einem
global
konstituierten
Digital-Totalitarismus
mit
Mitteln
repräsentativer
Demokratie
auf
nationaler
Ebene
Einhalt
zu
gebieten.
Kein
Parlament,
keine
Partei
und
keine
Bürgerrechtsbewegung
wird
die
Fassadendemokratie
mit
von
selbiger
zur
Verfügung
gestellten
juristischen,
organisatori-
schen
oder
kommunikativen
Mitteln
fundamental
reformieren.
Wenn
Wahlen
das
könnten,
wären
sie
verboten.
Man
kann
das
System
nicht
auf
seinem
eigenen
Spielfeld,
mittels
von
ihm
selbst
definierten
Regeln
und
unter
den
Augen
geschmierter
Schiedsrichter
bezwingen.
Auch
einen
Selbstzerstörungsknopf
oder
Not-Aus-Schalter
sucht
man
vergebens.
Man
muss
das
Spielfeld
dysfunktionaler
Organisationsstrukturen
verlassen,
um
voranzukommen.
Das
impliziert,
dass
man
nicht
zwingend
in
heimischen
Gefilden
ausharren
muss,
um
wirksam
zu
sein.
Au
contraire.
Aus
einer
Position
der
Stärke
heraus,
mit
aufgeladenen
Batterien,
einem
wachen
Geist,
Elan
und
einem
gewissen
Maß
an
finanzieller
Autonomie
kann
sich
intellektuelle
Opposition
deutlich
schlag-
kräftiger
entfalten.
Und
wenn
man,
wie
in
der
Schweiz,
nur
wenige
Autostunden
von
der
alten
Heimat
entfernt
lebt,
ist
Mitwirkung
vor
Ort
ebenfalls
jederzeit
kurzfristig
realisierbar,
sollte
physische
Präsenz
geboten
sein.
Auf
dem
Gipfel
der
Corona-Krise,
als
auch
in
der
liberalen
Schweiz
Pandemie-Maßnahmen
eingeführt
wurden,
standen
meine
frü-
heren
Lebensmittelpunkte
Mexiko,
Südafrika,
Rumänien,
Portugal
sowie
eine
Handvoll
US-Bundesstaaten
für
einen
neuerlichen
Umzug
zur
Debatte.
Zweifel
an
der
zehn
Jahre
zuvor
getrof-
fenen
Entscheidung
griffen
Raum.
Wie
weit
wird
die
Schweiz
bei
Corona
gehen?
Doch
nach
einiger
Zeit
—
und
temporären
Aufenthalten
in
Südamerika
—
stellte
sich
heraus,
dass
mein
damaliger
Impuls
nicht
ganz
falsch
war.
Die
Alpenrepublik
handhabte
Corona
anders
als
der
Rest
der
Welt.
Vergleichbar
mit
Schweden.
Es
wurde
nicht
nötig,
ad
hoc
die
Zeitzone
zu
wechseln.
Schon
der
Sommer
2021
fühlte
sich
am
Zürichsee
wieder
fast
wie
2019
an.
Restaurants,
Läden,
Fitnessstudios
und
Hotels
waren
offen
und
gut
besucht,
Zertifikate
nicht
von
Nöten.
In
der
Stadt
tobte
das
Leben.
Ein
Jahrzehnt
früher
erschien
mir
der
Weg
über
die
Grenze
bei
Basel
schlicht
als
pragmatischste
Lösung.
Die
Eidgenossenschaft
erfüllte
meine
priorisierten
Kriterien:
Die
Familie
in
der
Heimat
ist
schnell
und
ohne
Flug
erreichbar,
das
Land
ist
nicht
Teil
des
EU-Apparates,
die
Steuerlast
ist
gering,
der
Staat
schlank,
und
wer
arbeitet,
verdient
in
der
Regel
genug,
um
am
Monatsende
noch
etwas
übrig
zu
haben.
Das
war
in
Deutschland
zuvor
nie
der
Fall.
Trotz
Leitungsfunktion
in
einem
Großkonzern
und
Verantwortung
für
mehr
als
20
Mitarbeiter.
Zum
Vergleich:
Die
Steuerbelastung
eines
kinderlosen
Arbeit-
nehmers
mit
einem
Bruttogehalt
von
80.000
Franken
liegt,
je
nach
Kanton,
zwischen
fünf
und
achtzehn
Prozent.
Inklusive
Sozialabgaben,
sonstiger
Gebühren
und
obligatorischer
Kran-
kenversicherung,
die
hier
grundsätzlich
privat
zu
tragen
ist,
333
334
belaufen
sich
die
Gesamtabzüge
vom
Bruttolohn
im
Schnitt
auf
25
bis
35
Prozent.
Abhängig
von
Art
und
Höhe
des
Einkommens,
kantonalen
und
gemeindespezifischen
Steuerfüßen
sowie
dem
gewünschten
Deckungsumfang
der
individuell
zu
gestaltenden
Versicherungen.
Ergo,
es
bleibt
recht
viel
übrig.
Steuern
werden
nicht
direkt
vom
Salär
abgezogen,
sobald
man
fünf
Jahre
hier
gelebt
und
gearbeitet
hat.
Dies
ist
nur
zu
Beginn
der
Fall,
mit
einer
B-Bewilligung.
Nach
Ablauf
der
Fünfjahres-
frist
besteht
die
Möglichkeit,
eine
C-Bewilligung
zu
beantragen.
Ist
man
im
Besitz
derselben,
erhält
man
die
Steuerrechnungen
fortan
kumuliert
am
Jahresende
und
kann
mit
dem
Geld
im
Vorfeld
Rendite
generieren.
Immer
direkt
einbehalten
werden
lediglich
AHV
und
ALV,
die
Sozial-
und
Arbeitslosenversicherung.
Bei
einem
Bruttogehalt
von
5.000
Schweizer
Franken
im
Monat
entspräche
das
etwa
450
Franken.
Zudem
—
und
mittlerweile
vermutlich
am
wichtigsten
—
die
Schweiz
ist
die
einzige
direkte
Demokratie
der
Welt.
Verfassung,
Föderalismus,
liberale
Lebenseinstellung,
Eigenverantwortung
und
dezentrale
Strukturen
sind
die
DNA
des
Schweizer
Selbst-
verständnisses.
Das
hat
sich
speziell
im
Zuge
der
Corona-Krise
als
elementarer
Vorteil
herauskristallisiert.
Bedauerlicherweise
waren
aber
auch
in
der
Schweiz
ver-
schiedene
Kräfte
in
den
letzten
Jahrzehnten
verstärkt
darum
bemüht,
föderale
Strukturen
zu
unterminieren,
um
die
Rolle
des
Souveräns
nachhaltig
zu
schwächen.
Bis
anhin
hält
das
basisdemokratische
Bollwerk
dem
Beschuss
aber
noch
in
veritabler
Manier
Stand.
Des
Weiteren
engagieren
sich
Bür-
gerrechtsgruppen
wie
das
Aktionsbündnis
Urkantone,
Mass-
Voll
oder
die
Freunde
der
Verfassung
für
die
Stärkung
der
Demokratie
im
Land.
Daran
konnte
auch
der
Viren-Wahn
der
vergangenen
zweieinhalb
Jahre
nur
wenig
ändern.
Zwar
unterschied
sich
die
Berichterstat-
tung
der
Leitmedien
kaum
von
jener
in
Deutschland
—
Panikmache,
Propaganda-Postulate,
Pharma-Marketing
und
Nudging-Elaborate
gab
es
hierzulande
ebenfalls
en
masse
—,
aber
ein
Durchregieren
auf
Bundesebene
ist
aufgrund
der
föderalen
Strukturen
schlicht
un-
möglich.
So
bleibt
es
bei
Empfehlungen
der
Regierung
in
Bern
an
die
Kantone.
Diese
reagieren
darauf
sehr
unterschiedlich
und
autonom.
So
durfte
zum
Beispiel
der
von
Bern
auf
landesweite
Tour
ge-
schickte
»Impfbus«
in
manch
einer
Gemeinde
nicht
Station
machen,
weil
Gemeinderat
und
-präsident
gegen
die
Kampagne
votierten.
Weiterhin
sorgte
die
vorgängig
erwähnte
Schweizer
DNA
dafür,
dass
drakonische
Maßnahmen
wie
Ausgangssperren
nicht
einmal
diskutiert
wurden.
Man
appellierte
grundsätzlich
eher
an
Eigen-
verantwortung
und
Gemeinschaftssinn
der
Eidgenossen.
Die
Ansprache
kritischer
Stimmen
blieb
zumeist
innerhalb
der
Res-
pektsgrenzen.
Statt
von
»Corona-Leugnern«
sprach
der
Mainstream
von
»Maßnahmen-Kritikern«
und
»Impf-Skeptikern«.
Immerhin.
Hässliche
Szenen
von
brutaler
Polizeigewalt
gegenüber
fried-
lichen
Demonstranten
gab
es
im
Gegensatz
zu
Deutschland
kaum.
Unter
Umständen
hält
sich
der
Staat
auch
zurück,
weil
die
Armee
der
Schweiz
als
Milizsystem
organisiert
ist
und
der
Hang
zu
privatem
Waffenbesitz,
im
Verhältnis
zur
Gesamtbevölkerung,
prozentual
sogar
stärker
ausgeprägt
ist
als
in
den
USA.
Nun
war
in
Bezug
auf
Covid-19
aber
auch
hier
nicht
alles
Gold,
was
glänzt.
Die
Schweiz
ist
beileibe
kein
gallisches
Dorf.
Auch
in
der
Alpenrepublik
gab
es
zeitweise
Kapazitätsbeschränkungen
für
Veranstaltungen
oder
Schließungen
in
Gastronomie
und
Handel,
Maskenpflicht
in
öffentlichen
Verkehrsmitteln,
Home-Office,
ein
Covid-Gesetz
und
das
3G-Zertifikat
samt
Smartphone-App.
335
336
Bei
einer
Großdemonstration
in
Bern
feuerte
die
Einsatzpolizei
mehrere
Gummigeschosse
ab.
Und
auch
der
ein
oder
andere
re-
nitente
Maskenmuffel
wurde
unsanft
niedergerungen.
Insgesamt
blieben
das
aber
Einzelfälle.
Die
Strenge
des
Covid-Regimes
war
stark
abhängig
vom
jeweiligen
Kanton.
Bilder
ähnlich
willkür-
licher
Polizeigewalt,
unverhältnismäßiger
Brutalität
und
Despotie
gegenüber
friedlichen
Bürgern
wie
man
sie
aus
Berlin
sah,
gab
es
aus
der
Schweiz
meines
Wissens
jedenfalls
keine.
Und
auch
die
beiden
kurzen
Winter-Lockdowns
waren
in
keinster
Weise
mit
jenen
in
der
Bundesrepublik
vergleichbar.
Das
Lebensgefühl
in
der
Schweiz
während
der
Corona-Krise
unter-
schied
sich
von
dem
in
Deutschland
wie
Tag
und
Nacht.
Beruflich
bedingt
war
ich
auch
während
der
exzessivsten
Lockdown-Phasen
praktisch
jede
Woche
dies-
und
jenseits
der
Grenzen
unterwegs.
Oft
mehrmals.
Streckenweise
war
mein
Fahrzeug
der
einzige
PKW
auf
der
gesamten
Autobahn.
Und
ich
kann
mich
gut
daran
erinnern,
noch
nie
zuvor
derart
froh
darüber
gewesen
zu
sein,
nicht
mehr
in
der
alten
Heimat
leben
zu
müssen.
Nach
einem
kurzen
Revival
des
Covid-Narratives
im
Winter
2021/2022
verkündete
die
Schweizer
Regierung
im
März
2022
die
vollumfängliche
Aufhebung
aller
antiviralen
Maßnahmen.
Das
»Bundesamt
für
Gesundheit«
(BAG)
empfahl
den
Bürgern,
die
hiesige
Covid-App
nunmehr
vom
Smartphone
zu
deinstallieren.
Bis
auf
den
ein
oder
anderen
Passanten
mit
Maske,
zumeist
Se-
nioren,
erinnert
im
Stadtbild
fast
nichts
mehr
an
die
angebliche
»Jahrhundert-Pandemie«.
Das
war’s.
Alain
Berset,
der
seit
2012
dem
»Eidgenössischen
Department
des
Innern«
(EDI)
vorsteht,
gab
am
25.
August
2022
via
Twitter
bekannt,
dass
potenzielle
Covid-Wellen
im
Herbst/Winter
2022/2023
im
Rahmen
der
»ordentlichen
Strukturen
bewältigt
werden
können«.
Sprich:
Kein
Ausnahmezustand
mehr,
keine
Maßnahmen
und
keine
Gängelung
der
Bevölkerung
nach
chi-
nesischem
Vorbild.
Dies,
während
in
Deutschland
das
Hashtag
»Maskengate«
in
den
Social-Media-Trends
die
Runde
macht
und
die
Regierung
mit
der
aktuellen
Revision
des
Infektionsschutz-
gesetzes
(IfSG)
neue
antidemokratische
Übergriffigkeiten
für
das
Spatjahr
plant.
Dafür
ist
jetzt
auch
in
der
Schweiz
—
wie
überall
—
der
Ukraine-
Konflikt
Thema
der
Stunde.
Die
Solidaritdtsbekundungen
mit
dem
korrupten
wie
faschistoiden
Regime
in
Kiew
reißen
auch
in
Bern
kaum
ab.
Ungeachtet
der
Tatsache,
dass
es
sich
bei
diesem
Spiel
mit
dem
Feuer
an
Russlands
Aufiengrenzen
um
einen
von
langer
Hand
vorbereiteten
Stellvertreterkrieg
der
Vereinigten
Staaten
gegen
den
ewigen
Klassenfeind
im
Osten
handelt.
So
unterstützt
die
ansonsten
stoisch
neutrale
Schweiz
derzeit
—
zumindest
partiell
—
den
Kurs
der
NATO-Hegemonie
—
auch
wenn
der
eine
oder
andere
Bundesrat
das
verdeckte
Durchsetzen
der
»Pax
Americana«
in
der
Ukraine
seit
2014
öffentlichkeitswirksam
durchschaut,
manch
eine
Munitions-
oder
Waffenlieferung
durch
Bern
blockiert
wurde,
russische
Medien
hier
nicht
zen-
siert
werden
und
Supermärkte
weiterhin
russischen
Vodka
im
Sortiment
führen.
»Um
die
Lügen
der
Gegenwart
durchzusetzen,
ist
es
not-
wendig,
die
Wahrheiten
der
Vergangenheit
auszulöschen.«
(Eric
Arthur
Blair
alias
George
Orwell)
Preissteigerungen
bei
Benzin
und
Gas
gab
es
in
Folge
der
Sank-
tionen
auch
hierzulande.
Allerdings
fielen
diese
weniger
drastisch
aus
als
bei
den
deutschen
Nachbarn.
Und
eine
Gasumlage
steht
auch
nicht
zur
Debatte.
337
338
Die
Narrative
des
»Great
Reset«
werden
dennoch
auch
am
Alpen-
rand
bespielt.
Ob
Covid-19,
Putin,
Klima-Apokalypse,
Flüchtlings-
krise,
Totaldigitalisierung,
Genderwahn
oder
Transhumanismus.
Alles
da.
Das
»Nudging«
ist
jedoch
ungleich
sanfter
als
unter
den
dunkelgrünen
Dogmatikern
in
Berlin.
Und
viele
»woke«
Luftschlösser
bleiben
hier
Makulatur.
Die
öffentlichen
Diskurse
dazu
Alibi-Engagements.
Denn
der
Konservatismus
sitzt
tief.
So
hat
der
Schweizer
Bundesrat
Ende
August
2022
das
Gendersternchen
in
jeglicher
Behördenkommunikation
verboten.
Analog
zum
EU-Sanktionsregime
gegen
Russland
—
Bern
macht
ein
bisschen
mit,
um
international
nicht
aus
der
Reihe
zu
tanzen,
aber
nie
so
weit,
dass
der
Haussegen
irreparabel
schief
hängt.
Vor
dem
Einfluss
internationaler
Deutungseliten
ist
man
trotzdem
nicht
ganz
gefeit.
Vor
einer
digitalen
Zentralbankwährung
(Central
Bank
Digital
Currency,
CBDC)
ebenso
wenig.
Denn
auch
wenn
die
Schweizer
Nationalbank
(SNB)
auf
ihrer
Homepage
angibt,
einem
digitalen
Franken
kritisch
gegenüberzustehen,
arbeitet
sie
seit
mindestens
2020
gemeinsam
mit
dem
mäch-
tigsten
Finanzinstitut
der
Welt,
der
»Bank
für
Internationalen
Zahlungsausgleich«
(BIZ)
—
der
Zentralbank
der
Zentralbanken
in
Basel
—
an
Projekt
Helvetia,
einem
»Proof
of
Concept«
für
digitales
Geld
und
auf
Blockchain-Technologie
basierenden
Zahlungsverkehr.
Kontrastierend
verfügt
die
Schweiz
neben
dem
Franken
über
eine
Komplementärwährung,
genannt
WIR,
herausgegeben
von
einer
1934
gegründeten
Genossenschaftsbank.
Ins
Leben
gerufen
wurde
die
an
den
Franken
gekoppelte
Zweitwährung
im
Zuge
der
Weltwirtschaftskrise
der
späten
1920er-
und
frühen
1930er-Jahre
von
der
Wirtschaftsring-Genossenschaft.
Bis
heute
beteiligen
sich
schweizweit
über
50.000
Unternehmen
an
der
Alternative
zum
Staatsgeld
und
bilden
damit
einen
zusätzlichen
monetären
Schutzwall,
der
negative
Entwicklungen
an
den
Finanzmärkten
für
die
Marktteilnehmer
im
Lande
abfedern
könnte.
Zusätzlich
existieren
ganze
acht
Regionalwährungen
in
der
Eidgenossenschaft.
Auch
der
Handel
mit
Gold
und
sonstigen
Edelmetallen
floriert.
Bis
zu
15.000
Franken
monatlich
können
bei
Onlinegeschäften
anonym
in
physische
Alternativen
zu
Bargeld
in-
vestiert
werden.
Bei
sogenannten
Tafelgeschäften
existieren
keine
Obergrenzen.
Wer
eine
Million
flüssig
machen
kann,
bekommt
im
Gegenwert
Goldbarren,
ohne
offiziell
erfasst
zu
werden.
Und
selten
war
die
Nachfrage
nach
Gold
(und
Handfeuerwaffen)
so
groß,
wie
seit
Beginn
der
Corona-Krise.
Zusätzlich
baut
die
Schweiz
Versorgungsengpässen
durch
extrem
hohe
Lagerbestände
an
Lebensmitteln,
Medikamenten
und
Öl
vor.
Auch
Luftschutzbunker
gibt
es
hier
wie
Sand
am
Meer.
Insgesamt
stehen
circa
8,6
Millionen
Schutzplätze
in
360.000
Personenschutzräumen
und
1.700
Schutzanlagen
für
die
Bevölkerung
zur
Verfügung.
Bis
2012
bestand
für
private
Hausbauten
eine
Schutzraumpflicht.
Sprich,
wer
einen
Neubau
plante,
musste
einen
Bunker
installieren.
Vor
zehn
Jahren
wurde
diese
Vorschrift
gelockert.
Neu
müssen
nur
noch
Wohnanlagen,
die
mehr
als
38
Zimmer
umfassen,
einen
Luftschutzraum
vor-
halten.
Schweizer
Straßentunnel
fungieren
im
Ernstfall
ebenfalls
häufig
als
Bunkeranlagen.
Manch
eine
Autobahn-Röhre
bietet
Tausenden
von
Menschen
Platz
und
ist
mit
der
Logistik
einer
Kleinstadt
ausgestattet.
Dass
die
im
Jahr
1291
auf
der
Rütli-Wiese
gegründete
Eidge-
nossenschaft
bestens
auf
Katastrophen
aller
Art
vorbereitet
ist,
unterstreicht
der
Fakt,
dass
das
Land
zwei
Weltkriege
weit-
gehend
unbeschadet
überstanden
hat.
Man
geht
auf
Nummer
sicher
in
Heidiland.
339
340
Das
ist
kaum
verwunderlich.
Unterhalten
doch
die
meisten
für
die
Neuordnung
der
Welt
verantwortlichen
Entitäten,
wenn
nicht
ihren
Hauptsitz,
so
doch
zumindest
eine
größere
Dependance
in
Genf,
Zürich
oder
Basel.
Weltgesundheitsorganisation
(WHO),
Weltwirtschaftsforum
(WEF),
Globale
Allianz
für
Vakzine
und
Immunisierung
(GAVI),
Vereinte
Nationen
(UN)
oder
Interparla-
mentarische
Union
(IPU)
—
um
nur
einige
zu
nennen.
Neben
be-
rüchtigten
Banken
wie
UBS,
Credit
Suisse,
HSBC
oder
Bank
Julius
Bär
haben
selbstverständlich
auch
so
illustre
Unternehmen
wie
Google,
Glencore,
Astra
Zeneca
oder
die
FIFA
hier
eine
wichtige
Niederlassung.
Und
in
Genf
sind
stolze
750
Nichtregierungs-
organisationen
tätig.
In
nur
einer
Stadt.
Historisch
betrachtet
war
die
Schweiz
durch
ihre
strikte
Neutra-
lität
stets
ein
sicherer
Hafen
für
die
Vermögen
von
Hochfinanz,
Konzernoligarchie
und
halbseidenen
Figuren.
Auch
in
turbulenten
Zeiten.
Dem
Bankgeheimnis
sei
Dank.
Immerhin
wohnt
global
betrachtet
jeder
zehnte
Milliardär
in
der
beschaulichen
Alpen-
republik.
210.700
im
Land
lebende
Personen
weisen
ein
Anlage-
vermögen
von
über
einer
Million
aus,
wie
swissinfo
im
Jahr
2010
dokumentiert.
Elf
Jahre
später,
am
04.
Oktober
2021,
berichtet
Nau.ch,
dass
man
ab
einem
Vermögen
von
4,7
Millionen
Franken
zum
reichsten
Prozent
gehöre.
Das
sind
86.000
Personen
bei
etwa
8,2
Millionen
Einwohnern.
Ab
15,4
Millionen
Franken
gehört
man
dann
zum
reichsten
Promille
der
Schweiz.
Die
Folge:
Gerade
einmal
drei
Prozent
der
in
der
Schweiz
lebenden
Menschen
versteuern
gleich
viel
Einkommen
wie
die
restlichen
97
Prozent.
Wer
in
der
Schweiz
zur
Elite
zählen
möchte,
sollte
über
etwa
30
Millionen
Franken
auf
der
hohen
Kante
verfügen.
Unterhalb
dieses
Betrages
ist
man
bei
den
exklusiven
Privatbanken
kein
gern
gesehener
Gast.
Ab
100
Millionen
Schweizer
Franken
darf
man
sich
endlich
zu
den
Superreichen
zählen.
Nur
in
einem
Land
der
Welt
ist
die
Schwelle,
um
zum
reichsten
Hundertstel
der
Bevölkerung
zu
gehören,
höher
als
in
der
Schweiz:
Monaco.
Aus
dieser
Perspektive
betrachtet,
zieht
die
Postkartenidylle
des
41.285
km?
Fläche
umfassenden
Landes
auch
viel
Negatives
an.
Dunkle
Flecken
gibt
es
zuhauf
in
der
Geschichte
der
Eid-
genossenschaft.
Zuvorderst
wohl
die
Zusammenarbeit
mit
dem
NS-Regime
vor
und
während
des
Zweiten
Weltkrieges.
Hitlers
Liquidität
war
nämlich
maßgeblich
abhängig
von
den
Gold-,
Devisen-
und
Finanztricksereien
mit
dem
kleinen
Nachbarland.
Denn
bis
zum
offiziellen
Kriegseintritt
der
USA
kam
das
meiste
Kapital
der
Nazi-Diktatur
von
den
Bankiers
der
Wall
Street
in
New
York.
Namentlich
zum
Beispiel
von
Prescott
Bush,
dem
Vater
des
ehemaligen
US-Präsidenten
George
H.
W.
Bush,
der
seinerzeit
im
Vorstand
der
»Union
Banking
Corporation«
(UBC)
tätig
war.
Bis
heute
sollen
Tonnen
von
nicht
abgeholtem
Nazi-Gold
in
Zürcher
Tresoren
schlummern.
Selbst
Hitlers
Rassengesetze
stammen
indirekt
aus
der
Schweiz.
Sie
wurden
von
Ernst
Rudin
(1874
—
1952),
einem
Schweizer
Psychiater
verfasst.
Im
Jahr
1934
fand
in
Zürich
gar
noch
das
vor-
letzte
offizielle
Treffen
der
internationalen
Eugenik-Gesellschaft
statt,
deren
Vorsitzender
Rüdin
war.
Und
ein
anderer
skrupelloser
Diktator
—
Kim
Jong-un
—
ging
jahrelang
in
Bern
zur
Schule.
Groteskerweise
sind
exakt
diese
haarsträubenden
Umstände
einer
der
Gründe
dafür,
dass
man
in
der
Schweiz
auch
in
dunklen
Phasen
der
Geschichte
relativ
unbehelligt
leben
kann.
Denn
wie
das
Sprichwort
besagt:
»Der
Hund
macht
sich
nicht
ins
eigene
Körbchen«.
So
ist
auch
das
Interesse
der
ansässigen
Eliten
an
chaotischen
Zuständen
vor
der
eigenen
Haustüre
eher
gering.
Geschätzt
werden
neben
den
malerischen
Landschaften,
Alpenpanoramen,
pittoresken
Städten
und
einer
einzigartigen
341
342
Infrastruktur,
vor
allem
Diskretion,
Ruhe,
öffentliche
Ordnung,
Sicherheit,
die
vornehme
Zurückhaltung
der
Schweizer
sowie
unzählige
Möglichkeiten,
viel
Geld
für
dekadenten
Luxus
aus-
zugeben.
Da
stören
Einschränkungen
aller
Art
und
drakonische
Pandemie-Maßnahmen
ebenso
wie
Volksaufstand
und
ein
in
den
Straßen
marodierender
Lynchmob.
Die
Schweiz
führt
nicht
umsonst
regelmäßig
die
Rangliste
der
Länder
mit
der
höchsten
Lebensqualität
weltweit
an.
Ob
es
moralisch
verwerflich
ist,
sich
in
das
Auge
des
Sturms
zu
flüchten,
ins
Hauptquartier
des
Bösen,
lässt
sich
diskutieren.
Ich
argumentiere
an
dieser
Stelle
mit
Selbsterhaltungstrieb
und
den
eingangs
erwähnten
Ressourcen,
die
Opposition
benötigt,
um
keinem
permanenten
»Uphill
Battle«
ausgesetzt
zu
sein.
»Der
Faschismus
sollte
Korporatismus
heißen,
weil
er
die
perfekte
Verschmelzung
der
Macht
von
Regierung
und
Konzernen
ist.«
(Benito
Mussolini,
ehem.
Diktator
Italiens,
1883-1945)
Die
Tatsache,
dass
die
idyllische
Alpen-Oase
mit
ihren
vier
Amts-
sprachen
ein
Mekka
für
die
internationalen
Finanzeliten
ist,
gereicht
so
paradoxerweise
auch
dem
Normalbürger
zum
Vorteil.
Ob
Super
Class,
Banken-Konglomerate,
Politprominenz,
CEOS,
Big
Pharma,
VIPs,
Globalisten,
Imperialisten,
Despoten
jeglicher
Couleur
oder
Granden
der
organisierten
Kriminalität
—
sie
alle
haben
Geld
im
Bankenparadies
geparkt,
ihren
Wohnsitz,
ein
Ferienhaus
oder
ihr
Unternehmen
vor
Ort
registriert,
und
bilden
damit
eine
Art
Schutzschicht
gegen
allzu
unwirsche
Zustände
am
Fuße
der
Alpen.
Nun
definieren
die
paar
Prozent
am
oberen
Ende
der
Nahrungs-
kette
selbstredend
nicht
das
alltägliche
Lebensgefühl
in
den
Kantonen.
Denn
auch
wenn
es
hier
keine
»Gated
Communities«
oder
speziell
gesicherte
Wohnareale
für
die
Reichen
gibt,
fristen
diese
ihr
Dasein
gerne
unter
sich.
In
von
Kirschlorbeer,
Bäumen
und
Hecken
umwucherten
Villen,
auf
abgelegenen
Großgrund-
stücken
am
Seeufer,
Waldrand
oder
in
den
Bergen.
Das
urbane
oder
ländliche,
kulturelle
sowie
soziale
Zusammenleben
gestaltet
jene
überwältigende
Mehrheit
der
Bevölkerung,
die
schlicht
das
friedliche,
respektvolle
und
liberale
Miteinander
schätzt.
So
machen
vor
allem
die
Einheimischen
die
Schweiz
zu
einem
lebens-
und
liebenswerten
Ort.
Egal
ob
in
der
Nachbarschaft,
der
Gemeinde
oder
im
Einzelhandel,
bei
der
Polizeikontrolle,
dem
Mi-
grationsamt,
der
Steuerbehörde
oder
dem
Straßenverkehrsamt
—
ich
wurde
hier
noch
nie
schroff,
pampig,
respektlos
oder
von
oben
herab
behandelt,
wie
dies
in
der
alten
Heimat
oft
der
Fall
war.
Von
der
grassierenden
Inkompetenz
in
Deutschland
mal
ganz
abgesehen.
Hier
funktionieren
die
Dinge
einfach.
Und
zwar
alle.
Meinen
ersten
Auslanderausweis
hatte
ich
nach
weniger
als
zehn
Minuten
bei
der
entsprechenden
Behorde
in
der
Hand.
Um
meinen
deutschen
Führerschein
in
einen
Schweizer
Fihreraus-
weis
umwandeln
zu
lassen,
habe
ich
ebenfalls
kaum
mehr
als
fünf
Minuten
gebraucht.
Gleiches
gilt
fiir
die
Immatrikulation
eines
neuen
Fahrzeugs.
Und
wenn
man
bei
der
Finanzdirektion
anruft,
um
sich
bezüglich
seiner
Steuerrechnung
zu
erkundigen,
geht
tatsächlich
die
Person
ans
Telefon,
die
auf
dem
Briefkopf
der
Faktura
genannt
ist
—
und
kann
darüber
hinaus
binnen
Minuten
alle
Fragen
zum
individuellen
Fall
beantworten.
Ich
kann
mich
nicht
erinnern,
irgendwo
mehr
als
einmal
vorstellig
geworden
zu
sein
—
egal
ob
persönlich,
am
Telefon
oder
via
E-Mail
—
um
ein
administratives
Anliegen
zu
klären.
Die
Ver-
waltung
arbeitet
effizient
und
effektiv
wie
nirgends
und
vermittelt
343
344
einem
durchweg
das
Gefühl,
im
Dienste
der
steuerzahlenden
Bürger
zu
stehen.
Positiv
hervorzuheben
ist
in
der
Schweiz
auch
die
qualitativ
hochwertige
Nahrungsmittelversorgung.
Aufgrund
der
traditionell
starken
Landwirtschaft
sowie
strikter
Import-Gesetze
stammt
ein
Großteil
der
Frischwaren
in
Lebensmitteleinzelhandel
und
Supermärkten
aus
regionaler
Produktion.
Fleisch
ist
teuer
in
der
Schweiz,
das
ist
korrekt.
1-Euro-Salami,
Billig-
oder
Gammel-
fleisch
aus
Mastfabriken
gibt
es
nicht.
Ja,
für
ein
Steak
zahlt
man
deswegen
im
Coop
oder
Migros,
den
zwei
dominierenden
Discountern
vor
Ort,
knapp
zehn
Franken.
Im
Restaurant
zwi-
schen
40
und
50.
Dafür
ist
die
Wahrscheinlichkeit
sehr
hoch,
dass
das
Tier
ein
vergleichsweise
schönes
Leben
hatte.
Das
kann
ein
jeder
bezeugen,
der
frühmorgens
mit
dem
Auto
durch
die
rurale
Schweiz
fährt
und
dabei
Dörfer,
Wiesen
und
Weiden
passiert,
auf
denen
lebensfrohe
Kühe,
Kälber,
Ziegen,
Esel
oder
Hühner
zum
Morgenspaziergang
ausrücken.
Sinnbildlich
dafür
steht
das
Erzeugerlabel
BIO
SUISSE.
Um
es
verwenden
zu
können,
darf
das
Produkt
nicht
auf
dem
Luftweg
transportiert
werden.
Antibiotika,
Zusatzstoffe,
Aromen
oder
gentechnisch
verändertes
Futtermittel
sind
tabu.
Weiterhin
ist
zum
Beispiel
die
freie
Weidehaltung
von
Milchkühen
zu
ga-
rantieren.
Ebenso
der
Erhalt
der
biologischen
Vielfalt
auf
den
Betriebs-
und
Grünflächen
des
Erzeugers.
Allesamt
Kriterien,
die
für
das
EU-Pendant
EU-Bio
nicht
vorgeschrieben
sind,
was
es
zu
einer
Farce,
einem
Feigenblatt-Emblem
macht,
das
mit
Tierwohl
nichts
zu
tun
hat.
Den
dezentralen
agrarpolitischen
Ansatz
der
Eidgenossenschaft
belegt
gleichsam
der
Umstand,
dass
selbstständige
Bauern
ihre
Waren
in
kleinen
Kontingenten
bei
Supermärkten
ihres
Einzugsgebiets
anbieten
können
—
und
diese
im
Sortiment
den
gleichen
Stellenwert
genießen,
wie
etablierte
Handelsmarken.
Versuchen
Sie
als
deutscher
Landwirt
mal,
einer
Aldi-Filiale
20
Kilogramm
Käse
anzubieten.
Überall
in
der
Schweiz
besteht
die
Möglichkeit,
direkt
beim
Er-
zeuger
einzukaufen.
Landwirte,
Kleinproduzenten,
Käsereien,
Weingüter
und
Schlachtbetriebe
der
Region
finden
sich
auf
entsprechenden
Internetportalen.
Bei
Hoflädeli.ch
lassen
sich
beispielsweise
die
Adress-
und
Kontaktdaten
von
privat
geführten
Höfen
in
der
näheren
Umgebung
samt
angebotenem
Sortiment
ausfindig
machen.
So
konsumiert
man
als
Kunde
bei
sorgfältiger
Auswahl
kaum
noch
Waren,
die
mehr
als
25
Kilometer
entfernt
produziert
wurden.
Löblich
ist
auch
die
saisonale
Ausrichtung
der
hiesigen
Super-
märkte,
die
im
Vergleich
mit
deutschen
Discountern
regelmäßig
wie
Feinkostläden
anmuten.
Gemüse
wird
dann
offeriert,
wenn
es
geerntet
wird.
Wer
im
Hochsommer
nach
Rosenkohl
sucht,
hat
Pech.
So
positiv
das
klingt,
auch
in
der
Schweiz
steht
der
Bauernstand
unter
Druck.
Man
sieht
sich
ähnlichen
Problemen
ausgesetzt
wie
die
Landwirte
der
EU-Mitgliedsstaaten
und
hat
mit
der
Suprana-
tional-Agenda
symbolpolitischer
Nachhaltigkeitsziele
(Sustainable
Development
Goals,
SDG)
zu
kämpfen.
Mit
grün-verblendeter
Ideologie
und
Kontrollwahn.
Um
derartig
evidenzlosen
Aktivismus
geht
es
auch
bei
der
»Initiative
gegen
Massentierhaltung«,
welche
im
September
2022
zur
Volksabstimmung
ansteht.
Denn
der
Tierwohl
verheißende
Titel
des
Begehrens
täuscht.
Der
Schweizer
Bauernverband
unterstützt
die
Initiative
nicht
und
wirbt
für
ein
klares
Nein
an
der
Urne.
Eine
Annahme
der
Initiative
schade
den
Landwirten,
wäre
kontraproduktiv
und
sorge
in
Konsequenz
lediglich
für
höhere
Preise
und
mehr
Importe.
345
346
Verfassungsrechtlich
scheint
die
Schweiz
fürs
Erste
dennoch
gewappnet,
der
anhaltenden
globalistischen
Machtübernahme
standzuhalten.
Sinnbildlich
dafür:
Die
Verhandlungen
mit
Brüssel
über
ein
EU-Rahmenabkommen,
die
bereits
2008
initiiert
wurden
und
bei
Annahme
des
autokratischen
Vertragswerkes
dafür
gesorgt
hätten,
dass
der
europäische
Gerichtshof
über
der
lokalen
Gerichtsbarkeit
steht.
Da
die
Schweizer
Regierung
sich
nicht
weiter
erpressen
lassen
wollte,
brach
sie
die
Verhandlungen
im
Jahr
2021,
nach
über
zehn
Jahren,
wortkarg
ab.
Bis
auf
Weiteres
ist
auch
nicht
damit
zu
rechnen,
dass
diese
wieder
aufgenommen
werden.
Denn
dem
bürokratischen
Monster
in
Brüssel
stehen
die
Schweizer
generell
skeptisch
gegenüber.
Eine
für
die
Annahme
eines
derartigen
Rahmenabkommens
zwingend
benötigte
Volksabstimmung
würde
»Bundesbern«,
wie
die
Regierung
oft
etwas
despektierlich
betitelt
wird,
vermut-
lich
eine
krachende
Niederlage
bescheren.
Nachteile
hat
diese
Aversion
gegen
Einflussnahme
aus
Brüssel
dem
Alpenstaat
keine
gebracht.
Auch
wenn
nach
Abbruch
der
Konsultationen
mit
der
EU-Kommission
vor
allem
Grüne
und
Sozialdemokraten
hierzu-
lande
entsprechende
Schreckensszenarien
an
die
Wand
malten.
Die
Schweiz
hat
ein
sogenanntes
Milizparlament,
das
aus
zwei
Kammern
besteht.
Dem
Nationalrat
mit
200
Abgeordneten
und
dem
Ständerat
mit
46
Mitgliedern.
Zusammen
bilden
sie
die
Bundesversammlung,
in
der
die
National-
und
Ständeräte
ihre
Mandate
nebenberuflich
ausüben.
Zumindest
offiziell.
Ein
krasser
Gegensatz
zum
Deutschen
Bundestag,
einem
XXL-Parlament
mit
736
gut
bezahlten
Berufsopportunisten.
Die
eigentliche
Regierung
der
helvetischen
Konföderation
bildet
der
Bundesrat,
der
vom
Parlament
gewählt
wird
und
aus
sieben
gleichberechtigten
Mit-
gliedern
besteht,
die
den
Ministerien
der
Bundesverwaltung
vorstehen.
Einen
Bundeskanzler
gibt
es
nicht.
Insgesamt
ein
schlanker
Staatsapparat,
der
den
26
Kantonen
ein
beträchtliches
Maß
an
Autonomie
zugesteht.
In
den
soge-
nannten
Urkantonen
-
Uri,
Schwyz
und
Unterwalden
—
hält
man
bis
heute
am
Konzept
der
Landsgemeinde
fest,
eine
frühe
Form
von
direkter
Demokratie,
bei
der
die
stimmberechtigten
Bürger
sich
an
tradierten
Versammlungsorten
zusammenfinden,
um
in
öffentlicher
Abstimmung
per
Handzeichen
über
die
Geschicke
ihres
Wohnortes
zu
entscheiden.
In
vielen
repräsentativen
Demokratien
kämpfen
Menschen
seit
Jahrzehnten
um
ein
derartiges
Maß
an
Mitbestimmung,
fordern
mehr
Elemente
direkter
Demokratie
von
ihren
Regierungen.
Mit
mäßigem
Erfolg.
Vor
allem
in
Deutschland
scheuen
Spitzen-
politiker
das
Thema
wie
der
Teufel
das
Weihwasser.
Geradezu
verpönt
scheint
der
Gedanke,
dem
Souverän
mehr
Rechte
ein-
zuräumen.
Und
wagt
man
es
in
der
besten
Bundesrepublik
aller
Zeiten,
über
den
Weg
zu
einer
echten
Verfassung
sprechen
zu
wollen,
die
das
als
Provisorium
gedachte
Grundgesetz
ablöst,
kann
man
darauf
zählen,
zeitnah
dem
rechten
politischen
Spektrum
zugeordnet
und
als
»Reichsbürger«
oder
Nazi
diffa-
miert
zu
werden.
Dabei
sind
insbesondere
Volksabstimmungen
und
basisdemo-
kratische
Organisationsformen
wie
die
Landsgemeinde
charak-
teristisch
für
eine
wahr-
und
wehrhafte
Demokratie,
in
der
der
Volkswille
über
korporatistischen
Traktanden
supranationaler
Akteure
steht.
Umso
bedauerlicher
erscheint
der
Umstand,
dass
die
Stimmbeteiligung
bei
Volksabstimmungen
seit
1990
selten
über
50
Prozent
lag.
Bei
bestimmten
Gesetzesvorlagen,
vor
allem
solchen,
die
in
der
Öffentlichkeit
massiv
polarisierten,
fanden
sich
mehr
Stimmberechtigte
an
den
Urnen
ein.
So
zum
Beispiel
im
Jahr
2020,
als
es
um
die
»maßvolle
Zuwanderung«
ging.
Oder
auch
im
Juni
2021,
als
die
Schweiz
über
das
hiesige
Covid-19-Gesetz
347
348
abstimmte
und
59,6
Prozent
der
zur
Abstimmung
zugelassenen
Bevölkerung
ihren
Stimmzettel
ausfüllten.
Dem
Umstand,
dass
die
Einzigartigkeit
der
föderalen
Struktur
hierzulande
einzigartig
ist,
sind
sich
wohl
die
meisten
Eidge-
nossen
bewusst.
Das
Bewusstsein,
dass
diese
durch
informierte
Partizipation
zu
schützen
ist,
könnte
beim
Souverän
allerdings
ausgeprägter
sein.
So
sind
auch
die
sinnvollsten
Referenden
nicht
immer
vom
Erfolg
freiheitlicher
Grundwerte
gekrönt.
Daher
wurden
auch
das
umstrittene
Anti-Terror-Gesetz
oder
das
freiheitsfeindliche
Covid-Gesetz
bei
der
Abstimmung
im
Juni
2021
vom
Stimmvolk
angenommen
—
und
räumten
der
Regierung
in
Konsequenz
Sonderrechte
ein,
wie
man
sie
hierzulande
seit
dem
Zweiten
Weltkrieg
nicht
mehr
gesehen
hat.
Selbst
ein
neuerliches,
von
Bürgerrechtlern
angestrengtes
Referendum
gegen
dieses
fatale
erste
Votum
für
ein
unverhältnismäßiges
Gesetz,
verhalf
der
Vernunft
bei
der
zweiten
Wahl
am
28.
November
2021
nicht
zum
Erfolg.
Schlussendlich
wurde
das
kontroverse
und
für
die
hiesige
Legislative
untypische
Pandemie-Gesetz
ratifiziert.
Zumindest
wird
es
aber
nicht,
wie
in
Deutschland,
ständig
verlängert
und
verschärft,
sondern
läuft
nach
jüngstem
Kenntnisstand
mit
Ende
der
Befristung
aus.
Auf
der
anderen
Seite
gilt
festzuhalten,
dass
jeweils
über
40
Prozent
der
Schweizer
Gesamtbevölkerung
gegen
das
Not-
standsreglement
aus
Bern
votierten.
In
manch
konservativem
Kanton
mehr
als
die
Hälfte.
Und
in
der
Alterskohorte
der
unter
35-jahrigen
wäre
das
Gesetz
gar
abgelehnt
worden.
Senioren
und
Boomer-Generation
fungierten
in
der
Masse
als
Zünglein
an
der
Waage.
Davon
unbeeindruckt
wird
derzeit
ein
weiteres
Referendum
auf
den
Weg
gebracht,
um
das
Covid-Gesetz
ein
für
alle
Mal
zu
beerdigen.
Denn
noch
existiert
es,
auch
wenn
es
nach
derzeitigem
Kenntnisstand
nicht
mehr
zur
Anwendung
kommen
wird.
100.000
Unterschriften
genügen,
um
eine
Abstimmung
auf
Bundesebene
zu
erzwingen.
Parallel
laufen
Initiativen,
die
eine
Volksabstimmung
zum
Austritt
der
Schweiz
aus
der
WHO
sowie
die
Sicherstellung
des
Erhalts
von
Bargeld
als
primärem
Zahlungsmittel
im
Lande
fordern.
Um
die
Erfolgschancen
beider
Unterfangen
dürfte
es
nach
den
Entwicklungen
der
vergangenen
zweieinhalb
Jahre
nicht
allzu
schlecht
stehen.
In
Summe
bestärkt
mich
die
Situation
in
der
Schweiz
in
der
Annahme,
dass
ein
selbstbestimmtes,
friedliches,
naturverbundenes
und
glückliches
Leben
hier
auch
in
den
kom-
menden
Jahren
möglich
sein
wird.
Daher
mag
es
sich
lohnen,
hier
seine
Zelte
aufzuschlagen.
Zu-
mindest
fürs
Erste.
Fragt
sich,
wie
geht
das?
An
dieser
Stelle
dünkt
mich,
es
sei
essenziell,
zunächst
mit
einem
gängigen
Vorurteil
aufzuräumen:
Nein
—
man
muss
nicht
reich
sein,
um
in
die
Schweiz
zu
gehen.
Als
ich
mich
hier
2008
um
einen
Job
bewarb,
besaß
ich
keinerlei
finanzielle
Rücklagen.
Dafür
Motivation,
Disziplin
und
Improvisationsvermögen.
Ich
lieh
mir
etwas
Geld.
Für
einen
langstreckentauglichen
Ge-
brauchtwagen
sowie
die
Erstausstattung
einer
kleinen
Dachge-
schosswohnung,
die
ich
nach
Unterzeichnung
des
Arbeitsvertrages
mit
einem
Unternehmen
in
Bern
angemietet
hatte.
Kann
man
ein
unbefristetes
Arbeitsverhältnis
nachweisen,
kommt
man
zügig
an
eine
kleine
Wohnung.
Mit
Arbeits-
und
Mietvertrag
in
der
Tasche
wird
man
anschließend
auf
dem
Rathaus
des
neuen
Wohnortes
vorstellig
und
erhält
—
zumindest
als
EU-Bürger
—
un-
kompliziert
und
innerhalb
von
Minuten
seinen
Aufenthaltstitel
Typ
B,
der
zunächst
auf
fünf
Jahre
befristet
ist.
Wird
man
nicht
349
350
arbeitslos,
kriminell
oder
fällt
permanent
der
Sozialkasse
zur
Last,
ist
die
Verlängerung
des
»Ausländerausweises«
im
Turnus
von
fünf
Jahren
reine
Formsache.
Arbeitnehmer
bis
zu
einem
Alter
von
30
Jahren
bekommen
von
der
Arbeitsagentur
einen
Job
zugewiesen,
sollten
sie
arbeitslos
werden
und
das
Engagement
um
die
Stellensuche
stagnieren.
Das
zeitigt
die
Folge,
dass
ein
arbeitssuchender
Bankkaufmann
hier
durchaus
temporär
im
Call-Center
oder
Straßenbau
arbeiten
muss.
Obwohl
die
Behörde
natürlich
versucht
ist,
fachfremde
Beschäftigungen
zu
vermeiden.
Faul
herumlungern
ist
als
Twen
jedenfalls
schwierig.
So
rangiert
die
Arbeitslosenquote
in
der
Alpenrepublik
durchschnittlich
zwischen
zwei
und
drei
Prozent.
Wer
mit
dem
Gedanken
spielt,
in
der
Schweiz
Wohnsitz
zu
fassen,
sollte
sich
also
zunächst
um
ein
unbefristetes
Arbeitsverhältnis
bemühen.
Das
ist
der
einfachste
Weg,
wenn
man
nicht
als
Groß-
kapitalist
rübermacht.
Fachkräfte
und
Handwerker
sind
immer
gesucht,
deutsche
Arbeitsmoral
und
Disziplin
geschätzt.
Offene
Stellen
findet
man
auf
diversen
Webseiten.
Unter
anderem
beim
»Staatssekretariat
für
Wirtschaft«
(SECO),
auf
Jobagent.ch
oder
Jobs.ch.
Eine
Unterkunft
sucht
man
am
besten
über
ImmoScout24
oder
Homegate.
Preisvergleiche
sowie
aktuelle
Informationen
zu
Versicherungen
und
Ahnlichem
bietet
Comparis.
Andere
Lander
machen
es
einem
deutlich
schwerer,
einzuwandern.
Bei
allem
Optimismus:
Die
internationale
Natur
des
coronalen
Coup
d’Etat
stellt
den
Freiheitsliebenden
dieser
Tage
vor
his-
torisch
neuartige
Herausforderungen,
weil
der
euphemistisch
als
»Zeitenwende«
deklarierten,
neofeudalen
Ermächtigung
nicht
mehr
durch
das
simple
Uberqueren
einer
Landesgrenze
zu
entkommen
ist.
Das
Paradies
wartet
nicht
mehr
hinter
einer
Mauer
im
Westen.
Auch
in
der
Schweiz
herrscht
neoliberaler
Turbokapitalismus.
Die
kulturelle,
politische
sowie
ökonomische
Hegemonie
von
Technokraten
und
Endzeitsekten
stellen
der
Vernunft
verschriebene
Menschen
in
jedem
vom
bösartigen
Tumor
neulinker
Deutungshoheit
durchwucherten
Land
vor
eine
Herausforderung.
Denn
auch
wenn
Staaten
nationale
Interessen
verfolgen,
Regie-
rungsvertreter
um
eine
exponierte
Rolle
am
Verhandlungstisch
der
multipolaren
Weltordnung
buhlen,
Nationalstolz,
Traditionen
und
Lokalkolorit
das
Leben
in
verschiedenen
Ländern
etwas
unterschiedlich
gestalten
—
dem
einen,
übergeordneten
Konzept
folgen
mittlerweile
alle
193
UN-Mitgliedsstaaten
—,
einer
von
Korporatismus
getragenen
Technokratie.
Ob
links,
grün,
liberal,
konservativ
oder
rechts
—
wenn
es
um
Macht
und
Geld
geht,
ziehen
die
Public-Private-Partnerships
der
supranational
konstituierten
Global
Governance
am
gleichen
Strang.
An
jenem,
aus
dem
der
freiheitlich
organisierten
Zivilgesellschaft
langsam,
aber
sicher
der
Strick
gedreht
wird.
Derzeit
unterstützt
mich
jedoch
meine
Auslandserfahrung
sowie
simple
Stochastik
in
der
Überzeugung,
dass
es
um
die
Chancen
der
Schweiz,
nicht
allzu
tief
in
den
globalen
Strudel
kreativer
Zerstörung,
dem
die
Zivilisation
von
elitären
Zirkeln
derzeit
ausgesetzt
wird,
hineinzugeraten,
besser
bestellt
ist
als
für
die
meisten
anderen
Fleckchen
Erde.
Nachvollziehbarerweise
ist
die
Versuchung,
an
Althergebrachtem
festzuhalten,
groß.
Loslassen
immer
schwer.
Der
Homo
Sapiens
leidet
unter
seiner
intrinsischen
Präferenz
für
Routine.
Zu
akzep-
tieren,
dass
die
Welt
nie
mehr
so
sein
wird,
wie
sie
vor
Ausrufung
des
»New
Normal«
war,
ist
schmerzhaft.
Allenthalben
erliegt
man
dem
Trugschluss,
dem
von
der
herrschenden
Klasse
losgetretenen
Transformationsprozess
irgendwie
entgehen,
Liebgewonnenes
351
352
und
Tradiertes
bewahren
zu
können.
Dem
ist
aber
nicht
so
—
wie
speziell
die
makroökonomischen
Entwicklungen
jüngster
Ver-
gangenheit
belegen.
Selbst
wer
den
nassforschen
mRNA-Drücker-
kolonnen
während
der
Corona-Krise
standhaft
die
Stirn
bot,
wird
nun
spätestens
durch
den
ökonomischen
Suizid
des
Systems
im
Frühjahr
und
Sommer
2022
zu
rapidem
Umdenken
gezwungen.
»In
einem
wankenden
Schiff
fällt
um,
wer
stillsteht
und
sich
nicht
bewegt.«
(Ludwig
Börne,
1786-1837)
»Die
einzige
Konstante
im
Leben
ist
die
Veränderung«,
schrieb
der
griechische
Philosoph
Heraklit
vor
knapp
2.500
Jahren.
Dieses
Zitat
hat
bis
dato
kaum
an
Aktualität
eingebüßt.
Und
vielleicht
ist
es
genau
jetzt
an
der
Zeit,
den
Wesenskern
dieses
klugen
Satzes
zu
verinnerlichen,
sich
auf
die
essenziellen
Dinge
des
knapp
bemessenen
Daseins
zu
fokussieren
—
und
den
Moment
zu
leben,
Carpe
Diem!
—,
anstatt
überholten
Denkschablonen,
starren
Lebensentwürfen
und
plumpfüßigen
Sicherheitsversprechen
für
einen
Sankt-Nimmerleins-Tag
nachzuhängen,
dessen
Eintritts-
wahrscheinlichkeit
kaum
jemals
geringer
gewesen
sein
dürfte.
Man
sollte
die
Zukunft
nicht
voraussehen,
planen
oder
kontrol-
lieren
wollen,
sondern
möglich
machen.
Montagnola,
am
31.
August
2022
Der
Weg
ist
das
Ziel
Ein
kurzes
Statement,
das
ich
im
November
2024
für
Die
Freien
zum
Thema
Präsenz
verfasst
habe:
Die
Frage,
ob
ich
ein
Statement
zum
Thema
»präsent
sein«
abgeben
würde,
weil
ich
für
die
Außenwelt
ja
sehr
präsent
wirke,
über-
raschte
mich.
Denn
ich
war
mir
dessen
nicht
bewusst.
Warum
auch?
Ich
bin,
wer
ich
bin.
Immer.
Gedanken
darüber,
was
andere
Menschen
von
mir
denken,
mache
ich
mir
kaum.
Also
habe
ich
mich
gefragt,
wie
dieser
Eindruck
entsteht
—
und
bin
zu
dem
Schluss
gekommen,
dass
ich
die
Antwort
darauf
bereits
in
der
Einleitung
des
vorliegenden
Statements
geliefert
habe:
Ich
bin,
wer
ich
bin.
Mit
der
Person,
die
ich
morgens
im
Spiegel
sehe,
komme
ich
ganz
gut
zurecht.
Sie
scheint
authentisch
zu
sein.
Und
neugierig.
Voller
Tatendrang
und
Zuversicht.
Dieses
morgendliche
Gegenüber
scheint
seinem
Leben
einen
Sinn
zu
geben.
Wer
auch
sonst
sollte
das
können?
So
komme
ich
zu
dem
simplen
Schluss,
dass
»das
Glück«
tatsächlich
mit
jenen
ist,
»die
sich
selbst
genügen«.
Denn
nur
wenn
man
eine
gesunde
Beziehung
zu
sich
selbst
hat,
kann
man
auch
für
andere
Menschen
da,
offen
und
präsent
sein.
Montagnola,
am
15.
November
2024
353
354
Der
unsichtbare
Dritte
Während
ein
weiteres
Jahr
voller
Abnormitäten
sich
dem
Ende
neigt,
ist
vieles,
das
sich
im
Interesse
des
nächsten
hätte
verbessern
können,
beim
Alten
geblieben.
Denn
Verände-
rungen
beginnen
im
Kopf
-
und
der
fungiert
bei
einer
Mehrheit
der
Artgenossen
vor
allem
als
Reservoir
für
Informa-
tionen,
Gedanken
und
Meinungen
Dritter.
Dritter,
die
sich
die
psychischen
Schwachstellen
der
Spezies
Mensch
gekonnt
zunutze
machen.
Es
war
einmal
die
UNESCO.
Diese
farbenfroh-inklusiv
erschei-
nende
UN-Suborganisation
für
Erziehung,
Wissenschaft
und
Kultur.
Sie
wollte
»das
Undenkbare
wenigstens
wieder
denkbar
machen«.
So
steht
es
auf
Seite
21
des
1946
vom
ersten
Gene-
raldirektor
Julian
Huxley
verfassten
Gründungsdokuments.
Gemeint
war
die
Eugenik.
Rassenlehre.
Die
genoss
kurz
nach
Hitler
nämlich
keinen
besonders
guten
Ruf,
sollte
uns
nach
Ansicht
von
Huxley
und
Co.
jedoch
schon
bald
in
überarbeiteter
Form
als
Humangenetik,
Bioethik
oder
biodigitale
Konvergenz
wieder
mit
ihren
Zuchtprogrammen
beglücken
dürfen.
Mit
Transhumanismus.
Was
Julian
Huxley
im
Rahmen
seines
im
wahrsten
Sinne
des
Wortes
wegweisenden
Dossiers
unterschlug
—
immerhin
prägte
er
auch
den
Begriff
Transhumanismus
—
ist
die
Tatsache,
dass
die
Vereinten
Nationen
nicht
nur
»das
Undenkbare
wieder
denkbar
machen«,
sondern
auch
»das
Denkbare
undenkbar
machen«
wollten.
Die
sozialarchitektonischen
Vektoren
in
Richtung
einer
homogeni-
sierten,
pflegeleichten
Hominidenbrut
—
dem
Nutzmensch
-
sind
gepflastert
mit
Stolpersteinen
evolutionarer,
aufklarerischer
Errungenschaften:
Selbstbewusstsein
und
-erhaltungstrieb,
Frei-
heitsdrang,
Kreativität,
Sozialkompetenz,
Empathie,
kritisches
Denken.
All
das
steht
den
postmodernen
Variationen
von
Eugenik
beharrlich
im
Weg.
Niemand,
der
originäre
Gedanken
pflegt,
eigene
Wege
geht
und
seine
Freiheiten
schätzt,
möchte
Teil
eines
mit
der
Cloud
gekoppelten,
genetisch
optimierten
Kollektivs
seelenloser
Konformisten
werden.
Und
doch
sind
es
die
meisten
schon
längst.
Ob
sie
Herrschaftsnarrative
goutieren,
oder
Wider-
stand
dagegen
leisten
—
alles,
was
sie
wahrnehmen,
diskutieren,
verteidigen
oder
ablehnen
stammt
aus
dem
Netz.
Es
sind
limitierte,
interpretierte
und
manipulierte
Informationen
aus
dritter
Hand.
Im
besten
Falle
stammen
sie
noch
aus
verschiedenen
Quellen
und
erlauben
Triangulation
zur
Bestimmung
der
eigenen
Position.
Dazu
muss
man
sich
nämlich
noch
ein
paar
eigene
Gedanken
machen.
Im
schlimmsten
Fall
wurden
sie
von
Alexa,
Siri,
dem
Google
Assistant,
ChatGPT
oder
einem
anderen
Intelligenz
simulie-
renden
Digitalassistenten
bereitgestellt,
der
nur
noch
eine
Antwort
serviert.
Die
richtige.
Die
Akzeptable.
Denn
genau
das
war
stets
Anspruch
der
Technokraten.
Der
langjährige
Google-Chef
und
Bilderberg-Grande
Eric
Schmidt
erklärte
schon
vor
über
einem
Jahrzehnt,
dass
»eine
Vielzahl
von
Suchergebnissen
ein
Fehler
und
keine
Funktion
sind«.
Das
erklärte
Ziel
von
Google
sei
es,
so
Schmidt,
nur
ein
einziges
Suchergebnis
zu
präsentieren
—
das
richtige.
Damit
solch
ein
kommunikativer
Reduktionismus
nicht
als
Bevor-
mundung,
sondern
Serviceangebot
wahrgenommen
wird,
muss
man
verstehen,
und
steuern,
wie
Menschen
denken.
Vielleicht
wollte
Schmidt
aus
diesem
Grund
unbedingt
mit
Julian
Assange
über
Googles
Visionen
für
eine
»neue
digitale
Welt«
sprechen.
Mit
355
356
jemandem,
der
die
technischen
Untiefen
des
Internets
kennt
—
und
sie
für
das
Gegenteil
dessen
nutzt,
was
Google
will.
Am
23.
Juni
2011
und
auf
Schmidts
Betreiben
kam
es
jedenfalls
zu
einem
geheimen,
fünfstündigen
Treffen
mit
dem
unter
Hausarrest
stehenden
WikiLeaks-Gründer.
Das
Transkript
dieser
Konver-
sation
ist
erhellend.
Vor
allem
die
zweite
Hälfte
lässt
erahnen,
wie
Schmidt
sich
die
»neue
digitale
Welt«
vorstellt
und
warum
er
Ende
2019
konstatierte,
dass
»Biologie
die
nächste
Grenzverschiebung
in
puncto
Computing
ist«.
Google
wollte
uns
nämlich
nie
informieren,
sondern
»program-
mieren«.
Das
steht
so
wortwörtlich
in
internen
Dokumenten
des
Unternehmens,
die
dank
eines
Whistleblowers
am
24.
Juni
2019
den
Weg
in
die
Öffentlichkeit
fanden.
Und
wer
denkt,
»programmieren«
beginne
erst
mit
dem
Neuralimplantat,
dem
Chip
im
Hirn,
irrt.
Google,
Microsoft,
Apple,
YouTube,
Twitter
(das
ich
auch
weiterhin
so
nennen
werde),
Amazon,
Facebook,
Wikipedia,
Rumble,
Instagram,
TikTok
und
Co.
schaffen
das
auch
ohne.
Denn
ihre
Algorithmen
und
Omnipräsenz
bestimmen
schon
jetzt
nahezu
vollständig,
was
Menschen
wahrnehmen
—
was
sie
empört,
begeistert,
besprechen
und
bekämpfen.
Was
nicht
bei
den
großen
Portalen,
Plattformen
und
Apps
auftaucht,
existiert
nicht.
Ist
kein
Bestandteil
der
Realität.
Das
gilt
gleichermaßen
für
alles,
was
Googles
Suchmaschine
nicht
ausspuckt.
Entsprechend
interessant
sind
die
sogenannten
Transparenzberichte
des
Unternehmens,
die
veranschaulichen,
wie
oft
staatliche
Stellen
die
Entfernung
von
Suchergebnissen
fordern.
Wobei
die
entsprechenden
Listen
wohl
nur
die
Spitze
der
Spitze
des
Eisbergs
darstellen
dürften.
Nicht
umsonst
be-
schäftigen
sich
weitere
geleakte
Google-Dokumente
primär
mit
den
Zusammenhängen
von
maschinellem
Lernen
und
mensch-
licher
Wahrnehmung.
Mit
Nudging
und
kognitiver
Kriegsführung.
Das
von
der
CIA
gegründete
Unternehmen
war
von
Beginn
an
darauf
ausgelegt,
die
Bevölkerung
auszuspionieren,
um
sie
qua
Filterblasen
zu
manipulieren.
Was
wir
wahrnehmen,
ist
unsere
Realität.
Was
wir
nicht
wahr-
nehmen,
wird
unsere
Realität.
Ohne,
dass
wir
etwas
dagegen
unternehmen
könnten.
Googles
Suchmaschinensegregativ
schafft
Wirklichkeit.
Bei
immer
noch
91
Prozent
Marktanteil
ein
Kin-
derspiel.
Ganz
wie
US-Chefstratege
Zbigniew
Brzezinski
es
vor
54
Jahren
in
seinem
Buch
»Between
Two
Ages
—
America’s
Role
in
the
Technetronic
Era«
prophezeite.
Was
in
Abhandlungen
zu
Verhaltensokonomie
blasiert
umrissen
wird,
verblüfft
im
Alltag
durch
die
Effizienz
seiner
Profanitat:
Der
zwangsalimentierte
Erziehungsfunk
repliziert
das
folgenlose
Geschwafel
von
Politdarstellern,
Twitter
den
von
Technokraten
kuratierten
»Biirgerjournalismus«,
Instagram
Propaganda
von
Influencern
und
Facebook
den
Tratsch
von
Oma
und
Opa.
Google
prasentiert
nur
Ergebnisse,
die
dem
Herrschaftsnarrativ
dienen,
Wikipedia
gefährliches
Halbwissen
von
Ideologen,
YouTube
handzahme
Kommentare
zum
Politspektakel
und
Rumble
die
emotionalisierte
Replik
des
vermeintlichen
Widerstands.
Spotify
und
Apple
Music
generieren
die
Playlist,
Amazon
schlägt
vor,
was
zu
Weihnachten
gekauft,
Microsoft
Word,
welche
Worte
man
bei
der
Formulierung
eines
Textes
meiden
und
der
Krypto-Guru,
in
welche
aus
null
und
eins
bestehende
»Währung«
investiert
werden
soll.
Damit
steht
das
Programm.
Die
tragenden
Wande
des
Debattenraums.
Mehr
als
dieses
Potpourri
von
Second-Hand-
Inhalten
haben
die
meisten
Menschen
gar
nicht
mehr
im
Kopf.
Das
Weltwirtschaftsforum
(WEF)
veröffentlichte
im
Februar
2022
ein
46
Seiten
umfassendes
Papier
namens
»Advancing
Digital
Agency,
das
sich
mit
der
»Macht
der
Datenvermittler«
befasst.
357
358
Sprich,
mit
der
Rolle
der
zuvor
erwähnten
»Dritten«
und
der
Frage,
wie
Externa
zur
Verinnerlichung
am
effektivsten
ausgerollt
werden
können.
Der
Executive
Summary
lässt
sich
auf
Seite
vier
entnehmen:
»Niemand
weiß
(oder
verfolgt),
was
mit
seinen
Daten
geschieht.
(...)
Wo
Menschen
früher
Bildschirme
zum
Navigieren
hatten,
erzeugen
neue
Methoden
zur
Erfassung
von
Umgebungsdaten
mit
ihren
vielen
Vorteilen
Nervosität
und
Resignation,
wenn
Menschen
nicht
den
Gesamtüberblick
haben.
Manchmal
entscheiden
sich
Einzelpersonen
möglicherweise
gegen
die
Interaktion
mit
Technologien,
die
für
ihr
Leben
von
großem
Nutzen
wären.
Was
aber
wäre,
wenn
man
diese
Entscheidungspunkte
an
einen
vertrauenswürdigen
Agenten
auslagern
könnte,
der
im
Namen
einer
Einzelperson
oder
sogar
einer
Gruppe
handelt?
Jetzt,
da
bildschirmlose
Technologie
Teil
des
Alltags
ist,
bietet
sich
die
Gelegenheit,
das
Paradigma
der
Mensch-Technik-Interaktion
zu
überdenken
und
die
Debatte
neu
auszurichten,
um
den
Fokus
auf
Rollen
und
Verantwortlichkeiten
jenseits
der
Person
zu
legen.
Wie
kann
der
Einsatz
von
Datenvermittlern
Menschen
dabei
helfen,
sich
in
Technologien
und
Datenökosystemmodellen
zurechtzufinden,
ohne
aus
den
Augen
zu
verlieren,
was
es
bedeutet,
Mensch
zu
sein?
(...)
Datenvermittler
—
insbesondere
digitale
Agenten
—
stellen
einen
neuen
politischen
Hebel
dar,
mit
dem
Einzelpersonen
die
Heraus-
forderungen
des
wachsenden
Datenökosystems
möglicherweise
meistern
können.
Dieser
Bericht
soll
Licht
auf
eine
alternative
Methode
der
vermittelten
Mensch-Technik-Interaktion
werfen,
bei
der
Daten
scheinbar
nahtlos
von
Menschen
zur
Technologie
gelangen,
und
zwar
auf
eine
menschenzentrierte
und
vor
allem
vertrauenswürdige
Weise.
Durch
die
Kommunikation
gemeinsamer
Anreize,
den
Aufbau
eines
guten
Rufs
oder
die
Einholung
einer
Bestätigung
durch
Dritte.
(...)
Dieser
Bericht
untersucht
die
Chancen
und
Risiken
von
Datenvermittlern
und
insbesondere
digitalen
Dritt-
agenten.
Von
Datentreuhändern
bis
hin
zu
vertrauenswürdigen
digitalen
Agenturen
zeichnet
der
Bericht
das
Bild
einer
Welt,
die
Menschen
und
Unternehmen
gegenüber
einfühlsamer
ist
und
durch
die
Einführung
eines
vertrauenswürdigen
Dritten
mehr
Sicherheit
für
den
Datenaustausch
als
Grundlage
für
Innovationen
bietet.
Entscheidend
ist,
dass
der
Bericht
Handlungshebel
für
den
öffent-
lichen
und
privaten
Sektor
vorschlägt,
um
ein
zukunftssicheres
digital-politisches
Umfeld
zu
gewährleisten,
das
einen
nahtlosen
und
vertrauenswürdigen
Datenverkehr
zwischen
Menschen
und
der
Technologie
ermöglicht,
die
ihnen
dient.«
Technologie,
die
uns
»dient«?
Wer
den
Buzzword-Neusprech
des
Davoser
Global-Governance-Tentakels
zu
decodieren
weiß,
kann
sich
vorstellen,
was
mit
»dienen«
gemeint
ist.
Denn
das
Produkt
sind
wir
—
die
Steuersklaven,
DNA-Pools
und
Datenfarmen.
Die
Technologie
sorgt
lediglich
fiir
unsere
zeit-
gemäße
Versklavung.
Sie
ist
ein
maschinell-zentralistisches
Mons-
trum,
das
sich
an
unserer
Lebenszeit
labt.
Und
die
nächsten
Jahre
dürften
darüber
entscheiden,
ob
die
Spezies
Mensch
vor
ihrem
Fortschritt
kapituliert,
oder
die
Oberhand
gewinnt.
Ob
sie
auf
Generationen
hinaus
dazu
verdammt
ist,
Vasall
ihrer
Werkzeuge
zu
sein,
oder
diese
zu
ihrem
Vorteil
einzusetzen
weiß.
Denn
schlecht
sind
technische
Revolutionen
nicht
per
se.
Siehe
Blockchain.
Lasst
man
sich
von
ihnen
überrumpeln,
allerdings
schon.
Und
genau
das
geschieht
gerade.
Während
die
leitmediale
Deu-
tungselite
sich
als
Megafon
moralisierender
Selbstgerechtigkeit
pra-
sentiert
und
einer
Phase
kriegerischer
Auseinandersetzungen
mit
suizidaler
Sorglosigkeit
entgegensieht,
betätigt
sich
ein
guter
Teil
der
kritischen
Prominenz
als
ebenso
wirkungsvolles
Sedativum
fur
359
360
die
von
Ersteren
enttäuschten
Massen.
Denn
am
Ende
reagiert
die
jeweilige
Klientel
auf
ein
und
dieselbe
Weise:
Sie
sitzt
auf
dem
Sofa.
Die
tragende
Säule
der
transluzenten
Haftanstalt,
die
ein
Habitus
lethargischer
Bequemlichkeit
um
uns
herum
errichtet,
ist
die
Einführung
der
digitalen
Identität.
Und
die
ist
in
vollem
Gange.
Australien
hat
Ende
November
2024
als
erstes
Land
der
Welt
ein
Gesetz
erlassen,
das
Jugendlichen
unter
16
Jahren
den
Zugang
zu
Social-Media-Portalen
untersagt.
In
Griechenland
werden
ab
Januar
2025
die
Steuerkonten
der
Bürger
mit
ihren
Social-Media
Profilen
verknüpft.
Und
während
es
sicherlich
zu
begrüßen
ist,
dass
Kinder
ihre
Zeit
nicht
mit
digitalem
Nonsens
verplempern,
zeitigt
solche
Legislatur
in
letzter
Konsequenz
nichts
anderes
als
einen
Ausweiszwang
fürs
Internet.
Die
Vorstufe
zum
Sozial-
kreditsystem.
Wie
sonst
soll
man
feststellen
können,
wer
unter
16
ist?
Was
eine
Frage
der
Erziehung
wäre,
gerät
in
Händen
des
Staates
zu
einem
Instrument
ausufernder
Kontrolle.
Auch
die
Schweiz
plant
die
Einführung
einer
E-ID
—
obwohl
diese
bei
einer
Volksabstimmung
im
März
2021
klar
abgelehnt
wurde.
Verfügbar
sein
soll
der
digitale
Pass
ab
2026.
Die
Nutzung
beruhe
auf
Freiwilligkeit,
so
die
Behörden.
Doch
schon
jetzt
werden
Stimmen
laut,
die
den
Einsatz
der
digitalen
Identität
beim
Sammeln
von
Stimmen
für
politische
Begehren
fordern.
Stichwort
»E-Collecting«.
Damit
soll
Unregelmäßigkeiten
bei
der
Vorbereitung
von
Volksabstimmungen
vorgebeugt
werden.
Die
hiesige
Piratenpartei
hat
bereits
angekündigt,
ein
zweites
Re-
ferendum
gegen
den
elektronischen
Ausweis
zu
lancieren
—
denn
er
sei
»ein
Wolf
im
Schafspelz«.
Die
Eidgenossenschaft
dürfte
in
Anbetracht
einer
erfolgsversprechenden
Abstimmungskampagne
also
noch
eine
ganze
Weile
von
den
negativen
Folgen
eines
solchen
Überwachungsinstrumentariums
verschont
bleiben.
Derweil
arbeiten
natürlich
auch
Deutschland,
die
EU,
die
USA
und
das
»System
Chief
Executives
Board
for
Coordination«
der
UN
an
einer
digitalen
Identität.
Denn
ohne
eine
solche
werden
weder
das
volldigitalisierte
Finanzsystem
von
morgen
noch
das
Mikro-
management
der
Individualmobilität
via
CO2-Emissionstracking
funktionieren.
Keine
E-ID,
kein
digitaler
Gulag.
Noch
lassen
sich
solche
Sachverhalte
recherchieren
und
dar-
stellen.
Noch
kann
Widerstand
artikuliert,
organisiert
und
ge-
leistet
werden.
Doch
wenn
der
Heimcomputer
in
absehbarer
Zeit
keine
Tastatur
mehr
hat,
weil
es
nur
noch
Touchscreens
gibt,
wenn
Gestik,
Mimik,
Sprachsteuerung
und
KI
das
Tippen
und
Suchen
ersetzen,
wenn
Google
nur
noch
das
eine
Ergebnis
auswirft
und
der
digitale
Assistent
jede
noch
so
komplexe
Frage
mit
unterkomplexen
Monokausalitäten
trivialisiert,
wenn
Plattformen
ausgeblendet
haben,
was
die
Obrigkeit
als
»Hassrede«
klassifiziert,
werden
die
meisten
Menschen
gar
nicht
mehr
wissen
—
und
wissen
können
—
was
sie
nicht
wissen.
Woher
denn
auch.
Zensur
bedeutet
in
Zeiten
der
Plattformökonomie
nicht,
dass
Webseiten
gelöscht
und
Bücher
verbrannt
werden
—
Zensur
be-
deutet,
dass
Informationen,
Artikel
und
Webseiten
einfach
nicht
mehr
angezeigt
werden.
Dass
sie
nicht
mehr
gesucht,
gefunden,
verlinkt
oder
zitiert
werden
können,
weil
sie
nicht
mehr
Teil
des
digitalen
Ökosystems
sind.
Zensur
beginnt
mit
Orwells
»Memory
Hole«,
das
immer
häufiger
essenzielle
Ressourcen
wie
das
Inter-
netarchiv
erfasst.
Erst
vor
wenigen
Wochen
war
die
Webseite
tagelang
offline,
weil
sie
sich
einem
massiven
Hackerangriff
ausgesetzt
sah.
Und
auch
die
Wayback
Machine,
mit
der
sich
die
Historie
von
Webseiten
nachvollziehen
lässt,
weist
immer
mehr
Löcher
auf.
361
362
So
fehlen
zum
Beispiel
alle
Einträge
des
Twitter-Blogs
für
den
Zeitraum
vom
3.
März
2019
bis
zum
28.
November
2023.
Warum,
weiß
niemand.
Zensur
beginnt
dort,
wo
der
von
Bequemlich-
keit,
Unwissenheit
und
Lethargie
vereinnahmte
Konsument
das
Internet
nur
noch
via
Plattform,
Social-Media-Portal
und
Smartphone-App
nutzt,
anstatt
sich
mittels
Browser
selbst
zu
orientieren.
Dass
genau
das
schon
jetzt
gang
und
gäbe
ist,
kann
ich
aus
eigener
Erfahrung
bestätigen.
Denn
obwohl
viele
tausend
Personen
meinen
Konten
bei
Twitter,
Telegram
und
YouTube
folgen,
hat
sich
bislang
nur
etwa
ein
Zehntel
dieser
Menge
auf
meiner
Web-
seite
für
E-Mail-Updates
registriert.
Obwohl
diese
kostenlosen
Mail-Updates
einen
direkten
Link
zwischen
Autor
und
Leser
etablieren
und
damit
»datenvermittelnde«
Dritte
umgehen.
Einen
Link,
der
auch
dann
noch
funktioniert,
wenn
Social-Media-Konten
gesperrt
oder
gelöscht
werden.
Wäre
das
morgen
bei
mir
der
Fall,
würde
vermutlich
nur
ein
Bruchteil
meiner
»Follower«
wissen,
wie
er
meine
Webseite
findet.
Die
diesbezügliche
Unselbstständigkeit
nimmt
teils
groteske
Formen
an.
Da
fragen
Menschen,
wo
man
meine
Texte
lesen
kann,
während
die
URL
meines
Blogs
im
nur
einen
Klick
entfernten
Profil
zu
finden
ist.
Andere
posten
Fragen,
Links
oder
Screenshots
unter
Beiträge,
die
nahelegen,
dass
sie
nicht
einmal
gelesen
haben,
was
sie
kommentieren.
Auch
eine
Suchmaschine
scheinen
viele
nicht
mehr
aufrufen
zu
können,
wenn
sie
etwas
wissen
wollen.
Anstatt
die
gewünschte
Information
in
30
Sekunden
selbst
zu
recherchieren,
stellen
sie
ihre
Frage
in
Form
eines
Social-Media-Kommentars
und
hoffen,
dass
jemand
sie
beantwortet.
Geschieht
das
nicht,
vergessen
sie
nach
fünf
Minuten,
dass
sie
eine
Frage
hatten.
Es
wirkt
bisweilen
tragisch.
Denn
auch
wer
die
seit
Corona
im
Aufwind
befindlichen
neuen
Medien,
die
»kritischen
Accounts«
und
Podcaster
verfolgt,
macht
häufig
nichts
anderes
als
der
Tages-
themen-Zuschauer:
Er
konsumiert
die
Polykrise,
als
wäre
es
ein
Spielfilm,
den
man
in
passiver
Schockstarre
über
sich
ergehen
lässt.
Aber
auch
die
Medienschaffenden
der
»fünften
Gewalt«
unter-
scheiden
sich
mithin
kaum
von
ihren
Widersachern
im
leitme-
dialen
Konsenskomplex.
Wenn
sie
nicht
gerade
mit
der
eigenen
Geschichte
oder
Opferrolle
beschäftigt
sind,
berichten
sie
über
die
Schicksale
und
Leidenswege
von
Kollegen.
Oder
über
das,
was
der
Konsenskomplex
verlautbaren
lässt.
Auch
die
ein
oder
andere
Tirade
gegenüber
missliebigen
Konkurrenten
darf
nicht
fehlen.
Hauptsache,
es
bringt
Klicks.
Denn
wer
den
Medienzirkus
einmal
zu
seinem
Broterwerb
gemacht
hat,
ist
abhängig
davon,
dass
er
sich
auszahlt.
Auch
wenn
es
zulasten
des
Inhalts
geht.
Kaum
jemand
recherchiert
Fakten,
macht
Textarbeit,
deckt
auf,
do-
kumentiert
Entwicklungsprozesse,
empfiehlt
stichhaltige
Quellen,
liefert
neue
Themen
oder
zusätzliche
Hintergründe.
Kaum
ein
Format
zeichnet
sich
durch
Informationsgehalt
aus
oder
bietet
irgendeine
Form
von
Erkenntnisgewinn.
Meistens
wird
einfach
das
besprochen,
kommentiert,
analysiert
oder
eingeordnet
—
also
wiedergekäut
—
was
gerade
durch
Newsfeeds,
Timelines
und
Trend-Charts
geistert.
Eine
herausragende
Unart
ist
es,
wenn
die
Moderatoren
sich
dabei
nicht
einmal
zu
schade
sind,
ihren
Twitter-Feed
einzublenden,
um
dann
eine
Stunde
lang
geistlos
Kommentare
von
Kommentatoren
zu
kommentieren.
Retorten-Radio.
Informativ
und
intellektuell
bereichernd
wie
die
hundertfiinfzigste
Wiederholung
eines
Bud-
Spencer-Streifens
am
Weihnachtsfeiertag.
Weniger
journalistische
Relevanz
geht
kaum.
363
364
Wer
also
nach
guten
Vorsätzen
für
das
neue
Jahr
sucht,
könnte
an
exakt
dieser
Stelle
ansetzen.
Der
Medienschaffende
könnte
sich
auf
die
Kernaufgabe
des
Journalismus
besinnen
und
die
Mühe
machen,
zu
recherchieren,
um
seinen
Zuschauern
und
-hörern
echten
Erkenntnisgewinn
zu
bescheren.
Das
macht
zwar
mehr
Arbeit
—
aber
eben
auch
Sinn.
Und
der
Konsument
könnte
damit
beginnen,
die
Kontrolle
über
seine
Informationsgewinnung
wiederzuerlangen,
anstatt
sich
berieseln
zu
lassen
wie
in
alten
Zeiten.
Zum
Beispiel
durch
die
Nutzung
eines
RSS-Readers,
das
Lesen
von
Primärquellen,
den
Boykott
von
Big-Tech-Plattformen
oder
die
Anschaffung
eines
Smartphones
mit
GrapheneOS-Betriebssystem.
Das
macht
sogar
weniger
Arbeit,
wenn
man
sich
erst
einmal
eingefuchst
hat
—
und
vor
allem
freier,
gelassener
und
mental
resilienter.
Grundsätzlich
gilt:
Wer
nach
Lösungen
sucht,
sollte
bei
sich
selbst
beginnen.
Denn
für
die
meisten
Herausforderungen
unserer
Zeit
existieren
sie
längst.
Nur
genutzt
werden
sie
zu
selten.
Und
das
liegt
nicht
an
den
Lösungen,
sondern
den
Konsumenten,
die
jeden
Tag
aufs
Neue
die
Chance
verstreichen
lassen,
es
besser
zu
machen.
Wann
also
wäre
ein
geeigneterer
Zeitpunkt,
um
den
ein
oder
anderen
Neustart
zu
planen
als
jetzt,
wo
sich
ein
weiteres
Jahr
in
seine
letzten,
kurzen
Tage
streckt?
So
schwer,
verstörend
und
düster
viele
davon
gewesen
sein
mögen,
so
schön,
bemerkenswert,
erheiternd
und
licht
war
manch
ein
Moment
der
vergangenen
zwölf
Monate.
Leider
ist
der
menschliche
Geist
zwecks
Risikominimierung
evolutionär
darauf
ausgelegt,
sich
vor
allem
an
Negatives
zu
erinnern.
Und
viel
zu
oft
verdrängen
diese
unschönen,
aber
lehrreichen
Er-
fahrungen
die
Wertschätzung
für
eine
der
simpelsten
Wahr-
heiten
des
Lebens:
Das
Schöne
zieht
seinen
Reiz
aus
der
Vergänglichkeit.
Gerade
die
Flüchtigkeit
des
Positiven
macht
es
so
wichtig,
sich
diese
Erkenntnis
zum
Ablauf
eines
Kalenderjahres
bewusst
zu
machen.
Denn
das
wertvollste,
was
wir
Menschen
im
Lauf
eines
Lebens
sammeln
können,
sind
erhebende
Momente.
Wie
viele
wir
davon
anhäufen
bevor
unsere
eigene
Zeit
abgelaufen
ist,
hängt
nicht
primär
von
äußeren
Umständen,
sondern
unserer
inneren
Einstellung
ab.
Eine
den
Wirren
der
Zeit
angemessene
Sichtweise
verbirgt
sich
hinter
einem
kurzen,
fast
schon
philosophischen
Wort-
wechsel
aus
dem
für
den
vorliegenden
Text
namensgebenden
Hitchcock-Streifen:
»Wollen
Sie
behaupten,
Sie
hätten
Interesse
für
die
Kunst?«
»Ja
—
für
die
Kunst
weiterzuleben.«
Montagnola,
am
14.
Dezember
2024
365
Blind
(Songtext)
(R)
Es
ist
wie
bei
Mobb
Deep:
Hell
on
Earth.
Träume
werden
zerstört
von
der
Federal
Reserve.
Optimismus
ist
nur
Mangel
an
Information.
Und
ihr
folgt
dem
Populismus
wie
der
Inquisition
—
zu
der
Denken
avanciert,
wenn
Undenkbares
passiert.
Anschläge
werden
lanciert
und
Lenkwaffen
platziert.
Es
sind
GEMA,
FEMA,
Verichip
und
elitäre
Logen,
Genmanipulation,
Neocons,
E.ON,
VOX
und
Demagogen,
Nachkommen
blauen
Blutes,
Gazprom,
Planetenkonstellationen,
Sensoren,
J.P.
Morgan,
Commonwealth
und
Diktatoren,
der
Big
Bang,
Think
Tanks,
Bilderberger,
CFR.
Wir
entbehren
mehr
als
den
Zehnt
für
unsere
Lehensherren.
Sie
ordnen
das
Chaos,
aktivieren
Vortex-Punkte
für
Mord,
Sex
und
okkulte
schwarze
Orden
unter
Kapuzen.
Ziviler
Ungehorsam.
Rennes-le-Chäteau.
Speicherplatten.
Geheimwaffen.
Bücher
brennen
lichterloh.
Der
Ehre
entsprechend
lassen
wir
Schwerter
sprechen,
um
etwas
mehr
als
ein
Heer
oder
verbrannte
Erde
zu
retten.
Statt
Mindestreserven
im
Permafrost
unter
Spitzbergen,
Skripte,
die
verwerten,
was
sie
wissen
und
nicht
lehren.
Die
Statur
geschwächt,
von
Apparaturen
ersetzt.
Was
verdammt
wollt
ihr
tun,
wenn
die
Natur
sich
rächt?
Barcodes,
Drohnen
und
radioaktive
Zonen,
tote
Christen,
Buddhisten,
Moslems,
Juden
oder
Mormonen.
Wir
bombardieren
Klone
mit
in
Gift
getränkten
Pfeilen.
Wir
selbst
sind
unsere
Gegner
und
haben
mächtige
Feinde.
Um
kollektives
Denken
zu
befreien,
helfen
wir
Laien
und
haben
so
viel
Macht
wie
wir
uns
selbst
verleihen.
(L)
Es
ist
die
globale
Vermarktung
totaler
Versklavung.
Ramses,
Cheops,
Anubis,
Obama,
Tut
Ench
Amun.
Los
Alamos,
der
Gral
und
Angriff
der
Klonkrieger,
Kinder
auf
Opferaltaren,
satanische
Loblieder
bei
Bohemian
Grove.
Sie
bieten
Bolivian
Coke.
Wie
Orwells
Farm
der
Tiere.
Wir
kopieren
den
Code.
Risiko,
Monopoly,
weil
alles
ein
Spiel
ist.
Der
gläserne
Mensch
und
RFID
Chips.
Land
zwischen
Tigris
und
Euphrat
gesprengt,
die
Ärmsten
der
Armen
von
Weizen
wie
Spreu
getrennt.
Ethnische
Säuberung
im
Trend,
das
neue
Testament,
Horus,
Christis
Corpus
Delicti
und
ein
Kreuz,
das
brennt.
Gummiknüppel,
Cops,
Humanität
und
Schutzgerüste,
die
Wahrheit
hart
wie
damals
Stahl
bei
Krupp
und
Thyssen.
Verendete
Vögel,
verschmutzte
Flüsse,
und
keine
Möglichkeit
von
dieser
Kugel
zu
flüchten.
Blutlinien
der
Fürsten.
Der
helle
Wahnsinn.
Ich
suchte
—
und
fand
den
Schlüssel
bei
Malachi
Martin.
Der
Pakt
von
Stalingrad.
Attac
und
ANTIFA,
wenn
ihr
wirklich
Frieden
wollt,
dann
macht’s
Mahatma
Ghandi
nach.
(A)
Im
Schutz
der
Dunkelheit
nutze
ich
den
Vibe
und
schreib’
über
Ungereimtheiten
und
was
die
Zukunft
weiß.
Wir
nutzen
Voodoo
und
den
Geist
im
Rennen
um
die
Macht,
gegen
der
dunklen
Seite
Meister.
Viel
zu
lernen
Du
noch
hast.
Im
Epilog
mit
Cecil
Rhodes,
Lennon
und
Steppenwolf.
Born
to
be
Wild.
Gegen
Projekt
Echelon.
Sie
bauen
einen
grauen
Turm
im
Auge
des
Sturm,
verkaufen
sich
Medien
und
Predigern
wie
draußen
Huren.
Auf
Angst
folgen
Tumult,
Wut
und
Hass.
Kulte,
schwarze
Magie,
Uniformen,
Bullen
und
Securitas,
Chemtrails,
Spam-Mails
und
Fluor
in
Wasserreservoirs,
Spuren
von
Giftgas.
Versuche
unbekannter
Art.
Der
nukleare
Winter
ist
da.
Richter
des
jüngsten
Gedichts.
Second
Life,
Grippespritzen
—
und
ihr
blickt
es
nicht.
Wir
fordern
wie
Ruhrgas
zu
Tage
was
in
Stupas
seit
hunderten
von
Jahren
ruht
wie
Mumien
unter
Humat.
Fur
Biggie,
Freaky
Kah,
Big
Pun,
Dirt
Dog
oder
Tupac.
Lost
Hill
MK
Ultra.
Mit
Morsecode
aus
dem
Gulag.
Regenauer,
Laubel,
Andrasfalvy
(Veroffentlicht
am
29.05.2009)
2009
(Songtext)
(R)
Es
ist
2009
und
ihr
glaubt
euch
zu
freuen.
Das
Jahr
wird
zwar
scheisse
aber
unser
Sound
bleibt
on
Point.
Vergiss
die
unaufgeräumten,
feuchten,
aussichtslosen
Träume,
du
erreichst
nichts
und
niemand,
außer
deinen
Freunden.
Uns
erwarten
Klassenkampf,
Aufstand
und
Repression,
Rezession
und
die
drohende,
große
Depression.
Raketen
auf
Palästina.
Moscheen
und
ihre
Diener.
Oben
entscheiden
sie
über
Tod
und
Leben
wie
Toto
Riina.
Uns
bedroht
das
Klima?
Ziele
verschwinden
im
Rauch.
Wir
visionieren
und
brauchen
den
meditativen
Rausch.
Ja,
Ja
—
dein
Shit
ist
dope,
deine
Hits
sind
en
Vogue,
leider
geht’s
aber
in
puncto
Position
bald
um
ein
bisschen
Brot.
Olmat,
Obama,
Merkel,
Brown
oder
Sarkozy,
ihr
wollt
ihnen
doch
glauben,
denn
ihr
braucht
die
Utopie,
an
grauen,
miesen,
vernieselten,
krisengeschüttelten
und
tieftraurigen
Tagen
wie
diesen.
(L)
Wir
wissen
nicht
genug,
sondern
zu
viel
und
davon
wenig.
Neues
Jahr,
neuer
Anfang.
Wer
nur
zusieht,
der
erlebt
nichts,
und
wie
im
Käfig,
behalten
wir
trotz
trüber
Sicht,
im
Bürgerkrieg
den
Überblick.
Wie
Gott
am
Würfeltisch.
So
lange
man
was
unter
seine
Würde
ist
mit
Füßen
tritt,
ist
bei
uns
Unruhe
allererste
Bürgerpflicht.
Ihr
könnt
sehen
wer
in
Führung
liegt,
wenn
ich
euch
den
Sound
geb’,
der
wie
Israel
über
seine
Grenzen
hinaus
geht.
Yeah,
das
ist
wie
Outbreak.
Die
Killer
sind
nicht
lautlos.
Schon
beim
Soundcheck
gewinnen
wir
haushoch.
Pro,
Test
—
eins,
zwei.
Ihr
könnt
mir
gern
glauben.
Die
meisten
sind
zu
allem
fähig
aber
zu
nichts
zu
gebrauchen.
Es
ist
Atalanta,
gegossenes
Blei,
der
letzte
Pandabär,
das
Sternentor,
die
Zeit,
in
Form
von
mehr
Flow
und
Vibes.
An
nährstoffreichen
Erträgen
machen
wir
es
dem
Erdboden
gleich.
(A)
Von
wegen
Happy
New
Year.
Jetzt
ist
Battle
of
the
Ear.
Wir
zelebrieren
das
Fest
mit
Bässen,
die
vibrieren
und
analysieren
die
Psyche
in
vergessenen
Revieren.
Wie
Carl
Gustav
Jung.
Man
—
wir
fressen
mit
den
Tieren.
Schattenjahre
verbracht
mit
Avataren
der
Nacht.
Lyrische
Intifada
nach
der
Charta
Null
Acht.
Mit
waberndem
Bass
zur
Abendandacht
jagen
wir
Krater
in
den
harten
Sand
wie
Hamas
und
Fatah.
Egal
ob
für
Allah
mit
Quassam
Raketen
in
der
Schlacht,
oder
für
Macht,
es
geht
immer
um
weiß
und
schwarz,
wie
beim
Schach.
Vergangenheit
verdrängt,
Zukunft
ausgeblendet.
Was
bleibt,
ist
der
Moment
und
der
Loop
des
Instrumentals.
Wasser
wird
knapp,
ist
verseucht
oder
vergiftet,
die
Menschen
sind
verstrahlt
und
UVC-belichtet.
Der
letzte
Späher
berichtet
und
beschriftet.
Da
uns
nichts
gehört,
haben
wir
auch
nichts
vernichtet.
Regenauer,
Laubel,
Andrasfalvy
(Geschrieben
und
aufgenommen
am
31.12.2008)
Über
den
Autor
Tom-Oliver
Regenauer
wurde
in
Süddeutschland
geboren
und
wuchs
in
der
Nähe
von
Baden-Baden
auf.
Schon
in
jungen
Jahren
interessierte
er
sich
extrem
für
Musik,
Kunst
und
Literatur.
Ani-
miert
von
der
großen
Musik-
und
Bücher-Sammlung
der
Eltern,
begann
er
sich
bereits
als
Kind
für
Songs
und
ihre
Texte
zu
be-
geistern.
Er
schrieb
kleine
Artikel,
Geschichten
und
Verse.
Im
Alter
von
fünf
Jahren
folgte
er
ersten
musikalischen
Ambitionen
und
erhielt
Schlagzeugunterricht.
Später
brachte
er
sich
zusätzlich
etwas
Violine
und
Gitarre
bei.
Fasziniert
von
der
Skateboard-Welle
der
80er
sowie
den
ersten
nach
Europa
herüberschwappenden
Ausläufern
der
global
expandierenden
Hip-Hop-Kultur,
begann
er
sich
als
Teenager
ernsthaft
mit
Songwriting,
DJing,
Graffiti,
Musikproduktion
und
urbaner
Kultur
im
Allgemeinen
zu
beschäftigen.
Er
gründete
diverse
Bands,
organisierte
Veranstaltungsreihen,
Konzerte
und
Partys.
Im
Alter
von
achtzehn
Jahren
rief
er
in
seiner
Heimat-
stadt
ein
Tonstudio
und
Schall-
plattenlabel
mit
angeschlossener
Event-Agentur
ins
Leben.
In
den
vergangenen
20
Jahren
produzierte
er
unter
diversen
Pseudonymen
über
1.000
Aufnahmen.
Bei
vielen
zeichnete
er
sowohl
für
Songwriting
als
auch
für
Arrangement,
Mix
und
Management
verantwortlich.
Auf
unzähligen
internationalen
Reisen
knüpfte
er
vielfältige
Kon-
takte
zu
Musikern,
Autoren,
Rappern,
DJs,
Produzenten
und
Street-Art
Künstlern.
Er
gilt
als
bestens
vernetzt
in
der
internationalen
Musik-Szene.
Tom-Oliver
Re-
genauer
lebte
unter
anderem
in
Mexiko
City,
Tel
Aviv,
Boston,
New
York,
Bukarest,
Lissabon,
Santiago
de
Chile,
Johannesburg,
Bern
und
Zürich.
Neue
Musik-Projekte
entstanden
in
jüngerer
Vergangenheit
unter
anderem
mit
dem
Wu-Tang
Clan,
Cee
Lo
Green
(Goodie
Mob,
Gnarls
Barkley),
Pharrell
Williams,
Young
Thug,
Craig
G
(Juice
Crew),
Snoop
Dogg
oder
Daz
Dillinger
(Dogg
Pound).
Für
»Viva
con
Agua«,
eine
global
tätige
Non-Profit
Organi-
sation,
produzierte
er
Anfang
2020
den
Kampagnen-Song
#waterisahumanright.
Das
renommierte
Musikmagazin
»laut.
de«
verglich
seinen
Sound
im
Rahmen
eines
Künstlerportraits
mit
dem
von
Produzenten
wie
Pete
Rock,
RZA
oder
DJ
Premier.
Parallel
zu
seinen
Unternehmungen
im
Bereich
Musik,
Literatur
und
Kunst
war
der
Autor
nach
betriebswirtschaftlicher
Ausbildung
in
verschiedenen
Branchen
und
Rollen
tätig.
Unter
anderem
als
Betriebsleiter,
Unternehmens-
und
Management-Berater
sowie
als
internationaler
Projektmanager
mit
Einsätzen
in
über
20
Ländern.
Im
Jahr
2009
fasste
er
Hauptwohnsitz
in
der
Schweiz.
Zunächst
in
Bern,
dann
in
Zürich.
Dort
gründete
er
2015
eine
Agentur
für
Ma-
nagement-
und
Kommunikationsberatung.
Seit
2021
lebt
er
im
Tessin.
Im
gleichen
Jahr
publizierte
Regenauer
sein
erstes
Buch
mit
dem
Titel
»wortsport
&
schrift-verkehr«
—
gefolgt
von
»Der
Elefant
im
Raum«
im
Februar
2022
und
den
Independent-Bestsellern
»Homo
Demens«
und
»Truman
Show«
in
den
Jahren
2023
und
2024.
Auf
seiner
Homepage
stellt
er
regelmäßig
und
kostenlos
Texte,
Kommentare,
Essays
und
multimediale
Inhalte
zu
einer
Fülle
von
Themen
zur
Verfügung.
(rp)
www.regenauer.press
Wer
die
Hoffnung
als
das
erkannt
hat,
was
sie
ist,
kann
damit
beginnen,
seine
Träume
zu
leben.
HOPIUM
Texte
zu
Zeitenwende,
Technokratie
und
Korporatismus
Ill
Tom-Oliver
Regenauer
Da
draußen
tobt
der
Wahnsinn.
Die
Polykrise.
Observationsökonomie.
Chaos
und
Krieg.
Als
Steigbügelhalter
für
das
finale
Kapitel
eines
transgenerationalen
Klassenkampfes.
Der
Homo
demens
spielt
mit
suizidaler
Unbekümmertheit
die
ihm
zugedachte
Rolle
als
irrlichternder
Kamikaze-Pilot,
der
sich
in
Rage
auf
das
eigene
Schiff
zu
stürzen
gedenkt.
Der
»Pakt
für
die
Zukunft«
ist
geschlossen
—
und
die
verheißungsvolle
Weite
des
Horizonts
einem
persistent
milchigen
Grau
gewichen.
Gewaltmärsche
durch
das
klaustrophobisierende
»Defile«
des
digi-
talen
Gulag
strangulieren
jeden
freien
Gedanken.
Kognitive
Kriegsführung,
Sta-
keholder-Kapitalismus,
Cloward-Piven
und
die
digitalisierte
Sozialarchitektonik
liefern
der
Parasitärkaste
die
gewünschten
Ergebnisse.
Ob
elD,
digitales
Geld,
Vollzeitüberwachung,
algorithmisierte
Zensur,
Dekarbonisierungsprogramme,
Enteignungslegislatur,
Geofencing-Gewahrsam,
Nanobots
oder
Frequenzfelder
zu
deren
Kalibrierung
—
alles
einsatzbereit.
Das
an
der
Cloud
angedockte
»Hive
Mind«
in
Sicht.
Die
Revolution
von
oben
war
bis
dato
also
ziemlich
erfolgreich.
Nur
Max
Mustermann
weiß
noch
nichts
von
seinem
Glück
—
denn
er
schwelgt
im
Rausch.
Auf
Hopium.
Mit
dem
dritten
Band
seiner
Reihe
»Texte
zu
Zeitenwende,
Technokratie
und
Korporatismus«
liefert
Tom-Oliver
Regenauer
erneut
eine
Sammlung
fundiert
recherchierter,
gut
belegter
Essays,
die
auch
dort
den
roten
Faden
organisierter
Kriminalität
erkennen
lassen,
wo
er
auf
den
ersten
Blick
nicht
auszumachen
ist.
EN
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384
tredition
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WwWw.regenauer.press
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69€€9L
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3
HOPIUM
Tom-Oliver
Regenauer